[IMG][Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://i.imgur.com/XFrJDnB.jpg". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://i.imgur.com/XFrJDnB.jpg" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.][/IMG]Nachdem die Querelen rund um die Finanzierung der Schach-Olympiade in Tromsö und den nun abgewendeten Ausschluß diverser Teams inklusive der russischen, titelverteidigenden Damennationalmannschaft ausgestanden sind, steht dem Schachfest in der norwegischen Polarregion nichts mehr im Weg. Die Olympiade ist diesmal auf den Zeitraum vom 1. August bis zum 14. August angesetzt, wobei die erste Runde diesen Samstag am 2. August beginnt. Mit Spannung wird erwartet, wer bei den Damen und Herren den Titel gewinnt, aber auch, wen die von den Schachnationen vertretene Schachwelt zu ihrem FIDE-Präsidenten wählt.Zum sportlichen Hintergrund, so verteidigt Rußland bei den Damen den Titel, während bei den Herren mit Armenien die Überraschungsmannschaft des Turniers [URL="http://de.wikipedia.org/wiki/Schacholympiade_2012"]2012 in Istanbul[/URL] den Coup des Titels landen und das hochfavorisierte russische Team auf Platz 2 verweisen konnte. Aronjan, Movsesian, Hakobjan, Sarkissjan und Petrosjan setzten sich damals gegen Kramnik, Grischuk, Karjakin, Tomaschenko und Jakowenko durch.Von der [URL="http://de.chessbase.com/post/schacholympiade-troms"]Setzliste[/URL] her ist Rußland diesmal mit einem Eloschnitt von stolzen 2777 wieder klarer Favorit. Auf Platz 2 der Setzliste steht diesmal die Ukraine mit 2722, was angesichts der aktuellen Krise natürlich nicht ohne politische Brisanz ist. Deutschland (Setzlisten-14. mit 2666) tritt bei der Olympiade mit Naiditsch, Nisipeanu, Meier, Fridman und Baramidze an und ist damit gut aufgestellt. Denn zum ersten Mal spielt Deutschland international mit dem neuen Führungstandem Naiditsch und Nisipeanu, aber auch Deutschlands Nummer drei, Georg Meier, hat durch sein sehr gutes Turnier in Dortmund gezeigt, daß er trotz seines Amateur-Status mit der Weltspitze mithalten kann. Eine Plazierung unter die Top 10 wird wahrscheinlich angestrebt. Bei den Damen bekleidet Deutschland die Setzlistenposition 10 und tritt mit Pähtz, Melamed, Schleining, Ohme und Hoolt an. Dort führt China vor Rußland und Ukraine die Setzliste an (alle Angaben ebd.).
Beitrag von zugzwang
Nachdem die Politik wachsenden und entscheidenden Einfluß auf sportlice Großereignisse nimmt, kann man mit einem Blick in die politische Glaskugel den Ausgang der Olympiade in der offenen Klasse ganz gut prognostizieren/projizieren:Russland macht diesmal Ernst und zieht durch.Die Ukraine geht unter, nachdem sie sich auf westliche Berater oder Experten verlassen haben. Ihre Spitzenbretter suchen finden Asyl in den NSA, den Niederlanden bzw. Russland - je nach Sysmpathie und Einstellung.Die Firmenmannschaft NSA wird von der Fide abgehört und dabei kommt raus, daß sie sich schon seit Jahren verbotener technischer Hilfsmittel bedienen.Vor der letzten Runde wird das Team, auf einem geteilten 4.-11. Platz liegend disqualifiziert und mit Fide-Sanktionen belegt. USCF und die Spieler bringen den Fall vor ein New Yorker Bezirksgericht und verlangen unter dem Aspekt Investorenschutz Schadensersatz in Milliardenhöhe.Die Spieler verweisen nachvollziehbar darauf, daß sie die ihnen zugespielten Informationen nie verwandt haben, wie ihre Teamergebnisse der letzten Olympiade es auch belegen.Die Schachöffentlichkeit schenkt der Powerpoint-Dokumentation der Ammies mit den entprechenden Statistiken keinen Glauben.Die USCF wird in eine AG umgewandelt und hat am ersten Tag der Börseneinführung bereits einen Marktwert von 1 Milliarde US-$. Die Anleger belohnen die guten Gewinnaussichten des Start-Ups im Prozess gegen die Fide.Garry Kasparov ist als sachverständiger Zeuge vorgesehen.Schland sitzt (gewohnheitsmäßig) die meisten Länderkämpfe während der Olympiade ergebnislos - also unentschieden - aus und landet im Mittelfeld. Eine wirtschaftliche Depression mit Arbeitslosigkeit der guten Handwerker und einiger mitwirkender Funktionärsmanager wird befürchtet. Subventionen bleiben aus. Das Geld wird für die Unterstützung auswandernder und daheimbleibender ukrainischer Schachspieler mit Mindest-Elo 1000 verwendet.Frankreich als Grande Nation kommt trotz ihres kleinkarätigen Präsidenten mit dem Faible für Mini-Roller groß heraus. Die Franzosen haben eine gewisse Tradition darin, nicht alles nachzukauen, was ihnen irgendwelche Heinis vorkauen. Sie besinnen sich auf eigene Stärken und vertrauen keinen Zweckbündnissen und Absprachen. Nachdem die norwegische Mannschaft an Schwarztagen von Carlsen maximal einen Mannschaftpunkt erzielt, ziehen sich die ersten Geldgeber zurück und der Gastgeber endet unter großem Einsatz und ehrenvoll im gehobenen Mittelfeld. Ihr Verband ist dagegen pleite und wird von der Fide wegen diverser Unkorrektheiten und Unterstützung von Wahlbetrügereien beim großen Wahlkongress aus der NATO, äh Fide, ausgeschlossen.Indien nutzt ähnlich China die undurchsichtigen Ausschreibungen und Fideregularien und bringt überraschend doch seine besten Firmen an den Start. Während Indien mit Amenand eine ökologisch saubere, integre aber manchmal zu friedfertige Spitze mitbringt und deshalb nur im Vorderfeld landet, können die ohne ihr Mitwissen mit Pestizid- und Schwermetall-Varianten volgepumpten chinesischen Spieler und Spielerinnen immer lächelnd einen Erfolg an den anderen reihen.Letztendlich werden sie nur von einer kleinen, konjunkturellen Delle in ihrem Schachwachstum gestoppt, stellen aber ihren Status als Schachexportnation Nummer 1 eindrucksvoll unter Beweis.Griechenland landet vor Argentinien. Warum ist klar. Die Griechen haben die Geier erst wieder vor sich, während die Argentinier sie derzeit im Nacken haben.Brasilien feiert einen phoenixhaften Aufstieg und landet als BRICS-Staat mit dollarunabhängigem Spesen- und Sparkonto erstmals unter den TopTen.Sandburgschach wird nicht nur an der Capacabana zum Volkssport neben Beachvolleyball.Österreich - powered by krennwurzn - landet hinter den Piefkinesen, kann aber mit seinem nicht nur schachlichen Minderwertigkeitsgefühl gegenüber dem großen Nachbarn (ähnlichen Zungenschlags) umgehen, bleibt friedlich und hofft weiter auf Maut-Ausnahmen für seine Einkäufe in Piefkes großem Supermarkt.Die Schweiz schafft zwar alle schachspielenden Ausländer ran, die es in dem kleinen Land mit der gewachsenen Dichte an "Nicht-Eingeborenen" so auftreiben kann, doch gelingt wieder einmal nicht der schachintellktuelle Durchbruch und es verbleibt die Aussicht an den weltweit umgeleiteten Finanzströmen nach dem russischen Sieg ein paar Prozent mitzuverdienen und damit die Verluste auszugleichen, die dem Land als sicherer Hafen für Steuervermeider und Steueroptimierer in letzter Zeit so entstanden sind.Die ominösen Volksrepubliken Lugansk, Donezk, Wasweißich nehmen nicht teil. Aber ihr Aufnahmeantrag wird sicherheitshalber abgeschossen, was die Spannungen mit der russischen Vertretung etwas erhöht.Bei den Damen ist nicht ausgeschlossen, daß die schachliche Großwetterlage den für Russland antretenden Ladies, weniger hartgesotten als ihre männlichen Pendants, etwas aufs Gemüt schlägt und das chinesische Mädchen-Damenteam eindrucksvoll mit ihrer vorzeigbaren Anführerin das Siegerpodest erklimmt.Bei der schachlichen Großwetterlage bleiben Nationen wie Iran, Nordkorea, Türkei, Irak, Ägypten, Libyen, Indonesien, Ebola hinter einer 2-wöchigen Dunstglocke.Vielleicht spielen sie sich ja bei den nächsten Spielen in den Vordergrund oder sie werden wegen einer verpaßten Trainingskontrolle angezeigt und bestraft.Ach ja Israel und Palästina. Zu denen sage ich lieber nichts.Ne, da werde ich ganz schnell mal wortbrüchig - ist ja Standard in diesem Kontext unter diesen Verhältnissen.Die israelischen Schachspieler werden deutlich besser als die Vorgaben ihrer Politiker ahnen lassen. Diese Politiker werden die Vorgaben ihrer ausgezeichneten, intelligenten und hochgebildeten Asuwahlspieler nicht verstehen und sich weiterhin im Kriegsspiel außerhalb von 64 Feldern üben, bis ihnen und den von ihnen vertretenen Schachspielern Israels und dem restlichen Weltkreis bei irgendeiner Olympiade der Zukunft das Dingens dermaßen um die Ohren fliegt, daß an Spiel und markige Pressekonferenzen nicht mehr zu denken sein wird.
Beitrag von Kiffing
Die beiden deutschen Teams haben ihre Pflichtaufgaben in der 1. Runde souverän gelöst und verbleiben mit einer weißen Weste. Das deutsche Herrenteam siegte mit 4:0 gegen den Irak, während die deutschen Damen sich mit demselben Ergebnis gegen Albanien durchsetzten. Auch ansonsten gab es in der Auftaktrunde keine Überraschungen. Auch in der 2. Runde sind die deutschen Teams Favorit. Bei den Herren geht es gegen Norwegen III, und bei den Damen heißt der Gegner Ägypten.
