1827 erschienen in Leipzig in Buchform 95 Thesen, eigentlich [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://books.google.de/books?id=0wBeAAAAcAAJ&pg=PA40&lpg=PA40&dq=95+S%C3%A4tze+gegen+das+Schach&source=bl&ots=a2PcOcSBIU&sig=d0AhL6CNnymszZ10pFSs7Satp3k&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiBh8nVx6zMAhWGtRQKHXnOAzQQ6AEIHDAA#v=onepage&q=95%20S%C3%A4tze%20gegen%20das%20Schach&f=false". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel ""Sätze" gegen das Schachspiel" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.], herausgegeben von "einem Theologen", der in Anlehnung an Luthers 95 bekannte Thesen gegen die katholische Kirche vor den verderblichen Einflüssen des Schachs warnte. Die Sätze umfassen die verschiedensten, sich teilweise widersprechenden Anklagen gegen das Schachspiel, so daß das Schachspiel, weil ein Kriegsspiel, wo beide Spieler zwei Armeen gegeneinander ins Felde führen, zur Verrohung beitrage und sein rationaler Geist (an anderer Stelle: "nur der Verstand siegt im Schach, der kalte Verstand") dazu beitrage, daß so "versühnt das zu verwerfen, was Jahrhundertelang den Menschen heilig war", und wo dieser durch das Schach geförderte Rationalismus verantwortlich gewesen sei für die schrecklichen Kriege der Vergangenheit. Zudem verstoße das Schachspiel gegen die göttliche Ordnung, weil ein einfacher Bauer groß werden könne und die Frau "zum Schimpf der Männer" im Schach die größte Rolle spiele. Manche Anklagen wirken recht hanebüchen wie in §14:[QUOTE]Wie auf den Bretern der Bühne, so werden auch auf den Schachbretern Komödien gespielt. Jeden von diesen könnte man, nach gewissen Entscheidungszügen besonders überschreiben, etwa: der glücklich gewordene Bauer; der zudringliche Springer; der voreilige Läufer; der grobe Roggen; die geängstigte Königin; der König auf der Wanderschaft; oder schnelle Rettung aus größter Not; die glückliche Retirade [Rückzug - Kiffing]; der teure Gasthof [alter Ausdruck für Bauerngabel - Kiffing] u.f.f. Aber das Schlimme ist: diese auf dem Schachbrete aufgeführten Komödien ergötzen nie durch das Rein-Komische, sondern nur durch das Schändliche, lassen nie einen König incognito reisen und plötzlich in seiner Glorie dastehen; sondern lassen ihn, frei gehetzt von Bauern, Springern und Läufern, aus einem Gebiet in das andere flüchten, bis er in einem Winkel, verfolgt und maltraitiert, sein klägliches Ende findet; nie lassen diese Komödien die Unschuld; nie lassen sie die heilige Einfalt - sondern nur die Verschlagenheit und die versteckte List triumphiren. [/QUOTE]In diesem Stile geht es dann auf 40 Buchseiten weiter, man mag sich verwundert die Augen reiben. Doch ist am Ende durchaus Erleichterung angesagt, denn diese Philippika ist nur eine [URL="http://www.sk-fortuna-leipzig.de/he29.pdf"]Satire[/URL], die, wie man sieht, früher noch über ein gewisses Niveau verfügte. :manga_smile:
Beitrag von Dern Algar
ich wollte schon einen Text voller Empörung schreiben, aber da kam zum Glück der letzte Satz :app2: