Mir fällt immer häufiger auf, dass Gegner sich irgendwie nicht Matt setzen lassen wollen. Stattdessen geben sie genau einen Zug vor Matt (nicht früher, nicht später) nach längeren Überlegen auf. Diese Form der Partieaufgabe begegnet mir überall: sei es auf Mannschaftskämpfen, Online-Blitzpartien oder chessmail.Viele Schachspieler vertreten ja das Prinzip "Spielen bis zum Bitteren Ende"; ein Prinzip was ich sehr respektiere. Ich hatte es schon häufiger, dass gewonnen geglaubte Kämpfe kurzzeit doch wieder knifflig worden. Aber irgendwie wollen diese Gegner sich am Ende dann doch nicht Mattsetzen lassen. :manga_embarrassed: Einen Zug vor dem Matt reichen sie einem die Hand, obwohl man schon seit 10 Zügen den Turm mehr hatte oder die Mattkombo so eindeutig war, dass man auch 2 Züge vor Matt hätte aufgeben können.Ich finde die Sache ganz interessant, dass diese Gegner wirklich GENAU einen Zug vor Matt aufgeben. :sp_laugh: Ich vermute sie schauen ob der Gegenüber wirklich die Mattkombo zusammenkriegt und geben erst dann auf, wenn es wirklich ganz offensichtlich ist. Was nur nicht verstehe, warum machen sie den letzen Zug dann nicht auch noch? Sich Mattsetzen zu lassen ist doch keine Schande ;)
Beitrag von Kampfkeks
Wahrscheinlich gönnt der Verlierer dem Sieger das Matt einfach nicht und möchte noch einen letzten kleinen, gemeinen Trumpf ausspielen. So nach dem Motto: "Ätsch, du hast zwar gewonnen, aber mattsetzen darfste mich jetzt trotzdem nicht". Beim Onlinespielen gibt´s auch einige "Experten", die die Zeit dann einfach ablaufen lassen. Besonders sportlich ist das nicht gerade. Beim Onlinespielen kommen diese Typen bei mir sofort auf die Ignorier-Liste.
Beitrag von hako
[QUOTE=Kampfkeks;24042]Beim Onlinespielen gibt´s auch einige "Experten", die die Zeit dann einfach ablaufen lassen. Besonders sportlich ist das nicht gerade.[/QUOTE]Beim Online-Spielen, aber auch gelegentlich bei Blitzturnieren, kommt das echt vor, was echt extrem nertötend ist. Diesen Spielern kaufe ich auch nicht ab, dass sie so lange nach einer Lösung suchen, dass sie "angeblich" die Zeit vergessen.
Beitrag von Zapp Brannigan
Einmal "war es" matt in 1 und ich dachte ach ich lasse meinen gegner mich matt setzten. Peinlich war in der analyse als der gegner mich fragte warum ich nicht den anderen zug spielte welcher mich rettete. "Glücklicherweise" war aber auch dieser zug verloren für mich :DIch bin eher ein früh-aufgeber, noch stundenlang mit einer figur weniger versuchen irgendwas zu reissen ist nicht so mein ding, bin da zu wenig der kämpfer. Aber es kann erfolg bringen, ein 300 punkte stärkerer gegner hat vor ein paar jahren mit minus-turm weitergespielt und es geschafft mich matt zusetzen :-(Das aufgeben knapp vor dem matt kann halt ein kleiner drost sein. Ich verlier zwar gegen meinen gegner, aber ich beweise ihm zumindest dass ich das matt auch sehe...
Beitrag von Birliban
Offenbar hatte man zu allen Zeiten große Schwierigkeiten, eine Partie rechtzeitig aufzugeben. So auch unsere großen Vorkämpfer: In einer der berühmtesten Partien des 19. Jahrhunderts, zwischen Steinitz und von Barderleben anno 1895 in Hastings, spielte Steinitz 25.Th7:+!, aber der Gegner gab nicht etwa auf, sondern verschwand einfach aus dem Saal und ward nicht wieder gesehen...Tarrasch kommentierte diese Begebenheit im “Frankfurter Generalanzeiger“ dann lakonisch: “Liegt deine Partie aber ganz darnieder / Dann geh mal raus und komm nicht wieder!“ :abschied:Tja, “wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen!“, möchte man heute ergänzen. Denn ob beim Nahschach oder beim Serverschach oder beim Fernschach – es gibt zuweilen die haarsträubendsten Geschichten, um eine klar verlorene Partie solange wie möglich eben NICHT einfach aufzugeben. :fun: