Die Schachbundesliga gibt es im deutschen Mannschaftsschach seit 1974 und als eingleisige Liga seit 1980. Vor 1980 wurde in vier regionalen Staffeln gespielt, so wie es auch heute noch in der 2. Schachbundesliga praktiziert wird. Ein Grund dafür dürfte der sein, daß Amateuren und Jugendlichen, aus denen sich die 2. Bundesliga zu einem großen Teil zusammensetzt, regelmäßige Fahrten durch die ganze Republik nicht zugemutet werden sollen.Seit 2007 hat sich die Schach-Bundesliga vom DSB gelöst, der diese Eigenständigkeit allerdings unterstützt hat. Sie vermarktet sich nun selbst als Schachbundesliga e. V. Seitdem kann sich die Bundesliga als eine der stärksten Ligen weltweit behaupten. Manche sagen, sie steht mit der russischen Liga auf einer Stufe.Doch nicht alle Vereine haben diesen Schritt mitgezogen. Viele Vereinen scheuen das Risiko, das für kleinere und finanziell nicht auf Rosen gebettete Vereine in dieser Liga durchaus besteht, und nehmen nach dem Aufstieg nicht an dieser Liga teil. So ist das Abstiegsgespenst in der Schachbundesliga e. V. eher eine blasse, denn furchteinflößende Gestalt. Mit dem Köln-Porz boykottiert allerdings auch ein Verein diese Liga seit ihres Bestehens, der vorher zu den Großvereinen in Deutschland gezählt hat. Das ist ungefähr mit dem hypothetischen Fall vergleichbar, daß Schalke 04 die Fußball-Bundesliga seit sieben Jahren boykottiert. Die SG Köln-Porz ist seit 2008/09 Abonnementmeister in Liga 2. Porz tritt dabei in der zum DSB gehörenden 2. Bundesliga mit einem [URL="http://www.schachbund.de/SchachBL/bedm.php?liga=2blw&team=SG%20K%F6ln%20"]Kader[/URL] von 8 Großmeistern an, der auch in der Bundesliga e. V. eine gute Rolle spielen könnte. Zu den Spielern gehören die beiden niederländischen Weltstars Loek van Wely und Jan Timman, Vladimir Baklan und Nationalspieler Igor Khenkin. Erinnerungen an Stefan Effenberg werden wachgerufen, der sich als Nationalspieler in der Saison 1993/94 in der 2. italienischen Liga (Serie B) durchschlagen mußte. Überhaupt konnte Porz auch als Zweitligist neben den Meistertiteln in der 2. Liga noch Erfolge in nationalen Mannschaftswettbewerben feiern. In den Saisons 2010/11 und 2012/13 gelang der Pokalsieg mit Siegen gegen den Abonnement-Sieger der 1. Bundesliga, Baden-Baden.Für diese Entscheidung zeichnete sich der Mäzen von Porz, Wilfried Hilgert, verantwortlich, der die Eigenständigkeit der neuen 1. Bundesliga ablehnte. Er kritisierte die Vernachlässigung von "[URL="http://de.wikipedia.org/wiki/SG_Porz"]Amateur- und vor allem Jugendbereich[/URL]" durch das neue nun eigenständige Konstrukt. Ilja Schneider dagegen vermutete in der diesjährigen Zeitausgabe ein anderes Argument. In dem [URL="http://de.wikipedia.org/wiki/SG_Porz"]Artikel[/URL], in dem es thematisch um Vermarktungsprobleme des Schlachtschiffes der deutschen Schachvereinskultur geht, behauptet Schneider, der Spielplan der Schachbundesliga e. V. mit den Wochenendterminen sei "der Grund" für die Nichtaufstiege von Köln Porz, dessen Mäzen Hilbert sich gegen die Samstagstermine ausgesprochen habe. Momentan spielt die Bundesliga an sieben Wochenenden im Jahr, mit jeweils Spieltagen am Samstag und Sonntag.Natürlich ging im Deutschen Schach eine so schwerwiegende Entscheidung, daß einer der renommiertesten deutschen Vereinsmannschaften die höchste nationale Spielklasse boykottiert, nicht ohne Geräusche vonstatten. Als das Kind 2007 schon in den Brunnen gefallen war, [URL="http://www.schachclubkreuzberg.de/bl07porzrueckzug.html"]polemisierte[/URL] der Hamburger Bundesligasprecher und Verdienstordenträger Christian Zickelbein: "Ich halte diese Begründung für vorgeschoben, eher macht die Bundesliga dem Porzer Mäzen seit der Niederlage im Stichkampf 2005 gegen Werder Bremen keinen Spaß mehr, und er nutzt die Vereinsgründung nun als Austiegsszenario.“ Was haltet ihr für die Gründe für den Ausstieg von Porz, und teilt ihr Hilgerts Kritik an dem Konzept der Bundesliga e. V.?
Beitrag von SiegerFCN
Hat ja auch was, immer der Erste in der 2.Liga zu sein :DFinde es aber relativ komisch,dass solch ein Boykott zugelassen wird. Ist so ein Boykott nicht einfach negativ für die Schachwelt an sich? Immerhin kontrolliert Porz ja nicht nur ihre Gegner in der 2.Bundesliga, sondern auch die normalen Aufstiegsregeln. Einige Fußballvergleiche wurden ja schon gezogen,theoretisch könnte man hier sagen, dass ein FC Bayern München einfach nur gewinnt, ohne aufzusteigen. Ist das fair und gerecht gegenüber den anderen Teams? Zwar steigt für Porz ein anderes Team auf, allerdings ist das schon demotivierend, nach Köln zu fahren und fast schon mit einer sicheren Niederlage auszugehen.Man strebt natürlich einen Sieg an, doch ist dieser gegen die Übertruppe aus Porz denn dann machbar? So ein Regelbruch in Form eines Boykotts finde ich sollte zumindest nicht so zahm durchgelassen werden. Ich denke nicht, dass es momentan Bußgelder dafür gibt, aber ich finde, dass eine nicht hohe Zahl an Strafgeld von der DSB schon gefordert werden müsse. Zu behaupten, man könne nicht zu den Regionen Deutschlands hinkommen, ist ja auch eher schwach. Jeder andere Verein muss das auch. Ob im Fußball oder im Schach. Sport ist Sport und wenn ein Verein aus einer nicht nahliegenden Stadt der Ort ist, an dem gespielt wird, muss das akzeptiert werden. Jedes andere Team erfüllt diese Aufgabe ja ebenfalls.