Ich möchte euch heute eine Spezialvariante mit Weiß gegen 1. e4 c5 2. Sf3 e6 vorstellen. Für diese Spezialvariante hatte ich mich entschieden, weil ich gemerkt hatte, daß mir die Hauptvarianten hier im Gegensatz zu 2. ...d6 nicht so liegen. Die Idee ist 3. b3, danach spielt Weiß 4. d4, fianchettiert seinen Lc1 und deckt spätere (wahrscheinliche) Angriffe gegen seinen Be4 erst einmal mit Sd2. Das reicht für den Anfang, später müssen Ld3 und Schwerfiguren auf der e-Linie den Be4 weiter stützen. Charakteristisch für diese Variante ist ein weißer Maroczy-Aufbau gegen ein schwarzes Igelsystem. Ich möchte einmal ein Beispiel geben, aus einer Partie gegen den Gütersloher Colin Fischer: 1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.b3 a6 4.d4 cxd4 5.Sxd4 d6 6.Lb2 Sf6 7.Sd2 Le7 8.c4 b6 9.Ld3 Lb7 10.0–0 Sbd7 11.De2 Dc7 12.Tae1 0–0 13.h3 Tad8 14.f4 Tfe8 Auch wenn 13. h3 sicherlich nicht gut war (direkt 13. f4 ist vorzusehen, so zeigt diese Variante doch sehr gut die Strukturen auf, die man in dieser Variante hat, und wie man sich überhaupt aufbauen soll. Neben den bereits genannten Punkten sind die Türme auf der e+f-Linie typisch, um den späteren Vorstoß e5 mit Angriff bestmöglich zu unterstützen. Weiß darf diesen Flügelangriff allerdings nicht überstürzen, denn der Igel hat Borsten. Ein direkter Vorstoß wie in der Partie scheitert an 15. e5? dxe5 16. fxe5 Sxe5!! 17. Dxe5 Dxe5 18. Txe5 Lc5 -/+
Beitrag von Hans_van_Ille
Ich halte diese Variante für ausgesprochen interessant. Ich kann mir denken das macht viel Spaß :)
Beitrag von MagnusFTW
Ich wollte mich auch mal näher mit der Variante beschäftigen. Hast du vielleicht Literatur bzw Internettipps dazu Kiffing? :D
Beitrag von Kiffing
Leider nicht. Ich bin auf den Trichter gekommen nach einem Tip von dem Teilnehmer der diesjährigen Deutschen Einzelmeisterschaft Joshua Hager. Das ist allerdings schon Jahre her. Hab mir das alles selbst erarbeitet durch Analysen mit Fritz, aber vor allem mit der try-und-error-Methode. Gab schon viele Partien dazu, durch die ich mich Stück für Stück verbessern konnte in dieser Variante.
Beitrag von zugzwang
Der b3-Aufbau gegen den e6-Sizilianer wird gerade von Judit gegen little, big Mov angewandt (Weltcup 2. Runde)Nicht die schlechteste Referenz (für Weiß und Schwarz).
Beitrag von SiegerFCN
Moment.Das stimmt nicht ganz das Schwarz nach 3. ...d5 Ausgleich hat. Weiß besitzt da eher leichten Vorteil!Nach 4.exd5 exd5 5.Lb5+! Sc6 (5. ...Ld7 6.Lxd7+ Sxd7 (6. ...Dxd7 7.0-0 Sc6 8.Te1+ Le7 Und nun nach Geschmack entweder d4 oder La3. Bevorzuge aber La3,da Schwarz jetzt eigentlich lang rochieren muss und Weiß dann sehr schönen Angriff besitzt.) 7.0-0 +=)Nach 3. ...d6 kommt 4.Lb2 Sf6 5.e5!? dxe5 (5. ...Sd5 6.Sc3 Sxc3 7.dxc3! (7.Lxc3 d5) 7. ...Sc6 8.exd6 Lxd6 9.Dd3 0-0 10.0-0-0 Lf4+ 11.Kb1 Dxd3 12.Lxd3 Td8 13.b4! +=) 6.Sxe5 Ld6 7.De2 0-0 8.Sc3 Ld7 9.Se4! +=Nach 3. ...Sc6 kommt 4.Lb2 Sf6 (4. ...d6 5.Ld3 Sf6 6.0-0 e5 7.Sc3 und weiß hat ne angenehme gute geschlossene Stellung) 5.e5 Sd5 6.g3!? Le7 7.Lg2 0-0 8.0-0 d6 9.Sa3 und der bessere Spieler gewinnt diese Stellung,Chancen bei beiden Seiten gleich,auch wenn ich etwas lieber Weiß wäre.Nach 3. ...a6 spielt man kiffings system mit 4.Lb2 Sc6 5.Ld3 Sb4!? ist verlockend 6.0-0 Sxd3 7.cxd3 und auch mit dem Doppelbauern kann man die Stellung als weißer gut spielen,da dies durch den klaren Eröffnungsvorsprung kompensiert wird.Nach 3. ...b6 bin ich mir noch unsicher ob 4.Sc3 oder 4.Ld3 oder gar 4.d4 besser ist. Vermute aber,dass 4.d4 der beste ist und man einfach klassisch und normal weiterspielen kann. Z.B.: 4. ...cxd4 5.Sxd4 Lb7 6.Sd2 (6. ...Sc6 7.Sxc6 Lxc6 8.Ld3 normal weiterspielen...) Lc5 7.Lb2 Sh6 8.Df3!? 0-0 9.0-0-0 und nun gibts mehrere möglichkeiten,für Weiß gilt aber normal: einfach angreifen,man hat zwei schöne läufer die die diagonale besitzen (der f1 geht mal nach d3,z.B.) Verbesserungsvorschläge wären erwünscht! Die Variante mit 3.b3 gefällt mir und ist interessant,kann gut sein,dass die in nächster Zeit nach mehr Forschung populärer wird...