Schachburg-Archiv: Benutzerthema „(Sport)Weisheiten und ihre schachliche Anwendung“

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Beitrag von zugzwang

"Die Null muß stehen!" Fußballergrundkonzept und vermutlich Fangfrage beim Trainerschein in Deutschland.Wer hier Angriffsschach, äh Angriffsfußball als 1. Gebot ankreuzt, muß vermutlich in die Warteschleife.Schachspielern wird von der Adaption dieser Lehre abgeraten. Nicht nur Schachtherapeuten warnen vor dem Versuch, sich mit 4 Niederlagen en suite einen Audi erspielen zu wollen oder gar die olympischen Ringe zu vervollständigen. Der Schachsportler muß seine Brötchen anders und langsamer verdienen.In der Skla zwischen 0 und 1 strebt der leistungsbewußte Schachspieler besser in Richtung 1.

Beitrag von zugzwang

Nicht nur im Sport heißt es:Mach doch keine halben Sachen!Der Schachspieler reiht davon unbeeindruckt Halbzug an Halbzug und schafft ab und zu etwas Ganzes.

Beitrag von zugzwang

[FONT=Comic Sans MS]"Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften!"[/FONT]Dieser wohl im American Football zuerst geprägte Leitsatz wird allgemein in Mannschaftsspielen herumgereicht und hat insbesondere im Fußball inzwischen seinen Stammplatz sicher - bei fast allen Fußball-Lehrern (Deutschland) bzw. Trainern (international).Er könnte gut zu Vince Lombardi, einem der legendärsten Football-Trainer der Geschichte, passen. Inzwischen ist diese Weisheit sportliches Allgemeintreibgut geworden und wer sie zuerst äußerte, ist kaum zu ermitteln."Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten." ist dagegen im Ausschlußverfahren leichter einer bestimmten Ballsportart zuzuordnen, bei der am Ende eine zeitlang zumindest immer D-land gewann.Für den Basketballsport gibt es die nette Erweiterung:[FONT=Palatino Linotype]“ Offense sells tickets, defense wins games, rebounding wins championships.”[/FONT]Anders als viele andere wohlklingende, flotte Sprüche hat die Erkenntnis über den Wert der Defensive eine reichhaltig belegte Erfahrungsgeschichte und findet auch beim Schach seine Anwendung.Schon Steinitz lehrte, daß man beim Gleichgewichtsspiel Schach nicht nach Lust und Laune, nach Stimmung und sportlichem "Muß" beliebig angreifen könne.Erst die Störung des Gleichgewichts an einer bestimmten Stelle erlaube einen Angriff.Das Spiel um ein Gleichgewicht herum bedeutet für das Schach dieausgewogene Betrachtung von Offensive und Defensive. Die russische Schachphilosophie und der Arbeitsansatz vieler Schachtheoretiker basiert in Nachfolge von Steinitz auf dem Ziel des Nachziehenden, die Stellung zunächst auszugleichen und erst danach, auf den Vorteil zu spielen.Viele flotte Sprüche erweisen sich bei näherer Betrachtung als zweischneidig und nur partiell zutreffend.Der Spruch von der Bedeutung der Defensive hat bei statistischer Auswertung der Sportsbase-Exzellenz-Datenbank über alle wichtigen und bedeutsamen Sportarten hinweg eine außerordentlich hohe Stimmigkeit von über 70% ergeben.Einzelsportler, deren Defence-Index ein Wert über 80% ausweist gelten entweder als ausgespochene Cattenaccio-Mauer-Künstler oder geraten bei bestimmten Spielen und Sportarten in Verdacht "Cheetah" zu sein. Umgekehrt gelten Sportler und Mannschaften mit einem Defence-Index von unter 50 als manipulationsverdächtig, wenn sie trotz dieses Werts immer noch Siegesserien produzieren.Bei derartigen Auffälligkeiten werden die Einsätze der internationalen Sportwettszene kritisch beäugt.Auch in diesem Sinn heißt es dann: Defence oder Defense go!:app2::rock::app::anbet:P.S.:Damit sich im Schach überhaupt jemand traut, zuerst anzugreifen, hat Schachgöttin Caissa die "Remisbreite" in ihrer Vielfalt von Patt bis unzureichendes Mattmaterial erschaffen.Der 3-Punkte-Anreiz anderer Sportarten zur Förderung der Offensive ist im Vergleich dazu weniger kunstvoll gestaltet.