Der Heimvorteil bei Sportarten wie Fußball, Handball oder Basketball ist evident. Da werden Mannschaften durch die Zuschauer nach vorne gepeitscht, und die frenetisch mitgehenden Zuschauer kitzeln aus vielen das Optimum heraus. Durch die Zuschauer beflügelt gehen viele Spieler an ihre Grenzen. Im Schach aber fehlt dieser Effekt des Hochpuschens. Denn stehende Ovationen, Lao-La-Wellen, frenetischer Applaus und lautstarke Sprechgesänge ist bei den wenigen Zuschauern in Schach-Mannschaftskämpfen nicht unbedingt zu erwarten.Trotzdem könnte es durch die wenigen Zuschauer einen positiven Effekt für die Heimmannschaft geben. Denn die wenigen Zuschauer kommen fast ausschließlich aus demselben Verein, und als Spieler weiß man, daß sie hinter einem stehen und einem die Daumen drücken. Das könnte einem Mut und Sicherheit geben.Auch das vertraute Ambiente könnte sich als Heimvorteil erweisen. Man ist nicht durch eine evtl. lange Reise gestreßt, man kommt in eine vertraute Umgebung, man spielt da, wo man sich immer aufhält, wenn man den eigenen Verein besucht, und man kennt die Bretter und die Uhren ganz genau, an denen man spielt.Gibt es also auch beim Schach bezogen auf die Mannschaftskämpfe einen Heimvorteil?
Beitrag von hako
Ich glaube, Everios Grund ist so ziemlich der einzige, der einen Heimvorteil ermöglicht. Aber ich glaube nicht, dass das all zu störend ist, wen der Verein nicht gerade an einer Autobahn liegt.
Beitrag von ToBeFree
Einen Heimvorteil könnte ich mir bei der durchschnittlichen Lautstärke in unserem Verein durchaus vorstellen... :D ;)Übrigens ist das mit dem Heimvorteil beim Fußball falsch; so weit ich weiß, war das früher so und heute gibt es sogar einen (an der Gewinnquote gemessenen) geringen Heimnachteil.
Beitrag von Hans_van_Ille
Da ich die Eigenschaft habe Orte nur zu mögen die mir aus irgendeinem Grund gefallen oder die ich sehr sehr oft besuche, denke ich, spiele ich stärker wenn ich bei Ligaspielen in der heimischen Halle bin :)Bei ausgewählten Schachvereinen in meiner Umgebung fühle ich mich auch ganz wohl. Aber nicht überall :D
Beitrag von Maschendrahtzaun
Ich finde, man könnte sogar andiskutieren, ob es nicht einen Auswärtsvorteil gibt.Keine nervigen Zuschauer, die man kennt, und die einen zwischen den Zügen ansprechen und ablenken können, währendessen der Heimspieler dieser Gefahr ausgesetzt ist.Auch ansonsten ist die Gefahr einer Ablenkung niedriger, weil man die dortigen Personen nicht kennt und so zum Beispiel nicht in ein Schwätzchen mit dem Wirt etc. verfällt.Das müsste mal empirisch untersucht werden. :lach:
Beitrag von broccoliboy
Heimspiel bedeutet 1-2 Stunden mehr Schlaf, damit offensichtlich +EV.
Beitrag von Maschendrahtzaun
In der Hamburger Landesliga der Saison 2011 erreichten die Heimmannschaften 178/360 Punkten.Die Auswärtsmannschaften erreichten 182/360.Damit erreichten die Heimmannschaften 49,44% der Punkte, die Auswärtsmannschaften 50,56%.Die Datenbasis ist zwar recht klein und kann beizeiten erweitert werden, dennoch lässt sich feststellen, dass zumindest hier kein Heimvorteil vorhanden ist.
Beitrag von Kiffing
Wenn man schon so weit gefahren ist, will man ja auch was mitnehmen und nicht mit leeren Händen nach Hause fahren. ;)
Beitrag von Kleinmeister
[QUOTE=Maschendrahtzaun;2425]In der Hamburger Landesliga der Saison 2011 erreichten die Heimmannschaften 178/360 Punkten.Die Auswärtsmannschaften erreichten 182/360.Damit erreichten die Heimmannschaften 49,44% der Punkte, die Auswärtsmannschaften 50,56%.Die Datenbasis ist zwar recht klein und kann beizeiten erweitert werden, dennoch lässt sich feststellen, dass zumindest hier kein Heimvorteil vorhanden ist.[/QUOTE]Da es sich um die Hamburger Landesliga handelt dürften die Fahrtwege relativ gering, der Unterschied in der "Aufstehzeit" dementsprechend nicht besonders üppig sein... :grübel: ... müsste man mit Studien aus Flächenländern mit schwächerem Verkehrsnetz und längeren Anfahrten wie Brandenburg, Bayern oder Niedersachsen vergleichen, vielleicht ist ja hier der spätere "Aufstehbonus" mehr wert als in Hamburg:denknach:?! Aber 360 Partien sind natürlich keine Stichprobe... Sind kampflose Partien eigentlich ausgeklammert aus dieser Menge?
Beitrag von FraKoWu
...ich denke schon, daß es von Vorteil ist, wenn man sich in den Räumlichkeiten, in denen man spielt, gut auskennt. In unserem Verein Tornado Wuppertal finden die Heimspiele in unserem Hinterzimmer statt, etwas eng zwar, es passen gerade 8 Tische rein, aber es hat was von einer "Festung", ich würde sagen, die Atmosphäre stimmt. Ich spiele sehr gerne zuhause:-)Jetzt müüsen wir nur langsam mit unserer "Zweiten" mal anfangen, diese Festung wieder zu nutzen und Punkte gegen den Abstieg einzufahren......
Beitrag von hako
Beim Thema Atmosphäre kann man sicherlich geteilter Meinung sein, was man darunter versteht und ob das hilft.Ehrlich gesagt war mir die Atmosphäre bis auf wenige Ausnahmen, wo sie störend war, ziemlich egal.Ich glaube, dass so etwas wie eine Atmosphäre eher beim Training entscheidend ist, im Bezug auf Lernbereitschaft, Spaß und Freude; aber das ist ein anderes Thema. ;)Die Atmosphäre ist meiner Meinung nach nur entscheidend, wenn sie störend ist. Direkt neben der A3 will sicherlich keiner von uns eine Partie austragen. Aber mir ist auch kein Verein bekannt, der unmittelbar neben einer Autobahn liegt.
Beitrag von Maschendrahtzaun
[quote]Die Atmosphäre ist meiner Meinung nach nur entscheidend, wenn sie störend ist. [/quote]Wir hatten einen Auswärtskampf gegen Boppard vor ein paar Wochen, bei dem zwei Stunden nach Partiebeginn unter dem Spiellokal die Dorfdisko anging.Nun könnte man zwar sagen, dass das jetzt so ein Auswärtsnachteil ist, allerdings galten ja für die Gegner die selben Bedingungen - von daher ist von Vor-oder Nachteilen keine Spur.
Beitrag von Kiffing
Wobei es ja bei solchen unnatürlichen Phänomenen meistens so ist, daß der eine besser damit umgehen kann als der andere. Insofern liegt hier schon ein, wenn auch zufälliger, Vorteil vor. Ein Tigran Petrosjan hätte z. B. einfach sein Hörgerät aus den Ohren genommen und seine Ruhe gehabt. :D
Beitrag von Maschendrahtzaun
Ich habe ja auch nicht bestritten, dass es irgendeinenVorteil aufgrund äußerlicher Bedingungen geben könnte.Dass es jedoch einen Heimvorteil gibt, dafür sehe ich keine Anhaltspunkte.
Beitrag von yury
[QUOTE=Maschendrahtzaun;2448]Ich habe ja auch nicht bestritten, dass es irgendeinenVorteil aufgrund äußerlicher Bedingungen geben könnte.Dass es jedoch einen Heimvorteil gibt, dafür sehe ich keine Anhaltspunkte.[/QUOTE]Na ja, Kiffing spielte ja darauf an, dass die Heimmannschaft mit (störenden) äußerlichen Bedingungen wahrscheinlich besser umgehen kann. Ehrlich gesagt glaube ich aber auch nicht, dass das bezogen auf das Ergebnis einen wesentlichen Unterschied ausmacht.
Beitrag von ToBeFree
Vielleicht gibt es ja in solchen Fällen doch einen Heimvorteil, und zwar dann, wenn die Heimspieler die schlechten Bedingungen gewohnt sind und die Gastspieler unvorbereitet z.B. Diskomusik hören. ;)EDIT: yury war schneller