In Rußland soll Schach Schulfach sein, wobei ich nicht genau weiß, in wie vielen Schulen jetzt genau dort Schach unterrichtet wird. Und tatsächlich belegen Studien, daß die Leistungen der Schüler, an deren Schule Schach unterrichtet wird, auch in anderen Fächern signifikant steigt: defekter Link gelöscht, Kiffing , defekter Link gelöscht, KiffingDies dürfte wohl das gewichtigste Argument für Schach als Schulfach sein, denn für die Allgemeinbildung, also dem, was eigentlich vornehmste Aufgabe der Schulen sein soll, leistet Schach nichts. Weder hat Schach für das Verstehen dieser Welt eine prägende Bedeutung, noch kann man mit ihm sich Zusammenhänge in anderen Fächern erschließen. Bei dem vielbemühten fächerübergreifenden Lernen, stünde das Schach isoliert da. Mit ihm sind keine Verknüpfungen zu anderen Fächern möglich.Deswegen bin ich im Gegensatz zu früher nicht mehr für die Einführung von Schach als Schulfach, sondern würde mich nur noch stark machen für eine stärkere Verbreitung in der Gesellschaft. Eine Schach-AG stünde sicherlich jedem Gymnasium gut zu Gesicht. Und auch anderen Schulformen dürfte das nicht schaden. Wie steht ihr dazu?
Beitrag von ToBeFree
Man kann doch nicht für alles ein spezielles Schulfach machen. Nur, weil wir Schach mögen oder gut darin sind, ist das noch kein Grund dafür, es als Schulfach einzuführen. Warum sollte Schach ein Schulfach sein, Basketball/Stratego/Go/Halma/E-Sports/(was auch immer) aber nicht? Schach-AGs finde ich gut; als Wahlfach könnte ich es mir eventuell noch vorstellen, aber als Pflichtfach ist Schach meiner Meinung nach einfach ungeeignet. Schach ist ein Spiel!Man könnte natürlich noch - wenn man Schach nicht nur als Spiel sieht - darüber diskutieren, ob Schach im Sportunterricht angeboten werden soll. Dass das nicht viel bringt bzw. mit körperlicher Anstrengung zu tun hat, sollte allerdings offensichtlich sein. ;)
Beitrag von yury
Schach als Wahlfach finde ich gut. Alternativ sollte es an möglichst vielen Schulen eine Schach-AG geben, der Unterschied zwischen diesen beiden Varianten ist ja nicht allzu groß.
Beitrag von hako
[QUOTE=yury;6502]Schach als Wahlfach finde ich gut. Alternativ sollte es an möglichst vielen Schulen eine Schach-AG geben, der Unterschied zwischen diesen beiden Varianten ist ja nicht allzu groß.[/QUOTE]Da stimme ich auch zu. Als AG ist Schach meiner Meinung nach nett, aber das war es schon (zumindest auf meiner Schule). Als Wahlfach mit ausgebildeten Lehrkräften (sagen wir z.B. alles ab 1600 DWZ) hat man dann ein hohes Niveau bereits. Ob es die gesamtschulische Leistung erhöht, weiß ich nicht. Bei mir ist es so, aber gegen Vater Faulheit ist kein Kraut gewachsten. ;)Beim Pflichtfach hat man wieder so viele desinteressierte Personen im Kurs sitzen, die nur da sind, weil sie es müssen. Das kennen wir ja schon von Mathe und Deutsch.Zugegebener Weise muss man Selbiges in anderen Sportarten erlauben. Ich fände einen spezifischen und wählbaren Sportunterricht aber alles andere als tragisch. Ich vertrete sowieso die Ansicht, dass unser Schulsystem viel zu wenig Chanchen bietet sich zu spezialisieren.
Beitrag von Kiffing
Meinst Du stiefmütterlich?
Beitrag von yury
[QUOTE=hako;6523]Zugegebener Weise muss man Selbiges in anderen Sportarten erlauben. Ich fände einen spezifischen und wählbaren Sportunterricht aber alles andere als tragisch.[/QUOTE]Gibt es doch, oder was verstehst Du unter "spezifisch und wählbar"?
Beitrag von hako
Ist mir persönlich zumindest nicht bekannt (oder es liegt an meinem Sportlehrer). Ich würde das, was ich habe, aber nicht als wählbar oder spezialisiert bezeichnen.
Beitrag von yury
Also bei uns und an allen mir bekannten Schulen kann man zwischen verschiedenen Sportarten wählen...
Beitrag von Kiffing
Ist glaube ich ab der Oberstufe so. So war es zumindest bei mir.
Beitrag von yury
Ja, bei mir auch.
