Schachburg-Archiv: Benutzerthema „Interview mit Artur Jussupow“

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Beitrag von Birliban

Nachfolgend das vollständige Interview aus SCHACH 4/2017, das Dirk Poldauf mit Artur Jussupow geführt hat. Dabei ist ihm ein beeindruckendes Porträt dieser Persönlichkeit gelungen. Interviews dieser Intensität bekommt man nicht oft zu lesen. Leider kann ich die Fotos, die das Interview zusätzlich bereichern, hier nicht mitliefern. Aber auch die reine Beschränkung auf das geschriebene Wort, wird den geneigten Leser reich mit Fakten und Hintergründen bescheren. Von dem besonderen Verhältnis Jussupows zu Dworezki, wie bereits von Kiffing angedeutet ([Link entfernt]), wird auch zu lesen sein.

Interessant ist auch der Fakt, dass speziell der „Nachsatz“ am Ende des Interviews, den damaligen DSB-Präsidenten Herbert Bastian animierte, einen Leserbrief an SCHACH zu schreiben. Doch zum Inhalt dieses Briefes später mehr. Zunächst das Interview mit Nachsatz:

[Zitat entfernt]

Im Folgeheft, in SCHACH 5/2017, wurde folgender Leserbrief veröffentlicht, geschrieben von Herbert Bastian, damals noch DSB-Präsident:

[Zitat entfernt]

Wie wir inzwischen wissen ([Link entfernt]), ist Herbert Bastian nicht wieder gewählt worden. Aus seinem Vorschlag, das Gespräch, im Falle seiner Wiederwahl, mit Artur Jussupow zu suchen, wird also nichts. Und also auch nichts damit, Jussupows Vorschläge bei den anschließenden Diskussionen, über Reformen im Deutschen Schachbund, einzubringen.

Es sei denn, der neue DSB-Präsident Ullrich Krause knüpft an dieser Schnittstelle nahtlos an. Das wäre nicht nur wünschenswert, sondern eine Notwendigkeit. Sowohl der „Nachsatz“ im Interview mit Artur Jussupow belegen diese Notwendigkeit, als auch der Antwortbrief von Herbert Bastian.

Beitrag von Kiffing

Interessantes, vielseitiges Interview mit einer lebenden Legende, die viele Punkte aufgreift, die für die Schachwelt und das deutsche Schach wichtig sind. Daß der DSB ein eher träger bürokratischer (und zudem in sich zerstrittener) Apparat ist, der nicht in der Lage ist, so wichtige Projekte wie die Etablierung einer Trainerkommission zu realisieren, die im Ausland oft selbstverständlich ist, ist auch mein Eindruck, so daß es nicht verwundert, warum sich kaum ein Schachfreund für diese Art von bürokratischer Arbeit interessiert, und was natürlich schade ist, weil jeder Schachbund auch diejenigen braucht, die sich in Sitzungen als Basis dessen engagieren, wo Einflußnahme möglich ist. Herbert Bastian wirkte auf mich durchaus wie ein visionärer Präsident, der in der Lage gewesen wäre, etwas im DSB zum positiven hin zu verändern. Warum ihm dies nicht vergönnt war, dazu gibt es viele Theorien, es bleibt zu hoffen, daß es seinem Nachfolger Ulrich Krause gelingt. Ich denke nicht, daß dieser, wie von Bastian unterstellt, sich nahezu ausschließlich um die weitere Verbreitung des Schachs an Schulen kümmern wird, was zwar zur Etablierung einer gewissen Massenbasis ein wichtiges Projekt ist, aber selbstverständlich nicht das einzige, was für den Schachsport in Deutschland von Belang ist. Wir werden sehen.

Um in der Spitze anzukommen, d. h. daß Deutschland seinen Magnus Carlsen bekommt, ist es wichtig, daß Schach aus seiner Nische des Randsports kommt, was natürlich in Zeiten umso schwieriger wird, in denen der Charakter des Schachs als Sports grundsätzlich in Frage gestellt wird. Herbert Bastian hatte dies bereits problematisiert und in dieser Frage harte Verhandlungen mit dem DSB und dem Innenministerium geführt, die dem Schach in Deutschland seinen Status als Sport streichen wollten. Abgesehen von den finanziellen Problemen, die aus der möglichen Streichung des Schachs als Sportart entstehen würden, würden dann erst Recht Bedingungen erschwert werden, in denen Schachtalente früh gefördert werden würden. Die Unterschiede zwischen Deutschland und Ländern wie Indien, China oder aus Osteuropa sind eklatant. So berichtete [Link entfernt] Sergei Karjakin, er habe als Kind 6-8 Stunden am Tag Schach trainiert, während Vincent Keymer nur drei bis fünf Stunden [Link entfernt] die Woche trainiere. Zwar ist dies kein Plädoyer für ein einseitiges Training des Schachs als eine Art Lebensaufgabe von klein auf, denn schließlich gibt es neben Schach noch Schule, die Pflege von persönlichen Freundschaften, weitere persönliche Interessen und Ambitionen und vieles mehr, und der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden, von denen nur der Tag genutzt werden kann bzw. sollte. Außerdem gilt Magnus Carlsen auch nicht als Trainingsweltmeister, der unter Bedingungen seine Karriere antrat, dessen einzigartige Erfolge nur als Anomalie aufgefaßt werden können. Aber wer wäre in Deutschland bereit, für eine Entität wie das Schach ein ähnliches Ausmaß an Energien, Einsatz und Leistung hineinzustecken, wenn diese Entität noch nicht einmal den Status als Sport hätte, geschweige denn, daß sich irgendwo in diesem Land Strukturen auftäten würden, die diesen Prozeß unterstützen würden? Schach gelte denn nunmehr wie früher als brotlose Kunst, so daß eine Begeisterung dafür von Kindesbeinen an vom Elternhaus als unvernünftig angesehen und entsprechend gebremst werden würde. Die Zeiten sind vorbei, in denen man erst in den 20er Jahren seine Liebe zum Schach entdecken und immer noch eine steile Karriere antreten könnte, wie dies bei Michail Tschigorin oder Savielly Tartakower der Fall gewesen war. Die Luft in der Weltspitze ist im Schach unglaublich dünn geworden, so daß neben dem Talent eine frühe und intensive Beschäftigung mit dem Schach bereits eine notwendige Bedingung dafür zu sein scheint, in der Weltspitze anzukommen, während unter hinreichenden Bedingungen zahlreiche Detailfragen firmieren.

Insofern ist in Zeiten, in denen man sich weder auf den eigenen Schachbund noch auf die Strukturen im Land verlassen kann, Eigeninitiative wichtiger denn je, auch international Bündnisse mit denen zu schließen, welche die eigene Förderung unterstützen und internationale Kontakte zu knüpfen, so daß ein Netzwerk entstehen kann, das einem Wege für die eigene Karriere öffnet, so wie dies etwa bei der Herstellung des Kontaktes zwisches Vincent Keymer und Garri Kasparov oder seinem neuen Trainer Artur Jussupov der Fall gewesen ist. Überhaupt sind Weltmeister im Schach ganz besondere Persönlichkeiten, die nicht nach Schema F gearbeitet haben, sondern die sich von Problemen in ihrem Umfeld nicht haben unterkriegen lassen und sich die Wege freigekämpft haben, die ihnen den Weg nach ganz oben bahnten, gegen alle Widerstände hinweg. Wo ein Wille ist auch ein Weg. Insofern sollte ein Weltmeistertitel nicht wegen, sondern trotz DSB und landesweitem Status als Noch-nicht-einmal-Randsportart möglich sein, wie etwa der märchenhafte U16-Weltmeistertitel [Link entfernt] von Roven Vogel aus dem Jahre 2015 beweist.

Beitrag von Birliban

Kiffing hat geschrieben:Die Zeiten sind vorbei, in denen man erst in den 20er Jahren seine Liebe zum Schach entdecken und immer noch eine steile Karriere antreten könnte, wie dies bei Michail Tschigorin oder Savielly Tartakower der Fall gewesen war. Die Luft in der Weltspitze ist im Schach unglaublich dünn geworden, so daß neben dem Talent eine frühe und intensive Beschäftigung mit dem Schach bereits eine notwendige Bedingung dafür zu sein scheint, in der Weltspitze anzukommen,
Gute Nachrichten hat in diesem Sinne Raymund Stolze gestern verkündet:

[Link entfernt]

Auf der DSJ-Seite ist zur "Workshopreihe Leistungssport und Training" Konkreteres zu finden:

[Link entfernt]

Beitrag von Kiffing

Jedenfalls macht der DSB in Zusammenarbeit mit der DSJ jetzt Nägel mit Köpfen und realisiert allmählich, welche Chancen sich mit der so engagierten Persönlichkeit von Artur Jussupov verbinden. Frühkindliche Förderung ist der Schlüssel zur Entdeckung und Entfaltung von Talenten, und so hat der DSB mit der Jussupov-Schachakademie nun ein Projekt realisiert, in dem besonders begabte Kinder in den Altersbereichen U8 und U10 gezielt für eine Schachkarriere gefördert werden. Bis 10 Jahre sollen Jungen mindestens eine DWZ von 2000 und Mädchen eine DWZ von 1800 erreichen. Die Jussupov-Schachschule sieht sich in der Tradition der Schachschulen von Botwinnik und natürlich von Mark Dworetzki, in der Artur Jussupov als Co-Trainer aktiv war: [Link entfernt]

Da das Projekt leistungsbezogen ist, werden nur diejenigen genommen, die einen besonders talentierten Eindruck machen. Bewerbungen werden hier vorgenommen, der Kontakt erfolgt erst einmal über Artur Jussupovs Tochter Nadja: [Link entfernt]

Beitrag von Babylonia

Meine Korrektur: Nadja Jussupow ist die Frau von Artur Jussupow! Sie macht die Büroarbeiten für ihn und arbeitet auch als Trainerin mit. Seine Tochter Katja liest seine deutschsprachigen Schachbücher Korrektur, bevor sie veröffentlicht werden. (Quelle: Vorwort der "Tigersprung" Bücher).

Beitrag von Birliban

Ein Porträt der FIDE-Meisterin (und, richtig Babylonia, seit 1991 Angetraute, Ehegattin, Frau von Artur Jussupow) Nadja Jussupow:

[Link entfernt]

Beitrag von Babylonia

Ein tolles Interview mit Frau Nadja Jussupow, das hatte ich noch nicht gesehen. Ganz herzlichen Dank für den Link!
Bei Nadja Jussupow persönlich kann man auch die "Tigersprung" - Lehrbücher auf Deutsch oder Französisch ("Le bond du tigre") bestellen, sie bearbeitet auch den Versand.

Babylonia

Beitrag von Birliban

Einige Tigersprünge (und andere Kostbarkeiten aus der Feder von Artur Jussupow) gibt es sehr günstig auch noch hier :wink2::

[Link entfernt]

Beitrag von Babylonia

Ja, das sind die deutschen Buchausgaben von Artur Jussupow. Ich habe schon einen "Le bond du tigre" auf Französisch und würde mir im Zweifelsfall noch einen Band auf Französisch bestellen. Jetzt bin ich bis auf die weitere Zukunft mit der Stappenmethode beschäftigt, brauche also keine Werke von Artur Jussupow.

Babylonia

Beitrag von gavagai

Ich las das Jussupow-Interview in Schach 4/2017 (im Ausgangsposting voll zitiert) erst gestern. Wie immer bei Jussupow enthält es sehr gute Gedanken und Ideen. Etwas schwammig scheint mir seine Stufentheorie der schachlichen Entwicklung zu sein (am Ende des Abschnitts "Karriere"). Sie liest sich gut doch leider wird nicht erklärt was die Stufen sind.
In der Trainerausbildung hörte ich bei Roman Vidonyak (oder war es Prusikin?) eine ähnliche Stufentheorie (sind ja spätestens seit Piaget in der Psychologie beliebt), die sich aber mehr auf die Entwicklung der Kinder beim Schach lernen bezog.
Wer kann zu Jussupows Stufentheorie was zur Klärung der Stufen beitragen?

Beitrag von Birliban

Jussupow hat geschrieben:Ich habe eine Theorie entwickelt. Wenn du Schachspielen lernst und dich eine Stunde damit beschäftigst, machst du einen großen Schritt vorwärts. Um einen zweiten großen Schritt zu machen, brauchst du zehn weitere Stunden. Dann sitzen die Regeln. Für den dritten Schritt brauchst du etwa hundert Stunden usw. Bei jedem Schritt wird der zeitliche Umfang größer. Irgendwann kommt der Punkt, an dem du dir sagst: >Das schaffe ich nicht!< Wenn du dann aufgibst, bist du als Spieler quasi tot. Dann hast du deine Grenze erreicht. Vielleicht hätte es eine Chance gegeben, weiter zu kommen, aber dafür hättest du zehnmal mehr als zuvor investieren müssen. Das ist einfach extrem schwer.
Ich glaube, Jussupow hat mit seiner Theorie die Erfahrung seiner eigenen Schachkarriere zugrunde gelegt, bis eben zu dem Punkt, wo das Ende der Fahnenstange erreicht scheint. Für jeden weiteren Schritt, um schachlich voran zu kommen, müsste man nun schon das Zehnfache an Zeit und Energie investieren. Und womöglich reicht das noch immer nicht, um, wie im Falle Jussupows, dem Weltmeistertitel greifbar näher zu kommen. Weil dann noch immer zwei, drei oder vier letzte Schritte fehlen ...

Das deckt sich auch gut mit Kramniks Einschätzungen:

[Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/vladimir-kramnik-ich-bin-ein-bohemien". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://chess24.com/de/lesen/news/vladi ... n-bohemien" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]

Um seine Spielstärke wenigstens zu halten, muß Kramnik heute mehr Zeit und Energie investieren, als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Und um gar noch stärker zu werden, wäre ein zeitlicher Aufwand nötig, der einfach unmenschlich ist. Und kontraproduktiv, wenn man Familie und heranwachsende Kinder hat. Wenn man zehn und mehr Stunden am Tag an seinem Schach arbeiten muß, um noch voranzukommen, mag das vielleicht noch nicht selbstzerstörerisch sein. Aber die Familie, die eigentliche Kraftquelle, zerstört es auf Dauer bestimmt.

Ich glaube, jeder kommt irgendwann an diesen Punkt, noch der kleinste Vereinsspieler, wo es abzuwägen gilt, was (noch) machbar ist und sinnvoll für die eigene schachliche Entwicklung.

Konkrete Schritte für eine "Stufentheorie", @gavagai, wollte Jussupow meiner Ansicht nach nicht entwickeln oder vorstellen. Vielmehr trifft seine Theorie bzw. Erfahrung, meiner Meinung nach, mehr oder weniger auf alle Schachspieler zu. Von sich ausgehend, hat es Jussupow verallgemeinernd in Worte gefasst. Also die menschliche Erfahrung eines Schachspielers, mit der sich auch andere Schachspieler durchaus identifizieren werden, weil sie sich als richtig erweist. Jussupow hat es "Theorie" genannt. Man könnte es auch einfach Erfahrung nennen.

Beitrag von Pantau

Es ist im Grunde eine Gesetzmäßigkeit, die für alle möglichen Fähigkeiten gilt: Um im höheren Leistungsbereich sich deutlich vom anderen abzusetzen, benötige ich exponentiell mehr Können als im unteren. Das gilt auch beim Klavierspielen oder Programmieren.

Man muss sich auch mal überlegen, was 400 Elo- oder DWZ-Differenz bedeutet: Es bedeutet, dass ich 9 aus 10 gegen den Schwächeren hole! Das Wissen und Können, um sich von einem 800er auf 1200 abzusetzen, ist recht überschaubar, um sich hingegen von einem 2400er so abzusetzen, muss man schon Magnus heißen und diese Differenz ist in der Tat locker das mehrere Hundertfache gegenüber des anderen Intervalls!

Beitrag von Pantau

Zitat: "Wer kann zu Jussupows Stufentheorie was zur Klärung der Stufen beitragen? "

Zur mathematischen Verdeutlichung:

Es dürfte jedem einleuchten, dass die absolute Informationsmenge, welche mich zu einem schwächeren Spieler in einer Weise absetzt, dass ich ihn mit 90% Wahrscheinlichkeit schlage, nicht fix ist. Zwischen 800 und 1200 DWZ sind es wenige Eröffnungsgrundsätze, ein paar Elementartaktiken wie "Gabel", "Spieß" und "Fesselung" sowie ein paar "Overkillmatts" mit 2 Türmen bzw. König und Dame. Möglicherweise noch ein paar End- und Mittelspielgrundsätze. Diese zusätzliche äquivalente Informationsmenge macht hingegen aus einem IM noch lange keinen WM, da ein IM sich das Bisschen an „Mehr“ dann an wenigen Abenden auch noch reingeknallt hätte.

Nehmen wir an, um die Schachregeln soweit zu verstehen, dass es für Elo 600 ausreicht, benötige man 30 Stunden. Um einen solchen Anfänger hingegen in 3 von 4 Runden zu Schlagen (also wäre man eine Klasse besser = 200 Punkte Differenz = 800 Elo) benötige man hingegen das 1,8-Fache des Wissens und Könnens eines solchen Anfängers. Da sind wir dann schon bei 54 Stunden Training. Um unseren 800er nun in 3 von 4 Fällen zu schlagen, sei wiederum das 1,8-Fache SEINES Wissens und Könnens erforderlich, was dann schon 97 Stunden Schachtraining erforderlich mache.
Das geht nun immer so weiter, immer bei jeder Klasse das jeweils 1,8-Fache des Wissens und Könnens der niedrigeren Stufe. Dann sind wir bei 1600 Elo bei etwa 567 Stunden oder 71 8h-Tagen Training.

Beim 2000er sind es hingegen schon 1836 Stunden oder 230 8-h-Tage.

Die berühmte "10.000 h - Regel", um eine Sache wirklich perfekt zu beherrschen, wäre dann bei knapp 2600 Elopunkten erreicht, was bei einem Großmeister ja auch zutrifft (wobei "perfekt beherrschen" wohl auch schon beim 2000er erfüllt ist, aber das ist ja auch nur ein frei parametrisiertes Beispiel).

Bei 2800 sind es dann übrigens 19280 h oder 6.6 Jahre ununterbrochenem Schachtraining mit 8h pro Tag.

Hinzu kommen im Vergleich mit anderen Spielern zusätzlich unterschiedliche psychologische Hürden, wie sie in „Schach für Zebras“ beschrieben werden und die Tatsache, dass es unterschiedliche Talente gibt, sodass 100 Stunden Training von irgend einem anderen Spieler deutlich unfruchtbarer sind als 100 Stunden Training von Magnus. Man kann daher ab einer bestimmten Talentdifferenz diese nicht mehr mit Fleiß kompensieren und jeder läuft daher aus diesen und den beschriebenen exponentiellen Aufwandsgründen gegen seine persönliche Spielstärkemauer.