Schachburg-Archiv: Benutzerthema „Nigel Short sieht genetischen Nachteil von Damen im Schach“

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Beitrag von Kiffing

Der weltweit populäre Großmeister Nigel Short hat mit Äußerungen bezüglich eines genetisch bedingten Nachteils der Damen im Schach für eine emotional aufgeladene Kontroverse gesorgt. Das einstige Wunderkind hatte die Tatsache, daß nach wie vor wesentlich weniger Mädchen und Damen als Herren und Jungen Schach spielen, nicht mit sozialen Erklärungen wie tradierten und erzieherisch und soziologisch auf die Kinder einwirkenden Verhaltensmustern und Vorurteilen, sondern mit genetischen Mustern erklärt. Sein Erklärungsmuster wies allerdings nicht großmeisterliche Tiefe auf, sondern rekurrierte auf den hinlänglich bekannten Dualismus, daß das männliche Geschlecht dem weiblichen Geschlecht in mathematisch-logischen Intelligenzbereichen überlegen, in empathisch-sprachlichen Bereichen aber unterlegen sei. Nach Short sei Schach aber ein Spiel, in dem die männlichen Intelligenzdomänen gefragt, die weiblichen Intelligenzdomänen aber irrelevant seien. Somit seien also Jungen und Herren eher für das Spiel geeignet als Mädchen und Damen, und von daher ziehe es das männliche Geschlecht auch mehr zum Schach als das weibliche Geschlecht. Tatsächlich liegt der Anteil des weiblichen Geschlechts bspw. innerhalb der Mitglieder des Deutschen Schachbundes nur bei [URL="http://blog.schachfreunde-hannover.de/frau-und-schach/"]7,4 Prozent[/URL]. Zwar ist es sicherlich interessant, die Frage nach dem Warum ohne Tabus zu erörtern. Für die Bestrebungen des Deutschen Schachbundes und anderer Schachverbände ist die Argumentation Shorts aber heikel, da sie wenig motivierend für schachinteressierte Mädchen und Damen sein dürfte, sich dem Schachspiel zu öffnen, was erklärtes Ziel dieser Schachverbände ist. Im Sinne der ausgleichenden Gerechtigkeit gilt in der Deutschen Schachjugend nach wie vor das Mädchenbrett, das Jugendmannschaften in Mannschaftskämpfen aufzustellen verpflichtet sind. Positionell tritt Nigel Short, was seine Meinung zur Beziehung des weiblichen Geschlechts mit dem Schachspiel angeht, in die Fußstapfen von Fischer und Kasparov.Hier befaßt sich der Spiegel mit den Äußerungen Nigel Shorts: [url]http://www.spiegel.de/panorama/leute/schach-grossmeister-nigel-short-veraergert-frauen-mit-aeusserung-a-1029487.html[/url]

Beitrag von Kiffing

Was hat er denn nun tatsächlich gesagt? Die Frage ist natürlich von zentraler Bedeutung, da in den Wissenschaften bekanntlich keine Sekundärquelle eine Primärquelle ersetzen kann. Chessbase bzw. dessen Autor André Schulz liefert immerhin die Originalaussagen Shorts. Wenngleich mir die Kommentierung von Schulz an dieser Stelle nicht gefällt, weil diese doch sehr den Charakter einer gewissen Das-wird-man-doch-wohl-noch-sagen-dürfen-Strömung in Europa besitzt, kann man sich hier immerhin mit den Originalaussagen des englischen Großmeisters vertraut machen: [url]http://de.chessbase.com/post/zu-kleine-gehirne[/url]Ich selbst werde mich einmal, wenn ich Muße finde, mit der natürlich englischsprachigen Erörterung Shorts auseinandersetzen. Vielleicht schreibe ich dann noch etwas hier in diesen Thread, wenn mir etwas wichtig erscheint.

Beitrag von Kampfkeks

Ich habe gerade den Originalartikel von Nigel Short gelesen und habe nicht den Eindruck, dass er es böse gemeint hat.Kurz gefaßt geht es im Artikel um Folgendes:Short hat ein Buch mit Partien russischer Spielerinnen geschenkt bekommen und weil ihm aufgefallen ist, dass die Spiele qualitativ eher durchschnittlich sind, hat er sich mit den Geschlechterunterschieden etwas eingehender befaßt. Dabei stellt er fest, dass es im Kindesalter zunächst keine Unterschiede in der Spielstärke gibt; im Gegenteil, die Mädchen würden sogar fast noch stärker als die Jungen spielen. Ein paar Jahre später lägen die Mädchen jedoch deutlich hinter den Jungen zurück. Die deutlich unterschiedliche Spielstärke bestehe, so Short, auch weiterhin und wissenschaftliche Ansätze, die beweisen sollen dass Männer und Frauen gleich stark sind, widersprächen den Beobachtungen in der Praxis. Short weist ausserdem darauf hin, dass viele Spielerinnen sehr plötzlich aus dem Schachsport aussteigen und führt als Beispiel Susan Polgar an. Abschliessend stellt er fest, dass Männer und Frauen nunmal "anders ticken" und das sei auch gut so.Also, mal unabhängig vom Inhalt finde ich den Artikel ganz sympathisch geschrieben. Ich habe nicht den Eindruck, dass der Autor ein Sexist ist, sondern sich streckenweise sogar auf die Seite der Frauen schlägt.Inhaltlich kann ich zur unterschiedlichen Spielstärke von Männern und Frauen nicht viel sagen. Dazu fehlen mir die Zahlen.Ich muss Short aber definitiv Recht geben, dass die Geschlechter unterschiedlich ticken:- In puncto Intelligenz dürfte es Unterschiede geben (Frauen haben wahrscheinlich eine höhere soziale und sprachliche Kompetenz, während Männer wohl eher logisch-abstrakt denken). Aber: Die Unterschiede halte ich für minimal!- In puncto Verhalten dürfte es ebenfalls Unterschiede geben (Frauen eher emotional und kompromissbereit, Männer eher aggressiv und machthungrig). Möglicherweise führen diese Unterscheide (vor allem im Verhalten) dazu, dass Frauen weniger am Schach interessiert sind, als Männer und - wenn sie denn spielen - nicht so einen großen Ehrgeiz entwickeln. Möglicherweise.

Beitrag von Kiffing

Dann mal meine Übersetzung des brisanten Shorttextes:[QUOTE]Es lebe der Unterschied!"Der Unterschied im Schach zwischen den Geschlechtern ist bemerkenswert, aber nach meiner Überzeugung nicht größer als in jedem anderen Feld kultureller Aktivität. Frauen können nicht Schach spielen, aber sie können auch nicht malen, schreiben oder philosophieren. Es ist eine Tatsache, daß Frauen niemals etwas gedacht oder gemacht haben, was wert ist, bedacht zu werden." Jan Hein DonnerDer russische Kommunismus mag unsägliches Leid über Millionen von Menschen gebracht haben. Aber als kleines Trostpflaster versorgte dieses krude ideologische System seine Bürger mit guten und (günstigen) Schachbüchern. Kürzlich wurde ich mit einer Kopie des 1957 erschienenen "Sovjetski Shahmatiskie" von Elisaveta Ivanovna Bykova freundlich beschenkt. Wie viele der jüngeren Generationen haben jemals von dieser Autorin - die dritte Frauenweltmeisterin - gehört? Leider läßt es mein begrenztes Wissen über diese Sprache nicht zu, eine angemessene Auseinandersetzung mit dem Inhalt zu liefern. Aber sogar ein linguistischer Patzer kann den wahrhaften Reichtum an Information - kommentierte Partien, Kreuztabellen, gezeichneten Porträts usw. - genießen, von weitgehend vergessenen Figuren des sowjetischen Frauenschachs.Es erschlug mich beim Durchgehen der abgefärbten Seiten, wie mittelmäßig viele dieser Spielerinnen waren. Die Ära zwischen dem tragischen Tod von Vera Menchik und dem Aufstieg von Nona Gaprindashvili war teilweise ein einziges Brachland. Könnte es in der Tat sein, daß der provokative, outragiert-sexistische, beißend-aggressive Wilde Jan Hein Donner (siehe einführendes Zitat) Recht hat?Der überragende niederländische Großmeister mag, nicht das einzige Mal in seinem literarischen Leben, seinen Standpunkt übertrieben dargestellt haben. In der Tat, ich mißtraue seiner unbändigen lebenslangen Streitsucht, seiner argumentative Härte und seinen Vorurteilen - solche wie seine übertriebene Liebe zu dem Läuferpaar - die seine Entwicklung irgendwie verzögert haben. Auf universitärem Level haben Frauen zweifellos den Männern in vielen Disziplinen den Rang abgelaufen. In meiner eigenen Familie war meine Tochter von einer konstanten akademischen Exzellenz, während mein Sohn (wie vormals sein Vater) sowohl faul als auch sprunghaft ist. Aber in der Schachwelt ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Es reicht nicht aus, die kürzlich zurückgetretene Judit Polgar als Beweis heranzuziehen, daß Frauen im Schach so gut wie Männer sind, denn die brillante Ungarin ist offensichtlich ein Sonderfall. Es wäre ebenso falsch, den vor seiner Lähmung so kampfstarken Viktor Kortschnoi als Beleg heranzuziehen, daß ältere Menschen nicht schwächer seien als jüngere. Nach Chris Fegan von der Organisation "Schach in Schulen und Gemeinschaften" sind Mädchen auf Grundschulebene, die verpflichtende Schachstunden nehmen, ähnlich gut oder sogar manchmal besser als Jungen. Unglücklicherweise bricht dieser vielversprechende Start jäh ab, und es dauert nicht lange, bis die Mädchen von der Spielstärke her den Jungen gegenüber weit abgeschlagen sind. Trotzdem habe ich den starken Verdacht, daß die weiblichen Schachspieler stärker und zahlreicher wären, wenn sie, wie ich selbst einst, sich früh einem ernsthaften Wettbewerb stellen. Der Verdacht ist sicherlich richtig, aber ein ausgezeichneter Artikel des Australiers Richard Howard auf der chessbase.com-Webseite letzten Jahres zeigte, daß trotz des enormen sozialen Wandels in den letzten 40 Jahren der Graben zwischen den führenden männlichen und weiblichen Spielern bei etwa 250 Elopunkten konstant blieb - eine tief klaffende Kluft in den Fähigkeiten. Daß Frauen stärker erscheinen, hat mehr mit der ständigen Erreichbarkeit durch die Computer zu tun als durch ein Schließen des Geschlechtergrabens.Howard unterzieht auch der höchst absurden Theorie von Bilalic, Smallbone, McLeod und Gobet (die immerhin von der "Royal Society" vorgeschlagen wurden), die in den letzten Jahren bekannt wurde, einer subtilen Kritik. Diese besagt, daß der gemessene Unterschied der Geschlechter fast vollständig sozial entsteht, und dieser tatsächlich nicht größer als 1 Prozent sei. Mit diversen Diagrammen und Statistiken "lösten" diese Vier das ewige Schachrätsel, warum Frauen im Schach hinter den Männern liegen, während gleichzeitig moderne Psychologen darauf drängen, uns zu beweisen, daß jeder Mensch gleich sei. Nur ein Abkömmling aus dem Akademikermilieu könnte zu solch einer grotesken Schlußfolgerung gelangen, die jeder Beobachtung, jedem gesunden Menschenverstand und jedem Material an empirischer Beweisführung zuwiderläuft. Howard deckt dies auf. Er verweist auf Länder wie Georgien, wo die weibliche Beteiligung im Schachspiel höher als der Durchschnitt ist, aber der Graben der Geschlechter, was die Spielstärke angeht, wächst. Das ist natürlich das genaue Gegenteil dessen, was man erwarten würde, wenn man an die Partizipationstheorie glaubt. Interessanterweise ist es selbst in einem so sozialen Spiel wie Bridge so, wo Frauen die Mehrheit an Teilnehmern stellen, der Olymp aber den Männern vorbehalten bleibt. Dies würde darauf hindeuten, daß Diskriminierung oder offener Sexismus nur noch ein Faktor von vielen wäre, mit dem man den Geschlechtergraben im Schach erklären könnte, und damit eine geringere Bedeutung hätte, als dies von der Gesellschaft angenommen wird.Die geschäftstüchtigen Meister von Gibraltar bieten bekanntlich einen großen Preisfond an mit zahlreichen Sonderpreisen für das weibliche Geschlecht. Brian Callaghan, die treibende Kraft hinter dem Ereignis, hat keine Gewissensbisse ob seiner Vorliebe, obwohl ich mich oft frage, ob diese Praxis legal ist (nicht, daß sich jemals jemand beschwert hätte). Denn wenn, um einen Vergleich herzustellen, sagen wir, ein Veranstalter Extrapreise anbieten würde für die Länge von Körperteilen [Originalvergleich ersetzt, Kiffing], würde es zu einem Flut an Klagen kommen. "Positive" Diskriminierung, natürlich ein Oxymoron, bleibt Diskriminierung. Wie auch immer, wenn jemand den Beweis erbringen würde, daß Frauen im Schach biologisch benachteiligt wären, dann würde die potentielle Kritik zum Erliegen kommen. Dies mag eine wenig schmackhafte Schlußfolgerung für militante Feministen sein, aber ich befürchte, daß Gibraltar, wo Frauen schon so viele Preise abgestaubt haben, mehr für das Schachspiel tut als jede ideologische Effekthascherei.Sehr hohe weibliche Ratings im Schach sind immer noch ein Wunder, und ich verweise nicht einmal auf die traditionellen Gründe von Heirat und Mutterschaft. Menschen neigen dazu, bei etwas zu bleiben, wo sie gut drin sind, was es überraschend macht, daß so viele Mädchen das Schachspiel ohne offensichtlichen Grund verlassen, obwohl sie ihr Land repräsentieren. Wenn man mit minimaler Anstrengung im Nationalteam bleiben kann, warum sollte man es verlassen? Sollte es nicht eine Angelegenheit von Stolz und Ehre sein? Und wenn Patriotismus nicht wichtig ist, warum sollte man nicht ganz eigennützig ein paar Auslandsreisen genießen?Ein bemerkenswürdiges, aber atypisches Beispiel eines vorzeitigen Rücktritts ist Susan Polgar, die mit 27 Jahren dem Schachsport den Rücken kehrte, gerade in dem Moment, an dem sie Frauen-Weltmeisterin wurde. Wie bei einem früheren Weltmeister, mit jüdischem Ursprung, wirkt ihr Bestehen auf die Titelverteidigung 1999 gegen Xie Jun 1999 als Beispiel an Unaufrichtigkeit, denn es zeigte, daß sie insgesamt keine Neigung zu spielen hatte. Vielleicht haben großzügige Sponsoren sie dazu bewogen, 2004 ihr Comeback auf der Schachbühne, bei der Schacholympiade in Calvia, zu geben. Trotz eines unvermeidlichen Zustandes des Rostens machte sie ihre Sache in Calvia überraschend gut. Trotzdem stellte sie nur zwei Jahre später ihre schachlichen Aktivitäten wieder ein. Ihr Ehemann und Geschäftsmanager, der zweifache bankrotte Paul Truong, der behauptet, die vietnamesische Einzelmeisterschaft U21 als 5jähriger gewonnen zu haben und dann von Piraten entführt und inmitten einem Rudel an Haien nur knapp dem Tode entronnen zu sein, setzte daraufhin seine erfolgreiche, rücksichtslose und selbstvermarktende Maschinerie fort. Noch ist er nicht von Aliens entführt worden, aber das ist nur noch eine Frage der Zeit.Wenn man Susan Polgar ihre geniale eigene Leistung zugesteht, als erste Frau den Großmeistertitel der Herren, ganz konventionell mit drei erspielten Normen, errungen zu haben, so ist es tragisch, daß ihr Feuer erloschen und ersetzt worden ist durch solch extravagante, nach sinnlosen Rekorden gierende Effekthascherei, wie ihre Behauptung, sie habe 2005 einen Rekord aufgestellt, indem sie 1131 Spiele (davon 1112 gewonnen!) in nur 990 Minuten gespielt habe. Das geht nur, wenn in jeder Partie durchschnittlich 52,5 Sekunden gespielt wurden.Im starken Gegensatz zu ihr hatte es ihre jüngere Schwester, Judit Polgar, nie für nötig befunden, mit solch einem bombastischen und hyperbolischen Stil ein fragiles Ego zu unterstützen. Sie bevorzugte es stets, ihre herausragenden Resultate sprechen zu lassen. Nach einer großartigen und einzigartigen Karriere, jeden Rekord in Sichtweite brechend, hat sie sich nun verschiedenen Projekten zugewandt. Nachdem sie demonstriert hat, zu was Frauen fähig sind, ist ihr Stab nun zu Hou Yifan gewandert. Ob die junge chinesische Weltmeisterin es schafft, Judit Polgar an Leistung zu erreichen oder sogar zu überbieten, steht noch in den Sternen. Aber sie ist ohne Zweifel die beste Hoffnung, dieses zu schaffen. Die Gehirne von Männern und Frauen sind höchst unterschiedlich verdrahtet, warum sollten sie also in derselben Weise funktionieren? Ich habe nicht das kleinste Problem damit, es zu akzeptieren, daß mir meine Frau in emotionaler Intelligenz überlegen ist. Auf der anderen Seite empfindet auch sie es nicht als peinlich, mich zu fragen, wie sie am besten das Auto aus der engen Garage manövriert. Das Eine ist nicht besser als das Andere, wir haben nur unterschiedliche Fähigkeiten. Es wäre wundervoll, mehr junge Mädchen, auch auf höherem Level, Schach spielen zu sehen. Aber anstatt sich zu ärgern, sollten wir Ungleichheit dankbar als Fakt anerkennen. [/QUOTE]

