Schachburg-Archiv: Benutzerthema „FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014“

schachburg.de

Beitrag von Kiffing

Im Kandidatenturnier 2014 im russischen Chanty-Mansijsk wird der Herausforderer von Weltmeister Magnus Carlsen ausgespielt. Es nehmen wieder acht Spieler teil, die sich aus verschiedenen Gründen für das Turnier qualifizieren konnten, die vom 12. - 30. März doppelrundig miteinander die Klingen kreuzen. Nachdem der entthronte Weltmeister Vishy Anand endgültig zugesagt hat, stehen mit Anand, Kramnik, Andreikin, Topalov, Mamedyarov, Aronian, Karjakin und Swidler die Teilnehmer fest. Was glaubt ihr, wer sich in dem Turnier durchsetzen wird. Ich persönlich tippe konventionell auf den Setzlistenersten Aronian, der in diesem Jahr von allen Teilnehmern bisher den besten Eindruck hinterlassen hat.

Beitrag von Kiffing

Morgen geht das Kandidatenturnier los, und es kann tagsüber ab 10:00 deutsche Zeit (15:00 Zeit in Chanty Mansijsk) verfolgt werden. Alle drei Tage ist Ruhepause.Wie schon gesagt tippe ich persönlich auf Aronian, aber auch Kramnik kann eine gute Rolle in dem Turnier spielen, ebenso wie Sergei Karjakin, dessen Potential stimmt, aber der in Turnieren oft als Wundertüte auftritt, bei der sowohl nach oben, als auch nach unten alles möglich ist. Anand sehe ich persönlich leider nicht mehr in der absoluten Weltspitze, und der grundsolide Andreikin ist ähnlich Leko zu selten für Highlights gut. Mamedyarov, Topalov und Swidler werden eher in der Tabellenmitte gesehen. Alle drei Spieler verfügen aber über das außergewöhnliche Potential, und insofern sind hier auch Höhenflüge im Bereich des Realistischen.

Beitrag von Kiffing

Heute war in Chanty-Mansijsk Startschuß, aber das betraf nur die Eröffnungszeremonie. Morgen geht es endlich los mit den Paarungen:Andreikin - KramnikKarjakin - SwidlerMamedyarov - TopalovAnand - AronianMeine Prognose:1. Aronian2. Kramnik3. Karjakin4. Topalov5. Swidler6. Mamedyarov7. Anand8. Andreikin

Beitrag von DailyChess

Es hängt bei Aronian lediglich von den Nerven ab. Der Mann zeigte diesbezüglich in den letzten Jahren immer wieder große Schwächen (Kazan). Kramnik traue ich am meisten zu, solange er seine Motivation von London abrufen kann.

Beitrag von zugzwang

Das Turnier wird anders als Mannheim 1914 beendet und niemand wird interniert.Okay, Japs-Ammie Naka ist auch nicht vor Ort und kein Ukrainer dabei.

Beitrag von Kiffing

Das Kandidaternturnier in Chanty-Mansijsk ist mit einer faustdicken Überraschung gestartet. Der entthronte Weltmeister Vishy Anand will es offenbar noch einmal wissen und schlug niemand geringeren als den Turnierfavoriten Lewon Aronian!Vishy Anand wählte in einem geschlossenen Spanier zwar ein Anti-Marshallsystem mit 8. h3. Wenig später kam es aber doch zu dem Bauernopfer Aronians. Der Tiger aus Tamil Nadu ließ sich davon aber nicht beeindrucken und opferte den Bauern zum rechten Zeitpunkt zurück, so daß Anand eine kluge Abwicklung mit leichten Vorteilen im Endspiel gelang, da er über den Vorteil des Läuferpaars und der besseren Bauernstruktur verfügte. Anands Vorteilverwertung war dabei sehr lehrreich. Anand überließ den beiden Türmen des Armeniers die e-Linie, da dieser ohnehin kein Feld zum Einsickern besaß und besetzte dafür mit einem Turmlift die b-Linie, mit der er im Gegensatz zu Aronian und „seiner“ e-Linie durchaus etwas anzufangen wußte. Unterstützt vom Läufer setzte Anand mit seinen beiden Türmen nun die geschwächten Bauern Aronians auf dem Damenflügel unter Druck, die Aronian mit allen Mitteln zu retten versuchte, nach einem wilden taktischen Schlagabtausch aber nur eine Figur einbüßte. Die übrigen Partien endeten mit einem Remis. [Event "World Chess Championship Candidates"][Site "1:17:33-0:45:33"][Date "2014.03.13"][EventDate "2014.03.12"][Round "1"][Result "1-0"][White "Anand"][Black "Aronian"][ECO "C88"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Be7 6.Re1 b5 7.Bb3 O-O 8.h3 Bb7 9.d3 d5 10.exd5 Nxd5 11.Nbd2 Qd7 12.Nxe5 Nxe5 13.Rxe5 Nf6 14.Re1 Rae8 15.Nf3 Bd6 16.Be3 Re7 17.d4 Rfe8 18.c3 h6 19.Ne5 Bxe5 20.dxe5 Rxe5 21.Qxd7 Nxd7 22.Red1 Nf6 23.c4 c6 24.Rac1 R5e7 25.a4 bxc4 26.Bxc4 Nd5 27.Bc5 Re4 28.f3 R4e5 29.Kf2 Bc8 30.Bf1 R5e6 31.Rd3 Nf4 32.Rb3 Rd8 33.Be3 Nd5 34.Bd2 Nf6 35.Ba5 Rde8 36.Rb6 Re5 37.Bc3 Nd5 38.Bxe5 Nxb6 39.Bd4 Nxa4 40.Rxc6 Rd8 41.Rc4 Bd7 42.b3 Bb5 43.Rb4 Nb2 44.Bxb5 axb5 45.Ke3 Re8+ 46.Kd2 Rd8 47.Kc3 1-0@zugzwang: man sollte den Tag nicht vor den Abend loben. ;)PS.: Partien in dem Beitrag und meinen zukünftigen Beiträgen in diesem Thread allesamt von [Hier befand sich ein Link auf die Seite "www.chessgames.html". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "www.chessgames.com" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.].

Beitrag von zugzwang

Vishys Gewinnpartie war aber nicht die einzig interessante Partie heute.Über Andreikin-Krasmnik wurde wegen des schnellen Remis in den Chats mal wieder kräftig gemeckert. Natürlich waren beide auf dieses Abspiel heute bestens vorbereitet, wie der zeitverbrauch verdeutlicht. Dadurch kommt auch wieder auf, ob etwas abgesprochen sein könnte.Da ich den Vorgänger von Kramnikselbst aber nicht kannte, kann ich nur sagen, daß diese schnell gespielte Partie für den Amateur durchaus spannend und inhaltsreich war. Ich habe jedenfalls mehrfach beim Durchklicken ganz schön gestaunt, was da auf dem Brett stand. Okay, war wohl schon bekannt ... Trotzdem.Topalov ist anscheinend knapp entkommen. Ohne ein kleines Übersehen von Shaq-Attack ONeal - nein es ist doch olle Mamed... - wäre der Geheimfavorit auch fehlgestartet.Auf Big Pete Svidler habe ich zwischendurch keine Pfifferling mehr gesetzt. so eine Stellung strebt man gegen Karjakin bestimmt nicht an, dachte ich. Der schwarze wird zertrümmert. Nicht daß ich dazu eine konkrete Idee gehabt hätte, doch kann ich ja auf Karjakin verlassen, der für mich die weißen Steine führte. Dieser zögerte jedoch bei leicht schwindender Zeit irgendwie und auf einmal sah Ängie Big Pete aus dem Gröbsten raus. Sicherlich eine Stellung, die später im Turnier, wenn die Leute warmgespielt sind und um den Turnierstand wissen, nicht im in der Partie gewählten Dauerschach geendet wäre.Vishys Gewinn ist ein kleines Mysterium. Ich habe seine Stellung erst gesehen, als er schon stolzer L-Paarverwalter und Levon Aronjan unglücklicher Splitterbauernbesitzer mit Großbauer Lb7 und wenig Zeit war. Die Partie war (vor)entschieden. Das sagte Ängie, doch war es auch auf dem Brett deutlich. Das läßt sich ein Weltklassspieler nicht mehr nehmen und so kam es auch.Die Frage, ob Vishy einbricht oder Levon unverhofft noch zaubert, wurde mit klarem Nein beantwortet. Wo war der Fehlerdes Armeniers? Taugt die ganze Variante nichts. Vishys Spiel auf Läuferpaar bei Bauernrückgabe war glasklar. Es entstand eine Stellung, die man auf diesem Niveau doch eher vermeidet, weil es ein Spiel auf 2 Ergebnisse mit langem Leiden für den Halben versprach.Mal sehen, welche Stelle die Profis ausmachen, an der mein Wunschgegner für Carlsen sich verknackste.Jetzt wird es für den Favoriten noch schwerer. Die Strecke ist aber noch lang.Für Vishy freut es mich, daß er nicht den Bettvorleger spielt. Aronjan, nicht gerade sein Lieblingsgegner trotz Wijk 2013, war gerade für den Ex-WM ein sehr unangenehmer Auftakt.

Beitrag von Kiffing

Das Kandidatenturnier in Chanty-Mansijsk kommt in Schwung. Mit Lewon Aronian, Peter Swidler und Wladimir Kramnik konnten sich heute gleich drei Spieler in die Siegerliste eintragen. Die drei Spieler gewannen mit Weiß.Lewon Aronian konnte dabei mit seinem Sieg gegen Shakhriyar Mamedyarov seine Scharte vom Vortage auswetzen und bleibt im Geschäft. Besonders bemerkenswert ist der frühe Reinfall von Mamedyarov, der auf diesem Niveau untypisch ist. In einer normalen Hauptvariante im Damengambit hatte Aronian mit 7. Sd2 einen eher seltenen, aber ehrgeizigen Pfad eingeschlagen. Aronjan untermauerte mit dieser Nebenvariante seine Ambitionen am Königsflügel und griff Mamedyarov mit seinem f-Bauern an. Das reichte auch schon zum Sieg, denn bereits im 13. (!) Zug übersah Mamedyarov eine in der Stellung verborgene Raffinesse. Seine Dame ist nun eingesperrt, was sich Aronian taktisch zunutze machen konnte, um diese zu fangen. Aronian verwertete in der Folge seinen materiellen Vorteil, ließ aber mit 37. Txg7+!! eine Kombination aus, die demnächst in Taktikbüchern zur Aufgabe gestellt werden könnte. Nach 37. ...Kxg7 38. Dh5 ist ...Tf8 wegen akuter Mattgefahr erzwungen, wonach der e-Freibauer das Rennen macht: 39. Lxd5 cxd5 40. Dg6+ Kh8 41. Dxh6+ Kg8 42. e7 Tde8 43. exf8+D +-. Wahrscheinlich wollte Aronian, der ohnehin klar auf Gewinn stand, nichts mehr riskieren und wählte deshalb den weniger verwickelten technischen Weg.Hochinteressant war ebenfalls der Sieg von Wladimir Kramnik gegen Sergei Karjakin. Beide Spieler sind als Künstler für ihre gehobene Spielkultur bekannt, und so mußte Wladimir Kramnik etwas ganz Besonderes bieten, um seinen neuen Landsmann zu schlagen, der wegen des extremen Abbaus der staatlichen Schach-Förderung in der Ukraine seine Nationalität zugunsten Rußlands gewechselt hatte, eine wegen der aktuellen Krim-Krise interessante Entscheidung. Mit dem tiefen 18. Ta5 aktivierte Kramnik mittels Turmlift seinen Turm, der auf c5 einen dankbaren Standort fand, um mit c5 ein Bauernopfer zu provozieren. Tatsächlich mußte der Bauer genommen werden, da sonst der weiße Druck am Damenflügel, wohin Kramnik rochiert hatte, gefährlich anschwillt. Das tat er aber auch so, denn nach dem Bauernopfer waren nun beide weißen Türme vortrefflich gegen den gegnerischen König postiert. Mit einem Qualitätsopfer auf c6 aktivierte Kramnik seinen Springer und zersplitterte die schwarze Bauernfestung. Schwarz hat bereits zu viele Schwächen, so daß Karjakin nach und nach dem Druck des Gegners erlag und nun rasch überspielt werden konnte. Ein überaus schöner Sieg von Künstler Kramnik!Auch bei Peter Swidler setzte sich Nachhaltigkeit gegen Dmitri Andreikin durch. Swidler, der gegen die Kalashnikov-Verteidigung mit starkem Zentralspiel auftrat, provozierte seinen Gegner in dieser für ihn unangenehmen Stellung früh zu diversen Ungenauigkeiten. Nach 16. ...Lxe5 17. dxe5 Se7 ist es für Weiß schwer bis unmöglich, irgendeinen Vorteil nachzuweisen. Andreikins Sprengung 16. ...b5?! war aber voreilig, denn nun konnte sich Weiß mit einem Damenschwenk zum Königsflügel die Vorteile von Stellungen mit starkem Zentrum augenblicklich zunutze machen, der nach einer taktischen Abwicklung auf dem Königsflügel bereits eine Schwächung Andreikins erzwang. Ebenso voreilig war das verwegene 22. ...Ld3? Andreikin spekulierte offenbar auf 23. Lxd3 cxd3 24. Txd3? Sxb4, hatte aber mit 24. Sf5! einen unauffällig scheinenden Zug übersehen, der wesentlich stärker ist als er im ersten Moment aussieht. Tatsächlich gewann Weiß nun forciert einen Bauern, da sein Gegner diesen opfern mußte, um angesichts der Drohung Txc6! Figurenverlust zu vermeiden. Andreikin setzte nun mit seinen beiden weit vorgerückten verbundenen zentralen Freibauern alles auf eine Karte, doch hatte Swidler zwischenzeitlich soviel an Material eingesammelt, daß er sich das blockierende Turmopfer 28. Tcc1! leisten konnte. Ansonsten verteidigte Vishy Anand gegen seinen früheren WM-Gegner Topalov erfolgreich ein klassisches Turmendspiel mit vier gegen drei Bauern an einem Flügel und konnte die Partie dadurch Remis halten.Morgen geht es weiter mit:Andreikin – KarjakinSwidler – KramnikTopalov – AronianMamedyarov - Anand[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.14"][EventDate "2014.03.13"][Round "2.1"][Result "1-0"][White "Levon Aronian"][Black "Shakhriyar Mamedyarov"][ECO "D38"][WhiteElo "2830"][BlackElo "2757"][PlyCount "88"]1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 d5 4. Nc3 Bb4 5. Bg5 Nbd7 6. cxd5 exd5 7. Nd2 c68. e3 Nf8 9. Bd3 Ng6 10. O-O O-O 11. f4 h6 12. Bxf6 Qxf6 13. f5 Ne7 14.Nde4 dxe4 15. Nxe4 Qh4 16. g3 Qh3 17. Nf2 Qxf1+ 18. Kxf1 Nxf5 19. Qf3 Nd620. e4 f6 21. Bc2 Be6 22. Nd3 Nc4 23. Kg1 Bd6 24. Nf4 Bxf4 25. gxf4 Rad826. f5 Bf7 27. Qc3 Rfe8 28. Bd3 Nb6 29. a4 a6 30. a5 Nc8 31. e5 Ne7 32. e6Bh5 33. Be4 Nd5 34. Qh3 Be2 35. Kf2 Bb5 36. Rg1 Kh7 37. Qa3 Bc4 38. Rg4 Bb539. Rg1 Bc4 40. Rc1 Bb5 41. Bf3 Nf4 42. Rd1 Kh8 43. d5 Nxd5 44. Bh5 1-0[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.14"][EventDate "2014.03.13"][Round "2.3"][Result "1-0"][White "Peter Svidler"][Black "Dmitry Andreikin"][ECO "B32"][WhiteElo "2758"][BlackElo "2709"][PlyCount "62"]1. e4 c5 2. Nf3 Nc6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 e5 5. Nb5 d6 6. c4 Be7 7. N1c3 a6 8.Na3 Be6 9. Be2 Bg5 10. Nc2 Bxc1 11. Rxc1 Qg5 12. O-O Rd8 13. b4 Nf6 14. Qd3O-O 15. Rfd1 Rc8 16. Nd5 b5 17. Qg3 Qxg3 18. Nxf6+ gxf6 19. hxg3 bxc4 20.f4 f5 21. exf5 Bxf5 22. Ne3 Bd3 23. Bxd3 cxd3 24. Nf5 e4 25. Nxd6 e3 26.Nxc8 d2 27. Rxc6 e2 28. Rcc1 exd1=R+ 29. Rxd1 Rxc8 30. Rxd2 Rc3 31. Rd5 1-0[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.14"][EventDate "2014.03.13"][Round "2.4"][Result "1-0"][White "Vladimir Kramnik"][Black "Sergey Karjakin"][ECO "D20"][WhiteElo "2787"][BlackElo "2766"][PlyCount "78"]1. d4 d5 2. c4 dxc4 3. e4 Nf6 4. e5 Nd5 5. Bxc4 Nb6 6. Bd3 Nc6 7. Be3 Nb48. Be4 f5 9. a3 fxe4 10. axb4 e6 11. Nc3 Bxb4 12. Qh5+ g6 13. Qg4 Bxc3+ 14.bxc3 Qd5 15. Ne2 Bd7 16. O-O Qc4 17. Ng3 Bc6 18. Ra5 O-O-O 19. Rc5 Qb3 20.c4 Kb8 21. Qxe6 Rde8 22. Qh3 Nxc4 23. Rxc6 bxc6 24. Nxe4 Nb6 25. Nc5 Qd526. Rc1 Ka8 27. Na6 Kb7 28. Nb4 Qf7 29. Qg4 Nd5 30. Nxc6 Re6 31. Na5+ Ka832. Qe4 Rb6 33. g4 h5 34. Rc5 Rd8 35. Nc6 Rxc6 36. Rxc6 hxg4 37. Rf6 Qh738. Bg5 Qg8 39. Rxg6 1-0

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=Kiffing;21898]...Aronian verwertete in der Folge seinen materiellen Vorteil, ließ aber mit 37. Txg7+!! eine Kombination aus, die demnächst in Taktikbüchern zur Aufgabe gestellt werden könnte. Nach 37. ...Kxg7 38. Dh5 ist ...Tf8 wegen akuter Mattgefahr erzwungen, wonach der e-Freibauer das Rennen macht: 39. Lxd5 cxd5 40. Dg6+ Kh8 41. Dxh6+ Kg8 42. e7 Tde8 43. exf8+D +-. Wahrscheinlich wollte Aronian, der ohnehin klar auf Gewinn stand, nichts mehr riskieren und wählte deshalb den weniger verwickelten technischen Weg...[/QUOTE]Aronjan hat für die Verwertungsphase mehr Zeit verbraucht, als es bei ihm üblich ist, wenn Stellung und Selbstbewußtsein stimmt.Er muß weiterhin erst ins Turnier finden, wofür der heutige Sieg enorm wichtig ist und ihm hoffentlich Sicherheit zurückgibt.Die Partie Kramnik-karjakin stellt einen Höhepunkt dieses Turniers jetzt schon dar.von Kramnik sind mir nur "klassische" QGA-Partien in Erinnerung. Gegen die gewisse Überraschund seitens Karjakin, sich nicht Katalanisch, Dameninisch und vllt. Nimzoindisch (falls Vlad das anbietet) testen zu lassen, spielt Kramnik 3. e4 mit anscheinend neuen Erkenntnissen in der Hinterhand. Den Angriff spielt er kraftvoll-energisch, erinnert an Kasparovs Angriffe aus gelungener Eröffnungswahl.Trotzdem hat sich Karjakin lange zäh verteidigt.Bei Topa-Anand stand, glaube ich, das Thema aus Vishys WM-Kampf gegen Gelfy wieder auf dem Programm. Auch damals gelang es nicht Vorteil aus dem schwarzen Bauernopfer zu ziehen. Vishy war lange in der geprüften Vorbereitung und es war ausm einer sicht schon krass, daß "Ängie" volle Kompensation für den Bauern anzeigte (Bewertung 0) und erst dann zu Topa umschwenkte, als klar wurde, daß Vishy eigentlich sämtliche Problemchen am Damenflügel beseitigte und das auf diesem Niveau bekannte und sichere Endspiel bequem erreichen wird. Topa hatte an keiner erkennbaren Stelle eine Chance, Schwarz an h7-h5 mit optimaler Verteidungsaufstellung zu hindern.Eine Belebung dieser Variante aus weißer Sicht mit realen Gewinnaussichten war diese Partie nicht. In Nachteil konnte Weiß allerdings auch nur geraten, wenn er das leicht vorteilhafte Endspiel ausschlägt und zuviel versucht.Svidler-Andreikin gibt ein Lob für die risikobereite Eröffnungswahl von Andreikin.Dieser ist für mich imer noch ein unbeschriebenes Blatt, kenne kaum Partien von ihm und weiß gar nicht, was er im Repertoire hat.

