Schachburg-Archiv: Benutzerthema „FIDE-Kandidatenturnier 2013“

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Beitrag von Kiffing

Morgen beginnt das Kandidatenturnier für die Schach-Weltmeisterschaft am 6.11.2013 in London. Der Gewinner tritt gegen den Titelverteidiger Viswanathan Anand (2784) an. Für das Kandidatenturnier haben sich folgende Spieler qualifiziert:Magnus Carlsen (2872)Wladimir Kramnik (2810)Lewon Aronjan (2809)Teimur Radjabov (2793)Alexander Grischuk (2764)Wassili Iwantschuk (2757)Peter Swidler (2747)Boris Gelfand (2740)Das Kandidatenturnier verspricht also packende Duelle. Interessant wird sein, ob der gipfelstürmende Topfavorit Magnus Carlsen den hohen Erwartungen gerecht werden kann und sich wie erwartet gegen das Teilnehmerfeld durchsetzen kann. Das Turnier ist so organisiert, daß an drei aufeinanderfolgenden Tagen gespielt wird. Danach erhalten die Spieler immer eine eintägige Ruhepause. Achtung: wegen der englischen Zeit beginnen die Spiele nicht, wie vielfach angegeben, um 14:00, sondern um 15:00. Die Spiele sind u. a. auf der [URL="http://london2013.fide.com/"]FIDE-Seite[/URL] zu verfolgen!Auf wen tippt ihr? Ich auf Magnus Carlsen, der in der Vergangenheit gezeigt hat, daß er professionell mit Druck umgehen kann (was ja ohnehin ein Qualitätsmerkmal starker Spieler ist) und sich vor allem in den letzten Monaten in blendender Form befand. Er produzierte 29xxer Performances in Serie.

Beitrag von Dragon

Hmmm... Es ist natürlich immer sehr schwer zu sagen wer wohl der Favorit sein wird. Mein Gefühl sagt es entweder Wladimir Kramnik (2810)oderWassili Iwantschuk (2757)Fragt mich bitte nicht warum ich die 2 als Favoriten sehe, ist halt so. ;)

Beitrag von zugzwang

Einen Wunsch habe ich: Vassily "Chucky"-Chuky Ivanchuk soll bitte das Turnier seines Lebens spielen und es erfolgreich zu Ende bringen.Ich glaube noch nie in der Geschichte der Fide-Turniere war ein Spieler nach Elo und Turniererfolgen ein so klarer Favorit wie Magnus Carlsen. Fischer, früher, hatte seine langen, spielfreien Pausen und man wußte nicht so recht. Bei Carlsen liegt die Form seit Jahren offen - steigend, fast ohne Rückschlag.Doch hier sehe ich die Gefahr, weil ich glaube, daß Serien nicht unendlich gehen werden. Gegenüber einigen Spielern hat er den Nachteil noch nie so ein hartes und wichtiges Turnier bestritten zu haben. Die Vorbereitung der russischen Spieler ist intensiv (Von London bis elista gibt einen Einblick). Allen steht ein größeres Heimarbeitsteam schon seit Jahren zur Verfügung, nur evtl. Carlsen und vllt. auch Chucky nicht.Carlsen bringt dagegen jugendliche Energie und Ausdauer sowie vllt. auch einen anderen Spielansatz mit. Energie hat eraber in den letzten Jahren schon eingesetzt und verbraucht. Ist der Akku jetzt zur richtigen zeit wieder voll?Ich halte es aber nicht für ausgeschlossen, daß London 2013 sein Curacao 1962 werden kann (vom Endergebnis, er dürfte weiter vorn als Fischer landen).

Beitrag von Kiffing

Verhaltener Auftakt im Kandidatenturnier. Die vier Paarungen endeten relativ ereignislos mit Remis. Magnus Carlsen und Wladimir Kramnik, die beide Schwarz hatten, ließen dabei nichts anbrennen und dürften mit dem halben Punkt gegen Lewon Aronian und Peter Swidler zufrieden sein. Mit Weiß haben sie jetzt die Chance, die Führung zu übernehmen.

Beitrag von zugzwang

Die aufregendste Partie war heute mit Sicherheit auch die zugmäßig kürzeste:Peter Svidler versus Vladimir Kramnik.Svidler gibt nicht nur Kramnik, sondern mit Sicherheit auch den anderen Teilnehmer zu denken, indem er auf sein bevorzugtes e2-e4 verzichtet und d2-d4 aufs Brett stellt.Oder hat er nur bei den anderen Brettern abgeschaut?Die Teams hinter den Kandidaten haben jedenfalls gleich mit seinem ersten Zug Arbeit bekommen, weil in den Schwarzpartien gegen Svidler vorrangig gegen e4 zu spielen war.Und dann bietet er auch noch Nimzo-Indisch an, was der "schwarze Riese" gut genug kennt. Kramnik gibt die Überraschung zurück und spielt mit 3. ... d7-d5 ein Damengambit, das er in dieser Zugreihenfolge eher vermeidet.Svidler wählt daraufhin die empfohlene Abtauschvariante, um sogleich mit dem seltenen Sxd5 überrascht zu werden.Die Theoretiker werden überraschend früh mit der Bearbeitung längst abgelegter Zugfolgen beschäftigt.Auch Radjabov spielt eine weniger gebräuchliche Eröffnung gegen d4, c4 und bietet sogar die französische Verteidigung an. Gegen Boris Gelfand konnte er aber mit guter Quote damit rechnen, daß dieser nicht darauf eingehen wird.In der "Spitzenpaarung" wird der Bogo-Inder vorgetragen, der zuletzt Naiditsch gegen Meier nicht wirklich lag. Zu Carlsen paßt der Stellungstyp sicherlich besser.Bei den beiden "Chuckys" gab es das erste Zeitnotduell, weil sie das Damenendspiel nicht mit Zugwiederholung friedlich abschlossen. Kleine Aufregung.Die Spannung steigt, Carlsen hat morgen Weiß - gegen den "schwarzen Riesen".

Beitrag von zugzwang

Mit den ersten entschiedenen Partien nimmt das Turnier an Fahrt auf.Chucky zeigt mit seiner Eröffnungswahl Kampfbereitschaft mit Schwarz gegen Radjabov nach dem eher ruhigen Dc2-Katalanen vom Vortag. Sein Risiko wird aber nicht belohnt und er muß zu mysteriösen Not-Turmmanövern (beginnend mit Tf7) greifen, die ihm schach-ästhetisch Schmerzen bereitet haben dürften.Die Stellung war schlecht und aber wirr-kompliziert, so daß beide Spieler in Zeitnot gerieten und noch genügend Analyse- und Diskussionsstoff für Zentaure und Schachfreunde lieferten.Gelfand übersah mit Schwarz einen kleinen, aber sehr ungenehmen Nadelstich. Genau die kleinen "Gemeinheiten", die der Hexer Aronjan immer wieder hervorzaubert. Die Verwertung des Vorteils in der Folge war faszinierend, ebenso die Hilfslosigkeit des vom Spiel ausgeschlossenen schwarzen Königs.Kramnik wird zufrieden sein. 2x recht sicheres Schwarzremis.Carlsen wird nicht unzufrieden sein. Seine Zeit mit starker Schachkondition wird im Lauf des Turniers normalerweise noch kommen.Grischuk schien heute auch wieder aufpassen zu müssen, doch ist Svidler, der ihn Im Weltcupfinale bezwang, für ihn ein gewohnt unbequemer Gegner.Die erste 1. e4-Partie war jedenfalls kein abholzender Langweiler!

Beitrag von zugzwang

Ruhetag.In der Steigerung 0, 2, 3 [SPOILER]Gewinnpartien[/SPOILER] auch verdient und für zumindest 2 Spieler auch dringend erforderlich.Am Dienstag folgt aber nicht die 4, ich tippe auf 1.Eine kleine "Bilderserie" mit Impressionen vom Kandidatenturnier:"Surprise, surprise I":[FEN=zz01]rnbqkb1r/ppp2ppp/4p3/3n4/3P4/2N5/PP2PPPP/R1BQKBNR w KQkq - 0 5[/FEN]"Übergerascht":[FEN=zz02]rnbqk1nr/pppp1ppp/4p3/8/1bPP4/8/PP2PPPP/RNBQKBNR w KQkq - 0 3[/FEN]"Ballerschoff, Yury 1":[FEN=zz03]2rb4/pb3pkp/4p1pB/4N3/1P1P4/7P/1P3PP1/2R3K1 b - - 0 26[/FEN]"Black Monarch in Agony":[FEN=zz04]3b2k1/p4p1p/2P1p2B/6P1/3P3p/8/1P3P2/6K1 w - - 0 34[/FEN]"No risk, no fun!":[FEN=zz05]rnbqkbnr/ppp1p2p/3p2p1/5p2/2PP4/5N2/PP2PPPP/RNBQKB1R w KQkq f6 0 4[/FEN]"Time Trouble"[FEN=zz06]5rk1/6r1/1Rp1n3/Q1b3p1/2P1P2p/2PN1PP1/P5K1/8 b - - 0 33[/FEN]Dieser Fall wird in der Praxis von Dr. Leid geprüft, seziert, obduziert.Es scheint, daß ein wahres Meisterwerk übermalt wurde und ein Schrubens oder Schachcasso unter der Oberschicht versteckt liegt."To do or not to do!":[FEN=zz07]Q2q2k1/5p2/4n2P/p3P3/1p6/4B1P1/6K1/8 w - - 0 47[/FEN]"The End ..." naja so gut wie:[FEN=zz09]6k1/5p2/7P/4P3/2n5/ppBK2P1/8/8 w - - 0 54[/FEN]"Ballerschoff, Yury II - retuschiert von Dr. Leid:[FEN=zz08]rr4k1/p2p1p2/2b1p1p1/R1N2q1p/1P1bNP1P/2P2Q2/6P1/4K1R1 w - - 0 26[/FEN]"Hmm":[FEN=zz10]r4rk1/3qppbp/3p2p1/2pPn1B1/4P3/2N2PN1/Pn2Q1PP/2R2RK1 w - - 0 18[/FEN]"Russians":[FEN=zz11]3r2k1/p3qpb1/2B3p1/2N1pb1p/1P6/P1n1P1PP/R4P2/2B2QK1 w - - 0 25[/FEN]Diese Remispartie und insbesondere die Spielweise Grischuks gegen einen unangenehmen Weißaufschlag des schwarzen Riesen wurde in der russischen Komentierung (Gleizerov) sehr gelobt.(Da ich kein russisch spreche/lese/verstehe (leider), gebe ich die Info eines Bekannten wieder, der das Turnier hauptsächlich auf whychess verfolgt.)