Beitrag von Kiffing

[QUOTE=Kampfkeks]- In puncto Verhalten dürfte es ebenfalls Unterschiede geben (Frauen eher emotional und kompromissbereit, Männer eher aggressiv und machthungrig). [/QUOTE]Genau solch eine Schwarzweißmalerei macht diese neuronale Betrachtung auf die Geschlechterfrage so gefährlich. Denn ich denke, die Unterschiede zwischen den Individuen sind letztendlich größer als die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So dürfte etwa der aggressive und machthungrige Mann in den meisten Gesellschaften, und damit auch unter anderen Männern, höchst unbeliebt sein und existiert nur als eine mögliche Ausprägung unter vielen, die es bei männlichen, und hier würde ich lieber von menschlichem Verhalten sprechen, unzweifelhaft gibt.Denn in der Tat kamen mir Mädchen und Frauen niemals moralisch besser vor als Jungen und Männer. Daß Frauen z. B. über eine geringere Körperkraft verfügen als Männer, ist bekannt. Aber gemobbt wird bei beiden Geschlechtern ungefähr gleich viel, und während Jungen und Männer sich tatsächlich eher prügeln, wird bei Mädchen und Frauen dafür eher intigriert. Meine Haßbilder sind bei Männern z. B. der Tyrann, die Schreckschraube bei den Frauen ist aber nicht weniger unsympathisch. Aber auch hier können die Geschlechterunterschiede wieder verwischt werden, was ein Bild auf diverse Herrscherinnen, von Zar Elisabeth bis zur "Eisernen Lady" Margreth Thatcher, zeigt.Im Großen und Ganzen sind solche Stereotype höchst anachronistisch, weil sie Verhaltensweisen widerspiegeln, die im Naturzustand vielleicht gefragt bzw. instinktiv verfolgt wurden. Die unbestrittene Emanzipation aus dem Naturzustand, die von allen Tieren nur der Mensch fertiggebracht hat mit all der damit verbundenen Weiterentwicklung, hat uns aber in eine Lage versetzt, den Instinkt zu besiegen oder zumindest zu reflektieren und die Wirklichkeit rational und ethisch zu gestalten. Wie man bspw. an der Maslowschen Bedürfnispyramide sieht, sind Essen und Trinken, die im Naturzustand aufgrund des täglichen Kampfes ums Überleben, primär waren, heute nur noch die erste Stufe menschlicher Bedürfnisse. Und was den Krieg angeht, so ist Gewalt heute für eine moderne Gesellschaft kontraproduktiv und wird zurecht geächtet. Wir haben Krieg und Gewalt heute nicht mehr nötig und sollten friedlich, respektvoll, kooperativ und vernünftig miteinander umgehen. Wer bspw. als aggressiver und machtbetonter Mann auf seine vermeintlichen Urinstinkte verweist, rechtfertigt nur sein eigenes Fehlverhalten und degradiert sich selbst zum Tier. Es ist ja auch viel bequemer, auf einen angeblichen genetischen Fatalismus zu verweisen, gegen den man nichts tun könne, als ernsthaft an sich zu arbeiten, daß man für seine Mitmenschen keine Belastung, sondern eine Bereicherung ist. Das ist sowieso das Gefährliche an dieser Diskussion, daß einem die Möglichkeiten, die es auch bezogen auf das Schach sowohl für das weibliche als auch das männliche Geschlecht gibt, als Frau verschlossen erscheinen, weil diese am Ende auch noch daran glaubt, daß man als Frau genetisch benachteiligt sei. Die Genetik spiegelt nur das innewohnende Potential eines jeden Menschen wider, das es seit Jahrtausenden gibt. Auf dieser Basis ist aber für jeden Menschen viel möglich, und darüber entscheiden soziologische und edukative Prozesse, über deren Möglichkeiten es viel mehr lohnt, sich Gedanken zu machen als über vermeintliche genetische Unabdingbarkeiten.

Beitrag von Kampfkeks

Du bist also der Meinung, es gibt keine "typisch weiblichen" und "typisch männlichen" Verhaltensweisen / Interessen?Nun, da bin ich aber ganz anderer Ansicht! Ich kenne so einige Männer, aber von denen gibt es nur sehr wenige, die gern Cupcakes backen, stundenlang über Wer-ist-mit-wem-zusammen tratschen oder mehr als 3 - 4 Paar Schuhe besitzen. Umgekehrt kenne ich nur wenige Frauen, die literweise Bier in sich reinschütten, sich im Fitnessstudio aufpumpen und dann breitschultrig die Straße entlangstolzieren, als gehöre die Welt ihnen allein. Ich weiß, dass diese Beispiele klischeehaft wirken und selbstverständlich gibt es auch eine Grauzone. Trotzdem, nach meiner Erfahrung gibt es diese unterschiedlichen Tendenzen im Verhalten. Ob das genetisch bedingt ist (was ich nie behauptet habe) oder durch äussere Einflüsse "anerzogen" ist, weiss ich nicht. In jedem Fall finde ich es gut, dass es diese Unterschiede gibt. Denn das macht doch mit den Reiz am anderen Geschlecht aus. Und nein, ich halte Frauen nicht für "moralisch besser" als Männer.

Beitrag von Kiffing

Ich denke, daß sich in den letzten 40 Jahren die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verringert haben, weil diese mehr und früher miteinander zu tun haben und insgesamt entspannter miteinander umgehen. Früher war es bspw. üblich, daß Mädchen und Jungen getrennte Schulen besuchten, für emanzipierte Mädchen war das ein Graus, die haben verächtlich von Gänseschulen gesprochen. Und als die Mädchen begannen, ihre Kleider und Röcke durch Hosen auszutauschen und auf den Schulhöfen mit Fußball oder Mädchen gegen Jungen zu spielen, waren viele Mädchen auch für die Jungen nicht nur Mädchen, sondern eben auch Klassenkameraden.Ich bestreite nicht, daß es dort Unterschiede gibt, diese sind aber wesentlich geringer als man früher dachte und Mädchen und Jungen gezielt auf ihre "Rolle als Mann" bzw. "Rolle als Frau" vorbereitete (das existiert übrigens auch heute noch, und in manchen Familien noch ziemlich stark), und als die zahlreichen Diskriminierungen fielen und z. T. durch "positive Diskriminierung" ersetzt wurden, was ich weniger wie Short als Diskriminierung als vielmehr als Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit sehe, haben die Mädchen gezeigt, daß sie genauso gut studieren können wie die Jungen. Natürlich gibt es nach wie vor Berufe und Studienfächer, die vom männlichen und die vom weiblichen Geschlecht bevorzugt werden. Aber von der Tendenz her sind die Unterschiede nicht so gravierend, als daß man nicht, unabhängig, ob man als Junge oder als Mädchen geboren wurde, in jedem Metier etwas Großes reißen kann, wenn man sich für dieses Metier berufen fühlt. Das Problematische ist jetzt nicht die vermeintliche Determiniertheit des Geschlechtes, sondern sind die demotivierenden Kommentare einer rückständigen Umwelt, die ätzt und geifert, weil es nicht "normal" sei, wenn ein junger Mann Kindergärtner werden möchte oder eine junge Frau Bergfrau. [QUOTE]Und nein, ich halte Frauen nicht für "moralisch besser" als Männer. [/QUOTE]Ok, das war eben meine Bewertung Deines tendenziellen Gegensatzpaares: "Frauen eher emotional und kompromißbereit" und Männer "eher aggressiv und machthungrig". :D

Beitrag von Kiffing

Mir selbst war durchaus aufgefallen, daß Nigel Short in seiner Argumentation um ein, immerhin Sachthema, Susan Polgar einen überproportionalen Raum gibt, was den Gehalt seines "Essays" (André Schulz) durchaus schmälert, denn das Beispiel Susan Polgar dient kaum bis gar nicht als ernsthafte Untermauerung seiner These. Und irgendwie hatte ich auch im Hinterkopf, daß da mehr dahintersteckt. Die in dieser Causa übrigens lobenswert informierten Redakteure bei Chess24 wissen mehr, und es ist durchaus ihr Verdienst, den vor allem im englischsprachigen Raum wie eine Bombe einschlagenden Text Shorts auf eine zusätzliche Ebene überführt zu haben, nämlich auf den "Krieg" zwischen Nigel Short auf der einen und Susan Polgar und Paul Truong auf der anderen Seite. Wie erwähnt sind die Chess24-Redakteure hier gut informiert, und so kann sich jeder davon nun ein eigenes Bild machen, den es interessiert: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/krieg-zwischen-nigel-short-und-susan-polgar". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://chess24.com/de/lesen/news/krieg ... san-polgar" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]Und wen es interessiert, der kann auch an diesem Ort gerne die Chess24-Frage beantworten und begründen, bei wem in diesem "Krieg" eure Sympathien liegen. :P

Beitrag von Birliban

Zunächst muß auch ich die Aufmachung auf der Chessbase-Seite von André Schulz, über die Äußerungen von Short, scharf kritisieren. Donners diskriminierendes Zitat als “knackig“ zu postulieren und das Ganze auch noch mit “ Zu kleine Gehirne “ zu überschreiben, ist nicht nur eine Entgleisung, sondern tangiert schon die Rassentheorien des 3. Reiches. Allerdings muß ich Short eine Mitschuld an dieser Entgleisung zuweisen. An sich ist es zwar legitim und auch nichts dagegen einzuwenden, daß Short seinen Ausführungen ein Zitat von Donner voranstellte: "Der Unterschied im Schach zwischen den Geschlechtern ist bemerkenswert, aber nach meiner Überzeugung nicht größer als in jedem anderen Feld kultureller Aktivität. Frauen können nicht Schach spielen, aber sie können auch nicht malen, schreiben oder philosophieren. Es ist eine Tatsache, daß Frauen niemals etwas gedacht oder gemacht haben, was wert ist, bedacht zu werden." Jan Hein Donner Was Short allerdings versäumte, ist die Tatsache, daß er sich von Donners Zitat nicht klar distanzierte und es nicht als diskriminierend und frauenfeindlich einstufte. Denn nichts anderes ist Donners Zitat: Diskriminierend und frauenfeindlich. Also nichts anderes als das, was seit bestehen des Patriarchats in den Hirnen mancher/vieler Männer sein Unwesen treibt, wenn es um die Diskriminierung von Frauen geht.

