Die historischen Elo-Zahlen sind meiner Meinung nach eine gute Methode, auch die Leistungen älterer Schachmeister möglichst objektiv zu messen, damit man die Stärke der alten Meister erkennen und miteinander vergleichen kann. Das hat durchaus seinen Sinn, weil es die offiziellen Elo-Zahlen erst seit 1970 gibt. Wichtig ist natürlich immer, dabei zu beachten, daß ein alter Meister mit einer historischen Elo-Zahl von 2800 nicht ähnlich stark spielt wie z. B. Vishy Anand, sondern, in Relation zu seiner historischen Epoche, eine ähnliche Dominanz aufwies. Den evolutionären Fortschritt im Schach greift dieses Wertungsverfahren also nicht an.Trotzdem gibt es [URL="http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Historische_Elo-Zahl"]Kritik[/URL] an den historischen Elo-Zahlen. Könnt ihr diese Kritik teilen oder haltet ihr sie für grundfalsch?Hier sind die historischen Elo-Zahlen im Überblick:defektes Bild gelöscht, Kiffing[IMG][Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://i.imgur.com/09WNh9V.gif". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://i.imgur.com/09WNh9V.gif" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.][/IMG]
Beitrag von sorim
Statt der Elozahlen finde ich die entprechenden Anektoden viel interessanter.Erstaunlich dass Steinitz zu seiner Zeit genauso überragend war wie Morphy.Und Botvinnik war kurzzeitig auch so ein Überflieger wie Fischer. War Botwinik auch kurz davor seine WM hinzuschmeisen?
Beitrag von Kiffing
Michail Botwinnik hat bis ins hohe Alter an Weltmeisterschaften teilgenommen. Einen Nimbus wie die Genies Philidor, Morphy oder Capablanca hat er allerdings nicht, denn bei Botwinnik war es kein Genie, sondern harte Arbeit, das bei seinem Können hervorblitzte (sicherlich hat er mehr Talent als ein Normalsterblicher gehabt, in Relation zu anderen Größen aber nicht). Das sagt [URL="http://www.karlonline.org/305_2.htm"]Botwinnik[/URL] aber auch selber:[QUOTE]Wie er später klagte, war er mit Zwölf eigentlich bereits zu alt, denn„deshalb habe ich zeit meines Lebens langsamer gedacht als meine Gegner, und die haben das gewußt und ausgenutzt“ (Werner Harenberg, Schachweltmeister, Hamburg: Der Spiegel 1982, S.145). [/QUOTE]Zusätzlich stört an dem Gedanken, Botwinnik einen ähnlichen Stellenwert einzuräumen wie Morphy und co, daß Botwinnik drei Mal (!) seinen WM-Titel verlor, nämlich an Tal, Smyslow und Petrosian. Er brauchte Zeit, sich auf seine Gegner einzustellen, aber dann konnte er das so gut wie kein anderer. So urteilen Treppner und Pfleger über seine Stärke in ihrem Werk Brett vorm Kopf, Leben und Züge der Schachweltmeister auf S. 150:[QUOTE][...]gerade in seiner Weltmeisterzeit war er, wie er selbst zugab, nur primus inter pares, also kein alles überragender Super-Mann, und als er gar den vergötterten Tal schon nach einem Jahr wieder entthronte, waren viele regelrecht böse auf ihn[/QUOTE]
Beitrag von sorim
Danke Kiffing all diese Informationen die du erwähnst, kann man aus der Elo-Grafik nicht herauslesen, bzw. man gelangt sogar zu falschen Schlüssen.Schachanekdoten finde ich persönlich viel besser als jede Elo-Grafik.
Beitrag von Maschendrahtzaun
Ich denke auch, dass tatsächliche Zahlen hier eher Genauigkeit vortäuschen, als dass sie sie wirklich liefern.Wenn man allerdings die Ziffern nicht so ernst nimmt, kann man schon ganz gut ablesen, wer zu welcher Zeit die Schachszene dominiert hat. Dies könnte man allerdings auch, ohne sich zunächst historische Elo-Zahlen auszudenken. Also: Meiner Meinung nach bringt es nicht wirklich was, aber wenn jemand Spaß daran hat, die zu berechnen, wieso nicht? :froh: