Es ist momentan gefährlich, angeblich schlechte Schachbücher zu verfassen. Was passiert, wenn man angeblich schlechte Schachbücher schreibt, das mußte Dr. Reinhard Munzert 2002 erfahren, der 1998 mit seinem gleichnamigen Titel ein Werk über Schachpsychologie verfaßt hatte, und das seitdem in diesem Themenfeld immerhin eine feste Referenz ist. Einem Mann hat sein Werk überhaupt nicht gefallen, und seine Kritik ist gnadenlos. Seht selbst: [url]http://www.koenig-plauen.de/Metachess/Philo/munzert.php[/url]
Beitrag von Kiffing
Ich hatte gleich beim Sichten des Textes den Eindruck, der Stoff ist brisant. Und tatsächlich, es hat 2002 eine Antwort gegeben, die es in sich hat. Und jetzt wird das Ganze endgültig makaber, aber überzeugt euch selbst. :eek:[url]http://www.heise.de/tp/artikel/13/13185/1.html[/url]Der Fall hat große Wellen geschlagen: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://belljangler.wordpress.com/2011/07/05/hochste-warnung-vor-dr-reinhard-munzert-und-mikrowellenterror-de-polizei-berlin-polizei-hamburg-polizei-frankfurt/". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://belljangler.wordpress.com/2011/ ... frankfurt/" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]Da muß [URL="http://www.taz.de/!5196084/"]etwas passiert[/URL] sein: [QUOTE]Dr. R. Munzert ist Wissenschaftler und Lehrbeauftragter an der technischen Fakultät Erlangen. Er befasst sich u.a. mit dem Thema ?Mikrowellen als Waffen? und erhält aufgrund internationaler Publikationen eine Einladung zu einem Vortrag in den USA mit dem Thema ?Terrorismus mit elektromagnetischen Wellen?, Termin 06. September 2002. Offenbar ist dieses Thema jedoch nicht opportun und passt einigen ?Hintergrundspersönlichkeiten? nicht ins Konzept. Schnell wird ein psychiatrischer Oberarzt der Universitäts-Psychiatrie Erlangen, der gleichen Universität an der Dr. Munzert lehrt, gefunden, der Dr. Munzert eine Psychose andichtet und ihn, eine Ungeheuerlichkeit für eine Demokratie, gegen seinen Willen zwangsweise in die geschlossene Abteilung der Psychiatrischen Universitätsklinik einliefert. Gutachterliche Begründung: Die Hörbarkeit von Mikrowellen - bereits 1991...von Prof. Bernhard als existent beschrieben - sei ?Wahnvorstellung?! Die Existenz von Mikrowellenwaffen sei ?Teil seines Wahnsystems?, die Vortragseinladung in die USA sei demnach ?schizophrener Größenwahn?. Psychiatrie als Waffe! Jedenfalls wird Dr. Munzert vom Oberarzt und dem Chef der Klinik, beide habilitierte Ärzte, beinahe vier Wochen festgehalten. Er tritt in Hungerstreik, wird auf einen Tisch geschnallt und von Ärzten und Schwestern (sind sie Schergen?) mit der Drohung auf Zwangsernährung zur Beendigung seines 22-tägigen Hungerstreiks genötigt. Aufgrund eines deutschland- und weltweiten Sturmes der Empörung wird Dr. Munzert am 10. September 2002 jedoch per Gerichtsbeschluss aus der Erlanger Psychiatrie entlassen. ([url]http://www.gigaherz.ch[/url]). Der Kongresstermin vom 06. September war natürlich verstrichen, die Aktion hatte damit wohl ihren Zweck erfüllt. Archipel Gulag, ehemaliges KGB-KZ, mitten unter uns, lässt grüßen!" Soweit Dr. Scheiner (2006) in seinem Buch Mobilfunk die verkaufte Gesundheit.Meinen Lehrauftrag an der Uni habe ich verloren. Bin weiterhin vogelfrei in Erlangen.Standhafte Grüsse aus Erlangen,Dr. Reinhard Munzert[/QUOTE]
Beitrag von Sanpelg
Ich kenne das Buch nicht, aber der ganze Fall erscheint mir ziemlich undurchsichtig. Neuere Entwicklungen gibt es anscheinend nicht, noch nicht mal einen Wikipedia-Eintrag für Munzert.
Beitrag von Pantau
Ich habe als Jugendlicher dieses Buch andächtig und kritiklos gelesen, es erschien mir durchaus gehaltvoll, einiges in der Kritik könnte stimmen, soweit ich mich erinnere, aber ein derart vernichtender, polemischer Verriss erscheint mir unangemessen. Ich habe nichts gegen Polemik, solange diese sachlich bleibt (also sich auf Übertreibung, Ironie und Sarkasmus beschränkt) und nicht ad hominem bezogen ist oder auf irgendwelche anderen Bücher oder Veröffentlichungen, die sonst noch der "böse" Autor verbrochen habe. Hier scheint mir nicht mal der Versuch unternommen worden zu sein, objektiv zu wirken, es fehlt schlicht jegliche Distanz zum Gegenstand der Kritik.
Beitrag von Birliban
[QUOTE=Sanpelg;25191]Ich kenne das Buch nicht, aber der ganze Fall erscheint mir ziemlich undurchsichtig. Neuere Entwicklungen gibt es anscheinend nicht, noch nicht mal einen Wikipedia-Eintrag für Munzert.[/QUOTE]Immerhin gibt es wenigstens im Inhaltsverzeichnis, Punkt 6, Literatur, einen Vermerk zu Reinhard Munzert: " Reinhard Munzert: Schachpsychologie. Hollfeld 1998, ISBN 3-89168-005-8. ": [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://de.wikipedia.org/wiki/Schachpsychologie". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://de.wikipedia.org/wiki/Schachpsychologie" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]Das ist auch deshalb erwähnenswert: Wenn eine der seriösesten Quellen wie Wikipedia Munzerts "Schachpsychologie" im Literaturverzeichnis anführt, kann es mit dem Veriss desselben nicht weit her sein.Ein wenig erinnert mich der Vorfall an Thomas Mann, als dieser 1901 seinen Roman die "Buddenbrooks" auf den Markt brachte. Die Kritiken waren auch vernichtend, bis auf wenige Ausnahmen.Pantau hat es mit seinem vorangegangenen Statement sehr gut ausgedrückt: " Hier scheint mir nicht mal der Versuch unternommen worden zu sein, objektiv zu wirken, es fehlt schlicht jegliche Distanz zum Gegenstand der Kritik. " Dem schließe ich mich an.
Beitrag von Qf3
Ich bin schon vor längerer Zeit durch diesen Thread hier auf Munzerts Schachpsychologie aufmerksam geworden.Aber erst jetzt vor Kurzem konnte ich das Buch dann mal lesen.Die Qualität der verschiedenen Kapitel ist m.E. recht schwankend, daher fällt es mir schwer, ein Urteil zu fällen. Teilweise ist es in der Tat etwas seicht und langweilig; teilweise aber auch interessant, hilfreich und inspirierend. Vieles vom Buch werde ich vergessen und es ist nicht schade drum. Aber von seinen gehaltvolleren Sachen ist durchaus einiges hängengeblieben, womit ich mich beschäftige und was mich voranbringt. Also unterm Strich hat sich das Lesen gelohnt und Munzert hat mir was mit auf den Weg gegeben.