Beitrag von Kiffing
Die deutsche Herrennationalmannschaft behält auch gegen Norwegen 3 ihre weiße Weste und siegte auch gegen die skandinavischen Youngster mit 4:0. Der Übertragungsserver [Hier befand sich ein Link auf die Seite "www.chessdom.html". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "www.chessdom.com" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] hatte das Ergebnis für David Baramidze falsch eingetragen, so daß sich nicht wenige Schachfreunde verwundert die Augen rieben, warum Baramidze in einem gewonnenen Endspiel remisierte. In Wirklichkeit hatte sein Gegner Sebastian Mihajlov natürlich aufgegeben.Im Gegensatz zur ersten Runde gab es in der zweiten Runde allerdings einige Sensationen in Tromsö. Besonders schlecht lief es dabei für die Ukraine. Die Ukraine, als Setzlistenzweiter ins Turnier gegangen, kam gegen den krassen Underdog Norwegen 2 nicht über ein 2:2 hinaus. Der Mitfavorit büßt damit gleich schon am Anfang einen wichtigen Punkt ein, der am Ende fehlen könnte. Maßgeblich verantwortlich für die Blamage war der katastrophale Auftritt von Wassili Iwantschuk, der gegen den 21jährigen Frode Urkedal (Elo 2500) schon nach 29 Zügen aufgeben mußte (Partie siehe Anhang). Sein Gegner manövrierte gegen Iwantschuks Holländischen Aufbau zäh und konnte im Mittelspiel die a-Linie vorteilhaft öffnen. Zu einer Gewinnstellung wurde dieser leichter Vorteil aber erst, als Iwantschuk mit dem Tausch von seinen zwei Türmen gegen Dame und Bauer eine falsche Abwicklung wählte, wonach der Ukrainer klassisch ausmanövriert wurde. Am Ende drangen die weißen Türme von Urkedal in die schwarze Stellung ein; Iwantschuk konnte nicht mehr die vernichtende Verdoppelung der Türme auf der 7. Reihe verhindern. Noch schlimmer erwischte es Ungarns Jungstar Richard Rapport, der sogar gegen einen Gegner mit Elo 2370, den Venezuelaner Rohi Montes Juan, den Kürzeren zog. Rapport, der für seine [URL="http://www.schachburg.de/threads/1624-Geheimnisse-um-Richard-Rapport"]extravagante Eröffnungsbehandlung[/URL] je nach Blickwinkel geschätzt oder berüchtigt ist, hatte diesmal als Weißer mit der Zugfolge 1. Sf3 d5 2. b3 Lg4 3. Se5 Lf5 4. e3 Sd7 5. Sxd7 kein Glück. Stand es im frühen Mittelspiel lange Zeit ausgeglichen, so wurde Rapport peu a peu überspielt, was bei einer so hohen Elo-Differenz selten ist. Schachfreunde erwarten es eher andersherum. Auch Magnus Carlsen, dessen erstes Auftreten in Tromsö von den norwegischen Fans herbeigesehnt wurde, kann mit seinem Remis gegen den Finnen Tomi Nyback (2591) nicht wirklich zufrieden sein. Seine berühmte Waffe, die Knettechnik, wirkte merkwürdig stumpf. Das skandinavische Aufeinandertreffen ging denn auch nach vier Remis friedlich zu Ende. Nach der Nummer eins der Welt erwischte es übrigens auch die Nummer zwei. Denn auch Lewon Aronjan passierte solch ein Mißgeschick. Der Armenier kam gegen den Australier David Smerdon (2513) nicht über die Punkteteilung hinaus. Doch der Titelverteidiger siegte gegen Australien letztendlich ungefährdet mit 3:1. Bei den Damen siegte Deutschland gegen Ägypten mit 2,5:1,5 (Zoya Schleining verlor überraschend) weniger deutlich, verbleibt aber im Turnier ohne Punktverlust.[Event "Schach-Olympiade Tromsö"][Site "MyTown"][Date "3.8.2014"][Round "2"][White "Urkedal Frode 2500"][Black "Wassili Iwantschuk 2744"][Result "1-0"][PlyCount "57"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. Nf3 f5 2. d3 Nc6 3. d4 e6 4. g3 d5 5. Bg2Rb8 6. O-O Nf6 7. Bf4 b5 8. b3 Ba6 9. Qc1 Bd6 10. Nbd2 O-O 11. e3 Ne4 12. Re1Qe7 13. a3 Na5 14. Bf1 Rb6 15. c3 g5 16. Bxd6 cxd6 17. b4 Nb7 18. a4 Rc8 19.Nxe4 fxe4 20. Nd2 Nd8 21. axb5 Bxb5 22. Bxb5 Rxb5 23. Ra3 Rxb4 24. cxb4 Rxc125. Rxc1 Qb7 26. Rac3 Nf7 27. Rc8+ Kg7 28. R1c7 Qxb4 29. Nf1 * [Event "Schach-Olympiade Tromsö"][Site "MyTown"][Date "3.8.2014"][Round "?"][White "Richard Rapport 2704"][Black "Rohi Montes Juan 2390"][Result "0-1"][PlyCount "118"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. Nf3 d5 2. b3 Bg4 3. Ne5 Bf5 4. e3 Nd7 5.Nxd7 Qxd7 6. Bb2 e6 7. d3 Nf6 8. Nd2 O-O-O 9. Be2 Kb8 10. a3 Bd6 11. c4 Qe7 12.b4 c6 13. Qa4 Bc7 14. Bd4 b6 15. Rc1 e5 16. Bb2 d4 17. e4 Bd7 18. Qb3 Be6 19.a4 Nd7 20. a5 b5 21. O-O Bd6 22. Qc2 Rc8 23. c5 Bc7 24. f4 f6 25. Nf3 g5 26.fxe5 fxe5 27. Nd2 g4 28. Rce1 h5 29. Bd1 Nf8 30. Qb1 Ng6 31. Bb3 Rcf8 32. Bxe6Qxe6 33. Bc1 h4 34. Qb3 Qe7 35. Qd1 Qe6 36. Rxf8+ Rxf8 37. Rf1 Rxf1+ 38. Qxf1Bd8 39. Qf5 Qxf5 40. exf5 Nf4 41. Kf1 Nxd3 42. Ba3 Nf4 43. Ne4 Nd5 44. Bc1 Kc745. Bd2 Kd7 46. Ke2 Nf6 47. Ng5 e4 48. Ne6 d3+ 49. Ke3 Bc7 50. Nxc7 Kxc7 51.Kf4 Kd7 52. Ke5 Ke7 53. a6 Kf7 54. Kf4 h3 55. g3 Ke7 56. Ke5 Nh5 57. Bg5+ Kf758. Kd6 Nxg3 59. Kxc6 Nxf5 * [Event "Schach-Olympiade Tromsö 2014"][Site "MyTown"][Date "3.8.2014"][Round "2"][White "Tomi Nyback 2591"][Black "Magnus Carlsen 2877"][Result "1/2 - 1/2"][PlyCount "71"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. d4 d5 2. c4 c6 3. Nf3 Nf6 4. Qc2 dxc4 5.Qxc4 Bg4 6. Nc3 Nbd7 7. e4 e5 8. Nxe5 Nxe5 9. dxe5 Be6 10. Qd3 Ng4 11. Qxd8+Rxd8 12. Bf4 Bc5 13. Bg3 Bd4 14. Rd1 Bxe5 15. Rxd8+ Kxd8 16. Bxe5 Nxe5 17. f4Ng4 18. Be2 Nh6 19. Kf2 f6 20. h3 Nf7 21. Bg4 Ke7 22. Bxe6 Kxe6 23. Rd1 Rd8 24.Rxd8 Nxd8 25. b4 Kd6 26. Ke3 a6 27. Na4 Ne6 28. f5 Nd8 29. Kd4 Nf7 30. Nc5 b631. Nxa6 Ne5 32. a4 Nd7 33. Kc4 Ne5+ 34. Kd4 Nd7 35. Kc4 Ne5+ 36. Kd4 *
Beitrag von Kiffing
Morgen kommt es zum ersten wirklichen Härtetest für die deutschen Herren. Der Gegner heißt England, und das englische Team, das vor allem in der Breite seine Stärke hat, tritt neben Frontmann Michael Adams (2740) mit Jones Gawain (2665), Nigel Short (2665), David Howell (2650) und Matthew Sadler (2653) an. Deswegen wäre mindestens ein Sieg des Spitzenduos Naiditsch/Nisipeanu oder auch von Georg Meier sehr wichtig, um aus dieser Auseinandersetzung als Sieger hervorzutreten. Bei den Damen bleibt das deutsche Team gegen Argentinien in der Favoritenrolle.
Beitrag von Mattmonster
werden die deutschen unter die top 3 kommen ?? was denkt ihr??spielt bei den frauen an 2 eine soja scheining oder so ähnlich?:ups:
Beitrag von Mattmonster
ok frage 2 schon selbst beantwortet .. . [QUOTE=lonny22;22753]werden die deutschen unter die top 3 kommen ?? was denkt ihr??spielt bei den frauen an 2 eine soja scheining oder so ähnlich?:ups:[/QUOTE]
Beitrag von Kiffing
Für den Setzlisten-14. Deutschland wäre es schon ein riesen Erfolg, unter die Top-10 zu kommen. Der makellose Auftakt mit den zwei 4:0-Siegen dürfte natürlich beflügeln. Ich denke, vom Spiel gegen England wird einiges abhängen. Siegt Deutschland, ist, denke ich, vieles möglich, auch Platz 3.
Beitrag von Mattmonster
[QUOTE=Kiffing;22762]Für den Setzlisten-14. Deutschland wäre es schon ein riesen Erfolg, unter die Top-10 zu kommen. Der makellose Auftakt mit den zwei 4:0-Siegen dürfte natürlich beflügeln. Ich denke, vom Spiel gegen England wird einiges abhängen. Siegt Deutschland, ist, denke ich, vieles möglich, auch Platz 3.[/QUOTE]wann ist das spiel ...?p.s ich bin bis zu 1.9 im schachurlaub @ kiffing
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=Kiffing;22762]... Ich denke, vom Spiel gegen England wird einiges abhängen. Siegt Deutschland, ist, denke ich, vieles möglich, auch Platz 3.[/QUOTE]Prinzip Hoffnung.Aber es stimmt schon: Ein Sieg gegen die Engländer weist eine Spielstärke nach, die für Platz 5 reichen kann. Oder auch für Platz 14,0815.Wie üblich entscheiden die letzen Runden über die im Gedächtnis verbleibende Zahl.Die Deutschen (Herren) haben bei der letzten Oly als amtierender Europameister nach meiner Erinnerung gut mitgespielt.Das letztliche Ergebnis war dann nicht "BMI-Tauglich" genug.Die Damen hatten auch 2 Highlights in den Einzelrunden, doch auch hier war die Endzahl nicht das, was das BMI an dopingnäheren Winter- und Sommersportarten so liebt.
Beitrag von Kiffing
In der dritten Runde von Tromsö trennten sich die beiden Rivalen Deutschland und England mit einem 2:2. Georg Meier zeigte gegen Jones Gewain, in welcher starken Verfassung er momentan ist. Meier kämpfte den Engländer nieder, obwohl er im Mittelspiel ziemlich unter Druck gestanden hatte. Doch Meier spielte in dieser Partiephase sehr konzentriert, strebte thematisch Vereinfachungen an, so daß der isolierte d-Bauer des Gegners immer schwächer wurde. Meiers Behandlung im Turmendspiel war unbeschreiblich. Im Prinzip hatte er nur den Vorteil von weniger Bauerninseln. Doch zeigte Meier seinem Gegner gekonnt, warum drei Bauerninseln auch im Turmendspiel so anfällig sind. Meier eroberte einen Bauern und konnte den Mehrbauern danach sicher verwandeln. Während das Spitzenspiel Naiditsch gegen Adams (2740) Remis ausging und Nisipeanu sich an Howells Berliner Mauer die Zähne ausbiß bzw. ein Knacken derselben kaum versuchte, ging für David Baramidze die so wichtige Partie gegen Mathew Sadler verloren. Der unter Druck gesetzte Baramidze wählte am Ende eine falsche Abwicklung. Wahrscheinlich hoffte er, in der verflachten Endspielstellung den Minusbauern kompensieren zu können, doch erwies sich das defensive Bauernopfer als spielentscheidend. Baramidze ist der Schwachpunkt im deutschen Team. Zwar ist das Meckern auf recht hohem Niveau, aber Baramdize hatte bereits in Dortmund gezeigt, daß er gegen Spitzenspieler nur zu oft eine Niederlage kassiert, und wenn Deutschland vorne dabei sein möchte, müssen auch gegen die großen Teams Punkte her.Ansonsten hat der Vorjahressieger Armenien in der 3. Runde eine Bruchlandung hingelegt. Im Spiel der Ranglisten-Nr. 2 gegen die Ranglisten-Nr. 3 siegte Frankreich durch einen Sieg von Laurent Fressinet gegen Sergei Movsesian mit 2,5-1,5. Die Niederländer schlugen die USA mit 2,5-1,5, und Magnus Carlsen kam gegen Montenegro zu seinem ersten Sieg bei dieser Olympiade, was auch seinem Team zum Gesamtsieg weiterhalf. Insgesamt haben noch 11 Teams eine weiße Weste und damit drei Siege auf ihrem Konto. Rußland marschiert: 4:0 gegen Mazedonien. Bei den Damen konnte Deutschland mit einem überzeugenden 3:1 gegen das starke Argentinien den dritten Sieg in Folge einfahren. Auch das deutsche Damenteam will in die Top 10 und hat in Relation zu den Gegnern einen ähnlichen Stellenwert wie das deutsche Herrenteam. [Event "Schach-Olympiade Tromsö 2014"][Site "MyTown"][Date "4.8.2014"][Round "3"][White "Fabiano Caruana 2801"][Black "Negi Parimarjan 2645"][Result "1-0"][PlyCount "113"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 Nf6 4. O-O Nxe4 5.d4 Nd6 6. Bxc6 dxc6 7. dxe5 Nf5 8. Qxd8+ Kxd8 9. h3 Bd7 10. Rd1 Be7 11. g4 Nh412. Nxh4 Bxh4 13. Nd2 Kc8 14. Nf3 Be7 15. Rd3 c5 16. Bg5 c4 17. Rd4 Bc6 18.Bxe7 Bxf3 19. Kh2 Re8 20. Bh4 c6 21. Re1 Bd5 22. f4 a5 23. c3 b5 24. Rd2 b4 25.Bf2 bxc3 26. bxc3 Rb8 27. f5 a4 28. Bc5 Rb7 29. Kg3 Kd7 30. Ba3 Rb5 31. Kf4Rbb8 32. h4 Rb5 33. h5 h6 34. Rdd1 f6 35. e6+ Kc7 36. Rb1 Reb8 37. Rb4 Ra8 38.Reb1 Rab8 39. Ke3 Kb6 40. Rd1 Rxb4 41. Bxb4 Kc7 42. Re1 Kd8 43. Bf8 Rb7 44. e7+Ke8 45. Re2 Rb1 46. Bxg7 Kxe7 47. Kf2+ Kf7 48. Bxh6 a3 49. Bf4 Rd1 50. Bd6 Rd351. Re7+ Kg8 52. h6 Rh3 53. Rg7+ Kh8 54. Rg6 Rxc3 55. Be7 Kh7 56. Bxf6 Rc2+ 57.Kg3 [Event "Schach-Olympiade Tromsö 2014"][Site "MyTown"][Date "4.8.2014"][Round "3"][White "Magnus Carlsen 2877"][Black "Nikola Djukic 2521"][Result "1-0"][PlyCount "89"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. e4 d5 2. exd5 Qxd5 3. Nc3 Qd8 4. d4 Nf6 5.Nf3 Bg4 6. h3 Bxf3 7. Qxf3 c6 8. Qd3 e6 9. g3 Nbd7 10. Bg2 Bd6 11. O-O O-O 12.a3 Qc7 13. Rd1 Rad8 14. b3 Rfe8 15. Bb2 a6 16. Ne2 e5 17. c4 exd4 18. Nxd4 Be519. Qc2 c5 20. Nf3 Bxb2 21. Qxb2 Nf8 22. Nh4 Ng6 23. Nf5 Ne7 24. Ne3 b6 25. b4Nc6 26. Rxd8 Rxd8 27. Rb1 cxb4 28. axb4 Ne5 29. Qc3 Rd3 30. Qa1 h5 31. Qxa6 h432. g4 Rd2 33. c5 bxc5 34. b5 Ned7 35. b6 Qf4 36. Qa8+ Kh7 37. Qf3 Qxf3 38.Bxf3 Rd4 39. b7 Rb4 40. Rd1 Ne5 41. Bg2 Nfd7 42. Nc2 Rf4 43. Rd5 f6 44. Rxc5Nb8 45. Rc8 * [Event "Schach-Olympiade 2014"][Site "MyTown"][Date "4.8.2014"][Round "3"][White "Jones Gawain 2665"][Black "Georg Meier 2646"][Result "0-1"][PlyCount "136"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. d4 Nf6 2. Bg5 d5 3. e3 e6 4. Nd2 c5 5. c3Bd6 6. Ngf3 h6 7. Bh4 Nbd7 8. Bd3 O-O 9. O-O b6 10. e4 cxd4 11. Bxf6 Qxf6 12.cxd4 dxe4 13. Bxe4 Rb8 14. Nc4 Qe7 15. Nxd6 Qxd6 16. Rc1 Bb7 17. Bxb7 Rxb7 18.Qc2 Nf6 19. Qc6 Qe7 20. Qb5 Rc7 21. Qa6 Qd7 22. Rxc7 Qxc7 23. a3 Rc8 24. h3 Qb825. Qe2 Qf4 26. Re1 Nd5 27. Qb5 Qc7 28. Qa6 Qb8 29. Qe2 Rc7 30. Ne5 Qb7 31. Qe4Qc8 32. Qf3 Qd8 33. g3 Nf6 34. Rd1 Qd5 35. Qxd5 Nxd5 36. Rd2 f6 37. Ng4 Kf7 38.Ne3 Nxe3 39. fxe3 Rc1+ 40. Kf2 h5 41. h4 Ke7 42. e4 Kd6 43. Kf3 g6 44. Kf4 Rf1+45. Ke3 f5 46. e5+ Kd5 47. Rc2 Re1+ 48. Kf4 Re4+ 49. Kg5 Rg4+ 50. Kf6 f4 51.gxf4 Rxf4+ 52. Kxg6 Rxh4 53. Rc7 Rxd4 54. Rxa7 h4 55. Kf6 Rf4+ 56. Kg5 Kxe5 57.Rh7 Ke4 58. Rh6 e5 59. Re6 Kf3 60. Rxe5 h3 61. Rb5 Kg3 62. Rb3+ Rf3 63. Rxb6 h264. Rh6 Kg2 65. Kg4 Rb3 66. Kf4 h1=Q 67. Rxh1 Kxh1 68. Ke5 Rxb2 *
Beitrag von Kiffing
Heute stehen die Spitzenpaarungen Frankreich gegen Aserbaidschan und Rußland gegen China auf dem Programm. Die deutschen Herren müssen gegen Usbekistan ran, während die deutschen Damen nach ihren drei Siegen es mit dem Titelverteidiger Rußland zu tun bekommen. Während in diesem Spiel die Rollen klar verteilt sind, dürfte das deutsche Herrenteam gegen Usbekistan in der Favoritenrolle sein. Usbekistan hat mit Ex-FIDE-Weltmeister Rustam Kasimjanov (2700) einen Spieler von Weltformat. Aber dahinter fällt das Niveau der übrigen Teilnehmer fast ebenso jäh wie bei Norwegen oder Italien ab. Die Deutschen müssen also ab Brett 2 Siege herausspielen. Dort warten mit Anton Filippov (2615), Marat Dzhumaev (2510), Jahongir Vakhidov (2471) und Ulugbek Tillyaev (2367) schlagbare Gegner. Gespielt wird wie immer seit 14:00. :)
Beitrag von Kiffing
Deutschland schlug Norwegen in der heutigen 7. Runde bei Olympia mit 2,5-1,5 nach drei Remisen zwischen Daniel Fridman und Simen Agdestein, Dieter-Liviu Nisipeanu und Jon Ludvig Hammer sowie David Baramidze und Kjetil Aleksander Lie. In solchen Situationen vertraut Norwegen auf seinen Superstar, den unangefochtenen Weltmeister Magnus Carlsen, der es am Spitzenbrett mit der deutschen Nummer eins Arkadij Naiditsch zu tun bekam und die weißen Steine führte.Carlsen servierte gegen Naiditsch 1. d4, wo nun ein Nimzoinder auf dem Brett entstand und den Naiditsch mit den Vorstößen 4. ...c5 und 7. ...d5 offensiv anlegte. Überhaupt machte die Spielweise von Naiditsch einen attraktiven Eindruck, der über den Damenflügel das Spiel suchte und nach 12. ...La6 über wichtige Diagonalen Druck machte. Im 15. Zug vertrieb der norwegische Weltmeister den Läufer deshalb mit 15. b4, was allerdings nicht ohne einen gewissen Preis durchgesetzt werden konnte. Natürlich bildete der Bb4 nun eine Angriffsmarke für Naiditsch, um auf dem Damenflügel weitere Linien zu öffnen. Nach 17. ...c5 18. Sxc5 erwarteten deshalb wohl die Meisten das lakonische 18. ...Lxc5 19. bxc5 Dxc5, womit Naiditsch zwar das Läuferpaar abgibt, dafür aber mit den offenen Linien an „seinem“ Damenflügel gutes Spiel behält. Doch Naiditsch war gegen den Weltmeister unternehmungslustig gestimmt, was durchaus keine schlechte Taktik gegen den vielleicht stärksten Spieler der Schachgeschichte ist. Ein eher vorsichtiges Spiel mit Klammereffekten hat Magnus Carlsen mit seiner nur von Caruana halbwegs verstandenen Knettechnik in der Vergangenheit sehr oft erfolgreich abstrafen können. Naiditsch parierte den Zug mit 18. ...Lf6, und zwar nicht, um die Qualität abzugrasen, denn nach 19. Da2 Lxa1? 