Beitrag von Kiffing

Vorgestern hatte Vishy Anand wieder für Furore gesorgt und als einziger an diesem Tag sein Spiel gewonnen. Er bezwang mit Schwarz den formschwachen Shakhriyar Mamedyarov und lag damit mit nach Abschluß des ersten Blockes mit 2,5 Punkten in Führung. Sein Gegner trug nun mit nur einem halben Zähler die rote Laterne.Vishy Anand zeigte an diesem Tag erneut ganz großes Schach. Mit aktivem Druckspiel stand er von Beginn an leicht besser und war jederzeit bereit für Scharmützel. Als der Druck immer stärker zunahm, patzte Mamedyarov mit 26. Tf1?? Der Aseri vertraute darauf, 26. ...Sg4 mit 27. Dc2 parieren zu können. Er übersah allerdings die Kombination 27. ...c5!!, die sich nach dem erzwungenen Schlagzug die Fesselung der weißen Figur auf c5 zunutze macht. Da mit der Dc2 ein weiterer potentieller Verteidiger von c5 wegen Bindung an h2 ausfällt, ging so eine ganze Figur über den Jordan. Nach 31. Kh1?? Sf2+!! verlor Weiß schließlich noch viel mehr. Den effektvollen Schluß ließ sich Mamedyarov schon nicht mehr zeigen. Ein schöner Sieg mit leichter Hand von Vishy Anand!Weselin Topalov versuchte es gegen Lewon Aronian in einem geschlossenen Spanier mit frühem a4 und hatte mit Läuferpaar und aktiver Stellung einige Ansatzpunkte für sein Spiel. Erst schien es, als könne Aronian dem Druck standhalten. Er patzte aber im 23. Zug, als er eine Kombination des Bulgaren übersah und kam nun in die Bredouille. Mit etwas Glück und viel Geschick konnte sich Aronian aus der Situation befreien. Durch aktive Verteidigung rund um seinen Freibauern auf der d-Linie zwang er Topalov ins Dauerschach. Beide Spieler mußten in kompliziertesten Stellungen gedankliche Höchstleistungen vollbringen. Aronian wird froh sein, diese Situation überstanden zu haben. Eine zweite frühe Niederlage wäre für ihn wohl des Guten zuviel gewesen. Peter Swidler hingegen versuchte es gegen Wladimir Kramnik mit dem Engländer, wogegen Kramnik die Igel-Struktur wählte. Swidler versuchte in der Folge, den Igel mit 22. e5 und 25. c5 zu sprengen und verblieb nach den Verwicklungen mit einem starken Freibauern auf d6. Als Swidler später seinen Trumpf gegen dynamische Vorteile eintauschte, schien es auch um Wladimir Kramnik schlecht bestellt. Doch Kramnik parierte alle Drohungen wie 45. e5 (45. ...Dxe5 46. Dxe5 fxe5 47. Txf8+ Kxf8 48. Lb4 +/-) und gxf5 und zog taktisch den gefährlichen weißen verbundenen Freibauern den Zahn. Auch er entkam ins Dauerschach. Die Partie Andreikin gegen Karjakin verlief unspektakulär.[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.15"][EventDate "2014.03.13"][Round "3.4"][Result "0-1"][White "Shakhriyar Mamedyarov"][Black "Viswanathan Anand"][ECO "D11"][WhiteElo "2757"][BlackElo "2770"][PlyCount "62"]1. d4 d5 2. c4 c6 3. Nf3 Nf6 4. Qc2 dxc4 5. Qxc4 Bg4 6. Nbd2 Nbd7 7. g3 e68. Bg2 Be7 9. Ne5 Bh5 10. Nxd7 Nxd7 11. O-O O-O 12. Nb3 a5 13. a4 Bb4 14.e4 e5 15. Be3 exd4 16. Bxd4 Kh8 17. e5 Re8 18. f4 f6 19. exf6 Nxf6 20. Bf3Bxf3 21. Rxf3 Re4 22. Re3 Rxe3 23. Bxe3 Qe8 24. Bb6 Qh5 25. Bd4 Re8 26. Rf1Ng4 27. Qc2 c5 28. Nxc5 Rc8 29. Rd1 Bxc5 30. Bxc5 h6 31. Kh1 0-1[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "0:24:33-0:23:33"][Date "2014.03.15"][EventDate "2014.03.12"][Round "3"][Result "1/2-1/2"][White "Svidler"][Black "Kramnik"][ECO "A35"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.c4 c5 2.Nf3 Nf6 3.Nc3 Nc6 4.g3 g6 5.d4 cxd4 6.Nxd4 Bg7 7.Bg2 O-O 8.O-O Nxd4 9.Qxd4 d6 10.Qd3 Be6 11.Bd2 Qc8 12.b3 Bh3 13.Rac1 Bxg2 14.Kxg2 Qc6+ 15.f3 e6 16.Rfd1 Rad8 17.Bf4 Rd7 18.Qe3 b6 19.Rd3 Rc8 20.Qd2 Ne8 21.e4 a6 22.e5 h6 23.h4 Rcd8 24.Rd1 b5 25.c5 Qxc5 26.Ne4 Qb6 27.Nxd6 Bf8 28.h5 Nxd6 29.exd6 g5 30.Be5 Rc8 31.Rc1 Rxc1 32.Qxc1 Qb7 33.g4 b4 34.Qc4 Bg7 35.Bg3 Qb5 36.Be1 Qe5 37.Bg3 Qe2+ 38.Bf2 Bf8 39.Qxa6 e5 40.Qc4 Qxa2 41.Qc6 e4 42.fxe4 Qe2 43.Rf3 Rxd6 44.Qe8 f6 45.e5 f5 46.gxf5 Rf6 47.Kg3 Qe4 48.Bc5 Qe1+ 49.Bf2 Qe4 50.Bc5 Qe1+ 51.Bf2 1/2-1/2[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.15"][EventDate "2014.03.13"][Round "3.1"][Result "1/2-1/2"][White "Veselin Topalov"][Black "Levon Aronian"][ECO "C88"][WhiteElo "2785"][BlackElo "2830"][PlyCount "70"]1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 Nf6 5. O-O Be7 6. Re1 b5 7. Bb3 O-O 8.a4 b4 9. d4 d6 10. dxe5 dxe5 11. Nbd2 Bc5 12. h3 Bb7 13. Qe2 Nd4 14. Nxd4Bxd4 15. Bc4 a5 16. Bd3 Nd7 17. Nf3 Nc5 18. Nxd4 exd4 19. Bf4 Re8 20. Qh5Qe7 21. Bb5 c6 22. Bc4 Ba6 23. Bd6 Qxd6 24. Bxf7+ Kf8 25. e5 Qd7 26. e6Nxe6 27. Bxe8 Rxe8 28. Qxh7 Qd5 29. f4 d3 30. f5 d2 31. Qh8+ Kf7 32. Qh5+Kf8 33. Qh8+ Kf7 34. Qh5+ Kf8 35. Qh8+ Heute ging es nach dem gestrigen Ruhetag weiter mit Runde 4, und es war zu spüren, daß Mamedyarov aus dem vermasselten ersten Block die richtigen Lehren gezogen hatte. Der [URL="http://www.schachburg.de/threads/305-Anzugszwang-f%FCr-Schachspieler-droht/page2?p=21907&viewfull=1#post21907"]Dresscode-Rebell[/URL] erspielte sich im Laufe der Partie gegen Dmitri Andreikin zwei Ansatzpunkte; sein Gegner war auf dem Königsflügel geschwächt, so daß sein König unsicher stand. Zudem hatte Mamedyarov auf c6 einen starken Freibauern behaupten können. Hier konnte Mamedyarov seine Stärken ausspielen und Andreikin mit kreativem Angriffsspiel ausmanövrieren.Der zweite Sieger des heutigen Tages war Lewon Aronian, der sich gegen Peter Swidler behaupten konnte. Gegen Swidlers Grünfeldinder opferte der Armenier den Ba2, was sehr verpflichtend war, da Schwarz zwei verbundene entfernte Freibauern auf a7 und b7 besitzt, was sich auszahlen wird, sollte die Position verflachen. Doch Aronians Mut wurde belohnt. Im 22. Zug fand er mit 22. Lxf7+! eine Kombination, durch die er die königliche Festung des Gegners sprengen konnte. Der in der Mitte verbliebene schwarze König war nun für Swidler ständiges Sorgenkind. Zudem liefen die weißen verbundenen Freibauern auf d5 und e5 nun geradewegs auf ihn zu. In dieser Not opferte Swidler seine Mehrfigur für den Damentausch zurück, um den Druck des Gegners ein wenig zu drosseln. Doch blieb der Druck danach stark genug, um den Gegner später zur Aufgabe zu zwingen. Diese Partie stellt einen Höhepunkt des Turniers dar.Ansonsten vollzogen die „alten Bekannten“ Anand und Kramnik ein „Gentleman-Agreement“, während Sergei Karjakin im Engländer gegen Veselin Topalov nichts herausholen konnte. Der spektakuläre Turmzug 26. ...Td4!? war der Höhepunkt der Partie. Karjakin bleibt in diesem Turnier bislang ungewohnt blaß. [Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.17"][EventDate "2014.03.13"][Round "4.1"][Result "1-0"][White "Shakhriyar Mamedyarov"][Black "Dmitry Andreikin"][ECO "D45"][WhiteElo "2757"][BlackElo "2709"][PlyCount "84"]1. d4 d5 2. c4 c6 3. Nc3 Nf6 4. e3 a6 5. Nf3 e6 6. a3 Nbd7 7. Qc2 Qc7 8. e4dxe4 9. Nxe4 c5 10. Nxf6+ Nxf6 11. dxc5 a5 12. g3 Bxc5 13. Bg2 O-O 14. O-Oe5 15. Bg5 Ra6 16. Rae1 Re8 17. Qc3 h6 18. Bxf6 gxf6 19. b4 Bf8 20. Nh4axb4 21. axb4 Be6 22. c5 b6 23. c6 Ra4 24. Rb1 Rd8 25. Qf3 Rd4 26. Nf5Rdxb4 27. Rxb4 Rxb4 28. Qh5 Kh7 29. Rd1 Qc8 30. Ne3 f5 31. Bd5 f4 32. Nc2Ra4 33. Qxe5 Bg7 34. Be4+ Kg8 35. Qxf4 f5 36. c7 Rxe4 37. Rd8+ Kf7 38. Qd6Qa6 39. Rd7+ Kg6 40. Qc6 Qc8 41. Rd8 Rc4 42. Qxc4 1-0[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.17"][EventDate "2014.03.13"][Round "4.4"][Result "1-0"][White "Levon Aronian"][Black "Peter Svidler"][ECO "D85"][WhiteElo "2830"][BlackElo "2758"][PlyCount "114"]1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 d5 4. Nf3 Bg7 5. cxd5 Nxd5 6. e4 Nxc3 7. bxc3 c58. Rb1 O-O 9. Be2 cxd4 10. cxd4 Qa5+ 11. Bd2 Qxa2 12. O-O b6 13. Qc1 Bb714. Bc4 Qa4 15. Bb5 Qa2 16. Re1 Rc8 17. Qd1 Qc2 18. Qe2 Nc6 19. Bd3 Qa2 20.Bc4 Qa4 21. Bb3 Qa3 22. Bxf7+ Kxf7 23. Qc4+ e6 24. Ng5+ Ke8 25. Nxe6 Qe726. Nxg7+ Qxg7 27. Bc3 Nd8 28. Qb3 Rc7 29. Ba1 Rac8 30. d5 Qd7 31. Qb2 Qe732. Rbd1 Nf7 33. e5 Rc2 34. Qb5+ Qd7 35. Qxd7+ Kxd7 36. e6+ Kd6 37. exf7Rf8 38. Re6+ Kd7 39. Rf6 Re2 40. f4 Re7 41. Be5 Rexf7 42. Rd6+ Ke8 43. Re1Re7 44. Rc1 Rff7 45. Bf6 Rd7 46. Re6+ Kf8 47. d6 Kg8 48. h4 Rf8 49. Bg5 Kf750. Rce1 Bc6 51. h5 a5 52. Re7+ Kg8 53. hxg6 hxg6 54. R1e6 Rf7 55. Rxg6+Kh7 56. Rh6+ Kg7 57. Ree6 1-0