Beitrag von zugzwang

Morgen steht eine vorentscheidende Runde an:Gelingt es Carlsen (allerdings mit Schwarz) den dritten Sieg in Folge zu landen?Sein morgiger Gegner spielt manchmal wie vom anderen Stern, zumeist wie Ivanchuk, dabei aber manchmal die Welt und die Bedenkzeit vergessend.Chucky ist zu allem fähig, hat sich heute mit einer sehr interessanten, engagierten Schwarzpartie gegen Boris Gelfand zumindest wieder gefangen. Sein Zeitverbrauch darf morgen aber nicht frühere oder Grischuksche Dimensionen annehmen.Alexander Grischuk: Ein Rückfall in alte Tage, wo die Zeit verrann und er die 2600er-2700er immer wieder mit wenig Restzeit teilweise ausspielte oder sich zäh verteidigte.Gegen die Nummer 1 mit fast 2900 Elo waren Stellung und Zeit heute nicht zu bewältigen. Die mutig-riskante Spielanlage war auch mit hohem Zeitaufwand nicht in die Erfolgsspur zu bringen. Carlsen spielte klar und ohne Unsicherheit.Peter Svidler, der 6-fache russische Landesmeister, steht bei vielen nicht als Favorit auf dem Zettel. Sein Spiel und seine vorbereitung bisher sind aber beeindruckend.Heute QGA anstatt GID, gesundes Bauernopfer und schnell erzielter Ausgleich.Ein Zwischenstopp für Levon Aronjan, der morgen mit Schwarz in der 2. Schlüsselpaarung auf Vladimir Kramnik trifft.Dieser bewies heute einmal mehr, daß im Schach ein Remis das logische Ergebnis ist.Gegen seinen Nimzo-Inder in den strukturellen Spuren von Karpov war auch heute kein Durchkommen für Teimur Radjabov.

Beitrag von Kiffing

Wunderbar von Lewon Aronjan gegen Wladimir Kramnik gezeigt, warum Endspiele mit ungleichfarbigen Läufern so unglaublich remislastig sind. Selbst zwei verbundene Freibauern reichten Wladimir Kramnik nicht zum Sieg. Ungleichfarbige Läufer sind eben nur im Mittelspiel für die Vorteilpartei eine starke Angriffswaffe. Ansonsten gabs ein Dejavu im Vergleich zur ersten Runde. Alle Partien endeten Remis.

Beitrag von zugzwang

Die gestrige 5. Runde empfand ich bisher als am spannendsten und inhaltsreichsten.Mein Kompliment an Boris Gelfand gegen dessen Stellung ich (theoretisch) einiges verwettet hätte. Zwar hätte ich nicht gewußt, wie man den weißen Angriff richtig führt, doch mit Schwarz hätte ich wohl jedes mögliche Eigentor geköpft.Mit seinem interessanten, plausiblen Bauernopfer d4-d5 schien Svidler die wichtige Diagonale a2-g8 zum Kampfgebiet machen zu können. Es scheint aber so, als hätte "Gelfy" genauer gerechnet/gespürt; denn sein starkes Dd5 ging zum Leidwesen von Svidler trotz bzw. wegen Fessellspielereien um c4-d5 (Diagonale, c-Linie).Danach kam Weiß etwas aus dem Konzept, was im riskanten e5-e6 gipfelte, was aufregende und wohl für Menschen kaum zu berechnende Verwicklungen schuf.Allerdings war es an dieser Stelle für Weiß wirklich sehr schwer, weil jede Möglichkeit auch offensichtliche Nachteile hatte, die kaum zu berechnen und abzuwägen waren.Aus meiner Sicht ein großartige Partie verdientem Remisschluß und wegen der Aufregungen verdientem früheren arbeitsende als bei den anderen 3 Partien.Grischuk-Radjabov spielten eine GM-Mode, die auch schon beim letzten Kandidatenturnier in Kazan geprüft wurde. Der (Nicht-Staats-)Amateur fragt sich immer wieder, was Weiß hier hat dafür, daß Schwarz auf der a-Linie massiert steht.Zudem noch Schwächen auf d4 und b4. Doch die Amateur-Optik trügt, was sich auch daraus schließen läßt, daß Schwarz in diesem Stellungstyp nicht rasch mit b6-b5 abschließt und auf die a-Linie pocht. Anscheinend muß man hierfür den richtigen Moment abwarten. Weiß hat Ideen mit Se5 (Schwäche c6) und bei Abtausch auf e5 d4xe5 nebst Superfeld d4 für einen S mit Druck gegen c6 und evtl. Richtung K-Flügel.Carlsen mußte für seine Verhältnisse lt. Zeitverbrauch gegen Chucky das erste Mal in diesem Turnier länger, aber erfolgreich nachdenken. Chucky vermied zwar die ganz große Zeitnot und fand im Endspiel auch das großartige Se4, doch war der mühsam errungene Vorteil zu klein. Ohne seine Riposte hätte Chucky wohl lange um den halben Punkt kämpfen müssen.Kramnik stellte Aronjan vor große Probleme. Unter Bauernopfer erhielt Initiative und Angriffsziele (Doppel-Bauer b, d5, f5). An der vorentscheidenden Stelle (lt engine houdini) dachte er auch lange nach, welchen Bauern er nehmen soll d5 oder f5. Bd5 ist der wichtigere, aber auch der bleibend schwächere. Vielleicht dachte er auch über zuerst Txc8 und dann erst Dxf5 nach. Wenn man sich länger mit der engine beschäftigt und die Stellung auf dem Analysebrett vor Augen hat, dann wird einem klarer, daß die Aufgabe der c-Linie mit Txc8 andere Vorteile bringt (Tempogewinn auf Tc8 nach Df5, Feld d7 muß gedeckt werden, Bd5 bleibt schwach, f7 ist zu beobachten).In der Folge entstand ein weiterhin spannendes Endpiel, das Aronjan mit großer Kenntnis Remis (f6!) hielt.Kramnik holt von -2 Bauern auf +2 Bauern auf und der Punkt wird geteilt.:app:

Beitrag von Kiffing

Oha, grober Patzer von Peter Swidler gegen Magnus Carlsen, der in vermutlich haltbarer Stellung einen Läufer einstellt. Carlsen macht damit einen weiteren Schritt zum von vielen Schachfans heißersehnten WM-Finale gegen Vishy Anand und steht mit +3 =3 blendend da. Kramnik zaubert derweil gegen Iwantschuk. Ich drücke ihm die Daumen, daß es klappt.

Beitrag von zugzwang

Svidler verlor den Läufer in sehr ungemütlicher Lage.Strukturell hatte er mit Bauern a5, c3 große Schwächen für Mittelspiel und Endspiel und mußte dringend schauen, wo er Gegenspiel erhält.An die Bauern a6, c4 war wegen der zentralisierten schwarzen Figuren und der schwarzen Initiative (= er greift zuerst etwas an, der Gegner muß sich seinem Angriffsobjekt erst noch nähern!) wenig Herankommen.In einer Fernpartie mit mehr Bedenkzeit und Enginehilfe könnte man vieleicht entkommen, in einer Nahschachpartie gegen 2700er/2800er wird das schon zu einer (zu) großen Herausforderung.Nach Svidlers Dh5 finden sich beide in einer Mustererkennung wieder. Es gibt bestimmt ein Dutzend Kombinationen, wo Th8+ nebst Dxh6+xg7# gespielt wurde oder eine Rolle spielte. Kein Thema für Carlsen, dessen Verteidigung De4 zugleich den siegbringenden Gegenangriff einleitete - Drohung Lxf2 nebst Td2, xg2.Diese Gewinnpartie scheint mir die bisher problemloseste für Carlsen gewesen zu sein.Chucky wird in hoher Zeitnot von Vlad unter Opfer angegriffen und bricht nicht zusammen oder überschreitet die Zeit. Das Qualitätsopfer dürfte eraber vorausgesehen haben und sich daher auch mit seinen Auswirkungen beschäftigt haben.

Beitrag von Kiffing

Aronian fährt nach einem tollen Angriff mit Schwarz gegen Radjabov ebenfalls den vollen Punkt heim. Die Schlußstellung ist mustergültig und wie ein Gemälde. Damit kristallisiert sich nach sechs Runden bereits ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Aronian und Carlsen heraus, die beide mit 4,5/6 deutlich das Teilnehmerfeld anführen. Die Schachwelt kann sich freuen.

Beitrag von zugzwang

Daß überhaupt ein Spieler oder sogar 2 nach nur 6 Runden +3 aufweisen hätte ich nicht für möglich gehalten.+3, dachte ich, sollten mindestens zum Co-Sieg reichen - und was jetzt?Ein Wort zu Gelfand:Er hat dreimal hintereinander schwierige und komplexe Verteidigungen erfolgreich geführt. Die Chancen auf mehr konnte er allerdings nicht nutzen.vor 20 Jahren hat er allein das Interzonenturnier in Biel gewonnen.Das Wissen und die Erfahrung von heute und die jugendliche Frische und Energie von damals, das wär`s.

Beitrag von Kiffing

Nachdem Magnus Carlsen und Lewon Aronian gestern ihre Partien mit Remis beendeten, kommt es heute zu einem, wenn man so will, "vorgezogenen Finale". Auf jeden Fall hat diese Partie eine Weichenstellfunktion, wo sich entscheiden könnte, wer sich erst einmal vom Feld absetzen kann. Natürlich wäre auch ein Remis denkbar, womit alles wieder offen wäre zwischen den beiden Ausnahmeerscheinungen. Es wird auf jeden Fall spannend! Die weiteren Paarungen heute um 15:00 sind:Teimour Radjabov - Boris Gelfand Alexander Grischuk - Vassily Ivanchuk Vladimir Kramnik - Peter Svidler

Beitrag von Mattmonster

giebt es einen link bitte

Beitrag von Kiffing

Siehe Eingangsbeitrag. Das Wort: "FIDE-Seite" ist dort graphisch hervorgehoben. Das bedeutet, daß es ein Link ist.

Beitrag von Mattmonster

gefunden .... thx und schönen sonntag noch gez. der freitags patzer:heul::lach:

Beitrag von Kiffing

Dir auch, danke. :)Ich persönlich bin sehr angetan von den "wilden ersten dreißig" Minuten. Das, was sich dort auf den Brettern tut, läßt einiges erwarten. Aronian baut sich ganz im hypermodernen Geist auf, installiert einen Schutzschirm, der voller inhaltlichen Spannung steckt. Die Herausforderung für Magnus Carlsen, sich daran abzuarbeiten, steht. Radjabovs Bauernstruktur gegen Boris Gelfand ist verpflichtend. Dafür hat er Entwicklungsvorteil. Weil er das Endspiel vermeiden muß, steht uns wohl dynamisch einiges bevor. Bei Grischuk gegen Iwantschuk haben wir einen Drachen, und interessant wird in der Partie Kramnik gegen Swidler vor allem die Frage sein, ob Swidler dem völlig schutzlosen weißen König von Kramnik entscheidend zusetzen kann. Es stehen noch so viele Figuren auf dem Brett...

Beitrag von zugzwang

Wunder Dich nicht, wenn Carlsen-Aronjan um den 30. Zug herum remis wird.Die Chuk-Chucks testen, wer zuerst das Angebot zu einer Nebenvariante annimmt.Kramnik-Svidler üben, wer die altbekannte Halb-Endspiel-Stellung besser versteht.Hm, Bauernverteilung ist ja wie in ihrer 1.Partie.Mal sehen, welche Energien heute in Radja und Gelfy stecken, die ein paar übersehene Chancen mental wegzustecken hatten.

Beitrag von Kiffing

[QUOTE=zugzwang;18755]Wunder Dich nicht, wenn Carlsen-Aronjan um den 30. Zug herum remis wird.[/QUOTE]Tatsache (bezogen auf den Geist, nicht auf den Wortlaut Deiner Aussage).