20. Dxa1 sind die weißen Diagonalfiguren zu mächtig, und nach Lb2 kann der weiße Königsangriff aufgrund der nun unglücklich stehenden schwarzen Figuren und der Tatsache, daß Schwarz seine Königsstellung mit 13. ...h6 bereits geschwächt hatte, kaum noch schadlos abgewendet werden. Die Idee hinter 18. ...Lf6 war vielmehr ein tückisches, wenngleich auch möglicherweise nicht „korrektes“ Bauernopfer, durch das Schwarz trotz Damentauschs aktives Spiel bekam. Carlsen kam mit dem Druck immer schlechter zurecht. Nach diversen Abwicklungen ins Endspiel konnte Carlsen zwar seinen Mehrbauern behaupten. Naiditsch aber besaß auf d5 einen „ewigen“, vom Turm unterstützten Freibauern, und auch sein Sf3 war unvertreibbar. Trotzdem war an dieser Stelle an einer Niederlage von Carlsen nicht zu denken. Hier dürften die meisten Kiebitze ein Remis erwartet haben, oder daß der geniale Magnus noch Wege findet, seinen Mehrbauern zu verwerten. Genau das strebte Magnus Carlsen trotz passiver Stellung an. Genies lieben es nicht, sich zu verteidigen. Aber genau damit spielte er Deutschlands Spitzenbrett in die Hände. Durch eine forsche Aktion mit 38. e6?! fxe6 39. Tc7 Txc7 40. Txc7 gab der Norweger seinen Mehrbauern ab. Carlsen hatte dabei eine komplizierte Transformation seines materiellen Vorteils im Sinn. Er beabsichtigte wohl das Opfer seiner Majorität am Damenflügel, um dafür den Bd3 zu erobern. In diesem Stellungsbild spekulierte Carlsen darauf, daß sein Läufer den Ba5 unter seiner Kontrolle behält, und daß sein nun aktivierter König das Rennen macht. Doch es kam anders für den Norweger. Naiditsch konnte seine zersplitterten Bauern am Königsflügel geschickt verteidigen und besaß dafür den aktiven Springer, dem ein ernsthafter Widerpart fehlte, weil der weiße Läufer, gebunden an den a-Freibauern, zur völligen Passivität verurteilt war. Mit diesen Vorteilen im Rücken gelang es Naiditsch, den Weltranglistenersten weiter auszumanövrieren und auch noch den zweiten Bauern zu erobern. Gegen die beiden schwarzen Freibauern waren die weißen Figuren überlastet. Eine Umwandlung war nicht mehr zu verhindern.Mit diesem Sieg gelang es Naiditsch, ein großes Ausrufezeichen zu setzen. Er hat seine Reputation wieder erhöht und der Schachwelt ein mögliches Rezept gegen den Norweger gezeigt. Grob gesagt könnte es gegen Carlsen helfen, komplizierte, druckvolle und unübersichtliche Strukturen anzustreben und dem einfachen, technischen Spiel auszuweichen. Natürlich gehören zum Schlagen des Norwegers noch weitaus feinere Methoden. Aber eine erste Tendenz könnte das sein. Deutschland ist nach dem Sieg gegen Norwegen wieder im Aufwind. Morgen kommt es zu einem reizvollen Duell gegen Kuba. Für beide Mannschaften ist das Ziel nun Tuchfühlung zur Spitze. [Event "Schach-Olympiade Tromsö 2014"][Site "MyTown"][Date "9.8.2014"][Round "7"][White "Magnus Carlsen"][Black "Arkadij Naiditsch"][Result "0-1"][PlyCount "124"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 4. Nf3 c5 5. g3O-O 6. Bg2 cxd4 7. Nxd4 d5 8. cxd5 Nxd5 9. Qb3 Nc6 10. Nxc6 bxc6 11. O-O Qa512. Ne4 Ba6 13. Qc2 h6 14. a3 Be7 15. b4 Qb5 16. Re1 Qc4 17. Qb2 c5 18. Nxc5Bf6 19. Qa2 Rac8 20. e4 Nc3 21. Qxc4 Bxc4 22. e5 Be7 23. Bd2 Ne2+ 24. Kh1 Nd425. Rac1 Bd5 26. Bxd5 exd5 27. Nd7 Rxc1 28. Rxc1 Rd8 29. Nc5 Bxc5 30. Rxc5 Nf331. Bc3 g5 32. h3 h5 33. Kg2 g4 34. b5 Rd7 35. Rc8+ Kh7 36. Ba5 d4 37. hxg4hxg4 38. e6 fxe6 39. Rc7 Rxc7 40. Bxc7 d3 41. Kf1 Nd4 42. Ke1 Nxb5 43. Bb8 Nxa344. Kd2 a5 45. Kxd3 Kg6 46. Ke4 a4 47. Be5 Nc4 48. Bc3 a3 49. Kf4 Kh5 50. f3e5+ 51. Ke4 Nd6+ 52. Ke3 Kg5 53. fxg4 e4 54. Kd2 Nb5 55. Be5 Kxg4 56. Ke3 Kf557. Ba1 Nd6 58. Kd2 Kg4 59. Ke3 a2 60. Bc3 Kxg3 61. Ba1 Kg4 62. Kd2 Kf3 *
Beitrag von Kiffing
Ein historischer Sieg, entsprechend gewürdigt von der DSB-Seite, mit Live-Videoausschnitten und einer Video-Analyse von GM Niclas Huschenbeth, dem damals 18jährigen Überraschungssieger der DEM 2010: [url]http://www.schachbund.de/olympiade-2014/articles/arkadij-naiditsch-besiegt-weltmeister-magnus-carlsen.html[/url]
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=Kiffing;22815]...Überhaupt machte die Spielweise von Naiditsch einen attraktiven Eindruck, der über den Damenflügel das Spiel suchte und nach 12. ...La6 über wichtige Diagonalen Druck machte...[/QUOTE]Das Eröffnungsduell hat Naiditsch verloren, wie sich zeigte, als er vom Quallengewinn 19. ... La1 Abstand nehmen mußte.Ich habe das zwar nicht ganz verstanden - dafür braucht es mehr Zeit, aber irgendwie dürfte "Naiditschkys" Dc4 Probleme bekommen, wenn Weiß nach e2-e4 mit angriff auf den Sd5 nebenher noch Lf1 droht.Interessant war die Verteidigungsidee desDeutschen mit 25. ... Ld5. Das führt doch zu einem isolierten Bauern und einer weiteren Schwäche neben dem Minusbauern, oder?! Naiditsch dürfte hier aber bereits erkannt haben, daß gerade dieser schwächlich wirkende bauer ihm als Freibauer gewisse Gegenchancen einräumt.Carlsen hat die gewissen Schwächen seiner Stellung unterschätzt und war plötzlich in der ungewohnten Rolle, selbst eine hartnäckige und gute Verteidigung finden zu müssen. Daran ist er gescheitert, obwohl die Analysten sehr wahrscheinlich bessere Wege finden werden.Nachdem Naiditsch bei der letzten Olympiade im für "Schland" schicksalshaften Kampf gegen Armenien (der spätere Olympiasieger) den 2800er Aronjan mit Schwarz fast schon überspielt hatte, um dann letztlich hauchdünn zu unterliegen, lief es heute anders herum und der Skalp des Elo-Riesen Carlsen ist noch einen Tick blonder als der des Hexers aus Armenien.
Beitrag von Kiffing
@zugzwang: bist Du Dir sicher, Naiditsch hat nicht auf Bauernopfer gespielt, sondern hatte ursprünglich an einen Qualitätsgewinn gedacht, bis er dann erkannte, daß der Qualitätsgewinn aufgrund mehrerer positioneller Faktoren scheiterte? Für mich sieht die Stellung nach 20. ...Sc3 so aus, daß Schwarz über reichlich Gegenspiel verfügt, und daß die Stellung so kompliziert ist, daß sie eigentlich nicht in Carlsens Beuteschema paßt, weswegen die Wahl nicht nur Naiditschs persönlichem Stil entspricht, sondern auch psychologisch gegen den Gegnertyp gerichtet sein könnte.Edit: Deutschland - Kuba 2:2 nach vier Remisen.
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=Kiffing;22822]@zugzwang: bist Du Dir sicher, Naiditsch hat nicht auf Bauernopfer gespielt, sondern hatte ursprünglich an einen Qualitätsgewinn gedacht, bis er dann erkannte, daß der Qualitätsgewinn aufgrund mehrerer positioneller Faktoren scheiterte? Für mich sieht die Stellung nach 20. ...Sc3 so aus, daß Schwarz über reichlich Gegenspiel verfügt, und daß die Stellung so kompliziert ist, daß sie eigentlich nicht in Carlsens Beuteschema paßt, weswegen die Wahl nicht nur Naiditschs persönlichem Stil entspricht, sondern auch psychologisch gegen den Gegnertyp gerichtet sein könnte...[/QUOTE]Nein, bin mir nicht sicher:lol:!Anders als Naiditsch und inbesondere Carlsen bei ihren Schachpartien brauche ich aber eine ganze Portion Glück dafür, daß meine schachbezogenen Kommentare halbwegs hinhauen.:rolleyes::lach:Wenn Naiditschky die Qualle nicht nehmen kann und vorher einen Bauern für die Möglichkeit investierte, dann dürfte bei ihm etwas schiefgelaufen sein. Und so weit entfernt war die Eröffnung nicht. Die eigentliche Kampfansage kam von Carlsen in der Eröffnung mit 3. Sc3 und der Einladung zu Nimzo (NID).Carlsen hat wie die ganze Weltspitze große Erfahrung (als Zebra) mit QID, zeigt aber mit der NID-Offerte: Hey, ich gebe Dir die Chance für eine schärfere Gangart (und glaube Dich damit genauso auszuspielen, wie in der Berliner Mauer oder QID-QG-Situationen).Carlsen konnte in der Vorbereitung vermutlich besser einschätzen, was kommt als der von 3.Sc3 vllt. ein klein wenig überraschte Deutsche. Carlsen ist die Variante aus Schwarzsicht aus der WM-Vorbereitung vertraut, weil er mit diesen System bei Weiß-aufschlag von Vishy rechnen mußte. Überrascht aus Naiditschkys sicht heißt, daß er in der Vorbereitung auf diese Partie gegen Carlsen weniger NID als etwas anderes auf dem Monitorgehabt haben dürfte.Ist jetzt meine Spekulation, mal sehen, was später zu aus den Spielerkreisen durchsickert.
Beitrag von Kiffing
Ich weiß nicht, ob man soviel in die ersten drei Züge hineininterpretieren und gar von Überraschung sprechen sollte. Die ersten drei Züge sind absoluter Standard und dürften beiden Schachspielern sehr vertraut sein. Nimzoindisch ist alles andere als eine Eröffnung für Exoten. :rolleyes:Nach 20 Zügen sieht die Engine zugegebenermaßen Carlsen leicht in Vorteil. Dafür aber hat Naiditsch aktives Spiel, was eben für ein gewolltes Bauernopfer spricht, auch eingedenk der spielerischen Vorlieben beider Meister. Insofern gebe ich Dir Recht damit, daß Carlsen danach mehrmals bessere Möglichkeiten ausgelassen hatte. In die Richtung geht ja auch die Analyse von Niclas Huschenbeth, der sich aber m. E. zu sehr auf die vermeintlichen oder tatsächlichen Fehler Naiditschs in der Anfangsphase versteift, da eben wie auch bei Deinem Kommentar nicht berücksichtigt wird, daß Naiditsch danach sein Spiel entfalten konnte.Ein wenig erinnert mich die m. E. übertriebene Kritik an Naiditschs Eröffnungsbehandlung an die bis St. Petersburg 1914 ständige Kritik Tarraschs an Laskers Spiel, der viel von Glück sprach und gerne aufzeigte, wie der Gegner in den kritischen Momenten hätte besser spielen können, was bei Laskers Gegnern aber konsequent ausblieb. Daß Naiditsch aber nach der Eröffnungsbehandlung Carlsen so hartnäckig überspielen konnte, gerät in dieser Betrachtung zu sehr in den Hintergrund. Und es wird übersehen, daß es die logische Konsequenz der Spielbehandlung Naiditschs gewesen sein könnte.Damit man mich nicht mißversteht. Ich bin selbst fernab jeder unwissenschaftlichen Betrachtungsweise auf die Partien großer Meister, und natürlich müssen auch konkrete Züge einer ernsthaften Analyse unterzogen werden, die Fehler trotz heutiger Engineunterstützung niemals ausschließen kann, sondern oft genug mehr Interpretation denn Wahrheit ist. Analysen bilden aber dessen ungeachtet stets Bausteine für eben diese Suche nach Wahrheit. Sowjetische Schachspieler würden hier von einem dialektischen Prozeß sprechen.In der konkreten Partie hatten weder Naiditsch noch Carlsen grobe Fehler produziert, die auch auf diesem Level gelegentlich passieren. Hätte Naiditsch grob gepatzt und Carlsen hätte das nicht bestraft, könnte man durchaus und mit voller Berechtigung von Glück sprechen. Hier aber lieferte Naiditsch nach seinem Bauernopfer Carlsen einen großen Kampf, und das sogar erfolgreich, d. h. mit einem siegreichen Ende. Das spricht für mich gegen die Annahme, für Naiditsch sei nach dem Bauernopfer etwas „schiefgelaufen“. Natürlich bin auch ich mir in dieser Frage nicht sicher. Ich denke aber durchaus, daß es spannend ist, ob Naiditsch ursprünglich an einen Qualitätsgewinn glaubte und dann, als er erkannte, daß dieses nicht funktioniert, ungewollt mit einem Bauern weniger da stand, oder ob er von vornherein diesen Bauern für Gegenspiel geopfert hatte, das ja danach fraglos nicht ausblieb. Vielleicht sollte man den Hauptakteur persönlich mal fragen. :lach: Aber auch ich bin gespannt, was da aus "Spielerkreisen durchsickert".
Beitrag von zugzwang
@ kiffing: Kannst ja mal nachschauen, wann Carlsen zuletzt NID angeboten hat.Gegen den QID-Experten Karjakin wohl noch nie. Gegen Naiditschky hat er 2007 2x einen Dc2-NID gespielt.Ich bin mir sicher, daß Carlsen für diese Partie ganz konkret bestens auf NID und die aufs Brett gekommene Variante vorbereitet war. Und zusätzlich konnte er auf die WM-Vorbereitungen für dieses System zurückgreifen.Naiditschky mußte für die konkrete Partievorbereitung viel mehr abdecken: c4, d4, e4.Carlsen konnte dagegen mit größerer Sicherheit NID erwarten. Unwahrscheinlich, daß Naiditschky ausgerechnet gegen ihn mit KID oder Benoni aufwartet, mit denen N. auch schon früher nicht so gute Erfahrungen gesammelt hat.Naiditsch hat mit diesem Handicap die Eröffnung und das Mittelspiel klar verloren (auf dem Niveau dieser Spieler) und eine Stellung erhalten, die er bestimmt nicht anstrebt, während sie dem Gegner nicht nur liegt, sondern er schon konkreten Bauernvorteil hat,um den eigentlich erst noch 20 weitere züge mühsam gerungen wird - sonst!Warum det Dingens dann anders endete, hängt mit anderen Faktoren zusammen als mit Naidischkys Eröffnungswahl und irgendwelchen aktiven Operationenaus dieser Eröffnung heraus.
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=zugzwang]Naiditsch hat mit diesem Handicap die Eröffnung und das Mittelspiel klar verloren (auf dem Niveau dieser Spieler) und eine Stellung erhalten, die er bestimmt nicht anstrebt, während sie dem Gegner nicht nur liegt, sondern er schon konkreten Bauernvorteil hat,um den eigentlich erst noch 20 weitere züge mühsam gerungen wird - sonst! [/QUOTE]Dieses Urteil erscheint mir nach wie vor zu einseitig, da die Partie so dargestellt wird, als hätte in der Eröffnung und im Mittelspiel nur Carlsen gespielt und nicht Naiditsch. Einen solchen Charakter hat die Partie nicht gehabt. Es ist richtig, daß Carlsen einen Bauern gewonnen hat. Die Frage steht nach wie vor im Raum, ob Opfer oder Einsteller. In einer leider etwas flachen [URL="http://www.schachbund.de/news/stolz-auf-arkadij.html"]Analyse[/URL] verweist Jonathan Carlstedt darauf, daß 18. ...bxc5 19. bxc5 Dxc5 „eine Möglichkeit“ gewesen wäre, die allerdings Schwarz dazu zwingt, „mit dem Nachteil zurecht[zu]kommen, gegen das Läuferpaar zu spielen“. Diese Einschätzung spricht aufgrund dieser wenig attraktiven Alternative, die auch dem Spieltyp Naiditschs nicht entgegengekommen wäre, für ein gezieltes Bauernopfer und nicht für einen Einsteller.Doch hatte auch Arkadij Naiditsch seine Trümpfe. Seine aktiven, weit vorgerückten Leichtfiguren wirkten auf Carlsen störend und hinderten den Norweger daran, sein Spiel aufzuziehen, die Einpflanzung des Springers auf f3 hatte Carlsen, nach Carlstedt, wohl „unterschätzt“, und die starke Idee mit 25. ...Ld5, was mehr oder weniger den Läufertausch erzwingt und Schwarz einen tückischen Freibauern beschert, war Dir ja auch positiv aufgefallen. Insgesamt besaß Arkadij Naiditsch in diesen unübersichtlichen Strukturen starkes Druckpotential und verfügte über viele Ideen, die einem solch kreativen Angriffskünstler, wie er einer ist, in die Hände spielt. Er war in seinem Element, und genau das half ihm dabei, den Norweger allmählich niederzuringen.Daß Magnus Carlsen nach der Eröffnung Vorteile hatte, ist offensichtlich, trifft aber aufgrund des scharfen schwarzen Gegenspiels nicht in der von Dir geäußerten Radikalität zu, da hier Menschen spielen und keine Computer, die in ihren Stellungseinschätzungen ohnehin immer noch zu materialistisch denken. Carlstedt erwähnt in seiner Analyse nach dem 28. Zug, der Schlüssel für den Gewinn Naiditschs könnte der gewesen sein, daß Carlsen zwar „seinen Vorteil gehalten“ habe, „es aber nicht geschafft“ habe, „diesen in eine Gewinnstellung zu verwerten. Arkadij verteidigt sich gut und das bereitet Carlsen offensichtlich Probleme“. Ich würde hier von einer mustergültig vorgetragenen aktiven Verteidigung sprechen, die dem Angreifer schon alleine psychologisch nicht behagt, vor allem nicht in der von Schwarz gezeigten Hartnäckigkeit.Selbst nach dem richtigen 29. Tc7 behält Schwarz wegen seines d-Freibauern und dem Umstand, daß er nach 29. ...a6 30. Sc5 Lxc5 31. bxc5 Sf3 32. Lc1 g5 seinen Springer ebenfalls auf f3 einpflanzen kann, Gegenspiel und steht kaum schlechter als nach 29. Sc5.
Beitrag von Kiffing
Heute wird ein spannender Tag. Das bislang ungeschlagene deutsche Herrenteam bekommt es gegen die USA mit Hikaru Nakamura (2787), Gata Kamsky (2706), Alexander Onischuk (2659), Varuzhan Akobian (2653) und Samuel L. Shankland (2624) zu tun. Die bislang so überzeugenden deutschen Damen, die in der Tabelle noch höher stehen als die deutschen Herren, haben mit Ungarn eine schwere, aber lösbare Aufgabe vor sich. Die Stärke der deutschen Damen ist, daß jede im Team über sich hinauswachsen kann und jederzeit für einen vollen Punkt gut ist. Das sollte auch gegen Ungarn geschehen, um sich weit nach vorne zu spielen.Und noch etwas, es wird heute der neue FIDE-Präsident gewählt!
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=Kiffing;22830]... Diese Einschätzung spricht aufgrund dieser wenig attraktiven Alternative, die auch dem Spieltyp Naiditschs nicht entgegengekommen wäre, für ein gezieltes Bauernopfer und nicht für einen Einsteller.Doch hatte auch Arkadij Naiditsch seine Trümpfe. Seine aktiven, weit vorgerückten Leichtfiguren wirkten auf Carlsen störend und hinderten den Norweger daran, sein Spiel aufzuziehen, die Einpflanzung des Springers auf f3 hatte Carlsen, nach Carlstedt, wohl „unterschätzt“, und die starke Idee mit 25. ...Ld5, was mehr oder weniger den Läufertausch erzwingt und Schwarz einen tückischen Freibauern beschert, war Dir ja auch positiv aufgefallen. Insgesamt besaß Arkadij Naiditsch in diesen unübersichtlichen Strukturen starkes Druckpotential und verfügte über viele Ideen, die einem solch kreativen Angriffskünstler, wie er einer ist, in die Hände spielt. Er war in seinem Element, und genau das half ihm dabei, den Norweger allmählich niederzuringen.Daß Magnus Carlsen nach der Eröffnung Vorteile hatte, ist offensichtlich, trifft aber aufgrund des scharfen schwarzen Gegenspiels nicht in der von Dir geäußerten Radikalität zu, da hier Menschen spielen und keine Computer, die in ihren Stellungseinschätzungen ohnehin immer noch zu materialistisch denken. Carlstedt erwähnt in seiner Analyse nach dem 28. Zug, der Schlüssel für den Gewinn Naiditschs könnte der gewesen sein, daß Carlsen zwar „seinen Vorteil gehalten“ habe, „es aber nicht geschafft“ habe, „diesen in eine Gewinnstellung zu verwerten. Arkadij verteidigt sich gut und das bereitet Carlsen offensichtlich Probleme“. Ich würde hier von einer mustergültig vorgetragenen aktiven Verteidigung sprechen, die dem Angreifer schon alleine psychologisch nicht behagt, vor allem nicht in der von Schwarz gezeigten Hartnäckigkeit.Selbst nach dem richtigen 29. Tc7 behält Schwarz wegen seines d-Freibauern und dem Umstand, daß er nach 29. ...a6 30. Sc5 Lxc5 31. bxc5 Sf3 32. Lc1 g5 seinen Springer ebenfalls auf f3 einpflanzen kann, Gegenspiel und steht kaum schlechter als nach 29. Sc5.[/QUOTE]Halten wir das mal fest und warten auf Äußerungen aus insidernahen Kreisen.Ich denke, die Partie und einige Umstände werden auch bei "Ratsch" (& Poldi) angesprochen werden. Vllt. meldet sich ja auch der deutsche Eröffnungstrainer und gibt kleine Einblicke, wie der NID im Team und insbesondere beim Spitzenbrett vorbereitet wurde.den Partieverlauf sehe ich anders, gebe aber zu, noch keine kommentierenden Fremdmeinungen eingesehen zu haben und mich auch noch nicht selbst damit beschäftigt zu haben, wie forciert die Einpflanzung des Sf3 unter Aufrechterhaltung von drohungen war.Persönlich glaube ich, daß Naiditschky schon bessere Bauernopfer gespielt hat und entweder eine Fehlkalkulation/-einschätzung oder ein letzter Tacklingversuch vorlag.Bin gespannt, ob und ab wann Naiditschky sagt, daß die Stellung so recht nach seinem Geschmack war.[QUOTE=Kiffing;22836]...Die bislang so überzeugenden deutschen Damen, die in der Tabelle noch höher stehen als die deutschen Herren, haben mit Ungarn eine schwere, aber lösbare Aufgabe vor sich. Die Stärke der deutschen Damen ist, daß jede im Team über sich hinauswachsen kann und jederzeit für einen vollen Punkt gut ist. Das sollte auch gegen Ungarn geschehen, um sich weit nach vorne zu spielen....[/B][/QUOTE]Mich haben die Damen spielerisch ganz und gar nicht überzeugt - siehe Partien.Schleining stand gegen nominell nicht so überwältigende Gegnerschaft in der 1. Halbzeit teilweise gar nicht auf dem Platz bzw. an der Seitenlinie.Melamed verwaltete auch einige unangenehme Stellungen. Dies warauch schon bei früheren Teamkämpfen so, nur hatsiedise stellungen gegen nominell stärke Gegnerinnen zäh verteidigt.Ob dies mit umgekehrten Spielstärkeverhältnissen auch ein erfolg ist, schwierige Stellungen zu erhalten.Bei Ohme setzen sich imo die Unsicherheiten der letzten Zeit fort. Beim Bremer Meisterturnier muß sie besser gespielt haben als zuletzt, ansonsten wäre die Fast-IM-Norm dort nicht möglich gewesen. In Tromsö sind einige Wackler drin und gegen Girya machte die Russin für meine Begriffe kreativ das Spiel und überzog die Stellung. Trotzdem die beste Leistung von Ohme.Sarah hollt hat einige Gegnerinnen dabei, die ihr nominell deutlich nach Elo unterlegen sind und das hat sie auch in der Summe deutlich gemacht. Gegen Pogonina ein Achtungsremis, das aberauch durch den Mannschaftsstand begünstigt schien. Pogonina mußte nicht mehr Ernst machen, was Sarah mit Wenigerqualle noch Kopfzerbrechen bedeuten könnte.Bei Elli Pähtz ist mir die weiterhin vorhandene Unsicherheit in eher technischen Stellungsbehandlungen aufgefallen. Mit Stellungsvorteil/materialvorteil gelingt es ihr nicht voll, den Gegnerinnen noch echte Aufgaben zu stellen. Magsein, daß ihre Verantwortung als Spitzenbrett sich hier auch etwas niederschlägt und ganz ehrlich, was mich bei den Partieverläufen ihrer Mitspielerinnen beunruhigt, dürfte auch für Elli, wenn sie es mitbekommt, nicht zu Adrenalinabbau führen.Nichtsdestotrotz: Der Punktestand und die Platzierungist aktuell okay.Das war es auch bei der letzten Olympiade - damals aber mit dem Highlight gegen Georgien.So etwas fehlt hier bisher und ich denke, man kann beide turniere dann letztlich mit der individuellen Elo-Leistung ganz gut vergleichen.
Beitrag von Kiffing
Das deutsche Herren-Team kam auch mit dem Setzlistensechsten, den USA, gut zurecht und trennte sich von den Nordamerikanern mit 2:2. Der auch in Tromsö grandios auftrumpfende Georg Meier konnte dabei gegen Gata Kamsky einen weiteren glanzvollen Sieg einfahren. Meier hatte sich mit dem kraftvollen 10. Sc5 für eine offensive Partieanlage entschieden und behauptete die ganze Partie über Druck auf den FIDE-WM-Finalisten von Elista 1996. Zweifellos profitierte er im letzten Zug von einem schrecklichen Blunder Kamskys, der ihm allerdings die Möglichkeit gab für ein schmuckes Ende Marke sehenswert. Arkadij Naiditsch bekam nach Magnus Carlsen, Leinier Dominguez Perez und nun Hikaru Nakamura am Spitzenbrett den dritten Weltklassegegner in Folge vorgesetzt und löste auch diese Aufgabe mit Bravour. Er spielte ebenso Remis wie Nisipeanu gegen Shankland. Leider verlor Daniel Fridman gegen Varuzhan Akobjan, was neben dem wertvollen Punktgewinn gegen die USA einen Blick auf die Achillesverse im deutschen Team liefert. Georg Meier ist in der Form seines Lebens, Arkadij Naiditsch übertrumpft sich selbst, und der Fast-Super-GM Nisipeanu hält seine Form. Dahinter fallen aber sowohl Fridman als auch Baramidze vom Rest des Teams spürbar ab, was, wie auch heute, für Punktverluste sorgen kann, gerade gegen Topteams. Morgen bekommt Deutschland mit Indien (ohne Vishy Anand) eine lösbare Aufgabe. Das deutsche Damenteam indes kann auch in der oberen Region punkten. Heute gab es einen wichtigen Sieg gegen Ungarn nach Siegen von Pähtz und Hoolt und einem Remis von Melamed (das auf Chessdom fälschlicherweise als Sieg eingetragen ist). Die Damen, die sich mit diesem hart umkämpften Sieg auf Platz 5 hieven konnten, spielen nun gegen Rumänien und mischen im Titelkampf mit. Wer hätte das vor der Schach-Olympiade gedacht?[Event "Schach-Olympiade Tromsö 2014"][Site "MyTown"][Date "11.8.2014"][Round "9"][White "Georg Meier"][Black "Gata Kamsky"][Result "1-0"][PlyCount "55"][TimeControl "1200"]{767MB, Fritz8.ctg, MYCOMPUTER} 1. d4 d5 2. c4 c6 3. Nf3 Nf6 4. e3 g6 5. Nc3Bg7 6. Be2 O-O 7. O-O Qb6 8. Ne5 Be6 9. Na4 Qc7 10. Nc5 Bf5 11. cxd5 cxd5 12.Bd2 Ne4 13. Nxe4 Bxe4 14. Rc1 Qb6 15. Bc3 Bf5 16. Qa4 a5 17. Bb5 Rd8 18. Rfd1f6 19. Nd3 Bd7 20. Bxd7 Nxd7 21. Be1 e5 22. dxe5 fxe5 23. b4 axb4 24. Qb3 Qb525. Bxb4 Kh8 26. Rc7 Rac8 27. Rdc1 Nb6 28. Bf8 *
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=Kiffing;22840]... Das deutsche Damenteam indes kann auch in der oberen Region punkten. Heute gab es einen wichtigen Sieg gegen Ungarn nach Siegen von Pähtz und Hoolt und einem Remis von Melamed (das auf Chessdom fälschlicherweise als Sieg eingetragen ist). Die Damen, die sich mit diesem hart umkämpften Sieg auf Platz 5 hieven konnten, spielen nun gegen Rumänien und mischen im Titelkampf mit. Wer hätte das vor der Schach-Olympiade gedacht?...[/QUOTE]Bei 4 bzw. 2 MP sowie riesigem Zweitwertungsrückstand auf Russland und China ist diese Aussage freundlich übertrieben. Wahrscheinlich ging es schon theoretisch nicht mehr den Zweitwertungsrückstand gegenüber Russland aufzuholen.Die Berechnung überlasse ich aber Mathe- bzw. Statistikfreaks.Das deutsche Damenteam, auf den imo Kiffings Beschreibung des Herrenteams ähnlich zutrifft, wenn man mal von "sich selbst übertreffen" und in der Form seines/ihres Lebens absieht (hiervon habe ich weder im Open- noch im Damenteam etwas gesehen und Ergebnissen oder Zügen auf dem Brett), lieferte heute aber seine bisher stärkste Leistung ab und wird die Partie gegen Rumänien trotz eines frühen, herben Rückschlags in der Partie von Sarah Hoolt gewinnen.Damit spielt das Team um die Bronzemedaille und darf vielleicht den Schlußrundenpartner für China oder die Ukraine, die um jeden Wertungspunkt kämpfen müssen, geben.Jeder halbe Punkt gegen eines dieser Teams wäre ein Erfolg. Gegen Russland wurden im Frühstadium des Turniers immerhin 1,5 geholt, auch wenn die Niederlage letztlich "ungefährdet" war.Die deutschen Herren werden heute leider die Unbesiegbarkeit verlieren, was unabhängig von der Endplatzierung ein Bonbon gewesen wäre. Nicht ganz unerwartet, aber letztlich doch überraschend wird das Schachboomland Indien (ohne 2) zum Stolperstein. Ich hätte glatt auf 2:2 gesetzt und mich über einen Sieg sehr gefreut.Das Team ist und bleibt im Erwartungshorizont, bei einzelnen Spielern gibt es Zu- bzw. Abschläge. Schade für Nisi, daß er heute zum ersten Mal für Deutschland verliert. Er ist die erhoffte Verstärkung und sein Einsatz im unteren Päarchen war ein taktischer Schachzug, der diesmal noch nicht voll aufging.Dafür waren D+D letztlich nicht solide bzw. durchschlagskräftig genug, wie man es von ihnen bei sehr guter Form hätte sehen können.Daniel Fridman war der beste Deutsche bei der letzten Oly und hat er erst mit einer Schlußrundenniederlagen die Goldmedaille an seinem Brett gegen die immer noch gute Bronzemedaille eingetauscht. Leider ist seine Formkurve danach abgesackt und es wird nicht leicht für ihn, das frühere Niveau wieder zu erreichen.Ich denke, er muß noch härter bei den Schachtischtennisturnieren in Bewegung und zum Schwitzen gebracht werden...:jaja: (siehe Bericht in Schach 08/2014)
Beitrag von zugzwang
gelöscht, weil Doppelpost, da Rechner hing...
Beitrag von Kiffing
Nach der bedauerlichen Niederlage gegen die ehrgeizige indische Nachhut haben die deutschen Herren wenigstens die Möglichkeit, gegen die eher schwachen Australier Frustration abzubauen. Alles andere als ein Sieg wäre eine Sensation.Für die deutschen Damen geht es nach dem erneuten Sieg gegen Rumänien aber ums Ganze, sprich um eine Medaille, was ein gewaltiger Erfolg für das deutsche Team wäre und nebenbei wichtig im Hinblick auf die drohenden Mittelkürzungen von Seiten des Bundes. Für die deutsche Sportförderung existieren offenbar nur Medaillen als Argumente, und daß Schach keine olympische Sportart ist, ist mit Blick auf den Bund wohl schon Makel genug.Im letzten Spiel wird Georgien der Gegner für Elisabeth Paehtz (2464), Zoya Schleining (2369), Tatjana Melamed (2364), Melanie Ohme (2301) und Sarah Hoolt (2318) sein. Georgien hat dabei Nana Dzagnidze (2550), Bela Khotenashvili (2494), Lela Javakhishvili (2478), Salome Melia (2475) und Nino Batsiashbili (2435) im Aufgebot, also eine Damenmannschaft, die an allen Brettern z. T. deutlich überlegen ist. Für die Medaille muß morgen also eine Sensation her, aber selbst wenn das Abschlußspiel verloren wird, war das deutsche Damenteam mit der sympathischen Olympiabotschafterin Melanie Ohme natürlich ein würdiger Repräsentant des deutschen Damenschachs. Magnus Carlsen mußte nach seiner Niederlage gegen Arkadij Naiditsch übrigens wieder eine Niederlage hinnehmen, diesmal verlor er sogar gegen den Kroaten Ivan Saric, der mit 2671 noch niedriger dotiert ist als Arkadij Naiditsch. Die ganze Partie war für Carlsen eine einzige Katastrophe und nicht nur vom Ergebnis her eine Blamage für den Weltmeister. Offenbar hat Carlsen nach seiner Niederlage gegen Naiditsch die Lust aufs Turnier verloren und nimmt die Schach-Olympiade in seiner Heimat nicht mehr ernst. Gegen Saric wählte er mit der spanischen Bird-Variante eine als zweifelhaft geltende Variante und steckte gleich zu Beginn zwei Bauern ins Geschäft, deren Kompensation aber konsequent ausblieb. Stattdessen konnte Saric zum Angriff blasen, und als er gegen seinen prominenter Gegner nach komplizierten Verwicklungen die taktische Lösung fand, Damenfang zu verhindern und damit seinen eigenen Königsangriff zu rechtfertigen, stand Carlsen vor den Trümmern seiner Strategie. Von diesem Sieg wird der 22jährige Ivan Saric noch seinen Enkeln erzählen.[Event "Chess Olympiad"][Site "Tromso NOR"][Date "2014.08.12"][EventDate "2014.08.02"][Round "10.3"][Result "1-0"][White "Ivan Saric"][Black "Magnus Carlsen"][ECO "C61"][WhiteElo "2671"][BlackElo "2877"][PlyCount "73"]1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 Nd4 4. Nxd4 exd4 5. Bc4 Nf6 6. O-Od5 7. exd5 Be7 8. Qf3 Bg4 9. Qf4 O-O 10. h3 Bd6 11. Qxd4 c512. Qd3 Bh5 13. Nc3 Re8 14. f4 a6 15. a4 Qd7 16. Qg3 Ne417. Nxe4 Rxe4 18. b3 Qc7 19. d3 Re2 20. Qg5 g6 21. Bb2 Be722. Bf6 h6 23. Be5 Qd8 24. Qxh6 Rxe5 25. d6 Re2 26. dxe7 Qxe727. f5 Qh4 28. Qf4 g5 29. Qxh4 gxh4 30. Rf4 Rxc2 31. Rxh4 Be232. Re4 Rd2 33. Re7 Bxd3 34. Bxf7+ Kf8 35. f6 Rd8 36. Bh5 Kg837. Re8+ 1-0Hier eine Partie der Marke: "Unsterbliche Remispartie":[Event "Chess Olympiad"][Site "Tromso NOR"][Date "2014.08.12"][EventDate "2014.08.02"][Round "10.1"][Result "1/2-1/2"][White "Ding Liren"][Black "Etienne Bacrot"][ECO "E60"][WhiteElo "2742"][BlackElo "2720"][PlyCount "64"]1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. g3 Bg7 4. Bg2 O-O 5. Nc3 c5 6. d5 d67. Nf3 e6 8. O-O exd5 9. cxd5 Re8 10. Bf4 Ne4 11. Nxe4 Rxe412. Nd2 Rxf4 13. gxf4 Bxb2 14. Rb1 Bg7 15. e4 Nd7 16. Re1 Bh617. e5 Bxf4 18. e6 Ne5 19. Re4 Qf6 20. e7 Bg4 21. Qa4 Bxd222. e8=Q+ Rxe8 23. Qxe8+ Kg7 24. Rxb7 c4 25. f4 Bxf4 26. Rb8Kh6 27. Qd8 Qf5 28. h3 Bh5 29. Qc8 Qf6 30. Qd8 Qf5 31. Qc8 Qf632. Qd8 Qf5 1/2-1/2Hier eine fabelhafte Demonstration von Veselin Topalov zum Spiel auf dem ganzen Brett gegen den polnischen Super-GM Radoslaw Wojtasczek:[Event "Chess Olympiad"][Site "Tromso NOR"][Date "2014.08.12"][EventDate "2014.08.02"][Round "10.5"][Result "1-0"][White "Veselin Topalov"][Black "Radoslaw Wojtaszek"][ECO "B90"][WhiteElo "2772"][BlackElo "2735"][PlyCount "77"]1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 a6 6. Be3 e57. Nb3 Be6 8. f3 Nbd7 9. g4 b5 10. g5 b4 11. Nd5 Nxd5 12. exd5Bf5 13. Bd3 Bxd3 14. Qxd3 Be7 15. h4 O-O 16. a3 bxa3 17. Rxa3a5 18. Qb5 Qc7 19. Nxa5 Rfb8 20. Qc6 Qxc6 21. dxc6 d5 22. Ra2Bd8 23. cxd7 Rxa5 24. Rxa5 Bxa5+ 25. Ke2 d4 26. Bd2 Bd827. Kd3 f6 28. f4 Rxb2 29. fxe5 fxe5 30. Ra1 Rb8 31. Ke4 Kf732. Kxe5 Rb7 33. Rf1+ Ke7 34. g6 Rb5+ 35. Kxd4 Bb6+ 36. Kc4Rc5+ 37. Kb3 Kxd7 38. Rf7+ Ke6 39. Rxg7 1-0 Und zum Schluß eine Kombination Iwantschuk - Mamedyarov, Siegzug Schwarz im 25. Zug, wer kann sie ebenfalls aufspüren?[FEN=8]r7/5p1p/2k1n1p1/1pPp4/r5R1/P1K1BP2/1P3P1P/3R4 b - - 0 25[/FEN]
Beitrag von zugzwang
Zur Entspannung am Ruhetag vielleicht etwas Musik auf dem eigenen Weg der Vor- und Nachbereitung:[Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.youtube.com/watch?v=QiB_z_cmZwI". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://www.youtube.com/watch?v=QiB_z_cmZwI" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]Ein Voting-Erfolg in den Fide-Charts wurde es nicht, aber zur Steigerung der Klickzahlen dieser Link[Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.youtube.com/watch?v=8jfDKFrD41M". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://www.youtube.com/watch?v=8jfDKFrD41M" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]
Beitrag von Kiffing
Schade, daß der Abschlußtag so mißlungen wurde. Dem deutschen Damenteam wurden mit dem 0:4 gegen Georgien seine Grenzen aufgezeigt - am Ende sprang aber noch Platz 9 heraus -, und die deutschen Herren gelangten am Ende nach dem 2:2 gegen den australischen Underdog gar auf Platz 30, was zwar nicht den Turnierverlauf widerspiegelt, da sich Deutschland auch mit großen Teams auf Augenhöhe messen konnte, unter dem Strich aber enttäuschend sein dürfte. Aber Schach ist nicht Fußball, und es ist bekannt, daß die goldene Ära im Deutschen Schach Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts längst vorbei ist. Die Politik möchte daran bekanntlich nichts ändern, was man an der Streichung der Sportförderung für das Schach sieht, da Schach auf einmal nicht mehr die Bedingungen als Sportart erfülle.
Beitrag von zugzwang
Der Unterschied in der Open-Kategorie zur letzten Olympiade ist offensichtlich.Als Quelle empfehle ich Schach 10/2012 miteiner ausführlichen Olympiaberichterstattung.2012 erzielten 3 Spieler eine Performance über 2700: Khenkin (mit und ohne Husten), Fridman (= Bronzemedaillengewinner am 4. Brett) und der inzwischen legendäre, nunmehrige Hobbyschachspieler Jan G. aus Hamburg mit dem aktuelen Teilzeitjob Schachkommentar. Gustaffson verpaßte bei einer Performance von 2752 eine Einzelmedaille (wohl Gold für das Reservebrett), weil er einmal zu wenig zum Einsatz kam. Neben ihm blieb Igor Khenkin ungeschlagen, während die diesmaligen Aktivposten Arkadij N. und Georg m. mit 4 bzw. 2 Niederlagen und Performances von 2647 sowie 2555 statistisch das Ende der Mannschaft bildeten.Per Saldo gewann die Mannschaft 12 Elopunkte.Die 2 "Schwachpunkte" (bitte in Relation zu den Statistikwerten zu sehen, Brett 1 ist z.B. immer eine ganz besondere Aufgabe) der letzten Oly wurden zu den Aktivposten dieser, während den 3 Erfolgsgaranten der letzten Olympiade diesmal 3 Spieler gegenüberstehen, die deutlich unter ihrem Erwartungswert blieben. Das haben diese Spieler aber mit Größen wie Chucky, Kamsky und Wahlkämpfer Short gemein. Da die internationale Leistungsstärke im Schach sehr dicht ist (Nr. 26 der Startrangliste - Türkei - hat einen Schnitt von 2601), kann man selbst mit GM-Performances von 2600 im Teamschnitt nicht unter die besten 10-15 Manschaften kommen.Den Rückschritt zu 2012 macht auch deutlich, welche Ergebnisse die Mannschaft in Istanbul erzielte:3,5 Neuseeland, 2,5 Georgien (allerdings ohne Jobava), 4 (!!) gegen den Iran - eine auch schon damals beachtliche Mannschaft, 2 gegen den Europameister von 2013 Aserbaidschan, 2 gegen NSA - den Lauschangriffen getrotzt, 2,5 Moldawien, 2,5 nach Husteneinlage von Khenkin gegen den aktuellen Vize Ungarn mit Sieg von Naiditschky am Spitzenbrett gegen einen der besten Teamspieler der Olympiageschichte Peter Leko, 1,5 gegen Olympiasieger Armenien in einem Krimi, der auch andersherum hätte enden können, 2,5 gegen Weissrussland und letztlich ein 1:3 gegen die Russen, die damit den Wertungsrückstand gegen Armenien nicht aufholen konnten.Die Rundenplatzierungen waren: 3. nach der 3. Runde, 5. , 7. , 9., 8., 5., 11., 7., 12.Nach der 8. Runde mit Platz 5 und Gegner Armenien spielte "Schland" tatsächlich und auch realistisch um die Medaillen mit und entschied mit dem spektakulären Kampf gegen Armenien letztlich die Olympiade (mit).Von der diesjährigen Olympiade werden in Erinnerung bleiben, der Schwarzsieg von Naiditschky gegen den "gastgebenden" Weltmeister und Meiers Bilanz ohne Niederlage.Als Einzelpartie das Turmendspiel gegen Gawain Jones, in dem Meier die Endspieldefizite des Angriffspielers offenlegte.Die Damen haben 2012 Platz 11 bei Setzlistenplatz 9 belegt und als Team 3 Elopunkte gewonnen. Dabei erzielten E.P., T. Melamed und Marta Michna Performances von über 2400 Punkten. Gegen die Damenschachgroßmacht Georgien gelang ein unglückliches 2:2Diesmal landeten die Damen auf Platz 9 bei Setzliste Nr. 12. Als Team wurden 3-4 Elopunkte gewonnen und 2 2400er-Ergebnisse bei einem >2200er-Ergebnis erzielt.E.P. bleibt die Konstante des deutschen Damenschachs an Brett 1 mit noch deutlicherem Abstand als vorher.Die relativen Youngster M. Ohme und S. Hoolt haben statistisch eine gutes Turnier gespielt und die unübersehbaren Konditionsschwächen der Routiniers Z. Schleining und T. Melamed kompensiert.Schachlich waren in den Partien aber für meine Begriffe einige Wackler enthalten, so daß mich der statistische Wert nicht so überzeugt.Vllt bin ich aber angie-mäßig verdorben und kann die Partieführung der Spielerinnen - alle deutlich oberhalb meines eigenen Ratings - nicht richtig würdigen.Die Damen haben sich nominell verbessert, drücken wir die Daumen, daß die Richtung so beibehalten werden kann und aus den "Reserven" Kachiani, Michna, Levushkina, Klek Osmanodja sowie evtl. Fuchs und Schöne noch Schubkraft entwickelt werden kann.P.S.Die Damen spielten 2012 u. a. gegen die Pos. 1, 3, 4, 6, 11 und 15 der Setzliste!
Beitrag von zugzwang
Nach einigen Anläufen erreicht China in der Open-Klasse nicht nur den überfälligen Medaillengewinn sondern gleich die Goldmedaille. Und das wahrscheinlich mit einer der jüngsten Siegermannschaften der Geschichte. Ohne Matchverlust bei nur einer einzigen Einzelniederlage (Spitzenbrett Wang Yue gegen den Equalizer, der für Ungarn gerne die doppelte Punktzahl holt) eine überzeugende Vorstellung.Bei der letzten Olympiade wurden die Chinesen noch von Chucky & Co. in der letzten Runde gestoppt. Diesmal waren nicht nur die Kräfte der Ukrainer zu zersplittert, um die Asiaten auf Distanz zu halten.Indien als Überraschungsdritter ohne die großen Zwei - Vishy und Pentala Harikrishna - schaffte die Überraschung und gibt den Fingerzeig, auf welchem Kontinent die Zukunft des Schachs mit den größten und zahlreichsten Talenten zu finden sein wird.Noch können Carlsen und Caruana dagegenhalten, aber ihr Wettbewerb mit der asiatischen Konkurrenz könnte in den nächsten Jahren zum endgültigen Trendwechsel führen.
Beitrag von Kiffing
Zu den Höhepunkten aus deutscher Sicht (bezogen auf den Herren-Wettbewerb) in Tromsö, und sicherlich auch, weil es bei Platz 30 insgesamt recht wenig zu feiern gab, gehörte natürlich der Sensationssieg von Arkadij Naiditsch gegen Magnus Carlsen, der bei der WM in Sotschi aktuell versucht, seinen Titel zu verteidigen. Wegen der Partie hatten zugzwang und ich uns einen Disput geliefert, weil wir die Partie jeweils unterschiedlich interpretierten. Nun bin ich auf den übrigens ungewöhnlich gehaltvollen [URL="http://www.schach-blog.de/"]Schachblog[/URL] von Neuuser mvallon gestoßen, und auch er richtet sein Augenmerk nicht hauptsächlich auf die vielleicht tatsächlich teilweise zweifelhafte Vorstellung Naiditschs in Eröffnung und frühem Mittelspiel, sondern auf die Frage, wie Naiditsch Carlsen trotzdem bezwingen konnte. Und auch er sieht, daß diese Partie nicht nur für Naiditsch, sondern vor allem für Carlsens unmittelbare Konkurrenten - u. a. Anand selbst - wegweisend gewesen ist als eines der vielversprechendsten Rezepte, wie der geniale Norweger bezwungen werden könnte. Analog zu meiner bekannten These: Genies lieben es nicht, sich zu verteidigen, schreibt mvallon dort:[QUOTE]Mirco Vallon: Eher das Zweite. Carlsen ist ein Kämpfer, der nicht aufgibt. Nur, auch er hat Schwächen. Das dokumentieren einige seiner letzten Turnierpartien.CHESS-TEX: Du denkst an seine Verlustpartie gegen Arkadij Naiditsch bei der Olympiade 2014 in Norwegen?Mirco Vallon: Ja. An die denke ich im Besonderen.Naiditsch konnte trotz eines Minusbauern Druck auf ihn machen. Carlsen erkannte die Gefahr, die darin lag, vermutlich zu spät.Irgendwie auch kein Wunder. Er ist es gewohnt, in die Intiative zu gehen. Er ist derjenige, der in nahezu allen Fällen das “Pressing” erzeugt, unter dem seine Gegner häufig einbrechen.Eine schwierige Spielsituation im umgekehrten Sinne zu verteidigen ist etwas, das Carlsen nicht sonderlich liebt. Verständlich. Seine Domäne ist der Angriff. Der Erwartungsdruck der Zuschauer lag auf ihm. Vermutlich hat er die Komplikationen der Stellung anfangs unterschätzt. Danach war es zu spät und er musste den Punkt an Naiditisch abgeben.[/QUOTE]Passend dazu die [URL="http://www.chess-international.de/Archive/30059#more-30059"]Einschätzung[/URL] von Franz Jittenmeier von Chess-International (Schachticker), der Naiditschs Sieg unmittelbar vor der WM in Sotschi ähnlich interpretierte:[QUOTE]Dass Carlsen zu schlagen ist, hat der deutsche Spitzenspieler GM Arkadij Naiditsch anlässlich der letzten Schacholympiade bewiesen. Naiditsch ist als aggressiver und ideenreicher Spieler bekannt. Das behagt Carlsen überhaupt nicht.[/QUOTE]Jittenmeier verwies dabei auf die Analyse besagter Partie von FM Hartmut Metz: [url]http://www.viewchess.com/cbreader/2014/8/24/Game1326859.html[/url]Bei Garri Kasparov war es übrigens ähnlich. Als Rezept gegen ihn galt, ihn in die Verteidigung zu zwingen - auch wenn das zugegeben nicht einfach ist -. Von seinem Naturell her wird Kasparov dann verzweifelt nach Gegenspiel suchen und damit auch mit Methoden, die seiner Stellung und seinem Material eher schaden. Der zweite Schritt dieses Erfolgsrezept war dann die - ebenfalls nicht sehr einfache - kaltblütige Ausnutzung dieser Kasparovschen "Ungenauigkeiten".
Beitrag von Birliban
[url]http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/schachgrossmeister-naiditsch-nach-sechs-stunden-sitzt-man-da-wie-ein-zombie-13277224.html[/url]Hier auch ein kurzer Statement von Naiditsch selbst zu seiner Partie gg. Carlsen. Ich finde, seine Aussage deckt sich im Wesentlichen mit den Einschätzungen von mvallon, Jittenmeier und Kiffing.