[IMG][Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://i.imgur.com/ZOCf6TH.jpg". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://i.imgur.com/ZOCf6TH.jpg" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.][/IMG]Wie schon im Forum [URL="http://www.schachburg.de/threads/776-Kasparov-tritt-zur-Wahl-zum-FIDE-Pr%E4sidenten-an/page2?p=22341&viewfull=1#post22341"]erwähnt[/URL], hat FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinov seine Beziehungen zum russischen Establishment spielen lassen und die Schach-WM gerade rechtzeitig vor den Wahlen zum FIDE-Präsidenten gerettet. Hätte er es bis zu den Wahlen im Tromso nicht geschafft, einen Ausrichter für die Schach-WM zu finden, wäre er gegen Kasparov in die Bredouille gekommen, da Kasparov ihm nun umso glaubwürdiger hätte Unfähigkeit vorwerfen und der Schachwelt den Glauben an eine Schach-WM zurückgeben können. Gerade Kasparov gilt als ein Mann der Tat, als Mann, der etwas anpacken und bewegen kann, und das durchaus erfolgreich.Die Schach-WM 2014, das Rematch zwischen Magnus Carlsen und Vishy Anand, findet in Sotschi statt. Rußland, der Staat dürfte nicht bei jedem Begeisterung auslösen, denn wie kein anderes Land mit Ausnahme von Nordkorea strahlt Rußland eine gewisse Ungemütlichkeit und Unheimlichkeit aus, die sich durch die Krim-Krise sicher nicht gelegt haben dürfte. Als die Sowjetunion noch existierte, klangen die Beschreibungen des englischen Großmeisters Daniel King schrecklich:[QUOTE] Sowjetische Turniere waren berüchtigt; nicht nur waren sie ein strenger Test des schachlichen Könnens, sondern auch was jemand aushalten konnte. Drei Wochen in einer Stadt zu verbringen, wo man abends nichts unternehmen kann, wo es Schaben in Ihrem Hotelzimmer gibt – und wahrscheinlich auch in dem undefinierbaren, eintönigen Essen, das man ihne vorsetzt – ist genug, um jeden fertigzumachen [...] [/QUOTE]Daniel King, Wie gut ist Dein Schach, Beyer-Verlag, Hollfeld 1996, S. 89Und auch ein anderer Zeitgenosse, der bekannte Schachpublizist Johannes Fischer, beschrieb [URL="http://johannes-fischer.net/blog/2014/02/07/erinnerungen-an-sotschi-ein-potemkinsches-turnier/"]ähnliches[/URL] in der Endphase der Sowjetunion. Seine Zustandsbeschreibungen, übrigens aus Sotschi 1990, behandelten Themen rund um Vetternwirtschaft, Kriminalität, den Mangel an Ablenkungsmöglichkeiten, Schlendrian und Kakerlaken, eine Kostprobe[QUOTE]Einmal hörten wir, in der Bar unseres Sanatoriums könnte man an diesem Tag Eis bekommen. Rudy und ich gingen hin und bestellten zwei Portionen. Während wir unser Eis aßen, krabbelte plötzlich eine Kakerlake über den Tresen. Ohne eine Miene zu verziehen oder ein Wort zu sagen, griff die Bedienung nach einem Handtuch, fing die Kakerlake und zerquetschte sie. [/QUOTE]Heute gibt es die Sowjetunion zwar nicht mehr, aber noch immer wirken viele Strukturen aus der Vergangenheit des Landes fort. Ich erinnere mich an den Film [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.youtube.com/watch?v=yf04m7h9jcg". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "Vaterland" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.], nach dem gleichnamigen Buch von Robert Harris, in dem die Szenerie in Deutschland in den 60er Jahren beschrieben wurde, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte. Die Autos, die in den Straßen herumfuhren, sahen aus wie eine Mischung von westlichen Autos und den berüchtigten Ostblockautos aus den 60er Jahren, und diese symbolisierten damit gewissermaßen die Möglichkeiten einer vom Naziregime ausgehenden wirtschaftlichen Potenz. Die Nazis vertraten nicht den Klassenkampf, sondern die Volksgemeinschaft unter Inklusion und Versöhnung aller Klassen. Die Wirtschaft im Dritten Reich war keine sozialistische Planwirtschaft. Frei entfalten konnte sie sich dennoch nicht, da das Naziregime die eigene Wirtschaft kontrollierte und bei Bedarf "im Interesse der Nation" dirigierte und zudem Druck auf die einzelnen Unternehmer ausübte, wenn es den Nazis angemessen erschien. In solch einem Klima gedeihen Vetternwirtschaft und Korruption, es werden fähige Personen durch loyale Personen ersetzt, und die ständig drohende Gefahr, der eigene Besitz könne einem jederzeit wieder genommen werden, hemmt die eigene wirtschaftliche Tatkraft. In diesem Sinne ist die Wirtschaftsleistung in einem faschistischen Staat natürlich stärker als in einem Staat mit primitiver, jede Einzelinitiative hemmenden sozialistischen Planwirtschaft, aber schwächer als die Wirtschaftsleistung eines westlichen Landes. In diesem Zusammenhang erscheint mir heute die Wirtschaftsleistung in Rußland, das die Westorientierung unter Jelzin in den wilden 90er Jahren nie verstanden hat und folglich tatsächlich ein auch ökonomisches Trauma davongetragen hat. Doch gehört Rußland nach wie vor fast zu den Entwicklungsländern, da die nationale Wirtschaft kaum Kraft besitzt und fast ausschließlich von den hohen Gas- und Ölvorkommen zehrt, was Rußland als de-facto-Rentierstaat fast auf eine Stufe stellt mit diversen ölreichen Ländern in Arabien, ohne aber seinen Reichtum in diesem Umfang auf seine Landsleute verteilen zu können. Die Autoritarisierung der russischen Politik unter Putin, der Personenkult um ihn, und der extreme Druck auf die Wirtschaft, in der fast alle „Leistungsträger“ in kriminelle Machenschaften verstrickt sind und dafür zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie sich gegen das Regime Putin stellen, weist gewisse Ähnlichkeiten mit einem faschistischen System auf. Die Wirtschaft ist nicht mehr auf dem erbärmlichen Stand wie unter der Kuratel der Sowjetunion, aber wirklich befreien kann sie sich nicht, da sie auch im heutigen Rußland in ein enges Korsett gepreßt wird. Auch die Gesellschaft besitzt nun viele Freiheiten, von der sie in Zeiten kommunistischer Totalgleichschaltung nur träumen konnte. Es entstehen erbitterte kulturelle Kämpfe zwischen unterschiedlichen Lagern, die zu Sowjetzeiten mit dessen Informationsmonopol und seinen perfektionierten Kontrollmöglichkeiten allerdings schon im Keime erstickt worden wären. Die neuen Freiheiten werden heute immer wieder bedroht, teils von der russischen Regierung, teils von den eigenen Landsleuten, die sehr genau wissen, was sie von ihren Landsleuten erwarten, was konformes bzw. „traditionelles“ Verhalten betrifft.Sonderlich begeistert fiel so auch wenig überraschend die Meinung von Carlsens Manager Espen Adgestein über die Vergabe an Sotschi aus, jenem Sotschi, das von Johannes Fischer bereits wenig erbauend erwähnt worden ist, und in dem bereits die diesjährige Winter-Olympiade stattfand, in der Putin zwar formell den Olympischen Frieden wahrte, unmittelbar nach Schluß der Veranstaltung aber nach den westukrainischen Aufständen in die Krim einmarschierte. Aus [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/espen-agdestein-russland-ist-ein-wenig-unkomfortabel". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "chess24" versehen. 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[/QUOTE]In diesem Zusammenhang bezog sich Adgestein vor allem auf die politische Lage in Rußland, welche die Schach-WM durchaus überschatten könnte:[QUOTE]Gleichzeitig ist Russland als Austragungsort etwas unkomfortabel wegen der politischen Situation. Und wir wissen nicht, wie sich die Situation bis zum Match entwickeln wird. Das müssen wir in Betracht ziehen, wenn wir über das Match verhandeln.[/QUOTE](ebd.)Mit Verhandlungen scheint es Adgestein aber nicht so ernst zu nehmen, da er durchblicken ließ, die Entscheidung zähneknirschend akzeptieren zu wollen (vgl. einen Ausrichter zu finden, sei Sache der FIDE, nicht der Spieler [ebd.]). Eine Gefahr für den neuen Ausrichter droht stattdessen an anderer Stelle. Wie auch Adgestein erwähnte, stellt sich die Frage nach einem Sieg Kasparovs über Iljumschinov bei den kommenden FIDE-Wahlen, ob dieser eine Schach-WM in seinem verhaßten Heimatland akzeptieren wird. Dazu müßte Garri Kasparov zu einer Art von "Realpolitik" bereit sein, und ob er das ist, ist eine spannende Frage, hinter der momentan noch ein Fragezeichen steht. Kasparov gilt als geschickter und diplomatischer als sein Vorgänger, der Kopf-durch-den-Wand-Renner Robert Fischer, aber immer noch als ein großer, wenig kompromißbereiter Idealist.Die Nachricht, daß die Chancen für die Ausrichtung der nächsten Schach-WM, welche der Berliner Kurier nach Verstreichung der Bewerbungsfrist bereits [URL="http://www.schachburg.de/threads/1633-Schach-WM-2014-in-Gefahr-es-findet-sich-kein-Ausrichter!"]scheitern[/URL] ließ, wieder deutlich gestiegen sind, dürfte aber für viele Schachfreunde eine gute Nachricht sein. Die Erfahrung von vergleichbaren Sportkämpfen hat gezeigt, daß es nach der Phase der Proteste vor dem Turnier während des Turniers kaum noch jemanden interessiert, wo das Sportfest stattfindet. Dann tritt quasi automatisch der eigentliche Wettkampf in den Vordergrund.
Beitrag von Kiffing
Na, findet die Neuauflage nun statt? Das ist nämlich durchaus fraglich: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/ist-das-wm-match-in-gefahr". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://chess24.com/de/lesen/news/ist-d ... -in-gefahr" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]Was meint ihr?
Beitrag von Birliban
Bei den vielen Unklarheiten, halte ich es durchaus für möglich, dass die Neuauflage nicht statt findet. Sehe aber mehr Einwände vom Team Carlsens. Seitens der FIDE gibt es keine Dementi und auch bei Anand scheint soweit alles (start)klar.Meine Prognose: Die Neuauflage findet statt, selbst wenn sie nicht stattfinden sollte! :lach:
Beitrag von Birliban
[QUOTE=anonym]@Birliban"Meine Prognose: Die Neuauflage findet statt, selbst wenn sie nicht stattfinden sollte! "Hast Du früher beim Radio Eriwan gearbeitet? : )[/QUOTE]Weiß nicht, ob es Radio Jerewan auch schon gemeldet hat: Die Neuauflage Carlsen - Anand findet statt! Carlsen hat seinen Vertrag unterschrieben.:einigung:
Beitrag von Kiffing
Das Preisgeld [URL="http://de.chessbase.com/post/magnus-carlsen-unterschreibt-wm-vertrag"]"scheint"[/URL] auch von einer sehr vertrauenswürdigen Person zu kommen, nämlich von Aleksander Tkachev, dem Gouverneur der Region Krasnodar und einer der Anführer der "Volksrepublik Donezk". Dann hoffen wir mal, daß er den Ukraine-Krieg bis zur WM überlebt. :jaja:
Beitrag von Birliban
Ich bin zwar auch kein Anhänger von Tkachev und einigermaßen irritiert, dass der das Preisgeld zur Verfügung zu stellen "scheint" - aber sollte das ein Grund sein, an dem sich Anand oder Carlsen stören, bleibt ihnen immerhin die Möglichkeit, die 1,5 Millionen der Organisation "Brot für die Welt" oder für andere "gute Zwecke" zur Verfügung zu stellen. Das werden beide aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht tun, ja nicht einmal in Erwägung ziehen.
Beitrag von Kiffing
Ehrlich gesagt bin ich sogar froh, daß sich mit Sotschi noch ein Ausrichter für die diesjährige Schach-WM gefunden hat. Man darf eben nicht vergessen, daß es vor Sotschi keine Interessenten gegeben hatte, und so bleibt uns als Schachfreunde die Möglichkeit, wieder eine faszinierende Schach-WM mitzuerleben, die Neuauflage von Anand vs. Carlsen, die wir auf Schachburg wieder würdig begleiten werden. Und Rußland dürfte wegen seiner Tradition natürlich in der Lage sein, eine ordentliche Schach-WM auf die Beine zu stellen. Der politische Hintergrund angesichts der globalen Krise ist aber mindestens interessant, und so bin ich gespannt, was sich da auch in dieser Beziehung bis und bei der WM so entwickeln wird.
Beitrag von Kiffing
Dann einmal zum schachlichen Part. Wie ist die Ausgangslage? Was spricht für Carlsen? Was spricht für Anand?Für Magnus Carlsen spricht die hohe Elodifferenz der beiden, an der sich im Vergleich zur letzten WM wenig geändert haben dürfte. Die nach dem Sinquefield-Cup nicht mehr ganz so unangefochtene Nummer eins der Weltrangliste liegt bei 2863 Punkten, Anand bekleidet Position sechs und ist 2785 Elopunkte schwer. Das ist eine Differenz von 78 Punkten. Hinzu ist Magnus Carlsen eingespielter. Denn Carlsen hat sich vergangene Saison als spielender Weltmeister erwiesen und an zahlreichen Topturnieren mitgewirkt, während Anand seine Ambitionen wohl ausschließlich auf die Weltmeisterschaftskämpfe beschränkt hat. Carlsen wirkt zur Zeit überspielt, oder er ist schlichtweg in einer Krise, über deren Gründe ich mich nicht auslassen kann. Diese Fokussierung Anands auf diese Neuauflage der letztjährigen Schach-WM könnte so auch gewisse Vorteile mit sich bringen, die vom freien Kopf, einer optimalen, auch mentalen Vorbereitung bis hin zu allerlei Geheimnissen in seinen Eröffnungssystemen reichen. Es ist offensichtlich, daß Anand seit Monaten zusammen mit seinen Sekundanten an gefährlichen Rezepten gegen den Norweger braut. Gerade in dem Eröffnungswissen gilt Anand gegenüber Carlsen bei vielen Experten als überlegen. Für Anand wird diese WM etwas Besonderes sein, für Carlsen ist es nur ein Turnier von vielen.Für Vishy Anand spricht zudem seine Wiedergeburt beim Kandidatenturnier in Chanty-Mansijsk, das er mit einem Punkt Vorsprung vor Sergei Karjakin gewann. Vor dem Kandidatenturnier hatte Anand wohl nahezu jeder abgeschrieben, und er selbst war auch drauf und dran, seine Teilnahme zugunsten von Fabiano Caruana abzusagen. Doch das Ergebnis von Chanty-Mansijsk hat gezeigt, der Tiger ist wieder da, der Tiger ist wieder heiß, zumindest wenn es um Kämpfe um die Weltmeisterschaft geht.Grundsätzlich denke ich, daß Anand aus der letzten WM mehr Erkenntnisse als Carlsen gezogen haben dürfte. Carlsen hatte es ob der zahmen Gegenwehr des Tigers zu leicht, während Anand bereits grundsätzliche Fehler gemacht hat. So schwächelte Carlsen, der später zugab, am Anfang der WM nervös gewesen zu sein, leicht und machte durchaus einige Fehler, die vom Tiger aber nur dergestalt beantwortet wurden, daß er schnell ins Remis abwickelte. So blieb diese Schwächephase zum WM-Auftakt für Carlsen ohne Folgen, und als Carlsen seine Nervosität abgelegt hatte, war er dem Inder deutlich überlegen. Man braucht kein Prophet sein, um vorauszusagen, daß Anand schon direkt am Anfang entschlossener zu Werke gehen und gewillt sein wird, seine Chancen zu nutzen. Es wird wieder eine großartige WM werden. Die Umfrage ist offen. Wen seht ihr nach den Kämpfen auf dem Thron?
Beitrag von Birliban
[url]http://www.poetron-zone.de/cgi-bin/poetron?F=f&Q=N&T=G&B1=Bitte+dichte+f%FCr+mich%2C+Poetron!&C=1[/url]Hier ein Link zum Gedichte-Generator. Gedichte werden per Computer erstellt. Auch zum Thema Schach. Man muss nur noch ein paar Substantive, Verben, Adjektive eingeben - und schon kann das Gedicht generiert werden. Mehrfachversuche sind möglich, sollte der erste Wurf doch nicht so gelungen sein.Zugegeben, mein erster Versuch, ein Gedicht zur bevorstehenden Weltmeisterschaft zwischen Carlsen und Anand per Computer zu generieren, ist nicht gerade überragend geglückt. Aber amüsant ist es doch. Wer schafft es besser?Ode an CarlsenDu abwartenes Ding du! Carlsen, die aggressive Tulpe. Jenseits von Eden in allen Welten! Ich spiele! Ich wasche! Du schachliche Lust! Carlsen du, Bereit in endloser Nacht. Welch Schrecken! Carlsen zwischen Murren und Waschen. Carlsen meist ach so aggressiv. :irre2:
Beitrag von Kiffing
Wo wir gerade bei Carlsen-Parodien sind, hatte dieses Video zwar schon mal gepostet, aber hier paßt es auch gut hin. :D[video=youtube;0rldaF4w0o4]http://www.youtube.com/watch?v=0rldaF4w0o4[/video]
Beitrag von Birliban
Bingo! Passt sehr gut zum Text - so richtig Ballaballa! So stelle ich mir immer Schachspieler vor nach Einweisung in die Psychiatrie und nach 50-jähriger Berufserfahrung als Schachprofi. :tanz:
Beitrag von mvallon
Die Karten sind offener gemischt. Psychologisch betrachtet hat Anand unschätzbar viele Vorteile mehr in der Hand. Vergleicht man es mit der Situation in Chennai letztes Jahr. Niemand hat mit ihm gerechnet. Auch der bekannte Kommentator Daniel King hatte Anand nicht als Sieger des vergangenen Kandidatenturniers in Khanty-Mansijsk auf seiner Rechnung gehabt. Die Überraschung war ihm eindeutig gelungen. Denn mit Anand `s Rückkehr rechnete kaum jemand. Magnus Carlsen steht stark unter Druck. Er möchte keinesfalls in die Riege der Weltmeister fallen, die es nur für ein Jahr gewesen sind. Nicht in die Falle von Smyslow und Tal kippen. Dies will er unbedingt verhindern. Sein WM-Titel soll eine Erfolgsstory werden. Das geht nur, wenn er ihn lange und unterbrechungsfrei trägt. Das hat zuletzt auch viel mit monetären Gesichtspunkten zu tun. Denn jedes gespielte Match um die Schach-Weltmeisterschaft ist nicht nur prestigeträchtig, sondern generiert auch beträchtliche Einnahmen. So oder so. Der Schachweltmeister gilt nach wie vor als 1. Instanz in Schachfragen. Carlsen ist im Rückkampf nun selbst der Gejagte. Anand kann hingegen befreiter aufspielen. In der Vergangenheit hat er unzählige Erfolge für sich verbuchen können. Niemand blickt auf ihn herab, wenn er den Sieg 2014 in Sotschi knapp verpassen würde. Das Blatt hat sich gegenüber dem Vorjahr gewendet. Anders für Carlsen. Eine Niederlage wäre für ihn sehr schmerzhaft. Deshalb vermute ich, das er viele Dinge im Kopf hatte, bevor er seinen WM-Vertrag exakt am Frist-Ablauftag unterzeichnete. Die Gründe des langen Hinauszögerns kennt nur er selbst und sein Team. Ich denke nur, dass einiges mehr an Überlegungen dahintersteckte als offiziell bestätigt wurde. Die TV-Rechte zu regeln - gut, vielleicht war es einer der Gründe. Dennoch vermute ich, das es in Wirklichkeit weit mehr waren. Die Angst vor einem Imageschaden, würde er das Match gegen Anand wider Erwarten verlieren, könnte ein solch weiterer Grund gewesen sein. Seine 2 Verlustpartien während der Olympiade in Norwegen haben ihm gezeigt, das er verwundbare Stellen hat. Für Magnus Carlsen wäre es angenehmer gewesen, wenn ein anderer Spieler sein Herausforderer geworden wäre (mit Ausnahme von Kramnik vielleicht). Natürlich ist das Spekulation, es liegt aber auch auf der Hand. Für Anand ist das eine komfortable Situation. Carlsen muss sich hingegen beweisen. Erstens, das er tatsächlich besser spielt als sein Herausforderer, zweitens um seine Erfolgsserie fortzusetzen, das Schach über lange Zeit dominieren zu können. Denn würde Magnus verlieren, wäre er erneut mit der hochkarätigen Weltelite konfrontiert. Weitere harte 14 Runden in einem Rundenturnier, dessen Ausgang auch für ihn unwägbar sein würde. Setzt man diesen emotionalen Aspekt fort, müsste er wiederum gegen Anand im Kampf um die Weltmeisterschaft antreten. Den entsprechenden Siegeswillen dann unter Beweis zu stellen, wäre für Carlsen eine ausgesprochen harte Prüfung. Vorstellbar, aber ein gewaltiger Drahtseilakt mit den Nerven, vor allem da Fabiano Caruana ein weiterer Mitbewerber sein wird. Anand dürfte dieses Mal nur sehr knapp verlieren, wenn er verliert. Er kann den Ball teilweise ins andere Lager spielen. Er sollte sehr darauf achten, wie er seine Partien aufbaut. Sich auf seine Stärken besinnen, mehr Risiko gehen, denn eine abwartende Haltung gegen Carlsen ist tendenziell ein schlechtes Rezept. Letztes Jahr hat er sich zu oft auf feindlichen Boden ziehen lassen - und Magnus Carlsen nutzte diese Gelegenheiten und schlug zu. Ich vermute, Anand hat hieraus seine Lehren gezogen.Hält er Carlsen auch im psychologischen Sinne stand? Ist Anand mental in der Lage, ein Match gegen ihn von der 1. Partie an positiv zu gestalten? Eine Linie in die Zukunft zu legen, in der er sich am Ende als Sieger sieht? Das hat viel mit Nervenstärke und Glauben an sich selbst zu tun. Technisch sehr gut spielen zu können ist wichtig, aber das ist es nicht alleine.Carlsen wird nur dann wieder souverän aufspielen, wenn er sich nicht irritieren lässt und das wird gar nicht so einfach sein. Wenn er hochklassiges Schach spielt, wird er vermutlich das Match gegen Anand knapp gewinnen - aber auch eben nur dann.Meine Prognose - gewagt oder nicht, lautet: 50:50[Hier befand sich ein Link auf die Seite "www.schach-blog.html". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "www.schach-blog.de" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]
