Ich hab öfters mal festgestellt, dass Schachvereine teilweise ihre eigenen Tandemregeln haben. Das Grundprinzip, dass Figuren, die der Partner schlägt, statt eines regulären Zuges eingesetzt werden dürfen und dass mit Bedenkzeit gespielt wird, ist immer gleich. Aber die restlichen Regeln sind gerne mal verschieden.Hier meine Regeln, wie ich sie gelernt habe:-Wenn der Partner bei Tandemschach Weiß hat, hat man selber Schwarz.-Erreicht ein Bauer die letzte Reihe, verschwindet er und man kann sich eine beliebige Figur des Gegners vom Partner wünschen. Absprache, welche Figur weggewünscht wird, ist hierbei erlaubt. Wünscht ein Spieler eine Figur raus, erhält der Spieler, dem etwas weggewünscht wurde, den Bauern, mit dem weggewünscht wurde. -Eine Partie kann nur durch Zeitverlust und unmöglichen Spielzug gewonnen werden. Matts können noch rausgewünscht werden.-Ein Spiel endet erst, wenn je ein Sieger pro Partie feststeht und alle Partien gespielt sind. So ist ein 2:0, aber auch ein 1:1 möglich.-Figuren, die ein Spieler auf der Hand hat, müssen nicht gezeigt werden und es dürfen keine Tipps zwischen den Spielpartner gegeben werden. Das einzige, wo der Partner bei helfen darf (außer Figuren beschaffen) ist das Nachrechnen und Ansagen, welche Figuren der Gegner auf der Hand hat.-Tandemschach lässt sich in seiner Spieleranzahl unbegrenzt erweitern, beispielsweise auf Tridem. Hierbei muss ledig beachtet werden, dass die Bretter im Wechsel vom Weiß und Schwarz angeordnet sind.Eine witzige Variation ist bei uns auch der Idiotentest:Hierbei gibt ein Spieler einer Partei alle seine Figuren bis auf den König vor. Die Gegner sind damit verdonnert zu gewinnen. Wenn sie nicht 2:0 gewinnen, sind sie Idioten. :DWelche Regeln und Variationen habt ihr?
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=hako]-Eine Partie kann nur durch Zeitverlust und unmöglichen Spielzug gewonnen werden. Matts können noch rausgewünscht werden.[/QUOTE]Prinzipiell spielen wir das auch so. Allerdings zählt bei uns durchaus das direkte Matt, also z. B. wK f6, wD g7, sKg8. Bei uns wird nur weitergespielt, wenn zwischen der mattgebenden Figur und dem König noch Figuren eingesetzt werden können. Grund ist wahrscheinlich, weil Rauswünschen doch recht lange auf sich warten lassen kann und in einer Partie oft nicht passiert. So ersparen wir uns unnötig lange Wartezeiten, die den Spaß schmälern.[QUOTE=hako]-Ein Spiel endet erst, wenn je ein Sieger pro Partie feststeht und alle Partien gespielt sind. So ist ein 2:0, aber auch ein 1:1 möglich.[/QUOTE]Bei uns gibts nur all-in, also erste Partie beendet auch die zweite Partie, so daß nur 2:0 oder 0:2 möglich ist. Wir heißen ja nicht umsonst Tornado. :orkan:[QUOTE=hako]-Figuren, die ein Spieler auf der Hand hat, müssen nicht gezeigt werden und es dürfen keine Tipps zwischen den Spielpartner gegeben werden. Das einzige, wo der Partner bei helfen darf (außer Figuren beschaffen) ist das Nachrechnen und Ansagen, welche Figuren der Gegner auf der Hand hat.[/QUOTE]Durchaus hilfreich, denn der eigene Partner kann einen schon nerven, nicht wahr Everio. :nana::froh:Na ja, strittig ist noch, ob mit Matt einsetzen oder ohne. Wir machen immer ohne, Matt einsetzen verliert Zug und Figur. Sonst werden einfach die Partien zu schnell entschieden. Idiotentest ist wirklich witzig. Wer das nicht schafft, ist wirklich ein Idiot, zumindest ein schachlicher. :D
Beitrag von hako
[QUOTE=Kiffing;64] Bei uns gibts nur all-in, also erste Partie beendet auch die zweite Partie, so daß nur 2:0 oder 0:2 möglich ist. Wir heißen ja nicht umsonst Tornado. :orkan: [/QUOTE]Letztendlich Geschmackssache. Ich mag diese Variante aber nicht, da man da so einfach auf Zeit spielen kann. Man kann nicht auf Figuren warten, die man braucht, weil der Gegner vom Partner einfach auch nicht zieht.Außerdem kann man dabei, glaub ich, kein Tridem spielen.[QUOTE=Kiffing;64] Na ja, strittig ist noch, ob mit Matt einsetzen oder ohne. Wir machen immer ohne, Matt einsetzen verliert Zug und Figur. Sonst werden einfach die Partien zu schnell entschieden. [/QUOTE]Wir machen das genau so. Mit Matt einsetzen kann jeder, da muss man schon mehr bieten.[QUOTE=Kiffing;64]Idiotentest ist wirklich witzig. Wer das nicht schafft, ist wirklich ein Idiot, zumindest ein schachlicher. :D[/QUOTE]Wir haben das aml in Tridemform mit 3 Anfänger gespielt. An den äußeren Brettern haben wir alles außer König vorgegeben und wir haben 3:0 gewonnen. Das hatte was :D
Beitrag von yury
[QUOTE=hako;63]Wenn der Partner bei Tandemschach Weiß hat, hat man selber Schwarz.[/QUOTE]Geht das überhaupt anders? Ich wüsste nicht, wie.[QUOTE=hako;63]-Erreicht ein Bauer die letzte Reihe, verschwindet er und man kann sich eine beliebige Figur des Gegners vom Partner wünschen. Absprache, welche Figur weggewünscht wird, ist hierbei erlaubt. Wünscht ein Spieler eine Figur raus, erhält der Spieler, dem etwas weggewünscht wurde, den Bauern, mit dem weggewünscht wurde. [/QUOTE]Ja, so kenne ich das auch. Aus dem Internet kenne ich die Variante, dass man ohne Rauswünschen spielt und sich stattdessen eine beliebige Figur (natürlich außer König und Bauer) aussuchen darf - wie beim normalen Schach.[QUOTE=hako;63]-Eine Partie kann nur durch Zeitverlust und unmöglichen Spielzug gewonnen werden. Matts können noch rausgewünscht werden.[/QUOTE]Hmm, dann dauern die Partien ja ewig, oder? Ich kenne es nur so, dass weitergespielt wird, wenn der Gegner mit einer Figur durch Einsetzen noch einen legalen Zug "bekommen" könnte.[QUOTE=hako;63]-Ein Spiel endet erst, wenn je ein Sieger pro Partie feststeht und alle Partien gespielt sind. So ist ein 2:0, aber auch ein 1:1 möglich.[/quote]Das habe ich so noch nie gesehen oder gehört - interessante Regel. Im Tandem agieren ja beide Spieler als ein Team, sodass ich es eigentlich logisch finde, dass das Spiel bei einem Sieg beendet ist.[QUOTE=hako;63]-Figuren, die ein Spieler auf der Hand hat, müssen nicht gezeigt werden und es dürfen keine Tipps zwischen den Spielpartner gegeben werden. Das einzige, wo der Partner bei helfen darf (außer Figuren beschaffen) ist das Nachrechnen und Ansagen, welche Figuren der Gegner auf der Hand hat.[/quote]Da kenne ich unterschiedliche Regelungen - je nach Spielstärke muss Helfen manchmal erlaubt sein. Darf man bei euch denn sagen, welche Figuren man braucht?[QUOTE=hako;63]-Tandemschach lässt sich in seiner Spieleranzahl unbegrenzt erweitern, beispielsweise auf Tridem. Hierbei muss ledig beachtet werden, dass die Bretter im Wechsel vom Weiß und Schwarz angeordnet sind.[/quote]Ja, allerdings mag ich persönlich Tridem wegen der Asymmetrie nicht so - die mittleren Spieler haben viel zu viele Figuren, die äußeren kaum welche. Hier ist es auch viel schwieriger, auch nur halbwegs einen Spielstärkenausgleich zu finden.[QUOTE=hako;63]Eine witzige Variation ist bei uns auch der Idiotentest:Hierbei gibt ein Spieler einer Partei alle seine Figuren bis auf den König vor. Die Gegner sind damit verdonnert zu gewinnen. Wenn sie nicht 2:0 gewinnen, sind sie Idioten. :D[/quote]Das klingt lustig... :lol:[QUOTE=hako;63]Welche Regeln und Variationen habt ihr?[/QUOTE]Ansonsten ist noch die Frage, ob man Matt einsetzen darf oder nicht. Mit Einsetzen ist die klassische Internetregelung, auf dem Brett kenne ich nur ohne - warum auch immer. Letzteres macht aber mehr Spaß, finde ich.
Beitrag von hako
[QUOTE=yury;81] Hmm, dann dauern die Partien ja ewig, oder?[/QUOTE]Nicht wirklich. Erstmal werden die Spieler durch die Regel vorsichtiger mit dem Mattsetzen. Wenn du beispielsweise mich mit der Dame Matt setzen würdest und besagte Dame nur von einem Läufer gedeckt wird, würde mein Partner alles daran setzen einen Bauern durchzubringen und das dauert dann höchstens 1min (mit Turmopfer auch weniger ;) ). Er würde den Läufer rauswünschen, der sofort wieder geschlagen wird, und ich würde deinen Dame schlagen und sie meinen Partner geben. VOn daher überlegen wir oft zweimal, ob wir Matt setzen oder es noch weiter vorbereiten.[QUOTE=yury;81]Das habe ich so noch nie gesehen oder gehört - interessante Regel. Im Tandem agieren ja beide Spieler als ein Team, sodass ich es eigentlich logisch finde, dass das Spiel bei einem Sieg beendet ist.[/QUOTE]Es fördert in meinen Augen sogar das Teamwork, weil man nicht einfach Opfer-Opfer-Matt machen darf, weil dann der Partner verliert. Man ist mehr voneinander abhängig, weil man den schwächeren Partner immer Figuren geben muss, damit man auch 2:0 gewinnt. [QUOTE=yury;81]Darf man bei euch denn sagen, welche Figuren man braucht?[/QUOTE]Klar, sonst wartest du ja ewig auf das, was du brauchst. Übrigens, meist sagen wir vor Partiebeginn schon unseren Partner, er soll zügig einen Bauern besorgen. ;)
Beitrag von yury
[QUOTE=hako;88]Nicht wirklich. Erstmal werden die Spieler durch die Regel vorsichtiger mit dem Mattsetzen. Wenn du beispielsweise mich mit der Dame Matt setzen würdest und besagte Dame nur von einem Läufer gedeckt wird, würde mein Partner alles daran setzen einen Bauern durchzubringen und das dauert dann höchstens 1min (mit Turmopfer auch weniger ;) ). Er würde den Läufer rauswünschen, der sofort wieder geschlagen wird, und ich würde deinen Dame schlagen und sie meinen Partner geben. VOn daher überlegen wir oft zweimal, ob wir Matt setzen oder es noch weiter vorbereiten.[/quote]Aber mein Partner wäre auch noch da, und wenn der nicht extrem schlecht stünde und einigermaßen umsichtig spielen würde, dann würde Dein Partner auch keinen Bauern durchbekommen... das ist ja ziemlich selten.[QUOTE=hako;88]Es fördert in meinen Augen sogar das Teamwork, weil man nicht einfach Opfer-Opfer-Matt machen darf, weil dann der Partner verliert. Man ist mehr voneinander abhängig, weil man den schwächeren Partner immer Figuren geben muss, damit man auch 2:0 gewinnt.[/QUOTE]Bei normalem Tandem kann man auch nicht einfach Opfer-Opfer-Matt machen, weil der Gegner auch noch mitspielt und das zu verhindern weiß. Für mich ist gerade der Reiz beim Tandem, dass es so vollkommen verschieden von normalem Schach ist, weil Material eine vollkommen untergeordnete Rolle spielt gegenüber der Königsstellung. Die zahlreichen Taktikschläge machen es so interessant, finde ich.