Eine sehr schöne (und listige) Endspielstellung, wie ich finde. Das Endspiel ist todremis, weshalb Schwarz eine Falle stellt.[Date "1941"][White "Svacina"][Black "Müller"][Result "1-0"][FEN "8/8/8/3p1ppp/3Pp3/3kP1P1/5PP1/3K4 b - 1 1"]1. .. Kc4 2.Kc2 Kb5 3.Kb3 Kc6 4.Kb4 Kd6 5.Kb5 Kd7 6.Kc5 Ke6 7.Kc6 {?}Wer finde den Gewinnzug von Schwarz :)
Beitrag von Kiffing
[SPOILER]7. ...f4 A) 8. gxf4 g4 -+B) 8. exf4 gxf4 -+In beiden Fällen hat Schwarz eine durchbrechende Bauernmajorität. Ist aber, wie Du selbst sagst, nur eine Falle, da Weiß nicht schlagen muß[/SPOILER]
Beitrag von ficus
Ich glaube, du musst dir das ganze nochmal anschauen: 7.-f4? 8.gxf4! g4 9.g3! +-und wie nach 7.-f4? 8.exf4? gxf4? 9.gxf4 +- Schwarz durchbrechen will, ist auch nicht ersichtlich.Der Vergleich der Bauernstruktur zeigt schon, dass Schwarz erfolgreich durchbrechen kann, so aber leider nicht. ;)(PS: Ich kenne die Stellung schon, deshalb poste ich die Lösung nicht...)
Beitrag von hako
1. .. f4 funktioniert nicht. Die Falle besteht auch nicht im Schlagen von Bauern, sondern in 7.Kc6, welche daher ein Fragezeichen hat.
Beitrag von SeeFree
Vielleicht g4?
Beitrag von hako
Und wie soll deine Variante weitergehen? Oder welche Idee steckt dahinter? :)
Beitrag von SeeFree
:ups:Ich hab übersehen, dass weiß noch den König zum Bewegen hat...Ich dachte, dass wenn wir g4 spielen, weiß in Zugzwang kommt und den Bauern auf f3 ziehen muss, weil dann würde unser Bauer durchkommen...
Beitrag von hako
Vielleicht eine Hilfestellung. Der Bauernzug g4 ist hier der richtige Zug, der zwingend gewinnt.
Beitrag von SiegerFCN
Warum steht da als Ergebnis 1-0? Hat Schwarz den richtigen Zug nicht gefunden? :D[SPOILER]Aber die Aufgabe ist nicht so schwer :rolleyes:7. ...g4 8.Königszug (beispiel Kc5,was denn sonst? 8.f3?? gxf3 -+) 8. ...f4! 9.exf4 (9.gxf4 h4 -+) 9. ...h4! 10.gxh4 g3! -+... falls fxg3 dann kommt e3 und Schwarz gewinnt locker![/SPOILER]
Beitrag von hako
[QUOTE=SiegerFCN;16280]Warum steht da als Ergebnis 1-0? Hat Schwarz den richtigen Zug nicht gefunden? :D[/QUOTE]Mein Fehler..... :rolleyes: Schwarz hat genauso gespielt und Weiß übersah, dass 7.Kc6 verliert. :)
Beitrag von zugzwang
Eine verwandte Stellung zu Scavina-H. Müller 1941 (#495 Lerne kombinieren) und auch nicht ganz unbekannt.Die weißen Steine führte ein Großmeister, der als Junge Schachtraining noch von Aljechin erhielt. Sein Gegner mit Schwarz am Zug mußte prüfen, worauf sich das einstige Wunderkind eingelassen hat und ob und wo ein Unterschied zum alten Vorbild vorliegt. [Date "1974.??.??"][Round "?"][White "P"][Black "C"][Result "*"][FEN "8/8/3K1k2/5p1p/4p1p1/4P1P1/5PP1/8 b - - 0 1"](Schwarz am Zug)
Beitrag von zugzwang