Beitrag von zugzwang

Das Kandidatenturnier in Khanty sollte man dringend boykottieren und scharf sanktionieren.In jeder Runde aggressive Provokationen und kritische Eskalationen, die beide Seiten in unklare Verhältnisse abstürzen lassen. Die Folgen für die Schachwelt sind kaum zu übersehen.Zwar finden sich die Gegner ab und zu am Verhandlungstisch mit Mikrofon und Livebild wieder und schließen kurz Waffenstillstand (noch mit der Aussicht auf Revanche), doch scheinen weitere Machtansprüche und Eroberungen in den Folgerunden nicht ausgeschlossen. Insbesondere die weiße Seite schlägt aktuell scharf zu und nur gut ausgerüstete und wachsame Schwarze können sich dem Einfall der Weißen tapfer und erfolgreich entgegenstellen.Erfreulich ist dagegen, daß beide Seiten den internationalen Beobachtern nach den Kampfaktionen gewissen Einblick in ihre Strategien und Absichten geben. Andererseits wird auch hier manches versteckt gehalten und Gegner sowie Weltöffentlichkeit über Ziele und Manöver im Unklaren gelassen.Angesichts des großen russischen Aufmarschs mit 4 Akteuren machen sich besonders SchEU, SchOECD, SchNATO Sorgen, ob der russische Schach- nein Machthunger schon allein mit der Besetzung des 1. Kandidatenplatzes in diesem Turnier gestillt wäre oder ob die Russen anschließend die norwestliche Schachburg in einem beispiellosen Eroberungszug zu schleifen gedenken.Erstaunlicherweise verzichtet der us-amerikanische Schachkampfverband bisher auf die Entsendung ihrer Naka-Drohne. Es wäre zwar gegen das Schachvölkerrecht die Naka-Drohne ins Turnier hereinplatzen zu lassen, weil er/sie/es nicht das Startrecht (geschweige denn Überflugsrecht) für diesen weit entfernt liegenden Wettkampf besitzt. In zähen Vorverhandlungen war dieses juristisch korrekt verlorengegangen. Ein fehlendes Startrecht hat den us-amerikanischen Verband nicht immer daran gehindert, doch etwas fliegen zu lassen. Immerhin ist man erster und von Caissa ausgewähler Bewahrer (America first!) von Freiheit, Demokratie und Frieden in der Schachwelt.Erstaunlicherweise kommt die Restwelt, wenn auch nicht unbedingt Westwelt zu nennen, bisher ganz gut gegen die russische Dampfwalze und Übermacht zurecht. Freiheitskämpfer aus Indien, Bulgarien, Armenien und Aserbaidschan halten dagegen. Alles Vertreter aus Ländern, die in relativer Nähe zum russischen Schachreich stehen und bereits früher intensive Kampferfahrungen mit und gegen die Russen hatten.Angesichts dieser Vorgeschichte und des Eindringens - allerdings auf Einladung über sportliche Qualifikation - dieser Schachkämpfer ins schachrussische Herrschaftsgebiet von Khanty waren größere Verluste zu erwarten, als bisher zutage treten. Die Restwelt siegte heute mit 3:1. Ein noch recht junger "Ukraino-Russe", der vor einigen Jahren in freier Wahl den Anschluß an den russischen Schachverband suchte, hält sich derzeit im Schachkampf noch im Hintergrund, vielleicht weil er Gegenstand bzw. Auslöser einer schachlichen Weltkrise sein könnte.Von ihm selbst hört man bisher keine Vorwürfe gegenüber den ihn annektrainierenden russischen Betreuern. Auch sendet er selbst keine Signale der Unterstützung an die freie Schachwelt. Die kommen allenfalls prophylaktisch aus der Schachnation, für die er schon Olympiasieger wurde.Trotzdem kann es passieren, daß eine westliche Experten-Trainer-Gruppe mit Silberfuchs Frank-Fighter Steinmaijer* als Versprecher etwas ungefragt, vielleicht nicht ganz uneigennützig und recht werbewirksam Analysen und Eröffnungscare-Pakete an den Ukraino-Russen schicken wird.Gleichzeitig wird gedroht, den übrigen Russen womöglich das Schach-Know-How zu sperren und ihnen insbesondere Analyseaufenthalte bei westlichen Elekronenhirnen zu untersagen. In schachlich-logischer Tataufklärung wurde festgestellt, daß gerade diese 3 Russen es sind, die das ungezügelte Machtstreben des russischen Schachverbandszaren unterstützen. Was aus dem Ukraino-Russen wird, ist offen und ungeklärt. Vielleicht muß er in einer nächsten Sanktionsstufe auch um sein Schach-Visum fürchten. Insbesondere wenn er sich trotz Rückstand doch noch nach vorne an die Spitze spielt und man entdeckt, daß er ganz offen für eine russische Firma Reklame läuft. Unklar bleibt auch, wie die SchEU die restukrainischen Kandidaten - also die sog. Ponojanovchuckies - künftig im Schachkampf gegen Russija ausrüsten und unterstützen wird.Bleibt es bei großen Tönen oder benutzt man sie als vorgeschobenes Mittel zum Zweck, um nachher doch mit Carl Nakaruana die vom Kampf ausgelaugten russischen Aggressoren schachlich zu zerstören und ihre Analysen und Forschungen in Besitz zu nehmen?Und wie sieht es mit der Einbeziehung der asiatischen Schachkämpfer aus? Dürfen Frank-Fighter Steinmaijer und Co die Heerscharen der chinesischen Schachkämpfer so ungefragt übergehen? Wer sorgt dafür, daß die indischen Naturtalente mit dem weisen alten Anführer Vishgandhy in Frieden ihrem trotzdem kriegerischen Spiel nachgehen dürfen?Derzeit ist noch nichts entschieden und die zukünftigen Entwicklungen sind nur schwer voraussehbar.Vereinzelte Schachregelpuristen fordern jedenfalls, daß Frank-Fighter Steinmaijer und Co ihre Deeskalationsforderungen gegenüber Russland nicht mit vergaloppierten Springerhüpfern penetrant über die Mittellinie verknüpfen, alte Schachanalysen verfälschen und neue fehlerhafte entgegen jeglichem Schachverstand in die Schachwelt setzen. Diesen Leuten sind die offenkundigen Löcher in den Analysen und Varianten von Silberfuchs Frank-Fighter & Co. ein Brechmittel und sie fragen sich, ob es nichtobjektiver und weniger von der eigenen Stellung geblendet geht.Eine Blick zurück in west-östliche Schachgeschichte zeigt:Keine Steinmaus bzw . Steinlaus - [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Steinlaus[/url] -wurde aus ihrem westlichen Betonbunker gelockt, als 1972 in beispiellosem Blitzschach die Schachinsel Island vom US-Ammie Bobby Zischer im Handstreich besetzt und der Schachtitel dem westlichen Kulturkreis wieder einverleibt wurde. Der große Boris Spuckspatzky - halbdemokratischer schowjetischer Schachpräsident - wurde durch hartnäckige Demonstrationen und schachstreichartige Angriffe entmachtet.Dabei hatte der Westen den Titel in Verhandlungen von 1948 nahezu freiwillig an die Schowjets (Schach-Sowjets) abgetreten.Ihr Vertreter Fine machte erst gar keine Ansprüche irgendwelcher Art geltend und "Max Rzeczewski" ließ(en) sich über den Schachtisch ziehen.Ernsthafte Rückgabeansprüche wurden jahrzehntelang nicht erhoben.Nur ein einzelnes Schachwunderkind monierte ab 1962 die Bevorzugung der russischen Schacharistokratie und mahnte freie und offene Titelwahlkämpfe an.Relativ unbeachtet blieb, daß das Wunderkind und seine ihn unterstützende Organisation 1972 gegen einige Bestimmungen der schachlichen Landkriegsordnung beim Handstreich auf den Titel verstießen. Und das obwohl im Schachvölkerrecht gravierende Verbesserungen durchverhandelt und umgesetzt waren. Zunächst trat der nicht qualifizierte Zischer als Ersatz für einen eigentlich qualifizierten Schachflüchtling aus Ungarn an. Ob dieser Platz irgendwie verkauft bzw. vom US-Verband gekauft wurde, ist bis heute unklar. Jedenfalls verkauften die westlichen Schachfunktionäre der Schachwelt diesen kleinen Kunstgriff erfolgreich als schachlichen Freiheitskampf, bei dem die gute Seite eben den ein oder anderen Kniff anwenden dürfe.Die Flexibilität des Schach-Völkerrechts muß immer dem guten Schach dienen und darf nicht der bösen Schachaggression und seiner Diktarur sowie dessen Erhalt dienen.Die Schowjets (= Vor- und Nachfahren der russischen Schachschule zugleich) verließen sich damals etwas blauäugig auf Zusagen des Westens. Westliche Spieler versprachen damals schachlich mit wenigen Ausnahmen recht wenig und stellten keine wirkliche Bedrohung für das schowjetische Schachreich und seiner Einwohner dar. Die Schowjets und ihre rechtsnachfolgenden Russen interpretieren diese nicht eingehaltene, nur begrenzte Schachleistungsexpansion eben als schwerwiegenden Vertrauensbruch. Schachkenner argumentieren heutzutage deshalb auch, es seien gar keine Versprechungen gebrochen worden. Wer schließlich nichts verspricht, kann auch nichts einhalten. Die Russen dagegen fühlen sich jetzt, als hätte man sie ungefragt zurechtjadoubiert und ihnen ein Narrenmatt verpaßt.Wer auf die Befindlichkeiten der russischen Schachseele auch nur einen Funken Rücksicht nimmt, der weiß, daß ein Narrenmatt durch den Westen ein diplomatisches Selbstamtt ist. Ungefähr so, als würde man einem slawischen Schachthronfolger in Begleitung seiner reizenden Gattin bei einem Auslandsturnier eine Eröffnungsbombe unterjubeln. So etwas diente schon einmal - abgewandelt - als Vorwand, um aufgestaute Spannungen mit großem Getöse abzubauen und Schachspieler in ein Internierungslager zu stecken.Zurück zur Insel - keine halbe - 1972.In kleineren schachtaktischen Operationen und zermürbenden Scharmützeln - landet er oder landet er nicht, ist er schon gelandet (mit Abzeichen an der Uniform oder inkognito, bewaffnet mit dem weißen e-Bauern?) oder rochiert über den Teich zurück, Geld oder kein Geld, freie ungehinderte Presseberichterstattung mit Bild und Ton oder nicht - wurden die Russen auf Island schachlich schmählich in die Flucht geschlagen, woraufhin im Heimatland jahrelang Unruhe und Sorgen herrschten.Vereinzelte Übergriffe überforderter Schapparatschiks gegen Teile der schowjetischen Schachelite sind verbürgt.Im Nachhinein stellte sich heraus, daß der westliche Schachmessias keinesfalls das Anliegen hatte, Schach demokratischer, friedlicher (= gleichbedeutend mit sportlich-fair)er und gerechter für alle zu machen.Immer deutlicher wurde, daß er stark vom Bestreben besessen war, es allein den Schowjets zu zeigen und ihn die friedliche Weiterentwicklung des Wettkampfschachs nicht mehr so interessierte. Seinen erworbenen Besitzstand WM-Titel wollte er auch nicht wieder mit der Schachwelt teilen. Das Verfolgen eigener ganz persönlicher Interessen im schachlichen Machtstreben wurde offenbar.In Vollversammlungen der SchUNO wurde über sein versuchtes Schachdiktat abgestimmt und auch in der westeuropäischen Schachwelt breitete sich Unruhe aus, ob der schachliche Wertebruder aus der neuen Welt wirklich die gemeinsamen Interessen der westlichen Schachwelt im kalten Schachkampf gegen Schowjets verfolgt oder ob er einen Alleingang für das eigene Schach-Ego (Zischer first and forever) riskiert.Damals hatten die schachlichen Funktionärsväter des Westens einen weiseren Blick auf das Schachvölkerrecht und seine womögliche Überdehnung und rieten zu Schachkompromissen und Entspannung einer überdehnten Lage.Die Folge waren zwar Titel- und wiederum Ansehensverlust für den Westen, doch die große Schacheskalation mit unabsehbaren Folgen für die Schachwelt war vermieden.Zischer fürchtete eine schowjetische Übermacht, nachdem diese ihre Wunden geleckt und mächtig aufgerüstet hatten und trat zum Kampf nicht mehr, nachdem ihm die SchUNO den Einsatz bestimmter Schachwaffen aus schumanitären Überlegungen heraus nicht gestattete.Letztendlich blieb der schachliche Kulminationspunkt aus. War es nun ein letzter Funken Vernunft, der den berufenen Titelträger abhielt, das letzte Gefecht auszutragen?Oder war es die Vernunft der anderen, die hin- und hergezogen von Argumenten und Diktaten beider Pole letztlich doch klareren Kopf behielten?Ist der Schachwelt damit ein Untergang mit Knalleffekt erspart geblieben? Hätte es nach dem geplatzten Titanenkampf mit Eröffnungsfallen, Mittelspielkrachern und Endspielkämpfen um den Endsieg überhaupt noch Schachsport geben können?Die Folge des kurzen westlichen Hegemonialanspruchs auf schowjetisch-geprägten Territorium war jedenfalls eine Erstärkung schowjetischen SchVorherrschaft.In der Folge unterstützte der Westen legitim die schachlichen Menschen- und Freiheitsrechte eines schowjetischen Emigranten namens Viktor und bewahrte die westlichen Schachwerte halbwegs anständig vor der Zerstörung durch die schowjetische Schachdiktatur.In Schowjetland konnte sich trotz Intrigen und Hindernissen ein Schachstern mit kultureller Vielfalt in den Adern zu großer Stärke entwickeln und die Schachwelt relativ friedlich aber letztlich nicht unstrittig revolutionieren.Hinzukommende technische Innovationen (Ursprung Hamburg) trugen dazu bei, daß heutzutage in der Schachwelt keine wirklich starke Diktatur auf Spielerebene mehr exisitiert. Schachweltmeister kann jedes begabte Wunderkind aus allen Ecken der Schachwelt werden, wenn ihm die Funktionäre die Zukunft nicht verbauen.Führen Schachfunktionär Frank-Fighter Steinmaijer und Co in die Zukunft oder stehen sie ihr im Weg? Wie vertrauenswürdig und ehrlich sind sie?Versuchen sie Chancen zu bewahren und das Gleichgewicht zu erhalten oder verstellen sie die Waage im Gleichgewichtsspiel entgegen der schachlichen Eichordnung?Wer Anlogien findet, ist dazu eingeladen, während des Wartens auf die Züge beim Kandidatenturnier über andere, neue Bretter vor den Köpfen nachzudenken alsüber das schwarz-weiß-karierte. * Frank-Fighter trainierte unter seinem Jungennamen "Steinschieber" vor seiner ersten und nunmehr zweiten Heirat mit Caissa Ängie Murksel den legendären Fritzchen Fehlzug für das Firmenteam rororo-Juniorschach in den 70ern.

Beitrag von Kiffing

Beim Kandidatenturnier in Chanty-Mansijsk hatte auch die 5. Runde wieder einiges an Höhepunkten parat. Zwar gab es mit Peter Swidler nur einen Tagessieger, der sich gegen Weselin Topalov durchsetzen konnte. Aber auch bei den Remispartien gab es fesselnde Auseinandersetzungen.In der spanischen Möller-Archangalsk-Variante kam es bei Swidler gegen Topalov nach einem frühen Kreuzhebel im Zentrum zu Verwicklungen, nach denen die Damen getauscht wurden. Trotzdem verließ die Partie auch nach dem Damentausch nicht ihre taktische Ausrichtung. Nach 25 Zügen unternahm der Russe bei dem reduzierten Material mit Turm und Läuferpaar einen sehenswerten Mattangriff, der Topalov anscheinend überraschte, da er diesen nur unter Preisgabe eines Bauern abzuwehren vermochte. Den so entstandenen Materialvorteil baute Swidler in der Folge aus, als er eine Schwächung der schwarzen Bauernstruktur erzwang, der mit einem verdoppelten Isolani sich nun zweier weißer Freibauern erwehren mußte. Am Ende brachte Swidler seinen entfernten Freibauern auf der h-Linie zum Ziel.Die beste Partie war aber heute meiner Meinung nach das Remis zwischen Kramnik und Aronian. Im Duell der beiden Turnierfavoriten war es Kramnik, der mit einem Königsangriff als erstes die Initiative übernahm, der nach 27. d5! wirkungsvoll verstärkt werden konnte, da nun der Lb2 ebenfalls gegen den schwarzen König wirkt. Nach 30. Se4 kam es zu einer außergewöhnlichen Peripetie. Aronian konnte den schwarzen Angriff nur noch durch einen energischen Gegenangriff rund um seinen Freibauern auf der e-Linie neutralisieren, und so kam es zu schwersten taktischen Verwicklungen, die schön anzusehen waren und bei denen Aronian mit Nerven aus Stahl dem Druck standhielt. Als sich der Rauch gelegt hatte, verblieb Kramnik nach seinem Angriff nur ein Bauer im Turmendspiel, das der Setzlistenerste Remis halten konnte.Sergei Karjakin bleibt indes weiterhin auffallend blaß. Gegen den unberechenbaren Shakhriyar Mamedyarov vermochte er mit Weiß nichts herausholen, die Partie verblieb stattdessen in ständiger Remisbreite, und so fügte der Neurusse seiner Leistung in Chanty-Mansijsk eine weitere farblose Remispartie hinzu. Vishy Anand war hingegen gegen den ultrasoliden und auch in Chanty-Mansijsk betont defensiv auftretenden Dmitri Andreikin wieder heiß auf einen Sieg. Im Mittelspiel überließ der Inder für Figurenangriff seinem Gegner die vorletzte Reihe für einen schnellen Figurenangriff mit Dame und Läufer, konnte aber nur die Abwicklung in ein leicht besseres Turmendspiel erreichen, indem er später einen Bauern gewann, dann aber doch ins Remis einwilligte, weil er hierfür offenbar keine realen Gewinnmöglichkeiten mehr sah. So führt nach 5 Runden Anand weiter mit 3,5 Punkten vor Aronian, Kramnik und Swidler, die mit nur einem halben Punkt weniger auf ihre Chance warten. Das Kandidatenturnier bleibt spannend. [Event "World Chess Championship Candidates"][Site "0:42:33-0:51:33"][Date "2014.03.18"][EventDate "2014.03.12"][Round "5"][Result "1-0"][White "Svidler"][Black "Topalov"][ECO "C78"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Bc5 6.c3 b5 7.Bc2 d5 8.d4 dxe4 9.dxe5 Qxd1 10.Rxd1 exf3 11.exf6 gxf6 12.Be4 Bd7 13.a4 O-O-O 14.axb5 Ne5 15.Bf4 Bxb5 16.Na3 Rxd1+ 17.Rxd1 Be2 18.Rd5 Rg8 19.g3 Bxa3 20.bxa3 Ng6 21.Be3 Re8 22.Bf5+ Kb7 23.Rd4 Re5 24.g4 a5 25.h3 h5 26.Be4+ Ka6 27.gxh5 Rxh5 28.Rd8 Ne5 29.a4 c6 30.Rb8 Nc4 31.Bd4 c5 32.Bxf6 Nb6 33.Bd8 Nd5 34.Ra8+ Kb7 35.Rxa5 Re5 36.Rxc5 Rxe4 37.Rxd5 Rxa4 38.Rf5 Kc8 39.Bg5 Rc4 40.Bd2 Rc7 41.h4 Kd8 42.Bg5+ Ke8 43.Rd5 f5 44.h5 Rc4 45.Rd4 Rxc3 46.h6 Rc8 47.h7 Kf7 48.Bd8 1-0[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "0:01:33-0:15:33"][Date "2014.03.18"][EventDate "2014.03.12"][Round "5"][Result "1/2-1/2"][White "Kramnik"][Black "Aronian"][ECO "E10"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 d5 4.e3 b6 5.Nc3 Bb7 6.cxd5 exd5 7.Bb5+ c6 8.Bd3 Be7 9.O-O O-O 10.b3 Nbd7 11.Bb2 Re8 12.Ne5 Bd6 13.f4 c5 14.Qf3 cxd4 15.exd4 Bb4 16.Ne2 Ne4 17.a3 Bf8 18.Rad1 a6 19.a4 Rc8 20.Qh5 g6 21.Qh3 Ndf6 22.f5 g5 23.Ng3 b5 24.axb5 Qb6 25.Kh1 axb5 26.Bxe4 dxe4 27.d5 e3 28.Ng4 Nxg4 29.Qxg4 h6 30.Ne4 Rc2 31.Nf6+ Qxf6 32.Bxf6 e2 33.Bxg5 Bxd5 34.Bxh6+ Kh7 35.Bxf8 exf1=Q+ 36.Rxf1 Rxg2 37.Qxg2 Bxg2+ 38.Kxg2 Rxf8 39.Kf3 Kg7 40.Ke4 Rh8 41.Kd4 Rc8 42.Rf4 Kf6 43.h4 Re8 44.Kc5 Re5+ 45.Kd6 Re3 46.Rb4 Kxf5 47.Rxb5+ Kg4 48.h5 f5 49.h6 Rh3 50.Ke5 Rxh6 51.Rb4+ Kf3 52.Kxf5 Ke3 53.Ke5 Kd3 54.Rb8 Kc3 55.b4 Kc4 56.Rb7 Rh5+ 57.Kd6 Rh6+ 58.Kd7 Rh7+ 59.Kc6 Rxb7 60.Kxb7 Kxb4 1/2-1/2

Beitrag von Kiffing

Weiß ist Trumpf in Chanty-Mansijsk, denn wieder waren es die Weißspieler, die ihre Runde mit einem Sieg abschlossen. Weselin Topalov und Shakhriyar Mamedyarov hießen die glücklichen Gewinner, die sich gegen Wladimir Kramnik (!) und Peter Swidler durchsetzten. Weselin Topalov, der bisher ohne Sieg, dafür aber mit vier Remisen und einer Niederlage, noch für keine positiven Schlagzeilen sorgen konnte, hat sich nun in der 6. Runde mit einem Sieg gegen Wladimir Kramnik ins Turnier zurückgemeldet. Kramnik verzichtete in der Blackburne-Variante des abgelehnten Damengambits auf das typische 6. ...c5, das hier gerne gespielt wird, weil der Druck auf das Feld c5 durch die Bewegung des Lc1 nach f4 geringer ist, und gab so seinem Gegner die Möglichkeit, selbst c5 durchzusetzen. Mit der Abriegelung des Damenflügels spekulierte Kramnik auf freies Spiel am Königsflügel und Aushebelung der weit vorgerückten weißen Bauernkette am Damenflügel, doch konnte sich Weiß am Damenflügel behaupten und tief ins Lager des Weißen invadieren. Kramnik zeigte sich der belastenden Situation nicht gewachsen und patzte schon im 17. Zug, als er eine weiße Kombination nicht bemerkte, mit welcher der Bulgare nach diversen Abwicklungen mit einem Mehrbauern verblieb. Die Umwandlung des so entstandenen Freibauern leistete Topalov mit Perfektion.Shakhriyar Mamedyarov indes hat sich endgültig in Chanty-Mansijsk eingespielt. Während er nach dem ersten Block mit nur einem halben Punkt aus drei Partien auf dem letzten Tabellenstand war, hat er aus dem zweiten Block mit 2,5/3 ein spiegelverkehrtes Ergebnis herausgeholt. Diesmal bezwang er Peter Swidler in nur 31 Zügen. Sein 10. La3!? in der Holländischen Verteidigung wirkte ein wenig extravagant, konnte von Swidler aber nicht so leicht widerlegt werden. Zwar kam sofort der thematische Zentralvorstoß, aber nach dem provozierten 11. ...Tf7 war Schwarz auf den Diagonalen a3-f8 und a2-g8 schwach, was Weiß sich umgehend zunutze machte und über diese Diagonalen und auf dem Damenflügel aktiv wurde. In einer sehr offenen Partie sorgte Swidler mit einem Fehler schließlich für den Wendepunkt, der mit 24. ...h6? einen Bauern opferte, um Kontrolle über die lange Diagonale h1-a8 zu bekommen, dabei aber zuwenig die daraus resultierende Schwächung seiner Königsstellung berücksichtigte. Ein weiterer Patzer im 27. Zug sorgte dann für die endgültige Entscheidung. Offenbar hatte sich Swidler in der Berechnung der darauf folgenden komplizierten taktischen Variante vertan. Bei Vishy Anand gegen Sergei Karjakin bekamen wir mit der Berliner Verteidigung die Modevariante des letzten Jahres zu sehen, die bislang in diesem Kandidatenturnier überraschend ein Nischendasein gefristet hat. Jedenfalls zeigte auch Karjakin, warum diese Variante so populär geworden war. Trotz offensichtlicher Versuche von Anand, dem Gegner sein Spiel aufzuzwungen, hatte Karjakin keine Mühe, ins Remis zu entkommen. Lewon Aronian hingegen schaffte es trotz hartnäckigster Versuche nicht, gegen den vermeintlichen Turnierschwächsten Andreikin mit Weiß zu gewinnen. Nachdem Aronian seinen Gegner früh unter Druck gesetzt und materielle Ungleichgewichte geschaffen hatte, hatte er seinen Gegner im Mittelspiel überspielt, versäumte aber mit 28. Lxe4! die Gewinnstellung auszubauen. Der Le4 ist nicht zu schlagen wegen Motiven um die schwache Grundreihe von Schwarz. Die von Aronian gewählte Fortsetzung reichte hingegen nicht aus, das Spiel zu gewinnen. Nach Aronians Fortsetzung besaß er im Endspiel einen Mehrbauern, den er allerdings nicht verwerten konnte. Da aus dem Spitzenquartett niemand einen Sieg für sich verbuchen konnte, führt Anand weiterhin mit 4/6 vor Aronian mit 3,5/6. Gerade die 6. Runde in Chanty-Mansijsk hat gezeigt, wie eng das Teilnehmerfeld beieinander ist.[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "0:34:33-0:12:33"][Date "2014.03.19"][EventDate "2014.03.12"][Round "6"][Result "1/2-1/2"][White "Aronian"][Black "Andreikin"][ECO "A11"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.c4 c6 2.Nf3 d5 3.g3 dxc4 4.Bg2 Nd7 5.O-O Ngf6 6.Qc2 Nb6 7.Na3 Be6 8.Ne5 Qd4 9.Nxc6 bxc6 10.Bxc6+ Kd8 11.Nb5 Qc5 12.Bxa8 Qxb5 13.Bg2 Bd7 14.b3 e5 15.Rb1 cxb3 16.Rxb3 Qxe2 17.Ba3 Bxa3 18.Rxa3 Qc4 19.Qb1 Ke7 20.Rxa7 Qd4 21.Rb7 Na4 22.Rc1 Rd8 23.h3 Kf8 24.Qb3 e4 25.Rc4 Qd5 26.Qb4+ Kg8 27.Rd4 Qc6 28.Rbxd7 Nxd7 29.Qxa4 Qxa4 30.Rxa4 Nf8 31.Rxe4 Rxd2 32.a4 Ra2 33.Bf3 g6 34.Kg2 Ne6 35.Rc4 Kg7 36.Bd5 Kf6 37.Re4 Ra3 38.Bxe6 fxe6 39.Rf4+ Ke7 40.h4 h5 41.Re4 Kf7 42.Kf1 Ra2 43.Ke1 Kf6 44.Kd1 Ke7 45.f4 Ra3 46.Kc2 Rxg3 47.Rd4 Re3 48.Kb2 e5 1/2-1/2[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.19"][EventDate "2014.03.13"][Round "6.1"][Result "1-0"][White "Veselin Topalov"][Black "Vladimir Kramnik"][ECO "D37"][WhiteElo "2785"][BlackElo "2787"][PlyCount "82"]1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 d5 4. Nc3 Be7 5. Bf4 O-O 6. e3 Nbd7 7. c5 Nh5 8.Be5 c6 9. Bd3 g6 10. h4 f5 11. Bh2 b6 12. b4 f4 13. O-O a5 14. b5 bxc5 15.bxc6 Nb8 16. Bb5 Ba6 17. a4 Qc8 18. dxc5 Nxc6 19. Nxd5 exd5 20. Qxd5+ Kh821. Qxc6 Qxc6 22. Bxc6 Rac8 23. Bb5 Bxb5 24. axb5 Bxc5 25. Rxa5 fxe3 26.fxe3 Bxe3+ 27. Kh1 Rc2 28. Rb1 Rfc8 29. Raa1 Bb6 30. Be5+ Kg8 31. Ra6 Be332. b6 Rc1+ 33. Rxc1 Rxc1+ 34. Kh2 Rb1 35. g4 Bf4+ 36. Kg2 Bxe5 37. Nxe5Nf4+ 38. Kf3 Ne6 39. b7 Rb3+ 40. Kf2 Rb2+ 41. Ke3 1-0[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.19"][EventDate "2014.03.13"][Round "6.3"][Result "1-0"][White "Shakhriyar Mamedyarov"][Black "Peter Svidler"][ECO "A81"][WhiteElo "2757"][BlackElo "2758"][PlyCount "62"]1. d4 f5 2. g3 Nf6 3. Bg2 g6 4. Nf3 Bg7 5. O-O O-O 6. c4 d6 7. Nc3 Qe8 8.b4 e5 9. dxe5 dxe5 10. Ba3 e4 11. Nd4 Rf7 12. Qb3 Nc6 13. Nxc6 Qxc6 14. b5Qe8 15. f3 Be6 16. Rad1 a6 17. bxa6 Rxa6 18. fxe4 fxe4 19. Nxe4 Nxe4 20.Bxe4 Rxf1+ 21. Rxf1 b5 22. Qe3 bxc4 23. Bc5 Qc8 24. h4 h6 25. Bxg6 Bd5 26.h5 Qd7 27. Bd4 Re6 28. Bf7+ Qxf7 29. Rxf7 Rxe3 30. Rxg7+ Kf8 31. Rg5 1-0

Beitrag von zugzwang

Die gestrige Runde brachte nach verhaltenem Beginn - die Eröffnungswahl ("Amateur-Carlsen-Eröffnung" mit verzögerter Pillsbury-Attacke seitens Kramnik, verweigerter Sizialianer und a6-Spanier seitens Anands) sah nicht so "prickelnd" aus - letztlich doch wieder spannend-komplizierte Partien, in denen Aronjan sich wieder als nervenstark-glücklicher Verteidiger erwies. Wie die kritische Stellung bei ehrgeizigster Fortsetzung Kramniks zu beurteilen war, weiß noch nicht mal Ängie sicher, auch wenn sie +3,x vermeldet. Topalov setzte Svidler unter Druck, um dann vom Kurs abzukommen und gegen das Läuferpaar bei unzähligen Bauernschwächen dann den ganzen Punkt abgeben zu müssen. Eine bittere Pille für Toppi, während sich Svidler von der Vortagsniederlage erholte, um heute aufs Ganze zu gehen mit Holländisch. Ihm ging es wie seinem Gegner vom Vortag: Keine schlechte Stellung aus der Eröffnung für ein scharfes Mittelspiel. Letztlich entschied vielleicht eine Halluzination; denn Big Petes h7-h6 war dann doch ein Übersehen in für beide Seiten schwer zu überblickender Lage.Ob es Halluzinationen, schlechte Tagesform oder das Pariser Smogklima zwischen Vladi und Toppi war, jedenfalls schien Kramnik schnell die Luft auszugehen (siehe auch Zeitverbrauch) bei seinem aggressiven Schwarzvortrag. Daß ein Spieler wie Kramnik Topalovs in diesem Stellungstyp b4-b5 falsch einschätzt und gar mit a7-a5 herausfordert, kommt selten vor. Toppy ist mit diesem Gang der Dinge sicherlich viel zufriedener, als wenn er gegen Svidler und Kramnik nochmal 2 Remisen gespielt hätte.Dieser Sieg könnte ein Wachmacher für ihn sein und im engen Feld nach vorne marschieren lassen.Aronjan schuf früh und opferfreudig Ungleichgewichte vom Feinstenund Andreikin war um seine Stellung nicht zu beneiden. In Zeitnot wurde er auch überspielt, doch machte Aronjan den Sack nicht zu.auch das von ihm gewählte Endspiel sah sehr gewinnträchtig aus, hatte er doch einen soliden Mehrbauern.Überraschend war für mich, daß er im weiteren Verlauf des Endspiels keine richtigen Aufgaben mehr stellen konnte und beim Tausch seines Läufers dachte ich, jetzt zeigt er, wie dieses Turmendspiel zu behandeln ist. Im Gegenteil.Laufer gegen Springer mit Bauern auf beiden Flügel, Mehrrandbauer und Türme auf dem Brett.Dem Amateur wird in Leidt-Sätzen eingetrichtert, daß das Turmendspiel hier doch der "remisigste" Typus ist. Was hat der Weltranglistenzweite hier alles gesehen oder auch mal übersehen? Im 31. Zug gab es alternativ die Möglichkeit, mit dem Läufer zu schlagen und mit dem Turm vor dem Bauern zu bleiben, ggf. mit Aktivität Richtung 8. und 7. Reihe.Auf jeden Fall eine gute Trainingsstellung, um Endspiele auszuspielen und dabei allerhand zu lernen.Vishy bleibt in Führung, kann aber wie im WM-Match gegen 3. ... Sf6 im Spanier nicht durchdringen.

Beitrag von Kiffing

[QUOTE=zugzwang;21931]Überraschend war für mich, daß er im weiteren Verlauf des Endspiels keine richtigen Aufgaben mehr stellen konnte und beim Tausch seines Läufers dachte ich, jetzt zeigt er, wie dieses Turmendspiel zu behandeln ist. Im Gegenteil.Laufer gegen Springer mit Bauern auf beiden Flügel, Mehrrandbauer und Türme auf dem Brett. [/QUOTE]Laut [URL="http://de.chessbase.com/post/kandidatenturnier-wieder-siegt-weiss"]Chessbase[/URL] machte Aronian einen typischen psychologischen Fehler, indem er den verlorenen Gelegenheiten aus seiner besten Partiephase hinterhertrauerte und so nicht mehr frei aufspielen konnte. In dem Artikel heißt es:[QUOTE]Statt einer klaren Gewinnstellung bekam Weiß so "nur" ein sehr gutes Endspiel mit Mehrbauern. Doch wie er in der Pressekonferenz erklärte, war Aronian "zu frustriert, um in diesem Endspiel mein bestes Schach zu zeigen". So konnte Andreikin schließlich mit Glück im 48. Zug einen halben Punkt retten.[/QUOTE]

