Schachburg-Archiv: Benutzerthema „Schwergewichte“

schachburg.de

Beitrag von zugzwang

Das Spiel nur mit den Schwerfiguren hat seinen ganz eigenen Charme und nicht zufällig schufen und schaffen gerade die Schwergewichte der Schachszene nach Ansehen, Titel oder Elo mit den Schwergewichten auf dem Brett, also König, Dame,Türme und Bauern (!, ja der mit dem Marschallstab im Tornister), brillante "Schachszenen".Manchmal ist selbst den Schwergewichten der richtige Einsatz der eigenen Schwerfiguren oder das Spiel gegen die Schwerfiguren des Gegners zu schwer - umgangssprachlich, korrekt schwierig -.Techniken, Motive sowie Einfälle und Reinfälle rechtfertigen für dieses schachliche Thema eine gesonderte Rubrik, die mit reichlich Material ausgestaltet werden darf.Bekannt und berühmt ist folgende Stellung Aljechins aus der Zeit seiner großen Turniersiege Anfang der 30er Jahre. Der Weltmeister überzog gegen einen schachlich sehr wachen Schweizer Professor namens Naegeli eine zweischneidige Schwerfigurenstellung, in der beide Seiten am Abgrund stehen, aber derjenige in Vorteil ist, der sich am Zug befindet - wie so häufig bei diesem Typus: Initiative ist wertvoll.Die Position findet sich in etlichen Werken zur Schachtaktik, so auch im deutschsprachigen Klassiker "Kombinationen" von Kurt Richter (2. Auflage 1940 #83, 5. Auflage 1978 #107).Schwarz am Zug verpaßte die sofortige Entscheidung und mußte sich später mit einem immer noch ehrenvollen Remis gegen den Weltmeister bescheiden:[Event "Bern"][Date "1932.??.??"][White "Aljechin"][Black "Naegeli"][Result "-+"][FEN "8/5p1p/4R1pk/6r1/5Q1K/P3P2P/1P4q1/8 b - - 0 1"] Wer seine Lösung vergleichen will und noch mehr Gedanken und Trainingsmaterial zu diesem Thema sucht, der schaue in diese Ausarbeitung von Wilhelm Schlemermeyer:[url]http://www.schachfieber.de/lektionen/SCK.Training.20090917.Schwerfiguren.1.pdf[/url](Alternativlink über Wilhelms Verein SC Kreuzberg, wo das Training stattfand:[url]http://www.schachclubkreuzberg.de/SCK.Training.20090917.Schwerfiguren1.pdf[/url])In dankbarer Erinnerung an Wilhelm - ein Schwergewicht an Charakter und Gedankenwelt.Folgende Stellung sah ich erst kürzlich aufgebaut bei einem Training:Schwergewichte auf dem Brett und beiderseits neben dem Brett - rund 30 Jahre nach Aljechin-Naegeli ist Weiß am Zug:[Event "Leningrad"][Date "1962.??.??"][White "Bronstein"][Black "Kortschnoi"][Result "1-0"][FEN "1Q2R3/6pk/7p/8/6P1/1p3q2/1P1r2PK/8 w - - 0 1"] Bronstein beschreibt die Partie und ihren Abschluß auf S. 70 in Bronstein/Fürstenberg "Der Zauberlehrling".Weitere 50 Jahre später in der Jetztzeit:Das Eloschwergewicht (2676) Alexander Onischuk (USA, vormals Ukraine und in Jugendzeiten für den USC Magdeburg aktiv)[url]http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Onischuk[/url]"schlägt" sich momentan mit ein paar Halbschwergewichtlern bei einem Turnier in Dallas herum.In den ersten 5 Runden mußte er sich mit jeweils halben Punkten begnügen (erst heute gelang ihm ein Dreier in der Stadt der Mavericks).Zumindest in Runde 4 übersah er seine Chancen - Zeitnot oder nicht - in einem Schwerfigurenduell nach einem leichtsinnigen Zug seines Gegners mit Kampfgewicht von Elo 2316:[Event "Dallas Invitational"][Date "2012.11.??"][Round "4"][White "Onischuk"][Black "Getz"][Result "1/2-1/2"][FEN "2rr2k1/p3qp1p/1p2p3/3P4/4R3/5QP1/P4PKP/3R4 b - - 0 29"]29... Rc5 $2 (Das sollte nicht gut ausgehen! Welche Verteidigung hält Schwarz besser im Spiel und wie hätte Alex Onischuk jetzt fortsetzen sollen?)

Beitrag von Kiffing

Zu 1: Wenn man einen Lauf hat, gewinnt man auch solche Partien. :lach: [SPOILER]wie wäre es 1. ...Dg1, was die weiße Dame überlastet?[/SPOILER] Zu 2 hatte ich bereits eine Meisterpartie gepostet, wirklich eine tolle Leistung wieder einmal von dem Vorläufer von Michail Tal! :top: [URL="http://www.schachburg.de/threads/694-Ein-Klassiker-von-David-Bronstein"]Hier[/URL] die Partie, wer noch knobeln will und sie noch nicht kennt, sollte den Link (noch) nicht aufrufen.Zu 3: [SPOILER]Interessant sieht das Abzugsopfer 1. dxe6 aus: 1. ...Txd1 2. exf7+ Dxf7 3. Tg4+ +-[/SPOILER]

Beitrag von zugzwang

@ Kiffing: Du hast die beiden Partiezüge herausgefunden, die auch gewinnen sollten, aber eben mit Mühen, wie beide Partien zeigen, die letztlich Remis ausgingen.Manchmal empfiehlt es sich nach noch stärkeren Zügen und damit der Verwandlung von Matchbällen ausschau zu halten. Viele Schachpartien wurden und werden verdattelt, weil die Matchbälle nicht richtig sitzen und der Gegner im Spiel bleibt.

Beitrag von SiegerFCN

[SPOILER]1. 1. ...f5 --- 2. ...Dg3+ 3.Dxg3 Th5#2. 1. ...Th8+ 2.Kg6 Txh6+ 3.Kxh6 (3.gxh6 Dg8+ 4.Kf6 Df8+ -+) Dh8+ 4.Kg6 Dh5+ 5.Kf6 g5+ -+Die dritte Lösung ist mir noch nicht ganz bewusst,habe Kiffings Zug eigentlich auch direkt bevorzugt...[/SPOILER]

Beitrag von zugzwang

1 + 2 korrekt gelöst mit Solinger Feinschliff, wenn auch die Klinge beim Schreiben mal kurz verrutscht ist.Bei der 3. Aufgabe hatte ein Freund von mir heute auch Anlaufschwierigkeiten, dürfte es aber inzwischen gelöst haben.Ansonsten hilft da ja noch Kiffings Hinweis im Thema Techniken der Variantenberechnung. [url]http://www.schachburg.de/threads/131-Techniken-f%C3%BCr-das-Variantenberechnen?p=17371&viewfull=1#post17371[/url]Ihr habt beide bisher das Thema Schlagfälle durchgerechnet.Was bietet sich noch an? Drohzüge und ....:hmpf:

Beitrag von zugzwang

Um mit den Schwergewichten in Schwung zu bleiben und sie am Rollen zu halten,gibt es drei weitere Beispiele.In einer Partie ist es mir nicht gelungen die Spielernamen zu ermitteln.Bei der Partie mit den baltischen Namen gilt Vorsicht hinsichtlich der Schreibweise.Der Schwarzspieler dürfte vermutlich nicht Val Zemitis sein, der 1936 zarte 11 Jahre alt gewesen wäre und dann eine sehr reife Leistung zu bestaunen gehabt hätte.Allerdings muß man berücksichtigen, daß damals noch mit "Hängepartien" gespielt wurde, so daß manches Kunstwerk in der häuslichen Analyse mit oder ohne (meisterlicher) Hilfe entstand.Im dritten Beispiel sind dann auch zwei Schwergewichte hinter den Brettern beteiligt.Tkachiev dürfte in dieser Partie eines Ko-Turniers wohl kaum zwischendurch eingenickt sein und schaffte es dem großen Boris noch ein remis abzutrotzen.Es geschah ab Diagramm:1. e6 fxe6, 2. Dxc6Was ist von e6 zu halten? Stark oder schwach? Gab es Alternativen? Gibt es Anmerkungen zu den weiteren Halbzügen?1. Diagramm: N.N.-N.N. WaZ, 2. Diagramm Gelfand-Tkachiev 2000 WaZ, 3. Diagramm: Lazdis-Zemitis WaZ [ATTACH=CONFIG]1355[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]1356[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]1357[/ATTACH]

Beitrag von zugzwang

In Anlehnung an Kiffings aktuelle Aljechin-Memorial-Serie auch an dieser Stelle ein weiteres Beispiel des 4. Weltmeisters.In der 1. WM-Partie gelang Aljechin sein erster Sieg überhaupt gegen die für ihn bisher unbesiegbare "Schachmaschine" Capablanca.Wahrscheinlich sein wichtigster Sieg überhaupt, weil dieser Sieg ihn nicht nur bestärkt und gleichzeitig die Selbstsicherheit Capablancas angekratzt haben dürfte.Mit einer kleinen Kombination "à la Capa" gewann er im frühen Mittelspiel mit einem Grundreihenmotiv einen wichtigen Bauern, den er gegen die zähe Verteidigung des Kubaners in einem "Schwergewichtsmittelspiel" bewahrte.Seine Spielführung zum Gewinn ist instruktiv und gut. Sie hat nur einen kleine Makel, den Aljechin selbst entdeckte. Es ging noch kürzer und übersichtlicher.Zunächst der Partieausschnitt:[Event "Buenos Aires WM"][Date "1927.09.17"][Round "1"][White "Capablanca, Jose Raul"][Black "Alekhine, Alexander"][Result "0-1"][ECO "C01"][FEN "3R4/5p1k/1p2q1p1/2p1r3/3p3P/3Q2P1/PP3P2/6K1 w - - 0 36"]36. a4 Re1+ {Nach der Partie machte sich Aljechin den Vorwurf, die Partie nicht um einigeZüge verkürzt zu haben.} 37. Kg2 Qc6+ 38. f3 Re3 39. Qd1 Qe6 $19 (39... Qf6 $145 $5) 40. g4 Re2+ 41. Kh3 Qe3 42. Qh1 Qf4 $1 43. h5 Rf2 0-1In Marins Buch "Von den Legenden lernen" wird Aljechins Behandlung der Schwerfigurenmittelspiele Dame, Turm + Bauern auf beiden Seiten untersucht.Aljechins "Schwergewichtsspiel" bietet lehrreiches Anschauungsmaterial.Mit welcher Idee und Zugfolge verbesserte Aljechin seine Gewinnführung im 36. Zug in der Analyse (siehe u.a. "Auf dem Wege zur Weltmeisterschaft")?

Beitrag von Kampfkeks

Zwischendurch eine kleine Aufgabe (um den Thread mal etwas zu pushen ;) ).Weiß (am Zug) hat zwar einen Turm mehr, aber Schwarz droht auf h8 mit Matt und auf c5 ist der Turm angegriffen. Wie kann Weiß trotzdem gewinnen?[FEN=keks001]R2K4/8/3k4/2R5/7r/8/8/8 w - - 0 1[/FEN]

Beitrag von Dragon

ok schöne Aufgabe [SPOILER]Th5 Th5 Ta6+ Kd5 Td5+ Ke4 Txh5[/SPOILER]

Beitrag von Kampfkeks

Richtig! (obwohl du nen kleinen Schreibfehler gemacht hast) :v: Der Vollständigkeit halber sollte noch erwähnt werden, daß...[SPOILER]...Schwarz auch dann verliert, wenn er nicht auf h5 schlägt, zB1...Tg4 2.Ta6# oder1...Tc4 2.Ta6+ Tc6 3.Txc6+ usw [/SPOILER]

