Die Präsidentenwahlen bei der FIDE stehen vor der Tür. Während der Schacholympiade in Tromsö, die vom 1. – 14. August stattfindet, wird auch die Entscheidung fallen, ob Kirsan Iljumschinov seine Präsidentschaft behält, oder ob er von seinem erklärten Gegner, Garri Kasparov, abgelöst wird. Bei den vorherigen Versuchen durch den Niederländer Bessel Kok und Anatoli Karpov hatte der DSB noch die beiden Herausforderer unterstützt. Bei Garri Kasparov verhält sich der DSB dagegen neutral. In einem [URL="http://de.chessbase.com/post/interview-mit-herbert-bastian-2"]Interview[/URL] mit Dagobert Kohlmeyer bekräftigte DSB-Präsident Herbert Bastian noch einmal die Haltung des DSB. Er setzt auf Realpolitik:[QUOTE] Der DSB muss sich künftig wieder stärker im Weltschachbund einbringen. Wir stehen unmittelbar vor Wahlen in der FIDE und in der ECU. Bisher hat sich der DSB neutral verhalten. Das hat viele Gründe. Ein wichtiger für mich ist, dass wir nach der Entscheidung, wer die FIDE-Wahl gewonnen hat, bessere Möglichkeiten haben, mit jeder gewählten Führung gut zusammen zu arbeiten. Das wäre der erste Schritt, um international mehr Gewicht zu erlangen. [/QUOTE]Was haltet ihr von dieser Position? Würdet ihr euch wünschen, der DSB würde in dieser Frage ein wenig mehr Idealismus walten lassen und dem zufolge Kasparov wie früher Kok und Karpov unterstützen, oder begrüßt ihr die Politik des DSB in dieser Frage, weil diese klug sei und dem deutschen Schach im Endeffekt am meisten bringe? Seid ihr der Meinung, ein Grund für die Neutralitätspolitik des DSB könnte auch der sein, daß Kasparov mißtraut werde, weil frei nach [URL="http://www.schachburg.de/threads/776-Kasparov-tritt-zur-Wahl-zum-FIDE-Pr%E4sidenten-an/page2?p=22610&viewfull=1#post22610"]Stefan Löffler[/URL] in Schach/07 diese Wahl eine Wahl zwischen zwei Übeln sei, von denen die Schachwelt das eine Übel wenigstens kenne?
Beitrag von Birliban
Ich begrüße die Neutralität des DSB erst einmal. Liest man den Artikel " Geschacher um die Macht " von Stefan Löffler in SCHACH/07, dann scheint es eigentlich gar keine andere Möglichkeit zu geben für den DSB, als sich neutral zu verhalten.Parteinahme für die eine oder andere Seite würde bedeuten, die Schlammschlacht der einen oder anderen Seite zu befürworten. Das geht einfach nicht, will der DSB, als öffentlichkeitswirksame Institution, nicht den eigenen Ruf schädigen. Ich finde, der DSB ist wirklich gut beraten, sich in dieser Angelegenheit neutral zu verhalten. Oder sich klar und deutlich dahingehend zu positionieren, wie Stefan Löffler in dem eingangs erwähnten Artikel. Das wäre mir offen gestanden sogar das Sympathischste, weil: Das wäre mutig, klar und ehrlich.Oder verbirgt sich hinter der Neutralität des DSB das Motto: " Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen! " ? Ich weiß es nicht, da ich die Strukturen des DSB nicht gut genug kenne. Irgendwo hat vielleicht jeder eine Leiche im Keller begraben. Ganz besonders ist dies immer da der Fall, wo/wenn es um Macht und deren Strukturen geht. Und um Macht und deren Strukturen geht es eigentlich in allen Institutionen.
Beitrag von zugzwang
Die USA haben kein Monopol auf Desinformation, Manipulation und Propaganda.:grübel::pfeif:;)Oh, evtl. doch im falschen Thread...Wenn der Schachbund mit beiden Kandidaten - aus nachvollziehbaren Gründen - seine Probleme hat, dann sollte er sich um einen ganz neuen Kandidaten bemühen.Selbst wenn dieser verliert, ist damit ein Zeichen gesetzt.Bemühen heißt: Mit anderen "kirsankasper"-kritischen Föderationen die Kandidatur eines fähigeren Kandidaten initiieren und unterstützen.Statt "Neutralität" müßte der DSB doch gegen beide Kandidaten stimmen, um seiner wirklichen Meinung gerecht zu werden!?