Beitrag von Kiffing

Die 7. Runde gehört zu dem Besten, was das Kandidatenturnier in Chanty-Mansijsk bislang zu bieten hatte. Inhaltsreiche Partien, Kampf, Dramatik und massenweise sehenswerter Szenen bieten genug Stoff für lange Analysen und Partiebesprechungen. Damit haben die Spieler mit einem Paukenschlag die Hinrunde abgeschlossen.Wladimir Kramnik strebte gegen Shakhriyar Mamedyarov früh die Karlsbader Struktur an, die er aber nicht bekam, weil sein Gegner das forsche 7. ...c5 erwiderte. Statt des hier üblichen Abtauschs mit 8. dxc5 wählte Kramnik mit 8. e3 ein alternatives Vorgehen. Er entwickelte sich aktiv und provozierte seinen Gegner zur Abriegelung des Damenflügels mit 9. ...c4 mit der Ambition, nun ungestört am Königsflügel vorgehen zu können. Doch auch bei Schwarz waren die Aktivitäten durch die Abriegelung noch nicht vorbei. Durch energische Aktionen Mamedyarovs avancierte der Bc4 zum Freibauern. Kramnik nahm dafür die b-Linie in Besitz. Während Kramnik nun der aktivere Part in der Partie war, eskalierte die Situation. Im 29. Zug bot Kramnik mit dem Zentralvorstoß d5 ein Bauernopfer an, was wilde Verwickelungen zur Folge hatte. Am Ende der Kampfhandlungen hatte Kramnik eine Figur weniger. Er hoffte, durch die Beherrschung der b-Linie und dem Sc3 sein gefährliches Freibauernpaar auf d5 und c7 (!) zur Umwandlung zu bringen. Mamedyarov, der mit 36. ...Ld8 eine Blockadestrategie verfocht, hoffte auf seinen materiellen Vorteil. Nach dem ungenauen 38. Ta8? konnte sich Schwarz zudem Hoffnungen durch den Konter 38. ...Tf4! machen. Er gewann einen Bauern und stand in einer für Kramnik bedrohlichen Situation mit Turm, Läufer und Springer gegen Kramniks König. Den König mußte der Aseri nun zur Strecke bringen, da ansonsten die Umwandlung entscheidet, die nicht mehr zu verhindern war und die Kramnik mittels Turmopfer forciert durchsetzen konnte. Hier leistete sich Mamedyarov mit 49. ...Kg7?? den entscheidenden Fehler, da Kramnik die Partie mit 50. Db7! (49. ...Kf7 50. Db7 Ke7) entscheiden konnte. Nach dem korrekten 49. ...Kf7 50. d8S+! wäre die Partie noch spannend geworden, weil Kramnik die Schachs nach 50. ...Kf8 ausgegangen wären. Ähnlich inhaltsreich war die Begegnung zwischen Sergei Karjakin und Lewon Aronian. Sergei Karjakin wich mit 4. d3 dem Berliner Endspiel aus, während Aronian mit 4. ...Lc5 einen Aufbau gemäß Möller-Archangalsk anstrebte. Nach den ersten Geplänkeln im frühen Mittelspiel konnte Lewon Aronian seinen Gegner allmählich überspielen. Garant war dafür der starke Hebel 23. ...c5, mit dem Aronian zielsicher den eher schwachen weißen Damenflügel aufs Korn nahm und den Neu-Russen in die Defensive zwang. Karjakin hatte mit dem Bc3 bereits eine ernstzunehmende Schwäche, die Aronian durch die Einsickerung seines Turms in die vorletzte Reihe transformieren konnte. Nach 33. ...Sa4! (droht Springergabel) war Materialverlust für Karjakin bereits unvermeidbar, der zwei Figuren für den Turm verlor. In dieser Situation setzte Karjakin alles auf eine Karte, indem er mit seinen beiden Schwerfiguren die letzte Reihe besetzte und damit maximalen Druck auf den schwachen Lf8 erzeugte. Dafür war sein eigener König nun Zielscheibe der gegnerischen Figuren. In dieser zweischneidigen Situation hatte Aronian insgesamt die besseren Karten, der den Gewinn auch fand, indem er zum rechten Zeitpunkt taktisch den Lf8 (mit Schach!) opferte, da der weiße König, nachdem Weiß kein Schach mehr hat, nun kaum noch zu befreien ist, was den Verlust von zwei Bauern bedeutete. Als sich der Rauch verzogen hatte, gab so auch die bessere Materialverteidigung den Ausschlag für den Sieg Aronians.Während diese beiden packenden Begegnungen noch absolut zweischneidig waren, wurde es in der Partie zwischen Dmitri Andreikin und Weselin Topalov einseitig. Der Bulgare hatte kein Glück mit seinem frühen Bauernopfer, denn die Kompensation glitt ihm immer mehr aus den Händen, und als sein Gegner auf c6 gar einen Freibauern einsickern und später wirkungsvoll schützen konnte, war es nun Andreikin, der Mehrbauer und Stellungsvorteil in einem besaß. Fast kampflos gab Topalov, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, seinen ganzen Damenflügel aus der Hand, und das war offensichtlich eine zu schwere Hypothek. Andreikin hatte sogar Zeit für eine im Schach ganz selten zu beobachtende künstliche große Rochade. Am Ende konnte Andreikin seine überragende Stellung mit einer Kombination verwerten. Auch Peter Swidler wich wie Sergei Karjakin dem Berliner Endspiel gegen Vishy Anand mit 4. d3 aus, und auch der Inder entschied sich für 4. ...Lc5. Auch in dieser Partie gab es die ganz besonderen Momente. Während Swidler mit e5 das Zentrum erobern wollte, sprengte Anand den weißen Spitzenbauern thematisch mit 15. ...f6 weg und nutzte die nun halbgeöffnete f-Linie für Aktionen gegen den weißen Königsflügel. Da viele schwarzen Figuren bereits auf den Königsflügel zielten, konnte sich Anand ein positionelles Damenopfer für Turm und Figur leisten, um die weiße Königsfestung zu zerstören. Weiß hielt aber dagegen und konnte die schwarzen Angriffe neutralisieren, so daß am Ende das Remis feststand.Jede Partie hatte heute etwas zu bieten. Nach dem Ende der Hinrunde konnte Turnierfavorit Lewon Aronian mit Anand aufschließen, die beide auf 4,5/7 Punkte kommen. Platz 3 bekleidet Kramnik (4) vor Swidler (3,5). Topalov, Andreikin und Mamedyarov haben jeweils 3 Punkte auf dem Konto, Tabellenletzter mit 2,5 Punkten ist für mich völlig überraschend Sergei Karjakin. [Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.21"][EventDate "2014.03.13"][Round "7.2"][Result "1-0"][White "Dmitry Andreikin"][Black "Veselin Topalov"][ECO "D30"][WhiteElo "2709"][BlackElo "2785"][PlyCount "54"]1. Nf3 d5 2. d4 Nf6 3. c4 e6 4. Bg5 h6 5. Bxf6 Qxf6 6. Nbd2 Be7 7. Qc2 O-O8. e3 c5 9. dxc5 Nd7 10. cxd5 exd5 11. Nb3 a5 12. a4 b6 13. c6 Bb4+ 14. Kd1Nc5 15. Nbd4 Ne4 16. Bb5 g5 17. h3 h5 18. Kc1 Bc5 19. Kb1 Re8 20. Ka2 Ra721. Rad1 Kf8 22. Rhf1 Kg7 23. Ka1 Bf8 24. Ne2 Rd8 25. h4 g4 26. Nf4 Kg8 27.Nxd5 1-0[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.21"][EventDate "2014.03.13"][Round "7.4"][Result "1-0"][White "Vladimir Kramnik"][Black "Shakhriyar Mamedyarov"][ECO "D38"][WhiteElo "2787"][BlackElo "2757"][PlyCount "108"]1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 d5 4. Nc3 Bb4 5. cxd5 exd5 6. Bg5 Nbd7 7. Qc2 c5 8. e3Qa5 9. Bd3 c4 10. Bf5 O-O 11. O-O Re8 12. Nd2 g6 13. Bxd7 Nxd7 14. h4 b5 15. a4Bxc3 16. bxc3 b4 17. cxb4 Qxb4 18. Nb1 Qd6 19. Nc3 Qc6 20. Rfb1 Ba6 21. Qd1 f622. Bf4 Rad8 23. Qf3 Nf8 24. Bh6 Kf7 25. Rb2 Ne6 26. Rab1 Ng7 27. g4 Kg8 28. Qf4Kf7 29. e4 Ne6 30. exd5 Nxf4 31. dxc6 g5 32. hxg5 fxg5 33. c7 Rd6 34. Bxg5 Nh3+35. Kg2 Nxg5 36. d5 Bc8 37. Rb8 Rf6 38. Ra8 Rf4 39. f3 Rxf3 40. d6 Bxg4 41. Rxe8Kxe8 42. Rb8+ Kf7 43. Rd8 Bh3+ 44. Kh2 Rxc3 45. d7 Rc2+ 46. Kg3 Rg2+ 47. Kh4 Be648. Rf8+ Kxf8 49. c8=Q+ Kg7 50. Qb7 Nf3+ 51. Qxf3 Rh2+ 52. Kg5 h6+ 53. Kf4 Rh4+54. Ke5 1-0[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "0:11:33-0:07:33"][Date "2014.03.21"][EventDate "2014.03.12"][Round "7"][Result "1/2-1/2"][White "Svidler"][Black "Anand"][ECO "C65"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 Nf6 4.d3 Bc5 5.c3 O-O 6.O-O d6 7.Nbd2 Ne7 8.Re1 c6 9.Ba4 Bb6 10.d4 Ng6 11.h3 exd4 12.cxd4 d5 13.e5 Nh5 14.Nf1 Nhf4 15.Bc2 f6 16.Ng3 fxe5 17.Bxg6 Nxg6 18.Bg5 Qc7 19.Nxe5 Nxe5 20.Rxe5 h6 21.Bh4 Qf7 22.Nh5 Be6 23.Re3 Bd8 24.Rf3 Qxf3 25.gxf3 Bxh4 26.Kg2 Rf7 27.Rc1 Raf8 28.Rc3 Bg5 29.Ng3 Re7 30.b4 a6 31.a4 Bd7 32.Qb3 Kh8 33.b5 cxb5 34.axb5 Bxb5 35.Qxd5 Rd7 36.Qe4 Bc6 37.Rxc6 bxc6 38.Qxc6 Rxd4 1/2-1/2[Event "FIDE-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk 2014"][Site "MyTown"][Date "????.??.??"][Round "7"][White "Sergei Karjakin"][Black "Lewon Aronian"][Result "0-1"][PlyCount "106"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 Nf6 4. d3 Bc5 5. c3O-O 6. O-O Re8 7. Nbd2 a6 8. Bxc6 dxc6 9. Nc4 Nd7 10. b4 Bd6 11. Qb3 Nf8 12.Bg5 Qd7 13. Be3 Ng6 14. Nfd2 Bf8 15. d4 Qe7 16. dxe5 Be6 17. Qc2 Bxc4 18. Nxc4Nxe5 19. Nd2 a5 20. a3 axb4 21. axb4 Qe6 22. f3 Nc4 23. Bf4 c5 24. b5 Nd6 25.Rxa8 Rxa8 26. Rb1 b6 27. e5 Nc4 28. Qe4 Ra4 29. Rc1 h6 30. h4 Nb2 31. c4 Qd732. Rb1 Ra2 33. Be3 Na4 34. Rb3 Rxd2 35. Bxd2 Qxd2 36. Rd3 Qc1+ 37. Kh2 Nb2 38.Rd8 Qxc4 39. Qa8 Qxh4+ 40. Kg1 Qe1+ 41. Kh2 Qxe5+ 42. g3 Qe2+ 43. Kh3 Nd3 44.Rxf8+ Kh7 45. Re8 Nf2+ 46. Kh4 Qxb5 47. g4 Qc4 48. Qc8 Qf4 49. Qf5+ Qxf5 50.gxf5 c4 51. Re7 c5 52. Rxf7 c3 53. f6 Kg6 *

Beitrag von Kiffing

Lewon Aronian und Vishy Anand haben heute die „Curacao-Taktik“ von Petrosjan, Keres und Geller angewandt. Beim Kandidatenturnier 1962 in der kleinen Antillen-Insel hatten die drei Genannten eine Art "Nichtangriffspakt" geschlossen, um ihre Kräfte auf die anderen Spieler zu konzentrieren. Schon nach 19 Zügen vereinbarten Aronian und Anand ein Remis. Durch Zugwiederholung unterliefen die beiden Führenden das in Chanty-Mansijsk herrschende Remisvereinbarungsverbot vor 30 Zügen. Die beiden anderen Remisen waren kaum interessanter. Offenbar wirkten die energieintensiven Kraftakte aus der letzten Runde noch nach. Während an der Spitze also wenig passierte, konnte sich das bisherige Schlußlicht Sergei Karjakin über seinen ersten Sieg freuen und auch spielerisch für das Highlight in einer ansonsten mauen Runde sorgen. Er bezwang mit Schwarz Peter Swidler nach hartem Kampf in 82 Zügen. In früh festgelegten Strukturen gab Peter Swidler im 14. Zug mit einem Bauernopfer der Partie den richtigen Biß, konnte bei seinem Angriff aber nichts erreichen, weil sich Karjakin umsichtig verteidigte. Im weiteren Partieverlauf drängte Karjakin seinen Gegner zunehmend zurück. Ihm gelang die Abwicklung in ein Doppelturmendspiel mit ungleichfarbigen Läufern, so daß Karjakin nun seinen Materialvorteil in die Waagschale werfen konnte. Wegen der ungleichfarbigen Läufer, aber auch wegen den nach wie vor geschlossenen Strukturen der Stellung war der Gewinn aber noch in weiter Ferne. Denn die Türme hatten Schwierigkeiten, ins Spiel zu kommen. Doch die Strategie Sergei Karjakins in diesem Endspiel war äußerst lehrreich und instruktiv und beinhaltete die Gewinnführung in mehreren Schritten. Anatoli Karpov und Anatoli Mazukewitsch hätten in ihrem Werk Stellungsbeurteilung und Plan diese Partie wunderbar erklären können. Zunächst rang sich Karjakin im 40. Zug zu einem sehr schönen und schwer zu findenden Bauernopfer durch, um die halboffene f-Linie zu öffnen, wo er Druck auf die weiße Stellung erhält. Karjakin hatte richtig gerechnet, daß Weiß in der konkreten Stellung nicht zu dem nötigen f4 kommt, und er so den Bauern auf e5 wieder zurückerhält, unter nun günstigeren Vorzeichen. Dieser Etappensieg beflügelte Karjakin, der nun die e-Linie in Besitz nahm und für seinen Turm auf e3 einen starken Vorposten fand. Später drang er lehrbuchmäßig in die gegnerische Stellung ein und konnte seinen König aktivieren, der nun auch die weißen Strukturen unter Druck setzte. Dadurch erreichte Karjakin einen weiteren für ihn günstigen Tausch, und nach Brückenbau und einem effektvollen Qualitätsopfer erreichte er, daß seine beiden verdoppelten g-Bauern zu Freibauern avancieren konnten, die nur noch mit Turmopfer zu stoppen waren. Gewonnen war die Partie damit allerdings noch nicht, denn Swidler konnte dafür auf dem Damenflügel abräumen, und sich nach dem erwähnten Turmopfer seinerseits eine Dame wünschen. Doch wieder erwies sich Karjakin in der konkreten Variantenberechnung als äußerst stark. Er erkannte, daß er mit Hilfe seines Läufers die gegnerische Dame forciert in einen Spieß treiben konnte, was natürlich die Entscheidung war.[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.22"][EventDate "2014.03.13"][Round "8.4"][Result "0-1"][White "Peter Svidler"][Black "Sergey Karjakin"][ECO "A05"][WhiteElo "2758"][BlackElo "2766"][PlyCount "164"]1. Nf3 Nf6 2. g3 d5 3. Bg2 e6 4. O-O Be7 5. d3 c5 6. e4 Nc6 7. Qe2 O-O 8.e5 Nd7 9. c4 d4 10. h4 Kh8 11. Bf4 f5 12. Ng5 Bxg5 13. hxg5 Qc7 14. g6 hxg615. Nd2 Kg8 16. Nf3 Re8 17. Ng5 Nf8 18. g4 Nd8 19. Kh2 Bd7 20. gxf5 exf521. Bd5+ Nde6 22. Rg1 Bc6 23. Qf3 Rad8 24. Rae1 Qd7 25. Bxe6+ Nxe6 26. Qg3Rc8 27. Nh3 Qf7 28. Qh4 Bf3 29. Bd2 Bg4 30. Rg3 Qe7 31. Qxe7 Rxe7 32. Ng5Nxg5 33. Bxg5 Re6 34. f3 Bh5 35. b3 Kf7 36. Rh3 Rce8 37. Bf4 Ra6 38. Re2Ke6 39. Kg3 Rb8 40. Bg5 f4+ 41. Bxf4 Rf8 42. Rf2 Rf5 43. Bc1 Rxe5 44. Rh1Kf7 45. Bf4 Rf5 46. Bb8 Re6 47. Rh4 Re3 48. Rf4 a6 49. Bd6 Rxf4 50. Kxf4Kf6 51. Bxc5 g5+ 52. Kg3 Rxd3 53. Kg2 Be8 54. Kf1 Bh5 55. Ke2 Re3+ 56. Kd2Ke5 57. Rg2 Kf4 58. Bxd4 Re7 59. Re2 Rd7 60. Kc3 Bxf3 61. Re8 Be4 62. Rf8+Bf5 63. Rg8 g6 64. Rg7 Rxd4 65. Kxd4 b6 66. Kc3 Ke3 67. Rb7 g4 68. Rxb6 g369. Rd6 g2 70. Rd1 g5 71. b4 Kf2 72. a4 g1=Q 73. Rxg1 Kxg1 74. b5 axb5 75.axb5 g4 76. c5 g3 77. c6 g2 78. b6 Kf2 79. b7 g1=Q 80. b8=Q Qc1+ 81. Kd4Qe3+ 82. Kc4 Be6+ 0-1

Beitrag von zugzwang

Zum Turmendspiel zwischen Aronjan und Andreikin folgende Lehrbuchstellung mit Weiß am Zug aus einem früheren Kandidatenmatch:[FEN=zz01]r7/8/4pkp1/7p/P4P1P/6P1/5K2/4R3 w - - 0 35[/FEN]1. Wie lautet der Gewinnzug (und Plan) für Weiß?2. Welchen entscheidenden Unterschied gibt es zu Aronjan-Andreikin 2014?Zur Auflösung siehe man ggf. Dworetskys Endspieluni.

