So, wunderbar! Das war der Test obs auch klappt.Ich denke, das ist so ein typischer orthodoxer Aufbau, wenn ich mich nicht irre. Den Lg5 wollte ich nicht ergeben, sondern spekulierte auf eine Königsflügelöffnung, wie sie ja auch kam. Se4 hat mich kurz überrascht, aber meinem Turm ne offene Linie zu besorgen und mit f3 e4 vorzubereiten ist nicht verkehrt. Den Läufer auf a6 habe ich geschlagen, weil mir nach Dd3 bspw. b5 nicht gefiel. Db3 wäre zwar auch ne Möglichkeit gewesen, dann wäre er halt wieder weggezogen. Ich wollte jedenfalls nicht nochmal mit meinem weißen Läufer wegziehen, weshalb ich mich deshalb für schlagen entschieden habe + Springer am Rand und so halt, ne.Mein Springeropfer war dann der Auftakt in ein gewonnenes Endspiel. Quark, ich wusste einfach nicht was ich spielen sollte und schlussendlich hatte ich mit dem Matt wohl mehr Glück als Verstand. Stünde der Springer auf a4 wäre das ja nicht möglich gewesen.
Beitrag von Kiffing
Du hast zwar ein schönes Endspielmatt gebastelt, aber Du hast zurecht angemerkt, daß der Sieg glücklich war. In dem Endspiel mit Minusfigur hätte natürlich Dein Gegner gewinnen müssen. Deswegen war auch Dein Damentausch psychologisch zweifelhaft. Hast Du Minusmaterial, solltest Du normalerweise Abtäusche vermeiden, weil so Dein materieller Malus noch mehr ins Gewicht fällt und dem Gegner die Arbeit erleichtert.Ansonsten ist es schade, daß Du es überhaupt in dieses verlorene Endspiel gebracht hast. Damit meine ich nicht nur Deine Fehlkombination im 21. Zug, die diese Figur eingestellt hat. Du hast davor schon einen blinden Fleck aufgewiesen, denn der Zug Da4+, der jeweils eine Figur gewinnt, war zwischen dem 11. -14. Zug und im 17. Zug möglich. Als er schließlich gespielt wurde, war es dafür zu spät. Ansonsten sind mir noch weitere Sachen aufgefallen. Du solltest Dir die Widerlegung von 1. d4 d5 2. c4 Sf6?! merken. Du spielst 3. cxd5 Sxd5 4. e4 und stehst mit dem starken Zentrum gut. Im 5. Zuge hättest Du ruhig 5. cxd5 spielen können, denn nach 5. Tc1 hätte Dein Gegner durchaus überlegen können, das Gambit mit dem Schlagzug auf c4 anzunehmen. In dieser Stellung kann der Bauer auf c4 wegen des schwarzen Druckspiels bereits nicht mehr ohne weiteres kompensiert werden. Im 18. Zuge wäre 18. De5 (Zwischenzug wegen Angriff auf den Th8) Th7 19. Se5 wesentlich aktiver als Deine Fortsetzung gewesen. Deswegen ist es im Schach so wichtig, auf kleine taktische Feinheiten zu achten, die im Laufe der Partie immer wieder möglich sind. Es ist auch ein gutes Beispiel, wie sehr Taktik und Positionsspiel im Schach die zwei Saiten derselben Medaille sind. 19. Sc4! wäre außerdem ein guter Zug gewesen, um die Felderschwäche des Schwarzen auf d6 direkt auszunutzen. Wegen der unglücklichen Position der schwarzen Figuren hätte das Schwarz gezwungen, seine Qualität abzugeben, um schlimmeres zu verhindern. Obwohl ich nur eine Partie von Dir kenne, würde ich Dir empfehlen, Dir ein Taktikbuch zu kaufen und es durchzuarbeiten. Ich bin mir sicher, daß Du damit einen gewaltigen Sprung nach vorne machen wirst.