Ergänzungsmaterialien:[Date "1885.??.??"][White "Studie von Teed"][Black "?"][Result "*"][FEN "8/7k/4K2p/6p1/6P1/7P/8/8 w - - 0 1"] Und hier etwas Praxis:[Date "1992.??.??"][White "Kharlov"][Black "Ernst"][Result "*"][FEN "8/8/5pp1/4k2p/2P4P/4K1P1/8/8 b - - 0 1"]{Schwarz am Zug. Wie soll er sich gegen den entfernten Freibauernverteidigen? Und wie geht es auf keinen Fall?} * [Event "Moskauer Stadtmeisterschaft"][Date "1964.??.??"][White "Awerbach"][Black "Bebchuk"][Result "*"][FEN "8/1p4p1/2k2p1p/5P2/4P1PP/3K4/8/8 w - - 0 1"]{Hier muss der bekannte Endspielliterat Awerbach etwas gegen den entferntenFreibauern erfinden, weil ansonsten sein Koenig abgelenkt und seinefestgefahrenen Bauern abrasiert werden. Was hat der Grossmeister gesehen undsein Gegner unterschaetzt?} *
Beitrag von Kiffing
Zu #11: nettes Wortspiel, sieht nach Klaus Junge aus. :DLösungsversuch: [SPOILER]1. ...h4 2. gxh4 f4 3. exf4 g3 und durch[/SPOILER]
Beitrag von zugzwang
Schauen wir uns an, wenn wir den ersten Ideen folgen.Klaus Junge (*01.01.1924 vermutlich + 18.04.45) käme theoretisch in Betracht als Jugendlicher von Aljechin Schachunterricht erhalten zu haben.Der gemeinte Junge, der tatsächlich von Aljechin unterrrichtet wurde, ist aber ein anderer, späterer Großmeister:[SPOILER][url]http://de.wikipedia.org/wiki/Arturo_Pomar_Salamanca[/url][/SPOILER] Hat er als Weißer die Ausgangsstellung überzogen oder hat er Schwarz erfolgreich in die Enge getrieben?Ein Blick auf Kiffings Ansatz:[SPOILER][Date "1974.??.??"][Round "?"][White "P"][Black "C"][Result "*"][FEN "8/8/3K1k2/5p1p/4p1p1/4P1P1/5PP1/8 b - - 0 1"]1... h4 2. gxh4 f4 Wie sollte Weiß - unkooperativ! - hier einem Durchbruchsversuch begegnen?Und wie geht man mit der Idee von Hans Müller ([url]http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_M%C3%BCller_%28Schachspieler%29[/url]) in diesem Beispiel um?[/SPOILER]
Beitrag von zugzwang
Ergänzungsmaterial zum Motiv mit anderer Vorbereitung:[FEN=zz01]8/7p/p7/3k1pPP/3p4/3K4/P7/8 b - - 0 1[/FEN]Black to move - London 1913 casual:Move first or think now and not later!?[FEN=zz02]8/8/6k1/pp6/3p1KP1/P2P4/2P5/8 b - - 0 1[/FEN]Ladies in russia - black to move and what?
Beitrag von hako
Nr 1[SPOILER]1. .. Ke5 mit den Plan den Bauern f5 auf das Feld f3 zu bringen (isoliertes Freibauernpaar) und dann die Bauern h5 und g5 abzuholen.Mögliche Fortsetzung: 2.g4 hxg4 3.hxg4 Kf6 und der entfernte Freibauer garantiert den Sieg[/SPOILER]Nr 2[SPOILER]1. .. a4 und der nächste Zug 2. .. a5 gewinnt.[/SPOILER]
Beitrag von zugzwang
Die Idee und der Zug in #2 sind richtig.Die Gewinnvariante hat aber noch eine nette Endstellung. ein gar nicht so seltenes Motiv, das letztens auch in der Buli-Partie Kotainy-Heinemann aufs Brett kam.#1 ist wirklich fies und kein Fall für "Move first, think later". Ich bin mir sicher, daß die Fehlzugquote in diesem Beispiel sehr hoch ist, auch wenn es als Aufgabe (sozusagen mit Warnschild) daherkommt.Hako, mache es jetzt mal wie Capablanca mit Weiß und gewinne diese Partie nach dem von Dir vorgeschlagenen Zug.Die #2 gibt Dir dafür den etnscheidenden Hinweis.Ja, in #1 kämpft schwarz nicht um vorteil, sondern um das knappe Remis!Einfach stark, wie das geht!:v:
Beitrag von zugzwang
Eduard Lasker, der starke Schachmeister und weit entfernter Verwandter des größeren Emanuel kam bereits vor seiner freien Partie mit Capablanca in die Nähe des Motivs Bauerndurchbruch.In Dworetzkys Endspieluniversität ist sein Auslassen gegen K. Moll enthalten.In anderen Quellen findet man leicht abgewandelte Stellungen.Hier eine davon:[Event "Berlin"][Date "1904.??.??"][White "Lasker, Eduard"][Black "Moll, Kurt"][Result "0-1"][FEN "8/1p3pp1/7p/5P1P/2k3P1/8/2K2P2/8 w - - 0 1"]{Wie haette der spaeter in die USA ausgewanderte Edward Lasker hier nicht nurdie Niederlage nach dem letzten Fehlzug h7-h6 vermeiden koennen?}
:grübel: hm, Kiffing, bitte noch einmal bei Pomar-Cuadras nachschauen.Dort bist Du in eine ähnliche Verteidigung gelaufen.Du hast die richtigen Ideen, führst sie sie aber nicht mit der richtigen Konsequenz aus.Und immer mal gedanklich die Seite wechseln und Dir vorstellen, daß Du mit der anderen Seite die besten Erwiderungen finden mußt und willst!:grmpf:
Beitrag von zugzwang
Für den kleinen Hunger zwischendurch:[Event "Bremen"][[Date "1957.??.??"][Round "?"][White "Kettenburg"][Black "Koldehofe"][Result "*"][FEN "8/6p1/p1k4p/5P2/6PP/4K3/8/8 w - - 0 1"]Weiß zieht und erreicht was mal wieder?Lehrreich aber elementar meinte Kurt Richter (in Einfälle Reinfälle).Hm, merkwürdig, dann mal als "Fan":[FEN=zz05]8/6p1/p1k4p/5P2/6PP/4K3/8/8 w - - 0 1[/FEN]
Beitrag von ficus
[QUOTE=zugzwang;17593]Eduard Lasker, der starke Schachmeister und weit entfernter Verwandter des größeren Emanuel kam bereits vor seiner freien Partie mit Capablanca in die Nähe des Motivs Bauerndurchbruch.In Dworetzkys Endspieluniversität ist sein Auslassen gegen K. Moll enthalten.In anderen Quellen findet man leicht abgewandelte Stellungen.Hier eine davon:[Event "Berlin"][Date "1904.??.??"][White "Lasker, Eduard"][Black "Moll, Kurt"][Result "0-1"][FEN "8/1p3pp1/7p/5P1P/2k3P1/8/2K2P2/8 w - - 0 1"]{Wie haette der spaeter in die USA ausgewanderte Edward Lasker hier nicht nurdie Niederlage nach dem letzten Fehlzug h7-h6 vermeiden koennen?}[/QUOTE]Die schwarze Verteidigungsidee ist 1.-f6!, was auf 1.f4?, sowie auf 1.g5? folgt. Daher gewinnt 1.f6! gxf6 2.f4! und der Rest dürfte elementar sein.
Beitrag von zugzwang
Ich setze es mal in den Spoiler:[SPOILER][QUOTE=ficus;17673]Die schwarze Verteidigungsidee ist 1.-f6!, was auf 1.f4?, sowie auf 1.g5? folgt. Daher gewinnt 1.f6! gxf6 2.f4! und der Rest dürfte elementar sein..[/QUOTE][/SPOILER]Richtig, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das Erkennen des störenden Punktes im Quadrat und die daraus folgende Zwangsjacke jedem in der Ausgangsstellung elementar vor Augen ist.
Beitrag von zugzwang
Neuzugang:[Event "Podebrady"][White "Old Hand"][Black "Snowdrop"][Result "0-1"][FEN "8/8/p3k2p/P1p2p1P/3p1K2/3PP3/5P2/8 b - - 0 1"]Wie erzwang Snowdrop am Zug das Shakehands mit Old Hand?