Beitrag von Birliban
" Hält er Carlsen auch im psychologischen Sinne stand? Ist Anand mental in der Lage, ein Match gegen ihn von der 1. Partie an positiv zu gestalten? " mvallonSolange sich diese Fragen nicht eindeutig positiv für Anand beantworten lassen, glaube ich nicht an ein ausgeglichenes Match. Aber - je stärker Anand sein wird/kann, umso besser, spannender und weniger einseitig wird diese Weltmeisterschaft. Meine Stimme (obige Umfrage) habe ich gerade für Carlsen abgegeben. :embarrassed:
Beitrag von mvallon
"Solange sich diese Fragen nicht eindeutig positiv für Anand beantworten lassen, glaube ich nicht an ein ausgeglichenes Match." BirlibanJa, zu Turnierbeginn werden die Weichen gestellt. Ganz ehrlich, ich hoffe auf einen Start wie in Sofia 2010 gegen Topalov. Hier ging es bereits in den ersten beiden Partien schnell zur Sache. Aber du hast Recht - Anand wird uns diese Frage schon bald beantworten :)"Aber - je stärker Anand sein wird/kann, umso besser, spannender und weniger einseitig wird diese Weltmeisterschaft." BirlibanIch bin zuversichtlich, das Anand dieses Mal mit mehr Selbstbewusstsein in die Partien reingeht. Er konnte beobachten, das Carlsen nicht unverwundbar ist. Gleichzeitig wird er davon ausgehen müssen, das Carlsen sehr wahrscheinlich bissiger agieren wird als während der Olympiade in Tromsö. Hier geht es einfach um deutlich mehr. Wenn Anand so stark spielt wie ich hoffe, dürfte/könnte es ein scharfkantiges Match werden :heiter: [QUOTE="Birliban"]Meine Stimme (obige Umfrage) habe ich gerade für Carlsen abgegeben. :embarrassed:[/QUOTE]Das verstehe ich auch irgendwie :denknach:
Beitrag von Birliban
Ich bin auch schon auf die Matchstrategie beider sehr gespannt. Ich vermute, daß es ähnlich zaghaft los geht, wie letztes Jahr. Carlsen wird möglicherweise nichts dagegen haben, die Spannung und mentale Anspannung langsam aber stetig bis ins Unerträgliche zu steigern: Selbst wenn der Fall eintreten sollte, daß die ersten sechs Runden Remis enden, wird Anand zeigen müssen, daß er mental fit ist und der nervlichen Belastung stand halten kann. Hier scheinen mir vor allem die Vorteile bei Carlsen zu liegen: Je länger alles in der Schwebe ist, umso größer die psychische Belastung für Anand.Zwar ist auch Carlsen keine Maschine und muß zeigen, daß er mit dem von dir geschilderten Druck umgehen kann, aber ich glaube, daß Carlsen die stärkeren Nerven hat. Schaun wir mal - vielleicht gehts ja doch so fulminant los, wie in Sofia Anand - Topalov? Meist kommts ja immer anders und zweitens: als man denkt... :shocked:
Beitrag von mvallon
Danke für deine detailierte Einschätzung. Denkbar, dass es so oder so ähnlich ablaufen könnte.Ich denke auch, das Carlsen im Zweifelsfall mental stärker ist. Er weiß jedoch auch, das er die WM in Sotschi nicht verlieren darf, will er seinen Status/Nimbus in der Schachwelt solide aufrechterhalten. Für Anand wäre ein "fulminanter" Start, wie du es genannt hast, vielleicht die einzig wirkliche Chance. Die Vorbereitungen sind irgendwie eine Art Pokerspiel. Zu hoch gesetzt, und du stehst mit dem Rücken zur Wand. Vielleicht schon sehr früh. Gehst du allerdings zu vorsichtig ins Spiel, hast du das Risiko, das dein Gegner in die Lücke hineinstößt und dich ausbootet. Wenn Anand gewinnen würde, wäre es die spektakulärste WM, die er jemals gespielt hat. Doch vorher ist dieses Match einfach nur seine schwierigste Herausforderung, Eine extrem harte Nuss. Schauen wir einfach - vermutlich knackt Anand demonstrativ nach jedem Zug eine Walnuß :-)
Beitrag von Kiffing
Ich denke auch, daß Anand aus seiner wohl falschen, weil zu ängstlichen Grundhaltung aus Chennai gelernt hat. Nur glaube ich ehrlich gesagt, daß Carlsen noch mehr vom Erfahrungsbonus profitieren wird. Bei Anand war es in Chennai, wenn ich mich nicht verzählt habe, sein bereits 6. WM-Finale, während Carlsen solch eine Atmosphäre das erste Mal schnuppern durfte. Entsprechend nervös und ungewohnt ungenau agierte er am Anfang des Finales, und nur weil Anand auch in besseren Stellungen wiederholt bereit war, die Stellung ins Remis verflachen zu lassen oder in Zugwiederholungen einzuwilligen, konnte der Norweger sein Lampenfieber ablegen und dann entsprechend Gas geben. Somit denke ich, daß der Unterschied zwischen zweitem und erstem WM-Finale, was den Erfahrungszuwachs anbelangt, gewichtiger ist als der Unterschied zwischen dem siebten und dem sechsten WM-Finale.
Beitrag von Kiffing
Anand beginnt morgen mit Weiß. Gespielt wird immer um 13:00 MEZ (Sotschi = 15:00), nach jeweils zwei Partien gibt es einen Ruhetag. Tippt noch fleißig mit, für alle, die es noch nicht gemacht haben, ab dem 1. Zug ist die Umfrage geschlossen. :top:Normalerweise verfolge ich die Turniere immer auf Chessdom. Aber ich werde Chess24 mal eine Chance geben.
Beitrag von Kiffing
Oha, die Kommentierung auf Chess24 schlägt Chessdom um Längen. Videobegleitung mit Kommentaren auf deutsch von zwei Personen, wo ich leider trotz Internetrecherche nicht herausfinden konnte, wer die sind, scheinen aber viel Ahnung vom Schach zu haben. Ich denke, sie gehören zu den Machern von Chess24. Eröffnet wurde mit Grünfeldindisch, leider kann ich das nicht interpretieren. zugzwang, übernehmen Sie. :D[Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/watch/live-tournaments/worldChampionship2014/1/1/1". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://chess24.com/de/watch/live-tourn ... 2014/1/1/1" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]
Beitrag von zugzwang
13. 0-0-0:Vishy mit "Fischer-Läufer" gegen Springer bei heterogenen Rochaden.Ich denke, Vishy hat einen Stellungstyp erreicht, wie er von Experten als für ihn chancenreicher vorgeschlagen wurde. Sieht derzeit mehr nach Verwicklungen als nach subtiler Technik aus.Zeitverbrauch spricht auch noch dafür, daß Vishy die Mittelspielmöglichkeiten zu Hausemit dem Team geprüft haben könnte. Er spielt aber gegen den hartnäckigsten Verteidiger der aktuellen Szene.Bisher ein verheißungsvoller Auftakt für eine spannende Partie dank GID-Nebensystem.Werde die Partie leider nicht in ganzer Länge live verfolgen können, hoffe aber vor der zeitkontrolle wieder amRechner zu sitzen...[HR][/HR][Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.schachburg.de/threads/1810-Zeitumstellung-im-Forum". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "[…]" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]
Beitrag von Kiffing
Die Kommentatoren auf Chess24 sind - habs jetzt endlich herausgefunden - die beiden GMs Arik Braun und Ilja Zaragatski.[HR][/HR][Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.schachburg.de/threads/1810-Zeitumstellung-im-Forum?p=23446&viewfull=1#post23446". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "[…]" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]
Beitrag von Kiffing
Mit einem gehaltvollen Remis in einem Grünfeldinder endete die Auftaktbegegnung in Sotschi. Vishy Anand war, wie von seinen Fans erhofft, diesmal wesentlich aggressiver gestimmt als in der Vorgänger-WM der beiden in seiner Heimatstadt Chennai (Madras). Magnus Carlsens starke Replik 13. ...c6 nutzte der Herausforderer dazu, durch einen taktisch forcierten Zentralvorstoß seines Bauern das starke Feld e6 für seinen Läufer zu gewinnen. Der Weltmeister hingegen erhielt das starke Feld d6, auf dem er fortan ganz nach dem Muster von Nimzowitsch (Mein System) lavierte. Die Strukturen waren heterogen, und so hatten beide ihre Chancen. Carlsen erzwang nun den Tausch des starken Le6 gegen seinen Springer, Anand versuchte noch das aggressive 22. f5. Doch sah der Textzug gefährlicher aus als er war, weil der Bf5 nicht auf e6 wiedernehmen darf, weil nach 22. f5 Sxe6 23. fxe6 Tfd8 schließlich der Bd5 verlorenginge. In der Folge der Abtäusche auf e6 verflachte die Partie, was stilistisch mehr Magnus Carlsen entgegenkommt, der im letzten Jahr bekanntlich zwei eher ausgeglichene Turmendspiele gegen Anand gewinnen konnte. Diesmal jedoch war Anand hellwach und führte die Partie konzentriert zu Ende.Was bleibt als Resümee? Während Carlsen ungefähr den Erwartungen entsprochen haben dürfte, hat der Inder zum Auftakt seine beiden verheerenden Schwächen vom Vorjahr nicht gezeigt. Er spielte weder zu ängstlich und unentschlossen, noch ließ er sich in unscheinbaren Stellungen aus dem Konzept bringen und bot seinem Gegner bis zum Ende Paroli. Die Auftaktpartie ist unvergleichlich besser als die enttäuschende Auftaktpartie im letzten Jahr, und das ist für den weiteren Verlauf der WM ein gutes Zeichen. [Event "Schach-WM 2014"][Site "Sotschi"][Date "????.??.??"][Round "1"][White "Vishy Anand"][Black "Magnus Carlsen"][Result "1/2 - 1/2"][PlyCount "95"][TimeControl "240+2"]{1024MB, Fritz8.ctg} 1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 d5 4. cxd5 Nxd5 5. Bd2 Bg7 6. e4Nxc3 7. Bxc3 O-O 8. Qd2 Nc6 9. Nf3 Bg4 10. d5 Bxf3 11. Bxg7 Kxg7 12. gxf3 Ne513. O-O-O c6 14. Qc3 f6 15. Bh3 cxd5 16. exd5 Nf7 17. f4 Qd6 18. Qd4 Rad8 19.Be6 Qb6 20. Qd2 Rd6 21. Rhe1 Nd8 22. f5 Nxe6 23. Rxe6 Qc7+ 24. Kb1 Rc8 25. Rde1Rxe6 26. Rxe6 Rd8 27. Qe3 Rd7 28. d6 exd6 29. Qd4 Rf7 30. fxg6 hxg6 31. Rxd6 a632. a3 Qa5 33. f4 Qh5 34. Qd2 Qc5 35. Rd5 Qc4 36. Rd7 Qc6 37. Rd6 Qe4+ 38. Ka2Re7 39. Qc1 a5 40. Qf1 a4 41. Rd1 Qc2 42. Rd4 Re2 43. Rb4 b5 44. Qh1 Re7 45.Qd5 Re1 46. Qd7+ Kh6 47. Qh3+ Kg7 48. Qd7+ *
Beitrag von chessiscruel
spannende Partie und ein gelungener Auftakt,es freut mich auch ,daß Carlsen für die Wm das eher dynamische Grünfeldindisch vorbereitet hat,was zuletzt ja eher eine seltene Wahl im Spitzenschach war.Aber wie heisst es so schön "totgesagte(Eröffnungen) leben länger." Freue mich schon auf morgen und bin schon gespannt was dann aufs Brett kommt.Mein Tip:Magnus wird Vishy und uns Alle überaschen und 1.e2- e4 spielen
Beitrag von chessiscruel
hahaha ich hab recht gehabt :-)
Beitrag von Kiffing
Magnus Carlsen hat seine Zacken auf seiner Schachkrone noch einmal vergolden können. Gegen Vishy Anand gelang ihm heute eine der wenigen Glanzsiege, die eine ganze Schach-WM prägen können und die in den Lehrbüchern als Paradigmen seiner Dominanz fortan aufgeführt werden. Solch einen schönen spektakulären Sieg hatte Carlsen letztes Jahr gegen Anand nicht aufzeigen können. In dieser WM gelingt ihm solch ein unsterblicher Klassiker gleich schon in der 2. Runde.Magnus Carlsen hatte seinen Gegner nach 1. e4 und einem nur scheinbar ruhigen Spanier schon in der frühen Mittelspielphase kalt erwischt und psychologisch überrascht. Wahrscheinlich rechnete Anand mit einem langwierigen Positionskampf in den von Carlsen geliebten unscheinbaren Strukturen. Doch mit 14. Ta3 gelang es Carlsen, die Partie abrupt in völlig andere Fahrwasser zu überführen. Carlsen zog seinen Springer nach h4 und dann nach f5, schwenkte mit seiner Dame nach h5, und als dann auch noch der Ta3 sich auf g3 in die weiße Schlachtordnung integrierte (der Lc1 wirkt in dem Sinne ohnehin schon auf seinem Ausgangsfeld), standen die Zeichen für Anand auf Sturm. Den Königsangriff konnte der Inder zwar noch abwenden, aber nur durch das Opfern eines Bauern, weil der Bf4 ein Kind des Todes war. Aus diesem Grund verschmähte Carlsen diesen Bauern und setzte stattdessen auf durch den Blackburne-Rammbock (Ausdruck von Bronznik und Terekhin, andere sprechen von der Aljechin-Kanone) verwirklichte vollständige Domination auf der e-Linie. Unter Anbetracht der Tatsache, daß Weiß jederzeit den Bf3 erobern kann, war die Lage des Inders positionell und materiell fast hoffnungslos. In schwieriger Lage beschleunigte der Inder durch einen Patzer sein Ende, indem er seinen Gegner mit seinen beiden Schwerfiguren vernichtend auf die vorletzte Reihe eindringen ließ. Dieser Sieg dürfte sogar Robert von Weizsäcker gefallen haben, weil Anand "spielerisch" und nicht "sportlich" bezwungen wurde. [Event "Carlsen-Anand World Championship"][Site "Sochi RUS"][Date "2014.11.09"][EventDate "2014.11.07"][Round "2"][Result "1-0"][White "Carlsen"][Black "Anand"][ECO "C65"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 Nf6 4.d3 Bc5 5.O-O d6 6.Re1 O-O 7.Bxc6 bxc6 8.h3 Re8 9.Nbd2 Nd7 10.Nc4 Bb6 11.a4 a5 12.Nxb6 cxb6 13.d4 Qc7 14.Ra3 Nf8 15.dxe5 dxe5 16.Nh4 Rd8 17.Qh5 f6 18.Nf5 Be6 19.Rg3 Ng6 20.h4 Bxf5 21.exf5 Nf4 22.Bxf4 exf4 23.Rc3 c5 24.Re6 Rab8 25.Rc4 Qd7 26.Kh2 Rf8 27.Rce4 Rb7 28.Qe2 b5 29.b3 bxa4 30.bxa4 Rb4 31.Re7 Qd6 32.Qf3 Rxe4 33.Qxe4 f3+ 34.g3 h5 35.Qb7 1-0
Beitrag von mvallon
Das Gefahrenpotenzial war bereits im Mittelspiel für Anand sehr hoch. Das ist richtig. Zuletzt ist er immerhin mit leichten Blessuren Schlimmerem entkommen. Die Position war extrem unangenehm zu spielen. Wieder einen weiteren Kampf ums Überleben zu spielen, war nicht das was er in der 2. Partie erreichen wollte. Die ablaufende Zeit auf der Uhr machte ihm besonders zu schaffen. Der Zug Bh5 wäre ihm unter normalen Gegebenheiten nicht unterlaufen. Wäre die 1. Zeitkontrolle bereits durch gewesen, hätte Vishy den Zug mit der Dame auf das d2-Feld sehr wahrscheinlich gefunden. Für Carlsen war es nach Anands Fehlgriff keine Schwierigkeit mehr, den Rest zu vollenden und die Dame nach b7 zu stellen. Dieser plötzliche Verlust war für Anand höchstwahrscheinlich niederschmetternd, weil er sofort erkannte, dass eine Fortsetzung der Partie mit Dame d2, ihm aller Wahrscheinlichkeit nach ein Remis ermöglicht hätte. Für die 3. Matchpartie wäre das ein enormer Vorteilsfaktor gewesen.Jetzt hat er auch die mentale Aufgabe, emotional nicht mit dem Rücken zur Wand zu spielen. In dieser Beziehung ist ein so früher Rückstand gefährlich, kann aber auch überraschend Kräfte frei werden lassen. Ich hoffe für ihn, das er sie aktivieren kann.
Beitrag von chessiscruel
Also ganz ehrlich,vom Niveau her war Anands Partie gestern eine Katastrophe.Jeder Spieler aus der 3. oder 4. Liga,verteidigt sich besser und findet statt h5 Dd2. auch im Mittelspiel hat Anand gepatzt.Ohne ,daß mich die Vishy Fans jetzt killen,es ist für ihn an der Zeit in Schachpension zu gehen,er hat weder die Kraft,noch Energie und schon gar nicht mehr die Kondition ,um mit den jungen Spielern Carlsen oder Caruana mitzuhalten.Das er sich erneut für die Wm qualifiziert hat,war ein letztes Aufflackern seiner früheren Stärke,aber jetzt ist es vorbei,leider
Beitrag von Kiffing
Ja, das befürchte ich auch. Ich denke, bei Carlsen vs. Caruana wird es wieder spannender. Hier müssen die Anand-Fans auf ein Wunder hoffen.
Beitrag von Birliban
Etwas in Anand weiß/fühlt, daß er Carlsen nichts Adäquates mehr entgegensetzen kann. Das wird besonders in der 2. Partie deutlich und gipfelte in 34...h5. Kein Zeitnotfehler, sondern ein Fehler der psychologische Ursachen hat: Das unbewußte Eingeständnis, daß er, Anand, am Ende mit seinem Latein gg. Carlsen ist.
Beitrag von mvallon
Denke, du liegst mit deiner Einschätzung ziemlich nah dran. Anand ist eigentlich der Typ, der solche Niederlagen immer schnell und überraschend ausgleichen konnte. In Sofia war dieses Rezept realistischer. Nur jetzt sitzt ihm Carlsen gegenüber, jemand der ihm rein technisch, strategisch sichtbar überlegen ist. Es braucht nur eine halbe Klasse zu sein. Allein das macht es schwierig für ihn. Ein Remis kann er noch forcieren, wenn er stark spielt. Wie du sagst "er spürt" jedoch, ein Sieg ist "fast" unmöglich. Dann ist es furchtbar schwer, seine ganzen Kräfte auf die Partien in der Form zu konzentrieren, mit dem Ziel lediglich ein Unentschieden zu erreichen. Nach seinem (für ihn) spektakulären Erfolg im Kandidatenturnier und auch seinem Sieg in Bilbao dachte ich mir, Anand nimmt diese Stärke und Zuversicht mit. Seine Mimik verrät inzwischen auch den Zweifel. Das nahezu Unmögliche zu vollbringen zu müssen, dieses Match nochmal zu drehen und auszugleichen. Vielleicht steht Anand tatsächlich auf Anschlag und sieht, das selbst eine Topform mit ausgeklügelter Vorbereitung nicht reichen. Mit dieser Erkenntnis wird es hart, weil die Hoffnung als letztes verloren geht. Ein weiterer Rückschlag in der 3. - 6. Runde und es besteht die Gefahr, das die Angst vor einem Gesichtsverlust hinzukommt. Ein Remis braucht er heute unbedingt. Alles andere wäre fatal und vorentscheidend.Get a move on Vishy!
Beitrag von mvallon
Bevor ich es vergesse. Ich bin überzeugt, das ihm h5 niemals passiert wäre, selbst unter diesen Umständen nicht. Die Zeitnot kam einfach noch zu den anderen Ursachen hinzu. Das war zu viel für ihn. Vermutlich hatte er kurz vor diesem fatalen Fehler innerlich aufgegeben. Insofern hast du natürlich gleichzeitig recht. Der Druck dieser Situation, dann passiert es, dir entgleitet etwas.
Beitrag von Birliban
" Seine Mimik verrät inzwischen auch den Zweifel. Das nahezu Unmögliche zu vollbringen zu müssen, dieses Match nochmal zu drehen und auszugleichen. Vielleicht steht Anand tatsächlich auf Anschlag und sieht, das selbst eine Topform mit ausgeklügelter Vorbereitung nicht reichen. Mit dieser Erkenntnis wird es hart, weil die Hoffnung als letztes verloren geht. Ein weiterer Rückschlag in der 3. - 6. Runde und es besteht die Gefahr, das die Angst vor einem Gesichtsverlust hinzukommt. Ein Remis braucht er heute unbedingt. Alles andere wäre fatal und vorentscheidend.Get a move on Vishy! " mvallonNun ist es gar ein ganzer Punkt geworden. Weder einen Sieg heute, noch einen Sieg überhaupt in diesem Match gg. Carlsen hätte ich ihm zugetraut. Respekt und meine Gratulation für Anand!
Beitrag von mvallon
"Nun ist es gar ein ganzer Punkt geworden. Weder einen Sieg heute, noch einen Sieg überhaupt in diesem Match gg. Carlsen hätte ich ihm zugetraut. Respekt und meine Gratulation für Anand!" BirlibanUnglaublich, aber wahr! Diesen Punkt hat er souverän herausgespielt. Carlsen ist für ihn jetzt nicht mehr unüberwindbar. Anand hatte in diesem "Abgelehnten Damengambit" einen kompromißlosen Weg gewählt. Und er hat ihn ans Ziel geführt. Gratulation!Sag` ich doch immer. Risiko lohnt sich. Nicht immer gibt es Alternativen.
