Eine beißende Kritik an dem Schachspiel aus politisch korrekter Sicht und eine Idee für eine Modernisierung des Spiels findet ihr hier: [url]http://www.central-organ.de/2011/07/14/kultur-politisch-korrektes-schach-vorgestellt/[/url][QUOTE]Berlin (FN). Die Männer- und Frauenliga des Schachbundesvereins Berlin, deren Ehrenmitglied (möglicherweise ohne sein Wissen) Klaus Wowereit ist, wagte einen fortschrittlichen Vorstoß in Richtung Gleichberechtigung. Der sozialistische Verein beklagt vielerlei Mißstände an dem seit alters her bekannten Spiel.So sei Schach ein monarchistisches Kriegsspiel, das zudem zutiesft rassistisch und menschenverachtend sei. Zunächst gäbe es in diesem Spiel keinerlei Arbeiter, nur Bauern. In der DDR hätten sich fortschrittliche Ansätze zur Anpassung des Schachspiels nicht mehr durchsetzen lassen. Das ZK der SED wollte im 10. Fünfjahresplan 4 der 8 Bauern jeder Seite durch Arbeiter ersetzen lassen. Heute müsse man Quotenmäßig zwei Bäuerinnen, zwei Bauern, zwei Arbeiterinnen und zwei Arbeiter pro Partei einsetzen. Von den Arbeitern und Arbeiterinnen müsse je eine Spielfigur “Hartz-IV -Empfänger_in” sein, und je eine der Bauern/Arbeiter müsse einen Migrationshintergund haben. Eine weitere Figur müsse homosexuell sein, eine weitere behindert.Desweiteren müsse endlich der unsägliche Rassismus im Schachspiel abgeschafft werden, denn man könne nicht im 21. Jahrhundert noch “Schwarze” gegen “Weiße” spielen lassen. Die Kolonialzeit sei vorbei, und Rassenkonflikte (die es mangels Rassen gar nicht gibt) dürfe man nicht spielerisch sondern nur erzieherisch austragen. Man regte bunte Figuren für beide Seiten an, die nicht unterscheidbar sein sollen, – weil alle Menschen gleich und einzigartig individuell zugleich sind.Der König und die Königin sollten gendergerecht geschlechtsneutral sein, und dementsprechend auch gleiche Spielzüge ausführen dürfen. Die Unterdrückung des ehemaligen Königs, der nur kleine Schritte habe machen dürfen, durch die Königin gehöre abgeschafft. Männer sollten nicht länger unter dem Pantoffel der Frauen stehen. Widerspruch kam hier von der Gendergruppe Schwarzer. Die gleichgestellte Königin habe immer noch mehr Möglichkeiten zu haben, so aus dem “Aktionskreis Gerechtigkeit im Schach” der EMMA- Redaktion. Die ehemaligen Monarchenpaare werden künftig “Bundeskanzler_innen” heißen und nur geradeaus, vorwärts und links herum “springen” dürfen, – jedoch nie zurück und erstrecht nicht nach rechts, – das wäre ein vorzeitiges Schach-Matt.Springer werden durch ökoligisch bewusste Fahrradfahrer ersetzt um den Pferden unmenschliche Transportwege zu ersparen. Türme als Sinnbild der Mauern und Wachtürme, der Grenzen und Schlösser werden gänzlich abgeschafft und an deren Stelle mobile Windräder eingesetzt. Je geschickter man seine Windräder einsetze, desto mehr Punkte erziele man.Das Spielziel des neuen fortschrittlichen Schach ist nicht eine Partei militaristisch vom Feld zu schlagen, sondern im Gegenteil soviele weitere Bauern und Arbeiter auf das Spielfeld zu bekommen, bis es voll ist. Hierbei ist strengstens auf Quoten aller Art zu achten. Wer am Ende die meissten Bauer_innen, Arbeiter_innen und Punkte hat, darf diese dann sozialistisch umverteilen und dem “Unterlegenen” schenken. So wird es keine Verlierer mehr geben, und keine Ungerechtigkeiten.Das neue Schachspiel wird voraussichtlich ab dem nächsten Schuljahr Pflichtfach im Rahmen des Sport- und Ethikunterrichts an allen deutschen Schulen. Hergstellt werden die Schafiguren im geschlossenen Strafvollzug um dort zur Resozialisierung Beitrag zu leisten. Das alte Schachspiel werde ab 2012 nicht mehr hergestellt.[/QUOTE]
Beitrag von hako
Ob man so etwas Kritik nennen darf.....Jetzt mal in Ernst, ich hoffe, dass sich das einer mit ner Menge Humor ausgedacht hat.