Beitrag von Kiffing

Die 8. Runde ist vorbei, und die Partien haben meist gehalten, was die wilden Anfangsminuten versprochen haben. Kramniks Sieg gegen Swidler war heute herausragend, schade, daß dieser begnadete Techniker das Turnier so relativ schwach begonnen hatte. Evtl. hätte er auch Magnus Carlsen gefährlich werden können. Grischuk heute mit einer starken Leistung gegen Iwantschuk, sowohl Grischuk als auch Kramnik haben heute auch Kombinationen anbringen können. Dasselbe trifft auch auf Boris Gelfand zu, der überraschend überlegen gegen Radjabov mit Schwarz gewann. Alle drei Partien waren sehr inhaltsreich, und die Sieger haben großes geleistet. Nach dem erneuten Remis von den beiden Anführern des Teilnehmerfeldes Magnis Carlsen und Lewon Aronian rückt das Feld wieder enger zusammen. Spannung ist garantiert und alles ist noch möglich!

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=zugzwang;18624]Einen Wunsch habe ich: Vassily "Chucky"-Chuky Ivanchuk soll bitte das Turnier seines Lebens spielen und es erfolgreich zu Ende bringen....[/QUOTE]Dieser Wunsch ist schon seit einigen Partien und Partieverläufen ausgeträumt.:zerknirscht:Der heutige Chuk-Chuk-Partieverlauf ist insbesondere hinsichtlich Chucky Zeitverbrauch in der letzten Partiephase rätselhaft-unerklärlich.So hat ihn die Schachwelt leider schon öfters erlebt. Selbstverständliches ist bei ihm eben nicht selbstverständlich und keiner weiß oder ahnt warum.Ich muß irgendwann mal die Presseinterviews nachlesen. Äußerlich waren keine besonderen Gründe zu erkennen, warum Chucky zu langsam zog.In seinen Vorgängerpartien waren ganz andere Probleme zu berechnen und seine Zeitnot letztlich erklärlich und verständlich.Für heute bleibt ein großes ?.Boris Gelfand heute mit einem klassisch wirkenden Sieg gegen herausgespielte/vom Gegner zugestandene Bauernschwächen. Schade für Radjabov, dessen Statistik gegen alle Kandidaten aber schon besagte, daß er diesen mit Schwarz gefährlicher zu sein scheint.Kramnik gelingt es endlich, einen Vorteil zum Gewinn zu verdichten.Sein Schach war bisher optisch durchaus überzeugend, nur der Score nicht.Gemäß den engines hat er wohl nur 2 wirklich schlechte Züge im Turnier gespielt.Gestern gegen Gelfand mit Se8 und in der Aronjan-Partie wohl das schwierige Dxd5 nach längerem Nachdenken.Carlsen-Aronjan haben heute das gezeigt, was die Tiebreak-Regelung quasi "vorschreibt". Es gibt beim Schach leider keine so spielnahen und ansehnlichen Tiebreaker wie beim Tennis. Direkter Vergleich ist an sich nicht schlecht, für die heutige Partie bei diesem Tabellenstand leider die falsche Konstellation.

Beitrag von Kiffing

Wassili Iwantschuk kann mit seinen 2,5/8, mit seiner roten Laterne und mit der Tatsache, daß er bisher noch kein Spiel für sich entscheiden konnte, natürlich nicht zufrieden sein. Aufgrund seines überragenden Talents und seines überragenden Spielverständnis´ gilt der Zauberer aus Bereschany als tragischer Held, der wieder einmal an seinem Nervenkostüm scheitert. Diese Problematik ist bei ihm natürlich nicht neu und wurde schon 1995 gesehen, als er als neuer junger Komet am Schach-Firmament erschien. GM Daniel King äußerte sich damals wie folgt über diesen begnadeten jungen Spieler:[QUOTE]Je mehr ich Wassili Iwantschuks Partien betrachte, umso mehr glaube ich, daß er der stärkste Spieler der Welt werden könnte. Obwohl von Grund auf ein klassischer Spieler, haben die Partien Iwantschuks oft einen Anflug an Originalität an sich, der ihn selbst auf höchstem Niveau als etwas Besonderes hervorhebt. Sein Stil steht in starkem Kontrast zum Pragmatismus der 1970er und frühen 1980er Jahre, indem er danach strebt, die Wahrheit in einer Stellung zu finden und weniger einen Zug zu machen, der eben "gut aussieht". [...]Beachten Sie, daß ich im ersten Satz sagte, er "könnte" der stärkste Spieler der Welt werden. Er hat vielleicht einen fatalen Fehler: schwache Nerven. Der tragischste Fall diesbezüglich war sein Scheitern, den Sieg im Kandidatenmatch gegen Jussupow 1991 sicherzustellen. Wenn er diese Schwäche überwinden könnte, glaube ich, würde er es bis ganz an die Spitze bringen. Es ist freilich ein sehr großes "wenn". [/QUOTE]Daniel King, Wie gut ist Dein Schach? Beyer-Verlag 1995, S. 70f.Heute geht es weiter mit:Kramnik - CarlsenSwidler - GrischukIwantschuk - RadjabovGelfand - Aronian

Beitrag von Kiffing

Oha, wir werden Zeuge einer neuen "Jahrhundertpartie", welche viele Schachbüchern in der Zukunft schmücken wird. Großartiges Spiel bei Swidler vs. Grischuk. Ein ohrenbetäubendes Gewitter auf dem Brett. :gewitter: Ich schmeiß sie, wenn sie fertig ist, mal in die Rubrik Meisterpartien. Da gibts viel zu analysieren und entdecken.

Beitrag von zugzwang

Ganz Armenien und ein paar Leute in Berlin und anderswo leiden heute.Zuerst entwischt Carlsen, allerdings nicht unverdient und mit rechtzeitigem Gegenspiel.Und dann gerät Aronjan in einen Stellungstyp, wo er mehr reagieren als agieren kann.Wollte er mit d5xc4 seine Stellung befreien und zum Gegenangriff übergehen?In der Folge zeigt Gelfand gnadenlos die Schwächen der schwarzen Struktur auf, um in beiderseitger Zeitnot bei halbnacktem schwarzen König allerdings selbst die Damen zu tauschen und Schwarz wieder kleine Hoffnung einzuatmen.Dem Zeitverbrauch nach zu urteilen, dürfte Grischuks Opfer Sxc4 Vorbereitung gewesen sein. Die anschließende wilde, unübersichtliche Stellung erinnert an die komplexität von Svidler-Gelfand aus diesem Turnier.Aus diesen Partien kann wer will, sicher gut eine Schach-Diplom- oder Doktorarbeit basteln. Aber bitte immer schon angeben, wer die Zugvorschläge unterbreitet hat...:v: .

Beitrag von Kiffing

Nach einer spannenden und spielerisch höchst anregenden 9. Runde, in der Lewon Aronian gegen Boris Gelfand auf der Strecke blieb, geht es nach dem wohlverdienten Ruhetag wie immer um 15:00 MEZ für die Spieler weiter. Favorit Magnus Carlsen führt mit 6 Punkten vor Aronian (5,5) und Kramnik (5). Die Paarungen lauten für heute:Magnus Carlsen - Boris Gelfand Lewon Aronian - Wassili IwantschukTeimur Radjabov - Peter Swidler Alexander Grischuk - Wladimir Kramnik Magnus Carlsen und Lewon Aronian haben beide Weiß und sollten im Sinne des Turniersieges gegen in Relation zu den absoluten Größen schwächer eingeschätzten Gegnern siegen. Beide stehen unter Druck, aber sollten vorsichtig sein. Die Gegner der beiden Führenden hatten in der letzten Runde ein riesengroßes Erfolgserlebnis zu verzeichnen... Die anderen Partien haben keinen Favoriten.Das absolute Highlight der letzten Runde zwischen Swidler und Grischuk findet ihr [URL="http://www.schachburg.de/threads/1170-Die-unsterbliche-Remispartie?p=18782#post18782"]hier[/URL].

Beitrag von zugzwang

Ähnliche Formate wie das aktuelle Kandidatenturnier waren die Fide-WM 2005 und 2007.2005 gewann Veselin Topalov mit 10/14 und 2007 Vishy Anand mit 9/14 - beide jeweils ohne Niederlage.Das wird sich voraussichtlich 2013 wiederholen oder kann Levon Aronjan trotz einer Niederlage noch Magnus Carlsen abpassen? Vermutlich nicht und wenn dann auch nur bei einer Niederlage des Norwegers. Ungeschlagen ist auch noch Vlad Kramnik, bloß gegen ihn spricht die "Serie", daß die Turniersieger +6 bzw. +4 bisher gemacht haben.Elotechnisch und "statistisch" spricht vieles für Carlsen und auf dem Brett auch einiges. Wertungsmäßig hat Carlsen auch schon Vorsprung...Doch entschieden wird es eben dort und die beiden "alten Recken" Chucky und Gelfy sind heute die Faktoren des Fernduells.Tragen sie zu einer Vorentscheidung bei oder sorgen sie für ihre Vertagung?Anders als in der Hinrunde gehen sie mit Erfolgserlebnissen in die heutigen Duelle, "dürfen dafür aber die "schwarze" Angelegenheit vertreten.

Beitrag von Zapp Brannigan

Chucky macht einen auf Kiffing. Ob das gut kommt?

Beitrag von zugzwang

Wie, spielt er so solide die Zeit einteilend wie Kiff?Eröffnung oder Zeit, mancher wählt eine individuelle "Vorgabe".Psychologie spielt auch mit. Die "Zeitvorgabe" hat in der Hinrunde nicht so recht gewirkt, heute Repertoireschonung im Hinblick auf zukünftige WM-Anläufe...;)MC "spült" bisher unbeeindruckt vom Chuckschen schnell an seinem Brett.Aber mal sehen, ob Schach da nicht doch heute nur remis ist!

Beitrag von Kiffing

Er spielt "mein" Budapester Gambit. :D War aber selbst (positiv) überrascht, das noch auf höchster Ebene zu erleben.Edit: Kramnik wieder im Rennen. :)

Beitrag von zugzwang

:zerknirscht::eek:Budapester Gambit, aber so was von widerlegt und auseinandergepflückt oder stand Schwarz da zwischendurch nicht doch ordentlich bis gut...;):grübel:....Was anderes:[FEN=zz31]3k4/2p2p2/1p5p/p1p1P1p1/P1Pn2P1/1P3P1P/1B3K2/8 w - - 0 1[/FEN]Eine gemeine Stellung für Weiß am Zug mit nur noch ca. 2 Minuten.Allerdings könnte ein Spitzenspieler den letzten schwarzen Zug Sd4, der Bauern b3 schamlos befragt schon vorher auf der Rechnung gehabt haben.Grischuk fand hier nur 30. Lxd4 und verlor das Bauernendspiel ab hier chancenlos.Als trost wirdihm nicht genügen,daß die engine auch erst spät die Hoffnungslosigkeit in Zahlen "nachreichte".Wie soll es aber weitergehen, wenn man mit 30. Ke3 der engine folgt und jetzt Sxb3 folgt?Was könnte der Plan sein, dessen Folgen man mit 2 Minuten zu berechnen hätte?Ist es der leicht eingesperrte Sb3 oder die energische Maßnahme e5-e6 nebst Auslauf nach g7-h6-g5 für den wL?Mir gefallen solche Partien im Kandidatenturnier irgendwie nicht so sehr, wenn sie so (auch durch schlechte Zeiteinteilung) entschieden werden. Das hängt aber auch damit zusammen, daß ich die Zweikämpfe bevorzuge und den aktuellen Modus lieber dadurch ergänzt sähe, daß die beiden ersten Plätze ermittelt werden und diese dann noch ein Match um das Herausforderungsrecht austragen.So wie es ausschaut, bleibt der Abstand in der Spitze gleich und Kramnik läuft dem Rückstand weiter nach.

