[IMG][Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://i.imgur.com/TdxREcX.jpg". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://i.imgur.com/TdxREcX.jpg" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.][/IMG]Daß bedeutende Schachmeister sich gegenüber Schachfreunden, denen sie nicht bekannt sind, gerne als spielschwache Partner ausgeben, um mit ihnen dann umso doller ihren Schabernack zu treiben, ist ein Topos der Schachgesichte und wurde immer wieder gerne gemacht. Beispielsweise habe ich hier bereits eine solche wahre [URL="http://www.schachburg.de/threads/1158-Milan-Vidmar-der-Spa%C3%9Fvogel"]Geschichte[/URL] von Dr. Milan Vidmar vorgestellt, aber auch Adolf Anderssen hatte so etwas zu bieten:Als der Triumphator von London 1851 sich auf seine beschwerliche Heimreise in das ostpreußische Breslau machte, kam er eines Abends an einer Schankstube bei einem Postwagenstand vorbei, ließ sich nieder, um sich auszuruhen und wurde von dem Postmeister gefragt, ob der Wanderer denn Schach könne. Er ahnte nicht, daß er ausgerechnet jenen Mann vor sich hatte, der die Schachleidenschaft in den deutschen Landen so stark geweckt hatte, daß offenbar auch er, der Postmeister, davon angesteckt wurde. Es kam zur Partie der beiden und Anderssen gab sich als jemand aus, der das Spiel noch nicht kenne, aber es gerne lernen wollte. Und so entwickelte sich eine köstliche Humoreske, die auch heute noch reif für jedes Kabarett wäre:[QUOTE]Im Handumdrehen kamen Brett und Figuren zum Vorschein, und der spielfreudige „Meister“ begann sofort die Gangart der Steine und den Zweck des Spieles darzulegen. Anderssen entwickelte sich als ein gelehriger Schüler, er erfaßte rasch die Regeln und beantwortete alle Fragen fehlerfrei. „Nun denn“, sagte der Postmeister begeistert, „wir können schon anfangen. Da ich ein starker Spieler bin und Sie gerade erst die Regeln gelernt haben, gebe ich Ihnen die Dame vor.“So begann die Partie zwischen dem „Meister“ und seinem Schüler. Der Postmeister gewann eine Partie nach der anderen. „Na, sie werden kaum ein starker Spieler!“ fuhr er auf Anderssen los. „Ich spiele zwar sehr gut, aber Sie sollten, wenn ich Ihnen die Dame vorgebe, doch einen härteren Widerstand leisten!“ „Das liegt ja gerade an der Vorgabe“, entrüstete sich Anderssen. Sie brauchen nur auf ihren König achtzugeben, ich muß aber zwei wertvolle Figuren hüten. Es ist also kein Wunder, daß Sie die Partien gewinnen. „ Solch eine Klügelei verschlug dem Postmeister die Sprache. Anderssen ließ aber die Sache nicht auf sich beruhen. Er fuhr fort: „Ich werde beweisen, daß ich recht habe. Jetzt gebe ich Ihnen die Dame vor, und wir werden sehen, ob Sie über den König und die Dame gleichzeitig wachen können!“Der Postmeister ging auf die Sache ein mit der unverhohlenen Absicht, seinem eigensinnigen Schüler eine ordentliche Lektion zu erteilen. Doch welch Wunder! Jetzt gewann Anderssen eine Partie nach der anderen. „Na! Merken Sie endlich, daß es leichter ist, ohne Dame zu spielen!“ rief er erheitert.[/QUOTE]Egbert Meissenburg, Das internationale Schachturnier zu London 1851, ESG 1851 1976, S. 9