Beitrag von Kiffing

Vishy Anand hat heute einen großen Sprung Richtung WM-Revanche gegen Magnus Carlsen gemacht. Das lag nicht nur darin, daß er heute sein Spiel gewinnen konnte, sondern daß auch seine stärksten Konkurrenten Kramnik und Aronian verloren. Somit führt Anand das Teilnehmerfeld in Chanty-Mansijsk mit einem Punkt Vorsprung vor Aronian und mit 1,5 Punkten Vorsprung auf Kramnik, Karjakin und Mamedyarov an.Der Inder wählte heute gegen den Najdorf von Weselin Topalov das seltene Abspiel mit 6. h3 nebst 7. g4, mit dem er am Königsflügel zwar keinen durchschlagskräftigen Angriff einleiten, wohl aber einen deutlichen Raumvorteil herausschlagen konnte. Insgesamt hatte Anand das leicht bessere Spiel, aber als die Partie im 28. Zug in ein Endspiel mit Damen und gleichfarbigen Läufern überging, sollte eigentlich das Remis das logische Resultat sein. Doch Vishy Anand hat aus der WM gegen Carlsen gelernt, und so spielte Anand weiter auf Gewinn. Der Fehler des Bulgaren ließ auch nicht lange auf sich warten, er kam sozusagen Gewehr bei Fuß. Dessen 31. ...h6? war ein riesiger Lapsus, der brutal seine eigene Königsstellung schwächt, und natürlich ließ sich Anand nicht lange bitten und zeigte Topalov mit dem selbstverständlichen 33. Dg4 sofort seinen schrecklichen Fehler auf. Zwar war das sofortige Eindringen in die gegnerische Stellung noch nicht möglich. Aber Topalovs Figuren waren nun gebunden und so zur passiven Verteidigung verdammt, während Anand in aller Ruhe lavieren konnte. Über den Damenflügel eröffnete Anand eine zweite Front, und nach einem taktischen Überfall hieß es plötzlich Mehrbauer und Freibauer für den Schachkünstler aus Tamil Nadu. Ein bildhübscher Königsmarsch nach b6 zur Unterstützung des Freibauern war der krönende Abschluß einer gekonnten Endspielzelebration. Während Anand gewann, kam sein direkter Konkurrent Lewon Aronian ins Straucheln. Der Armene, der bis zu dieser Runde gemeinsam mit Anand in Führung gelegen hatte, verlor mit Schwarz gegen Shakhriyar Mamedyarov, der nach seinem mißratenen Start weiter an Fahrt gewinnt. In einem Nimzoinder mit dem Sämisch-System, versuchte es Lewon Aronian mit einem frühen Bauernopfer, um Spiel gegen den weißen in der Mitte verbliebenen König zu gewinnen. Zudem konnte Aronian mit seinen zwei Springern den starken Vorposten auf c4 für sich gewinnen. Aronian konnte sich sogar den Luxus leisten, auf c4 am Ende mit dem Bauern wiederzuschlagen, um dem von Weiß geplanten Qualitätsopfer auszuweichen. Dafür gewann der Armene das Feld d5 für seinen Springer, wo Weiß dann tatsächlich die Qualität opferte. Doch besaß auch Mamedyarov spielerische Vorteile. Der Aseri profitierte davon, daß Schwarz immer noch nicht das gefahrlose Schlagen des störenden Bg7 organisiert hatte, und so suchte Weiß, diesen todesmutigen Infanteristen im Interesse eines gefährlichen Königsangriffs zu unterstützen. Zwar versuchte der Setzlistenerste, mit Spiel am Damenflügel dagegenzuhalten, machte in diesen komplexen und gefährlichen Strukturen aber den entscheidenden Fehler. Nach 29. ...c3? 30. Dc1 sind drei schwarze Figuren bedroht, wogegen nur 30. ...Tb3 hilft. Nun erzwingt der Abzug 31. Lc5! aber den Turmtausch, da ein 31. ...Ta8 mit 32. Se6 und unparierbaren Drohungen widerlegt wird. Weiß erobert die e-Linie, Schwarz ist in die Verteidigung geworfen, muß seinen eigenen Angriff auf Eis legen, doch kann er nicht mehr alles decken, weswegen nach 33. d6!! (gewinnt das Feld d5 für den Springer, z. B. 33. ...cxd6 34. Ld4 nebst 35. Sd5) und Schwarz scheitert daran, die lebenswichtigen Felder f6 und e8 mit seiner Dame gleichzeitig zu decken; die anderen schwarzen Figuren sind von diesem Brennpunkt abgeschlossen) oder 34. De5 nebst 35. Sh5 die Partie sofort vorbei ist. Mamedyarov spielte aber zuerst 34. Sh5?, wonach die Stellung zwar immer noch gewonnen ist, aber Schwarz kann nach 34. ...Lg6 das Schlimmste verhindern. Letztendlich bezwang Mamedyarov seinen Gegner in einer packenden und hochkomplizierten Begegnung im Endspiel.Wie Mamedyarov kommt auch Sergei Karjakin langsam in Fahrt. Karjakin, der in der Hinrunde nicht ein Spiel für sich entscheiden konnte, gewann nun gegen Kramnik sein zweites Spiel in Folge und verbesserte sich binnen zwei Runden damit von Position 8 auf Position 3-5. In der Partie wählte Kramnik ein seltenes bis unbekanntes Abspiel mit Bauernopfer auf b7, was die weiße Dame vorläufig vom Spiel ausschließt. Früher nahm man von solchen entfernten Bauern grundsätzlich Abstand, aber heute sieht man so etwas pragmatischer. Jedenfalls nahm Karjakin den Bauern, gewann später mit der Dame noch den Bc6, während Kramnik durch schnelle Entwicklung die unsichere Lage der weißen Dame und den Entwicklungsvorteil ausnutzen wollte. Doch hatte Wladimir Kramnik offensichtlich seine Möglichkeiten überschätzt. Sergei Karjakin verteidigte sich sicher, und nach diversen Abtäuschen hatte sich die Lage auf dem Brett entspannt, und als Kompensation verblieb Kramnik nur das Feld c4, was für zwei Bauern zuwenig war. Als Kramnik auf die Kombination 26. ...Txd4! verzichtete, die aufgrund diverser Bindungskomplexe gegangen wäre, riß Sergei Karjakin über die b-Linie das Spiel an sich und konnte den Gewinn schließlich forcieren. Der lange Rest des Spiels muß für seinen erfahrenen Gegner eine Qual gewesen sein. [Event "World Chess Championship Candidates"][Site "0:40:33-0:26:33"][Date "2014.03.23"][EventDate "2014.03.12"][Round "9"][Result "1-0"][White "Anand"][Black "Topalov"][ECO "B90"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.e4 c5 2.Nf3 d6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 a6 6.h3 e6 7.g4 Nfd7 8.Bg2 Be7 9.Be3 Nc6 10.h4 Nde5 11.g5 Bd7 12.Nxc6 Bxc6 13.b3 f5 14.f4 Ng4 15.Qe2 Nxe3 16.Qxe3 fxe4 17.O-O-O d5 18.Nxe4 Ba3+ 19.Kb1 Qe7 20.Nf2 Bc5 21.Qg3 Bxf2 22.Qxf2 O-O 23.Qd4 Rf5 24.Rde1 Raf8 25.Rhf1 Qd6 26.Re5 Rxe5 27.fxe5 Rxf1+ 28.Bxf1 Qe7 29.a4 Be8 30.Kb2 Bg6 31.Bh3 h6 32.gxh6 gxh6 33.Qg4 Kf7 34.h5 Be4 35.a5 Bh7 36.c3 Be4 37.c4 Bf5 38.Qf4 dxc4 39.Bxf5 exf5 40.Qxf5+ Ke8 41.Qc8+ Kf7 42.Qxc4+ Kg7 43.Qd5 Kf8 44.Kc3 Ke8 45.b4 Qc7+ 46.Kd4 Qe7 47.Qg8+ Kd7 48.Kd5 Kc7 49.Qg6 Qh4 50.Qd6+ Kc8 51.Kc5 Qf2+ 52.Qd4 Qf7 53.Qc4 Qg7 54.Kb6+ Kb8 55.Qc5 Qf7 56.Qd6+ Kc8 57.e6 1-0[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.23"][EventDate "2014.03.13"][Round "9.3"][Result "1-0"][White "Shakhriyar Mamedyarov"][Black "Levon Aronian"][ECO "E20"][WhiteElo "2757"][BlackElo "2830"][PlyCount "88"]1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 4. f3 O-O 5. e4 d5 6. e5 Nfd7 7. cxd5 exd5 8.a3 Bxc3+ 9. bxc3 f6 10. exf6 Qe8+ 11. Qe2 Qf7 12. fxg7 Re8 13. Be3 Nc6 14.Qd2 Na5 15. Rb1 Nb6 16. Rb4 Nac4 17. Bxc4 dxc4 18. Rb5 Bf5 19. Kf2 Nd5 20.Rxd5 Qxd5 21. Ne2 a5 22. h4 b5 23. h5 b4 24. cxb4 axb4 25. axb4 Qb5 26. Re1Bd3 27. Nf4 Ra3 28. d5 Bb1 29. Kg3 c3 30. Qc1 Rb3 31. Bc5 Rxe1 32. Qxe1 Qd733. h6 Qf7 34. Nh5 Bg6 35. Qe8+ Qxe8 36. Nf6+ Kf7 37. Nxe8 Ra3 38. Nf6 Ra839. g8=Q+ Rxg8 40. Nxg8 Kxg8 41. Kf4 Bd3 42. Ke5 Kf7 43. Be3 Bf1 44. g4 1-0[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.23"][EventDate "2014.03.13"][Round "9.2"][Result "1-0"][White "Sergey Karjakin"][Black "Vladimir Kramnik"][ECO "D02"][WhiteElo "2766"][BlackElo "2787"][PlyCount "128"]1. d4 Nf6 2. Nf3 d5 3. Bf4 c6 4. e3 Bg4 5. c4 Nbd7 6. Nc3 e6 7. Qb3 dxc4 8.Qxb7 Bxf3 9. gxf3 Nd5 10. Bg3 N5b6 11. Qxc6 Bb4 12. Qb5 Qe7 13. a3 Bxc3+14. bxc3 O-O 15. Bxc4 Nxc4 16. Qxc4 Rac8 17. Qd3 Nb6 18. O-O Rc4 19. Rfb1Rfc8 20. Rb3 h5 21. e4 Qg5 22. h4 Qa5 23. Rc1 Qa4 24. Qb1 Nd7 25. Kg2 Nf826. Qb2 Qe8 27. Rb7 a6 28. Qb6 Ng6 29. Qxa6 Qd8 30. Qb5 e5 31. Rh1 Rxc3 32.dxe5 Nf8 33. Qd5 Qe8 34. Ra1 Ne6 35. Qd7 Qf8 36. Qe7 Qxe7 37. Rxe7 Nd4 38.a4 Nxf3 39. e6 fxe6 40. Rxe6 Nd4 41. Re5 Ne2 42. Rxh5 Nxg3 43. fxg3 Re3 44.a5 Rxe4 45. a6 Re7 46. Rb5 Kh7 47. Kh3 Ra8 48. Rb6 Raa7 49. Ra5 Re3 50. h5Rd3 51. Kh4 Rd4+ 52. g4 Re4 53. Kg5 Rf7 54. Rg6 Ra7 55. Kh4 Rb4 56. Rc6 Re457. Rb6 Re1 58. Ra4 Re3 59. g5 Ree7 60. Rb8 g6 61. Rb6 gxh5 62. Rab4 Re163. Rb7+ Kg6 64. R4b6+ 1-0

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=Kiffing;21959]...Insgesamt hatte Anand das leicht bessere Spiel, aber als die Partie im 28. Zug in ein Endspiel mit Damen und gleichfarbigen Läufern überging, sollte eigentlich das Remis das logische Resultat sein...[/QUOTE]Logisch war und ist, daß Topalov wegen seines schlechten Läufers, der Bauernschwäche e6 und seines Raumnachteils (erhebliche) Probleme bekommen kann.[QUOTE=Kiffing;21959]...Doch Vishy Anand hat aus der WM gegen Carlsen gelernt, und so spielte Anand weiter auf Gewinn. ...[/QUOTE]Das hätten Steinitz (Tschigorin), Lasker (Tarrasch), Capablanca (Aljechin) ... auch getan.Dafür braucht es imo keine Neuzeit mit Carlsen.Neuzeitlich ist der Sprachgebrauch: Eine Stellung mit Spiel auf 2 Ergebnisse.

Beitrag von Kiffing

Beim Kandidatenturnier in Chanty-Mansijsk hat sich Wladimir Kramnik wohl endgültig vom Traum einer Weltmeisterschaft gegen den ihn vor Kurzem [URL="http://www.schachburg.de/threads/1582-Carlsen-h%C3%A4lt-nicht-viel-von-Kramnik"]verhöhnenden[/URL] Magnus Carlsen verabschiedet. Während die anderen Teilnehmer Remis spielten, verlor der Russe mit Weiß gegen seinen Landsmann Peter Swidler und befindet sich im freien Fall.In der Holländischen Verteidigung versuchten beide Spieler früh, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und neue Wege zu bestreiten. Wie schon in der letzten Runde gegen Sergei Karjakin bot Kramnik seinem Gegner einen entlegenen Bauern an. Swidler scheute vor dem Bauerngewinn zurück, aber eine Engineanalyse mit Fritz 13 zeigt, daß Swidler die Herausforderung hätte annehmen sollen: Nach 10. ...Dxb2! 11. Sd4 Da3 12. Sb5 Da4 13. Sc7+ Kd8 14. Lb5 De4! 15. f3 Lxe3+ 16. Kh1 De5 kommt Weiß nicht zum Schlagen des Turms und verbleibt trotz einiger Kompensation mit zwei Minusbauern. In der Folge entwickelte sich ein von beiden Seiten verbissen geführter Manövrierkampf. Im 29. Zuge wäre ein Vorschlag der Chessdom-Engine Houdini eine interessante Alternative gewesen: Kramnik hätte hier mit 29. Dd1! Lf6 30. Lxf6 Txf6 31. Da1 im Reti-Sinne manövrieren können und wäre danach leicht besser gestanden, weil die Dame von a1 die weißen Aktionen mannigfaltig unterstützen kann. Aber auch die Fortsetzung von Kramnik war stark genug, leichten Vorteil zu behaupten. Im 32. Zuge passierte ihm aber zum großen Schrecken seiner Fangemeinde ein Blunder, der eine gute Partie aus heiterem Himmel einstellte. Swidler nahm das Geschenk dankbar an.Während Sergei Karjakin und Dmitri Andreikin schnell ins Endspiel gingen, wonach auch nichts Spektakuläres mehr passierte, kam bei Tabellenführer Vishy Anand gegen Shakhriyar Mamedyarov eine zwar nicht längere, dafür aber sehenswertere Partie zustande. Der Tiger aus Tamil Nadu servierte auf die Najdorf-Variante wieder sein System mit 6. h3 nebst 7. g4, gegen das der Aseri aber mit dem Aufbau Sd7, Sc6 und beweglichem Le7 ein gutes Rezept fand und erfolgreich ausgleichen konnte. Mamedyarov war in der Folge der aktivere Part, der Anand über den Königsflügel und die halboffene c-Linie unter Druck setzen konnte. Aber Anand hielt dagegen mit starkem Zentralaufbau, und als sich beide Parteien gegenseitig neutralisiert hatten, wurde das Remis vereinbart. Ein starkes Zentralspiel konnte auch Lewon Aronian für sich verbuchen, der mit seinen zwei Türmen früh die d-Linie erobert hatte. Im 23. Zug folgte ein laut Houdini ungenauer Zug Aronians. Laut Houdini hätte Aronian mit 23. Txe6 Dxf4 24. Tb6 seinen Trumpf der dominierenden Türme ausnutzen können. Doch würde ich hier Widerspruch einlegen, weil der Bb7 aufgrund der fehlenden halboffenen b-Linie keine Schwäche ist und nicht einmal ansatzweise in Gefahr gerät (der Tb6 ist die einzige Figur, die ihn bedrohen kann). Am Ende hatten sich beide Parteien neutralisiert, und da auch Aronian wegen des starken und gut gedeckten Bd4 des Gegners keine Ansatzpunkte mehr für eigenes Spiel mehr sah, wurde es auch hier Remis. Vishy Anand ist damit einen Schritt näher am Ziel der WM-Revanche gegen den frechen Carlsen. Er spielt in Chanty-Mansijsk ausgesprochen konzentriert mit höchster Konstanz. [Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.25"][EventDate "2014.03.13"][Round "10.4"][Result "0-1"][White "Vladimir Kramnik"][Black "Peter Svidler"][ECO "A80"][WhiteElo "2787"][BlackElo "2758"][PlyCount "78"]1. d4 f5 2. Nf3 Nf6 3. e3 b6 4. d5 Bb7 5. Bc4 c6 6. Nc3 cxd5 7. Nxd5 e6 8.Nxf6+ Qxf6 9. O-O Bc5 10. Bd2 Nc6 11. Bc3 Qe7 12. a3 a5 13. Qe2 O-O 14.Rad1 d5 15. Bb5 Na7 16. a4 Bd6 17. Ba6 Nc6 18. Bxb7 Qxb7 19. b3 Qa6 20. Qd2Rac8 21. Ng5 Rce8 22. Bb2 h6 23. Nf3 Bb4 24. c3 Be7 25. c4 dxc4 26. Rc1 b527. axb5 Qxb5 28. Rxc4 Nb4 29. Ne5 Nd5 30. Qc2 Bd6 31. Nc6 Nb6 32. Rd4Bxh2+ 33. Kxh2 Qxf1 34. Qc3 Rf6 35. Ne5 Qxf2 36. Rf4 Qe2 37. Qd4 Nd5 38.Rf3 Rc8 39. Rg3 f4 0-1[Event "WM-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk"][Site "MyTown"][Date "26.3.2014"][Round "10"][White "Vishy Anand"][Black "Shakhriyar Mamedyarov"][Result "1/2 - 1/2"][PlyCount "60"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5.Nc3 a6 6. h3 e6 7. g4 h6 8. Bg2 Be7 9. Be3 Nc6 10. f4 Nd7 11. Qd2 Nxd4 12. Bxd4e5 13. fxe5 Bh4+ 14. Bf2 Nxe5 15. O-O-O Bxf2 16. Qxf2 Be6 17. Qd4 Qg5+ 18. Kb1O-O-O 19. Bf1 Nc6 20. Qf2 Qc5 21. Qg3 Qe5 22. Qf2 Qc5 23. Qg3 Kb8 24. Be2 Ne525. Nd5 Rc8 26. c3 f6 27. Rd4 Rhe8 28. Rhd1 Rcd8 29. Bd3 Nc6 30. Rc4 Qa7 *

Beitrag von zugzwang

Die Runden 9-11 waren ergebnistechnisch wie gemalt für Vishy Anand.Heute gab es 2 Stellen, an denen es evtl. etwas enger für ihn werden konnte.Nicht in seiner eigenen Partie gegen den angeschlagenen Vlad Kramnik, sondern zuerst bei Peter Svidler gegen Levon Aronjan und danach bei Toppi gegen Karjakin.Der Armenier ließ es nach den vorangegangenen Aufregungen deutlich ruhiger angehen und Svidler erlangte ohne große Wirrungen eine gewisse Druckstellung. Angie (chessbomb-stockfish) schlägt 24. e4 anstatt des gespielten 24. Db1 vor und die Stellung wird aus Sicht des Läuferpaarbesitzers vorteilhaft geöffnet.Eine angegebene Variante lautet:[Event "Khanty"][Date "2014.03.26"][Round "11"][White "Svidler"][Black "Aronjan"][Result "*"][FEN "1nr1q1k1/ppr1bppp/3np3/1PNp4/P2P4/4P1P1/1Q3PBP/2RRB1K1 w - - 0 24"]24. e4 dxe4 25. Nxe4 Nxe4 26. Rxc7 Rxc7 27. Bxe4 Nd7 28. d5 Nf6 29. d6 Bxd6 30.Bxb7 *Die entstandene Stellung sieht recht unangenehm für Schwarz aus, der mit der Bauerninsel a7 gegen einen starken schwarzfeldrigen Läufer des Weißen verbleibt, wenn Schwarz jetzt das weiße Läuferpaar mit Txb7 usw. halbiert.Wie stichhaltig diese Variante ist, muß sicher noch in den vorangegangenen Zügen überprüft werden, doch könnte hier eine Schlüsselstellung vorliegen.In der Folge konnte Svidler seine Stellung nicht weiter ausbauen, auch wenn er die Schlußstellung gegen viele andere GM sicher noch etwas gespielt hätte.Topalov brachte Karjakin in einer igelartigen Fianchettostellung zu längerem Nachdenken und erzielte etwas Raumvorteil, den Karjakin aber zu bekämpfen wußte.Mit 35. a5 brachte Toppi gewöhnt kämpferisch neuen Schwung in die Partie, doch schien es so, als wäre letztlich nur auf kompliziertem Weg eine ddynamisch ausgeglichene Stellung entstanden, in der sich die beiderseitigen Möglichkeiten neutralisieren.Bei genauerer Betrachtung durch Angie-Brille stellt sich jedoch heraus, daß eine komplizierte Stellung entstand, in der die beiden (potentiellen und letztlich) entstandenen Randfreibauern Schwarz doch ermöglichen können, mit seinem König unterstützend einzugreifen.Was anfänglich als bequeme Festung für Toppi aussah, ist dank Angie-Anregungen eine genauere Analyse wert.Eine mögliche Schlüsselstellung scheint nach 42. ... a4 vorzuliegen, in der sich Toppi für die Aufstellung mit 43. Kd1 entschied. Als erste Frage stellt sich darin, ob das geradlinige Ta8 nebst Txa6 zu ähnlichen Problemen wie in der Partie führen kann. Oder sollte er zunächst 43. kf1 spielen, weil Ta8 nicht wegläuft?Die nächste Schlüsselstelung entstand nach dem Abschließen 45. g4 und Karjakin vielleicht ein Tempo verschenkender Antwort 45. ... Lf2 (Idee h3 nebst Lh4).Angie entwickelt hier verschiedene andere interessante Spielansätze für die schwarzen Freibauern. Mit einem Bauernopfer e5-e4 öffnet sie ggf. den Weg für den sK in die weiße Stellung und der Läufer wird Richtung f4 gespielt, wo er g5 und d6 deckt und den h-Bauern unterstützt. Der wK ist an die a-Bauern gebunden und der wT an den h-Bauern. Die Mitte ist damit ungeschützt.Ging hier mehr?[Event "Khanty"][Date "2014.03.26"][Round "11"][White "Topalov"][Black "Karjakin"][Result "1/2-1/2"][FEN "1R6/8/p2p2k1/2b1p1pp/p1P5/3P1PP1/4K3/8 w - - 0 43"]43. Kd1 (43. Ra8 $5 h4 44. gxh4 gxh4 45. f4 exf4 46. Rxa6 h3 47. Kf3 h2 48. Kg2Bg1 49. Rxa4 f3+ 50. Kh1 f2 51. Ra1 Kf5 52. d4 Ke4 53. Rd1 Ke3 54. c5 dxc5 55.dxc5 Ke2) (43. Kf1 a5 44. Rb2) 43... h4 44. Rg8+ Kf6 45. g4 (45. gxh4 gxh4 46.Kc2) 45... Bf2 (45... Be3 $5 46. Kc2 e4 $5) (45... a3 $5) 46. Rh8 Kg7 47. Rh51/2-1/2Bei einem Sieg wäre Karjakin auf einen Punkt an Anand herangerückt mit einer Weißpartie gegen diesen in der Hinterhand.Im weiteren Partieverlauf kam Toppi zu schnell mit König und Turm in gute Verteidigungspositionen.Ein spannendes Endspiel und ein gutes Trainingbeispiel für die Schaffung von Ungleichgewichten.

Beitrag von Kiffing

Vishy Anand hat im WM-Kandidatenturnier bislang überzeugt, ja sogar viele Schachfreunde mit seiner Leistung überrascht. Er spielt solide, konzentriert, aber ohne wirklich zu brillieren. Weil das Teilnehmerfeld in Chanty-Mansijsk ohne Magnus Carlsen allerdings dicht beieinander ist, und der einzige Teilnehmer, der von der Elozahl her ein wenig herausragt, nämlich Lewon Aronian, unter Form spielt, reicht es bislang für den Inder für die Pole-Position. Heute allerdings trat wieder eine Schwäche auf, die sich bereits in Chennai gegen Carlsen überdeutlich gezeigt hatte. Dem Inder fehlen die nötige Entschlossenheit und die letzte Konsequenz. Genau deswegen gelang ihm heute mit Weiß gegen Dmitri Andreikin nicht der 4. Sieg im Turnier, den er eigentlich schon in der Tasche hatte...Der Reihe nach: In einer Caro-Kann-Partie mit 3. Sc3 verzichtete Anand in der Hauptvariante auf das übliche Vorrücken des h-Bauern nach h5. Im Vergleich dazu spart der Inder ein Tempo auf, aber nimmt sich selbst die Möglichkeit eines in dieser Variante im Forum bereits vorgestellten potentiell möglichen [URL="http://www.schachburg.de/threads/771-Caro-Kann-wenn-der-Gegner-auf-L%C3%A4uferfang-geht"]taktischen Motivs[/URL]. Im Mittelspiel wendete sein Gegner ein von Bronznik und Terekhin vorgestelltes strategisches Motiv an: die Vorpreschung eines Randbauern. Andreikin schob seinen a-Bauern bis nach a3, ein Motiv, das sehr langfristig orientiert ist, weil die Vorzüge meistens erst im viel späteren Partieverlauf sichtbar werden, wie auch in dieser Partie. Danach spielte aber erst nur Vishy Anand, der wie schon gegen Kramnik mit starkem Zentralspiel seinen Gegner unter Druck setzte und angesichts der zaghaften Reaktion des Gegners (der Bd5 hätte im 24. Zuge geschlagen werden müssen) in klaren Vorteil kam. Anand schob seinen Freibauern bis nach d6, kombinierte sein Spiel um den gefährlichen Freibauern mit einem Königsangriff und stand nun klar auf Gewinn. Als der Freibauer gar auf d7 stand und damit nur noch einen Schritt vor der Umwandlung, machte Andreikin trotz nach wie vor verlorener Stellung das einzig Richtige, indem er auf kompromißlosen Gegenangriff setzte. Der schon erwähnte frühe Vormarsch des a-Bauern hatte die weiße Königsstellung aufgerissen, so daß Andreikin einen Ansatzpunkt für seinen Gegenangriff fand. Das Druckspiel wirkte: Anand fand mehrfach nicht die beste Fortsetzung, und schlimmer noch, als Anand, sogar nach (!) der Zeitkontrolle, direkt Remis machte, war das Entsetzen seiner Fangemeinde riesengroß. Denn wie alle Engines anzeigten, hätte der Inder nach dem Turmopfer 41. Tc4! bxc4 42. Lxa3 weiter mit voller Berechtigung auf Gewinn spielen können. Dafür bürgen der starke Freibauer, der starke Springer und die gegen die luftige Königsstellung des Schwarzen wunderbar in Szene gesetzten Dame und La3. Da allerdings von den Teilnehmern nur der bereits abgeschlagene Weselin Topalov gegen Peter Swidler gewinnen konnte, verbleibt Anand zwei Runden vor Schluß mit einem Punkt Vorsprung vor dem Rest des Feldes.Weselin Topalov konnte gegen Peter Swidler endlich einmal wieder überzeugen. Nach einer originellen Variante im Sizilianer mit 2. ...e6, konnte er schnell leichten Vorteil behaupten, und nach der Verdopplung seiner Schwerfiguren auf der d-Linie seinen Gegner taktisch überrumpeln. Topalov gewann einen Bauern, und da auch seine Stellung strategisch gewonnen war, wollte sich der Gegner „die Technik“ nicht mehr zeigen lassen und resignierte schnell.Wladimir Kramnik hat sich indes von seiner Krise erholt. Nach sicherem Remis gegen Anand gelang ihm heute das Gleiche gegen Aronian. Wesentlich wilder ging es dagegen bei Mamedyarov gegen Karjakin zu. Die Zuschauer bekamen eine faszinierende Kampfpartie geboten, in der beide Spieler am Rande des Abgrundes wandelten, und das mit respekteinflößender Sicherheit. Mamedyarov hatte sich am Anfang ein starkes Bauernzentrum aufgebaut mit einer Spitze auf d5 und e5, das von Karjakin natürlich unter Beschuß genommen wurde. Die Wegsprengung funktionierte nur teilweise, und danach hatte jeder „seinen“ Flügel für den eigenen Angriff. Mamedyarov griff auf dem Königsflügel an und Karjakin auf dem Damenflügel. Für die Galerie waren in dieser Partie viele Züge. Im 29. Zug zeigte z. B. Mamedyarov seine Kreativität mit 29. Tf5! Wird der Turm genommen, folgt 30. Txd5! Da1+ 31. Td1 De5 mit Remisschaukel. Karjakin tat Recht damit, dieses unkonventionelle Remisangebot abzulehnen; dann die Schlüsselstellung im 30. Zug: [FEN=10]r4rk1/p3qp1p/2n3p1/3b1RB1/2p4Q/8/2B3PP/3R2K1 b - - 0 30[/FEN]Laut Chessdom-Topengine Houdini ließ hier Karjakin mit 30. ...Dc5+ 31. Df2 Dxf2+ 32. Txf2 Le6 und der schwarze Materialvorteil ist eindeutig schlichtweg den Gewinn aus (-2,96). Doch mein Fritz 13 spricht hier eine andere Sprache. Fritz 13 zeigt die Variante 30. ...Dc5+ 31. Kh1! (das hatte Karjakin vermutlich gesehen) gxf5 32. Lf6 Lxg2+! 33. Kxg2 Se5 34. Dh6 Dc6+ 35. Kg1 Db6+ 36. Kf1 Df2+! 37. Kxf2 Sg4+ 38. Kf3 Sxh6 39. Tg1 Sg4 40. h3 = Welche Engine hat hier Recht?Nach dieser Peripetie folgten rasch die retardierenden Momente, und das Endspiel mit Doppeltürmen gaben beide Spieler im 60. Zug Remis. Morgen ist Ruhetag, und dann folgt der Endspurt für die letzten beiden Runden.[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "0:50:33-1:05:33"][Date "2014.03.27"][EventDate "2014.03.12"][Round "12"][Result "1/2-1/2"][White "Anand"][Black "Andreikin"][ECO "B18"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.e4 c6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Bf5 5.Ng3 Bg6 6.h4 h6 7.Nf3 e6 8.Ne5 Bh7 9.Bd3 Bxd3 10.Qxd3 Nd7 11.f4 Bb4+ 12.c3 Be7 13.Bd2 Ngf6 14.O-O-O O-O 15.Qf3 Qc7 16.c4 a5 17.Kb1 Rad8 18.Bc1 a4 19.Rhe1 a3 20.b3 Bb4 21.Re3 c5 22.d5 exd5 23.cxd5 Nb6 24.Red3 Qc8 25.d6 Rfe8 26.Nh5 Re6 27.Nxf6+ Rxf6 28.d7 Qc7 29.Qg4 c4 30.Rg3 g6 31.h5 cxb3 32.Rxb3 Na4 33.hxg6 fxg6 34.Rxb4 Nc3+ 35.Kc2 b5 36.Kb3 Na4 37.Qf3 Nc5+ 38.Kc2 Na4+ 39.Kb3 Nc5+ 40.Kc2 Na4+ 41.Kb3 1/2-1/2[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.27"][EventDate "2014.03.13"][Round "12.2"][Result "1/2-1/2"][White "Shakhriyar Mamedyarov"][Black "Sergey Karjakin"][ECO "E20"][WhiteElo "2757"][BlackElo "2766"][PlyCount "120"]1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 4. f3 c5 5. d5 b5 6. e4 O-O 7. e5 Ne8 8. f4exd5 9. cxd5 d6 10. Nf3 c4 11. a4 Nd7 12. Be2 Qb6 13. axb5 Nc7 14. Qd4 Bb715. Bd2 Bxc3 16. bxc3 dxe5 17. fxe5 Bxd5 18. Be3 Qxb5 19. O-O Ne6 20. Qh4Ndc5 21. Rab1 Nb3 22. Bd1 Qa5 23. Bc2 g6 24. Ng5 Nxg5 25. Bxg5 Qxc3 26. Rf2Nd4 27. Bh6 Nc6 28. Rd1 Qxe5 29. Rf5 Qe7 30. Bg5 f6 31. Rfxd5 fxg5 32. Qxc4Qe6 33. Bb3 Kh8 34. Qc5 Rae8 35. h4 Qe3+ 36. Qxe3 Rxe3 37. Ba4 Ne7 38. Rxg5Nf5 39. h5 Kg7 40. hxg6 hxg6 41. Bc2 Kh6 42. Rg4 Re5 43. Bxf5 Rexf5 44. Ra4a5 45. Rd6 Rg5 46. Ra6 Rff5 47. Rh4+ Kg7 48. Ra7+ Rf7 49. Ra6 Rb7 50. Ra4Rbb5 51. Ra3 Rb1+ 52. Kh2 Rh5+ 53. Kg3 Rbb5 54. Kf2 Kh6 55. Kg1 Rb1+ 56.Kf2 Rb2+ 57. Kg1 Rg5 58. Rh3+ Kg7 59. Ra7+ Kf6 60. Ra6+ 1/2-1/2[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.27"][EventDate "2014.03.13"][Round "12.1"][Result "1-0"][White "Veselin Topalov"][Black "Peter Svidler"][ECO "B49"][WhiteElo "2785"][BlackElo "2758"][PlyCount "70"]1. e4 c5 2. Nf3 e6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nc6 5. Nc3 Qc7 6. Be3 a6 7. Be2 b5 8.Nxc6 dxc6 9. a4 b4 10. Nb1 Nf6 11. Nd2 c5 12. f3 Bb7 13. Nc4 Nd7 14. Qc1Be7 15. O-O O-O 16. Bf4 e5 17. Bg3 h6 18. c3 a5 19. Qc2 Ba6 20. Rfd1 Rfd821. b3 Bg5 22. Bf2 Nf8 23. cxb4 cxb4 24. Bb6 Rxd1+ 25. Rxd1 Qb8 26. Bf2 Qc727. Rd5 Rc8 28. h4 Be7 29. Qd2 Rd8 30. Bb6 Rxd5 31. Qxd5 Qb8 32. Qxa5 Bxc433. Bxc4 Qd6 34. Bf2 Qd1+ 35. Kh2 1-0

Beitrag von Kiffing

Vishy Anand hat also zwei Runden vor Schluß einen Punkt Vorsprung auf Aronian, und wegen des für Anand ausgegangenen direkten Vergleichs muß Aronian, um noch an Anand vorbeizuziehen, 1,5 Punkte mehr holen als Anand. Hat Anand es damit geschafft? Zumindest hat er die Tür zum Rematch gegen Carlsen weit aufgestoßen. Doch die Schachgeschichte ist reich an Fällen, wo der uneinholbar zu sein scheinende Führende eines Wettbewerbs es am Ende noch einmal spannend machte. Besonders Anatoli Karpov war "sehr gut" in so etwas. Wir blicken zurück:- 1974 beim Kandidatenfinale gegen Viktor Kortschnoi führte Karpov in einem auf 24 Matches und fünf Gewinnpartien limitierten Wettkampf nach 17 Partien sicher mit 10:7 (3-0 Siege). Der Sieg schien perfekt, aber mit zwei schnellen Siegen kam Kortschnoi auf einmal wieder gefährlich an Karpov heran. Karpov konnte das Match nur noch mit Ach und Krach zum 12,5-11,5 führen.- 1978 bei der Schach-WM in Baguio zwischen denselben Gegnern lag Karpov in einem auf 6 Gewinnpartien limitierten Wettkampf sicher mit 5:2 in Führung. Er brauchte für die Titelverteidigung nur noch einen Punkt. Doch der kam nicht. Stattdessen kam Kortschnoi bis auf 5:5 an ihn heran. Die Spannung war auf dem Siedepunkt, doch die letzte Partie gewann Karpov.- 1984 führte Karpov bei der Schach-WM in Moskau, die formell unter denselben Bedingungen wie 1978 stattfand, gegen seinen jungen Herausforderer Kasparov mit 5:0. Diesmal kam der entscheidende Sieg überhaupt nicht. In einem wahren Marathon-Wettkampf mit vielen Remis kam Kasparov bis zu 5:3 an den Titelverteidiger heran. Nach 48 Matches wurde die WM abgebrochen, und Karpov verlor in der Fortsetzung seinen Titel an Kasparov.- Beim Weltcup zwischen den Weltmeisterschaften 1987 und 1990 lieferten sich K&K wieder einmal einen spannenden Zweikampf um den Titel. Jeder Spieler nahm für den Wettbewerb an sechs Turnieren teil, die besten vier Ergebnisse wurden gezählt. Gegen Ende des Weltcups hatte Karpov in Rotterdam mit 9,5/12 ein blendendes Ergebnis erzielt. Nun hatte er die Möglichkeit, Kasparov im Gesamtklassiment zu überholen. Doch Karpov beendete das Turnier mit [URL="http://www.schachburg.de/threads/793-Karpovs-Drama-von-Rotterdam?highlight=Drama+Karpovs"]drei Niederlagen[/URL] und mußte auch bei diesem Titel seinen großen Rivalen am Ende den Vortritt lassen. Auch in Chanty-Mansijsk wird bis zum Schluß gespielt werden. ;)

Beitrag von schach24

da hat es der Tiger von Madras (zu deutsch: Chennai) geschafft: er wird im November gegen Carlsen antreten (müssen).Wird sicher ein interessanteres Match als das Letzte. Der Druck, im eigenen Land den WM-Titel halten zu wollen, war doch zu groß.Was denkt ihr, wird Carlsen seinen Titel verteidigen können? Vielleicht sollte die WM in Norwegen stattfinden, als ausgleichende Gerechtigkeit :)