Beitrag von Kiffing
Wir brauchen nicht darüber diskutieren, daß das eine Satire ist. Fall doch nicht immer auf meine Einleitungen rein. :P ;)
Beitrag von hako
...... :D
Beitrag von Kiffing
Kommen wir von der Satire zur Realsatire. Eine Pädagogin (?) ist entsetzt, welche Philosophie durch das Schach verbreitet werde. In einem Leserbrief in der Bergedorfer Zeitung wendet sie sich gegen den hiesigen Zeitgeist, Schach an Schulen zu verbreiten, weil Schach logisches und vernetztes Denken (usw.) fördert. Sie sieht das Schach vielmehr als Kriegsspiel an, in dem es darum gehe, daß beide "Völker" im Schach einander "ausrotten" wollen. Sie sieht im Schach Rassismus, weil "Weiß [durch den Anzugsvorteil] natürlich mehr Wert ist als Schwarz". Außerdem stört es sie, daß die Dame weniger wert ist als ihr männlicher "Gemahl". Eine geradezu menschenverachtende Kriegslogik gehe zudem vom Schach aus, weil Figuren wie Bauern bedenkenlos zum eigenen Sieg als "Kolletaralschaden" geopfert würden. Ihre Schlußfolgerung:[QUOTE]Ich selbst war in meiner Kindheit Schul- und Kreismeisterin, habe auch in meiner Studienzeit Turniere gespielt - und bin beschämt ausgetreten, als mir diese Zusammenhänge klar wurden.[/QUOTE]Der Bannstrahl in Gänze: [url]http://www.bergedorfer-zeitung.de/printarchiv/sonderseiten/article125569470/Martialisches-Spiel-mit-asozialer-Philosophie.html[/url]
Beitrag von Birliban
Realsatire trifft es auf den Punkt...Wahrscheinlich ist die Dame auch noch Feministin und beste Busenfreundin von Alice Schwarzer (mit Spitznamen "Schwanz-ab-Hexe") und auch beschämt darüber, daß überhaupt noch Männer rumlaufen, diese Bestien, Kriegstreiber und Mördergesellen...Und wahrscheinlich ist sie auch noch Vegetarierin und auch beschämt darüber, daß so viele furzende und rülpsende Kühe rumlaufen, die das klimaschädliche Treibhausgas Methan in riesigen Mengen in die Atmosphäre blasen...Und wahrscheinlich ist sie auch noch beste Freundin von Renate Künast, der Grünen-Kaiserin, und auch beschämt darüber, daß so viel Umweltverschmutzung passiert: Jedem auf die Straße kackenden Hund würde sie am liebsten sofort abstechen und jedem rauchenden Kerl, der seine Zigarettenkippe auf die Straße schmeißt, brüllt sie hinterher: "Du Umweltsau verrecke!".Ach ja, die Ärmste hats nicht leicht auf dieser Welt. Zu allem Unglück ist sie auch noch Pädagogin - mir tut jetzt schon jedes Kind leid, mit dem sie auch nur eine Stunde lang zu tun hat... Vorsicht Lebensgefahr! Diese Dame ist des Mordes fähig für ihre Ideale und Weltanschauung! Ein Moslem mit Sprengstoffgürtel um der Hüfte ist das reinste Unschuldslamm dagegen oder jedenfalls doch nicht gefährlicher als diese Dame Namens [...]entfernt, bitte keinen Realnamen im Zusammenhang mit diesem BeitragKiffing. :explodier:
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=Birliban;23307].... Vorsicht Lebensgefahr! Diese Dame ist des Mordes fähig für ihre Ideale und Weltanschauung! Ein Moslem mit Sprengstoffgürtel um der Hüfte ist das reinste Unschuldslamm dagegen oder jedenfalls doch nicht gefährlicher als diese Dame ... :explodier:[/QUOTE]Wozu bist Du fähig?:irre2::confused:Anscheinend nicht sofort zu sachlich-angemessenem Umgang.Wenn man Deinen Beitrag liest, kommt man auf den Gedanken, die Dame könnte sogar Recht haben.Doch nicht alle Schachspieler/-innen ticken so und der Charakter des Schachspiels ist auch vielschichtiger als von Euch beiden angesprochen.Die Dame beschreibt einen kleinen Teilbereich des Schachspiels durchaus zutreffend und in zulässiger Deutung.Sie hat auch nicht Unrecht, daß sie Schach kriegerisch-gewaltsamer beschreibt, als man es bei "Mensch ärgere Dich nicht" oder "Malefiz" empfindet.Schach steht sicher näher an Gewalt und Krieg als einige andere Spiele, ist aber weit (Darstellung, Spielablauf) von den gewalttätigen Ballerspielen der Computerzeit entfernt.Die Dame läßt einseitig viele andere Facetten der Beschäftigung mit dem Schach außer Betracht und von daher stelle ich mir schon die Frage, ob sie - wenn Pädagogin - mit ihrer dargelegten Einbiszweisicht nicht tatsächlich eine kleine Gefahr ist.Der "Kindergarten" der Lebensrealität besteht nicht nur aus gewaltfreiem Ringelpiez und Friede, Freude Eierkuchen.Es geht um viele schöne (Selbständig Denken, Lernen/Forschen, Verbessern, Teilen, Helfen), etliche notwendige Kompetenzen (Kommunikation, Argumentation, Planung, Zusammenarbeit Durchsetzungsvermögen, Überzeugungen, Glauben, Verantwortung tragen/übernehmen, Verteidigung, Analyse, Reflektion) und daneben auch "menschlich-zweifelhafte" Aspekte (Aggressivität, Angriff, Trickserei, Verschleierung und Lügen, Täuschung).Alles dieses und noch viel mehr aus dem zwischenmenschlichen Umgang kann man beim Schachspiel - weitgehend gewaltfrei - erfahren und für sich erschließen.Da ist man für manchen Schulhof, Arbeitsplatz und den Straßen von Berlin nicht ganz unvorbereitet, wenn man fähig ist über das Schachbrett hinaus zu denken und zu handeln.Aufgrund ihrer eigenen Schlußfolgerungen hat die schreibende Dame einen Strich gezogen und damit vieles beim und vomSchach nicht entdeckt.Ob sie sich das notwendige Rüstzeug anderswo bereits angeeignet hat und auch fähig ist, es zumindest teilweise jungen Menschen zu vermitteln, ist eine ganz andere Frage.Dieses Pamphlet von Birliban hat jedenfalls keiner verdient, der mit Schach nichts anzufangen weiß und sich abwertend über Schach äußert.
Beitrag von Birliban
" Sie hat auch nicht Unrecht, daß sie Schach kriegerisch-gewaltsamer beschreibt, als man es bei "Mensch ärgere Dich nicht" oder "Malefiz" empfindet.Schach steht sicher näher an Gewalt und Krieg als einige andere Spiele, " Zitat zugzwangTut mir leid, zugzwang, in diesen Punkten kann ich Dir nicht folgen. Wer das Schachspiel auch nur ansatzweise in Verbindung mit "Gewalt und Krieg" bringt, dem/der ist einfach nicht mehr zu helfen. Und das Schachspiel will und werde ich mir in dieser Richtung auch von niemandem verunglimpfen lassen. :heul:
Beitrag von Kiffing
Der Gedanke, daß Schach das kriegerische Denken im Menschen fördert ist nicht so weit hergeholt wie man denkt. Schon der mit Emanuel Lasker befreundete Albert Einstein lehnte das Schach ob dessen "[URL="http://www.schachpresse.de/einstein.htm"]Machtringen und kompetitive[n] Geist[es][/URL]" ab. Das Schach ist schließlich aus der Grundidee entstanden, eine Schlacht spielerisch zu simulieren, so daß jeder Spieler in die Rolle eines Feldherren schlüpfen kann. Natürlich hat die Dame an einigen Stellen übertrieben, und zwar in einer solchen Weise, daß ich persönlich das als Realsatire empfand. Vor allem scheint sie mir den kriegerischen Faktor überzubetonen, an dem ein Schachspieler kaum einen Gedanken verschwendet, weil das Schach dafür zu abstrakt ist (deswegen hatten die Sowjetunion und Nazideutschland mit Wehrschach bzw. Tak-tik und Kampfschach als Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg zwei Schachspiele entwickelt, in denen die Schachfiguren durch [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.schachburg.de/threads/1037-Wehrschach-und-Kampfschach". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "moderne Waffengattungen" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] ersetzt sind). Ganz einfach ausgedrückt, ein Schachspieler denkt nicht an eine blutverschmierte Leiche, wenn er eine Figur des Gegners schlägt, und insofern gebe ich zugzwang Recht, daß das Schach in puncto Gewaltverherrlichung noch weit hinter diversen Computerspielen zurückfällt. Wegen der hohen Abstraktion meine ich sogar, daß das Schach Gewalt überhaupt nicht verherrlicht, und das Abendland untergehen sehe ich nicht einmal in den wirklichen Kandidaten dafür, in den diversen Computerspielen. Warum ist das so? Ein gesunder Mensch kann zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.