Beitrag von Kiffing
Der Tiger aus Madras hat sich heute mit einem Sieg gegen Magnus Carlsen zurückgemeldet und mit seinem ersten WM-Sieg im dreizehnten WM-Spiel gegen den Norweger egalisiert. Nun werden die Karten neu gemischt.Vishy Anand konnte heute seine große Stärke, sein akribisches Eröffnungswissen, gegen seinen eher mittel- und endspielfreudigen Gegner ausspielen. Nach einer Hauptvariante im Damengambit, das nach Anands 5. Lf4 schnell in typische Strukturen der Londoner Verteidigung mündete, konnte Anand seinen Gegner mit dem Tausch des Läufers auf a6 wohl überraschen, der nach einem Bauernopfer zu einem scharfen taktischen Angriff von Weiß am Damenflügel führt. Vielleicht war dieses seltene Abspiel Carlsen tatsächlich nicht bequem, der evtl. mit dem "normalen" 11. 0.0 rechnete, wonach Schwarz die Wahl zwischen 11. ...Dc8 und 11. ...Lxd3 hat und damit jeweils gute Chancen, dem nun eher schematischen weißen Druck Stand zu halten. Nach dem gestrigen Sieg wäre Carlsen mit einem Schwarzremis einverstanden gewesen. Anands 11. Lxa6 dagegen wurde bisher laut Eröffnungsdatenbank Shredder nur ein [URL="http://www.shredderchess.de/online-schach/online-datenbanken/eroeffnungs-datenbank.html"]einziges Mal[/URL] gespielt. Hier war es Carlsen, der im 15. Zug abwich und 15. ...a4 wählte anstatt den Vorgängerzug 15. ...bxa3. Vishy Anand hatte alles richtig gemacht. Natürlich mag es umstritten sein, ob das Bauernopfer "objektiv korrekt" sei. Aber wie schon Naiditsch und Saric in Tromsö gezeigt haben, kann der Norweger durchaus in scharfen, undurchsichtigen Abspielen aus dem Konzept gebracht werden, und es war Anands einzige Chance, aufs Ganze zu gehen anstatt in eher klassischen Strukturen gegen den norwegischen Super-Techniker auf zwei Ergebnisse zu spielen, nämlich auf Remis oder Niederlage.Durch sein scharfes Spiel hatte Vishy Anand einen starken Freibauern auf c7 eingepflanzt. Mit 17. Sg5! zeigte Anand bereits die Schwächen des Schwarzen rund um diverse Bindungskomplexe um die durch den Freibauern verursachte sensible Zone von Schwarz auf. Carlsen wehrte den weißen Angriffszug mit 17. ...Sdf6 ab und gab dem Inder nun die Konzession, daß eine weitere Figur vom Damenflügel abgezogen wird, während Anand nun an beiden Flügeln über gefährliches Drohpotential verfügt. Niemand wird Magnus Carlsen bei seiner exorbitanten Spielstärke einen schwachen Taktiker nennen. Aber er dürfte in der Technik stärker sein als in der Taktik. Der entscheidende Punkt für seinen schnellen Fehlgriff unter dem Drucke Anands aber ist wohl, daß auch ein Magnus Carlsen die psychologische Situation nicht mag, welche die allermeisten Genies unter sich vereinigen, in die Defensive gedrängt zu werden und sich verteidigen zu müssen anstatt dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen. 18. ...Sxe4? war bereits ein ernster Fehler, der Anand eine "objektiv" bessere Stellung einbrachte. Der Springer muß mit dem Bauern wieder geschlagen werden, weil Weiß nun den Springer mit 19. f3 vertreibt, dem aber im Gegensatz zu 18. ...dxe4 nun sein Weg nach f6 verbaut ist wegen 20. Ld6! +- Magnus Carlsen reagierte auf die neue Situation, indem er seinen Springer taktisch gegen den weißen Sb5 tauschte. Mit einer starken Bauernmasse von Weiß im Zentrum mußte er sich nun mit einem weiteren Problem auseinandersetzen. Während das weiße Bauernbollwerk jeden schwarzen Entlastungsangriff zunichte machte, spielte sich der Inder in einen Rausch und integrierte jede Figur in den weißen Angriff rund um seinen großen Trumpf des Bc7. Nach 29. Da6! war die Stellung bereits für Weiß gewonnen, weil die Figuren des schon zuvor paralysierten Norwegers sozusagen zu Tode gebunden waren. Die Ernte ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem rauschenden Kombinationsfeuerwerk gewann der Inder einen ganzen Turm und damit die Partie. Bekanntlich entwickelte sich das Drama von Baguio 1978 zwischen Karpov und Kortschnoi drei Jahre später zur Farce in Meran. Bei dieser Revanche ist es genau umgekehrt. Schon oft hat sich der indische WM-erprobte Haudegen, nachdem er von der "Fachwelt" totgesagt wurde, zurückgemeldet. Carlsen könnte im Taumeln begriffen sein. Wird Anand sich selbst in Sotschi ein Denkmal für die Ewigkeit setzen? [Event "Schach-WM 2014"][Site "Sotschi"][Date "11.11.2014"][Round "3"][White "Vishy Anand"][Black "Magnus Carlsen"][Result "1-0"][PlyCount "99"][TimeControl "240+2"]{1024MB, Fritz8.ctg} 1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 d5 4. Nc3 Be7 5. Bf4 O-O 6. e3Nbd7 7. c5 c6 8. Bd3 b6 9. b4 a5 10. a3 Ba6 11. Bxa6 Rxa6 12. b5 cxb5 13. c6Qc8 14. c7 b4 15. Nb5 a4 16. Rc1 Ne4 17. Ng5 Ndf6 18. Nxe4 Nxe4 19. f3 Ra5 20.fxe4 Rxb5 21. Qxa4 Ra5 22. Qc6 bxa3 23. exd5 Rxd5 24. Qxb6 Qd7 25. O-O Rc8 26.Rc6 g5 27. Bg3 Bb4 28. Ra1 Ba5 29. Qa6 Bxc7 30. Qc4 e5 31. Bxe5 Rxe5 32. dxe5Qe7 33. e6 Kf8 34. Rc1
Beitrag von Kiffing
Magnus Carlsen hat in Sotschi auch beim zweiten Mal seinem 1. e4 vertraut. In einem Sizilianer mit 2. ...e6 wählte der Norweger das frühe Königsfianchetto. Anand hielt rund um seinen d-Isolani mit Zügen wie 9. ...Lg4! (der Lg4 findet auf g6 später ein starkes Wirkungsfeld) und 16. ...Ld6 aktiv dagegen und versuchte erneut, den Norweger an seinem "natürlichen" Spielaufbau zu hindern. Tatsächlich hielt Anand bis zum 19. Zug gut dagegen. In dieser Phase versäumte er aber die starke Variante 19. ...Db7 20. Ld4 Se4 21. Sh4 (21. cxd5 cxd5 ist ok für Schwarz) Lb4 22. Te2 Lh7 23. a3 Ld6 24. cxd5 cxd5 und Weiß muß wegen seiner gedrungenen Stellung und seiner lockeren Königsstellung aufpassen und sehr genau spielen. 19. ...Le4 ist dagegen bereits ungenau, vor allem weil Schwarz im Gegensatz zur angeführten Fortsetzung nicht verhindern kann, daß sein Sf6 nach h7 vertrieben und temporär vom Spiel ausgeschlossen bleibt. Die Situation rund um den 19. Zug hatte Wendepunktcharakter, denn danach kam Carlsen immer besser ins Spiel. GM Niclas Huschenbeth hatte freilich auf einen anderen möglichen Wendepunkt in der Partie aufmerksam gemacht. In seinem [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/schach-wm-4-ein-positionelles-gefecht-endet-remis". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "Kommentar" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] auf Chess24 weist Huschenbeth auf die starke Möglichkeit 16. Sh4! hin, die mehr im Geist von 15. Df1 gewesen wäre und mit der Carlsen schon früher "mehr Druck" hätte heraufbeschwören können. Erst durch diese Art "Cunctator-Strategie" verlor der durchaus tiefe Zug 15. Df1 allmählich seinen Sinn, so daß die Df1 nun eher Schwäche denn Stärke ist, was durch 19. ...Db7 =+ hätte bestraft werden können.Doch wie schon in der 1. Runde blieb Anand, der im Zuge der letzten Verwicklungen eine Schwächung seiner Bauernstruktur am Damenflügel hinnehmen mußte und dort zwei Isolanis besaß, hier in der Verteidigung standhaft und rettete die Partie hochkonzentriert bis zum halben Punkt. In zwei Tagen geht es beim Stand von 2:2 weiter.[Event "Carlsen-Anand World Championship"][Site "0:30:33-0:37:33"][Date "2014.11.12"][EventDate "2014.11.07"][Round "4"][Result "1/2-1/2"][White "Carlsen"][Black "Anand"][ECO "B40"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.e4 c5 2.Nf3 e6 3.g3 Nc6 4.Bg2 d5 5.exd5 exd5 6.O-O Nf6 7.d4 Be7 8.Be3 cxd4 9.Nxd4 Bg4 10.Qd3 Qd7 11.Nd2 O-O 12.N2f3 Rfe8 13.Rfe1 Bd6 14.c3 h6 15.Qf1 Bh5 16.h3 Bg6 17.Rad1 Rad8 18.Nxc6 bxc6 19.c4 Be4 20.Bd4 Nh7 21.cxd5 Bxd5 22.Rxe8+ Rxe8 23.Qd3 Nf8 24.Nh4 Be5 25.Bxd5 Qxd5 26.Bxe5 Qxe5 27.b3 Ne6 28.Nf3 Qf6 29.Kg2 Rd8 30.Qe2 Rd5 31.Rxd5 cxd5 32.Ne5 Qf5 33.Nd3 Nd4 34.g4 Qd7 35.Qe5 Ne6 36.Kg3 Qb5 37.Nf4 Nxf4 38.Kxf4 Qb4+ 39.Kf3 d4 40.Qe8+ Kh7 41.Qxf7 Qd2 42.Qf5+ Kh8 43.h4 Qxa2 44.Qe6 Qd2 45.Qe8+ Kh7 46.Qe4+ Kh8 47.Qe8+ Kh7 1/2-1/2
Beitrag von Kiffing
Vishy Anand ist seiner Strategie gegen Magnus Carlsen treu geblieben. Im Gegensatz zur letzten WM, wo er gegenüber Carlsen viel zu zaghaft agierte und viel zu schnell auf eine Punkteteilung aus war, fährt er Carlsen nun konsequent an und signalisiert gegenüber dem Norweger, daß er auf den vollen Punkt aus ist und dafür auch bewußt ein erhöhtes Risiko eingeht.In der 5. Matchpartie war Anands Strategie analog zu der Strategie im 3. Match. Wieder setzte Anand auf 1. d4 und wählte erneut eine scharfe, zweischneidige Nebenvariante, mit der er sich in der Vorbereitung offensichtlich intensiv mit auseinandergesetzt hatte. Wieder erwischte er Carlsen auf dem falschen Fuß und wieder kam er in Vorteil, doch stieß er diesmal auf eine größere Gegenwehr Carlsens, der nach den Erfahrungen in der 3. Partie auf Anands Strategie gefaßt war und die Ruhe bewahrte. So fand Carlsen auch in schwierigen Stellungen die richtigen Verteidigungsideen und konnte einen Zusammenbruch seiner Stellung wie in der 3. Partie verhindern. Schließlich hatte er ein schlechteres Endspiel erfolgreich verteidigen können und sicherte damit den halben Punkt. Carlsen weiß, für die Titelverteidigung steht ihm noch harter Kampf bevor. Schon jetzt ist klar, so einfach wie im letzten Jahr wird er es nicht mehr haben. [Event "Carlsen-Anand World Championship"][Site "0:29:33-0:59:33"][Date "2014.11.14"][EventDate "2014.11.07"][Round "5"][Result "1/2-1/2"][White "Anand"][Black "Carlsen"][ECO "E15"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 b6 4.g3 Bb4+ 5.Bd2 Be7 6.Nc3 Bb7 7.Bg2 c6 8.e4 d5 9.exd5 cxd5 10.Ne5 O-O 11.O-O Nc6 12.cxd5 Nxe5 13.d6 Nc6 14.dxe7 Qxe7 15.Bg5 h6 16.d5 Na5 17.Bxf6 Qxf6 18.dxe6 Qxe6 19.Re1 Qf6 20.Nd5 Bxd5 21.Bxd5 Rad8 22.Qf3 Qxb2 23.Rad1 Qf6 24.Qxf6 gxf6 25.Re7 Kg7 26.Rxa7 Nc6 27.Rb7 Nb4 28.Bb3 Rxd1+ 29.Bxd1 Nxa2 30.Rxb6 Nc3 31.Bf3 f5 32.Kg2 Rd8 33.Rc6 Ne4 34.Bxe4 fxe4 35.Rc4 f5 36.g4 Rd2 37.gxf5 e3 38.Re4 Rxf2+ 39.Kg3 Rxf5 1/2-1/2
