Entwicklung, so haben wir gelernt, ist das A und O der Herangehensweise an die Eröffnung. So richtig dieses Kardinalprinzip auch ist, so ist es dennoch nicht die ganze Wahrheit. Denn es kommt im Schach nicht nur darauf an, daß eine Figur entwickelt wird, sondern auch, wie eine Figur entwickelt wird. Valeri Beim spricht in diesem Zusammenhang von der Quantität und der Qualität der Entwicklung. So sollte die Wahl des Standortes, den eine Figur in der Eröffnung einnimmt, gut überlegt sein und zu dem Plan passen, den man als Spieler zu spielen beabsichtigt. Hierfür ist Felderkontrolle wichtig, ob im modernen Sinn durch Felderbesetzung oder im hypermodernen Sinn durch Felderbestreichung, ebenso wie die Prinzipien von Zentralisierung, Mobilität und Koordination. Nicht zu vergessen ist, daß die gute Entwicklung der eigenen Figuren Hand in Hand mit dem Behindern des Gegners einhergeht, dessen Figuren gut entwickeln zu können. Beides sind die Seiten derselben Medaille.Wie denkt ihr darüber?
Beitrag von Babylonia
Ich stimme dir soweit zu. Es geht auch darum gegenüber seinem Gegner / seiner Gegnerin einen Entwicklungsvorsprung herauszuspielen und es sollte während der Entwicklungszüge versucht werden, Druck aufs Zentrum (= die 4 zentralen Felder) auszuüben. Babylonia
Beitrag von Kampfkeks
Ich habe gelernt: "Schnelle und gesunde Entwicklung der Figuren mit Zentrumswirkung" und damit fahre ich bisher ganz gut, auch in unbekannten Eröffnungen. Etwas schwer tue ich mich mit einer wirklich planmässigen Aufstellung der Figuren von ersten Zug an. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich mit den Eröffnungsvarianten nicht im Detail auskenne und daran, dass eine planmässige Aufstellung auch von den Zügen des Gegners abhängt. Deshalb entwickle ich erstmal "normal", bis sich durch die beiderseitige Aufstellung eine bestimmte Figurenkonstellation anbietet (ob ich die richtig erkenne, steht natürlich auf einem anderen Blatt...). Grundsätzlich halte ich eine planmäßige, zielgerichtete Entwicklung natürlich für sinnvoll und teile die Ansicht von Herrn Beim.