Beitrag von zugzwang
"Das Schachspiel hat sich, wie gesagt, gewandelt, aber nur in seiner Tracht, seinen Formen, nicht in seinem Wesen. Dies ist ihm all die tausende von Jahren erhalten geblieben.Es zu entdecken ist daher nicht schwer: immer hat das Schachspiel einen Krieg zwischen zwei feindlichen Parteien darstellen wollen, einen Krieg aufs äußerste, der zwar nach Gesetz und Gesittung, doch ohne Gnade und Schonung geführt wird. Man erkennt dies fast unmittelbar aus den Regeln des Spiels."@ all: War dem Verfasser dieser Zeilen nicht mehr zu helfen und hat er das Spiel verunglimpft?
Beitrag von Birliban
Laß gut sein, zugzwang, kleb dir an jede Schachfigur einfach eine kleine weiße Friedenstaube und die Diskussion hier hat sich erledigt.Im September beim Sinquefield-Cup in St. Louis hatte man übrigens eine ganz ähnliche symbolträchtige Idee: An einem spielfreien Tag spielten 16 Schachkünstler (darunter natürlich auch die sechs Großmeister Carlsen, Caruana & Co ) gegen 16 Künstler aller Gattungen mit brennenden weißen und dunkelblauen Kerzen ( als Schafiguren ) 16 Partien Schach. In SCHACH 10/2014 kann man dazu genaueres nachsehen bzw. nachlesen.Brennende Kerzen – waren von jeher Symbole des Friedens. Wenn nun sogar Spitzengroßmeister der Weltelite diesen Friedensgedanken symbolträchtig für das Schachspiel übernehmen, scheint es mir allerhöchste Zeit zu sein, endlich eine neue Bewertung vorzunehmen...Noch ein Schlußwort meinerseits zu der Dame, die jenen anrüchigen Artikel schrieb: Sie hat nicht etwa übertrieben, sondern ist einfach nur gehörig dumm. Wäre Dummheit ein Strafbestand, dann müßte sie längst zu einer Gefängnisstrafe (ohne Bewährung) verurteilt werden.
Mich wurde interessieren, ob sie das Monopoly Spiel als weniger aggressiv ansieht.
Beitrag von Birliban
Nö, die hat jetzt sicher ganz andere Sorgen und Hobbys und spielt in ihrer Freizeit "Russisches Roulette". :irre2:
Beitrag von Kiffing
Da es offensichtlich schwierig ist, das Schachspiel zeitgemäß zu reformieren, besteht die Alternative darin, es gleich zu verbieten. Dies hat der Studentenausschuß (Asta) der Leibniz-Universität Hannover zumindest für den Bereich der Universität beschlossen. Die Gründe sind triftig: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://sciencefiles.org/2016/11/28/schachverbot-maennlich-hegemonial-gewaltverherrlichend-schach-soll-an-der-uni-hannover-verboten-werden/". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://sciencefiles.org/2016/11/28/sch ... en-werden/" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]
Beitrag von ToBeFree
Von einem der Antragsteller kam letztes Jahr zur gleichen Zeit (Karneval) die Forderung, Bällebäder mit ca. 100.000 Bällen in Fachschaftsräumen einzurichten. [url]http://www.asta-hannover.de/wp-content/uploads/2015/11/Antrag-VV-2015-Till-1.pdf[/url]Die beiden Schachspiel-Scherzkekse vertreten interessanterweise nicht die PARTEI, sondern die "Fachschaft Mathematik/Physik".Mich bekräftigt das in der Ansicht, dass Hochschulpolitik nicht ernst zu nehmen ist. Das erinnert mich ein bisschen an den "Wuppertaler Jugendrat", eine ähnlich machtlose Witzveranstaltung.
Beitrag von Kiffing
Hat sich wohl noch nicht bei jedem herumgesprochen, daß das Ende der Spaßgesellschaft seit dem 11.9.2001 vorbei ist.