Beitrag von Kampfkeks
Erstmal Glückwunsch zum Sieg! Mir ist noch aufgefallen, dass die Eröffnungsgrundsätze stark vernachlässigt wurden, was allerdings für beide Seiten gilt. Du solltest in der Anfangsphase immer versuchen, die Leichtfiguren (Läufer, Springer) zu entwickeln und zu rochieren. Anders ausgedrückt: Bring deine Armee aufs Brett und sorge für die Sicherheit deines Königs (Rochade). In dem Sinne hättest du statt 5.Tc1 auch 5.Sf3 spielen können, was eine Figur aktiviert und die Rochade vorbereitet hätte. Der Turmzug dagegen hat dich nur Zeit gekostet, zumal der Sc3 gedeckt ist. Im Sinne der Eröffnungsgrundsätze war 8.f3 ebenfalls nicht glücklich - die Idee mit der Öffnung der f-Linie ist zwar prinzipiell nicht schlecht, aber noch in sehr weiter Ferne... erstmal mußt du ja Platz schafffen, damit der Turm überhaupt auf die f-Linie gelangen kann - und der Zug 8.f3 verhindert(!) ja gerade die Entwicklung deines K-Springers nach f3. Also: Erst die Leichtfiguren raus, dann rochieren und danach geht´s weiter. ;)Sei im übrigen auch vorsichtig, was die Bauernzüge angeht, gerade was die K-Bauern angeht bzw. diejenigen Bauern auf deren Seite du rochieren willst. Sie sorgen für deine Sicherheit, d.h. bewege sie möglichst nicht, dann sind sie am stärksten (= je weiter vorgerückt, desto mehr Raum, Felder,Linien für deinen Gegner).Wenn du dir die Eröffnungsgrundsätze von einem Großmeister erklären lassen möchtest, dann guck mal hier (ab Minute 9:00)[url]http://www.youtube.com/watch?v=xh4sO1ICS_Q[/url]Nochmal Glückwunsch zum Sieg, alles scheinst du also nicht verkehrt gemacht zu haben!! :top:lg :v:
Beitrag von Rotzschnorchel
Tatsächlich, den Damenzug habe ich komplett übersehen mit Leichtgewinn habe ich komplett übersehen, allerdings ist der doch erst nach dem Läufertausch wegen b5 möglich? der damentausch war rein psychologisch. ich wusste mit ihr nichts anderes anzufangen und hoffte, dass es ein bisschen was bringt, meine bauern zu verbinden.Beim gestrigen betrachten, nach dem ich die Partie gepostet habe, ist mir der Damenzug mit Angriff auf den Turm h8 auch aufgefallen, leider zu spät.f3 mit e4 war wohl auch in sofern inkonsiquent, da ich ja die offene h-linie hatte (was schlussendlich aber nichts gebracht hatte, so wie ich das seh)der turm c1 schien mir mit blick auf die streng-orthodoxe verteidigung nicht verkehrt, wobei hier eben der schwarze schon rochiert und seinen läufer auf e7 geschickt hat + Sd7, während weiß Sf3 gespielt hat.wegen taktikbücher: wir haben eines im verein, muss ich heute abend mal anschauen und ausleihen (wurde mir auch schon im verein nahe gelegt). welche könnt ihr mir darüber hinaus empfehlen?Beste Grüße, Rotzl
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=Rotzschnorchel]Tatsächlich, den Damenzug habe ich komplett übersehen mit Leichtgewinn habe ich komplett übersehen, allerdings ist der doch erst nach dem Läufertausch wegen b5 möglich?[/QUOTE]Der Figurengewinn war wie gesagt zwischen dem 11. - 14. und dem 17. Zug möglich. Angegriffene Figuren sind nach Da4+ wahlweise der La6, der Lb4 und der Sa6.[QUOTE=Rotzschnorchel;23194]wegen taktikbücher: wir haben eines im verein, muss ich heute abend mal anschauen und ausleihen (wurde mir auch schon im verein nahe gelegt). welche könnt ihr mir darüber hinaus empfehlen? [/QUOTE]Zauberwelt der Kombination von Jakow Neistadt ist gut. Das Buch umfaßt 357 Aufgaben, die genau nach Themen aufgeschlüsselt sind wie Ablenkung, Hinlenkung, Vernichtung der Verteidigung usw. Jedes taktische Thema wird genau erklärt, danach gibt es ein Aufgabenset zu dem Thema, und ganz am Schluß gibt es noch eine Runde freier Aufgaben, d. h. an Aufgaben, wo man nicht mehr weiß, zu welchem Thema sie gehören. Mit diesem Buch kann man sich also gut mit den taktischen Motiven vertraut machen und es wegen den vielen Aufgaben gleichzeitig als Arbeitsbuch benutzen.
Beitrag von Rotzschnorchel
All die Weil habe ich mir die Lehr. Übungs und Testbuch der Schachkombinationen von Colditz, sowie Silmans Endgame Course ausgeliehen. Mal gucken, in wie weit es mich weiterr bringt.
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=Kiffing;23189]...Ansonsten sind mir noch weitere Sachen aufgefallen. Du solltest Dir die Widerlegung von 1. d4 d5 2. c4 Sf6?! merken. Du spielst 3. cxd5 Sxd5 4. e4 und stehst mit dem starken Zentrum gut. ...[/QUOTE]Das entspricht nicht dem mir bekannten theoretischen Stand.:confused::ratlos:Bitte überarbeiten oder die geheimen allerneuesten Erkenntnisse offenbaren!:jaja:Anschließend gibt es dann ein :danke:[QUOTE=Kiffing;23198]...Zauberwelt der Kombination von Jakow Neistadt ist gut. Das Buch umfaßt 357 Aufgaben, die genau nach Themen aufgeschlüsselt sind wie Ablenkung, Hinlenkung, Vernichtung der Verteidigung usw. Jedes taktische Thema wird genau erklärt, danach gibt es ein Aufgabenset zu dem Thema, und ganz am Schluß gibt es noch eine Runde freier Aufgaben, d. h. an Aufgaben, wo man nicht mehr weiß, zu welchem Thema sie gehören. Mit diesem Buch kann man sich also gut mit den taktischen Motiven vertraut machen und es wegen den vielen Aufgaben gleichzeitig als Arbeitsbuch benutzen.[/QUOTE]Warum empfiehlst Du nicht den von Dir studierten "Emms" (1001 Schachaufgaben).Ist zwar weniger systematisch, hat aber in der Schwierigkeit gestaffelte Aufgaben.Die Zauberwelt Neistadts ist schon ziemlich fortgeschritten und nicht mehr im Handel erhältlich - glaube ich.Ein methodisch gutes Kombi-Lehrbuch ist Igney "Erfolgreich kombinieren".Von den älteren Sportverlagsbüchern (= Bücherei oder Antiquariat/Flohmarkt) sind Kotow Schachtaktik I und Neistadt "Schachpraktikum" zu empfehlen, wenn man die 1. Kombianfangsgründe (=Colditz) hinter sich hat.Neistadts "Schachpraktikum" ist ein Basiswerk für Spielstärken bis hin zum Meisterspieler.Um im deutschsprachigen Raum darf auch der hinweis auf den zigfach überarbeiteten alten Klassiker "Kombinationen" von Kurt Richter nicht fehlen. Ob nun die 1. Auflage aus den 30ern oder die modernen von Beyer oder Olms.
Beitrag von Kiffing
@zugzwang: mir wurde als Jugendlicher noch beigebracht, daß 1. d4 d5 2. c4 Sf6 ein Fehler sei, der mit 3. cxd5 Sxd5 4. e4 bestraft wird. Wegen des tatsächlich starken weißen Zentrums in Kombination mit der Tatsache, daß es sich hier (da Schwarz nur noch einen Bauern im Zentrum hat) um ein semimobiles Zentrum handelt, sehe ich keinen Grund, daran zu zweifeln. Aber vielleicht möchtest Du Rotzschnorchel und uns erklären, was es für Weiß besseres gebe, um den Fehlzug 2. ...Sf6?! zu widerlegen. :)Wegen der Taktikbuchempfehlung hatte ich tatsächlich an Emms gedacht. Eine besondere Stärke von Emms ist, daß das Buch sehr praxisnah ist, weil in dem Buch auch zahlreiche unauffällige, alltägliche taktische Wendungen vorkommen, an denen man im Spiel oft achtlos vorbeigeht (wie bei 18. Dd4! Th7 19. Se5 +/-). Ich habe es dann gelassen, weil das Buch nicht in die einzelnen taktischen Themenbereiche untergliedert ist und insofern keinen Einstieg in die Welt der Kombinationen bietet. Es ist eher ein Arbeitsbuch für Spieler, die mit den taktischen Themen schon vertraut sind. Igney ist als Einstieg natürlich ebenso möglich wie Neistadt. Ich finde aber Neistadt besser, weil sein Buch weniger überladen ist. Es war sozusagen eine persönliche Empfehlung. Für Bücher, die nicht mehr im Handel erhältlich sind, empfehle ich Antiquariate.
