Schachburg-Archiv: Benutzerthema „Die meistgehaßten Großmeister“

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Beitrag von Kiffing

Mich würde einmal interessieren, welche Großmeister derzeit von vielen Schachfreunden gehaßt werden. Damit ihr mich nicht mißversteht, gehaßt zu werden, bedeutet noch kein eschatologisch endgültiges Urteil. Wegen kontroversem Verhalten können gerade Großmeister, die gehaßt werden, von vielen Fans auch geliebt werden. Robert Fischer wäre ein solches Paradebeispiel. Mir persönlich fällt da in erster Linie "bad boy" Nakamura ein. Aber auch Topalov ist mir seit der WM 2006 gegen Kramnik als Großmeister aufgefallen, der in Mißkredit geraten ist. Fallen euch noch weitere Großmeister ein, die solche Emotionen auslösen? Gut, die ganzen mutmaßlichen Betrüger sind geschenkt. ;)

Beitrag von Zapp Brannigan

Nakamura hat, wie viele amerikanische "sportler", die twitter-krankheit. Gute sportler sind aber nicht unbedingt die intelligentesten menschen, weshalb es von vorteil wäre, wenn sie nicht jeden ihrer gedanken online posten.Topalov wegen seinem verhalten im wm-match gegen kramnik und Mamedjarov wegen einer ähnlichen geschichte im Aeroflot-turnier.Evtl. noch Short mit seinen pollitisch zum teil nicht immer ganz korrekten aussagen, obwohl ich persönlich diese immer ziemlich lustig finde, aber ich kann verstehen wenn das nicht jeder so sieht

Beitrag von DailyChess

Kasparov dürfte wohl mit die meisten Hasser gehabt habe. 1. wegen seiner Stärke2. wegen seiner Persönlichkeit (auf der blacklist u.a.: Kramnik, Shirov, Anand, Gelfand...)

Beitrag von Frank Mayer

Ich glaube, dass es auch von unserem jeweiligen Alter abhängt, ob wir einem GM hassen oder nicht mögen.Ich befinde mich schon im reifen Alter und würde sagen, dass ich Topalov und Nakamura nicht mag, wobei ich mich auf Zeitungsnachrichten und Fotos stütze.Bobby Fischer war zwar ein "fieser Möpp", aber irgendwie habe ich ihn bewundert. Ob ich ihn nun mochte oder nicht, weiss ich nicht mehr.

Beitrag von Kiffing

@Daily Chess: das ist mir früher auch bei den Dworetzki-Werken aufgefallen. Während als Demonstrationsobjekt sehr gerne Partien von Anatoli Karpov genommen wurden, ging Garri Kasparov annähernd leer aus. Und wenn Kasparov mal dran kam, dann nur um zu beweisen, welch schlechte Intuition er hatte. :DVon den frühen Meistern kann ich sehr viele unbeliebte aufzählen: Staunton, Steinitz, Aljechin, Botwinnik. Über Nakamura werden sich in der Zukunft sicher ähnliche Legenden ranken.

Beitrag von Daniel72

Da gab´s doch mal die verweigerten Handschläge zwischen Garri und Shirov (?). Wer kennt noch ähnliche "Fehden" ?

Beitrag von Kiffing

Morphy - StauntonBlackburne - SteinitzTarrasch - LaskerTarrasch - NimzowitschAljechin - CapablancaBotwinnik - BohatyrchukSmyslov - HübnerFischer - LarsenKarpov - KortschnoiKasparov - KarpovTopalov - Kramnik

Beitrag von chessiscruel

Hassen ist eine starke Emotion und bedeutet sich übertrieben mit den Handlungen und Charakter einer Person auseinanderzusetzen,mit dem Ergebnis einer ziemlichen Aversion und das verdienen manche gar nicht. Es gibt einige Spieler,die mir in meinem schachlichen Umfeld ziemlich sch... egal sind,,ein Großmeister ist leider oder zum Glück nicht dabei.Unsympatisch wären mir wohl Aljechin,Fischer,aber auch Rubinstein und Nimzowitsch gewesen.Aljechin als Mitglied der NSDAP und seinem Artikel über arisches und jüdisches Schach,der zwar mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von ihm Selbst verfasst wurde,aber zumindest hat er freiwillig seine Unterschrift dafür hergegeben,Fischer mit seiner antisemitischen Paranoia,Rubinstein wegen seiner schwierigen schizoiden Persönlichkeit und Nimzowitsch wegen seiner Schrullen und seines militanten Nichtrauchertums.Von den "modernen" Schachmeistern würd ich wohl weder mit dem "Langweiler " Caruana,noch mit Ivanchuk auf ein Bier gehen.Sehr sympathisch ist mir Kramnik,Karjakin,und der leider vor einem Monat verstorbene Vulgar Gashimov.Vulgar war bevor er 2012 von dieser infausten aussichtslosen Diagnose erfuhr immer zu Scherzen aufgelegt und brachte sogar solche griesgrämig wirkende Spieler wie Victor Bologan zum LachenL.G.Michael

Beitrag von Kiffing

Och, ein Bier mit Iwantschuk, Navara, Nimzowitsch und Rubinstein fände ich ganz interessant. Aljechin wiederum hatte eine schreckliche Biographie und symbolisierte damit als Getriebener zwischen den Blöcken gewissermaßen dieses so schreckliche Jahrhundert während der Höllen im zweiten Dreißigjährigen Krieg. Schon als junger Mann wäre er in der Hölle der Oktoberrevolution in der Zeit des Massenterrors als Adeliger fast füsiliert worden. Fischers Ansichten waren schrecklich, aber wenigstens hatte er, wenngleich auch ein infantil wirkendes, Format und schachlich durchaus auch positives bewirkt. Dieses Format, auch wenn man darüber geteilter Meinung sein kann, fehlte wiederum einem anderen "Schachmeister", den man von mir aus hassen kann, weil er selbst von brennendem Haß getragen war, gegen die Juden, und keine Gelegenheit ausließ, sie auf unflätigste Weise zu beleidigen. Dieses wilde Tier hieß Franz Gutmayer und trieb sein Unwesen in Österreich vor dem Zweiten Weltkrieg. Was er symbolisierte, sollte klar sein, und insofern war er Bote des kommenden Unglücks wie der ähnlich gestrickte Herr Wiedemann in Manns Zauberberg, der kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Sanatorium in die Atmosphäre der "großen Gereiztheit" hineinstampfte.

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=chessiscruel;21572]...Von den "modernen" Schachmeistern würd ich wohl weder mit dem "Langweiler " Caruana,noch mit Ivanchuk auf ein Bier gehen....[/QUOTE]Daß Du aus der Verlosung eines Bierabends mit Chucky aussteigst, ist sehr angenehm für diejenigen die in der Lostrommel bleiben. Ihre Chancen wären somit etwas höher gezogen zu werden."Langweiler" Caruana beziehst Du wohl auf seine Person. Sein Schach kannst Du ja wohl kaum meinen; denn dieses ist das ganze Gegenteil.Caruana ist ein, wenn nicht der Hoffnungsträger, daß Carlsen nicht zu weit abhebt.

Beitrag von chessiscruel

Natürlich meine ich seine Person und nicht sein Schach,Caruana spricht während eines Turnieres nur 2 Worte mit seinen Kollegen ,nämlich "Guten Tag" und "auf Wiedersehen.und bei Chucky-nun ja ich mag keine Leute,die öffentlich in der Nase bohren,was er wiederholt gemacht hat