Beitrag von Kiffing
[SPOILER]1. ...c4 2. dxc4 d3 3. Kf3 Kd6 -+ Der weiße König ist gebunden und hängt fest, während sich der schwarze König ungestört die Bauern c4 und a5 abholen kann[/SPOILER]
Beitrag von zugzwang
Prima, Kiffing.Zur Übung: P(r)oste bitte alle(n) relevanten Varianten (zu).Evtl. Trinksprüche dafür:[SPOILER]Was ziehst Du nach 1. ... c4, 2. exd4 c3, 3. Ke3?Wie geht es nach 1. ...c4, 2. dxc4 d3, 3. Kf3 Kd6, 4. e4 weiter?[/SPOILER]
Beitrag von Kiffing
[SPOILER]1. ... c4, 2. exd4 c3, 3. Ke3 Kd5 4. f3 Kc5 5. f4 Kd5 und Weiß wird austempiert1. ...c4, 2. dxc4 d3, 3. Kf3 Kd6, 4. e4 einfach 4. ...fxe4+. Der König darf ja nicht wieder schlagen, weil er dann das Quadrat verließe[/SPOILER]
Beitrag von zugzwang
[SPOILER][QUOTE=Kiffing;17770]1. ... c4, 2. exd4 c3, 3. Ke3 Kd5 4. f3 Kc5 5. f4 Kd5 und Weiß wird austempiert1. ...c4, 2. dxc4 d3, 3. Kf3 Kd6, 4. e4 einfach 4. ...fxe4+. Der König darf ja nicht wieder schlagen, weil er dann das Quadrat verließe[/QUOTE]In Variante 1 spielte ich 3. ... f4+ nebst Kd5xd4. Dein Weg ist ebenfalls gut.In Variante 2 ist im Sinne des Threadinhalts 4. ... f4 thematischer und technisch präziser, auch wenn es noch andere Gewinnwege gibt.[/SPOILER]Insgesamt gelöst!Stellung aus der Partie Uhlmann-Sachdev 13.12.2012
Beitrag von zugzwang
Wiederholungsübung:Was ist von diesem "Turmendspiel" mit Schwarz am Zug zu halten?[FEN=zz25]8/5k2/5p2/1p1pp3/2rP3K/P2R3P/5PP1/8 b - - 0 1[/FEN]
Beitrag von zugzwang
Motivmäßig als etwas entfernter Verwandter in dieses Thema passend folgende Stellung:[FEN=zz30.1)]8/p3k1pp/8/1PpPp3/8/8/P4KPP/8 w - - 0 1[/FEN]Weiß am Zug sucht eine Idee. Wie geht die Partie aus?Guliev scheiterte gegen Tukmakov 1993.Das Partiefragment wird in Flear "Test Your Endgame Thinking" (everyman 2002) in #5.10 vorgestellt.
Beitrag von Kiffing
[SPOILER]Das sieht mir nach einem weißen Sieg aus aufgrund des potentiellen isolierten Freibauernpaars mit wanderndem Quadrat und der gleichzeitigen Fähigkeit der Unverwundbarkeit (schlägt der schwarze König einen der Freibauern, dann wandelt der andere zur Dame um) aus. Folglich:1. a4 Kd6 2. a5 Kxd5 3. b6 axb6 4. a7 +-Folgt kein 2...Kxd5, kommt trotzdem 3. b6 +-, z. B.2. ...Kc7 3. b6 axb6 4. a6 und das aufgespannte Quadrat der isolierten Freibauernquadrate überschreitet die Grundreihe, so daß der schwarze König auch hier nicht beide Freibauern auf einmal aufhalten kann[/SPOILER]
Beitrag von zugzwang
Es gibt ja noch (ein) Schachleben vor dem Fußball, deshalb schnell eine Antwort:Nicht schlecht, Herr Specht!Für "full marks" mußt Du aber noch eine Variante nachliefern:Wie geht es denn nach 2 ... c5 anstatt Deines 2. ... Kxd5 konkret weiter?(Mir fehlt diese wichtige Variante auch auf meinem Lösungszettel und es könnte sein, daß genau diese Variante vom Weißspieler nicht richtig gesehen wurde.Seine Lösung 1. Ke3 verliert recht wiederstandslos, so daß man vermuten kann, daß er auch die richtige Alternative mal angerechnet hat - wenn noch Zeit übrig war!Diese Stellung ist auch ein Beispiel, wie man nach dem Ausschlußprinzip noch den hartnäckigsten Zug finden kann (der hier sogar gewinnt), wenn man die rasch verlierenden Alternativen streicht und dann das spielt, was einen länger leben läßt.Nur muß man dafür kaltblütig, wachsam sein und noch etwas mehr Bedenkzeit als nur für Reflexe übrighaben.