Beitrag von Rotzschnorchel
Ich hatte noch kurz die Alternative 3. ..Dxd5 überlegt, aber nach 4. S6 Df5 5. e3 6. e6 Ld3 ist weiß in der Entwicklung voraus.Der PC schlägt Lf5 im 3. Zug vor, ermöglicht zumindest nicht mehr e4. Jetzt geh ich aber erstmal abend essen
Beitrag von Zapp Brannigan
ein fehler ist ein grosses wort, aber 2...Nf6 ist etwas anrüchig.1. d4 d5 2. c4 Nf6 3. cxd5 Nxd5 4. e4 Nf6 5. Nc3 e5 ist spielbar für schwarz, deshalb sollte weiss so spielen:1. d4 d5 2. c4 Nf6 3. cxd5 Nxd5 4. Nf3 und 5.e4 gegen fast alles, dadurch erhälft man eine grünfeld-verteiding wo schwarz nicht auf c3 nehmen kann
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=Kiffing;23203]@zugzwang: mir wurde als Jugendlicher noch beigebracht, daß 1. d4 d5 2. c4 Sf6 ein Fehler sei, der mit 3. cxd5 Sxd5 4. e4 bestraft wird. Wegen des tatsächlich starken weißen Zentrums in Kombination mit der Tatsache, daß es sich hier (da Schwarz nur noch einen Bauern im Zentrum hat) um ein semimobiles Zentrum handelt, sehe ich keinen Grund, daran zu zweifeln...[/QUOTE]:denknach:Also Jugend:rocker:erinnerungen:kiffing: und keine neu-angie:monalisa:nierten Hightechanalysen.:schule:[QUOTE=Kiffing;23203] Aber vielleicht möchtest Du Rotzschnorchel und uns erklären, was es für Weiß besseres gebe, um den Fehlzug 2. ...Sf6?! zu widerlegen. :)...[/QUOTE]Eigentlich nicht, weil ich mich für Eröffnungstheorie nicht in dem Maße interessiere wie für andere schachliche Aspekte.Trotzdem:Warum habe ich hier eingegriffen?Auch bei mir waren es "Jugenderinnerungen", daß das [FONT=Impact]dogmatische[/FONT] "gefolgt von e2-e4 mit Zentrumsbesetzung unter Tempogewinn" doch nicht der letzte Stand der Schachweisheit geblieben ist.Es begann mit der Partie Aljechin-Marshall Baden-Baden 1925, in der Marshall zeigte, daß Schwarz mit e7-e5 nahezu ausgleichen kann, wenn Weiß zu schnell und unvorbereitet e2-e4 spielt. Aljechin gewann diese Partie sehenswert und lehrreich, was aber nicht an seiner Eröffnungsbehandlung lag, sondern an seinem Mittelspielgenie.Ich dachte bisher, es sei schachliches Amateur(gemein)wissen, daß 2 ... Sf6 nicht so brachial anzugehen ist, wie es Kiffing in Teenagerjahren gelehrt wurde. Ich muß aber zugeben, daß die Standardliteratur dieses Thema nicht so deutlich ausführt, wie ich dachte. In einigen Standardwerken zur E-Theorie wird 2 ... Sf6 gar nicht erwähnt (z.B. Lehrbuch des Schachspiels oder weiße Reihe des Sportverlags).Mein erster Griff in diesen Fragen ist aber immer noch ECO. Hier dann Band D D06 1.1 (4. Auflage), 1.3 (2. Auflage) mit Verweis auf Übergänge zu D85 - siehe auch Hinweis von Lestat -.Es lohnt sich durchaus von ECO auch die alten Auflagen aufzuheben. In Folgeauflagen verschwand manches Wissen aus Platzgründen für neues.Eine sehr brauchbare Erläuterung zu 2 ... Sf6 fand ich bei Euwe/Meiden "Meister gegen Amateur" Partie 19, 20 (1. Auflage 1962). Der namentlich nicht genannte Übersetzer (vllt. Teschner?) gab auch bereits 4. Sf3 und jetzt g6, 5. e4 Sb6 mit Überleitung in die Grünfeld-Verteidigung als "geringstes Übel" an. Übel scheint mir hier in der Wortwahl etwas übertrieben.In NCO von 1999 wird 2. ... Sf6 ein ?! gegeben und u.a. mit 4. Sf3 g6, 5. e4 Sb6, 6. h3 Lg7, 7. Sc3 += ausgeführt. Ob das Ende mit += ein ?! rechtfertigt, ist mit nicht klar.Nunn beschäftigt sich auch mit dem thematischen 4. Sf3 Lf5, das auch in ECO ausgeführt ist.In Walkers "Juniorschach1 - Die