Wie wir alle wissen ist die Eröffung ein wichtiger Bestandteil beim Schach. Irgenwann muß jeder sich die Frage stellen, welche Eröffungen er lernen möchte.Nun gibt es etliche Möglichkeiten seinen persönlichen Eröffungsbaum zu erstellen.Welche Methode nutzt ihr dafür?
Beitrag von hako
Für das Weiß-Repertoire sollte man sich einen Angriff aussuchen, der einen zusagt und persönlich gefällt, und sich ihn aneignen. Bei mir wäre das beispielsweise der Spanier. Da zu einer Eröffnung, aber immer 2 Spieler gehören, solltest du dich mit gegnerischen Alternativen beschäftigen. Auf 1.e4 muss der Gegner ja nicht unbedingt 1. .. e5 spielen, sondern kann auch Französisch spielen.Beim Schwarz-Repertoire hab ich mir für die Standardzüge e4, d4, c4, f4 (ok, der ist extrem selten) ja eine passende Antwort überlegt. :)
Beitrag von sorim
Danke, aber es geht mir hier nicht so sehr welche Eröffung man spielen soll, sondern wie man diese verwaltet.Benutzt ihr mittlerweile alle ChessBase dafür?Ich kenne einen, der verwendet für seine Eröffungsbäume Excel.Früher hat man das mit Karteizettel gemacht ... ist das noch zeitgemäß?- Wie geht ihr dabei vor?- Ab und zu muß man sein Eröffungsbaum anpassen, welche Quellen verwendet ihr dafür?
Beitrag von ficus
[QUOTE=sorim;16842]Danke, aber es geht mir hier nicht so sehr welche Eröffung man spielen soll, sondern wie man diese verwaltet.Benutzt ihr mittlerweile alle ChessBase dafür?Ich kenne einen, der verwendet für seine Eröffungsbäume Excel.Früher hat man das mit Karteizettel gemacht ... ist das noch zeitgemäß?- Wie geht ihr dabei vor?- Ab und zu muß man sein Eröffungsbaum anpassen, welche Quellen verwendet ihr dafür?[/QUOTE]Nichts von alledem! ;)Ich habe zuallererst den Spielstil eines bestimmten anderen Jugendspielers sehr gemocht und mich dadurch für ein bestimmtes Sizilianisch- und Französischsystem begeistern können. Anhand einiger Partien habe ich mir dann dazu einige Eröffnungsprinzipien und -motive angeeignet. Aus ein paar Jugendpartien kann man sich natürlich kein gesamtes Repertoire basteln, dazu gehörten noch andere Erfahrungen: Später bekam ich 2 Bücher mit Partien diverser Weltmeister geschenkt, habe die Eröffnungen bestimmter toller Partien ausprobiert und mir Bucherklärungen zu den entsprechenden Systemen verinnerlicht. Einige Eröffnungen korresponderten nicht mit meinem Stil, andere hingegen mehr. Dieser geschilderte Prozess des Begeisterns, Abschauens und Ausprobierens hat dann zu meinem "Eröffnungsbaum" geführt, welcher auch ständig überarbeitet und verändert wird. Beispiel: Vor einiger Zeit habe ich einen Schachzeitschriftartikel über einen interessanten Nimzo-Indisch-Aufbau gelesen und mich für diesen begeistert. 3 kommentierte Partien waren neben einigen schemenhaften Erinnerungsmotiven meine Eröffnungskenntnis, trotzdem habe ich mit diesem Stellungstyp toll gepunktet. Dies hielt solange an, wie meine Begeisterung für diese Eröffnung anhielt. Jetzt ist beispielsweise mein Grünfeld-Indisch-Interesse wieder aufgeflammt. :)Man hat ein bestimmtes Eröffnungsrepertoire, dies darf jedoch nicht starr sein, da darunter m.E. die Spiellust und -kreativität leidet.Aufgeschrieben habe ich mir dazu nichts, die entsprechenden Motive sind kognitiv gespeichert... ;)Dies war ein kleiner Einblick in meine persönliche "Eröffnungsbaum-"Erstellung, ich bin neugierig auf eure Schilderungen.
Beitrag von hako
Ich finde diese Methode ganz gut. So lernt man viele Eröffnungen kennen, sammelt immens viel Erfahrung und hat Spaß am Spiel :)Ich mach es eigentlich genau so, nur nicht bei Mannschaftskämpfen :) :cool:
Beitrag von sorim
[QUOTE=hako;16845]Ich mach es eigentlich genau so, nur nicht bei Mannschaftskämpfen :) :cool:[/QUOTE]und wie machst du es bei Mannschaftskämpfen?
Beitrag von hako
Da spiel ich etwas, wo ich sicherer bin. Aber sonst hab ich auch auf einem Turnier wenig Hemmung etwas neues zum ersten Mal zu spielen.
Beitrag von sorim
Und hast du auch nichts aufgeschrieben/gepeichert sondern alles im Kopf?
Beitrag von hako
Ich habe schon das ein oder andere Buch und die ein oder andere Notiz, wo ich mal reinstöber. Sonst spiele ich meine Eröffnungen aus dem Kopf und der Rest wird improvisiert und überlegt. Bin sowieso kein Fan davon zich Eröffnungsvarianten auswendig zu beherrschen. Wichtiger ist es die Motive, die Pläne und den Charakter der Eröffnung zu kennen.
Beitrag von ToBeFree
[QUOTE=sorim;16842]Früher hat man das mit Karteizettel gemacht ... ist das noch zeitgemäß?[/QUOTE]Nein, würde ich sagen. :DTrotzdem ist es eine Möglichkeit, auch wenn es sicher lästig ist, ein großes Eröffnungsbuch ernsthaft auf Karteizetteln zu organisieren. Dazu kommt, dass Karteizettel verloren gehen können - eine elektronische Eröffnungsdatenbank schickt man sich z.B. einfach selbst per Mail und hat dann ein ziemlich sicheres Backup auf dem Mailserver.[QUOTE]Benutzt ihr mittlerweile alle ChessBase dafür?Ich kenne einen, der verwendet für seine Eröffungsbäume Excel.[/QUOTE]Excel bzw. LibreOffice Calc wäre eine Idee - vielleicht auch [URL="http://freemind.sourceforge.net/"]FreeMind[/URL], ein Mindmap-Generator (sieht schöner aus als eine Tabelle).Wer es ähnlich wie mit ChessBase machen will (direkte Eingabe der Züge auf einem virtuellen Brett), kann sich ja mal Arena ansehen - mit Arena kann man ziemlich gut Eröffnungsbücher erstellen - oder irgendein anderes kostenloses nicht-kommerzielles Programm, mit dem man Eröffnungsbücher erstellen kann. Die Programme, mit denen man Engine-Bücher erstellt, kann man auch ganz leicht für sein eigenes Repertoire verwenden. ;)EDIT: Fast hätte ich SCID vergessen: [url]http://scid.sourceforge.net/[/url]EDIT2:[QUOTE]Ab und zu muß man sein Eröffungsbaum anpassen, welche Quellen verwendet ihr dafür? [/QUOTE]Wikipedia und Kornel.