Der [URL="http://www.chessmaniac.com/tag/mikhail-chigorin-club/"]Michail-Tschigorin-Club[/URL] ist ein etwas anderer Club. Denn während sich ein Club schon dadurch definiert, daß er ein freiwilliger Zusammenschluß von Gleichgesinnten ist (nicht zufällig waren die Vorläufer der politischen Parteien Clubs), passiert die Mitgliedschaft in dem Tschigorin-Club automatisch und unabhängig vom Willen des Mitglieds, und lebende Schachmeister sind dort genauso willkommen wie verstorbene Schachmeister. Der hier thematisierte Club wurde nach Michail Tschigorin benannt, weil Tschigorin der erste Schachspieler gewesen war, der mit Wilhelm Steinitz den amtierenden (und offiziellen) Weltmeister in einer Nicht-WM-Partie geschlagen hatte. Damit sind schon einige der Kriterien für die Clubaufnahme genannt: der Schachmeister muß den Weltmeister in seiner Amtszeit - und in einer Nicht-WM-Partie - bezwungen haben. Und er darf selbst nie Weltmeister gewesen sein. Der Club ist damit sozusagen eine Hommage an die „Ewigen Zweiten“, die in der Schachgeschichte im Vergleich zu den omnipräsenten Weltmeistern ein wenig im Schatten stehen. Die 100 Spieler umfassende Clubliste beginnt mit Namenspatron Tschigorin und endet mit Ivan Saric, der während der Schach-Olympiade 2014 in Tromsö Weltmeister Magnus Carlsen geschlagen hatte. Auf der Clubseite finden sich zudem nette Statistiken. So wird mit Gata Kamsky das Clubmitglied erwähnt, das im jüngsten Alter (17 Jahre) den Weltmeister schlug, und zwar Kasparov in Dortmund 1992. Es findet sich der schnellste Sieg eines Clubmitglieds in seiner Aufnahmepartie (Partie, siehe Anhang, Liberzon vs. Petrosjan, Moskau 1964), und mit Tschigorin der größte WM-Schreck unter den Clubmitgliedern (15 Siege gegen Weltmeister, darunter 14 allein gegen Steinitz). Die Clubaufnahme von Veselin Topalov mutet überraschend an, war dieser doch von 2005-2006 FIDE-Weltmeister. Die trotzdem erfolgte Aufnahme des Bulgaren läßt sich aber damit erklären, daß die FIDE-Weltmeister von 1993-2005 von der Schachwelt nicht wirklich anerkannt wurden, sei es, weil der stärkste Spieler der Welt, Kasparov, nicht mitspielte, sondern eigene Weltmeisterschaftskämpfe veranstaltete, und sei es, weil die WM-Formate von Iljumschinov in dieser Zeit zunehmend inflationär wurden, so daß dem Zufall bei diesen Weltmeisterschaften Tür und Tor geöffnet waren.[Event "Moscow (Russia)"][Site "Moscow URS"][Date "1964.??.??"][EventDate "?"][Round "?"][Result "1-0"][White "Vladimir Mikhailovich Liberzon"][Black "Tigran Vartanovich Petrosian"][ECO "C18"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "29"]1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 Ne7 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3 c57. Qg4 Ng6 8. h4 h5 9. Qg3 Qa5 10. Bd2 Nc6 11. Bd3 Nce712. dxc5 Qxc5 13. Nf3 Bd7 14. O-O Bb5 15. Be3 1-0
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=Kiffing;24951]...Der hier thematisierte Club wurde nach Michail Tschigorin benannt, weil Tschigorin der erste Schachspieler gewesen war, der mit Wilhelm Steinitz den amtierenden (und offiziellen) Weltmeister in einer Nicht-WM-Partie geschlagen hatte. Damit sind schon einige der Kriterien für die Clubaufnahme genannt: der Schachmeister muß den Weltmeister in seiner Amtszeit - und in einer Nicht-WM-Partie - bezwungen haben. Und er darf selbst nie Weltmeister gewesen sein. Der Club ist damit sozusagen eine Hommage an die „Ewigen Zweiten“, die in der Schachgeschichte im Vergleich zu den omnipräsenten Weltmeistern ein wenig im Schatten stehen. ...[/QUOTE]Da werden sich aber - auch posthum - einige Spieler freuen, daß sie zu "Ewigen Zweiten" befördert wurden..:grmpf:Ein netter Klub, bei dem ja einige Mitglieder noch ausscheiden können, wenn sie noch Weltmeister werden...:nervous::troet:Ob die Liste korrekt bzw. vollständig ist, müßte man als Härtetest nochmal stichprobenweise prüfen.Liegt natürlich auch am strittigen WM-Modus (Die Liste geht wohl von Kasparov als WM von 1985-2000 aus, die Fide-Weltmeister einschl. Topalov und Anand bleiben in der "Kramnik-Ära" außen vor).Pelletiers Antragsformular ist kürzlich erst abgesandt worden.Deine Einschränkung "Nicht-WM-Partie" ist übrigens in den Clubstatuten nicht zu finden, siehe auch17. Efim Bogoljubov – defeated Alekhine, Wiesbaden 1929 WM-Kampf88. Peter Leko – defeated Kramnik, Brissago 2004 - das war der WM-Kampf!Diese Angabe13. Ossip Bernstein – defeated Lasker, St. Petersburg 1910muß vermutlich mit 1914 korrigiert werden.