ersten Züge" Seite 25 findet man dagegen das, was Dir, Kiffing, (und mir) zu Jugendzeiten nahegebracht wurde, was aber nach heutigem Stand - kann sich auch mal wieder ändern, da Eröffnungstheorie ... - als zu hastig und nicht nachhaltig genug zu bewerten ist.Eine abschließende Frage:Welche Quellen verwendet ihr, um Entwicklung und Stand der Eröffnungstheorie zu verfolgen, zu verifizieren und zu hinterfragen und damit die Jugenderinnerungen zu ordnen?Er gibt zudem ja noch Eröffnungsbäume mit "ängie-optimierten" Zügen und Datenbanken mit Erläuterungen.Nachtrag:Euwe "Theorie der Schacheröffnungen III Damengambit" 3. Auflage 1966 S. 121ff. (Marshall-Verteidigung)Pachman "Moderne Schachtheorie" Band II 2. Auflage 1956 S.227 ff. gibt 4. e4 ein "(?)" und empfiehlt 4. Sf3 (wie fast alle anderen gängigen Quellen und Experten) g6 mit Grünfeldübergang.4. Sf3 Lf5, 5. Db3! Sc6, 6. Sbd2 ... (siehe Takacs-Havasi Budapest 1926 - auf dieser Partie basieren auch Euwes Varianten)"Schachprofessor" Ludwig Rellstab schreibt in "Damengambit" (Schach-Welt GmbH Stuttgart 1949) wohl zu optimistisch:"... und auch 2. Sf6 ist schwach wegen 3. cxd5 Sxd5, 4. e4."Vielleicht erklärt dieser kleine Ausflug, warum Eröffnungstheorie ein gewisses Reizthema für mich ist und mich eher historisch, bibliophil vertiefter interessiert.Für die praktische Anwendung gibt es für mich Datenbanken, ECO und erläuterte Beispielpartien.Seltener abgelagerter Dogmatismus oder akribisch-wissenschaftliche Aufarbeitung unter Einsatz mehrkerniger "Ängies".
Beitrag von Zapp Brannigan
[quote]Welche Quellen verwendet ihr, um Entwicklung und Stand der Eröffnungstheorie zu verfolgen, zu verifizieren und zu hinterfragen und damit die Jugenderinnerungen zu ordnen?[/quote]Online-datenbank vom chesstempo, welche auf TWIC basiert. Zum teil auch eine eigens angelegte ICCF-datenbank (zu 2...Nf6 mit einem sagenhaften score von 80%), das entspricht ja dann eigentlich engine vs engine partien mit extrem langer rechendauer, die ist wohl am "genausten".Wie gesagt, 2...Nf6 würde ich nicht als fehler bezeichnen, aber die stellung mit 4. Sf3 g6, 5. e4 Sb6, 6. h3 Lg7, 7. Sc3 ist eine schlechtere version von grünfeld, also wenn schon dann doch lieber gleich grünfeld spielen, oder?
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=Lestat;23215]... aber die stellung mit 4. Sf3 g6, 5. e4 Sb6, 6. h3 Lg7, 7. Sc3 ist eine schlechtere version von grünfeld, also wenn schon dann doch lieber gleich grünfeld spielen, oder?[/QUOTE]Die Stellung wird mit += bewertet und ich als Nicht-EÖ-Theoretiker weiß nicht, um wieviel schlechter dieses += gegenüber anderen +=-Grünfeldstellungen ist.Wenn der Schwarze aber ein Grünfeldspezialist auf Amateurebene ist und der Weiße irgendeine Grünfeld-(SOS)-Nebenvariante im Repertoire oder Grünfeld lieber mit Lf4- oder Db3-aufbauten bekämpft, anstatt auf d5 zu schlagen, dann ist der Übergang in den Grünfeldtypus über die "verfemte" Reihenfolge mit 2. ... Sf6 überlegenswert.Weiß landet in einer Struktur, die er ansonsten nicht bevorzugt und Schwarz hat einen Grünfeldtypus, den er auch sonst spielt/spielen muß, allerdings ohne Tausch von Königsspringer gegen Damenspringer.Auf Amateurebene ist das eine Frage des Geschmacks und der Vorlieben beider Seiten.Wenn bei Schwarz allerdings eingemeißelt ist, daß 2 ... Sf6 schlecht ist, dann muß er sich erst von diesem Vorurteil, das bisher nicht bewiesen ist, lösen.
Beitrag von Rotzschnorchel
Nach einer kleinen Schachabstinenz, Umzugsbedingt, konnte ich in einer 15 Minuten-Partie einen Sieg auf der Haben-Seite verzeichnen. Dabei waren wir bereits im 5. Zug nicht mehr in der Theorie, aber weder er, noch ich wussten das. Bei Gelegenheit schaue ich mir die Eröffnungsvarianten aus Taimanows Damengambit bis Holländisch an. Der Springer e5 war wohl der Zug, der in dem Spiel die Wende brachte. Schwarz hätte genügend alternativen gehabt, um eine bessere Stellung zu bekommen, als die, die er letztendlich bekam.[Event "ChessCube Game"][Site "www.chesscube.com"][Date "2014.10.02"][Round "?"][White "streicher@chesscube.com"][Black "torcas@chesscube.com"][Result "1-0"][ECO "D52"][WhiteElo "1376"][BlackElo "1352"][Annotator "Hauck,Aljoscha"][PlyCount "57"][EventDate "2014.??.??"][TimeControl "1200"]1. d4 d5 2. c4 e6 3. Nc3 Nf6 4. Bg5 c6 5. Nf3 Bb4 6. Rc1 Nbd7 7. e3 c5 (7...Qa5 8. Bxf6 gxf6 (8... Nxf6 9. Qd2 (9. Bd3 Bxc3+ 10. bxc3 Qxa2 11. Rc2 dxc4 12.Be2 Qa4 13. O-O Ne4 14. Ne5 O-O 15. Nxc4 b5 16. Ne5 Bb7) 9... Ne4) 9. Qc2) 8.Be2 cxd4 9. exd4 O-O 10. Ne5 Nxe5 (10... h6 11. Bf4 (11. Bxh6 gxh6 12. Qd2 Kg713. Ng4 Nxg4 (13... Ne4 14. Qxh6+ Kg8 15. Bd3 Ndf6 16. Ne5 b6 17. Qg5+ Kh8 18.Bxe4 Nxe4 19. Qh5+ Kg7 20. Qg4+ Kf6 21. Qf4+ Kg7 22. Nc6 Bxc3+ 23. bxc3 Qd7)) (11. Nxd7 Bxd7 12. Bxf6 Qxf6 13. O-O) 11... Nxe5 12. Bxe5 Ne4 13. O-O Bxc3 14.bxc3 Qa5 15. Qc2 Bd7 16. a3 Qxa3 17. Ra1 Qe7 18. Rfb1 b6 19. Bc7 Bc6 20. Bf4Qf6 21. Be3 dxc4 22. Bxc4 Rac8) (10... Bxc3+ 11. Rxc3 Qa5 12. a3 Ne4) 11. dxe5h6 12. Bxf6 gxf6 13. Qd4 Re8 14. exf6 (14. Qg4+ Kf8 (14... Kh8 15. Qf4 fxe5 16.Qxh6+ Kg8 17. Bd3 b6 18. Qh7+ Kf8 19. Qh8+ Ke7 20. Qxe5) 15. exf6 Re7 (15...Qxf6 16. O-O) 16. Qg7+ Ke8 17. fxe7 (17. Qg8+ Kd7 18. Qxd8+ Kxd8 19. fxe7+ Kxe7)) 14... Kf8 15. a3 e5 16. Qh4 Re6 (16... Bxc3+ 17. Rxc3 Re6 18. Qxh6+ Ke8 19.Qh8+ Kd7 20. Qxd8+ Kxd8 21. Rf3 e4 22. Rf4) 17. Qxh6+ Ke8 18. axb4 Rxf6 19.Qh8+ Kd7 20. Qxd8+ Kxd8 21. Nxd5 Rg6 22. O-O Bh3 23. Bf3 f5 24. Rfd1 Kc8 25.Ne7+ Kc7 26. Nxg6 e4 27. Be2 Rg8 28. Nf4 a6 29. Ne6+ 1-0Für morgen habe ich noch eine Verlustpartie in petto, jetzt muss ich aber weiter.Ein schönes Wochenende ;)
Beitrag von Kampfkeks
Erstmal Glückwunsch zum Sieg! :v:Wie schon in deiner ersten Partie halte ich 6.Tc1 für einen Tempoverlust - der Sc3 ist doch gedeckt und die Fesselung hebst du mit dem Turm auch nicht auf. Ich denke, dass 6.e3 entwicklungstechnisch besser gewesen wäre (womit dann auch dein c4 gedeckt wäre).Anstelle von 8.Le2 gefällt mir 8.Ld3 etwas besser, wo der Läufer doch sehr viel aktiver steht.Nach 14...Kf8 wäre 15.Dh4 sehr stark gewesen (Mattdrohung und dein f6 ist immer noch gedeckt). Ich bin mir ziemlich sicher, dass Schwarz hier eine Figur hätte opfern müssen, um nicht matt zu gehen.Alles in allem finde ich aber, dass du die Partie souverän gespielt hast! :top:
Beitrag von Rotzschnorchel
Der turmzug auf c1 hat fuer mich den sinn einen moegliche doppelbauern zu vermeiden, als auch die moeglichkeit ohne tempoverlust die sich moeglicherweise oeffnenende linie auszunutzen.le2 war ei denkfehler. Ich wollte tempoverlust nach dxc4 vermeiden, aber der bauer ist ja ungedeckt, von daher das selbe gruen.Dh4 habe ich mir auch ueberlegt, aber es dann doch spontan vorgezogen mich des nervigen laufers zu entziehen.
Beitrag von Kiffing
Glückwunsch zum Sieg. Ich möchte mich Kampfkeks anschließen, diese Partie war schon ein sehr deutlicher Fortschritt im Vergleich zur ersten Partie. In den ersten 14 Zügen hast Du richtig gutes, konsequentes und flüssiges Schach gespielt. Dann hast Du aber eine Schwäche gezeigt, die auch ich noch habe, eine Verwertungsschwäche. Die erkämpfte Gewinnstellung hätte mit 15. Df4 (noch stärker als Kampfkeks´ Vorschlag 15. Dh4 wegen der Replik 15. ...h5*) simpel verwertet werden müssen. Um das Matt mit Dame und Bauer zu vermeiden, hätte Dein Gegner mit 15. ...Te7 bereits seinen Turm opfern müssen, wonach Dein Sieg mehr oder weniger feststeht. Vielleicht hätte Dein Gegner da auch schon aufgegeben. Die Stellung um den gegnerischen König sieht dank des Bf6 bereits so kaputt aus, daß Dir da hätte ein Licht aufgehen müssen, anstatt einfach am Damenflügel weiterzuspielen, als wäre nichts geschehen. So konnte Dein Gegner nach 15. ...e5, a tempo gespielt, seinem Turm das lebenswichtige Feld e6 schenken. Trotzdem war die Stellung immer noch gewonnen, und nach diesem Fehler hast Du die Partie dann wieder stark zuende gespielt. :top:*corr.: Kampfkeks´ 15. Dh4 h5 16. Dg5 gewinnt auch den Te7.