Beitrag von hako
Ich wünschte, so wäre es bei mir :D
Beitrag von pberg
Hi,aktuell läuft ein Vorschlag dazu auf der Zukunftsdialogseite der Bundeskanzlerin. Man kann dafür votieren (und auch einen Kommentar hinterlassen).[Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/30-Wie-Lernen/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/30-Wie-Lernen/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]
Beitrag von SeeFree
Bei uns in der Schule konnte man auch "Schach" als AG wählen habe ich auch gemacht aber die AG war schon zu voll :heul:
Beitrag von Kiffing
Es gibt Neues zu dem Thema: In einem Gespräch mit DSB-Präsident Herbert Bastian, Bundespolitikern und anderen an dem Thema interessierten anläßlich des "Schachevent[s] Zehn gegen Lüneburg" hat Garri Kasparov für die Aktion: Schach als Schulfach zumindest ein Tor aufgeschlagen. Seit der Trierer Studie jedenfalls nutzen immer mehr Schulen ihre Freiräume, um das Schach in den Schulalltag zu integrieren, was bishin zu der Etablierung eines Schulfachs Schach geht. Bei diesem [URL="http://www.schachbund.de/entry/441#body-anchor"]Treffen[/URL] wurden wieder die Argumente ausgetauscht. Und Kasparov soll durchaus die Politiker überzeugt haben, wie ihr in dem Artikel lesen könnt. So erklärte sich der niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann dazu bereit, ein Pilotprojekt an niedersächsischen Grundschulen einzuleiten, in denen Schach als Schulfach eingeführt wird und an der 30 Schulen dafür gewonnen werden sollen. Auch wolle er das Thema bei der nächsten Kultusministerkonferenz einführen.
Beitrag von Kampfkeks
Ich sehe keinen vernünftigen Grund, warum man Schach als Pflichtfach einführen sollte. Schach vermittelt weder Allgemein- noch fachspezifisches Wissen, sondern trainiert nur bestimmte geistige Fähigkeiten, wie Abstraktionsvermögen, Vorstellungskraft und Konzentration. An sich nicht schlecht, aber sind die existierenden Fächer dafür nicht ausreichend? Ich denke schon.
Beitrag von Maschendrahtzaun
Im Prinzip gebe ich dir Recht, Kampfkeks, als Pflichtfach ist Schach vielleicht nicht so besonders geeignet.Allerdings wird zum Beispiel in Hamburg dadurch dafür Werbung gemacht, dass die Kinder, die in der Grundschule eine Stunde Mathe in der Woche durch eine Woche Schach ersetzt bekommen hätten, in Mathe aber auch in Deutsch besser abschneiden würden. Also könnte es sein, dass, wie du sagst, die "existierden Fächer" tatsächlich nicht ausreichend sind.Natürlich kann das auch ganz einfach daran liegen, dass nur einigermaßen schulinteressierte Eltern in die Schachklassen stecken...
Beitrag von sorim
Es wäre schön wenn man Schach als Wahlfach in der Schule einführen könnte.Bei Schach gibt es sehr häufig das Problem, dass viele Vereine keine Jugendarbeit anbieten. Und selbst wenn, haben die Neulinge es gerade am Anfang richtig schwer, weil sie keine Chancen gegen die alten Hasen haben.Ich habe es schon oft beobachtet, der Start klappt umso besser jemehr Neulinge zur selben Zeit anfangen. Aus diesem Grund wäre ein Wahlfach hier vom Vorteil.Über den Sinn und Nutzen von den einzelnen Fächern läßt sich prima streiten, ist es nicht so, dass man mindestens 95% von dem was man in der Schule beigebracht bekommt, später nie wieder braucht?Schach kann zwar nicht mit Allgemeinwissen trumpfen, kann aber spielerisch viele Dinge vorbereiten, wie konzentriertes Arbeiten und auch systematisches Lernen.
Beitrag von hako
[QUOTE=sorim;16820]Bei Schach gibt es sehr häufig das Problem, dass viele Vereine keine Jugendarbeit anbieten. Und selbst wenn, haben die Neulinge es gerade am Anfang richtig schwer, weil sie keine Chancen gegen die alten Hasen haben.[/QUOTE]Das hast du aber in jedem Sport. Als Neuling hat man es am Anfang immer etwas schwerer, da man den Sport erstmal lernen muss. Dann muss sich einer der "alten Hasen" um den am Anfang etwas kümmern und ihn ein paar Dinge erklären, dann läuft das auch sehr gut.Deswegen würde ich Schach nicht in der Schule anbieten, sondern eher um das abstrakte Denken zu fördern.
Beitrag von sorim
Nö das Problem hat man nicht mit jedem Sport, nur mit denen wo nicht genug Leute zur selben zeit anfangen.Wäre doch schön wenn es im Schach auch die Bambini-Klasse gäbe.
Beitrag von Maschendrahtzaun
Ich glaube aber, dass die Unterschiede im Schach nach kürzerer Zeit schon größer sind als in anderen Sportarten. Begünstigt wird es noch dadurch, dass es sich bei Schach um einen Individualsport handelt, wo man eventuelle Defizite nicht hinter Mannschaftskollegen verstecken kann, und somit eventuelle Erfolgserlebnisse tatsächlich nur aus seiner eigenen Leistung beziehen kann.
Beitrag von hako
[QUOTE=sorim;16825]Nö das Problem hat man nicht mit jedem Sport, nur mit denen wo nicht genug Leute zur selben zeit anfangen.Wäre doch schön wenn es im Schach auch die Bambini-Klasse gäbe.[/QUOTE]Altersgruppen gibt es im Schach.Ich verstehe deinen Punkt, dass es natürlich für Kinder schöner ist mit gleichalten Kindern zu trainieren. Nun ist beim Schach der Altersunterschied nicht so gravierend wie beim Fußball oder anderen Ballsportarten. So spielt Größe beispielsweise keine Rolle. Was spricht also dagegen, wenn 12-jährige mit 30-jährigen trainieren?