Beitrag von zugzwang

Aus einer früheren Bundesligapartie von 1990 stammt dieser Partieausschnitt, der auch Einzug in die Kombiecke von Chess Informant fand (#49):[FEN=zz20]5rk1/5ppq/p2R3p/4R3/2r5/4Q2P/P4PPK/8 w - - 0 1[/FEN]Weiß am Zug macht mit seinen "big guns" mächtig Druck bzw. Krawall!In Venedig saßen sich 1989 zwei Schwergewichte oder auch Schachlegenden gegenüber. Einer von beiden ist allerdings bis auf den heutigen Tag recht leichtgewichtig und schnappte sich leicht und flink nach dem letzten Zug seines noch berühmteren Gegners den ganzen Punkt.Was stellte das schwarze Leichtgewicht (körperlich) mit den Schwerfiguren auf dem Brett an?[FEN=zz21]8/p6k/2r3p1/1p2p2p/3qP2P/1P1r1P2/P1R3Q1/1K4R1 b - - 0 38[/FEN]

Beitrag von Kiffing

Schon mal die erste Aufgabe:[SPOILER]1. Td8A) 1. ...Tcc8 2. Txc8 Txc8 3. Te8+ nebst MattB) 1. ...g6 2. Txf8+ Kxf8 3. Te8+ Kg7 4. De5+ +- C) 1. ...g5 2. Txf8+ Kxf8 3. Te8+ Kg7 4. De5+ Kg6 5. Te6+ fxe6 6. Dxe6+ nebst Dxc4 +-[/SPOILER]

Beitrag von Endspielprofi

[SPOILER]Oben: Du meinst bestimmt Td8 g5 Tee8 Dg7 Da3!! Txe8 Txe8 Kh7 Dd3 Dg6 Dxc4.Unten: Alle Schwerfiguren abtauschen und Freibauer bilden. Td1 Txd1 Dxd1 Kb2 Txc2 Dxc2 Dxc2 Kxc2 g5!! Kd3 gxh4 Ke3 b4 Kf2 Kg6 Kg2 Kg5 und man sieht schon was das Problem ist :lol:[/SPOILER]

Beitrag von zugzwang

Kiffings Lösung beinhaltet das entscheidende Motiv und beleuchtet die Nebenvarianten.Seine Hauptvariante wird auch vom Sieger der Partie in der Informatoranalyse untersucht, aber als schwächer als die Partiefortsetzung angesehen.In der Tat ist der von EP genannte 2. weiße Zug der stärkere und wurde in der Partie so gespielt.Zu Kiffings Varianten:[SPOILER][QUOTE=Kiffing;18599]1. Td8A) 1. ...Tcc8 2. Txc8 Txc8 3. Te8+ nebst MattB) 1. ...g6 2. Txf8+ Kxf8 3. Te8+ Kg7 4. De5+ +- C) 1. ...g5 2. Txf8+ Kxf8 3. Te8+ Kg7 4. De5+ Kg6 5. Te6+ fxe6 6. Dxe6+ nebst Dxc4 +-[/QUOTE]1.... g5 ist erzwungen, um nicht sofort zu verlieren. In der Partie folgte nun 2. Tee8 mit ganz ähnlichen Motiven, wie schon bisher gezeigt.Doch auf Kiffings Vorschlag 2. Txf8 scheint zu gewinnen, allerdings mit Motiven und Zügen, vor denen sich ein Mensch normalerweise wohl scheut.Wer will, kann mit einer Normal starken engine recht schnell herausfinden, was ich meine.Kiffings Variante ist gut und menschlich (Julius Armas gibt übrigens 5. Dd6 Kg7 an. Schwarz steht immer noch unbehaglich, ist aber noch nicht erledigt), doch seine Beurteilung am Ende mit +- ist für eine praktische Partie etwas optimistisch. Nach 7. Dxc4 folgt z.B. Dg6 und auf Weiß wartet noch eine Menge Arbeit.Dagegen ist die Partiefortsetzung mit 2. Tee8 in der Folge klar zwingender:2. ... Tex8, 3. Dxe8+ Kg7, 4. De5+ f6, 5. Td7 Kg6, 6. De8+ 1-0 war die Partiefolge Armas-Garcia-Palermo 1990.[/SPOILER]Zur 2. Stellung (Spassky-Dr. Hübner Venedig 1989):[SPOILER][QUOTE=Endspielprofi;18600]...Unten: Alle Schwerfiguren abtauschen und Freibauer bilden. Td1 Txd1 Dxd1 Kb2 Txc2 Dxc2 Dxc2 Kxc2 g5!! Kd3 gxh4 Ke3 b4 Kf2 Kg6 Kg2 Kg5 und man sieht schon was das Problem ist :lol:[/QUOTE]Ein forcierter, nicht zu verhindernder Generalabtausch endet mit dem Bauerndurchbrauch g6-g5. Weiß darf nicht tauschen, gelangt zwar ins Quadrat, muß sich aber um den entfernten Doppelfreibauern kümmern mit chancenlosem Bauernendspiel.Im 41. Zug mit Dxc2 endete diese Partie der beiden Schwergewichte, ohne daß die eigentliche Abwicklungsidee überhaupt noch auf dem Brett ausgeführt werden mußte. Für echte "Schwergewichte" ist diese eben offensichtlich und elementar, was dann folgewn wird.:app: [/SPOILER]