Beitrag von Rotzschnorchel
Vollkommen richtig! Das habe ich in der Zeit wahrscheinlich übersehen, oder wollte safe spielen. In schnellen Partien bevorzugt man ja manchmal den minimalen Vorteil, als den maximalen, der aber aggressiv ist, weil man befürchtet etwas kleines übersehen zu haben. Nach dem Motto: lieber mal die Dame schnappen, als doch nicht matt setzen zu können.In der örtlichen Kneipe habe ich vergangenen Mittwoch gegen einen Bekannten (ehemals DWZ um die 1600, inzwischen nur noch Aushilfsspieler) gespielt. Als Vorwarnung: auch hier werdet ihr wieder mein beliebtes Tc1 sehen :D ) Ich fande die Partie für mich ganz interessant, weil sie an sich ruhig war, aber mein Verlust merklich deutlich wurde. Wir haben danach die Partie nur noch kurz angeschaut, ich habe sie auch bisher nicht großartig analysiert.[Event "Kneipe"][Site "?"][Date "2014.10.05"][Round "?"][White "Schnorchel, Rotz"][Black "Mein, Gegner"][Result "1-0"][ECO "D53"][PlyCount "63"]1. d4 d5 2. c4 e6 3. Nc3 Nf6 4. Bg5 Be7 5. Nf3 Nc6 6. Rc1 Bd7 7. e3 a6 8. Bd3h6 9. Bf4 Nb4 10. Bb1 dxc4 11. O-O Bc6 12. a3 Nbd5 13. Ne5 Nxc3 14. Rxc3 Bd515. Nxc4 Bxc4 16. Rxc4 c6 17. Qf3 Qb6 18. b4 a5 19. e4 axb4 20. axb4 Ra4 21.Bd6 Bxd6 22. e5 Bxe5 23. dxe5 Nd5 24. Qb3 Rxb4 25. Rxb4 Qxb4 26. Bc2 Qxb3 27.Bxb3 Kd8 28. Ra1 Kc7 29. g3 Rd8 30. Kg2 Ne7 31. Rd1 Rxd1 32. Bxd1 1-0Ich war weiß, Gegner schwarz.Im vierzehnten Zug habe ich mir noch überlegt, mit dem Springer den Läufer zu schlagen, (Springer X Läufer, S x D, S x D, T x S und T x S) aber in Gedanken fehlte mir dann eine Figur mehr, weshalb ich diese Variante genommen habe. Nach 9. ... Sb4 wäre die Rochade wesentlich besser gewesen, der Läufer hatte ja keine große Zukunft und auf b1 hat er nicht wirklich was gerissen :D. Nach a4 habe ich mir wirklich den Kopf zerbrochen und mein a x b4 war höchst unmotiviert, nach dem Motto: "Das werde ich schon i-wie lösen." Mit Db3 nach a x b4 wäre ich wahrscheinlich sicherer gefahren, aber S x e4 bereitete mir Sorgen (in Betracht der entstandenen Stellung wohl unbegründete). Praktisch habe ich mit zwei Bauern weniger dann aufgegeben. Danach haben wir noch kurz verschiedene Endspielvarianten ausprobiert, aber nicht mehr mit geschrieben.Ah, warum schafft der es nicht mehr die Partie anzuzeigen im pgn, wenn ich die Namen ändere`? Jmd. ein Tipp woran das liegt?
Beitrag von Rotzschnorchel
Vielen Dank! ;) Komisch. Ich habe die Partie aus Houdini heraus kopiert und lediglich die Namen geändert. :grübel:
Beitrag von Kiffing
Der Anfang war wieder ähnlich gut gespielt wie in der Vorgängerpartie. Doch abermals wurde eine frühe Chance ausgelassen, auch wenn diesmal nicht so eindeutig wie in der 2. Partie. Aber 8. Lxf6 Lxf6 9. cxd5 exd5 10. Sxd5 gewinnt immerhin einen Bauern, weil 10. ...Le6 11. Sxf4 Lxa2 12. d5 schnell zur Katastrophe führen dürfte. Im 9. Zug wäre der Bauerngewinn auch noch möglich gewesen. Die Entscheidung, im 10. Zug einen Bauern zu opfern, war richtig, weil der Ld3 der Dreh- und Angelpunkt in Deinem Spiel gewesen ist, was gut mit dem kräftigen Zentralvorstoß 12. e4! hätte unterstrichen werden können. Der Lb1 steht wie eine 1, völlig sicher, aber von seiner Wirkung her unglaublich kraftvoll.Mir fallen nach drei Partien schon einige Grundzüge in Deinem Spiel auf. Du läßt oft korrekte taktische Chancen verstreichen, kombinierst aber da, wo es nicht notwendig, sondern sogar kontraproduktiv ist. 21. Ld6?? war so eine "Kombination um der Kombination wegen" (Ausdruck von Simagin). Du wirfst einen wertvollen Mittelbauern weg und schenkst Deinem Gegner für seinen Springer den Zentralvorposten d5. Danach kämpftest Du materiell und positionell vergeblich ums Überleben. Die Fehlkombination hat Dich erst zum Verlust geführt.