Beitrag von Kiffing

Ja, der Tiger hat es geschafft! Damit ist die Sensation – einen Spieltag vor Schluß – perfekt! Und er mußte dafür wirklich lange kämpfen. Denn sein Gegner, Sergei Karjakin, der die weißen Steine führte, war nicht gewillt, dem Turnierführenden ein „Großmeister-Remis“ zu schenken. Im Damengambit mit frühem Kreuzhebel, der zu raschen Bauerntäuschen führte, entstand so eine offene Partie, in der Anand für Initiative ein überraschendes Bauernopfer anbrachte. Anand hatte bei seiner Aktion vor allem den weißen Entwicklungsrückstand im Auge. Er spielte auf den weißen, noch in der Mitte verbliebenen König. Doch Karjakin, der ähnlich wie früher Karpov ein feines Händchen für die Koordination seiner Figuren hat, konnte sich von der unsicheren Lage befreien. Im Zuge einer komplizierten Abwicklung kam er im Endspiel mit zwei Leichtfiguren gegen Turm sogar in Vorteil und zwang den Inder zu einem langen, harten Kampf um das erlösende Remis. Doch Anand zeigte sich in der Verteidigung sicher, und am Ende war er es sogar, der seinen Gegner nach einer kecken Bauernaktion im 88. Zuge in den rettenden Remishafen zwang. Damit ist das Rematch gegen Carlsen perfekt!Ganz im Geiste des Turniers konnten in der Vorschlußrunde zwei Weißspieler ihre vollen Punkte holen. Dmitri Andreikin schlug überraschend Lewon Aronian, und Wladimir Kramnik konnte sich gegen seinen Feind Weselin Topalov durchsetzen.Dmitri Andrekin wußte, daß man sich etwas Besonderes einfallen muß, um einen Spieler vom Kaliber eines Lewon Aronians zu bezwingen. Die große Tat geschah im Endspiel, als er den Armenier mit dem strategischen Opfer 20. Kb2!! überraschen konnte. Tatsächlich konnte die Qualität geopfert werden, weil der König nun seinen gedeckten Freibauern bei der Umwandlung zusammen mit Läufer und Turm unterstützt und damit die entscheidende Figur sein sollte, die in dem Kampf um die Umwandlung eingreift. Die Tatsache, daß sich Aronian statt für die Qualität für den Ba4 entschied, machte die Sache nicht besser. Der König kann natürlich trotzdem eingreifen, ebenso wie der verschmähte Td1. Mit den beiden Türmen und dem König gelang Andreikin auf atemberaubende Weise die Umwandlung. Er hat sich mit dieser Partie in den Lehrbüchern und in der Schachwelt einen Namen gemacht. Solche Manöver sind die Diamanten des Turnierschachs!Wladimir Kramnik und Weselin Topalov sind seit ihrer Skandal-WM 2006 miteinander verfeindet und geben sich auch nicht mehr die Hand ([URL="http://de.chessbase.com/post/interview-mit-vladimir-kramnik-teil-2--1"]Kramnik dazu[/URL]: „Es gibt da einen Trick – es ist nicht erlaubt, den Händedruck abzulehnen, aber man muss die eigene Hand nicht anbieten“). Das gab es meines Wissens zuletzt zwischen Karpov und Kortschnoi. In der Hinrunde hatte Topalov Kramnik noch geschlagen. Diesmal revanchierte sich der Russe mit einem Sieg. In einem Damengambit mit Lxf6 kam wie bei Karjakin – Anand ein früher Kreuzhebel vor, der zu einer Öffnung der Stellung führte, die aber nur Kramnik nutzte. Kramnik stand aktiv mit seinem starken Se5. Nachdem er Druckspiel am Damenflügel aufgebaut hatte, manövrierte er seine Figuren blitzschnell um und griff den Bulgaren nun am Königsflügel an – Königsangriff! Zwar konnte Topalov seinen König vorläufig retten, doch auch im Endspiel änderte sich an der Aktivität der weißen Figuren nichts. Am Ende zwang ein sehenswerter Bauernvorstoß den Bulgaren in die Niederlage. Denn der Freibauer ist für den überlasteten König Tabu, weil er gleichzeitig das Feld f8 gegen den weißen Turm verteidigen muß. [QUOTE=chess24] Was denkt ihr, wird Carlsen seinen Titel verteidigen können?[/QUOTE]Carlsen wird wie schon 2013 der Favorit sein. Aber auch Anand hat meiner Ansicht nach Chancen. Daß er nach wie vor auf absolutem Weltklassenniveau Schach spielen kann, hat er in Chanty-Mansijsk eindrucksvoll bewiesen, vor allem war seine Defensive an Klasse kaum zu überbieten, er hat in Chanty-Mansijsk nicht einen Super-GM ernsthaft an sich herangelassen. Und er wird aus Chennai 2013 seine Lehren gezogen haben. Ich freue mich für Vishy Anand für diesen großen Erfolg, daß er es noch einmal allen gezeigt hat und freue mich auf eine hochklassige und spannende Weltmeisterschaft im Duell der Generationen! :) [Event "World Chess Championship Candidates"][Site "0:28:33-0:28:33"][Date "2014.03.28"][EventDate "2014.03.12"][Round "13"][Result "1/2-1/2"][White "Sergey Karjakin"][Black "V Anand"][ECO "D30"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nf3 Nf6 4.e3 Be7 5.b3 O-O 6.Bb2 c5 7.cxd5 Nxd5 8.dxc5 Nd7 9.c6 bxc6 10.Nbd2 a5 11.e4 N5f6 12.Qc2 a4 13.Qxc6 Qa5 14.Qxa4 Qxa4 15.bxa4 Nc5 16.Bb5 Nxa4 17.Bd4 Bd7 18.Bxd7 Nxd7 19.Ke2 Nac5 20.Rhc1 Ra4 21.Rc2 Rfa8 22.Rac1 Rxa2 23.Rxc5 Bxc5 24.Bxc5 Rc8 25.Ba3 Rxc1 26.Bxc1 Nc5 27.Ke3 f6 28.Nd4 e5 29.Ne2 h5 30.h3 Kf7 31.Nc3 Rc2 32.Ne2 Ra2 33.h4 g6 34.g3 Ke6 35.f3 Kf7 36.Nc3 Rc2 37.Ne2 Ra2 38.Nb1 Nb3 39.Nbc3 Ra1 40.Bb2 Rf1 41.Nd5 Na5 42.Nb6 Rb1 43.Bc3 Rxb6 44.Bxa5 Rb3+ 45.Bc3 g5 46.hxg5 fxg5 47.Kf2 Rb5 48.g4 h4 49.Ng1 Rc5 50.Bd2 Rc2 51.Ke2 Ra2 52.Nh3 Kg6 53.Kd3 Rb2 54.Ke3 Rb3+ 55.Ke2 Rb2 56.Kd1 Rb3 57.Ke2 Rb2 58.Kd3 Ra2 59.Nf2 Ra3+ 60.Bc3 Ra2 61.Ke3 Ra3 62.Kd2 Ra2+ 63.Ke1 Kf6 64.Kf1 Ra3 65.Nd1 Ke6 66.Kg2 Rb3 67.Ba5 Ra3 68.Bb6 Ra2+ 69.Nf2 Kf6 70.Kh3 Ra3 71.Kg2 Ra2 72.Bd8+ Kg6 73.Be7 Rb2 74.Bc5 Rc2 75.Bd6 Kf6 76.Kf1 Rc1+ 77.Kg2 Rc2 78.Bb4 Rb2 79.Ba5 Ra2 80.Bd8+ Kg6 81.Be7 Rb2 82.Bc5 Kf6 83.Kg1 Rb1+ 84.Kh2 Rb3 85.Kg2 Rb2 86.Ba3 Ra2 87.Bb4 Rb2 88.Be1 h3+ 89.Kf1 h2 90.Nh1 Rb1 91.Ke2 1/2-1/2[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.29"][EventDate "2014.03.13"][Round "13.4"][Result "1-0"][White "Vladimir Kramnik"][Black "Veselin Topalov"][ECO "D43"][WhiteElo "2787"][BlackElo "2785"][PlyCount "110"]1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 d5 4. Nc3 c6 5. Bg5 h6 6. Bxf6 Qxf6 7. e3 g6 8.Bd3 Bg7 9. O-O O-O 10. Ne5 c5 11. cxd5 cxd4 12. exd4 exd5 13. Re1 Be6 14.Bb5 Rd8 15. Rc1 a6 16. Ba4 Rd6 17. Qb3 b6 18. Ne2 b5 19. Qa3 Bf8 20. Bc2Nc6 21. Qg3 Rc8 22. h4 Ne7 23. h5 g5 24. f4 Qg7 25. Rf1 f6 26. Ng4 Rdc6 27.Ne3 f5 28. fxg5 Qxg5 29. Qxg5+ hxg5 30. Bxf5 Nxf5 31. Rxc6 Rxc6 32. Nxf5Rc2 33. Neg3 Rxb2 34. Re1 Bd7 35. Ne7+ Kf7 36. Nxd5 Bc6 37. Rf1+ Ke6 38.Ne3 Bg7 39. Ngf5 Bh8 40. h6 Be4 41. d5+ Kd7 42. Ng3 Bd3 43. Rf7+ Ke8 44.Rf3 Rxa2 45. Nef5 Rd2 46. Ng7+ Ke7 47. d6+ Kxd6 48. Rf8 b4 49. Rxh8 b3 50.N7f5+ Bxf5 51. Nxf5+ Kc7 52. h7 b2 53. Rc8+ Kxc8 54. h8=Q+ Kd7 55. Qh7+ 1-0[Event "World Chess Championship Candidates"][Site "Khanty-Mansiysk RUS"][Date "2014.03.29"][EventDate "2014.03.13"][Round "13.1"][Result "1-0"][White "Dmitry Andreikin"][Black "Levon Aronian"][ECO "A45"][WhiteElo "2709"][BlackElo "2830"][PlyCount "88"]1. d4 Nf6 2. Bg5 g6 3. Bxf6 exf6 4. c4 Bb4+ 5. Nd2 c5 6. a3 Bxd2+ 7. Qxd2cxd4 8. Nf3 Nc6 9. Nxd4 Nxd4 10. Qxd4 Qa5+ 11. b4 Qe5 12. O-O-O a5 13. b5d6 14. Qxe5+ dxe5 15. g3 Be6 16. Bg2 Bxc4 17. Bxb7 Rb8 18. Bc6+ Kf8 19. a4Bb3 20. Kb2 Bxa4 21. Rd5 Ke7 22. Ka3 Bc2 23. Rd7+ Kf8 24. e4 a4 25. Rc1 Bb326. Bd5 Bxd5 27. Rxd5 Kg7 28. Rc7 Rb6 29. Rc6 Rb7 30. Kxa4 Ra8+ 31. Ra6 Rc832. b6 Rc2 33. Kb5 Rxf2 34. Kc6 Re7 35. Raa5 Re6+ 36. Rd6 Re7 37. Rdd5 Re6+38. Kc7 Re7+ 39. Kc8 Re8+ 40. Kd7 Kf8 41. b7 Re7+ 42. Kc6 Re6+ 43. Kc7 Re7+44. Kb6 1-0

Beitrag von zugzwang

Der mittelalte Mann wird mal wieder (ein letztes Mal?) für einen WM-Kampf übers Meer fliegen müssen. Und vielleicht zieht er noch einmal einen ganz dicken Brocken aus dessen Element?!Gratulation für den Sieg im Kandidatenturnier in überzeugender Manier und Glückwunsch für das anstehende WM-Match an Vishy Anand!Ja, auch im Schach gehört eine gewisse Portion Glück dazu, ohne dies jetzt ausführlich zu erörtern.Ein Vierteljahrhundert Weltklasse - 1991 schied Vishy knapp und etwas unglücklich (mangelnde Erfahrung/Nervosität) gegen Karpov in seinem ersten WM-Zyklus aus - hat die Chance, seinen errungenen Titeln und Erfolgen einen weiteren Glanzpunkt aufzusetzen.Mit Schwarz brachte Vishy in 4 von 5 Nicht-e4-Eröffnungen ein frühes Bauernopfer, konnte in jeder dieser Partien ausreichende Kompensation vorweisen und war in diesen Partien nicht ernsthaft gefährdet. Gegen Mamedjarov gewann er ohne Bauernopfer in klassisch-klarem Stil.In beiden e4-Partien kam er mit Schwarz zu ausgezeichneten Stellungen und zeigte nur gegen Peter Svidler eine leichte Schwäche, indem er diesem etwas zuviel glaubte und die sicherheit Bevorzugte.Sein Bauernopfer gegen Topalov war gründliche Heimarbeit und die Behandlungstechnik wirkte auch in seine Schwarzpartien gegen Kramnik und Karjakin nach.Gegen Aronjan "neuerte" er bereits im 3. Zug und brachte kurz danach wieder ein Bauernopfer. Einfall am Brett oder Frucht akribischer Vorbereitung?Anand als Spezialist für slawische Systeme könnte sich durchaus schon mal Gedanken über Aronjans Ansatz mit 1.c4, 2. Sf3 und 3. Db3 gegen sein c6-d5 gemacht haben. Unwahrscheinlich ist es, daß er dies aber vor der Partie rekapituliert hat. Da dürften andere Systeme im Vordergrund gestanden haben. Umso beeindruckender war trotz oder gerade wegen des Kurzremis sein Vortrag in dieser Partie. Der Kommentar Aronjans zum Verlauf sagt viel aus.Vishy Anand spielte basierend auf exzellenter Eröffnungsvorbereitung und -antizipation im Turnier auch sehr schnell und kraftsparend. Während andere bereits am Brett arbeiten mußten, schien er auch von Heimarbeit zu profitieren. Die damit verbundene Kraft- und Nerveneinsparung ist genau das, was Carlsen im WM-Kampf ausschaltete und damitden Grundstein für seinen Erfolg legte. Vishy mußte dort früher und länger Kopfarbeit leisten und sich mit der Jugend messen.Und hier kommt ein Punkt ins Spiel, wo Vishy nicht ganz überzeugen konnte:Gegen Svidler und Andreikin erspielte er sich (deutliche) Vorteile und konnte diese in kompliziert-risikoreichen und rechenlastigen Stellungen nicht verwerten.Beide Spieler wären gegen einen Carlsen in der Form der letzen Jahren kaum entkommen. Der hätte sie ruhig-überlegt ausgerechnet. Gerade diese Stellungstypen gelten aber auch als Stärke von Anand, mit der er gegen Carlsen voll punkten könnte.Aus dieser Sicht entstehen schon kleine Zweifel und deshalb auch der Glückwunsch an ihn für die Zukunft, hier das richtige Gefühl und das nötige Selbstvertrauen im Spitzenkampf zu haben.Ich habe Anand dieses Comeback nicht zugetraut. Und zwar weil seine Motivation abhandengekommen zu sein schien. Und damit Kraft und Konzentration.Der letzte WM-kampf war für mich tatsächlich eine Enttäuschung, weil ich ihm trotz Zweifel an seiner Motivation mehr zugetraut habe, als er nach der 5. WM-Partie zeigte.Der neuerliche WM-Kampf kann zeigen, wie die schachlichen Stärken und leistungssportlichen Komponenten verteilt sind.Wenn beide Spieler mental (Nervenanspannung) und fitnessmäßig auf ähnlicher Höhe sind, dann zeigt es sich, inwieweit Carlsens riesiger Vorsprung auf den Rest der Elo-Welt auf seinem Schachstil und besserem Schachverständnis beruht oder ob und wie dieser Abstand auch von anderen wieder verkleinert werden kann.Andererseits drücke ich auch Carlsen die Daumen, daß er weiterhin mit Leichtigkeit den Erwartungen in ihn entsprechen und sein volles Leistungsvermögen abrufen kann. In Chennai (Madras) war ihm der Druck anfangs schon deutlicher anzumerken als bei den anderen Spitzenturnieren.Die Schachwelt hat die Chance auf einen Spitzenkampf - entgegen des Vorvergleichs -, der trotz nominellen Leistungsabstands die vergleichbaren Revanchekämpfe zwischen KuK an Spannung noch übertreffen könnte.Vielleicht sollte die WM mal wieder in Sevilla stattfinden, doch hätte Vishy dann fast ein 2. Heimspiel.Nachtrag:Andreikin, für mich bisher einer unter vielen talentierten 2700ern und kein Stern erster Ordnung, hat seinem guten Turnier mit dem gestrigen Sieg gegen Aronjan eine Spitze aufgesetzt. Eine elegante, kreative Partie und nicht ausschließlich vorsichtig-technisch basiert.Andreikin ist auf dem Niveau des Kandidatenturniers ein gefährlicher Konterspieler.Seine Wahl des Caro-Kann mit entgegengesetzten Rochaden - eine der am zweischneidigsten aussehenden Varianten im Turnierschach - gegen Anand hätte ich nie erwartet.

Beitrag von Kiffing

Da die Entscheidung schon gefallen ist, wer das Kandidatenturnier gewinnt und damit Weltmeister Magnus Carlsen herausfordern darf, war die Luft in der letzten Runde natürlich etwas raus. Trotzdem ist es noch interessant zu sehen, wer sich welche Plätze erspielt. Da das Teilnehmerfeld in diesem Jahr so dicht beieinander war wie wahrscheinlich noch bei keinem Kandidatenturnier (so ergab sich die kuriose Situation, daß die Zweitplazierten vor der Schlußrunde nicht mehr als einen Score von 50 Prozent aufweisen konnten), war gerade in der letzten Runde noch sehr viel möglich.Sergei Karjakin war schließlich der Gewinner der letzten Runde. Mit seinem Schwarzsieg gegen den am Schluß dramatisch abstürzenden Lewon Aronian schaffte es der Neu-Russe, vom letzten Platz nach der Hinrunde noch auf Platz 2 zu klettern. Er brauchte dafür ähnlich viele Züge wie beim gestrigen Remis gegen den frischgebackenen WM-Qualifikanten Vishy Anand, nämlich 94 Züge. Nach härtestem Kampf hatte Karjakin seinen prominenten Gegner schließlich in einer komplizierten Partie bezwungen. Mit seinen 24 Jahren hat Karjakin noch eine lange Karriere vor sich. Auch er gilt als ein späterer Anwärter für den WM-Thron. Seine Achillesferse bleibt aber seine noch nicht weltmeisterliche Konstanz. Ein Magnus Carlsen kann durchgängig starke Partien und Resultate abliefern. Ein Sergei Karjakin kann das noch nicht.Nachdem in den übrigen Partien noch mehr oder weniger gekämpft wurde, die Partien aber allesamt Remis endeten, beschloß Vishy Anand also das Turnier als Sieger mit 8,5/14 Punkten. Dem Inder reichten drei Siege für den Sieg, er blieb das gesamte Turnier über ungeschlagen. Karjakin kam auf 7,5 Punkte, Kramnik, Andreikin und Mamedyarov erspielten sich 7 Punkte, Swidler und Aronian (=vorletzter Platz!) sind dicht dahinter mit 6,5 Punkten, und Letzter, wenn auch nicht abgeschlagen, wurde Weselin Topalov mit 6 Punkten. Neben dem Gewinner Anand hat das Turnier mit Lewon Aronian also einen klaren Verlierer. Aronian wurden nach hervorragenden Ergebnissen in diesem Jahr allgemein die größten Chancen für den Turniersieg gegeben, nach der überraschenden Auftaktpleite gegen Anand wurde es aber nie sein Turnier.[Event "WM-Kandidatenturnier Chanty-Mansijsk"][Site "MyTown"][Date "30.3.2014"][Round "14"][White "Lewon Aronian"][Black "Sergei Karjakin"][Result "0-1"][PlyCount "188"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. e4 c5 2. Nc3 d6 3. Bc4 a6 4. a3 e6 5. d3 Nf66. Ba2 Nc6 7. Nf3 Be7 8. O-O O-O 9. Re1 b5 10. Ne2 Bb7 11. Ng3 d5 12. e5 Nd713. c3 d4 14. cxd4 cxd4 15. Bf4 Nc5 16. Rc1 b4 17. Bg5 b3 18. Bb1 h6 19. Bxe7Qxe7 20. Ne4 Nxe4 21. dxe4 Rab8 22. Qxb3 Ba8 23. Qc2 Rb6 24. Rcd1 Rfb8 25. Re2Qb7 26. Rdd2 Rb3 27. Qd1 Qc7 28. Qc1 Rxf3 29. gxf3 Qxe5 30. Rd3 Qh5 31. Qf4 Ne532. Rc2 Rb5 33. h4 Bb7 34. Rcd2 Rb6 35. Kf1 Nxd3 36. Bxd3 e5 37. Qg3 Rf6 38.Be2 Rf4 39. Rxd4 Rxh4 40. Rd8+ Kh7 41. Kg2 Rf4 42. Rd1 g5 43. Qh3 Qg6 44. Kf1Rh4 45. Qg3 Qe6 46. Kg2 Rf4 47. Rc1 Qd6 48. Rd1 Qf6 49. Rc1 a5 50. b4 axb4 51.axb4 Qd6 52. Rh1 Kg7 53. b5 Bc8 54. Qh2 Qg6 55. Qh5 Qf6 56. Qh2 Kh7 57. Qg3 Bb758. Rc1 Qd6 59. Rd1 Qf6 60. Rc1 Qd6 61. Rh1 Kg7 62. Qh3 Rh4 63. Qg3 Rf4 64. Qh3Rf6 65. Rd1 Qc5 66. Qg3 Rf4 67. Rh1 Qc2 68. Qh2 Rf6 69. Re1 Qd2 70. Kf1 Rf4 71.Rd1 Qc3 72. Kg2 Qb2 73. Rh1 Rh4 74. Qg3 Rxh1 75. Kxh1 Qxe2 76. Qxe5+ Kh7 77.Kg2 Qc4 78. Qe7 Bc8 79. b6 Ba6 80. Kh2 Qb3 81. Qa7 Bf1 82. Kg1 Bh3 83. f4 gxf484. Qc7 Qd1+ 85. Kh2 Qh5 86. Qxf4 Bc8+ 87. Kg2 Qg5+ 88. Kf3 Qxf4+ 89. Kxf4 Kg690. Ke5 h5 91. Kd6 h4 92. Kc7 Ba6 93. Kb8 h3 94. Ka7 h2 *