Ich interessiere mich für die Frage, ob die meisten Großmeister überdurchschnittlich intelligent sind, oder ob durch Fleiß allein man sehr erfolgreich im Schach werden kann.Sowohl logisches Denken als auch das Studium der Stellungen daheim sind wichtig für das Spiel. Allerdings gibt es heutzugtage derart viele Informationen zu Stellungen etc., dass man meinen mag, man müsse kaum noch für sich selbst denken, da andere einem die Denkarbeit abgenommen haben. Viele Spieler spielen so, wie sie es gelesen haben, aber nicht unbedingt, weil sie selbst die Notwendigkeit der Züge eigenständig sich erarbeitet haben.Eures Wissens nach, wie viele Stunden investieren GM in das Spiel täglich, und wie bedeutend ist Talent?Wie seht ihr das? Danke! :)
Beitrag von Dr.Zej
Mach doch ne Umfrage draus!Natürlich muss eine gewisse Grundintelligenz gegeben werden. Jemand mit einem IQ unter 70 wird wohl kaum das Spiel begreifen können. Aber ich denke der Rest ist nur Fleiß (am besten früh damit anfangen) und auch die Einstellung, die Zielsetzung ist wichtig. Was will man erreichen, sollte man sich fragen: Ganz wie in dem Bestsellerbuch von Paul Arden: "Its Not How Good You Are, Its How Good You Want to Be".[url]http://www.amazon.de/kommt-nicht-darauf-sondern-willst/dp/0714894621/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1337260961&sr=1-2[/url]
Beitrag von SeeFree
[QUOTE]Mach doch ne Umfrage draus![/QUOTE] :jaja: Mach mal ne Umfrage. Weißt du wie das geht? :)
Beitrag von Bro1989
So macht man das ... :cool: LOL
Beitrag von Dragon
Ich denke das wichtigste ist intelligentz weil ein dummer Mensch sich einfach nicht die züge merken könnte und irgendwann bringt dir theorie auch nichts mehr man muss kreativ sein und intelligent anders geht es wohl nicht
Beitrag von SeeFree
Jap! Sehe ich genau so ;)
Beitrag von ToBeFree
[QUOTE=Bro1989;13679]Ich interessiere mich für die Frage, ob die meisten Großmeister überdurchschnittlich intelligent sind, oder ob durch Fleiß allein man sehr erfolgreich im Schach werden kann.[/QUOTE]Weder noch, würde ich sagen. :DIch würde das Talent, das manche GMs zu haben scheinen, weder als Fleiß, noch als "überdurchschnittliche Intelligenz" bezeichnen (was ist Intelligenz? Der IQ?).Damit ist jetzt aber weder gemeint, dass GMs faul wären, noch, dass sie dumm wären.
Beitrag von Bro1989
[QUOTE=ToBeFree;13696]Weder noch, würde ich sagen. :DIch würde das Talent, das manche GMs zu haben scheinen, weder als Fleiß, noch als "überdurchschnittliche Intelligenz" bezeichnen (was ist Intelligenz? Der IQ?).Damit ist jetzt aber weder gemeint, dass GMs faul wären, noch, dass sie dumm wären.[/QUOTE]Worum genau geht es denn dann, wie genau würdest du das Talent kategorisieren? :)
Beitrag von SiegerFCN
Man braucht gar nix von beiden,theoretisch. Es gibt bestimmt viele Hauptschüler die über 2500 haben und in der Schule ganz miserabel sind/waren,was von wenig Intelligenz zu treffen ist. Und dann sind solche Leute wohl auch eher nicht interessiert viel fleiß und Wert auf Schachtraining zu bringen. Ich vermute mal,für Schach benötigt man einfach nur Verständnis für das Spiel,bisschen Logikwissen(das kann jeder haben) und einfach Bock das zu spielen.
