Schachburg-Archiv: Benutzerthema „Doping im Schach“

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Beitrag von Kiffing

Eine der für mich unsinnigen Neuerungen im Schach ist die Tatsache, daß Doping im Schach nun verboten worden ist. Ich halte diesen Ansatz schon von der Wurzel her für falsch. Denn da das Schach im Unterschied zu den Bewegungssportarten eine Denksportart ist, kann die Möglichkeit der Aufputschung des Körpers nicht mit den Möglichkeiten der Aufputschung des Geistes verglichen werden. Noch ist es viel zu strittig, wie so etwas überhaupt passieren kann, und ob selbst da, wo es theoretisch möglich wäre, die unerwünschten Nebenwirkungen nicht viel gravierender sind als die wohl nur marginalen Vorteile selbst. Schach ist bisher ohne diesen ganzen Dopingtohuwabohu ausgekommen und ist damit durchaus gut gefahren. Einen Bedarf für so einen tiefgehenden Einschnitt in den Schachsport gab es meiner Ansicht nach nicht.Und dieser Eingriff ist wirklich tiefgehend. Denn Dopingkontrollen werden von vielen durchaus als unliebsam empfunden und verstoßen damit gegen die Interessen der Schachspieler. Zudem entsteht durch den Antidopingkampf ein Wasserkopf von einem bürokratischen Apparat, der massenhaft Gelder, Arbeitskraft und Aufwand verschleudern dürfte. Er sorgt für eine Atmosphäre, die sich viele Schachspieler nicht gewünscht haben, als sie sich für ihren ganz besonderen Sport entschieden haben, der doch am Anfang mehr Freiräume versprach als die ganzen Bewegungssportarten, wo wirklich Disziplin vielfach im Vordergrund steht. Wie seht ihr das Problem?

Beitrag von Hans_van_Ille

Ich denke du hast recht wenn du meinst man könne Doping im Schach nicht mit Doping im Leistungsport vergleichen.Im körperlichen Sport wird Doping sehr streng kontrolliert, jedoch immer wieder praktiziert ( siehe die Nordkoreanerinnen beim Frauenfußball oder der Wahnsinn beim Radeln :D )Es ist insofern nicht unbedingt notwendig beim Schach strenge Kontrollen anzubringen, weil es sowieso noch keinen wirklichen Dopingmittel zur starken Verbesserung der Gehirnleistung gibt. Und die Partie gewinnt immernoch fast 100 %ig der Spieler,da halte ich es nicht für tragisch wenn er was genommen hat , dass ihn etwas konzentrierter sein lässt.Ganz anders bei Fußall und co. wo Doping eben ziemlich viel ausmachen kann beim Ergebnis

Beitrag von Kiffing

Ich hatte ja im Eingangsbeitrag geschildert, daß die Frage, ob Gehirndoping im Schach möglich, noch strittig sei. Es hat aber zu diesem Fall eine Studie gegeben, die jetzt ausgewertet worden ist: defekter Link gelöscht, KiffingArte stellt das Ergebnis dieser Studie am Freitag, den 19.8. in seiner Sendung: "Doping fürs Gehirn" vor. Also wer sich für diese Thematik interessiert, nicht verpassen![url]http://www.arte.tv/de/programm/242,date=19/8/2011.html[/url]Ich will hoffen, daß wir dann hinsichtlich dieser Fragestellung etwas weiter sind.