Beitrag von Kiffing

Schön gespielt von Aronian, erst die schwarze Dame auf Abwegen gelockt, um dann zuzuschlagen. Das Mittelspiel war für Iwantschuk nicht schlecht. Aber es zeichnet eben große Spieler wie Aronian aus, auch aus dem "Nichts" heraus große Angriffe führen zu können. Sie sehen eben ungleich mehr als wir. [Event "World Championship Candidates"][Site "London ENG"][Date "2013.03.27"][EventDate "2013.03.15"][Round "10"][Result "1-0"][White "L Aronian"][Black "V Ivanchuk"][ECO "A52"][WhiteElo "2809"][BlackElo "2757"][PlyCount "60"]1. d4 Nf6 2. c4 e5 3. dxe5 Ng4 4. Nf3 Nc6 5. Bf4 Bb4+ 6. Nc3 Bxc3+ 7. bxc3Qe7 8. Qd5 f6 9. exf6 Nxf6 10. Qd3 d6 11. g3 O-O 12. Bg2 Bg4 13. O-O Rae814. Rae1 Kh8 15. Nd4 Ne5 16. Bxe5 dxe5 17. Nf5 Bxf5 18. Qxf5 Nd7 19. Qe4 c620. Rd1 Nb6 21. Rd3 Qc5 22. Qh4 g6 23. Be4 Kg7 24. Kg2 Qxc4 25. Rfd1 Qxa226. g4 Rf4 27. Bf5 Nd5 28. Rh3 Rh8 29. e3 gxf5 30. exf4 1-0

Beitrag von zugzwang

Naja, Chucky hat wohl eine Remisvariante gesehen, aber vermieden.Für die Position hat dann die früher geopferte Zeit gefehlt, um mögliche Verteidigungen und Gegenangriffe zu finden. Für das Budapster Gambit war nur das Ergebnis niederschmetternd, weniger der gesamte Partieverlauf.Wieder Stoff für die Theoriegemeinde.Gut, daß Aronjan im Rennen bleibt.Carlsen staubtrocken wie annodutt Karpov, Gelfys Serie gestoppt = +4Statistik: Carlsen 2:0 Gelfy 3:1 versus Russia bei 2 offenenAronjan 2:0 gegen Chucky (war früher mal sein Angstgegner, schon länger vorbei)Kramnik 3:1 versus Russia und 50% versus RoW.Bundesliga in Berlin-Tegel.Chucky für Remagen und Aronjan für Kreuzberg, glaube ich:[Event "Bundesliga 0607"][Site "Germany"][Date "2006.10.28"][EventDate "?"][Round "1.1"][Result "1-0"][White "Vassily Ivanchuk"][Black "Levon Aronian"][ECO "E55"][WhiteElo "2741"][BlackElo "2761"][PlyCount "84"]1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 d5 4.Nc3 Bb4 5.e3 O-O 6.Bd3 c5 7.O-Odxc4 8.Bxc4 Nbd7 9.Qb3 a6 10.a4 Qe7 11.Rd1 Rb8 12.Qc2 b613.Qe2 Ra8 14.Na2 Bb7 15.Nxb4 cxb4 16.Bd3 Ne4 17.Nd2 f5 18.Nc4Rac8 19.f3 Nd6 20.Nxd6 Qxd6 21.Bxa6 Bxa6 22.Qxa6 e5 23.Bd2exd4 24.Qb5 Qe6 25.exd4 Rc2 26.Qxb4 Nf6 27.Re1 Qc4 28.Qxc4+Rxc4 29.Re5 Rd8 30.Rxf5 Rc2 31.Bc3 Nd5 32.Re1 g6 33.Rfe5 Nf434.g3 Nh3+ 35.Kh1 Nf2+ 36.Kg2 Ne4+ 37.Kh3 Nxc3 38.bxc3 Rxc339.f4 Rxd4 40.Re8+ Kf7 41.R1e7+ Kf6 42.Rxh7 Rxa4 1-0Chucky hat kaum aufs Brett gesehen, sondern durch die Glasdecke, danebendiverse sinnierende Wanderschaften und schließlich ein ganzer Punkt.

Beitrag von Kiffing

[QUOTE=zugzwang;18817]Naja, Chucky hat wohl eine Remisvariante gesehen, aber vermieden.[/QUOTE]Wo soll denn das gewesen sein?

Beitrag von Kiffing

Carlsen mit Kurzremis gegen Grischuk. Aronian scheint mir jetzt in Schwierigkeiten zu kommen.Edit: Der Dritte im Bunde, Wladimir Kramnik, hat die Dame des Gegners wie gestern Aronian unter Bauernopfer auf Abwegen gelockt und spielt auf Sieg.Edit 2: Kramnik vollendet seinen Angriff mit einer Kombination, die das Spiel sofort entscheidet. Mit seinem Sieg ist er wieder im Titelrennen!

Beitrag von Kiffing

Nach Aronians überraschender Niederlage gegen den stark auftrumpfenden Peter Swidler wechselt der ärgste Verfolger des Norwegers. Nach Carlsens heutigen Kurzremis und dem Sieg Kramniks liegt nun nicht mehr Lewon Aronian, sondern Wladimir Kramnik einen halben Punkt hinter Carlsen und lauert auf seine Chance. Hier die Partie Swidler vs. Aronian:[Event "FIDE-Kandidatenturnier 2013"][Site "MyTown"][Date "28.3.2013"][Round "11"][White "Peter Swidler"][Black "Lewon Aronian"][Result "1-0"][PlyCount "81"][TimeControl "2400"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 4. a3 Bxc3+ 5.bxc3 c5 6. e3 Qa5 7. Bd2 Ne4 8. Bd3 Nxd2 9. Qxd2 d6 10. f4 Nd7 11. Nf3 f5 12.e4 fxe4 13. Bxe4 Nf6 14. Bc2 Bd7 15. O-O cxd4 16. Qxd4 O-O 17. Qxd6 Qxc3 18.Bd3 Rad8 19. Rac1 Qa5 20. Ne5 Bc8 21. Qb4 Qc7 22. c5 g5 23. c6 b5 24. Qe1 Rd525. Qg3 h6 26. fxg5 Qxe5 27. Qxe5 Rxe5 28. gxf6 Kf7 29. Rf4 Rd8 30. Be4 Rd2 31.h4 a5 32. Rc3 Re2 33. Bg6+ Kf8 34. Rd4 Rd5 35. Rxd5 exd5 36. Rc5 Re1+ 37. Kh2Rf1 38. f7 b4 39. axb4 axb4 40. Rxd5 Kg7 41. Rd8 *

Beitrag von zugzwang

Carlsen mit +4 und 2x Weiß und 1x Schwarz (vs. Chucky, Svidler, Radjabov)und Kramnik mit +3 und 2x Schwarz und 1x Weiß (vs. Aronjan, Gelfand, Chucky).Bei nur noch 3 Runden ist es leicht, eine vorentscheidende Runde anzukündigen.Morgen wird eine sein - mit Chucky und Levon im Blickpunkt.Die Ausgangslage für Vlad Kramnik ist schwierig. Gibt es morgen nicht anderthalb Sensationen, ist der Drops gelutscht und Peter Heine wird zu fragen sein, welche Vereinbarungen in der Weltspitze bzgl. internen Infos zur Art der Wettkampfvorbereitung und Wettkampfführung bestehen.Die relative Unerfahrenheit Carlsens für Matches kann auch dadurch aufgewogen werden, wenn Wissen des Sekundanten weitergegeben werden darf und wird.

Beitrag von Kiffing

Heute steht die 12. und drittletzte Runde an. Paarungen lauten:Carlsen : Iwantschuk Aronian : KramnikRadjabov : Grischuk Gelfand : SvidlerWir erleben ein faszinierendes Gipfeltreffen zwischen den beiden Carlsen-Verfolgern Aronian und Kramnik. Kramnik, der seit der letzten Runde nur noch einen halben Punkt hinter Carlsen liegt, wird es schwer haben, zumindest die Stellung zu halten. Denn der junge Norweger hat mit Weiß gegen den zuweilen unglücklich agierenden Iwantschuk eine relativ einfache Aufgabe vor sich.

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=Kiffing;18819]Wo soll denn das gewesen sein?[/QUOTE]Aronjan entschied sich, seine "kaputten" Bauern für Angriffsaussichten abzugeben.Sicherlich bin ich auch von den engine-Ergebnissen beeinflußt, die das als nicht unbedingt durchschlagend einstuften.Andererseits konnte man durchaus das Gefühl haben, Weiß hat nichts weiter im Mittelspiel herausgeholt,bleibt auf seinen strukturellen Schwächen sitzen und muß irgendwie die Notbremse ziehen oder das Brecheisen herausholen.Chuckys Zeitnot hat Aronjansauswahl sicher genauso beeinflußt wie seine eigene Stellung, die keine längerfristige Perspektive bot und dem Abgrund nicht so fern stand, sondern nur die Chance zu einem Gewaltangriff mit Risiken.[QUOTE=Kiffing;18850]...Denn der junge Norweger hat mit Weiß gegen den zuweilen unglücklich agierenden Iwantschuk eine relativ einfache Aufgabe vor sich.[/QUOTE]Bei Chucky wissen die Gegner, die anderen Teilnehmer und die Zuschauer erst hinterher sicher, wie einfach oder schwierig diese Aufgabe gerade ist.Ein motivierter und nicht in die Zeitlosigkeit entschwebender Chucky ist der unangenehmste Gegner gerade für Spitzenreiter.Und heute scheint Chucky bisher voll auf der Höhe zu sein und Carlsen zu fordern.

Beitrag von Kiffing

Ah, danke. Mutige Entscheidung von Aronian, dem allerdings bei dem Tabellenstand auch nichts anderes übrig blieb, als auf Gewinn zu spielen. Verzockt hat er es gestern.

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=Kiffing;18854]Ah, danke. Mutige Entscheidung von Aronian, dem allerdings bei dem Tabellenstand auch nichts anderes übrig blieb, als auf Gewinn zu spielen. Verzockt hat er es gestern.[/QUOTE]Tabellenstand, Stellung und Chuckys Zeitverbrauch ließen Aronjan keine Wahl!:zufrieden:Das Budapester Gambit wird er aber sehr wahrscheinlich bei nächster Gelegenheit anders behandeln als gegen Chucky. Aber mal sehen, ist nur mein Gefühl, daß Schwarz im Mittelspiel das Oberwasser erhielt.Ich bin ja Aronjan-Anhänger und deshalb über die beiden Nullen nicht erfreut.Man muß aber konstatieren, daß Gelfy und Svidler die verdienten Sieger waren und Levon Aronjan in ihm nicht so behagenden Stellungen nicht den hartnäckigsten und auch geduldigen Widerstand zu leisten in der Lage war.Kein Wunder bei der Härte und Bedeutung des Turniers, aber eine erkennbare Schwäche bleibt es.

Beitrag von Kiffing

[QUOTE=zugzwang;18855]Kein Wunder bei der Härte und Bedeutung des Turniers, aber eine erkennbare Schwäche bleibt es.[/QUOTE]Ja, das sehe ich auch so. Diese Schwächen hat Carlsen z. B. nicht, der ja schon seit weit über 40 Turnierpartien ohne Niederlage sein soll und trotzdem in der Lage zu siegen ist. Deshalb hat er auch aktuell die mit Abstand größten Chancen, das Turnier zu gewinnen und Anand herausfordern zu dürfen.