Beitrag von zugzwang

Neue (alte) Aufgaben:Aus einer Korrespondenzpartie der 60er Jahre:[FEN=zz30]r3r2k/pp4pp/6q1/4pp2/2Q5/7R/PPP2P2/1K5R w - - 0 1[/FEN] Mit welchem Argument sparte Weiß jetzt viel Porto für beide Seiten?Es folgt ein Klassiker:[FEN=zz31]R7/1r3ppk/4p1qp/3pP3/1r3PP1/7P/1P1Q3K/2R5 w - - 0 1[/FEN]Der Weißspieler, der bereits in St. Ptersburg 1914 teilgenommen hatte, zeigte auch im (ersten?) großen Nachkriegsturnier zu Groningen 1946, daß er nicht zum alten Eisen gehört. Wie brachte er seine Schwerfiguren entscheidend in Schwung?Leicht oder nicht leicht:[FEN=zz32]r3r2k/2R3pp/pp1q1p2/8/3P3R/7P/PP3PP1/3Q2K1 w - - 0 31[/FEN]Janowski als Schwarzer ließ diese Stellung zu (zuletzt 30. ... Dd5-d6) und Taubenhaus packte nicht zu! (Match Paris1903)Nachtrag:Eine Fingerübung für Weiß am Zug ist[FEN=zz33]6R1/8/5r1p/4Q3/3P2pk/8/5qPK/8 w - - 0 1[/FEN]

Beitrag von Kiffing

[SPOILER]1) 1. Df7 2) 1. Tcc8 Tb8 2. Dxb43) 1. Txh7+ Kxh7 2. Dh5+ Kg8 3. Df7+ Kh7/h8 4. Dxg7#4) 1. Dg5+ hxg6 2. Th8+[/SPOILER]

Beitrag von zugzwang

Das sieht ganz gut aus, Kiffing!Zu 2: Was spielst Du auf [SPOILER]1. Tcc8 De4[/SPOILER]?Ansonsten:Welchen Schwierigkeitsgrad auf einer Skala von 1-10 gibst Du den jeweiligen Aufgaben?Nachtrag:[QUOTE=zugzwang;17447] [ATTACH=CONFIG]1355[/ATTACH][/QUOTE]Bei diesem Partiefragment handelt es sich um eine Stellung aus Karasev-Klaman (UdSSR 1967, siehe CI 1-1067)

Beitrag von Kiffing

Habe ich als Verteidigung wirklich [SPOILER]1. ...Tb8[/SPOILER] vorgeschlagen? :donk: Also, auf das natürlich vernünftigere [SPOILER]1. ...De4 gewinnt hoffentlich 2. f5[/SPOILER]Wegen des Schwierigkeitsgrads würde ich 3 sagen. Es sind Aufgaben, die nach nicht auf der Hand liegenden, kreativen, guten Ideen verlangen, wo man allerdings keine besonderen Qualitäten fürs Variantenberechnen braucht. Gerade der letzte Punkt beretet mir persönlich immer am meisten Schwierigkeiten.