Beitrag von chessiscruel
War eine Super Partie,schade ,daß es für den vollen Punkt nicht gereicht hat
Beitrag von Kiffing
Heute dagegen war alles andere als eine super Partie. Es ist eine Partie der Sorte, wo das Wohl und Weh von einem einzigen Zug abhängt. Carlsen patzte in besserer Stellung im 26. Zug grob, Anand bemerkte den Patzer nicht, den Spieler im 1600er Bereich leicht finden können, und statt eines so wichtigen Sieges für ihn geht der volle Punkt an den Norweger. Ärgerlich, daß so etwas in einer Weltmeisterschaft passieren mußte...Nach 26. Kc1-d2?? revanchiert sich der Inder mit 26. ...a4??[FEN=6]6rr/1k3p2/1pb1p1np/p1p1P2R/2P3R1/2P1B3/P1BK1PP1/8 b - - 0 26[/FEN][Event "Carlsen-Anand World Championship"][Site "0:36:33-0:09:33"][Date "2014.11.15"][EventDate "2014.11.07"][Round "6"][Result "1-0"][White "Carlsen"][Black "Anand"][ECO "B41"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.e4 c5 2.Nf3 e6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 a6 5.c4 Nf6 6.Nc3 Bb4 7.Qd3 Nc6 8.Nxc6 dxc6 9.Qxd8+ Kxd8 10.e5 Nd7 11.Bf4 Bxc3+ 12.bxc3 Kc7 13.h4 b6 14.h5 h6 15.O-O-O Bb7 16.Rd3 c5 17.Rg3 Rag8 18.Bd3 Nf8 19.Be3 g6 20.hxg6 Nxg6 21.Rh5 Bc6 22.Bc2 Kb7 23.Rg4 a5 24.Bd1 Rd8 25.Bc2 Rdg8 26.Kd2 a4 27.Ke2 a3 28.f3 Rd8 29.Ke1 Rd7 30.Bc1 Ra8 31.Ke2 Ba4 32.Be4+ Bc6 33.Bxg6 fxg6 34.Rxg6 Ba4 35.Rxe6 Rd1 36.Bxa3 Ra1 37.Ke3 Bc2 38.Re7+ 1-0
Beitrag von Kiffing
Als die entscheidende Szene in einem spanischen Video live analysiert wurde, kam sogar Atmosphäre auf, die man sonst nur aus übertragenen Fußballspielen kennt:[video=youtube;s2zBAlqpq3o][Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.youtube.com/watch?v=s2zBAlqpq3o". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://www.youtube.com/watch?v=s2zBAlqpq3o" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.][/video]
Beitrag von Kiffing
Heute ist in Sotschi Ruhetag, also auch Zeit bzw. zeit, sich in Sotschi noch einmal die Dramatik vor Augen zu führen, die sich gestern im 26. Zug zwischen beiden Matadoren zugetragen hatte. Die DSB-Seite berichtet darüber, ähnlich Ulrich Stock von der zeit, der zu der 6. Partie auch mehr zu sagen halt als "nur" diese furchtbar-wundersame Schlüsselszene:[url]http://www.schachbund.de/news/die-schach-wm-2014-carlsen-anand-im-internet-7.html[/url][url]http://www.zeit.de/sport/2014-11/schach-wm-carlsen-anand-fehler-schachblindheit[/url]
Beitrag von chessiscruel
Heute ist die Entscheidung.Wenn Carlsen dieses Endspiel mit Mehrfigur gewinnt,ist er wohl erneut Weltmeister und das zu Recht,wenn Anand diese Megachanche mit Sxe5 letzte Runde ausgelassen hat.Viel mehr Chanchen gibt es auf diesem Niveau sicher nicht!Irgendwie hätte ich Anand ja den Titel gegönnt,aber gegen Schachblindheit ist halt kein Kraut gewachsen:donk:
Beitrag von Kiffing
Wichtig war für die 7. Runde, daß Vishy Anand nach seiner auch psychologisch schwerwiegenden Niederlage in der 6. Runde seine Ruhe wiedergefunden hatte und so mit Schwarz in der "Berliner Mauer" seine Festung halten konnte. Magnus Carlsen versuchte zwar alles, um diese Partie noch zu gewinnen und damit quasi die Vorentscheidung herbeizuführen, aber der Inder hielt die Stellung und hielt damit dem Norweger stand. Nun bleibt ihm die durchaus realistische Möglichkeit, seine zweite Aufholjagd in dieser Weltmeisterschaft zu realisieren, auch wenn Magnus Carlsen klar favorisiert bleibt. Heute hat Anand wieder Weiß. Wird er daraus etwas machen können, z. B. einen ähnlich herausragenden Sieg wie in der großartigen 3. Runde zu zelebrieren?[Event "Carlsen-Anand World Championship"][Site "0:52:33-0:15:33"][Date "2014.11.17"][EventDate "2014.11.07"][Round "7"][Result "1/2-1/2"][White "Carlsen"][Black "Anand"][ECO "C67"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 Nf6 4.O-O Nxe4 5.d4 Nd6 6.Bxc6 dxc6 7.dxe5 Nf5 8.Qxd8+ Kxd8 9.h3 Ke8 10.Nc3 h5 11.Bf4 Be7 12.Rad1 Be6 13.Ng5 Rh6 14.g3 Bxg5 15.Bxg5 Rg6 16.h4 f6 17.exf6 gxf6 18.Bf4 Nxh4 19.f3 Rd8 20.Kf2 Rxd1 21.Nxd1 Nf5 22.Rh1 Bxa2 23.Rxh5 Be6 24.g4 Nd6 25.Rh7 Nf7 26.Ne3 Kd8 27.Nf5 c5 28.Ng3 Ne5 29.Rh8+ Rg8 30.Bxe5 fxe5 31.Rh5 Bxg4 32.fxg4 Rxg4 33.Rxe5 b6 34.Ne4 Rh4 35.Ke2 Rh6 36.b3 Kd7 37.Kd2 Kc6 38.Nc3 a6 39.Re4 Rh2+ 40.Kc1 Rh1+ 41.Kb2 Rh6 42.Nd1 Rg6 43.Ne3 Rh6 44.Re7 Rh2 45.Re6+ Kb7 46.Kc3 Rh4 47.Kb2 Rh2 48.Nd5 Rd2 49.Nf6 Rf2 50.Kc3 Rf4 51.Ne4 Rh4 52.Nf2 Rh2 53.Rf6 Rh7 54.Nd3 Rh3 55.Kd2 Rh2+ 56.Rf2 Rh4 57.c4 Rh3 58.Kc2 Rh7 59.Nb2 Rh5 60.Re2 Rg5 61.Nd1 b5 62.Nc3 c6 63.Ne4 Rh5 64.Nf6 Rg5 65.Re7+ Kb6 66.Nd7+ Ka5 67.Re4 Rg2+ 68.Kc1 Rg1+ 69.Kd2 Rg2+ 70.Ke1 bxc4 71.Rxc4 Rg3 72.Nxc5 Kb5 73.Rc2 a5 74.Kf2 Rh3 75.Rc1 Kb4 76.Ke2 Rc3 77.Nd3+ Kxb3 78.Ra1 Kc4 79.Nf2 Kb5 80.Rb1+ Kc4 81.Ne4 Ra3 82.Nd2+ Kd5 83.Rh1 a4 84.Rh5+ Kd4 85.Rh4+ Kc5 86.Kd1 Kb5 87.Kc2 Rg3 88.Ne4 Rg2+ 89.Kd3 a3 90.Nc3+ Kb6 91.Ra4 a2 92.Nxa2 Rg3+ 93.Kc2 Rg2+ 94.Kb3 Rg3+ 95.Nc3 Rh3 96.Rb4+ Kc7 97.Rg4 Rh7 98.Kc4 Rf7 99.Rg5 Kb6 100.Na4+ Kc7 101.Kc5 Kd7 102.Kb6 Rf1 103.Nc5+ Ke7 104.Kxc6 Rd1 105.Rg6 Kf7 106.Rh6 Rg1 107.Kd5 Rg5+ 108.Kd4 Rg6 109.Rh1 Rg2 110.Ne4 Ra2 111.Rf1+ Ke7 112.Nc3 Rh2 113.Nd5+ Kd6 114.Rf6+ Kd7 115.Nf4 Rh1 116.Rg6 Rd1+ 117.Nd3 Ke7 118.Ra6 Kd7 119.Ke4 Ke7 120.Rc6 Kd7 121.Rc1 Rxc1 122.Nxc1 1/2-1/2
Beitrag von chessiscruel
Heute ein farbloses Remis...Anand sollte sein Weißrepertoire etwas überdenken,so schlägt er nicht einmal Spieler die 200 Elopunkte weniger als er haben
Beitrag von Birliban
Was soll Anand denn spielen? Mit 1. e4 wird es eh nix gg. Carlsen, siehe letzte WM.
Beitrag von Kiffing
Vishy Anand hat seine erste Chance, mit Weiß den Ausgleich gegen Magnus Carlsen zu erzielen, nicht genutzt. Dennoch zeigte er sich heute hochkonzentriert und wirkte mit seinem 1. d4, was in die Tarrasch-Variante im Damengambit einmündete, durchaus bemüht, den vollen Punkt einzufahren. Durch freies Figurenspiel und der aktiveren Stellung stand der Inder im Mittelspiel leicht besser. Zudem wirkte die schwarze Königsstellung durch den Bh6 etwas verdächtig. Anand reagierte themengerecht durch eine Batterie mit Dc2 und Lb1 und dem Tausch des Verteidigers auf f6, doch konnte Magnus Carlsen dies nicht ernsthaft gefährden, der z. B. danach das Schach auf h7 zulassen konnte. In der morgigen Partie muß Anand wohl noch mehr Risiko eingehen. [Event "Carlsen-Anand World Championship"][Site "1:14:33-2:12:33"][Date "2014.11.18"][EventDate "2014.11.07"][Round "8"][Result "1/2-1/2"][White "Anand"][Black "Carlsen"][ECO "D37"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 d5 4.Nc3 Be7 5.Bf4 O-O 6.e3 c5 7.dxc5 Bxc5 8.a3 Nc6 9.Qc2 Re8 10.Bg5 Be7 11.Rd1 Qa5 12.Bd3 h6 13.Bh4 dxc4 14.Bxc4 a6 15.O-O b5 16.Ba2 Bb7 17.Bb1 Rad8 18.Bxf6 Bxf6 19.Ne4 Be7 20.Nc5 Bxc5 21.Qxc5 b4 22.Rc1 bxa3 23.bxa3 Qxc5 24.Rxc5 Ne7 25.Rfc1 Rc8 26.Bd3 Red8 27.Rxc8 Rxc8 28.Rxc8+ Nxc8 29.Nd2 Nb6 30.Nb3 Nd7 31.Na5 Bc8 32.Kf1 Kf8 33.Ke1 Ke7 34.Kd2 Kd6 35.Kc3 Ne5 36.Be2 Kc5 37.f4 Nc6 38.Nxc6 Kxc6 39.Kd4 f6 40.e4 Kd6 41.e5+ 1/2-1/2
Beitrag von Zapp Brannigan
[quote]Dennoch zeigte er sich heute hochkonzentriert und wirkte mit seinem 1. d4, was in die Tarrasch-Variante im Damengambit einmündete, durchaus bemüht, den vollen Punkt einzufahren.[/quote]Tarrasch? nur weil schwarz c5 zieht ist das noch lange kein tarrasch :)Vergleiche 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Nc3 c5 4. cxd5 exd5 5. Nf3 Nc6 6. Bf4 Nf6 7. e3 cxd4 8. Nxd4 Bb4 mit1. d4 d5 2. c4 e6 3. Nf3 Nf6 4. Nc3 Be7 5. Bf4 O-O 6. e3 c5 7.dxc5 Bxc5 8. cxd5 Nxd5 9. Nxd5 exd5in der ersten variante (Tarrasch) hat schwarz noch alle figuren auf dem brett und gutes figurenspiel, in der zweiten variante (Bf4-damengambit) ist bereits ein paar springer abgetauscht und schwarz hat ein tempo mit Be7-xc5 verloren und wird nochmals tempi mit dem läufer verlieren. Der einzige grund wieso das spielbar ist für schwarz ist die drohung Bb4+, weshalb weiss zu a3 greiffen muss. Aber auch dann sind die schwarzen gegenchancen kleiner in dieser variante, dank der schlechten weissen entwicklung kommt er zu d5-d4 wonach die bauernstruktur ausgeglichen ist wodurch schwarz normalerweise ausgleich schafft, mehr aber auch nicht. Da weiss aber eben wegen der idee d5-d4 auch nicht wirklich viel hat spielt er (wie auch Carlsen) normalerweise nicht 8.cxd5 sondern 8.a3, und eine interessante stellung mit viel spannung entsteht[quote]Was soll Anand denn spielen? Mit 1. e4 wird es eh nix gg. Carlsen, siehe letzte WM. [/quote]Ich finde es interessant dass Anand sowohl gegen Kramnik wie auch jetzt gegen Carlsen auf 1.e4 verzichtet, weil er gegen deren berliner verteidigung nichts ausrichten kann, gleichzeitig aber mit schwarz in eben dieser berliner verteidigung extreme probleme gegen carlsen hat...