Beitrag von Kiffing

Hmm... ich bin überrascht, wie gut Chucky spielt. Kann mir nicht vorstellen, daß diese Stellung in Carlsens Sinne gewesen ist. Sein ganzer Damenflügel ist vollständig zertrümmert. Meines Erachtens muß er jetzt ums Remis kämpfen. Solche Abtäusche auf c3 sind auch immer der Grund, warum ich den Sizilianer mit frühem ...e6 und ...Lb4 (Taimanow, Paulsen) gar nicht mag. Gegen Sizilianisch strebe ich immer die große Rochade an, und da stört mich dieser schwarze Läufer ungemein. Schade, daß Carlsen kein gutes Rezept dagegen gefunden hat. Hier hätte ich durchaus was lernen können, wie man gegen diese schwarze Strategie vorgeht.

Beitrag von Kiffing

Wladimir Kramnik setzt sich in einer großartigen Kampfpartie, in der die beiden Topspieler sich alles abverlangten, gegen Lewon Aronian durch. Kramnik räumt das Feld damit von hinten auf, dem aus den letzten fünf Runden 4,5 Punkte gelangen. Damit ist alles wieder offen, zumal Carlsen gerade mit Minusbauern im Endspiel ums Überleben kämpft. Das Turnier nähert sich seinem Höhepunkt, und die Spannung ist so groß wie nie.Die beiden Partien werden hier noch gepostet, analysiert und kommentiert werden. Es lohnt sich!

Beitrag von Dragon

Ja ein sehr verdienter Sieg von Kramnik, auch wenn er mehrmals den direkten weg ausgelassen hat und im Endspiel es sogar sehr remis verdächtig aussah, gewinnt er dank sehr starker Leistung trotzdem.Mal sehen ob Carlsen gleichziehen kann oder sogar überholen aktuell sieht es nicht zwingend so aus.

Beitrag von zugzwang

Die Partie Aronjan-Kramnik heute zeigt, wie schwierig Schach mit der schon müde gespielten Kopf-Engine ist.Der Sofa-Kiebitz erhält den eingefärbten Service auf dem Monitor, kann die Varianten anklicken und manchmal sogar dann eingeschränkt zu verstehen beginnen. Die Spieler müssen alles im Kopf erarbeiten.Trotzdem stellen sich Fragen:War Aronjans Figurenopfer mit Dc2 ein Gewinnversuch oder wollte er die Initiative Kramniks radikal brechen?War Kramniks Se7 ein stilles Remisangebot oder gab es hier einen versteckten Weg, weißes Th5 mit "Remisangriff" noch auszuschließen?Aronjan verzichtete auf Th5. Risiko (e4), weil ein Remis ihm vermutlich nicht wirklich etwas im Hinblick auf Platz 1 nutzt oder eine Fehleinschätzung/Fehlberechnung?Kramniks Tac8 war angeblich nicht der stärkste Zug in der Stellung, doch die Partiefolge war kolossal von ihm berechnet (Le4!) und führt zu einer Stellung (sehr dicht) am Gewinn.Dann der Lapsus mit Tf1+-Tc1 wegen Te3-c3 die Türme tauschen zu müssen. Müdigkeit/Ungenauigkeit, die wohl den Sieg kosten sollte.Es folgte ein Endspiel, bei dem anscheinend beide auf Gewinn spielten und letztlich Kramnik gewann. Auch hier gibt es noch viel Analysestoff...:grübel:Also, ich bin total platt von den beiden Partien. Habe bei den anderen fast gar nicht reingeschaut.:zerknirscht:

Beitrag von Kiffing

Die Sensation ist perfekt, Magnus Carlsen kassierte mit Weiß eine Niederlage gegen Wassili Iwantschuk und verlor damit seine Pole-Position an den immer stärker aufdrehenden Wladimir Kramnik, dem mit Schwarz ein überaus wichtiger und ebenso großartig anzuschauender Kampfsieg gegen Lewon Aronian gelang. Offenbar zeigte sich hier neben seiner unumstrittenen Spielstärke auch seine Erfahrung, die Carlsen z. B. noch fehlt, um in solch einer sensiblen Turnierphase die Nerven zu bewahren und seine richtige Strategie zu finden. Und überhaupt darf sich hier niemand über dieses Turnier beschweren. Auch die letzte Runde hat wieder gezeigt, daß alle Teilnehmer topmotiviert sind, all ihr Können aufbieten und sich gegenseitig nichts schenken. Dem Kibitz wird alles geboten, was das Herz begehrt, Spannung, Dramatik, Kampf und das Aufeinanderprallen vieler faszinierender Stile. Gerade in den letzten beiden Runden wird die Spannung sogar noch ansteigen. Die beiden Partien zwischen Wassili Iwantschuk gegen Magnus Carlsen und Lewon Aronian gegen Wladimir Kramnik habe ich jetzt reingestellt. Wird Zeit, sie zu analysieren. Bei Carlsen gegen Iwantschuk hatte ich das Gefühl, daß der große Zauberer Carlsen mit seinen eigenen Waffen schlug und genau spielte wie eine Topengine. Nach seinem von mir schon erwähnten Eröffnungsvorteil, tauschte er klug seinen schlechten gegen Carlsens guten Läufer ab, spielte dann wie einst Alexander Aljechin unter Ausnutzung des ganzen Bretts, indem er auf dem Königsflügel eine zweite Front mit ...fxg4 und ...Tg8 eröffnete. Trotzdem war ich zu diesem Zeitpunkt davon überzeugt, daß diese Partie Remis enden würde, denn Carlsens eigener Springer war wirklich gut postiert. Allerdings hatte Iwantschuk diese Stellung viel besser im Griff als Carlsen, der später bei der Pressekonferenz beklagte, er habe vom ersten Zug an nicht in das Spiel gefunden. Ich weiß nicht, ob 32. Kb3 erzwungen war. Der Textzug hatte jedenfalls zur Folge, daß Iwantschuk das in Endspielen nicht unwichtige Element gelang, einen aktiven König gegen einen passiven König des Gegners zu besitzen, mit diesem gar das Zentrum zu besetzen und das Spiel damit zu kontrollieren. Das war wahrscheinlich der Grund dafür, daß Iwantschuk eine dreimalige Stellungswiederholung im 42. Zuge ablehnte. Der Mann war sowieso gut aufgelegt und zum Kampf bis zum Äußersten bereit. Besonders das Endspiel behandelte Iwantschuk dann vom Feinsten, er gewann zwei Bauern im Turmendspiel opferte den einen Freibauern zum rechten Zeitpunkt, um dann mit einem sehenswerten Abschlußmanöver entweder den anderen Freibauern umzuwandeln oder den Turm des Gegners zu gewinnen. Gerade der studienartige Schluß von Iwantschuk könnte genauso gut in einem Lehrbuch für Turmendspiele stehen. Noch komplizierter war wohl die Partie Aronian gegen Kramnik, die ohnehin ein Highlight der Schachgeschichte gewesen ist. Und wir waren dabeigewesen! Sowohl Aronian als auch Kramnik wollten um jeden Preis gewinnen, was sich schon in der frühen Isolanistellung zeigte, die immer einen sehr zweischneidigen Charakter trägt. Die Tiefe der Ideen beider großen Spieler war danach unvergleichlich. Aronian blieb mit 18. Dc2 seinem risikobereiten Stil treu. Evtl. wäre die Idee von Aronian aber bereits mit 21. ...Df4! 22. Th5 g6 widerlegt worden. Kramnik hatte indes was anderes vor, was später in dem Zug 25. ...Le4! gipfelte, der seine Idee krönen sollte und ihm ein Endspiel mit Läufer gegen zwei Bauern bescherte. Es war eines dieser unvergeßlichen Mittelspiele gewesen, die man sich immer gerne anschaut und über die Vielfalt der Ideen staunt, über die Auslebung der eigenen Kreativität, die in unserem Denksport möglich ist. Ob 21. Th5 das Remis sichert, weiß ich nicht. Aber daß die Alternative 21. e4 ein Fehler gewesen ist, sollte klar sein ob der vielen möglichen starken Repliken für Kramnik. Rechenarbeit pur war nun im Endspiel angesagt, das für den unbedarften Kibitz so aussah, als habe jeder der beiden Spieler noch Chancen (er kann eben nicht so weit rechnen wie diese beiden anerkannten Super-GMs). 30. ...Tc8 sah wirklich stärker aus als das gespielte 30. ...Tf1+ und hätte tatsächlich den Sieg kosten können. Doch Aronian revanchierte sich mit einem noch offensichtlicheren Fehler, ja mit einem Patzer. 50. g6?? stellt die Partie einzügig ein. Richtig wäre 50. h6, was 50. ...g6 erzwingt (sonst gehen zu viele Tempi drauf, um sich nach 50. ...gxh6?? 51. gxh6 den Bh6 abzuholen). Nach 50. ...g6 gehen zwar auch wiederum viele Tempi drauf. In dieser Variante besitzt Schwarz aber noch einen eigenen Freibauern, nachdem er sich Bg5+Bh6 abgeholt hat und sollte die Stellung nach der Umwandlung beider Remis halten. Mein Fritz8 zeigt hier =0,00 an. Nach diesem Patzer ließ sich Kramnik dann seinen Sieg nicht mehr nehmen und verwertete seine Gewinnstellung in seiner bekannten filigranen Souveränität. Hervorzuheben wäre ansonsten noch eine sehenswerte Pattkombination von Alexander Grischuk gegen Teimur Radjabov, der damit in einem Turmendspiel mit zwei Minusbauern seiner Niederlage entging. [Event "World Championship Candidates"][Site "London ENG"][Date "2013.03.29"][EventDate "2013.03.15"][Round "12"][Result "0-1"][White "L Aronian"][Black "V Kramnik"][ECO "D42"][WhiteElo "2809"][BlackElo "2810"][PlyCount "124"]1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 d5 4. Nc3 c5 5. cxd5 Nxd5 6. e3 Nc6 7. Bd3 Be7 8.a3 O-O 9. Qc2 cxd4 10. exd4 f5 11. O-O Bf6 12. Nxd5 Qxd5 13. Be3 b5 14. Qe2Bb7 15. Rac1 a6 16. Rfd1 f4 17. Rc5 Qd6 18. Qc2 fxe3 19. Bxh7+ Kh8 20. fxe3Ne7 21. e4 Rac8 22. e5 Bxe5 23. Nxe5 Rxc5 24. Ng6+ Nxg6 25. dxc5 Be4 26.Rxd6 Bxc2 27. Bxg6 Bxg6 28. Rxe6 Bd3 29. h4 a5 30. c6 Rf1+ 31. Kh2 Rc1 32.Re3 Bb1 33. Rc3 Rxc3 34. bxc3 Kg8 35. c7 Bf5 36. Kg3 Kf7 37. Kf4 Bc8 38.Kg5 Bd7 39. h5 Be6 40. g3 a4 41. g4 Kf8 42. Kf4 Ke7 43. g5 Kd7 44. Ke5 Bg845. c8=Q+ Kxc8 46. Kd6 Kd8 47. Kc6 Ke7 48. Kxb5 Ke6 49. Kxa4 Kf5 50. g6 Kg551. Kb5 Kxh5 52. a4 Kxg6 53. a5 Kf6 54. a6 Bd5 55. c4 Ba8 56. Kb6 Ke5 57.Kc7 g5 58. Kb8 Be4 59. Kc7 g4 60. a7 g3 61. c5 Ba8 62. Kb8 Bc6 0-1[Event "World Championship Candidates"][Site "0:00:33-0:02:33"][Date "2013.03.29"][EventDate "2013.03.14"][Round "12"][Result "0-1"][White "Carlsen"][Black "Ivanchuk"][ECO "B48"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.e4 c5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 e6 4.d4 cxd4 5.Nxd4 Qc7 6.Be3 a6 7.Qd2 Nf6 8.O-O-O Bb4 9.f3 Ne7 10.Nb3 d5 11.e5 Nd7 12.f4 b6 13.Bd4 Nc5 14.a3 Ne4 15.Qe1 Nxc3 16.Bxc3 Bxc3 17.Qxc3 Qxc3 18.bxc3 a5 19.Nd4 Ba6 20.Bd3 Kd7 21.Kd2 Nc6 22.Rb1 Bxd3 23.Kxd3 Rab8 24.Nb5 g5 25.g3 Rhg8 26.c4 gxf4 27.gxf4 Ne7 28.Rhg1 dxc4+ 29.Kxc4 Nd5 30.Nd6 Kc6 31.Nxf7 Nxf4 32.Kb3 Kc5 33.Ng5 h6 34.Ne4+ Kd4 35.Nf6 Rxg1 36.Rxg1 Rc8 37.Re1 Rc3+ 38.Kb2 Rf3 39.Re4+ Kc5 40.Nd7+ Kd5 41.Nf6+ Kc5 42.Nd7+ Kc6 43.Nf6 Ng6 44.Rc4+ Kb5 45.Re4 Rf5 46.Ne8 Kc5 47.Nc7 Nxe5 48.Rh4 Kd6 49.Nb5+ Kd7 50.a4 h5 51.Nd4 Rg5 52.Re4 Nc4+ 53.Kc3 Re5 54.Rh4 Nd6 55.Kd3 Rd5 56.c4 Rg5 57.Nf3 Rc5 58.Nd2 Rf5 59.Nb3 Nb7 60.Rh3 Kd6 61.Kc3 Nc5 62.Nxc5 Kxc5 63.Re3 e5 64.h4 Kd6 65.Rd3+ Ke6 66.Rg3 Kf6 67.Rd3 Rf4 68.Rd6+ Kf5 69.Rxb6 Rxh4 70.c5 Rxa4 71.Rh6 Ke4 72.Rd6 Rd4 73.Ra6 Kd5 74.Rxa5 Rc4+ 75.Kd3 Rxc5 76.Ra4 Rc7 77.Rh4 Rh7 78.Ke3 Ke6 79.Ke4 Rh8 80.Ke3 Kf5 81.Ke2 Kg5 82.Re4 Re8 83.Ke3 h4 84.Ke2 h3 85.Kf2 h2 86.Kg2 h1=Q+ 87.Kxh1 Kf5 88.Re1 Rg8 89.Kh2 Kf4 90.Rf1+ Ke3 0-1

