Schachburg-Archiv: Benutzerthema „Eine Falle im Najdorf (Bauernraub)“

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Beitrag von hako

1.e4 c5 2.Nf3 d6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 a6 6.Bg5 e6 7.f4 Qb6 8.a3Schwarz darf hier nicht den Bauern schlagen, weil auf 8. .. Qxb2? einfach 9.Na4! folgt. Die Falle hat allerdings den Nachteil, dass die weiße Dame auf der ersten Reihe gefesselt ist. Daher finde ich beispielsweise auf 8. ... Be7 9.Bc4 nicht schlecht, mit dem Plan auf b3 zu ziehen. Zieht Schwarz 8. ... Nc6, kann Weiß mit 9.Nb3 antworten und kann sich normal entwickeln. Das Schach 9. ... Qe3+ ist nicht schlimm für Weiß. Nach 10.Qe2 Qxe2+ 11.Bxe2 hat Weiß alle Leichtfiguren entwickelt und steht solide.

Beitrag von sorim

8. a3 ist doch ein verschenktes Tempo. Im Sinne vom aktiven Spiel ist Dd2 viel beliebter, Schwarz kann (wenn er möchte) den Bauern schlagen, ohne dass die Dame in akute Gefahr gerät, aber muss sich auf einen Königssturm vorbereiten, z. B.1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 a6 6. Bg5 e6 7. f4 Qb6 8. Qd2 Qxb2 9. Rb1 Qa3 10. f5 Nc6 11. fxe6 fxe6 12. Nxc6 bxc6 13. e5 dxe5 14. Bxf6 gxf6 15. Ne4

Beitrag von Kiffing

Ich hatte früher als Najdorfspieler auch mal für etwa zwei Jahre den Bauernraub gespielt, bin dann aber wieder zu dem wohl wesentlich solideren ...Dc7 zurückgekehrt. Obwohl ich mich, durch zahlreiche Fernschachpartien gestählt, mit der Theorie im Bauernraub immer besser ausgekannt habe, fanden meine spielstarken Gegner trotzdem immer ihre Wege, mich zu besiegen.Bauernraub ist einfach eine brutale Eröffnung. Schwarz holt sich zwar einen Bauern ab, fühlt sich dann aber einem mächtigen Angriff ausgesetzt, und wenn er nicht das Wissen und Können eines Großmeisters hat, kann er so leicht hinweggefegt werden. Obwohl ich mich richtig in diese Eröffnung hineingekniet hatte, verlor ich selbst z. B. oft in unter 20 Zügen. Bauernraub, nie wieder, dasselbe gilt gegens BDG, dem ich auch immer ausweiche.Wenn man allerdings gegen Najdorf mit 6. Lg5 spielt, so ist 8. a3 wirklich ein hübscher Trick und mehr als nur eine Falle. Denn wie Du gezeigt hast, kann Weiß auch gut weiterspielen, wenn der Gegner den Trick bemerkt.Edit: bezogen auf sorims Beitrag, gibt es aber auch gute Gründe für Weiß, einfach straight mit 8. Dd2 fortzufahren.

Beitrag von hako

[QUOTE=sorim;17086]8. a3 ist doch ein verschenktes Tempo.[/QUOTE]Inwiefern? a3 ist im Sizilianer ein normaler Zug, um den Bauernzug b4 vorzubeugen. Daher ist der Zug nicht unbedingt ein weggeworfenes Tempo, sondern eher ein verfrühter Standartzug, der erstmal den Bauern deckt.

Beitrag von sorim

Bis auf wenige Ausnahmen sind Randbauernzüge wie a3/h3 subobtimale Züge, weil sie ein Tempoverlust bedeuten.Ich mag lieber flexible Züge spielen, welche die Stellung nicht vorzeitig festlegen, weil der Gegner sich rechtzeitig darauf einstellen kann.In diesem Fall mag ich persönlich a3 gar nicht, weil es Weiß die Option nimmt lang zu rochieren und wenn Schwarz normal mit 8.a3 Sc6 fortfährt kann man b4 für lange Zeit vergessen.

Beitrag von hako

In diesem Fall sehe ich hier für Weiß keinen Tempoverlust. 8.a3 deckt den Bauern b2 und nach 8. .. Nc3 9.Nb3 will ich als Weißer auf jeden Fall groß rochieren. Schwarz muss, um mit b5 anzugreifen, erstmal seine Dame wegbewegen, da die im Weg steht. Den Bauernzug b4 habe ich mit 8.a3 bereits vorgebeugt. Ich sehe nichts, was gegen eine lange Rochade sprechen würde, da der König noch zusätzlich von 2 Springern beschützt wird, während ich am Königsflügel angreifen kann.Ich finde 8.a3 sogar flexibler als 8.Qd2. Nach 8.Qd2 Qxb2 sind die nächsten 10 Züge ziemlich forciert und man braucht sie fast nur auswendig zu lernen. 8.a3 nimmt der Variante ordentlich die Würze und Weiß kann seinen eigentlichen Plan folgen, was mir ganz sympathisch ist. Das ist aber dann Geschmackssache, da beide Züge spielbar sind. :)