Beitrag von Babylonia
Das ist wieder eine Variante, die auf Lichess.org angeboten wird. Das hat den Vorteil, dass man diese Variante sowohl gegen Stockfish 13 zur Übung spielen kann (ungewertet natürlich) als auch, dass es Turniere dafür gibt.Wie ist "Racing Kings" konzipiert?
1. Es gibt keine Bauern in dem Spiel.
2. Beide Spieler, Weiß und Schwarz, haben in der Grundstellung alle ihre Figuren auf der ersten und zweiten Reihe stehen.
3. Gewonnen hat derjenige / diejenige, dessen / deren König als Erster die 8. Reihe betritt.
4. Es gibt kein Schachmatt und man darf dem gegnerischen König noch nicht einmal "Schach" bieten.
5. Man darf gegnerische Figuren schlagen, jedoch nur, wenn der gegnerische König dadurch nicht ins Schach gerät.
Babylonia
Beitrag von Babylonia
Interessantes Online-Treffen mit meinem Schachtrainer heute. Er hatte sowohl "Racing Kings" als auch "King of the Hill" mit mir zum ersten Mal gespielt.Für ihn gehört "Schach bieten" und "Matt setzen" essentiell zum Schach dazu, also fällt die Variante "King of the Hill" unter "Schach" und die Variante "Racing Kings" unter "ein anderes Spiel". Das hat mich überzeugt und ich schließe mich seiner Definition an.
Babylonia
Beitrag von ToBeFree
Verständliche Entscheidung, aber man kann natürlich dagegen argumentieren:Der Aspekt "Schach bieten" ist in exakt umgekehrter Form weiterhin erhalten, im Gegensatz zu vielen Schachvarianten sogar ohne jegliche Änderung an der Zug- und Drohweise der Figuren. Der Aspekt "Matt setzen" ist bei einem Bauern-Wettrennen zur gegnerischen Grundlinie indirekt enthalten (Umwandlung für implizit danach simples Mattsetzen); ein König-Wettrennen ist nur noch eine Ecke weiter von diesem Gedanken entfernt.
Im KOTH-Schach ist Gewinnen auch ohne Mattsetzen möglich.
Atomschach wird häufig ohne strenge Schach- und Matt-Auslegung gespielt.
Räuberschach stellt das ganze Konzept auf den Kopf, wird aber in jeder mir bekannten Definition als "Schachvariante" beschrieben.
Viele Anfänger spielen reguläres Schach so, dass der gegnerische König zum Spielsieg geschlagen werden muss. Das ist aber kein anderes Spiel, sondern eigenwillig gespieltes klassisches Schach, das ohne unsere Schach- und Mattbegriffe auskommt. Es unterscheidet sich vom ordentlichen Schach nur durch einen formellen letzten Zusatzzug, einer Sonderregelung für den Pattfall und die gerade in schnellen Partien nicht unangemessene Hausregel "Spielverlust bei illegalem Zug, aber nur, falls der Gegner es vor seinem Zug bemerkt".