Im englischsprachigen Schachforum [Hier befand sich ein Link auf die Seite "www.chesspub.html". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "www.chesspub.com" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] wurde ich Zeuge einer [URL="http://www.chesspub.com/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?num=1330975767"]Unterhaltung[/URL] über die zeitgenössischen Probleme im Schach, die so gravierend sind, daß der Threadstarter (battleangel) aus Deutschland seine Befürchtung über ein Absinken der allgemeinen Spielstärke bereits im Threadtitel Ausdruck verlieh. Vor allem berief er sich in seinem Startbeitrag auf das bereits in der Burg angesprochene Problem des [URL="http://www.schachburg.de/threads/664-Vereinssterben?highlight=Vereinssterben"]Vereinssterbens[/URL] bzw. des [URL="http://www.schachburg.de/threads/1274-Schwund-von-Vereinskultur-im-Schach?highlight=Vereinskultur"]Schwundes an Vereinskultur[/URL] im Schach. Auch die zahlreichen Ablenkungsmöglichkeiten seien eine Gefahr für das Schach. Darauf folgte eine Generalabrechnung des Threaderstellers mit der Gegenwart, mit der dieser sich zu folgenden Äußerungen verstieg:[QUOTE=battlefield]the problem really is that chess is also somewhat expensive in terms of time and money ... there are not many tournaments ... and if you want to go there, that means you have to travel and book a hotel ... or you have everyday stress of driving like 100 km one-way in the car ... and then you play like 4 days in a row only chess ... 4 days is just too much ...also chess is a very individualistic game, players cant take losses, they seem to them as an insult to their intelligence ... in others sports you appreciate other players if they play good and a you are also more likely to accept a loss, but not so in chess ...also there are not so many awards ... I dont know I am rated 2000 and I won everything there is for me ...the next step would for me would be to reach 2300 ...and its just too far away ... I could get there if I would dedicate myself solely to chess in any of my freetime, but right now I dont really deem this dedication worth it ... there should be more awards ... like everytime you cross 100 points ...but maybe the times of chess are now over ...intellectual things happen right now at home in the computer ... world is becoming more and more superficial ... you cant talk with anyone anymore about other things than the weather, the footballclub or superficially about some daily newsevents ... but people dont have any culture anymore ... they just learn enough to get their diploma in things, but they dont develop any culture ... this society has become acultural ... and everything intellectual is just happening inside in your home ... but you dont go outside anymore for thisreally sometimes I think it would be better to live in the early 1900s, people did go to coffeehouses to talk about culture, to play chess ... now everyone is living in his virtual worlds ... and only go outside to drink beer or to make vacation ... [/QUOTE]Allerdings ist Chesspub wie schon erwähnt kein deutschsprachiges Forum, und so war es wirklich interessant, auch in der Schachwelt einmal zu erleben, wie es ist, wenn deutsche Weltuntergangsdramatik auf ein eher optimistisches und pragmatisches Umfeld trifft. Und so schwankte die Reaktion der anderen Diskussionsteilnehmer mehrheitlich zwischen Belustigung und Verwunderung. Eine Kostprobe:[QUOTE=aidin] Very sadddddd.....but unfortunately pure truth....... :wein:For the first time in my life after reading a comment I have tears in my eyes.... You must be a novel writer... [/QUOTE]Dem Threadersteller wurden seinen Befürchtungen auch sachliche Gegenargumente vorgesetzt, die von der hochgelobten Deutschen Bahn bis hin zum Übersehen der zahlreichen Chancen, welche unser gegenwärtiges Informationszeitalter für das Spiel Schach und das Schachtraining bieten, reichen.Um diese Argumente zu ergänzen, so kann man sogar aus der vermeintlichen Not der heutigen Reizüberflutung eine Tugend machen, indem man davon ausgeht, daß das Schach von seinem Wesen heraus das Bedürfnis nach einer Art kontemplativem Gegengewicht stillt und in dieser Hinsicht sogar dem Buddhismus als neue Modereligion im Westen Konkurrenz machen könnte. Insofern ist auch für das Schach nicht alles schlecht, was die Zukunft so mit sich bringt.
Beitrag von Schlaffi
Wahrscheinlich muss man Deutscher sein, um den Kulturpessimissmus nicht nur zu verstehen, sondern ihm sogar teilweise zustimmen zu können.Mit dem geradezu erzwungene "Think Positiv" (umso ärmer Du bist, desto positiver soll man denken) durch das sämtliche Probleme individualisiert werden sollen, kann ich noch weniger anfangen.MfG
Beitrag von Kiffing
Das Städtedreieck Gütersloh, Bielefeld und Paderborn ist schachlich sowieso ein vorzügliches Pflaster.