Beitrag von Birliban

Zum Thema “Frauenschach“, speziell zur Frauenweltmeisterschaft in Sotschi, hat sich nun auch Sergej Schipow kürzlich geäußert. Allerdings nicht ganz freiwillig. Denn als Kommentator bei der WM geriet er in die Kritik, weil er die Frauen nach Ansicht vieler, insbesondere der Spielerinnen selbst, “zu hart ran nahm“, sprich zu großes Augenmerk auf die schachlichen Unzulänglichkeiten der Spielerinnen legte. Obwohl Sergej Schipow in seiner Heimat als russischsprachiger Kommentator der großen Turniere Kultstatus genießt, hat er sich in Sotschi doch recht unbeliebt gemacht und war schnell als “arrogant“ verschrieen.In der Schachzeitung SCHACH 5/2015 hat Schipow sich nun selbst dazu geäußert und einige Fragen beantwortet.War die Kommentierung in Sotschi Ihre erste intensive Erfahrung mit dem Frauenschach? Nein, ich habe bereits Frauenturniere kommentiert. Auch in der Trainerarbeit mit Frauen habe ich schon viele Erfahrungen gesammelt, es handelt sich also keineswegs um mir unbekanntes Terrain.Waren Sie von der mangelnden Qualität überrascht?In K.o.-Turnieren agieren auch Männer regelmäßig nervös und instabil. Somit kann man von den Frauen, die insgesamt ein niedrigeres Niveau aufweisen und deutlich emotionaler sind, erst recht keine durchgängig hohe Qualität erwarten. Man muss auch berücksichtigen, dass diese Championate für die Mehrzahl der Teilnehmerinnen die einzige reale Chance darstellen, wirklich Geld zu verdienen. Das erhöht die Nervosität weiter. In Sotschi gab es natürlich viele Einsteller. Aber im Großen und Ganzen hat sich diese K.o.-Weltmeisterschaft von vorangegangenen wenig unterschieden.. Früher wurde der Akzent bei den Live-Übertragungen allerdings nicht so gnadenlos auf die Fehler der Akteurinnen gelegt. Das schafft in gewissem Maße ein negatives Bild. Heute ist mir klar, dass auch ich Fehler gemacht habe! Künftig werde ich loyaler sein und die Umstände in höherem Maße berücksichtigen. Beispielsweise würde auch niemand von einem Marathonläufer bei Kilometer vierzig eine ideale Lauftechnik und Sprintgeschwindigkeit erwarten. Nach fünfzehn(!) Wettkampftagen in Folge sind die Frauen zu Tode erschöpft, verlieren ständig die Kontrolle und verpassen die Schlüsselmomente des Kampfes. Das ist völlig normal. Es wäre gut, einen weiteren Ruhetag in das WM-Reglement aufzunehmen, etwa vor dem Start des Viertelfinales. Das würde es den Mädchen erlauben, sich wenigstens etwas zu erholen. Warum haben es die Favoritinnen bei den K.o.-Wettbewerben immer so schwer?Die Rolle des Zufalls ist im allgemeinen eine größere. Und es hängt auch mit unserer Wahrnehmung zusammen. Wenn die Favoritinnen sich durchsetzen , nehmen wir das als normal wahr. Aber wenn sie ausscheiden, stellen wir Fragen. Im K.o.-System kann sich ein einziger Fehler als verhängnisvoll erweisen. Fehler sind statistisch unvermeidlich. Auch bei Favoriten. So kann es passieren, dass bei diesem Modus am Ende nicht immer die Stärksten triumphieren. Andererseits haben die Favoritinnen auch hier die statistisch größeren Gewinnchancen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist allerdings geringer als bei Rundenturnieren. Wenn man also in Sotschi ein Rundenturnier mit 64 Teilnehmerinnen ausgetragen hätte, so wären die vier Halbfinalistinnen dort womöglich nicht unter die ersten Drei gelangt. Koneru, Ju Wenjun und Anna Musitschuk hätten bessere Aussichten gehabt als sie, besonders Koneru.Sprechen Sie dem Frauenschach insgesamt die Existenzberechtigung ab, sollten sie ganz normal bei den Männern mitspielen (müssen)?Nein! Selbstverständlich muss es existieren. So wie das Frauentennis, die Frauenleichtathletik u.s.w. Nur muss man sich von dem Mythos verabschieden, dass Frauen in einer geistigen Sportart mit Männern auf Augenhöhe kämpfen können. Denn genau das ist es – ein Mythos! Der Unterschied in der Leistungsfähigkeit, der Energetik, in der Fähigkeit, sich in einen bestimmten Gegenstand zu versenken, ist zwischen Männern und Frauen riesig. Die Ausnahme namens Judith Polgar bestätigt lediglich die Regel. Ich bin überzeugt davon, dass in Zukunft keine Frau auch nur in die Nähe der Erfolge Judiths kommen wird, die es in die Top Ten der Welt geschafft hat. Das war eine einzigartige , phänomenale Errungenschaft, die nicht zu wiederholen sein wird. Natürlich sollen Frauen in Männerturnieren spielen (aber nicht spielen müssen). Das ist gut für uns alle! Ihnen kommt es vom schachlichen Standpunkt aus gesehen zugute. Männer profitieren unter >sozialenWo sehen Sie die größten schachlichen Defizite der Frauen? Das Spiel der stärksten Schachspielerinnen der Welt unterscheidet sich fast nicht von dem der Männer mit entsprechender Elozahl. Einen prinzipiellen Unterschied sehe ich in der mangelnden Stabilität. Der weibliche Organismus ist nicht so stabil wie der männliche, er versagt häufiger. Das Nervensystem der Frauen ist anfälliger – daraus resultieren die vielen von außen schwer nachzuvollziehenden Fehler. Das führt dazu, dass Frauen mit einer Elo von 2500 eine Partie deutlich über, aber auch deutlich unter ihrer tatsächlichen Stärke spielen können. Männer mit 2500 bewegen sich eher in einer Bandbreite von 2450 bis 2550. Sie sind berechenbarer. Daraus ergibt sich eine wichtige Reserve zur Leistungssteigerung für Frauen: sie müssen ihre physische Ausdauer erhöhen und ihr Nervensystem festigen. Statt seiner Schülerin neue Eröffnungssysteme beizubringen, sollte man als Trainer also besser etwas dafür tun, dass sie gesund und glücklich ist! Das Wichtigste im Trainingsprozess sowie in Turnieren ist für Frauen eine starke, männliche Schulter. In allen Fragen – ohne Ausnahme! Männer können einsame Profis sein. Frauen nicht. Wird von Anfang an zu wenig Wert auf das eigenständige Arbeiten der Frauen gelegt, wird ihnen zu viel Arbeit von ihren Trainern/Sekundanten abgenommen?In dieser Frage verbirgt sich bereits die Antwort. Ich stimme zu. Frauen sind disziplinierter als Männer. Sie fügen sich ideal in das Trainer-Schüler-Schema ein. Genauso muss man mit ihnen auch arbeiten. Der Trainer (Freund, Ehemann etc.) muss der Spielerin alles Nebensächliche abnehmen, so dass sie ihre ganze Energie in den Kampf am Brett stecken kann. Frauen sind harmonischere Wesen als Männer. Sie verstehen viel besser, was im Leben wichtig ist und was zweitrangig. Sie verfügen über ein angeborenes Gefühl des Maßes, das sie vor Fanatismus, übertriebenem Risiko, Verrücktheiten u.s.w. Bewahrt. Deshalb verschreiben sich Frauen dem Schach niemals vollständig. Bekenntnisse wie “Schach ist mein Leben“ werden sie von einer Frau nicht hören. Für sie ist Schach ein Spiel, und der Verlust einer Partie keine Tragödie. Sie spielen Schach, Männer leben es. Wir sind Profis. Wir müssen unsere Familien ernähren. Wir haben etwas zu verlieren. Den Frauen bleibt unabhängig vom Ausgang einer Partie das Wesentliche erhalten – Liebe, Familie, Kinder...Nach Meinung der Anhänger des Frauenschachs werden die qualitativen Defizite durch andere Vorteile wettgemacht. Der Kampfgeist ist großartig, viele Partien bieten dem breiten Publikum einen hohen Schauwert, viel Spannung und häufig wechselnde Szenarien. Hinzu kommt ein deutlich besseres optisches Gesamtbild, was gerade bei der Sponsorengewinnung von Vorteil ist.In punkto Kampfbereitschaft und Emotionalität wirkt das Frauenschach interessanter als das der Männer. Es ist immer wieder scheußlich anzusehen, wie starke männliche Großmeister sich bei vollem Brett auf Remis einigen und damit das Schach als konkurrenzfähige Sportart diskreditieren. Frauen erlauben sich so etwas nicht. Die Frage ist, wie diese Zuschauerwirksamkeit zu vermitteln ist. Wie kann man Sponsoren gewinnen? Offenbar brauchen wir hier neue Ideen. In vielen erfolgreichen Sportarten, nehmen Sie z.B. Golf, wird große Aufmerksamkeit auf die äußere Erscheinung der Sportler gelegt. Auch in der Schachwelt ist die Zeit für Neuerungen gekommen, die sich an den Zuschauern orientieren. Dem sollten wir uns nicht verweigern.

Beitrag von Kiffing

Ich sehe, die „traditionelle“ Putin-Ideologie zeigt ihre schönsten Blüten. :)Die Amalgamierung der neuen russischen Ideologie aus christlicher Orthodoxie, Nationalismus und Glorifizierung auch der sowjetischen Vergangenheit mag manchem zwar widersprüchlich erscheinen. So empfand der Historiker Gerd Koenen, der mit Blick auf Holocaust und die Gewaltexzesse Stalins im eigenen Land bereits in den 90er Jahren von einer „[URL="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/zweierlei-singularitaet--ausschaltung-und-gleichschaltung-im-nationalsozialismus-und-im-stalinismus-das-jahrhundert-der-saeuberungen,10810590,9474820.html"]zweifachen Singularität[/URL]“ gesprochen hatte, diese Versöhnung diverser moderner Erzählungen im Rußland unter Wladimir Putin, der sowohl Weiße als auch Rote im russischen Bürgerkrieg als Nationalheroen aufbietet, als ahistorisch. In einem in diesem Jahr erschienenen Interview mit der Welt begründete Koenen sein Urteil mit [URL="http://www.dw.de/gerd-koenen-putin-hat-osteuropa-nichts-zu-bieten/a-18358882"]starken Worten[/URL]: [QUOTE=Gerd Koenen]Es gibt eben ein großes Bedürfnis, in der historischen Erinnerung wieder zusammenzufügen, was in der realen Geschichte des sowjetischen Russland so radikal und tödlich wie nur möglich getrennt gewesen ist: also Stalin und der Zar, die Weißen und die Roten, die Henker und die Opfer, die Atheisten und die Popen, usw. Das ist verständlich und in gewisser Weise sogar notwendig und vernünftig. Fatal wird die Sache aber dann, wenn von staatlichen Ideologiebehörden, und heute im Zweifelsfalle von Putin selbst als dem obersten Lehrer der Nation, versucht wird, alles zu harmonisieren. Dann wird die ganze, ungeheure, tragische Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert zu irgendeiner vaterländischen Kitsch- und Heldenstory, statt dass man sich der vollen Härte dieser inneren Zerfleischungen und vor allem, der Erforschung ihrer Ursachen, stellte. Dann ist der Boden bereitet für eine endlose Selbstbeweihräucherung, worin das große Russland von Sieg zu Sieg schreitet, inmitten einer neidischen Welt von Feinden, denen es immer wieder heroisch widerstanden hat. [/QUOTE]Doch wir sollten uns nicht wundern. Die Russen, die unter den Zaren und mehr noch unter der Knute der Sowjetunion großgeworden und damit kleingeblieben sind, sind es gewohnt, auch rapide Veränderungen des Wahrheitsministeriums anzunehmen, zu erkennen, daß 2+2=5 ist und zu wissen, daß Ozeanien schon immer der Feind gewesen ist, auch wenn noch vor Kurzem zusammen mit Ozeanien scheinbar mit allen Mitteln gegen Ostasien gekämpft wurde.

Beitrag von Birliban

“ Ich sehe, die „traditionelle“ Putin-Ideologie zeigt ihre schönsten Blüten. “ KiffingJa. Ein mulmiges Gefühl überkam mich schon, nach lesen der Äußerungen von Schipow. Nicht anders erging es mir beim lesen der Äußerungen von Short.Was ich eigentlich bemerkenswert finde - im Moment scheinen wieder einmal Männer sehr viel über das >FrauenschachIn diesem Zusammenhang habe ich gestern mal die Zeitschrift SCHACH angeschrieben, mit der Bitte und den Vorschlag, ob sich zum Thema >FrauenschachIch habe Judith Polgar vorgeschlagen. Sie scheint mir kompetent dafür zu sein. Interessant wäre es schon zu erfahren, was sie, als kompetente Vertreterin des anderen also weiblichen Geschlechts, zu den Äußerungen ihrer männlichen Kollegen, Short und Schipow, zu sagen hat. Und natürlich speziell zum Thema >Frauenschach<. Ich denke doch, dann kommen wir der Wahrheit zumindest ein kleines Stückchen näher.

Beitrag von Kiffing

[QUOTE=Birliban]Was ich eigentlich bemerkenswert finde - im Moment scheinen wieder einmal Männer sehr viel über das >FrauenschachMich wundert es nicht, die Welt scheint aus den Fugen zu geraten. China, was seit den 90er Jahren im Zuge der pragmatischen Öffnungspolitik nach den Ideen von Teng Hsiao-Ping, dem "chinesischen Gorbatschow", niemand mehr für möglich gehalten hätte, radikalisiert sich unter seinem "chinesischen Putin" Xi Jinping. Auf einmal werden wieder die "Ideale" des größten Massenmörders der Geschichte, Mao Tse-Tung, hochgehalten, westliche Literatur wird an den Universitäten [URL="http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2015-03/china-hochschulen-westliche-werte-ueberpruefung-auslaendische-lehrbuecher"]verboten[/URL], aus Gründen "ideologischer Festigkeit", und im Südchinesischen Meer so aggressiv wie seit Jahrzehnten nicht mehr gezündelt. Über Rußland brauchen wir nicht zu reden, und in der islamischen Welt etablieren sich mit der IS die Mongolen der Neuzeit. Daß im Westen, der sich zunehmend in der Defensive sieht, was die Entwicklungskurven zu Einwohnerzahlen und Wirtschaftswachstumsdaten belegen, was zur Folge hat, daß seine Werte nicht mehr als nachahmenswert, sondern als verachtenswert erscheinen, unter diesen Bedingungen nun die ganzen Ungeister der Vergangenheit aus den Löchern kriechen, die im Fortschrittsglaube nach dem Sieg 1990/91 längst überwunden geglaubt schienen, ist ebenso Symptom der allgemeinen Krisenentwicklung auf der Welt, was aber leider nur folgerichtig ist. Schließlich mag der Westen Projektionsfläche der Hoffnungen und Sehnsüchte progressiver Strömungen sein, unter seiner Oberfläche in Gegenwart und Vergangenheit verbirgt sich aber Schreckliches, so daß die Rechte und Freiheiten, die im Gegensatz zu anderen Regionen selbstverständlich erscheinen mögen, immer wieder aufs Neue errungen werden müssen. Ist der Westen aber erst weg, wird es auch nicht besser. [QUOTE=Birliban]In diesem Zusammenhang habe ich gestern mal die Zeitschrift SCHACH angeschrieben, mit der Bitte und den Vorschlag, ob sich zum Thema >FrauenschachSolange es nicht Elisabeth Pähtz wird, kann ich mich mit diesem Gedanken natürlich anfreunden. Die sagt nämlich das Gleiche in Grün wie Nigel Short und Konsorten. :D

Beitrag von Birliban

" Solange es nicht Elisabeth Pähtz wird, kann ich mich mit diesem Gedanken natürlich anfreunden. Die sagt nämlich das Gleiche in Grün wie Nigel Short und Konsorten. " KiffingWäre noch Vishy Anand eine Alternative - der positioniert sich recht deutlich konträr zu Short & Co. Bin mir aber nicht sicher, ob er das nötige Hintergrundwissen hat und einfach nur zu "nett und lieb" ist, vor allem, wenn seine Frau Aruna im Publikum sitzt und so nett und süß die Welt anlächelt. :)Also - erst Judith Polgar. Über Alternativen denke ich später nach. :wink2:

Beitrag von Kiffing

Um einmal wieder auf das Thema einer angeblichen genetischen Benachteiligung von Frauen im Schach gegenüber Herren zu kommen, so habe ich diesen interessanten [URL="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/statistik-warum-maenner-im-schach-erfolgreicher-sind-a-600756.html"]Spiegel-Artikel[/URL] von 2009 entdeckt. Britische (!) Forscher haben sich nämlich mit derselben Fragestellung auseinandergesetzt, die Nigel Short beschäftigte, und sind zu dem Schluß gekommen, daß die Unterlegenheit der Frauen "nahezu exakt dem entspricht, was rechnerisch zu erwarten wäre angesichts des Frauenanteils unter den Schachspielern insgesamt". In diesem Zusammenhang sei der Geschlechterunterschied "zu 96 Prozent erklärbar". Von daher zieht es nicht, die Unterschiede im mathematisch-logischen Denken zwischen den Geschlechtern auf das Schachspiel zu übertragen, das Leben ist vielfältiger, was übrigens auch ein Thilo Sarrazin schon erfahren mußte, wo ihm seine Unbelehrbarkeit auch nichts nützt.

Beitrag von Birliban

Danke für die Recherche, den Link zu dem interessanten Spiegel-Artikel 2009 ( [url]http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/statistik-warum-maenner-im-schach-erfolgreicher-sind-a-600756.html[/url] ), der, wie auch der von Kiffing bereits erwähnte Link zu dem Spiegel-Artikel 2015 ( [url]http://www.spiegel.de/panorama/leute/schach-grossmeister-nigel-short-veraergert-frauen-mit-aeusserung-a-1029487.html[/url] ), doch etwas frische Luft in den Mief patriarchalischer Denkmuster vergangener Jahrhunderte, wie sie sich bei Donner und Short offenbarten, bringt.In Donners Hirn wird leider kein erhellender Lichtstrahl mehr dringen können, da es längst verwest unter der Erde liegt. Tragisch für ihn auch die Tatsache, daß er sich mit seinem Zitat “… Es ist eine Tatsache, daß Frauen niemals etwas gedacht oder gemacht haben, was wert ist, bedacht zu werden." (Jan Hein Donner) quasi schon zu Lebzeiten selber annulliert hat. Denn, ich nehme es an, auch er ist bei seiner Geburt aus Mutters Bauch gekommen (falls nicht aus Satans Rippe): Seine Mutter hat ihn also GEMACHT. Da dies nach seiner eigenen Aussage aber nicht wert ist bedacht zu werden, ist er es also selbst nicht wert, bedacht zu werden. Vielleicht hat ihm seine Mutter die Brust verweigert, so daß er diesen seinen Minderwertigkeitskomplex bis ans Ende seiner Tage nicht hat verwinden können. Und dies gärende Gift in ihm, wahrscheinlich sogar mehr oder weniger unbewußt, läßt dann halt seinen Weiberhass aus jeder seiner geschriebenen Zeilen spritzen... Ruhe er in Frieden. Gott, pardon, die Schachgöttin Caissa (eine Frau!!!), sei seiner armen Seele gnädig! Daß Nigel Short Donners Zitat wie ein leuchtendes Banner seinem Essay voranstellte, wird ihm, Short, sehr viel Genuss bereitet haben. Ob vielleicht auch ihm die Mutter die Brust verweigert hat, vermag ich nicht zu beurteilen, aber sein komischer Zug um den Mund herum, läßt durchaus solche Schlüsse zu, falls ihm nicht sogar mal ein Frauenstiefel ins Gesicht getreten hat, aus gutem Grund, versteht sich...Möge er in Frieden, ohne weiteres Leid und weiteren Kummer, seinen 50. Geburtstag begehen ( [url]http://de.chessbase.com/post/was-schon-50[/url] ). Möge er 100 Jahre alt werden, so daß ihm noch genügend Zeit verbleibt, eine Wandlung in sich und seinem zu großen Gehirn zu vollbringen. Vielleicht gratuliert ihm auch seine liebe Frau zum Geburtstag, mit dem spöttischen Spruch auf den Lippen: “ Lieber ein zu kleines Gehirn, als einen zu kurzen (short) Schwanz. “

Beitrag von Kampfkeks

Männer...

Beitrag von Birliban

In der Rochade Europa 6/2015 ist von GM Ilja Zaragatski nun auch zum Thema ein Artikel erschienen: “Männer, Frauen und Spielstärke im Schach / Die ganze Wahrheit Teil 1“. Teil 2 dürfte dann wohl in der nächsten Ausgabe, also in 7/2015, erscheinen.Beide Teile sind aber auch hier schon nachzulesen: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/maenner-frauen-und-spielstaerke-im-schach-die-ganze-wahrheit-1". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://chess24.com/de/lesen/news/maenn ... wahrheit-1" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] Interessanterweise sind beide Teile also bereits im März 2014 auf chess24 veröffentlicht worden.Brandaktuell indes ist der Artikel “Warum dominieren Männer die Schachwelt?“ von Vlad Tkachiev: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/tkachiev-warum-dominieren-maenner-die-schachwelt". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://chess24.com/de/lesen/news/tkach ... schachwelt" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]Meines Wissens ist er bislang nur auf chess24 veröffentlicht. Und sicher nicht ganz zufällig nach erscheinen des ominösen Artikels von Nigel Short. Wer will, kann also Vlad Tkachievs nun veröffentlichten Artikel quasi als Gegenstück, Gegenentwurf dazu lesen. Oder auch als Weiterentwicklung und eine Art Upgrade. :)

