Schachburg-Archiv: Benutzerthema „Nachfolger-Gerangel in London“

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Beitrag von Kiffing

Es kann sein, daß das Weltklasseturnier von London im Forum kurz nach der Schach-WM zwischen Karjakin und Carlsen im Forum ein Nicht-Ereignis war. Aber es hat stattgefunden, und es wurde Spitzenschach geboten. Hier hatten Magnus Carlsens Verfolger die Chance gehabt, sich für höhere Weihen zu empfehlen. Es zeigte sich allerdings, daß noch niemand wirklich aus dem Kreis der Weltklassespieler aus dem Pulk herausragen kann und in der Lage ist, sich gegenüber dem Norweger mit dem Anspruch, der bessere Schachspieler von beiden zu sein, zu empfehlen. Wirklich heraus, allerdings in negativer Hinsicht, ragte nur Vesselin Topalov, der mit nur 2/9 mit zwei Punkten Differenz die untere Tabellenspitze bekleidet. Der Rest der Weltklasse-Großmeister, um einen höheren inoffiziellen Titel als den immer inflationärer werdenden "Titel" des Super-Großmeisters zu wählen, war mit 4-6 Punkten eng beisammen, wobei sich Wesley So mit seinem zuweilen unscheinbaren Stil mit 6 Punkten vor Caruana (5,5 Punkte) den Turniersieg sichern konnte. Allerdings kommt Fabiano Caruana durch seinen zweiten Platz und seiner Turnierperformanz von 2861 mit seiner neuen Elozahl von 2827,5 nun auf 12,5 Punkte an Carlsen heran. Vielleicht gibt es doch noch eine Ära C & C. Tabelle, Resultate und Spiele von London: [url]http://theweekinchess.com/chessnews/events/8th-london-chess-classic-2016[/url]Nachbereitung des Turniers, Zeugnis der Teilnehmer und auch ein Blick auf die deutschen Youngster, die in weiteren Turnieren der Londoner Turnierserie im Schatten der Weltelite antraten. Zudem lernen wir einen IM mit Elo 1516 kennen: [url]http://www.chess-international.de/Archive/65431[/url]

Beitrag von Kiffing

Vor allem das positionelle Damenopfer von Caruana gegen Nakamura begeisterte viele. Es kam so überraschend, daß es einem Erdbeben auf dem Brett gleichkam. Ich schätze meine Stärken zwar in der Taktik, aber solch einen Zug wie 19. Dxf6!! hätte ich niemals gefunden. Das sind solche Züge, die den Unterschied ausmachen. Dazu gehört tiefstes Schachverständnis. Bekannt ist das positionelle Damenopfer auch aus der Partie Laskers gegen Alexander Iljin-Genewsky in Moskau 1925:Aus: [url]http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1100038[/url][Event "Moscow"][Site "Moscow URS"][Date "1925.11.19"][EventDate "1925.11.10"][Round "8"][Result "0-1"][White "Alexander Ilyin-Zhenevsky"][Black "Emanuel Lasker"][ECO "B23"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "76"]1. e4 {Notes by Bogoljubov} c5 2. Nc3 e6 3. Nf3 d6 4. g3 {With4 d4 cxd4 5 Nxd4 etc. he could enter well-trodden paths.} Nf65. Bg2 Be7 6. O-O O-O 7. b3 {White is trying to avoid theweakness of c4, so often a source of embarrassment of thisopening.} Nc6 8. Bb2 Bd7 9. d4 cxd4 10. Nxd4 Qa5 11. Qd2 Rac812. Rad1 Kh8 {So as to guard against the threat 13 Nxc6followed by Nxd5.} 13. Nce2 {!} Qxa2 {A rather odd combinationof Laskers which happens to turn out very well indeed; yet,it was fairly risky to give up the Q for and R and a B eventhoughBlack does secure a fairly sound position. Laskerprobably wished to avoid the exchange of Queens because heconsidered it to give White a superior position.} 14. Ra1 Qxb215. Rfb1 Qxb1+ 16. Rxb1 Rfd8 17. c4 Ne8 18. f4 {White istrying to force matters thereby weakening his K position avery much safer move was 18 Nxc6.} a6 19. Kh1 Nc7 20. Qe3 Rb821. Rd1 Nb4 {Whereas Black is strengthening his position withevery move White seems to shove around his pieces ratheraimlessly.} 22. Qc3 a5 23. Ra1 {That Rook had no businesshere!} b6 24. Qe3 {? A regrettable mistake thereby cuttingshort a game that had promised to become very interesting andinstructive.} e5 {! Black now wins the exchange and thereafterthe ending presents no trouble at all.} 25. Nf5 Bxf5 26. exf5Nc2 27. Qc3 Nxa1 28. Qxa1 Bf6 29. Qg1 d5 30. cxd5 Nxd531. fxe5 Bxe5 32. g4 f6 33. h4 b5 34. Nd4 Ne3 35. Qxe3 Rxd436. Bf3 a4 37. h5 a3 38. Qe2 Rbd8 {A game showing Lasker, thegreat tactician, at his very shrewdest.} 0-1Aus: [url]http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1849553[/url][Event "London Chess Classic"][Site "London ENG"][Date "2016.12.15"][Round "6.3"][White "Fabiano Caruana"][Black "Hikaru Nakamura"][Result "1-0"][ECO "B96"][WhiteElo "2823"][BlackElo "2779"][PlyCount "63"][EventDate "2016.12.09"]1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 a6 6. Bg5 e6 7. f4 h6 8. Bh4Qb6 9. a3 Be7 10. Bf2 Qc7 11. Qf3 Nbd7 12. O-O-O b5 13. g4 g5 14. h4 gxf4 15.Be2 b4 16. axb4 Ne5 17. Qxf4 Nexg4 18. Bxg4 e5 19. Qxf6 Bxf6 20. Nd5 Qd8 21.Nf5 Rb8 22. Nxf6+ Qxf6 23. Rxd6 Be6 24. Rhd1 O-O 25. h5 Qg5+ 26. Be3 Qf6 27.Nxh6+ Kh8 28. Bf5 Qe7 29. b5 Qe8 30. Nxf7+ Rxf7 31. Rxe6 Qxb5 32. Rh6+ 1-0

