Schachburg-Archiv: Benutzerthema „Keymer 5. bei U12-Weltmeisterschaft in Batumi“

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Beitrag von Kiffing

Vincent Keymer war bei den sogenannten Kadettenweltmeisterschaften in Batumi (georgische Hafenstadt am Schwarzen Meer), d. h. in den WM-Gruppen U8, U10 und U12, als Starter in der U12 die größte deutsche Medaillenhoffnung. Am Ende enttäuschte er mit 8,5/11 zwar nicht und kam sogar auf die gleiche Punktzahl wie der Zweitplazierte. Die Feinwertung bugsierte ihn allerdings aus den Medaillenrängen. Übrigens gewann die U12-WM auch nicht der hochgehandelte Setzlistenfavorit R (das R ist keine Abkürzung, sondern scheint der Vorname zu sein) Praggnanandhaa, sondern der Außenseiter Nikhil Kumar aus den USA. Seine Elo lag zu Turnierbeginn bei 2076, zum Vergleich: Keymer 2402, Praggnanandhaa 2442. Für den mit 4/4 famos ins Turnier gestarteten Keymer erwies sich die einzige Niederlage in der 5. Runde gegen Andrew Hong (USA) leider als eine Niederlage zuviel. Es wird aber mit Sicherheit nicht sein letzter Anlauf auf den WM-Titel sein. Die DSJ war mit 11 Spielern an den Start gegangen, die anderen deutschen Teilnehmer kamen auf jeweils 5-7 Punkte und waren somit nur leicht überdurchschnittlich. Die U10 entschied der Topfavorit Ilja Makoveev (2204!) aus Rußland mit 9/11, in der U8 siegte der Turkmene Shageldi Kurbandurdyev mit 9,5 Punkten. Interessant: seine Elozahl ist mit 1240 ein knappes Tausend unter der des Weltmeisters eine Jugendklasse über ihm. Die U12w gewann die Russin Bibisara Aussaubajeva mit der Batumer Höchstpunktzahl von 10/11; die U10w entschied Rochelle Wu (USA, 9,5), während in der U8w die wertungslose Kasachin Aisha Zakirova mit 9 Punkten die Oberhand behielt. Glückwunsch an die Weltmeister.

Beitrag von Kiffing

Thomas Richter sei Dank, der auf dem Schachticker die Kadetten-WM [URL="http://www.chess-international.de/Archive/63310#more-63310"]begleitet[/URL] hat, sehen wir, daß Vincent Keymer offenbar nur haarscharf an den Medaillenrängen vorbeigerauscht ist, und damit meine ich nicht die ungünstige Feinwertungssituation. Jemand mit einer Elo von über 2400 sollte eine solche taktische Gelegenheit rund um das Thema des Wandernden Quadrats bei isolierten Freibauernpaaren im Schlaf lösen. Wie hätte Vincent Keymer also in der 10. Runde mit Schwarz gegen Avila Palas (2214) aus Kolumbien gewinnen können?[FEN=4]6k1/8/8/p4p2/P2p1PPp/1P2pK1P/2r5/5R2 b - - 0 0[/FEN]Warum er diese Chance verstreichen ließ, dafür vermute ich konditionelle Gründe gegen Ende eines langen Turniers und nach einer langen Partiephase.