Beitrag von ToBeFree
[QUOTE=Bro1989;13697]Worum genau geht es denn dann, wie genau würdest du das Talent kategorisieren? :)[/QUOTE]Warum sollte man es überhaupt kategorisieren?^^Vielleicht könnte man es als "Talent für zugbasierte, theoretisch (aber nicht mit vorhandenen Mitteln) lösbare Strategiespiele ohne Glücksfaktor auf einem in quadratische Felder unterteilten quadratischen Brett mit gleichen Startpositionen für die bereits vor dem Spiel vollständig auf dem Brett stehenden Figuren" nennen, aber den Begriff "Schachspiel-Talent" ohne irgendwelche "Kategorisierung" halte ich für besser. :D
Beitrag von Kiffing
Für diese Frage verwende ich immer die Metapher vom Ackerboden. Ein guter Boden, nehmen wir Vulkanschwemmlandboden, gibt potentiell natürlich mehr her als andere Ackerböden. Aber er muß auch durch die verschiedenen Agrartechniken dazu gebracht werden, viel geben zu können. Ein karger Boden dagegen kann durch gute Bearbeitung noch einen gewissen Ertrag geben, ist aber immer in gewisser Hinsicht limitiert. Deswegen habe ich bei der Umfrage angekreuzt, beides ist wichtig, Talent und Trainingsfleiß.Um noch einmal auf das Training zurückzukommen, so hat ja Malcolm Gladwell den Ausspruch der 10.000-Stunden-Regel geprägt. Gladwell ging in seinem Bestseller Überflieger davon aus, daß jemand, der sehr erfolgreich in einer Sache ist, vorher etwa 10.000 Stunden dafür trainiert hat. Ein Profipianist kam auf 10.000 Trainingsstunden, ein Hobbypianist dagegen nur auf 2.000 Trainingsstunden. [url]http://www.welt.de/die-welt/article3620252/10000-Stunden-und-ein-wenig-Glueck.html[/url] Mozart etwa war für sein schon in der Kindheit praktiziertes extrem hartes Training für seine Musik bekannt. Heute würden wir sagen, er wurde gedrillt. Also Trainingsfleiß gehört offenbar dazu. Es gibt allerdings auch Ausnahmen von der Regel. In [url]http://www.schachburg.de/threads/577-Der-gerupfte-Weltmeister[/url] wies Frank Mayer anhand von Quellen nach, daß Capablanca im Gegensatz zu seinen Großmeisterkollegen „nie“ trainiert habe während seiner Turniere und dazwischen. Wieviel er als Kind, Jugendlicher oder junger Mann trainiert hat, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen. Wegen „Intelligenz“, so muß ich natürlich auf den dazu laufenden Thread zur Korrelation von Schach und Intelligenz verweisen: [url]http://www.schachburg.de/threads/61-Zur-Korrelation-von-Schach-und-Intelligenz[/url]. Grundsätzlich ist es schon so, daß erfolgreiche Schachspieler meistens auch sehr gut in anderen intellektuellen Bereichen wie Schule und darüberhinaus sind. Mit Ausnahme von Fischer waren die Weltmeister etwa vielseitig begabt, viele Großmeister waren begnadete Musiker wie Taimanov und Smyslov, andere wiederum hatten ausgezeichnete und hochqualifizierte Berufe wie Euwe oder Botwinnik. Trotzdem, Studien sind sich heute einig, daß Schachintelligenz und normale Intelligenz nicht unbedingt das Gleiche sind. Beim Schach kommt es primär auf Mustererkennung an. Allerdings hat Dragon schon Recht, daß ein gutes Gedächtnis einem Spieler schon weiterhelfen sollte, und auch Logik, Kreativität und Phantasie und räumliches Vorstellungsvermögen, also alles Teilbereiche der Intelligenz, sind bestimmt „karrierefördernd“. Weil Schach all dies fördern soll, gilt Schach ja auch als optimale kognitive Förderung von Kindern neben dem Spielen von Klavier, ein Vorteil, mit dem wir als Schach wuchern können.[QUOTE=Bro1989]Allerdings gibt es heutzugtage derart viele Informationen zu Stellungen etc., dass man meinen mag, man müsse kaum noch für sich selbst denken, da andere einem die Denkarbeit abgenommen haben. [/QUOTE]Das ist ein Fehler, den viele machen, die mit dem Schachspiel noch nicht so vertraut sind, die meinen, man könne sich alles durch Wissen erarbeiten. Tatsächlich ist und bleibt Schach ein sehr konkretes Spiel, und die Fülle an Informationen, die wir bekommen, bewahren uns nicht vor dem selbständigen Denken. Schach ist nicht Mathematik, wo man sich aus Formeln alles erschließen kann, denn auf die Kunst der Anwendung des Gelernten kommt es hier in besonderem Maße an, und oft geht es weit darüber hinaus. Ein Apercu etwa lautet: ein starker Spieler kennt die Regeln, ein Genie die Ausnahmen. Jede Stellung ist einzigartig und erfordert eine konkrete, kreative Lösung. Die Regeln im Schach sind nicht Dogmen, sondern allenfalls Richtlinien, die nur in ihrer Relativität begriffen werden sollten.
Beitrag von SeeFree
Eigentlich finde ich ist beides wichtig aber logisches Denken ist sehr wichtig ;)