Beitrag von Qf3

[QUOTE=Kiffing;27038].....Wirklich heraus, allerdings in negativer Hinsicht, ragte nur Vesselin Topalov, der mit nur 2/9 mit zwei Punkten Differenz die untere Tabellenspitze bekleidet.....[/QUOTE]Ja, für Topalov lief es punktemäßig leider mal wieder nicht so gut.Aber trotzdem zolle ich ihm Respekt. Von den ersten 8 Spielen hat er zwei remisiert und sechs verloren; stand abgeschlagen am unteren Ende der Tabelle. Trotzdem hat er sich in der letzten Runde nicht versteckt. Sondern in bekannter Manier sein offensives Schach gespielt. In undurchsichtiger Stellung mit Schwarz gegen Aronian eine Figur gegen (ich glaube es ware zwei) Bauern geopfert und das Spiel nach langem Kampf noch gewonnen. War glaube ich zumindest ein versöhnliches Ende für ihn.Er hats auch mit Humor genommen. Hier sieht man ein Interview mit Topalov nach der letzten Runde (fängt bei 6:23:50 an) :[Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.youtube.com/watch?v=NmY0arbKqbU". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://www.youtube.com/watch?v=NmY0arbKqbU" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]

Beitrag von Kiffing

Daß er sein schlechtes Abschneiden mit Humor nimmt, wundert mich nicht. Schachlich sieht er vieles jetzt gelassener, er hatte ja bereits im April einen allmählichen [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.schachburg.de/threads/2129-Topalov-stiller-Abschied?highlight=Topalov+stiller+Abschied". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "Rückzug" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] vom Schach angedeutet. So etwas kann zwar Kräfte freisetzen, einen aber auch den letzten Biß und die Bereitschaft nehmen, dem Gegner bei voller Konzentration bis zum Schluß Paroli zu bieten. Außerdem scheint Topalov die Auseinandersetzung mit den aktuellen Trends der Theorie damit aufgegeben zu haben, auf die gerade Spitzenspieler viel Wert legen. Schließlich werden die Weichen einer Partie in der Eröffnung gestellt. In einem solchen Zustand kann man zwar noch [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.schachburg.de/threads/1649-Steinitz-nach-dem-Titelverlust-alles-ein-einziger-Wahn". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "schöne Partien" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] kreieren, aber bereits keine guten Turniere mehr gestalten, zumindest nicht mit Gegnern, die einem in besseren Zeiten ungefähr ebenbürtig gewesen waren.