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=Kiffing;18863]... Besonders das Endspiel behandelte Iwantschuk dann vom Feinsten, er gewann zwei Bauern im Turmendspiel opferte den einen Freibauern zum rechten Zeitpunkt, um dann mit einem sehenswerten Abschlußmanöver entweder den anderen Freibauern umzuwandeln oder den Turm des Gegners zu gewinnen. Gerade der studienartige Schluß von Iwantschuk könnte genauso gut in einem Lehrbuch für Turmendspiele stehen. ...[/QUOTE]Vorsicht!Die beiden spielten das Endspiel unter den neumodischen Wenigzeit-Bedingungen und nach mehr als 4 Stunden Spielzeit sind Fehler vorprogrammiert.Ich bin mir sicher, daß man gerade auch im Turmendspiel noch einige Verbesserungen beiderseits finden wird. Das Turm-Turm und 2-Bauern-Endspiel kann jeder mit den Tablesbases (siehe shredderchess.com) überprüfen. Carlsen dürfte unter Nervendruck, Zeitdruck, Ermüdung hier Wege zum remis verpaßt haben.Nicht nur Turm- und Läuferbauer sind häufiger trotz zweier Mehrbauern remis. Gerade Konstellationen mit Randbauern sind schnell in der Remisbreite.Vor kurzem hielt M. Blübaum in der 2. Buli Nord so ein Endspiel problemlos remis (glaube, es war e+h), weil er mit aktivem Turm den e-Bauern zu gewinnen drohte und das Randbauernendspiel remis war.Der Rest des Endspiels war bekannte Technik und für Chucky nur eine Fingerübung.

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=zugzwang;18868]...Das Turm-Turm und 2-Bauern-Endspiel kann jeder mit den Tablesbases (siehe shredderchess.com) überprüfen. Carlsen dürfte unter Nervendruck, Zeitdruck, Ermüdung hier Wege zum remis verpaßt haben...[/QUOTE]Nein, hat er nicht, wie die Tablebases nachweisen.Das Endspiel gegen die 2 Mehrbauern war unhaltbar und wurde von Chucky auch lehrbuchmäßig umgesetzt, indem der h-Bauer geopfert wurde, um den wK abzulenken, diesen dann abzuschneiden und in ein einfach gewonnenes endspiel mit einem Mehrbauern einzulenken.Welche Schwierigkeiten und Fehler in derartigen Endspielen trotzdem enthalten sein können, beweist die 9. WM-Partie zwischen Kasparov und Short, London 1993.[Event "PCA-Wch01 (London)"][Site "PCA-Wch01 (London)"][Date "1993.01.10"][Round "9"][White "Garry Kasparov"][Black "Nigel Short"][Result "1-0"][ECO "E34"][SetUp "1"][FEN "8/8/3k4/r7/P7/4PK2/8/7R w - - 0 45"]45. Ra1 $6 $18 (45. Rd1+ Ke5 46. Rd4 $18) 45... Ke5 46. e4 $2 Ke6 $2 (46... Rc547. a5 Rc3+ 48. Kg4 Kxe4 49. a6 Rc8 50. a7 Ra8 $11) 47. Ke3 $18 Kd6 48. Kd4 Kd749. Kc4 Kc6 50. Kb4 Re5 51. Rc1+ Kb6 52. Rc4 1-0

Beitrag von Kiffing

Der Wettlauf zwischen Magnus Carlsen und Wladimir Kramnik geht in die vorletzte Runde. Nachdem Magnus Carlsen in der letzten Runde seine persönliche Krisenrunde durchlitt (es lief maximal schlecht für ihn), muß er nun von der Rolle des Gejagten in die Rolle des Jägers wechseln. Er liegt nun mit einem halben Zähler hinter dem "echten Schachspieler" (Kasparov) Wladimir Kramnik. Wir werden sehen, wie er damit umgehen kann. Wladimir Kramnik hingegen wird versuchen, gegen den Finalisten der letzten WM, Boris Gelfand, zu gewinnen, um jedes Risiko auszuschließen und den Vorsprung aus eigener Kraft über die Ziellinie zu retten. Der heutige Spieltag verspricht wieder einiges, und viele Fragen werden geklärt werden. Hier nochmal die Paarungen:Racabov - CarlsenGrischuk - AronianKramnik - GelfandSwidler - Iwantschuk

Beitrag von Kiffing

Für Chucky reichte es leider nur zu einer großen Partie, nicht aber zu einem großen Turnier. Er verlor klar gegen Swidler nach erneut katastrophaler Zeiteinteilung durch Zeitüberschreitung im 37. Zug. Zu bemerken ist, daß er schon nach 29 Zügen nur noch 12 Sekunden hatte. So kann man den Rest nicht mehr weiter spielen. Derweil Kramnik gegen Gelfand mit solidem Mehrbauern, während die Partie zwischen Racabov und Carlsen eine sehr zähe Angelegenheit ist, wo für mich ein Remis-Ausgleich wahrscheinlich ist. Damit droht für Magnus Carlsen ein Anwachsen seines Rückstandes auf Wladimir Kramnik auf einen ganzen Punkt, was schon so gut wie eine Vorentscheidung sein dürfte. Carlsen steht ab sofort am Rande des Abgrundes.

Beitrag von Kiffing

Das Turnier hält seinen Spannungsbogen bis zum Schluß auf dem Siedepunkt. Nachdem Magnus Carlsen phasenweise schon am Abgrund stand, änderten sich die Ereignisse schlagartig. Während Wladimir Kramnik seine materielle Überlegenheit gegen Boris Gelfand überraschend nicht in einen Gewinn ummünzen konnte, zeigte Magnus Carlsen zum rechten Zeitpunkt wieder seine gefürchteten Qualitäten, den Gegner totkneten und aus jeder Position gewinnen zu können. Er gewann in einem dramatischen Endspiel gegen Radjabov, ist damit der Sieger des Spieltags und zieht wieder mit Wladimir Kramnik gleich. Mehr noch, der Norweger ist jetzt sogar der Favorit für die letzte Runde. Denn bei Punktegleichheit mit Kramnik entscheidet nun die Zweitwertung der Anzahl an Siegen in diesem Turnier, und hier liegt Carlsen mit 5-4 vor dem Russen. Denn im direkten Vergleich haben sich die beiden Ausnahmesportler jeweils mit Unentschieden getrennt.Wladimir Kramnik wird sich sehr ärgern. Er hatte gegen Boris Gelfand eine aussichtsreiche Stellung, der sich allerdings äußerst zäh und findungsreich verteidigte. Überhaupt scheint mir Kramnik, der das Gleichgewicht der Stellung mit einem ungewöhnlichen Bauernopfer (5. e3) und eher „krummen“ Zügen wie 8. La3 oder 10. Sa5 früh durcheinander brachte, im Vergleich zu früher noch einmal an Spielstärke dazugewonnen zu haben. Er hat sich verbessert, was seine Eröffnungsbehandlung als Schwarzspieler angeht, und er spielt wesentlich giftiger als früher, wo er ja in dem Ruf stand, eine Art defensiverer Karpov zu sein. Die andere Spitzenpartie Radjabov gegen Carlsen dagegen war, rein persönlich gesprochen, für den Kiebitz nur mit sehr viel Mühe und Überwindung zu verfolgen. Ein mehr als zähes Geschiebe, bei dem die Partie nicht einmal ansatzweise die Remisbreite verlassen wollte. Der 69. Zug von Radjabov änderte allerdings alles und veränderte den bisherigen Partieverlauf fundamental. Es war ein Vabanquespiel, daß Radjabov solch eine ungestüme Aktion wagte. Wäre er stattdessen mit seinem Springer auf b5 geblieben, hätte Carlsen kneten können wie er wollte. Ich vermute ganz stark, daß das Remis danach unvermeidlich gewesen wäre. Er hatte sicherlich Mut und wollte ein ähnliches Husarenstück schaffen wie Wassili Iwantschuk. Aber warum geht er dann mit seinem König im 79. Zug dann nicht nach d5 als Kompensation für das Opfer eines ganz wichtigen Randbauers? Offenbar hatte er sich schlicht verrechnet, was angesichts der vorangegangenen Anstrengung und der sehr komplexen und rechenintensiven Stellung nur menschlich ist. Magnus Carlsen hat mit eigener Kraft den Kopf aus der Schlinge gezogen und hatte, auch mit Blickwinkel auf die Partie von Wladimir Kramnik, das nötige Quentchen Glück, das man allerdings bei solchen Turnieren auch braucht. Aber Vorsicht ist weiterhin geboten. Der Perfektionist Peter Swidler ist eine harte Nuss.Die Paarungen für morgen, letzte Runde, lauten:Carlsen - SwidlerIwantschuk - KramnikGelfand - GrischukAronian - Radjabov[Event "World Championship Candidates"][Site "0:06:33-0:10:33"][Date "2013.03.31"][EventDate "2013.03.14"][Round "13"][Result "1/2-1/2"][White "Kramnik"][Black "Gelfand"][ECO "E60"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.g3 c6 4.Bg2 d5 5.e3 dxc4 6.Ne2 Bg7 7.O-O O-O 8.Na3 Nbd7 9.Nxc4 Nb6 10.Na5 Qc7 11.b4 e5 12.dxe5 Qxe5 13.Nd4 Ne4 14.Qc2 Re8 15.Ba3 Qe7 16.Rad1 h5 17.Rd3 Nd5 18.Rfd1 Bg4 19.Rc1 Bxd4 20.Rxd4 Ng5 21.Qd3 Nf3+ 22.Bxf3 Bxf3 23.b5 Qe6 24.Nxb7 cxb5 25.Nd6 Qh3 26.Qf1 Qxf1+ 27.Kxf1 Re6 28.Nxb5 Rb8 29.Nd6 Nf6 30.Rf4 Bd5 31.Rc2 Ne4 32.Nxf7 Ra6 33.Bc1 Re8 34.Rc7 Rxa2 35.Nh6+ Kh8 36.Nf7+ Kg8 37.f3 Bxf7 38.Rfxf7 Rd8 39.Rg7+ Kf8 40.Rgf7+ Kg8 41.Ke1 Nc5 42.Rg7+ Kf8 43.Rgf7+ Kg8 44.Rg7+ Kf8 45.Rh7 Nd3+ 46.Kf1 Kg8 47.Rcg7+ Kf8 48.Rf7+ Kg8 49.Rfg7+ Kf8 50.Rb7 Kg8 51.Rhg7+ Kf8 52.Rgc7 Nxc1 53.Rxc1 Rxh2 54.Kg1 Re2 55.e4 a5 56.Ra7 a4 57.Rb1 a3 58.Rxa3 Rdd2 59.Ra7 Rg2+ 1/2-1/2[Event "World Championship Candidates"][Site "0:00:33-0:09:33"][Date "2013.03.31"][Round "13"][White "Radjabov"][Black "Carlsen"][Result "0-1"][ECO "E32"][PlyCount "178"][EventDate "2013.03.14"]1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 4. Qc2 d6 5. Nf3 Nbd7 6. g3 O-O 7. Bg2 e5 8. O-Oc6 9. Rd1 Re8 10. dxe5 dxe5 11. a3 Bxc3 12. Qxc3 Qe7 13. b4 Nb6 14. Be3 Ng4 15.Nd2 f5 16. h3 Nxe3 17. Qxe3 e4 18. Rac1 Be6 19. Qc3 Rad8 20. Bf1 c5 21. bxc5Na4 22. Qb4 Nxc5 23. Nb3 Rxd1 24. Rxd1 Na6 25. Qxe7 Rxe7 26. e3 Kf7 27. Be2 b628. Rd8 Nc5 29. Nd4 Kf6 30. Kf1 Rd7 31. Rf8+ Bf7 32. Ke1 g6 33. h4 h6 34. Rc8Be6 35. Rf8+ Rf7 36. Rh8 Rc7 37. Nb5 Rd7 38. Nd4 h5 39. Rf8+ Bf7 40. Rc8 Ke541. Ra8 a6 42. Rc8 Rd6 43. Nc6+ Kf6 44. Nd4 Be6 45. Rf8+ Ke7 46. Ra8 Rd7 47.Rb8 Rb7 48. Rxb7+ Nxb7 49. Kd2 Kd6 50. Kc3 Bf7 51. Nb3 Ke5 52. Bf1 a5 53. Be2Be6 54. Bf1 Bd7 55. Be2 Ba4 56. Nd4 Nc5 57. Kb2 Be8 58. Kc3 Bf7 59. Nc6+ Kd660. Nd4 Nd7 61. Nb5+ Kc5 62. Nd4 Ne5 63. Nb3+ Kc6 64. a4 Kd7 65. Nd4 Kd6 66.Nb5+ Kc5 67. Nd4 Be8 68. Nb3+ Kd6 69. c5+ Kc7 70. Kd4 Nc6+ 71. Kc3 Ne7 72.cxb6+ Kxb6 73. Nd2 Bxa4 74. Nc4+ Ka6 75. Na3+ Kb7 76. Nc4 Ka6 77. Na3+ Ka7 78.Kd4 Nc6+ 79. Kc5 Ne5 80. Nc4 Nd3+ 81. Kd4 Nc1 82. Bf1 Bb5 83. Nxa5 Bxf1 84.Nc6+ Kb6 85. Ne7 Nd3 86. Nxg6 Kc7 87. Ne7 Bh3 88. Nd5+ Kd6 89. Nf6 Bg4 0-1

Beitrag von zugzwang

Die Partien gestern konnte ich nicht live verfolgen.Beim Nachklicken hatte ich auch den Eindruck, daß bei Kramnik gestern die Energie der Anstrengung der letzten Runden gewichen. Das sah an mehreren Stellen doch recht vorteilhaft aus, aber die Luft entwich immer wieder.Eine große Chance, die Vlad da nicht nutzte und die gleichzeitig Carlsen zusätzlich motiviert haben dürfte und seinen Glauben an seine Chancen zurückkehren ließ.Radjabov gelang es auch durch Zeitprobleme nicht, die unangenehme Stellung zusammenzuhalten. Zwar wirkte sie nicht so unangenehm wie Carlsens Stellung gegen Chucky, aber mit letztlich nur den Inkrementsekunden reicht ein Schrecken aus, um ungenau hektisch vom schmalen Weg abzukommen.Aufgrund der gestrigen Verläufe und der jetzt wieder besseren Ausgangsposition von Carlsen glaube ich nicht an eine nochmalige Wendung.Aber gespielt wird auf dem Brett und heute wird es sicher noch mal einige Stunden spannend, auch wenn es mir vorentschieden scheint.

Beitrag von zugzwang

Die Schach-Oscars wurden gerade in London vergeben.Trotz Zweifel und Widerspruch an seinem Anspruch geht der Preis für den besten Schachdarsteller unbestritten an Vassily IvanchukIn einzigartiger Leistung verkörperte er sowohl den tragischen Helden, den genialen Bösewicht, den glücklosen Außenseiter.Daneben führte er unbemerkt Regie, schrieb abwechslungreiche Drehbücher für die Genres Tragödie, Action, Horror und Western (High Noon II).Den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle teilen sich in Abwesenheit Judit Polgar (x-te Verleihung) Hou Yifan und Anna Ushenina.Der Oscar für die besten Nebendarsteller geht gemeinsam an Magnus Carlsen und Vladimir Kramnik, wobei Carlsen als Preisträger für den besten Nachwuchsdarsteller die Rolle übernehmen darf, zu versuchen, Vishy Anand den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk und mehr zu entreißen.Die Oscars für den besten Ton und die beste Filmmusik heimste Peter Svidler ein.Levon Aronjan darf sich ganz sachlich über den Oscar für den besten Dokumentarfilm und den besten Schnitt (Hinrunde-Rückrunde) freuen, während Boris Gelfand sich klar in der Kategorie bester Kurzfilm (Siegesserie) durchsetzte und Teimur Radjabov gemeinsam mit Sascha Grischuk die Kategorie "Visuelle Effekte" (New Look) dominierte.Der Oscar für das beste Original-Drehbuch wird nicht vergeben (schon gar nicht an die Fide, weil sie zwar die Voraussetzungen für ein überaus spannendes, interessantes und unterhaltsames Kandidatenturnier schaffte, jedoch entsprechend dem sportlichen Regelement kein Drehbuch schreiben oder in Auftrag geben darf.)Besten Dank an alle Darsteller und gutes Gelingen bei zukünftigen Wettkämpfen!

Beitrag von Kiffing

Was für ein dramatischer finaler Akt, der diesem tollen, verrückten und spannenden Turnier einen würdigen Abschluß verlieh. Beide Aspiranten um die Weltmeisterschaft zeigten Nerven, verloren ihre Partien. Magnus Carlsen zieht mit gar nicht so überlegenen 8,5/14 nur aufgrund der besseren Feinwertung in das WM-Finale ein. Aber der stärkste Spieler der Welt, von dem viele den Beginn einer neuen Epoche erwarten, mit einer ähnlichen Dominanz gegenüber dem Rest der Schachspieler wie es Fischer und Kasparov gelang, darf nun das Finale bestreiten und fordert den alten Haudegen Vishy Anand heraus. Viele Schachspieler hatten sich das auch gewünscht!Vielleicht war in der Partie gegen Peter Swidler schon das Eröffnungskonzept falsch. Es gibt für meine Begriffe in der Tat kaum eine langweiligere, ereignislosere und offensiv weniger versprechende Weißeröffnung als dieses Spanisch mit d3. Offenbar versuchte Carlsen die Partie wieder in Strukturen zu geleiten, in denen er die Gegner für gewöhnlich kneten und spielerisch abarbeiten kann. Dieses Mal funktionierte es nicht! Der Angriff, den Carlsen aus dieser Eröffnung herausholen konnte, reichte nicht aus, um dem umsichtigen Russen Schwierigkeiten zu bereiten. Im Gegenteil, der „Professor“ holte sogar zum Gegenangriff aus und überraschte Carlsen mit dem einleitenden 31. ...Sf4!! böse. Eine kreative, spektakulär anmutende und fein berechnete Opferkaskade machte Carlsen nun den Garaus. So war er lange nicht mehr überfahren worden...Nun hätte für Wladimir Kramnik auch nur ein Remis gereicht, und sicherlich hofften seine Fans wieder auf die immer berüchtigter werdende Zeiteinteilung Iwantschuks. Dieses Mal zeigte sich der unberechenbare Iwantschuk aber wieder von seiner Sonnenseite und zeigte nach seinem Sieg über Carlsen einen weiteren großen Sieg. Wladimir Kramnik kam in dieser Partie überhaupt nicht ins Spiel und mußte froh sein, daß der mit einem ambitionierten Vorstoßen ihn unerbittlich in die Defensive zwingende Iwantschuk mit 21. La7 bereits früh eine große Chance ausließ. Das Niveau in dieser Phase war für die Turnierverhältnisse überraschend schwach. Ein für Super-GMs eigentlich leicht zu sehender Qualitätsgewinn mit 23. Se7 Txe7 24. Lxe7 (wegen 23. ...Dc6 24. Sxc6 Dxc6 25. Ld5) wurde von beiden Parteien nicht bemerkt, so daß Iwantschuk damit zwei Großchancen binnen kurzer Zeit ausließ. So ein fahrlässiger Umgang mit Chancen kann sich normalerweise leicht rächen, nicht aber an diesem Abend. Denn Kramnik kam auch danach nicht mehr in Tritt und wurde vom kreativen Angriffsspiel Iwantschuks, der unter Ausnutzung des ganzen Brettes spielte, schlichtweg überwältigt. Die ganze Partie über wirkte er wie ein Sparringspartner. Dem ohne jeden Druck aufspielenden Lewon Aronian hingegen gelang ein sehenswerter Sieg gegen Radjabov. Schade, für ihn wäre mehr drin gewesen, aber seine ausbaufähige Solidität hinderte ihn daran, die Rolle, die er in der ersten Hälfte für dieses Turnier gespielt hat, bis zum Ende durchzuhalten.Was bleibt von diesem Turnier? Mit Teimur Radjabov (immerhin 2793 Elo schwer!) sicherlich der Verlierer des Turniers, der eine ganz unglückliche Rolle spielte und mit zwei Punkten Abstand mit nur 4 Punkten den letzten Platz belegte. Der letzte WM-Herausforderer Boris Gelfand mit nur einem Sieg in den 14 Turnierspielen machte auf mich einen farblosen Eindruck. Der begnadete Angriffsspieler Aronian scheiterte in bester Topalov-Manier, Kramnik und Carlsen spielten bis kurz vor Turnierende ein großes Turnier, wurden ihren Erwartungen gerecht, bis sie dann beide dramatisch einbrachen. Wassili Iwantschuk gebührt in der Tat eine Sonderrolle. Er wirkte auf mich wie ein Kobold in diesem Turnier. Aber ich hege keinen Groll gegen ihn. Warum sollte ich auch? Ich gebe zugzwang Recht, daß er in puncto Dramatik und Szenenaffekte dem Turnier sogar sehr gut getan hat. Aber vielleicht mögen es Schachspieler eher berechenbarer oder neigen zu einer gewissen Humorlosigkeit. Das vielfach in die Kritik geratene neue alte Turnierformat mit Rundensystem hat sich jedenfalls bewährt, weil es Spannung bis zum Schluß versprach und den Aspiranten auf Platz 1 abverlangte, unter dem ungeheuren Konkurrenzdruck in jeder Partie alles zu geben. Die befürchteten Absprachen blieben aus bzw. gehören in den Bereich der Verschwörungstheorien. Es gibt keine Sowjetunion mehr, und heutzutage spielt ein Spitzenspieler im Schach bei solch einem kräfteverzehrenden Prestige-Turnier nur für sich selbst. [Event "World Championship Candidates"][Site "London ENG"][Date "2013.04.01"][Round "14"][White "Magnus Carlsen"][Black "Peter Svidler"][Result "0-1"][ECO "C78"][PlyCount "96"][EventDate "2013.03.14"]1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 Nf6 5. O-O Be7 6. d3 b5 7. Bb3 d6 8. a3O-O 9. Nc3 Bb7 10. Bd2 Qd7 11. a4 Nd8 12. axb5 axb5 13. Rxa8 Bxa8 14. Ne2 Ne615. Ng3 c5 16. Nf5 Bd8 17. c4 bxc4 18. Bxc4 Bc7 19. Re1 Re8 20. Qc1 Nh5 21. g3g6 22. Nh6+ Kg7 23. Ng5 Nxg5 24. Bxg5 d5 25. exd5 Bxd5 26. Ng4 Bf3 27. Bf6+ Kg828. Nh6+ Kf8 29. Qe3 Bb7 30. Bh4 Qh3 31. f3 Nf4 32. gxf4 Qxh4 33. Nxf7 Bxf3 34.Qf2 Qg4+ 35. Qg3 exf4 36. Rxe8+ Kxe8 37. Qxg4 Bxg4 38. Ng5 h6 39. Nf7 h5 40.Nh6 Bd1 41. Kf2 f3 42. h3 Bf4 43. Nf7 g5 44. Ke1 g4 45. hxg4 hxg4 46. Kxd1 g347. Ke1 g2 48. Kf2 Bh2 0-1[Event "World Championship Candidates"][Site "London ENG"][Date "2013.04.01"][Round "14"][White "Vassily Ivanchuk"][Black "Vladimir Kramnik"][Result "1-0"][ECO "B08"][PlyCount "93"][EventDate "2013.03.14"]1. d4 d6 2. e4 Nf6 3. Nc3 g6 4. Nf3 Bg7 5. Be2 O-O 6. O-O a6 7. h3 Nc6 8. Bg5b5 9. a3 h6 10. Be3 e5 11. dxe5 dxe5 12. Qc1 Kh7 13. Bc5 Re8 14. Rd1 Bd7 15. b4Qc8 16. Qe3 Nd8 17. a4 bxa4 18. Nxa4 Ne6 19. Bc4 Nh5 20. Nc3 Nhf4 21. Nd5 Bb522. Bb3 Bc6 23. Ra5 Qb7 24. g3 Nxh3+ 25. Kg2 Nhg5 26. Rh1 Kg8 27. Nxg5 Nxg5 28.f3 Bxd5 29. Bxd5 c6 30. Bc4 Qc8 31. Qb3 h5 32. Be3 Ne6 33. Rha1 h4 34. gxh4 Qd835. Rxa6 Rc8 36. Rh1 Rc7 37. Bxe6 Rxe6 38. b5 Rb7 39. b6 c5 40. Rb1 Bf8 41. Qd5Qb8 42. Rba1 Rd6 43. Ra8 Rxd5 44. Rxb8 Rxb8 45. exd5 Bd6 46. Ra6 Rb7 47. Kf11-0[Event "World Championship Candidates"][Site "London ENG"][Date "2013.04.01"][Round "14"][White "Levon Aronian"][Black "Teimour Radjabov"][Result "1-0"][ECO "E71"][WhiteElo "2809"][BlackElo "2793"][PlyCount "69"][EventDate "2013.03.15"]1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 d6 5. h3 O-O 6. Bg5 a6 7. Nf3 c5 8. dxc5Qa5 9. Bd3 dxc5 10. O-O Nc6 11. Nd5 Be6 12. Qb3 b5 13. Rac1 bxc4 14. Bxc4 Nxe415. Qb7 Rac8 16. Bxe7 Bxd5 17. Bxf8 Rb8 18. Qxb8 Nxb8 19. Bxd5 Kxf8 20. Bxe4Nd7 21. b3 Qxa2 22. Rcd1 Ne5 23. Rd8+ Ke7 24. Rb8 Nxf3+ 25. Bxf3 Bd4 26. g3 a527. Re1+ Kf6 28. Re2 Qb1+ 29. Kg2 a4 30. Rb7 a3 31. Bd5 a2 32. Rxf7+ Kg5 33.h4+ Kh6 34. Ree7 g5 35. Be4 1-0

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=Kiffing;18907]...Das vielfach in die Kritik geratene neue alte Turnierformat mit Rundensystem hat sich jedenfalls bewährt, weil es Spannung bis zum Schluß versprach und den Aspiranten auf Platz 1 abverlangte, unter dem ungeheuren Konkurrenzdruck in jeder Partie alles zu geben. Die befürchteten Absprachen blieben aus bzw. gehören in den Bereich der Verschwörungstheorien. Es gibt keine Sowjetunion mehr, und heutzutage spielt ein Spitzenspieler im Schach bei solch einem kräfteverzehrenden Prestige-Turnier nur für sich selbst. ...[/QUOTE]Zu diesem Thema gibt es noch einiges zu bedenken und zu schreiben.Ein anderes Mal.Nur soviel: 2013 hat das Format "gepaßt". Das muß nicht immer so sein und es muß nicht dabei bleiben. Ein optimales Format gibt es nicht, doch sollte man bei dem Lob für ein Format auch seine Tücken und Schwächen kennen.Ein anderes Mal ... mehr.

Beitrag von zugzwang

Zuerst:Es gibt kein optimalesFormat, das den Kategorien "gerecht", "für die Zuschauer spannend", "zeitlich und finanziell durchführbar" entspricht.Gegen das aktuelle Format spricht eindeutig das "Manipulationsrisiko" - bewußt oder unbewußt. Ich betone ausdrücklich, daß bei diesem Turnier kein Hinweis dafür vorliegt und die Partien und Partieverläufe auch deutlich von z. B. 1962 abweichen - positiv.Grobe Fehler und Zeitnotdramen gab es auch schon früher und wird es weiter geben.Auch daraus läßt sich wenig ableiten.Aber allein die Diskussionen in Schachkreisen, wer wem welche Punkte "geschenkt" oder "entrissen" hat, wer welche Motivation und Form im gesamten Turnier oder in einzelnen Partien hat, zeigt, daß dieses Format immer zu außerschachlichen Überlegungen Anlaß geben wird.Außerdem unterscheidet es sich vom KO-Format, das im internationalen Sport bei sehr vielen (Welt)Meisterschaften bevorzugt wird.Ein weiteres Manko ist die Bedenkzeitregelung, die immer noch nicht standardisiert zu sein scheint für den WM-Zyklus.Bei Weltcup-"Vorkampf" wurde mit einem anderen Modus für die "klassischen" Partien gespielt.Eine Vereinheitlichung für den gesamten WM-Zyklus erscheint mir dringend notwendig.

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=zugzwang;18832]... Gibt es morgen nicht anderthalb Sensationen, ist der Drops gelutscht und Peter Heine wird zu fragen sein, welche Vereinbarungen in der Weltspitze bzgl. internen Infos zur Art der Wettkampfvorbereitung und Wettkampfführung bestehen.Die relative Unerfahrenheit Carlsens für Matches kann auch dadurch aufgewogen werden, wenn Wissen des Sekundanten weitergegeben werden darf und wird.[/QUOTE]Eine Antwort auf die Frage des "gesplitteten" Sekundanten findet sich hier:[url]http://www.chessvibes.com/reports/anand-peter-heine-nielsen-will-be-in-neither-team[/url]

Beitrag von Kiffing

Ja stimmt, das war eine heikle Frage. Ich bin froh, daß sich Nielsen so entschieden hat. Andernfalls läge ein Schatten über der WM.

Beitrag von zugzwang

[QUOTE=zugzwang;18953]... Gibt es morgen nicht anderthalb Sensationen, ist der Drops gelutscht und Peter Heine wird zu fragen sein, welche Vereinbarungen in der Weltspitze bzgl. internen Infos zur Art der Wettkampfvorbereitung und Wettkampfführung bestehen.Die relative Unerfahrenheit Carlsens für Matches kann auch dadurch aufgewogen werden, wenn Wissen des Sekundanten weitergegeben werden darf und wird.Eine Antwort auf die Frage des "gesplitteten" Sekundanten findet sich hier:[url]http://www.chessvibes.com/reports/anand-peter-heine-nielsen-will-be-in-neither-team[/url][/QUOTE]Ich hole das wieder hervor, weil hier[url]http://www.chess-international.de/?p=15994#more-15994[/url]ein Beitrag zum Thema erschienen ist.Die Zwickmühle, in der Peter Heine Nielsen gewissermaßen steckt, wird noch einmal herausgearbeitet.Ich finde es sympathisch, wie Nielsen an die Sache herangeht.Ganz so einfach, wie es geschrieben ist, wird es aber nicht gehen. Dafür gibt es auch keine Lösung.Peter Heine Nielsen wird imo immer, wenn er für Carlsen (eröffnungstheoretisch) von Nutzen sein will bewußt/unbewußt sein Wissen um Anand und dessen kleine Geheimnisse einfließen lassen.Anders geht eine gezielte, auf den Gegner abgestimmte Eröffnungsvorbereitung gar nicht.Sehr Angenehm bleibt, daß Nielsen Vishy weiterhin als Freund sieht und ganz sportlich den besseren seiner Freunde als Sieger sehen will, ohne öffentlich sich festzulegen, wer das sein könnte. Vor diesem Hintergrund finde ich es aber immer mehr in Ordnung, daß Magnus Carlsen nicht auf neutralem Boden antreten darf, wobei ich überzeugt bi, daß Chennai ein fairer und guter Ausrichter sein wird - wenn dort tatsächlich gespielt wird.