Beitrag von Birliban

Die Sammlung von Artikeln zum Thema Frauenschach (bezeichnender Weise allesamt geschrieben von Männern) in diesem Thread ist inzwischen beachtlich. Ich habe auch noch einen gefunden in SCHACH 5/2017:Wollen Frauen nicht Schach spielen?Von Prof. Dr. Rolf Larisch*Unter dem Titel „Bauer schlägt Dame“, konnte man jüngst in der Tagespresse einen Artikel lesen, der dem königlichen Spiel gewidmet war (*1). Konkret ging es um die Frage, warum in der Weltspitze des Schachs (fast) keine Frauen vertreten sind, obwohl doch für Schach „Muskeln und Gelenke unwichtig sind“.Ein typischer Schachklub hat nahezu ausschließlich männliche Mitglieder. Daraus folgt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich in einem beliebigen Segment der schachlichen Weltrangliste ebenfalls nur Männer befinden, sehr hoch ist. Gleiches gilt für die absolute Weltspitze. Männer dominieren das Schachspiel also allein schon durch ihre schiere Masse. Dieser Effekt wurde auch in dem oben zitierten Artikel beschrieben. Er führe dazu, „dass sich das bessere Abschneiden der Männer in Rankings zu 96 Prozent mathematisch erklärt“. Die Frage ist weniger, warum Frauen schlechter, sondern vielmehr, warum sie seltener Schach spielen als Männer. Kurioserweise ist es beim Bridge genau umgekehrt: ein typischer Bridgeklub hat überwiegend weibliche Mitglieder. Allerdings sieht es an der Spitze ähnlich aus wie beim Schach: die besten Spieler sind mehrheitlich Männer. Ihre Dominanz ist zwar hier nicht ganz so deutlich, es kann jedoch keine Rede davon sein, dass die Frauen die Männer im Bridge durch reine Quantität aus den Spitzenrängen der Weltrangliste verdrängen.Wie kommt es, dass die Männer in beiden Spielen führend sind? Im folgenden Text versuche ich, durch um Beobachtungen und experimentelle Befunde angereicherte Gedanken Licht in diese bislang nicht geklärte und immer wieder heiß diskutierte Angelegenheit zu bringen.Obwohl Bridge und Schach beides Spiele sind, gibt es offenbar Besonderheiten, die eine unterschiedliche Attraktivität für Männer und Frauen bedingen. Worin genau sie bestehen, ist auf den ersten Blick nicht einfach zu beantworten. Bei den kognitiven Anforderungen gibt es nämlich viele Gemeinsamkeiten: Man muss auch beim Bridge einen Plan fassen, es kommt auf die konkrete Reihenfolge der Züge (beim Bridge „Stiche“) an und für ein optimales Spiel muss man die verdeckten Karten der Gegenspieler antizipieren können. Dieser Prozess ähnelt durchaus demjenigen, sich beim Schach eine Stellung vorzustellen, nachdem man eine mehrzügige Variante oder Kombination berechnet hat – eine Kernkompetenz guter Schachspieler. Eine Bridgepartie ist wesentlich schneller beendet als eine Partie klassisches Schach. Dadurch wird die Kartenverteilung in der Regel nicht so tiefgehend analysiert wie eine Schachpartie. Bridge ähnelt also eher dem Blitz- bzw. Schnellschach. Gute Bridgespieler analysieren allerdings nach einem Turnier ähnlich wie es Schachspieler tun und gewinnen dadurch in aller Regel an Klasse. Grob gesagt, sind die wesentlichen Anforderungen an die Hirnleistung in beiden Spielen ähnlich.Aber wenn die Voraussetzungen, die man für beide Spiele braucht, nahezu identisch sind, warum spielen dann Frauen Bridge und Männer Schach? Der markanteste Unterschied zwischen beiden Spielen besteht darin, wofür sie stehen. Schach ist ein Sinnbild des Kampfes. Zwei Heere stehen sich unversöhnlich gegenüber, das Ziel ist es, den Gegner zu überlisten und am Ende rituell zu töten. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, den Gegner zu dominieren. Bridge dagegen ähnelt in Vielerlei Hinsicht einer Verhandlung oder einer Auktion, bei der sich die Parteien untereinander koordinieren müssen (gespielt wird zwei gegen zwei), um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Der Schlüssel zum Erfolg besteht hier unter anderem darin, sich mit dem Partner unter Nutzung aller legalen Möglichkeiten, die die Regeln vorsehen, zu verständigen. Dazu ist eine genaue Absprache beider Partner erforderlich. Während Schachspieler also Einzelkämpfer sind und zur Vorbereitung auf einen Wettkampf im stillen Kämmerlein ihr Repertoire durchgehen, stimmen sich Bridgespieler vor einem Turnier gemeinsam ab. Sie vereinbaren Konventionen bzw. Absprachen, die sie anwenden wollen, und spezifizieren dafür die Details. Schach dagegen gleicht eher einem Faustkampf oder manchmal auch einer Messerstecherei. Die Vorstellung, aus einem fairen Kampf Mann-gegen-Mann als Sieger hervorzugehen, ist offenbar für viele Männer attraktiv und verlockend, nicht so für Frauen. Das kommunikative Element des Bridgespieles und die Aussicht, einen Konflikt durch Absprachen, also quasi auf diplomatischem Wege, für sich zu entscheiden, entspricht offenbar eher dem weiblichen Naturell. Das ist zunächst nur eine Hypothese, für deren Erhärtung es jedoch evolutionspsychologische Argumente gibt. In prähistorischer Zeit waren Männer für die Jagd und Frauen für das Sammeln von Nahrung zuständig. Während die Jagd keine großen Ansprüche an die zwischenmenschliche Kommunikation stellt – mit Speeren bewaffnet lagen sie in der Savanne auf der Lauer und warteten auf eine Gazelle -, mussten die Frauen sich koordinieren, während sie die Gegend durchkämmten. Wenn eine von ihnen auf ein Feld mit Beeren oder Pilzen stieß, rief sie die anderen herbei. Dabei diskutierten sie ausgiebig die Essbarkeit des Fundes und beratschlagten gemeinsam, was davon zu verwerten war. Vermutlich handelt es sich dabei um ein stark vereinfachtes und in manchen Punkten klischeebehaftetes Modell des prähistorischen Lebens. Es wird aber allgemein herangezogen, um genetisch bedingte Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu erklären, die auch heute noch Bestand haben (*2). Im Kontext stellen die Männer ihre Meisterschaft lieber im wortkargen Schachspiel unter Beweis, während Frauen beim Bridge mit Eloquenz zu brillieren trachten.Diese Argumentation hat auch das australische Autorenehepaar Allan und Barbara Pease vertreten. Sie ist gleichermaßen plausibel wie unterhaltsam, was dazu führte, dass die beiden sehr viele Bücher verkauft haben (*3). Kritiker haben jedoch zurecht bemängelt, dass die Ursachen der Geschlechterunterschiede dabei letztlich unklar bleiben.Im konkreten Fall gibt es drei Möglichkeiten:1. Frauen spielen seltener Schach als Männer, weil sie es aufgrund eines biologischen Faktors, der sich im Laufe der Evolution herausgebildet hat, nicht so gut können.2. Frauen spielen seltener Schach als Männer, weil es ihnen aufgrund eines biologischen Faktors nicht so viel Spaß macht und sie es deshalb nicht wollen.3. Es gibt keinen biologischen Faktor. Frauen spielen aufgrund gesellschaftlich vorgegebener Rollenbilder nicht so häufig Schach wie Männer.Die erste Möglichkeit hat der ungarische Pädagoge Laszlo Polgar quasi ausgeschlossen, indem er seine drei Töchter selbst und zuhause unterrichtete, wobei er besonderen Wert auf ihr schachliche Ausbildung legte. Dieses Experiment brachte die beste Schachspielerin aller Zeiten hervor. Judit Polgar konnte selbst mit den besten Männern ihrer Generation mithalten und war die bislang einzige Ausnahme von der Regel, dass Frauen nicht in obere Regionen der Weltrangliste vorzudringen in der Lage sind (*4). Heute ist sie eine lebende Legende. Niemand kann mehr behaupten, dass Frauen einen biologischen Defekt haben, der verhindert, dass sie so gut Schach spielen können wie Männer. Es scheint somit so zu sein, das Frauen in der Mehrzahl nicht Schach spielen wollen. Gibt es dafür einen biologischen Faktor, oder handelt es sich dabei um ein gesellschaftliches Phänomen?Schachvereine sind eine Männerdomäne. Es ist kaum in Abrede zu stellen, das sich der Gros der Frauen in der Gesellschaft von Schachspielern weniger gut aufgehoben fühlt als in einem Yogakurs. Trotzdem erscheint es unwahrscheinlich, dass Frauen Schach aus rein sozialen Gründen meiden, denn das Spiel hat einen guten Ruf. Eltern haben keinen gewichtigen Grund, ihr Mädchen nicht in einen Schachverein zu bringen, wenn es das Spiel wirklich liebt. Suchen wir also nach einem biologischen Faktor, der dafür verantwortlich ist, dass Frauen nicht so gern Schach spielen wie Männer – und beginnen mit der Suche im Gehirn.Seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts kann die Funktionsweise des Gehirns mit hocheffizienten bildgebenden Verfahren, vor allem mit der Positronen-Emissionstomograpfie und der funktionellen Kernspintomographie, erforscht werden. Mit diesen Methoden kann man dem Gehirn quasi bei der Bewältigung von Aufgaben zuschauen (*5). Rasch verstand man nach den ersten Studien, dass sensorische Eindrücke (Hören, Sehen, Riechen) und motorische Aktivität von spezifischen Hirnregionen abhängen, die nur für diese eine spezielle Aufgabe zuständig sind. Schließlich versuchten die Neuropsychologen, auch höhere kognitive Funktionen den dafür zuständigen Hirnregionen zuzuordnen. Gerade für Schachspieler gut nachvollziehbar: in einer Endspielstellung einen Plan zu finden, eine Variante in einer taktisch zugespitzten Stellung zu berechnen, oder eine auswendig gelernte Eröffnungsvariante zu rekapitulieren sind völlig unterschiedliche Dinge. Man könnte meinen, dass sie in jeweils unterschiedlichen Regionen unseres Gehirns bewältigt werden. Es scheint jedoch eher so zu sein, dass Aufgaben, bei denen Expertentum erforderlich ist (Schachspielen, Musizieren, Kopfrechnen, räumliche Orientierung etc.) in den sogenannten „Assoziationsarealen“ der Großhirnrinde vorgenommen werden. Das sind relativ große Gebiete im Gehirn, die relativ eng miteinander vernetzt sind und bei denen man unterm Mikroskop keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern nachweisen kann.Man kann sich diese Assoziationsareale so ähnlich wie den Arbeitsspeicher eines Computers vorstellen. Wieviel davon für eine Aufgabe benötigt bzw. bereitgestellt wird und wo diese Areale dann im Gehirn genau lokalisiert sind, hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise vom Trainingszustand, beim Schach auch von der Ratingzahl. Großmeister können mit weniger Aufwand größere Gehirnregionen mobilisieren, um sich in komplizierten Stellungen zurechtzufinden, was normalen Vereinsspielern nicht in dem Maße möglich ist. Aber auch Emotionen und unser Motivationszustand beeinflussen die Art und Weise, wie unser Gehirn arbeitet (*6), ebenso wie Medikamente, Drogen, Botenstoffe und Hormone. Hier liegt offenbar ein wesentlicher Faktor, der die Geschlechter unterscheidet.Der Spiegel des Geschlechtshormons Testosteron ist im Blut von Männern um ein Vielfaches höher als bei Frauen. Wesentlich ist, dass Testosteron nicht nur in den Keimdrüsen, sondern auch im Gehirn synthetisiert wird, und zwar von beiden Geschlechtern. Das würde biologisch keinen Sinn machen, wen Testosteron nicht auch in der Lage wäre, die Hirnfunktionen zu beeinflussen und genau das ist experimentell vielfach nachgewiesen worden. So macht ein Mangel an Testosteron ängstlich, während eine Behandlung damit sowohl in Tierversuchen als auch beim Menschen das Angstlevel reduziert. Für einige Forscher ist dieser emotionale Effekt die Hauptwirkung des Testosterons im Gehirn. Aber auch das räumliche Vorstellungsvermögen und die Funktion des Gedächtnisses lassen sich durch Testosteron positiv beeinflussen (*7). Einschränkend muss hinzugefügt werden, dass es neben den Testosteron unzählige andere Einflussgrößen auf die Hirnfunktion gibt, von denen einige sehr viel bedeutsamer sind und die sich zudem auch untereinander beeinflussen. Mann kann also nicht alle Unterschiede zwischen Mann und Frau auf den Testosteronspiegel zurückführen. Mit der genannten Einschränkung lässt sich jedoch sagen, dass Testosteron uns die Ängste nimmt und unsere Gehirnleistung fokussiert. Mit anderen Worten: Es macht den Mann bereit für den Kampf!Die anfänglich gestellte Frage, warum Männer mehrheitlich Schach und Frauen Bridge spielen, kann also folgendermaßen beantwortet werden: Prinzipiell erfüllen Frauen und Männer alle Voraussetzungen, die man für beide Spiele braucht. Deshalb kann ein Mädchen, das entsprechend ausgebildet wird, eine hervorragende Schachspielerin werden. In der breiten Masse haben Frauen aber nicht so viel Spaß wie Männer daran, sich auf einen Kampf einzulassen. Deshalb meiden sie das kriegerische Spiel Schach und wenden sich friedlicheren Freizeitbeschäftigungen zu. Dafür gibt es eine evolutionspsychologische Erklärung: Männer sind Jäger (und Kämpfer), Frauen Sammler. Das biologische Korrelat für diesen Unterschied der Geschlechter ist das Testosteron. Dieses Hormon modifiziert unsere Hirnfunktion so, dass sie für den Kampf - und damit auch für das Schachspiel - optimiert wird. Bei Frauen liegt der Testosteronspiegel deutlich niedriger als bei Männern, (entfernt) vergleichbar seltener finden wir sie am Schachbrett.Bei dieser Darstellung handelt es sich um ein Modell, das viele beobachtbare Phänomene erklärt. Aber uns muss klar sein, dass Männer keine testosterongesteuerten Post-Steinzeitmenschen und Frauen keine gewaltunfähigen Geschöpfe sind, denen ein Hormon fehlt. Die Persönlichkeit einer Person wird durch sehr viel mehr Faktoren beeinflusst als nur den Testosteronspiegel.Testosteron ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass die schlimmsten Gewaltverbrecher und die verabscheuungswürdigsten Diktatoren zu allen Zeiten Männer waren und sind. Es bringt Männer dazu, mit anderen zu konkurrieren, sie zu dominieren und Konflikte dabei offen auszutragen, notfalls auch mit Gewalt. Somit ist es für die dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte mitverantwortlich.Aber auch für die höchste kulturelle Verfeinerung! Am Ende der Schulausbildung sind die Mädchen den Jungen intellektuell in fast allen Belangen weit überlegen. Sie haben im Durchschnitt die deutlich besseren Schulabschlüsse und damit auch theoretisch die besseren Karrierechancen. Aber dann starten die Männer durch! Dabei hilft ihnen ihr Dominanzstreben, mit dem sie Nebenbuhler überflügeln. Männer leben regelrecht auf, wenn sie sich mit anderen messen können. Die Aussicht auf einen Sieg (etwa eine als solchen erlebte Beförderung) lässt sie alle Reserven mobilisieren. Konkurrenz im Beruf ist also für Männer artgerecht und spornt sie geradezu an. Und so stehen am Ende aller Karriereleitern praktisch nur noch Männer, obwohl ihnen Frauen zunächst in vielerlei Hinsicht überlegen waren. Männer sind die besten Köche, Dirigenten, Hirnchirurgen, Schneider, Yogalehrer und Pianisten. Und natürlich auch die besten Schach- und Bridgespieler. Das Männer nicht nur beim Schach sondern auch beim Bridge in der Weltspitze dominieren, hat also einen ganz einfachen Grund: sie dominieren praktisch überall. Und auch das ist am ehesten eine Folge der männlichen Testosteronstimulation.Abschließend einige Anmerkungen zum Thema „political correctness“. Kann bzw. darf man als Mann stolz darauf sein, dass die Natur es so eingerichtet hat, dass wir die Frauen in allen Bereichen, also auch im Schach, dominieren? Persönlich finde ich es schwierig, sich etwas auf einen biochemischen Befund – beispielsweise auf einen Hormonspiegel – einzubilden. Als männliche Schachspieler können wir aber definitiv stolz darauf sein, dass es uns gelungen ist, unsere natürliche und hormonell getriebene Aggression auf ein so kultiviertes Gebiet wie das Schachspiel zu fokussieren! Wenn das mehr (am besten alle Männer) täten, wäre die Welt ein ungleich friedfertigerer Ort. Hören wir also nicht auf, für unser Spiel zu werben. Und behandeln wir schachspielende Frauen mit Respekt! Sie haben ihn verdient, weil sie sich immer etwas mehr motivieren müssen als ihre männlichen Mitspieler, denen der Kampf im Blut liegt. Launig gemeinte, aber bei genauer Betrachtung häufig peinliche Bemerkungen über Damen am und auf dem Schachbrett sind da nicht hilfreich und sollten unterbleiben. Unterstützen wir die Frauen stattdessen lieber, damit sie die Lust am Schach nicht verlieren. Weibliche Farbtupfer tun unserem Spiel definitiv gut!Ende des Artikels*Rolf Larisch, 54, ist Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum Lüdenscheid. Wissenschaftlich war er zuvor an der Universität Düsseldorf und am Forschungszentrum Jülich mit dem Schwerpunkt „Hirnforschung“ tätig. Schachlich ist er beim SV 03/25 Koblenz gereift und heute bei der Schachgemeinschaft Lüdenscheid aktiv. Seine Spielstärke beziffert er auf etwas oberhalb von Elo 2000, ähnlich der im Bridge.(* 1) Fanny Jimenenz „Bauer schlägt Dame“, Welt am Sonntag, S. 10, 5. März 2017.(*2) In Schachspielerkreisen sind diese Fakten offenbar präsent. Bezüglich des im vorliegenden Beitrag diskutierten Themas siehe Dr. Michael Negele „Echolot II: Die Dame ist am Zug. Schach als letzte männliche Bastion im Geschlechterkampf des 21. Jahrhunderts“ in SCHACH 2/2006, S. 30ff. Der Schachhistoriker verwendet die Metapher „Jäger und Sammler“ auch in seinem jüngeren Artikel „Erlesene Geschichte(n) VII: Die Jäger der verschollenen Schätze“ (SCHACH 2/2017, S. 58ff.). Hier auch, um die verschiedenen Typologien der Schachhistoriker zu charakterisieren.(*3) Zum Beispiel Allan & Barbara Pease „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken: Ganz natürliche Erklärungen für eigentlich unerklärliche Schwächen“, Ullstein Verlag (2000).(*4) Als bisher einzige Frau knackte Judut Polgar die 2700er Elo-Schallmauer, im Juli 2005 wurde sie mit 2735 auf Rang 8 der Weltrangliste geführt. Im gleichen Jahr nahm sie an der (Männer-)Weltmeisterschaft in San Luis teil.(*5) Eine aktuelle Übersichtsarbeit zur Technik ist Turner, R. „Uses, misuses, new uses and dundamental limitations of magnetic resonance imaging in cognitiv sciense“, Philos Trans R Soc Lond B Biol Sci., 371: 1705 (2016).(*6) Larisch, R., et al. „Motivation effects in a dichotic listening task as evident from functional magnetic resonance imaging in human subjects“, Neurosci Lett, 267(1): 29-32 (1999).(*7) Celec, P., et. al. „On the effects of testosterone on brain behavioral functions“, Front Neurosci 9: 12 (2015).Ich bin nicht sicher, ob ein Satz wie dieser: „Kann bzw. darf man als Mann stolz darauf sein, dass die Natur es so eingerichtet hat, dass wir die Frauen in allen Bereichen, also auch im Schach, dominieren?“ einem Unwissen des Autors entspringt oder nicht vielmehr die Tatsache ignoriert, daß es die Natur keinesfalls so eingerichtet hat, daß Männer die Frauen in allen Bereichen dominieren. 5000 Jahre Patriarchat haben es wohl so eingerichtet, die Natur aber war es nicht. Verwiesen sei hier (es gibt noch andere Quellen) auf das Buch „Weib und Macht. Fünf Millionen Jahre Urgeschichte der Frau“ von Richard Fester, Marie E. P. König, Doris F. Jonas, A. David Jonas. S. Fischer Verlag 1980, >Die Frau in der GesellschaftIch zitiere immer wieder gerne aus diesem Buch, insbesondere wenn es darum geht, ein paar Wissenslücken zu schließen, wo es mir dringend geboten scheint. Ich begnüge mich mit dem Vorwort. Man höre (lese) und staune:„Cato der Ältere ermahnte im 2. Jahrhundert v. Chr. seine römischen Mitbürger, all der Gesetze eingedenk zu sein, mit denen die Vorfahren die Freiheit der Frauen gebunden und ihre Macht gebrochen hätten, denn >sobald die Weiber uns gleichgestellt sind, sind sie uns überlegenDas MutterrechtWeib und Macht. Fünf Millionen Jahre Urgeschichte der FrauRichard Fester, der als Sprachforscher vor allem mit der Paläolinguistik befasst ist und die These vertritt, daß es einen der gesamten Menschheit eigenen Urwortschatz von sechs Archetypen gibt, welcher auch heute noch Fundament jeder Sprache und zugleich ein erkennbares Bindeglied zwischen allen Sprachen darstellt, schließt aus dem enormen Übergewicht weiblich induzierter Termini auf eine lang andauernde und weit in die vorgeschichtliche Zeit zurückreichende gesellschaftliche Überlegenheit der Frau.Marie E. P. König bekräftigt die These von der Vorherrschaft der Frau in den frühen Phasen der Menschheitsgeschichte aufgrund von Funden und Malereien in eiszeitlichen Höhlen. Sie verwirft die altbekannte Deutung der Höhlenkunst als Jagdmagie und beweist an Hand von Kultstatuetten die symbolische Gleichsetzung von >FrauMondAus Sicht der Evolutionsbiologie und der Anthropologie kommen Doris F. Und A. David Jonas ebenfalls zu dem Schluß, den auch alle uns bekannten Schöpfungsmythen nahelegen, daß die Geschichte der Menschheit im wesentlichen eine Geschichte weiblicher Ordnung gewesen ist.“

Beitrag von Lowfish

Ist ja fürchterlich, dass mal wieder das böse Testosteron verantwortlich gemacht wird. Das die Frauen einen besseren Schulabschluss erlangen liegt einfach daran, dass sie mehr gefördert werden. Es gibt regelmäßig einen Girls-Day. Den Boys-Day gibt es nur aus Prinzip auf dem Blatt und wird sehr stiefmütterlich behandelt. Auch gibt es Förderungsmaßnahmen für die Mädchen bei den MIND-Fächern. Umgekehrt Förderungsmaßnahmen für die Jungs bei sprachlichen Fächern gibt es hingegen nicht.Man kann natürlich auch trefflich darüber streiten warum Mädchen bei gleicher Leistung bessere Noten bekommen.[url]http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Bekommen-Maedchen-bessere-Noten-als-Jungen-id23788951.html[/url]Im Beruf ist das dann egal weil in erster Linie die Leistung zählt. Kein Unternehmer wird jemanden einstellen der schlechter arbeitet. Damit schadet er nur sich selber und seinem Betrieb.Egal ob Mann oder Frau oder Auserirdischer.Was das alles jetzt mit Schach zu tun hat ist mir nicht klar, auch nicht warum überhaupt darüber diskutiert wird. Wird in Ballett auch darüber diskutiert warum der Männeranteil so gering ist? Es gibt nur ein einziger Synchronschwimmer in Deutschland (obwohl Synchronschwimmen früher eine männliche Domäne war). Dieser wird auch noch diskriminiert weil für manche Figuren nur Frauen zugelassen sind. Begründet wird dies damit das er das Gesamtbild zerstören würde. Wenn ich mich nicht irre darf er überhaupt nur Figuren mit einer Partnerin machen die zu 2. gehen. Umgekehrt würde das ein rießen Aufschrei geben.Im Synchronschwimmen wird aber auch nicht darüber diskutiert was man tun kann um mehr Männer dazu zu bewegen diesen Sport auszuüben.Der wo Schach spielen möchte der spielt es und wer nicht der nicht. Das Männer überall an der Spitze stehen liegt daran das eher die Männer dazu bereit sind ihr ganzes Leben auf eine Sache zu fokussieren. Um den Frauenanteil zu erhöhen genügt es einfach wenn man den Männeranteil verringert. Pinke Bretter und endlose Diskussionen über Frauenschach ist der richtige Weg dafür.