Beitrag von zugzwang

:grübel: ... gewinnt hoffentlich:denknach:...:-/Was ist mit[SPOILER]1. Tcc8 De4, 2. f5 Dxe5 + nebst exf5[/SPOILER]?Denk mal an den Ratschlag, ggf. Zugumstellungen zu erwägen. Die Lösung ist tricky.Zum Schwierigkeitsgrad:Ich dachte an eine Bewertung jeder der 4 Aufgaben.Die, die noch offen ist, würde ich mit 7-8 bewerten. Bei Motivkenntnis sinkt das zur Fingerübung auf 2-3, weil bei richtiger Zugreihenfolge kaum Varianten zu berechnen sind.Aufgabe 1 fand ich übrigens recht schwierig. Das Motiv war mir entgangen.

Beitrag von Kiffing

Ach so, klar. Natürlich [SPOILER]1. f5 exf5 2. Tcc8[/SPOILER]Schwierigkeitsgrad:1) 42) 33) 24) 4Ich hatte die deshalb erst einmal zusammengelegt, weil diese Aufgaben mir vom Prinzip her sehr ähnlich vorkamen: tricky Motiv/Idee, aber so gut wie keine Variantenberechnung. Alle Aufgaben waren einsträngig, so daß keinerlei Nebenvarianten berücksichtigt werden mußten.

Beitrag von zugzwang

Kiffing, Deine Zugumstellung hilft nicht wirklich, oder?!Vielleicht ist der Zug [SPOILER]f4-f5[/SPOILER] in einem anderen Ablauf wirkungsvoller.Meines Erachtens hat die Aufgabe, an der Du Dich probierst, einen deutlich höheren Schwierigkeitsgrad, was die Motiverkennung angeht.Wenn man die Stellung aber schon ein paarmal in den Büchern gesehen hat, dann fällt es leichter.

Beitrag von zugzwang

Die folgende Stellung entstammt einer recht aktuellen Partie - fast könnte man sagen zweier Schwergewichte des Fernschachs.Warum fast?Zunächst sassen sich sich beide Spieler gegenüber - "overtheboard" - und zwar in Haarlem 2012.Der Weißspieler gilt als ein sehr zurückhaltender Fernschachspieler.Er spielte nämlich bisher nur ein einziges großes Turnier mit, daß er mit Glanz und Gloria deutlich vor den Fernschachexperten gewann.Diese Überraschung war dann doch keine Überraschung, weil dieser Spieler über ein Jahrzehnt zu den besten Spielern überhaupt zählte und die Weltauswahl an Brett 1 gegen den damals amtierenden Weltmeister vertrat.Und der Schwarzspieler trägt zufälligerweise den Namen eines der erfolgreichsten, wenn auch nicht unumstrittenen Fernschachspielers aller Zeiten.Die kritische Stellung ergab sich um den 52. Zug, als Weiß mit 52. Te4? leider die Gelegenheit verpaßte, einen ganz langen Marsch anzutreten, der in einer praktischen Partie wohl absoluten Seltenheitswert haben dürfte, wenn er überhaupt jemals - auch in Studien so schon einmal konzipiert wurde.Ganz klar ein fall für die kuriositätensammlung eines Tim Krabbé.Und damit schließt sich wieder ein merkwürdiger Kreis: Die Partie wurde in den Niederlandengespielt, fügt sich in die Sammlung eines niederländischen Autors ein und Beteiligter ist ebenfalls ein niederländischer Spieler, dessen Name schachweltweit sehr bekannt ist und damit auch das Gegenstück zum noch bekannteren Weißspieler bildet.Die Stellung hätte auch zwischen Hinz und Kunz entstehen können und wäre dann vielleicht schachhistorisch sehr lange Zeit unter dem Staub der Millionen aufgezeichneten Schachpartien versunken geblieben.Caissa verfügte aber, daß diese Manöverkuriosität gerade nicht in einer Partie derjenigen, deren Namen man nicht groß registriert, enthalten ist.So wurde denn auch dieser Edelstein Caissas entdeckt,auch wenn er erst in der Analyse vom Staub befreit und glänzend geschliffen wurde.Die Quelle ist wohl Charles Hertans Rubrik in NewInChess (06/2013). Das Gewinnmanöver ist bstimmt nicht das versteckteste oder subtilste der Schachgeschichte, aber es ist das geometrisch beeindruckendste einer Figur, das ich bisher aus einer praktischen Partiestellung heraus zu sehen bekommen habe:[FEN=zz20]Q3R3/5pk1/3r2p1/8/5qP1/5P2/4P1K1/8 w - - 0 1[/FEN]Welcher Zug und welche Manöveridee ersetzt hier 52. Te4?

Beitrag von zugzwang

Schachbundesliga 2014, 11. Runde, 40. Zug.[FEN=zz2014]r1k5/P1p2p2/2Rrpqp1/2Q1R2p/1P1P1P2/2P4P/8/6K1 b - - 0 40[/FEN]Nach stundenlangem Kampf muß Schwarz hier in kritischer Lage bei vermutlich 30sec+wenig seinen Kontrollzug ausführen. Den besten Zug zu erkennen oder zu erfühlen ist in dieser Situation nahezu unmöglich.Die Burgbesucher können sich entspannt mehr Zeit nehmen und in Ruhe die beiderseitigen Möglichkeiten prüfen.Welche überraschende und letztlich doch nachvollziehbare Gelegenheit verpaßte Schwarz an dieser Stelle?

Beitrag von ToBeFree

[SPOILER]1.Txc6 Dxc6 2. Txa7[/SPOILER]...denke ich mal. :-/

Beitrag von Kiffing

Das verliert leider: 1. ...Txc6 2. Txc6 Txa7?? 3. De8+ Kb7 4. Tb5+ und sollte bald Matt gehen.Aber wegen der richtigen Lösung überleg ich auch noch.

Beitrag von zugzwang

Ihr habt die Partiefortsetzung herausgefunden.Allerdings ist 2. ... Txa7 nicht unbedingt ??. Was soll der Schwarze denn sonst machen?!Das Problem wurde von Kiffing richtig aufgezeigt.Es folgte 3. De8, was Schwarz zu Dd8 zwang, weil nach 3... Kb7 4. Tb5+ entsheidend ist. Nach 3. ... Dd8 schlug Weiß 4. Dxf7 und verwertete sein Übergewicht.Im 40. Zug hatte Schwarz aber eine Überraschung, die sich leichter finden läßt, wenn man wieder zur Ruhe gekommen ist und mehr Bedenkzeit hat. Nicht ausgeschlossen, daß der Großmeister mit Schwarz dann diese Chance ergriffen hätte, weil die Partiefolge doch recht chancenlos aussieht.Ein Rat :predige: von Silman (und sicher auch anderen) ist:Prüfung, ob die erkannten gegnerischen Drohungen real und nicht nur Scheindrohungen sind sowie Überprüfung, welche eigenen aktiven Möglichkeiten man besitzt. Nicht gleich ausschließlich an die Defensive denken, auch wenn man von dem hier:kaikiste: überrascht wird.Auf "angelisch" heißt es in Amateurs Mind dazu:"Fearing every possible threat that the opponent can throw at you turns you into a timid player who reacts to ghosts."Silman konzidiert: "Every time your opponent moves, you should ask: Why did he do that? It is important to understand what the other side is trying to accomplish."Das bedeutet aber nicht, daß man der anderen Seite alles sofort glauben soll.Und daher folgt als Hilfestellung:[SPOILER]Der letzte weiße Zug lautete Ta6xBauerc6 und die entscheidende Fragen lautet: Gibt es einen schwarzen Zug, der die weißen Drohungen Txd6 und Txc7 abwehrt und somit als Scheindrohung demaskiert. Basiert dieser Zug auf mehr als reinen Verteidigungsgedanken? Silman (& Co.) raten: "Dont allow yourself to become mesmerized by your opponents ideas." oder "Dont allow yourself to get in a state of mind where everything your opponent does has some lurking threat behind it."Ich weiß: Wiederholungen nerven etwas, doch dienen sie der Einprägung und der Erinnerung, wenn man zu sehr abgelenkt und auf etwas anders fixiert ist.Olle Silman und andere Lehrer anderer Disziplinen wissen schon, warum Wiederholungen seit Generationen zur Lehr- und Lerntechnik gehören.Soll heißen: Gegenangriff ist auch ein anzudenkender Weg!Gesucht wird eine überraschende Verknüpfung von Verteidigung und Gegenangriff.Wenn man die Idee und Silamns Rat auf dem radar hat, dann wirkt sie fast schon selbstverständlich...[/SPOILER]