Beitrag von Kiffing
@Lestat: Danke für den Hinweis mit Tarrasch. Nicht immer, wo ...c5 gespielt wird, ist auch Tarrasch drin. :)[QUOTE=Lestat;23520]Ich finde es interessant dass Anand sowohl gegen Kramnik wie auch jetzt gegen Carlsen auf 1.e4 verpflichtet, weil er gegen deren berliner verteidigung nichts ausrichten kann, gleichzeitig aber mit schwarz in eben dieser berliner verteidigung extreme probleme gegen carlsen hat...[/QUOTE]Ich denke mal, Anand versucht mit scharfen, komplexen Stellungsbildern, womit er Carlsen aus der Theorie hebeln kann, zum Erfolg zu kommen, was ihm persönlich mehr liegt als seinem Gegner. Zudem haben Naiditsch und Saric vorgemacht, wie man Carlsen bezwingen kann. Und genau das ist für ihn momentan mit 1. e4 wohl nicht möglich. Vor allem angesichts der Stärke Carlsens in Endspielen und unscheinbaren, damenlosen Mittelspielstrukturen denkt Anand, wird er gegen Carlsen - wenn überhaupt, siehe 5. und 6. Partie in Chennai - nicht über den halben Punkt hinauskommen. In der 3. Partie ging Anands Konzept ja auf.Ich selbst tue mich z. B. auch mit dem Katalanen schwer (weswegen ich das als Schwarzer nicht spiele), habe aber genauso wenig eine Idee, wie man das als Weißer spielt. Auch bei Weltmeistern gibt es immer noch neben Objektivität den Faktor der persönlichen Stärken und Präferenzen.
Beitrag von Birliban
Ja, scharfe und komplexe Stellungsbilder anzustreben, wie Anand das als Weißer auch versucht, ist genau das richtige Rezept gg. Carlsen. Insofern hat Anand, gegenüber der WM in Chennai, mit 1. d4 den richtigen Aufschlag gewählt. In Chennai beharrte Anand viel zu lange auf 1. e4 und erreichte - nichts. Erst zum Ende, als er endlich zu 1. d4 wechselte, gelang es ihm, Carlsen ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen. Wohlweislich scheint das auch ein Grund zu sein, daß Carlsen auf Nimzo bislang gänzlich verzichtete. Katalanisch hatte Anand mehrfach schon gegen Topalov zur WM gespielt, sogar mit recht gutem Erfolg. Zumal ihm Kramnik heimlich sekundierte, wie sich später herausstellte, wenn auch nur mit ein paar Tipps.Vielleicht schade, daß Anand Kramniks Angebot, ihn gegen Carlsen zu unterstützen, vehement ausgeschlagen hatte. Andererseits ist Katalanisch, nach dem gegenwärtigen Stand der Theorie, ausgelutscht und bereitet Schwarz keinerlei Probleme. Selbst Kramnik, sofern er gewinnen will, spielt z.Z. kaum noch Katalanisch gg. die Weltspitze und improvisiert erstaunlich oft und überrascht mit "neuen" Eröffnungen. " Auch bei Weltmeistern gibt es immer noch neben Objektivität den Faktor der persönlichen Stärken und Präferenzen. ", wie Kiffing richtig sagt. Etwas zu spielen, was konträr zur eigenen Spielanlage steht, wäre also kontraproduktiv und das falsche Konzept. Mit 1. d4 jedenfalls scheint Anand erst mal richtig zu liegen, das bestätigt auch das knappe Resultat von 3,5 : 4,5. Bleibt die Frage: Gelingt es ihm, noch eine Überraschung anzubringen, wo er Carlsen auf dem falschen Fuß erwischt, und eine jener scharfen und komplexen Stellungbilder auf das Brett zu kriegen, mit denen Carlsen weniger vertraut ist?
Beitrag von Nik
Tja, das war ja ein kurzer Spaß. Aber taktisch durchaus nachvollziehbar. Für das Publikum natürlich weniger. Ich hätte offengestanden mit einer weit, weitaus längeren Partei gerechnet.
Beitrag von chessiscruel
logischer Verlauf Carlsen mauert jetzt und spielt jede Partie auf Remis
Beitrag von Zapp Brannigan
Ich weiss nicht ob das eine gute idee ist auch mit weiss auf remis zu spielen für Carlsen. Wäre nicht der erste WM-match bei welchem in der letzten partie der weiss-spieler gewinnen muss und es auch schafft, sehe Kramnik-Leko oder auch Kasparov-Karpov. Ich denke der heutige tag ist ein sieg für Anand, ein lockeres remis mit schwarz ohne jegliche anstrengung, gibt ihm den ganzen nachmittag etwas mit weiss vorzubereiten und morgen kann er nochmals alles geben.
Beitrag von Nik
Das ganze ist tatsächlich ziemlich zweischneidig. Auf den ersten Blick ein Gewinn für Carlsen, der dank Führung nicht mehr auf Siege angewiesen ist. Allerdings war das vor dem Hintergrund des mit Schwarz spielenden Anand vielleicht etwas zu leichtfertig. An Grundsituation hat sich jedoch nichts geändert. So gesehen liegt der kurzfristige Vorteil bei Anand, der langfristige jedoch bei Carlsen.
Beitrag von chessiscruel
Wieder nix,ein Kommentar auf chessbomb hat die Lage ziemlich auf den Punkt getroffen:"Kasparov will write a new book called "my dumb succeeders"
Beitrag von Nik
Ich denk ja immer "Bei der nächsten Partie... bei der nächsten..."Aber jetzt muss tatsächlich in der 11. Partie was passieren, sonst ist es tatsächlich vorbei. Und was sehen will ich auch noch; 20 Züge auf das Remis zu plänkeln ist nicht wirklich attraktiv. Zumindest bei viermaliger Wiederholung.
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=chessiscruel;23541]Wieder nix,ein Kommentar auf chessbomb hat die Lage ziemlich auf den Punkt getroffen:"Kasparov will write a new book called "my dumb succeeders"[/QUOTE]Das klingt durchaus witzig, entspricht aber nicht dem Spielverlauf dieser WM, denn abgesehen von dem einen groben Patzer beider Kontrahenten in der berüchtigten 6. Partie wurde durchaus großes Schach geboten. Und im Gegensatz zur letzten WM haben beide Gegner sogar Glanzpartien geschaffen, jene Klassiker aus den Schach-Weltmeisterschaften, die in der Schachgeschichte stets in Erinnerung bleiben und von Generation zu Generation mit Leidenschaft und Gewinn nachgespielt werden. Was Kasparovs Nachfolger angeht, so bin ich mir ziemlich sicher, daß die zukünftige Epoche C&C der Epoche K&K in nichts nachstehen wird und diese vermutlich sogar überbieten wird. Wir leben heute in keiner schachlichen Eiszeit. Die traurigen ersten Jahre der unseligen Iljumschinov-Herrschaft, der immerhin gelegentlich aus Fehlern lernen kann, über die FIDE sind vorbei. Im Übrigen stimme ich Nik in der Einschätzung zu, daß dem guten Anand ein wenig die Zeit wegläuft. Nun hat er noch genau zwei Chancen, seinen zweiten Sieg gegen Carlsen zu landen, und nur noch einmal mit Weiß. Zur Partie, so fand ich war es trotz ihrer relativen Kürze eine sehr gute Partie, wozu es im Netz viele gute Analysen von Titelträgern gibt. Zusammengefaßt hat Anand durch anspruchsvolle und aktive Spielführung natürlich versucht, Carlsen zu bezwingen. Aber Carlsen war wieder einmal stark genug, die Angriffe an Anand an sich abprallen zu lassen. Daß Anand nicht die Brechstange hervorgeholt hat, kann man ihm nicht zum Vorwurf machen. Denn dann wäre die WM schon heute entschieden worden. [Event "Carlsen-Anand World Championship"][Site "0:12:33-0:31:33"][Date "2014.11.21"][EventDate "2014.11.07"][Round "10"][Result "1/2-1/2"][White "Anand"][Black "Carlsen"][ECO "D97"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "2"]1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 d5 4.Nf3 Bg7 5.Qb3 dxc4 6.Qxc4 O-O 7.e4 Na6 8.Be2 c5 9.d5 e6 10.O-O exd5 11.exd5 Re8 12.Bg5 h6 13.Be3 Bf5 14.Rad1 Ne4 15.Nxe4 Bxe4 16.Qc1 Qf6 17.Bxh6 Qxb2 18.Qxb2 Bxb2 19.Ng5 Bd4 20.Nxe4 Rxe4 21.Bf3 Re7 22.d6 Rd7 23.Bf4 Nb4 24.Rd2 Re8 25.Rc1 Re6 26.h4 Be5 27.Bxe5 Rxe5 28.Bxb7 Rxb7 29.d7 Nc6 30.d8=Q+ Nxd8 31.Rxd8+ Kg7 32.Rd2 1/2-1/2
Beitrag von Kiffing
Vishy Anand hat im vorletzten WM-Spiel noch einmal alles auf eine Karte gesetzt - und alles verloren. In der Berliner Mauer entwickelte sich früh ein gehaltvoller und spannender Manövrierkampf, in dem sich die Kontrahenten auf Augenhöhe begegneten. Vermutlich hätte Vishy Anand ein Remis schaffen können, da die Partie bis weit ins Mittelspiel hinein ausgeglichen stand. Dann hätte er morgen mit Weiß seine letzte Chance gehabt. Vishy Anand aber witterte seine Chancen durch eine Durchbruchsidee am Damenflügel. Carlsen lehnte das Bauernopfer im 24. Zug ab, aber Anand wollte auf seine Angriffsmöglichkeiten nicht verzichten und warf noch einmal seine Qualität in die Waagschale. Die lange Variante hatte Magnus Carlsen im Gegensatz zum Inder richtig gerechnet. Er nahm die Qualität an und servierte Anand nach einer langen taktischen Variante mit 33. Td7! die Widerlegung seiner Kombination. Anand hatte mit seiner Kombination auf seine freiwerdenden Freibauern am Damenflügel gesetzt. Doch nach 33. Td7! ist Weiß schneller und kommt zu entscheidendem Gegenspiel. Anand brach schnell zusammen. Sehenswert war noch die weiße Kombination im 36. Zug, die zwar nicht unbedingt nötig ist, aber laut Engines der stärkste Zug und natürlich schön anzuschauen. [Event "Schach-WM 2014"][Site "Sotschi"][Date "23.11.2014"][Round "11"][White "Magnus Carlsen"][Black "Vishy Anand"][Result "1-0"][PlyCount "89"][TimeControl "240+2"]{1024MB, Fritz8.ctg} 1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 Nf6 4. O-O Nxe4 5. d4 Nd6 6.Bxc6 dxc6 7. dxe5 Nf5 8. Qxd8+ Kxd8 9. h3 Bd7 10. Nc3 h6 11. b3 Kc8 12. Bb2 c513. Rad1 b6 14. Rfe1 Be6 15. Nd5 g5 16. c4 Kb7 17. Kh2 a5 18. a4 Ne7 19. g4 Ng620. Kg3 Be7 21. Nd2 Rhd8 22. Ne4 Bf8 23. Nef6 b5 24. Bc3 bxa4 25. bxa4 Kc6 26.Kf3 Rdb8 27. Ke4 Rb4 28. Bxb4 cxb4 29. Nh5 Kb7 30. f4 gxf4 31. Nhxf4 Nxf4 32.Nxf4 Bxc4 33. Rd7 Ra6 34. Nd5 Rc6 35. Rxf7 Bc5 36. Rxc7+ Rxc7 37. Nxc7 Kc6 38.Nb5 Bxb5 39. axb5+ Kxb5 40. e6 b3 41. Kd3 Be7 42. h4 a4 43. g5 hxg5 44. hxg5 a345. Kc3 * Was bleibt von dieser WM? Die meisten Schachfreunde dürften mir darin zustimmen, daß diese WM wesentlich gehaltvoller war als die Vorgänger-WM der beiden Schachgiganten in Chennai (Madras) vor einem Jahr. Das lag sowohl am Spannungsbogen als auch an der Qualität der Partien. In Erinnerung bleiben werden vor allem die Siege Carlsens und Anands in der 2. und 3. Runde, aber auch die heutige Partie, die jede Menge taktische und strategische Höhepunkte bot und dem Theoriekampf der ohnehin schon sehr weit ausanalysierten Berliner Verteidigung neue Nahrung geben dürfte. In Erinnerung bleiben wird allerdings auch der beidseitige Patzer in der 6. Partie, den GM Jan Gustafsson als den [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.schachburg.de/threads/1825-Die-zehn-größten-Fehler-der-Schachgeschichte". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "zweitschlimmsten Patzer" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] der WM-Geschichte einordnet - hinter dem übersehenen Matt in zwei Zügen von Tschigorin gegen Steinitz. Für Garri Kasparov war es sogar der erste WM-Patzer, der eine Gewinn- direkt in eine [URL="http://www.rochade-kuppenheim.de/schockierender-patzer/"]Verluststellung verwandelte[/URL]. In diesem Sinne besaß die 6. Partie Wendepunktcharakter, und es bleibt Vishy Anand zu verdanken, daß er sich danach aufraffen konnte und dem Norweger weiterhin eine packende WM bot. Die Nachricht, daß Magnus Carlsen weiterhin Weltmeister ist, ist für die Schachwelt nicht die schlechteste Nachricht, und insofern leitet der WM-Kampf in Sotschi zu einer Ära der Zukunft über. Der kommende Gegner von Magnus Carlsen heißt nicht Vishy Anand, sondern Fabiano Caruana, und diese Ära C&C hat das Zeug dazu, die Ära K&K, wo noch lange nach dieser Ära ihre Partien als das Maß aller Dinge galten, noch einmal zu übertreffen. Längst ist das Schach aus der Krise, viele starke junge Spieler sind inzwischen nachgewachsen und zeigen heute Schach auf höchstem Niveau. Das Schach ist schnelllebig geworden, und es ist gut möglich, daß auch die beiden Spieler der Zukunft, Magnus Carlsen und Fabiano Caruana, auf einen dritten Riesen im Bunde stoßen werden, der ihnen das Leben schwer macht und gefährlich um "ihre" Titel mitkämpft. Das Zeitalter der Diadochen nach K&K ist endgültig vorbei, an ihre Stelle treten nun die kongenialen Nachfolger, die im Schach wieder neue Maßstäbe setzen werden. Die zukünftige Epoche C&C hat aus vielen Gründen die Möglichkeiten, die vergangene Epoche K&K in den Schatten zu stellen. WM-Duelle, in denen die Kontrahenten nicht nur spielerische Ausnahmegestalten waren, sondern sich auch regelrechte Weltanschauungskriege auf dem Schachbrett lieferten, haben für die Schachwelt, aber auch darüberhinaus immer den größten Reiz ausgeübt. Das gilt etwa für Kämpfe zwischen Steinitz und Tschigorin, Lasker und Tarrasch, Capablanca und Aljechin, Tal und Botwinnik, Fischer und Spasski oder eben schon genannte K&K. Auch Carlsen und Caruana sind spielerische Ausnahmegestalten, und auch sie sind Träger einer jeweils unterschiedlichen Schachphilosophie. Fabiano Caruana ist ein Forscher mit tiefem Eröffnungswissen, der anstrebt, durch ausgetüftelte Neuerungen zu gewinnen. Magnus Carlsen dagegen nutzt sein Eröffnungswissen, um ausgetretene Pfade zu meiden und den Gegner im Mittel- und Endspiel zu besiegen. Spielstärke und Kondition hat er dafür.Das Schach hat wieder eine Zukunft, und diese Zukunft erstrahlt in hoffnungsvollsten und schönsten Farben am Himmel, so wie es die Schachwelt lange Zeit nicht erlebt hatte. Die Schachburg wird auch bei folgenden Duellen um die Krone am Ball bleiben.
Beitrag von Birliban
Danke für die interessanten Berichte zur Schach-WM :danke: und meine Gratulation an Magnus Carlsen :app2: und den letztlich wieder souveränen Erfolg über Vishy Anand, auch wenn es lange Zeit nicht danach aussah, daß auch diese WM vorzeitig entschieden sein würde.Auf eine mögliche WM Carlsen - Caruana freue ich mich schon sehr und hoffe, daß diese 2016 Wirklichkeit wird. Sofern sich Caruana beim nächsten Kandidatenturnier durchsetzen kann. Ein bißchen Glück (das Glück des Tüchtigen), gehört wohl auch dazu, wie auch das Kandidatenturnier in London zeigte, bei dem sich Carlsen letztlich vor dem punktgleichen Kramnik damals durchsetzen konnte.
Beitrag von Nik
Ich schließe mich an: Danke für die interessanten Analysen und Kommentare. Dass Carlsen letztendlich gewonnen hat, hat mich zwar gefreut, allerdings bedaure ich ein wenig, dass wir nun keine zwölfte Partie mehr zu sehen bekommen.
Beitrag von mvallon
Magnus Carlsen hat im Ergebnis präziser gespielt. Fehler passierten auf beiden Seiten, doch Anand fand keine geeignete Strategie mehr, die seinen zu kompensieren. Es gelang ihm nicht mehr, dessen Verteidigungslinien zu durchbrechen, abgesehen von der 3. Partie. Doch war es hier eher einer Lücke in der Vorbereitung von Carlsen zu verdanken gewesen. Rein Mittelspiel-technisch konnte er ihn nie übertrumpfen. Die 11. Partie: Anand spielte nicht auf Remis. Er riskierte wirklich etwas. Er wollte die Vorentscheidung früher. Leider war auch zu sehen, dass Carlsen seine Angriffsidee ruhig und sicher parieren konnte und selbst Gegenspiel erreichte. Dadurch war nicht nur die WM entschieden, sondern es zeigte auch die spielerischen Grenzen von Anand auf. Seine Chancen standen eindeutig besser als in Chennai, aber zuletzt reichte es einfach nicht. Sein junger Gegner war einen Tick zu stark für ihn. Deshalb hat Carlsen den Sieg verdient. Wenn er eines Tages gegen Caruana spielen sollte, ist aber auch klar, dass er dann für eine weitere Titelverteidigung in Topform sein muss. Das wird dann eher die heiße Phase, die Eingewöhnungszeit ist dann um. Was zur Zeit von Botwinnik möglich war, hat sich offenbar verändert. Im Zeitalter der Computer und Datenbanken gibt es jetzt andere Gesetze. Viele erfolgshungrige junge Spieler wachsen nach und verändern unsere Schachlandschaft. An der Spitze oben mitzumischen dürfte schwerer geworden sein, da extrem viel in Bewegung ist. Viel zu viele Topspieler drängen sich dicht aneinander und warten auf ihre große Chance. Anand hat nun die Gelegenheit in vielen Turnieren noch gutes Schach zu zeigen. Aber für den ganz großen Coup dürfte es kaum mehr reichen.
Beitrag von Birliban
[url]http://blog.zeit.de/schach/diese-schach-wm-laeutet-das-ende-einer-aera-ein/[/url]Eine kurze Nachlese zur Schach-WM 2014, findet Ihr hier und daß diese WM das Ende einer Ära einläutet. Was dann auch so viel heißt, daß der Anfang einer neuen Ära schon begonnen hat. Womit wir wieder bei den Ausführungen und Betrachtungen von Kiffing sind, der diese neue Ära schon an verschiedener Stelle hier in der Schachburg belichtet hat, speziell auch die Ära C & C.
Beitrag von Kiffing
Hier mal wieder ein nettes Video von Carlsen, der mir immer mehr gefällt. Er hat wirklich Stil, was übrigens durch sein [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.schachburg.de/threads/1627-Magnus-Carlsen-und-die-Medien-eine-Erfahrung-der-besonderen-Art?highlight=Carlsen+Interview". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "legendäres Interview" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] mit einer 0815-Nervensäge schon anklang: :D[video=youtube;2ZVCsepoYas][Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.youtube.com/watch?v=2ZVCsepoYas". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://www.youtube.com/watch?v=2ZVCsepoYas" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.][/video]
Beitrag von Birliban
Mir gefällts auch. Hier wirkt Carlsen auf mich eher wie ein junges Äffchen, das schnell ermüdet von der Anstrengung des Spielens und die Welt um sich herum gänzlich vergißt, wahrscheinlich bewußt nicht einmal zur Kenntnis nimmt. Da Carlsen nach eigener Aussage "etwas krank" war bei der WM, hängt es vielleicht auch damit zusammen.Erstaunlich, wie viele (Fehl-)Interpretationen es ob der "Müdigkeitsanfälle" von Carlsen schon gab und immer noch gibt. Das geht bis hin zu regelrechten Hasstiraden, die öffentlich ausposaunt werden. Massenhafte (Fehl-)Interpretationen gab es ja auch schon bezüglich des Weiterspielens von Carslen in der 7. Partie, ebenfalls verbunden mit regelrechten Hasstiraden, manchmal auch versteckt und eingewickelt in triefenden Ressentiments, aber doch deutlich genug herauszuspüren, wenn man die Antennen dafür hat. Den Link auf diese Seite (es war ein Computerschachforum), verkneife ich mir hier einfach mal.
Beitrag von Nik
Er ist schon ein Exzentriker. :heiter: Aber man muss das alles wirklich vor dem richtigen Hintergrund sehen. Zum einen kann man wohl kaum erwarten, dass er trotz Krankheit topfit am Brett sitzt und sich nichts anmerken lässt, und zum anderen kann selbst er nicht den kühlen Skandinavier in sich besiegen. :jaja: