Vom 11.11. - 30.11.2016 findet die Schach-WM in New York City statt. Sergei Karjakin hatte sich verdient beim Kandidatenturnier in Moskau durchgesetzt und trifft dort auf seinen alten Rivalen aus seinen Jugendtagen, den Titelverteidiger Magnus Carlsen. Die Favoritenrollen sind wie schon bei den vorherigen Kämpfen des Norwegers mit Vishy Anand klar verteilt. Topfavorit ist Magnus Carlsen, der aktuell mit 2851 72 Elopunkte mehr besitzt als der Weltranglistenachte Karjakin.Sergei Karjakin ist mit 12 Jahren jüngster Großmeister und mit 11 Jahren jüngster WM-Sekundant aller Zeiten. Es war insofern nur noch eine Frage der Zeit, bis der schon zum ewigen Talent abgestempelte gebürtige Ukrainer den Durchbruch schafft, und so könnte der WM-Verlauf knapper werden als von der Mehrheit vermutet, die einen klaren Sieg des Norwegers erwartet. Es wird das Duell der Wunderkinder sein. Bis zur Weltmeisterschaft ist es noch etwas hin, und so werden als Einstimmung erst einmal zwei Interviews vorgestellt, die beide Rivalen seit dem Feststehen der Paarung den Zeitungen gegeben haben. Den Vortritt hatte Sergei Karjakin, der gegenüber dem russischen [URL="http://de.chessbase.com/post/karjakin-ich-brauche-ein-superteam"]Sport-Express[/URL] eine Situation beschrieb wie diese Robert Fischer bei seinem WM-Kampf in Reykjavik gegen Boris Spasski erlebte, der sich dort nicht nur gegen Boris Spasski als Person, sondern gegen ein ganzes System auseinandersetzen mußte - nur unter umgekehrten Vorzeichen. Gemessen an der Tatsache, daß Carlsen aus einem kleinen Land, das trotz der skandinawischen Affinität zum Schach - schließlich waren es die Wikinger gewesen, die in Europa durch ihre weiten Schifffahrten am schnellsten mit dem Schach vertraut wurden und in ihren Ländern eine Schachtradition begründeten - vor Magnus Carlsen nicht unbedingt als eine erfolgreiche Schachnation in die Schachgeschichte eingegangen ist, während der gebürtige Ukrainer nach seinem Föderationswechsel für Rußland spielt, muten seine Darstellungen kurios an:[QUOTE]Wie teuer das ist, sollte man Carlsen fragen. Magnus wird großartig unterstützt. Ich kann keine Namen nennen, aber da gibt es ein paar sehr bekannte und erstklassige Großmeister, die zu seinem inoffiziellen Stab gehören. Wenn Magnus isst, schläft oder Fußball spielt, arbeiten kluge Köpfe für ihn und spielen ihm neue Ideen zu. Carlsen bekommt alles auf den Rechner. Jeden Tag erhält er neue Varianten, von denen er auswählt, was ihm zusagt. Außerdem hat er persönliche Sporttrainer, Masseure, Ärzte und Leute, die sich professionell um die Medienarbeit kümmern. Dann gibt es noch seinen supermodernen leistungsstarken Computer, ohne den nichts läuft. Magnus kann an jedem beliebigen Ort der Welt ein Trainingslager organisieren. Das alles zusammen kostet Millionen von Euros. Der Norweger kann es sich erlauben, weil er vom Staat und ungefähr zehn persönlichen Sponsoren unterstützt wird. [/QUOTE] Magnus Carlsen dagegen schlägt in einem Interview mit der [URL="http://de.chessbase.com/post/magnus-carlsen-im-interview"]Deutschen Welle[/URL] versöhnlichere Töne an und betont, wie sehr er Karjakin als Schachspieler schätze, und daß er seit seiner Jugend ein gutes Verhältnis zu ihm habe. Magnus Carlsen befindet sich seit seinem überzeugenden Sieg von Wijk aan Zee wieder im Aufwind. Er beherrscht den WM-Thron seit 2013. Ihm wird zugetraut, eine Ära zu prägen in den Dimensionen eines Steinitz´, Laskers oder Kasparovs, was gerade in Zeiten, in denen die Zahl an Spitzenspielern immer mehr steigt, verblüffend ist. Bereits Botwinnik war in seiner aktiven Zeit als Schachmeister davon ausgegangen, daß angesichts des damals vorhandenen Wissens über das Schach eine solche Dominanz eines einzigen Spielers nicht mehr möglich sei, und er hatte sich selbst nur als primus inter pares gesehen.
Beitrag von Babylonia
Danke, Kiffing, für diese Vorschau auf den WM - Kampf Carlsen gegen Karjakin. Letzteren kannte ich bisher überhaupt noch nicht. Gerne kannst du uns im Forum auf dem Laufenden halten! :-)
Beitrag von Sanpelg
Ich glaube auch, dass das spannender wird als die bloße Papierform aussagt, vom Stil her wird Carlsen sich mit Karjakin schwertun.
Beitrag von Birliban
[QUOTE]Wie teuer das ist, sollte man Carlsen fragen. Magnus wird großartig unterstützt. Ich kann keine Namen nennen, aber da gibt es ein paar sehr bekannte und erstklassige Großmeister, die zu seinem inoffiziellen Stab gehören. Wenn Magnus isst, schläft oder Fußball spielt, arbeiten kluge Köpfe für ihn und spielen ihm neue Ideen zu. Carlsen bekommt alles auf den Rechner. Jeden Tag erhält er neue Varianten, von denen er auswählt, was ihm zusagt. Außerdem hat er persönliche Sporttrainer, Masseure, Ärzte und Leute, die sich professionell um die Medienarbeit kümmern. Dann gibt es noch seinen supermodernen leistungsstarken Computer, ohne den nichts läuft. Magnus kann an jedem beliebigen Ort der Welt ein Trainingslager organisieren. Das alles zusammen kostet Millionen von Euros. Der Norweger kann es sich erlauben, weil er vom Staat und ungefähr zehn persönlichen Sponsoren unterstützt wird.[/QUOTE]Da spricht gehörig der Futterneid aus Karjakins Äußerungen. Was der andere, Carlsen, doch alles hat und was er selber, Karjakin, vermeintlich alles nicht hat. Ganz vergessen, daß er, Karjakin, in all den Jahren seiner Schachkarriere selbst erstklassige Privilegien genossen hat. Und noch genießt. Daß sein (erstklassiger) Trainerstab beim (und vorm) Kandidatenfinale großen Anteil an Karjakins Sieg hatte, hat er zumal selbst zugegeben. Wenn also Karjakin gegessen, geschlafen oder sich den Hintern auf der Toilette abgewischt hatte, arbeiteten kluge Köpfe 24 h am Tag für ihn.Es lohnt seitens Karjakin nicht, so viel Aufhebens zu machen, wegen der „großartigen Unterstützung“, die Carlsen erhält. Das gehört seit vielen Jahren zum internationalen Standard und war bei Anand, Kramnik, Topalov, Kasparov … nicht viel anders, als es heute bei Carlsen ist. Jede Schachepoche hat ihre Standards. Ach ja, da wäre noch Carlsens „supermoderner leistungstarker Computer, ohne den nichts läuft“ und um den sich schon seit geraumer Zeit die Legenden ranken. Kramnik hatte im Jahre 2000 kein Problem mit Kasparovs supermodernen leistungsstarken Computer und gewann den Weltmeistertitel gegen Kasparov... Und wie war das doch gleich mit Topalov, der 2010 bei der Weltmeisterschaft in Bulgarien gegen Anand für seine Analysen auf einen BlueGene-Supercomputer mit 8192 Prozessoren der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften zugreifen konnte. Und nicht nur das, Topalov konnte bereits Rybka 4 für seine Analyen verwenden, noch bevor Rybka 4 auf den Markt kam. Dennoch hatte Topalov das Match gegen Anand mit 5,5 : 6,5 verloren... Kleiner Tipp für Karjakin: Mal bei der Russischen Akademie der Wissenschaften nachfragen... :wink2:
Beitrag von Qf3
Karjakin hat das Kandidatenturnier gewonnen und sich somit die Herausforderung erspielt.Dennoch denke ich, dass er nicht der stärkste Herausforderer ist und er gegen Carlsen kaum Chancen auf einen Sieg hat.Caruana oder meinetwegen noch ein Giri würden einen spannenderen Kampf abliefern und hätten realistischere Chancen.Was ich aber eigentlich fragen wollte:Weiß jemand um wieviel Uhr die Partien losgehen?Und wie siehts mit der Übertragung aus? Ich hab irgendwo gehört, dass die Live-Übertragung nur kostenpflichtig auf worldchess.com zu sehen ist. Stimmt das; weiß da jemand mehr?
Beitrag von Kiffing
Bei Giri würde ich eher ein Unentschiedenfestival mit zwei Carlsen-Siegen vermuten, bei Caruana weiß man nie, in welcher Form er ist. Karjakin finde ich auch vom Stil her nicht unattraktiv, Talent hat er genug, und er wird sich top vorbereiten, er ist ja in der Eröffnung sehr stark. Wegen Übertragung wurde sich geeinigt, es wird frei übertragen, dafür muß der Sponsor auf die Seite drauf. Caissa sei Dank. :puh:
Beitrag von Qf3
[QUOTE=Kiffing;26641]....Wegen Übertragung wurde sich geeinigt, es wird frei übertragen, .....[/QUOTE]Das sind ja schon mal gute Nachrichten. Sobald jemand die genaue Anfangs-Uhrzeit der Partien weiß, kann er/sie es ja mal posten.Aber aufgrund der Zeitverschiebung wohl eher in den späteren Stunden. Kommt mir ganz gelegen. Muss ich mich nicht zwischen zur Arbeit gehen und Schach-WM gucken entscheiden :-)
Beitrag von Kiffing
Die genauen Anfangszeiten für die Schach-WM ab dem 11. November scheinen noch nicht zu stehen. Dafür wird klar, daß die USA diese Schach-WM als Schach-WM der Superlative aufziehen möchten, was das virtuelle Erlebnis für die Zuschauer vorm Internet betrifft. Hier kann man sich davon ein Bild machen: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://worldchess.com/nyc2016/". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://worldchess.com/nyc2016/" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] :)
Beitrag von Kiffing
Sergei Karjakin zeigt sich gegenüber R-Sport für die Schach-WM gut [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/karjakin-wenn-carlsen-mich-schlagen-will-muss-er-das-beste-schach-seines-lebens-zeigen". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "gewappnet" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]. Er erläutert, warum er den besseren Killerinstinkt als Magnus Carlsen habe und daß sein Team und er gerade dabei sind, systematisch Carlsens Spiel nach Schwachstellen zu erforschen, an denen angesetzt werden kann. Karjakin:[QUOTE]Die Kunst ist es, genau diese Krümelchen, jene stylistischen Merkmale, aufzuspüren, die ich entweder ausnutzen oder, andersrum gesehen, während des Matches vermeiden sollte. Diese Arbeit ist für Außenstehende nicht sichtbar, aber sie ist im Gange.[/QUOTE]Dafür, daß es zu einer packenden WM kommt, spricht die Zusammenarbeit von Karjakin mit Shakhriyar Mamedyarov, die seinem Stil weitere Aggressivität verliehen habe:[QUOTE]Shakhriyar brachte eine bestimmte Aggression in mein Spiel, da mein Stil etwas zu "akademisch" war, um die weltbesten Schachspieler zu schlagen. Er fügte etwas Würze hinzu, da Mamedyarov selbst ein sehr aggressiver und dynamischer Großmeister ist. Beim Kandidatenturnier in Moskau opferte ich eine Dame und einen Turm. Ich hatte keine Bedenken über kleinere Opfer, wie zum Beispiel das eines Bauern. Das lag an Mamedyarovs Einfluss. Diese Aggressivität ermöglichte mir damals zu gewinnen und ich hoffe, dass sie mir in Amerika helfen wird.[/QUOTE]Auch von der Zusammenarbeit mit Ian Nepomniatchi habe Karjakin profitiert. Interessant in dem Interview sind ferner die Überlegungen von Karjakin hinsichtlich eines Paradigmenwechsels in der Herangehensweise in Eröffnungen, so daß Weiß auf Topniveau zunehmend Stellungen anstrebe, auf die er vorbereitet ist und in denen er sich wohl fühlt, als Stellungen, in denen er besser steht:[QUOTE]Die Grundlage aller Partien ist die Eröffnung. Von Kindheit an wurde mir beigebracht, um Eröffnungsvorteil zu kämpfen, aber mit der Zeit, hat sich diese Auffassung gewandelt: zeitweise wollten die Weißspieler sogar einen großen Vorteil aus der Eröffnung herausholen, anstatt einfach nur "leicht besser" zu stehen. Ein Paar Jahre später galt "leicht besser" dann schon als Eröffnungserfolg für Weiß. Heute gilt es schon als gut, einfach eine spielbare Stellung zu erlangen, die man besser studiert hat als der Gegner. Deshalb ist es ist schier unmöglich, eine Partie in der Eröffnung zu gewinnen und es wird irgendwie ausgekämpft werden.[/QUOTE] Sollte dies auf den WM-Kampf in NYC zutreffen, dann sind lange und zähe Partien zu erwarten, in denen Nuancen den Ausschlag geben.PS.: Daß Magnus Carlsen grundsätzlich immer gewinnen will, belegt seine [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/en/read/news/shamkir-rd-6-carlsen-back-in-the-lead". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "Fußballattacke" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] bei einem Unterhaltungsspiel beim Shamkir-Memorial 2014 gegen den mitspielenden 74jährigen Turnier-Schiedsrichter Faik Ganasov, dem Vizepräsidenten der Aserbaidschanischen Schachföderation. Radjabov: "Das einzige, was ich weiß, daß er beinahe den Turnierschiedsrichter gekillt hat".
Beitrag von Kiffing
Zwei Tage sind es noch, bis in New York die erste WM-Partie beginnt. Vielleicht habt ihr es schon gehört, die Schachseite Chess24 hat in ihrem Kampf um freie Übertragungsrechte einen ersten Teilerfolg erzielt, so daß Chess24 und andere erst einmal frei übertragen können. Das ist für die Schachfreunde eine gute Nachricht.Der Beginn ist 19:00 MEZ. Wie ihr vielleicht durch die ominöse US-Präsidentenwahl wißt, ist es in den USA dann sechs Stunden früher, dort wird also um 13:00 die Uhr angestellt. Die Favoritenrolle für Carlsen ist klar. Dies wird durch die hohe Elodifferenz der beiden deutlich, die 81 Elopunkte beträgt. Carlsen besitzt eine Elo von 2853, Karjakin eine von 2772. Zudem hat Carlsen gegen seinen annähernd gleichaltrigen Gegner im direkten Vergleich die Oberhand. In 21 Turnierpartien ist seine Bilanz +4,-1, =16. Spielort ist das Fulton Market Building, der umgebaute frühere Fulton Fish Market, im wohl bekanntesten Stadtteil der Welt - Manhatten. New York City war bereits Austragungsort von vielen Schachweltmeisterschaften. Zuletzt spielten dort Kasparov und Anand 1995 die PCA-Weltmeisterschaft auf dem Dach des World Trade Centers. Was denkt ihr, hat Karjakin eine Chance?
Beitrag von Mattmonster
karjakin wir deutlich gewinnen !!:v:[Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/wcc2016". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://chess24.com/de/wcc2016" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]viel spass beim anschauen der Partien
Beitrag von Sanpelg
Spannend wird es allemal, Karjakin hat sicher eine Chance.
Beitrag von Kiffing
Was sagen die Experten dazu? [url]http://de.chessbase.com/post/weltmeisterschaft-2016-das-sagen-die-beobachter[/url]
Beitrag von Qf3
[QUOTE=Kiffing;26768]...Der Beginn ist 19:00 MEZ....[/QUOTE]Danke für die Info.Die eigentliche Partie scheint aber doch erst um 20:00 Uhr loszugehen. Bin gespannt auf die erste Partie und wünsche allen viel Spaß beim Gucken.
Beitrag von Kiffing
Chessdom bietet nicht mehr den kostenfreien Zugang zu den WM-Partien, zum Glück gibt es Alternativen: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.chessbomb.com/arena/2016-carlsen-karjakin-world-chess-championship/01-Carlsen_Magnus-Karjakin_Sergey". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://www.chessbomb.com/arena/2016-ca ... kin_Sergey" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] :)
Beitrag von Kiffing
Zum Auftakt in New York City überraschte Magnus Carlsen seinen Gegner mit dem Trompowsky-Angriff, der in den bisherigen Begegnungen der beiden noch nie aufs Brett gekommen war. Leider war dies bereits der interessanteste Aspekt der Partie. Beide Spieler tauschten schnell ihre Figuren ab und vereinbarten nach 42 Zügen die Punkteteilung. Das Spiel verließ nie die Remisbreite. Es war wohl das, was man im Boxen ein erstes Abtasten nennt. Angesichts der Tatsache, daß Carlsen in Turnieren nicht als Schnellstarter bekannt ist und gerne die Turniere von hinten aufrollt, muß das für seine Verhältnisse eher maue Auftreten in seiner Weißpartie noch nichts bedeuten. [Event "Carlsen - Karjakin World Chess Championship"][Site "New York NY USA"][Date "2016.11.11"][EventDate "2016.11.11"][Round "1"][Result "1/2-1/2"][White "Magnus Carlsen"][Black "Sergey Karjakin"][ECO "A45"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "84"]1.d4 Nf6 2.Bg5 d5 3.e3 c5 4.Bxf6 gxf6 5.dxc5 Nc6 6.Bb5 e6 7.c4dxc4 8.Nd2 Bxc5 9.Ngf3 O-O 10.O-O Na5 11.Rc1 Be7 12.Qc2 Bd713.Bxd7 Qxd7 14.Qc3 Qd5 15.Nxc4 Nxc4 16.Qxc4 Qxc4 17.Rxc4 Rfc818.Rfc1 Rxc4 19.Rxc4 Rd8 20.g3 Rd7 21.Kf1 f5 22.Ke2 Bf6 23.b3Kf8 24.h3 h6 25.Ne1 Ke7 26.Nd3 Kd8 27.f4 h5 28.a4 Rd5 29.Nc5b6 30.Na6 Be7 31.Nb8 a5 32.Nc6+ Ke8 33.Ne5 Bc5 34.Rc3 Ke735.Rd3 Rxd3 36.Kxd3 f6 37.Nc6+ Kd6 38.Nd4 Kd5 39.Nb5 Kc640.Nd4+ Kd6 41.Nb5+ Kd7 42.Nd4 Kd6 1/2-1/2
Beitrag von Zapp Brannigan
1.d4, das ist code für 4 Jahre Donald als präsident! Weil das wortspiel doch niemand erkennen würde kam dann nach 1.d4 Nf6 2.Bg5 noch der Trump-owski angriff.
Auch die zweite Partie endete mit einem Remis. Der geschlossene Spanier mit dem Mechanismus c3+d4 ist heute auf Weltklasseniveau durch den Bauernzug nach d3 ersetzt worden; ob dieses bedächtigere Verfahren tatsächlich besser ist, darüber sollen andere urteilen. Sergei Karjakin ließ sich im Laufe der Eröffnung auf a2 seinen spanischen Läufer tauschen, weil Schwarz nach 11. Lxe6 eine Bauernmasse im Zentrum und die halboffene f-Linie für seinen Turm erhält. Dafür stand er gut im Zentrum. Durch das im Spanier typische Manöver mit dem a-Bauern erreichte Karjakin eine leichte Schwächung der schwarzen Bauernstruktur auf dem Damenflügel, der schwarze Bc6 tendierte zur Schwäche, konnte vom Norweger aber problemlos verteidigt werden. Mit 27. ...c5 fand Magnus Carlsen die Abwicklung, mit der er eine Zugwiederholung erzwingen konnte, wenn sein Gegner nicht den Bc2 einbüßen wollte. Erneut hatten sich beide Spieler gegenseitig neutralisiert, und erneut gab es in der Partie keine dramatischen Momente. [Event "Carlsen - Karjakin World Chess Championship"][Site "0:28:33-0:26:33"][Date "2016.11.12"][EventDate "2016.11.11"][Round "2"][Result "1/2-1/2"][White "Sergey Karjakin"][Black "Magnus Carlsen"][ECO "C84"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "65"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Be7 6.d3 b5 7.Bb3d6 8.a3 O-O 9.Nc3 Na5 10.Ba2 Be6 11.d4 Bxa2 12.Rxa2 Re8 13.Ra1Nc4 14.Re1 Rc8 15.h3 h6 16.b3 Nb6 17.Bb2 Bf8 18.dxe5 dxe519.a4 c6 20.Qxd8 Rcxd8 21.axb5 axb5 22.Ne2 Bb4 23.Bc3 Bxc324.Nxc3 Nbd7 25.Ra6 Rc8 26.b4 Re6 27.Rb1 c5 28.Rxe6 fxe629.Nxb5 cxb4 30.Rxb4 Rxc2 31.Nd6 Rc1+ 32.Kh2 Rc2 33.Kg11/2-1/2
Beitrag von hako
Der Kommentator von n-tv schlägt nach 26.b4 den Vorstoß 26...c5 27.Sxb5 cxb4 28.Sd6 Te6! für Schwarz vor, was in der Tat noch einmal zu einer Interessanten Stellung führt. Daniel King dagegen kommentiert einen Zug vorher auf Spiegel Online: "Carlsen hat keine Chance auf den Gewinn der Partie. Karjakin hat den aktiven Turm auf a6. Das reicht aber nicht um Vorteil, weil die Springer nicht eingreifen können und Carlsen hat keine echte Bauernschwäche hat. Die Partie sollte remis ausgehen."
Beitrag von Kiffing
Das dritte WM-Match war bisher die mit Abstand umkämpfteste Partie gewesen. Gespielt wurde zum Entsetzen vieler Schachfreunde die Berliner Verteidigung, allerdings mit 5. Te1 ein etwas selteneres Abspiel im Vergleich zu dem typischen 5. d4. Einen frühen Damentausch gab es trotzdem, und bereits nach 16 Zügen sah die Stellung so ausgeglichen und leblos aus, daß das gespielte Resultat vorgezeichnet schien. Hier war also Technik gefragt, und fast schien es, daß Magnus Carlsen seine große Stärke in den ersten Punktgewinn überführen konnte. Er gewann im 33. Zug durch ein geschicktes Turm+Springer-Manöver einen Bauern, indem er ein Scheinopfer auf d4 anwandte und danach zwei Bauern in Folge abräumen konnte. Gleichzeitig besaß er den aktiven König, während sich Karjakin allmählich um seine Königssicherheit Sorgen machen mußte. Der Norweger konnte sich so eine Figur einverleiben, und im Endspiel Turm, Springer und Bauer gegen Turm und zwei Bauern stand Karjakin am Rande einer Niederlage. Vielleicht war 72. Tb7 der Zug, der den Gewinn vergab, Fritz15 schlägt bei einer Wertung von 3,28 72. Tf7+ Ke6 73. Tf2 vor, wonach Carlsen die beiden vereinzelten schwarzen Bauern unter Kontrolle behält und allmählich zur Ernte übergehen könnte. Carlsens 72. Tb7 dagegen läßt den schwarzen Freibauern auf der h-Linie zu neuer Stärke aufblühen, so daß Karjakin mit seinen Drohungen das weiße Stellungsübergewicht neutralisieren konnte. Er ist damit der moralische Sieger der Partie, während Carlsen seinem verpaßten Sieg noch hinterhertrauern wird.[Event "Carlsen-Karjakin World Chess Championship"][Site "New York NY USA"][Date "2016.11.14"][EventDate "2016.11.11"][Round "3"][Result "1/2-1/2"][White "Magnus Carlsen"][Black "Sergey Karjakin"][ECO "C67"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "156"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 Nf6 4.O-O Nxe4 5.Re1 Nd6 6.Nxe5 Be77.Bf1 Nxe5 8.Rxe5 O-O 9.d4 Bf6 10.Re2 b6 11.Re1 Re8 12.Bf4Rxe1 13.Qxe1 Qe7 14.Nc3 Bb7 15.Qxe7 Bxe7 16.a4 a6 17.g3 g518.Bxd6 Bxd6 19.Bg2 Bxg2 20.Kxg2 f5 21.Nd5 Kf7 22.Ne3 Kf623.Nc4 Bf8 24.Re1 Rd8 25.f4 gxf4 26.gxf4 b5 27.axb5 axb528.Ne3 c6 29.Kf3 Ra8 30.Rg1 Ra2 31.b3 c5 32.Rg8 Kf7 33.Rg2cxd4 34.Nxf5 d3 35.cxd3 Ra1 36.Nd4 b4 37.Rg5 Rb1 38.Rf5+ Ke839.Rb5 Rf1+ 40.Ke4 Re1+ 41.Kf5 Rd1 42.Re5+ Kf7 43.Rd5 Rxd344.Rxd7+ Ke8 45.Rd5 Rh3 46.Re5+ Kf7 47.Re2 Bg7 48.Nc6 Rh5+49.Kg4 Rc5 50.Nd8+ Kg6 51.Ne6 h5+ 52.Kf3 Rc3+ 53.Ke4 Bf654.Re3 h4 55.h3 Rc1 56.Nf8+ Kf7 57.Nd7 Ke6 58.Nb6 Rd1 59.f5+Kf7 60.Nc4 Rd4+ 61.Kf3 Bg5 62.Re4 Rd3+ 63.Kg4 Rg3+ 64.Kh5 Be765.Ne5+ Kf6 66.Ng4+ Kf7 67.Re6 Rxh3 68.Ne5+ Kg7 69.Rxe7+ Kf670.Nc6 Kxf5 71.Na5 Rh1 72.Rb7 Ra1 73.Rb5+ Kf4 74.Rxb4+ Kg375.Rg4+ Kf2 76.Nc4 h3 77.Rh4 Kg3 78.Rg4+ Kf2 1/2-1/2
Beitrag von Mistreaver
Ich habe der dritte Partei für meinen Blog analisiert.Hier ist das Analysis.[Event "World Championship match, Game Three"][Site "?"][Date "2016.11.14"][Round "?"][White "Magnus , Carlsen"][Black "Sergey, Karjakin"][Result "1/2-1/2"][ECO "C67"][PlyCount "156"]1. e4 {The champion "changes hand" after playing the Trompovsky in the firstgame. Will he head for Italian game, or face the possibility of another Berlinendgame.} e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 {Magnus played 3...a6 as Black here in gamethree.} Nf6 {But Sergey isnt "risking it", and goes for the "currentlyunbreachable" Berlin defence, which probably caused multiple spectators toimmediatelly switch to something more interesting. And since Mourinhos teamisnt playing any games today, probability of finding something moreinteresting is considerably high.} 4. O-O {A first surprise, i think Magnusprefered to avoid the endgame with d3.} (4. d3) 4... Nxe4 5. Re1 {And a secondsurprise. Instead of exchanging queens and going the endgame, Magnus preferesto play the symmetrical position resulting from the rook move.} (5. d4 Nd6 6.Bxc6 dxc6 7. dxe5 Nf5 8. Qxd8+ Kxd8 {Is a position I could probably write acouple of books about. * If I knew anything about it though. I promised myselfI will never play this with either colour. *Like Svidler. *I guess it means Iwill never get chances to play in the World championship match. *Like Svidler.:P}) 5... Nd6 6. Nxe5 Be7 7. Bf1 Nxe5 8. Rxe5 O-O 9. d4 {[pgndiagram]Thetabiya of the variation. There are three reasonable moves for Black here.} (9.Nc3 {Is apparently somewhat more drawish} Ne8 (9... Bf6 10. Re2 {Is alsopossible} b6 11. Re1 Re8 12. Rxe8+ Qxe8 13. d4 {And this is very similar tothe game}) 10. Nd5 Bd6 11. Re2 {This was the first instance of move Re2appearing on the board. In the New in Chess Magazine Maxime Vachier Lagrave(further referred to as MVL) claimed that he discovered this move on a pocketset on a train. Apparently there is something on trains that inspirescreativity in people (Yes, another Harry Potter reference).}) 9... Bf6 {Themost popular move. Blacks idea is to play Re8 next move and try to go withthe knight on f5.} (9... Ne8 {Is now allowing c4.} 10. c4 {From this positionWhite scores 66% according to my database.} Bf6 11. Re1 d5 12. cxd5 Qxd5 13.Be3 {And now the position is no longer simetric.}) (9... b6 {Is interesting,but need more exploration}) 10. Re2 $5 {The credit for this paradoxicalmaneouvre goes to MVL (see above). At first point it looks completelyridiculous. But what is the point behind it? *White anticipates that mostaction will happen on the e-file in the future. This move retains thepossibility of playing Ra1-Re1 in the very far future, after developing hisqueenside completely. Also, in the case of Re8 White has Bf4 without worryingabout d4 pawn. *In the 8th game of the 2013 Chennai match Carlsen played 10Re1.} b6 {The best reaction to Re2, in my opinion. Threatening Ba6 forces therook to move again, since White doesnt want to exchange light squared bishopsimmediately.} (10... Nf5 {To illustrate the idea, consider the following moves}11. c3 d5 12. Bf4 Be6 13. Nd2 c6 14. Nf3 Qd7 15. Qd2 Nd6 16. Rae1 {Of course,play of both sides was sub-optimal (White can probably first grab space on thekingside), but Re2!? is very interesting idea in the position.}) 11. Re1 Re8 (11... Bb7 $5 {Maybe was more precise}) 12. Bf4 $1 {[pgndiagram]Excellent move.Because of the move b6 White can afford to play this developing move withoutworrying about d4. * That is some very deep 21st century opening subtlety.}Rxe1 13. Qxe1 Qe7 (13... Bxd4 $4 {Would of course be very hard to expect inthe World Championship match.} 14. Bxd6 {And White wins.} cxd6 (14... Bxb2 {Also doesnt help} 15. Bxc7 Qf8 16. Nd2 Bxa1 17. Qxa1 {With a won endgame forWhite}) 15. Qe4 Bxb2 16. Qxa8) 14. Nc3 Bb7 15. Qxe7 Bxe7 {And for the thirdtime in the match we have a queenless endgame practically directly out ofopening. White has a slight advantage because his pieces are slightly bettercoordinated and he has more space. * However, Black doesnt have anyweaknesses.} 16. a4 {Gaining more space and threatening a5} a6 (16... h6 {Todemonstrate that a5 is not something Balck should allow, lets make a randommove} 17. a5 {And suddenly it is not easy for Black to make a move} Ne8 18. Nb5{[pgndiagram]With unpleasant pressure} Bd8 19. a6 Bc6 20. Re1 d5 21. Nc3) 17.g3 {I am not certain that light squared bishop exchange is something Whiteshould aim for} (17. Bd3 g6 18. Re1 Bf6 19. Be5 {But probably this is also notmuch for White} Re8 20. Re3) 17... g5 {Now Black clearly equalizes} 18. Bxd6Bxd6 19. Bg2 Bxg2 20. Kxg2 f5 {Ive commented the position somewhere aroundthis moment with some Croatian chessplayers and almost everybody was expectinga very quick draw and expressing extreme boredom with the match course. *Ihave to admit I even started writing another lamenting post about how littleinteresting happens in the match. Oh how i was wrong} 21. Nd5 Kf7 22. Ne3 Kf623. Nc4 Bf8 {[pgndiagram]The last couple of moves havent changed theevaluation of position. The situation is similar a in the first game, whereCarlsens knight is slightly superior to its bishops counterpart, but thingsshould peter to a draw quickly.} 24. Re1 Rd8 (24... d5 {Karjakin said afterthe game that he should have played this immediatelly. And indeed, this makesBlacks task somewhat easier. Karjakin said he didnt consider 25 f4 properly}25. Ne5 Bd6 {And now} 26. f4 gxf4 27. gxf4 Rg8+ 28. Kf2 {[pgndiagram] And withthe control of the g-file, Black is equal}) 25. f4 $5 gxf4 26. gxf4 b5 {Goodmove, kicking the knight and opening the a-file} (26... d5 27. Ne5 Bd6 28. Re3{[pgndiagram] Now White manages to swing his rook and stand slightly better,although here also Black should probably equalize.}) 27. axb5 axb5 28. Ne3 c629. Kf3 Ra8 30. Rg1 Ra2 $6 {First step in the wrong direction. Instead ofbeing "active, Black should have prefered Bh6.} (30... Bh6 {Preventing Rg5 andRg8 and things quickly peter to a draw.} 31. Rg3 Ra4 32. Rh3 Kg6 33. Rg3+ Kf6)31. b3 c5 {[pgndiagram]Mistakes come in pairs. This display of activity mighthave backfired} 32. Rg8 $5 {More precise then Rg5} (32. Rg5 cxd4 33. Rxf5+ Kg734. Ng4 b4 35. Rd5 d6 36. Rxd4 Rxc2 37. Rxb4 {[pgndiagram] And here White hasless chances.}) 32... Kf7 (32... Be7 33. d5 d6 34. Rh8 Kg6 35. Rb8 b4 {[pgndiagram]Is unpleasant because blacks bishop is severely restricted.However that might have been better than to give a pawn}) 33. Rg2 cxd4 34. Nxf5{Now the d4 is falling} d3 (34... Bc5 35. Ke4) 35. cxd3 Ra1 36. Nd4 b4 {[pgndiagram] For a beginner it would seem that everything is clear. Goodknight and a pawn up. However, Whites pawns are really weak, and Black hassome counterplay.} 37. Rg5 {The rook is most active along the 5th file} Rb1 38.Rf5+ Ke8 39. Rb5 {Karjakin was in time trouble prior to time control. Rh1 wasbest here, to win a pawn back, or tie Whites rook. However, that would haveallowed Whites pieces to activate} Rf1+ $2 {It is very easy to criticizebehind the keyboard, but this reminds me of a"patzer-sees-check-patzer-gives-check", since this only improves white king.} (39... Rh1 40. Ke4 Rxh2 41. Rb8+ Kf7 42. Rb7 Ke8 43. Nf3 {[pgndiagram] AndWhite has some chances}) 40. Ke4 Re1+ 41. Kf5 {After time control White isseriously better now} Rd1 42. Re5+ $6 (42. Rb8+ $1 {And wherever the king goes,it allows the knight redeployment.} Ke7 (42... Kf7 43. Nf3 {[pgndiagram] Andthe pawn is taboo}) 43. Ke4 Re1+ 44. Kd5 Rf1 45. Nf5+ Kf7 46. Ke4 Re1+ 47. Ne3{[pgndiagram]}) 42... Kf7 43. Rd5 Rxd3 (43... Ke7 $5 {Just keep the d pawns})44. Rxd7+ Ke8 45. Rd5 Rh3 {[pgndiagram]From here up to the critical moment Iwill give only a few brief comments on a couple of moves since now aprotracted maneuvering phase follows.} 46. Re5+ Kf7 47. Re2 Bg7 48. Nc6 Rh5+ (48... Rxb3 $4 {[pgndiagram] The pawn is taboo and Black has to be careful a bit} 49. Nd8+ Kg8 50. Re8+ Bf8 51. Ne6 {Is winning for White.}) 49. Kg4 Rc5 50.Nd8+ (50. Nxb4 {Doesnt help} Rb5 51. Re4 h5+ 52. Kf3 Bf8 {And Blackeliminates the b-pawn, leaving a clear equality on the boad} 53. Nd3 Rxb3 {[pgndiagram]}) 50... Kg6 51. Ne6 h5+ 52. Kf3 Rc3+ 53. Ke4 Bf6 54. Re3 {Up tohere Karjakin has slightly managed to reduce Whites winning potential.} h4 {[pgndiagram]Not neccessary.} (54... Rc2 55. h3 Kf7) 55. h3 (55. Nf8+ Kf7 56.Nd7 {With Ne5 would improve the knight position a bit}) 55... Rc1 56. Nf8+ (56.f5+ Kf7) 56... Kf7 57. Nd7 Ke6 58. Nb6 (58. Ne5 Bxe5 59. fxe5 {Is drawn}) 58...Rd1 59. f5+ Kf7 60. Nc4 Rd4+ 61. Kf3 Bg5 $6 {This is probably the first badstep(although far from obvious) which proves how difficult this "simple"positions are.} (61... Kg7 {[pgndiagram] And it is hard for White to make someprogress.}) 62. Re4 Rd3+ 63. Kg4 {This tempo on the bishop is very importantand result of the 61th move.} Rg3+ 64. Kh5 Be7 $6 {[pgndiagram]The second badmove, after which it is probably impossible to save the game any longer} (64...Bd8 {Is something noone mentioned, and computer also ignored it at first. Isimply played it because I wondered what happens if i remove the bishop awayfrom attack. The long computer variation ends in a rook and knight vs rookdrawn position} 65. Nd6+ (65. Ne5+ Kf6 {And Kxf5 doesnt leave the bishophanging}) 65... Kg7 66. Re8 Bf6 67. Ne4 Rxh3 68. Rb8 Bc3 69. Rb7+ Kf8 70. Ng5Rd3 71. f6 Bxf6 72. Nh7+ Ke8 73. Nxf6+ Kd8 74. Rxb4 h3 {[pgndiagram]} 75. Kg5h2 76. Rh4) 65. Ne5+ Kf6 66. Ng4+ Kf7 67. Re6 $1 (67. f6 Bxf6 68. Rf4 Rxh3 69.Rxf6+ Ke7 {[pgndiagram] Is drawn}) 67... Rxh3 68. Ne5+ Kg7 69. Rxe7+ Kf6 70.Nc6 $2 {The first critical moment where Carlsen misses the win. The winningidea consists of defending the b pawn with the knight from a secure positionwhile controlling the h pawn.} (70. Re8 $1 {[pgndiagram] Is far from obvious}Kxf5 (70... Rxb3 71. Kg4 Rg3+ 72. Kf4 b3 {And here computer announces mate in8, so we should probably believe him.}) 71. Nc6 Rh1 (71... Rc3 72. Nd4+ Kf6 73.Kxh4 {[pgndiagram] And the knight is secure}) 72. Nd4+ Kf4 73. Re2 h3 74. Kh4h2 75. Ne6+ Kf3 76. Rb2 Ke4 77. Nc5+ Kd5 78. Na4 Rd1 79. Rxh2 Rd4+ 80. Kg5 Rd381. Rb2 {[pgndiagram] And this, approximately 11 move variation, finished inone of the possible winning constructions for White}) 70... Kxf5 $2 {Returningthe favour.} (70... Rc3 {Was relatively simple draw.} 71. Re6+ Kxf5 72. Nd4+Kf4 73. Kxh4 Rd3) 71. Na5 Rh1 72. Rb7 $2 {[pgndiagram] The final mistake,after which there is no going back.} (72. Rf7+ {After 7 hours it is not easyto see the study-like winning idea. Carlsen said at the press-conferenceafterwards that he didnt see a clear win.} Ke6 {The move that allows theafore mentioned study-like idea, however all other moves lose as well.} 73. Rf2h3 74. Kh4 Ra1 75. Nb7 Ra3 76. Rh2 {[pgndiagram]And the b pawn is indirectlydefended by knight.}) 72... Ra1 73. Rb5+ Kf4 74. Rxb4+ (74. Kxh4 $4 {It isnever too late to lose a chess game} Rh1#) 74... Kg3 75. Rg4+ Kf2 76. Nc4 h377. Rh4 Kg3 78. Rg4+ Kf2 {And here the draw was agreed. A fascinating struggleat the highest level.} 1/2-1/2Ich hoffe, dass ich werde es geschaffen, bis zum Ende des Tages die vierte Partei auch zu analisieren.Link auf meinem Blog kann man in meinem Profil sehen.
Beitrag von Mistreaver
Ich habe gerade die Analyse von vierte Parte beendet.[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:34:33-0:04:33"][Date "2016.11.15"][Round "4"][White "Sergey Karjakin"][Black "Magnus Carlsen"][Result "1/2-1/2"][ECO "C84"][PlyCount "187"][EventDate "2016.11.11"]1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 {Here we go. Again no Berlin} 4. Ba4 Nf6 5. O-OBe7 6. Re1 {This time Karjakin goes for the "old" main line, without early d3}b5 7. Bb3 O-O {An invitation to Marshall} 8. h3 {Nope sir, although this wayof avoiding Marshall doesnt rule the d5 break alltogether.} Bb7 9. d3 (9. c3d5 $5 {Is a variation}) 9... d6 (9... d5 $5 {Is again possible here, althoughwith d3 instead of c3 it is favourable for White.}) 10. a3 {[pgndiagram] Andwe have still reached something similar to the 2nd game. Black has manyreasonable options. Virtually every move is possible} Qd7 $5 {The 2nd mostpopular move. Black connects his rooks and develops further} (10... Na5 11. Ba2c5 {With typical Ruy play.}) (10... Nb8 {Along the Breyer lines is alsopossible} 11. Nbd2) 11. Nbd2 $5 (11. Nc3 {[pgndiagram]My personal opinion isthat one of the advantages of not playing early c3 is the possibility totransfer the knight via that square.} Rfe8 12. Nd5 Nxd5 13. Bxd5 Nd8 14. Bxb7Nxb7 15. Be3 {[pgndiagram] Although with mass exchanges on d5 it is hard forWhite to achieve something serious.}) 11... Rfe8 12. c3 {A rare continuation,more often is the transfer of the knight.} (12. Nf1 Nd8 {Black can transferhis knight as well.} 13. Ne3 Ne6 14. Nf5 Bf8 {[pgndiagram] With approximateequality}) 12... Bf8 13. Nf1 (13. d4 $5 {[pgndiagram] would have been logicalcontinuation of the plan with c3} h6 14. Bc2 Rad8 15. Nb3 d5 {[pgndiagram] Andit seems to me that Whites chances are existent} 16. Nxe5 Nxe5 17. dxe5 Rxe518. Bf4) 13... h6 14. N3h2 $6 {[pgndiagram] I dont like this move. The ideais to go to g4, but Black is well prepared for this} (14. Ne3 {IS more logicalfor me, preventing d5} Nd8 15. Nh2 {Only now} Ne6 16. Nhg4 {[pgndiagram]})14... d5 $1 {Carlsen plays good chess and strikes in the centre immediately.}15. Qf3 {The typical maneouvre in the Ruy, but Black is well prepared for this}Na5 16. Ba2 dxe4 {[pgndiagram]This is good enough, giving White a e4 weakness,that I will not even consider other escapades such as c5} 17. dxe4 Nc4 {Ithink that it was here where Karjakin misscalculated.} 18. Bxh6 {This would bea great move, if there wasnt a riposte by Black} Qc6 $1 {[pgndiagram]This iswhat Karjakin missed. To my mind this is far from obvious, and i am not surehow many players would find this.} (18... Nxe4 19. Rxe4 {Karjakin demonstrateda nice variation here.} f5 $4 (19... Bxe4 20. Qxe4 gxh6 21. Ne3 {Leaves Whitebetter}) 20. Rxc4 $1 {[pgndiagram] And White wins}) 19. Bxc4 $2 {Andimmediately there comes a mistake. Karjakin was probably cursing himself fornot seeing 18 .. Qc6 and went into panic mode.} (19. Bc1 {[pgndiagram]} Nxe420. Ne3 {And nothing terrible for White is apparent} Ned6 {Svidler and Hansenwere analyzing similar stuff to this}) 19... bxc4 {[pgndiagram] Now allendgames are bad for White. b2 is a chronic weakness} 20. Be3 Nxe4 21. Ng3 Nd6(21... Qg6 {[pgndiagram] It was possible to retain the queens} 22. Nxe4 Bxe423. Qg4 Qc6 {But Carlsens reply is good also}) 22. Rad1 Rab8 23. Bc1 f6 24.Qxc6 Bxc6 {[pgndiagram] Once again we have a "queenless middlegame". Blackschances are undoubtly better, his pieces are nice, he has a pair of strongbishops, and b2 is weak. The plan for Black is to play on both wings, anduse pressure on queenside with push of the pawns in the centre and on thekingside.} 25. Ng4 Rb5 {Another pleasing move. Black can go Bd5 or Rd5 in thefuture} 26. f3 (26. Ne3 g6 $1 {[pgndiagram]} 27. f3 f5 {Is strong for Black})26... f5 27. Nf2 Be7 28. f4 {[pgndiagram]Not wishing to be pushed of the board,Karjakin tries active defence} (28. Nf1 Bh4 29. Ne3 g6 {Is highly unpleasant.White can barely move.}) 28... Bh4 $1 29. fxe5 Bxg3 30. exd6 Rxe1+ 31. Rxe1cxd6 {Exchanges dont easy Whites position as Black is very active, and b2 isstill weak.} 32. Rd1 Kf7 {Now the king enters} 33. Rd4 {[pgndiagram]Attackingc4, but Black has a tactical response It is always pleasant to see how toplevel players manage to unite this little combinations with their strategicalgoals.} Re5 {Threatening mate} (33... d5 {Would probably easen the grip alittle.}) 34. Kf1 Rd5 35. Rxd5 {Rook exchange is inevitable} (35. Rxc4 Bb5)35... Bxd5 36. Bg5 Kg6 {Here comes the king.} 37. h4 Kh5 38. Nh3 Bf7 (38...Bxh4 $2 {[pgndiagram] Would be to naive.} 39. Nf4+ Kg4 40. Bxh4 Kxf4 {Wouldresult in a draw.}) 39. Be7 Bxh4 {[pgndiagram] This was not strictlyneccessary, but it doesnt spoil anything.} (39... g6 {And again White canhardly move}) 40. Bxd6 Bd8 41. Ke2 g5 {[pgndiagram] Now the kingside pawn-rollcomes} 42. Nf2 Kg6 $2 {As pointed by user "Eyal" on chessgames, this might beMagnus ultimate miss in the game} (42... Bd5 43. g3 g4 $1 {[pgndiagram] Andthe knight is dominated} 44. Nd1 Bf3+ 45. Kd2 Bxd1 46. Kxd1 {[pgndiagram] Andnow Black must be winning. Even Caruana tweeted about this variation}) 43. g4{I would always hesitate to push pawns in such a position, but Karjakinsactive defence manages to confuse Carlsen.} Bb6 44. Be5 (44. gxf5+ Kxf5 45. Nh1{[pgndiagram] And with such a strong passer Black is probably winning (notehow blacks two pawns restrict three white pawns on the queenside)}) 44... a545. Nd1 {[pgndiagram]Threatening Ne3, which would force f4, or taking on f4.The critical moment of the game is reached.} f4 {This was condemned by almosteveryone. Magnus overlooked the possibility of the fortress, as he admittedthat he simply thought he has to breakthrough somehow. He will manage to gethis king on b3, but his bishops are unable to deal with the barricades on thekingside by themselves.} (45... fxg4 {First, lets consider why taking thepawn is bad} 46. Ne3 Kh5 47. Bg3 {And again there is a fortress on the board})(45... Be6 {Most people claimed that bishop move should be winning. It is hardto asses it however. This endgame is much more complex then it looks like. Iam not certain whether this wins. White has many options.} 46. Nf2 {[pgndiagram] Most logical. Just waiting and asking Black what can he do} (46.Ne3 f4 {Just wins the g4 and the game}) 46... Bd5 47. Bd4 Bc7 48. Be3 Be6 {[pgndiagram]Now the threat of taking on g4 is real} 49. Kf3 {[pgndiagram] Andi dont see how Black can improve} (49. Bd4 fxg4)) 46. Bd4 {Now there is notmuch to comment on. Position is drawn. It is always funny to look at thecomputers evaluation to see how it doesnt realize that it should be 0.0} Bc747. Nf2 Be6 48. Kf3 Bd5+ 49. Ke2 Bg2 50. Kd2 Kf7 51. Kc2 Bd5 52. Kd2 Bd8 53.Kc2 Ke6 54. Kd2 Kd7 55. Kc2 Kc6 56. Kd2 Kb5 57. Kc1 Ka4 58. Kc2 Bf7 59. Kc1 Bg660. Kd2 Kb3 61. Kc1 Bd3 62. Nh3 Ka2 63. Bc5 Be2 64. Nf2 Bf3 65. Kc2 Bc6 66. Bd4Bd7 67. Bc5 Bc7 68. Bd4 Be6 69. Bc5 f3 70. Be3 Bd7 71. Kc1 Bc8 72. Kc2 Bd7 73.Kc1 Bf4 74. Bxf4 gxf4 75. Kc2 Be6 76. Kc1 Bc8 77. Kc2 Be6 78. Kc1 Kb3 79. Kb1Ka4 80. Kc2 Kb5 81. Kd2 Kc6 82. Ke1 Kd5 83. Kf1 Ke5 84. Kg1 Kf6 85. Ne4+ Kg686. Kf2 Bxg4 87. Nd2 Be6 88. Kxf3 Kf5 89. a4 Bd5+ 90. Kf2 Kg4 91. Nf1 Kg5 92.Nd2 Kf5 93. Ke2 Kg4 94. Kf2 {A fascinating game which proves how complexendgame play can be. Fantastic.} 1/2-1/2Obwohl jemandem gedachtet hat, dass die grosste Fehler Magnus vierundfünfzichste Zug war, ich könnte nicht prüfen, dass Schwarz nach 45... Be6 gewinnen kann.Ich glabue, dass der Zug den Caruana getwittet hat, 42... Bd5, eine kritische Moment in der Parteir war.
Beitrag von Kiffing
Inzwischen ist die erste Halbzeit herum. Nach nun sechs Remispartien ist die Entscheidung über den künftigen Weltmeister weiterhin offen. Auch in der 4. Partie war es Magnus Carlsen, der um den Sieg spielte. Wahrscheinlich hatte er nach dem Tausch des Be4 gegen den Bh3 einfach die besseren Bauern. Doch während der Norweger im Endspiel versuchte, seinen gedeckten Freibauern in Szene zu setzen, verteidigte sich Karjakin gewohnt umsichtig und konzentriert und konnte sich so auch auf Magnus Carlsens Paradedisziplin, dem Kneten in komplikations- und materialreduzierten Stellungstypen, erfolgreich gegen die Niederlage stemmen.[QUOTE=Mistreaver]Ich glabue, dass der Zug den Caruana getwittet hat, 42... Bd5, eine kritische Moment in der Parteir war. [/QUOTE]Als stärkste Variante (-1,37) gibt mein Computer (Fritz 15) nach 42. ...Ld5 43. g3 g4 an, was Schwarz zwar das Feld f3 für den Läufer gibt, aber auch hier sehe ich nicht den entscheidenden Vorteil. Läufer sind keine Infanteristen und wirken am stärksten aus der Ferne, deshalb hat Carlsen sich im Endspiel auf solche Läufermanöver konzentriert.[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:34:33-0:04:33"][Date "2016.11.15"][Round "4"][White "Sergey Karjakin"][Black "Magnus Carlsen"][Result "1/2-1/2"][ECO "C84"][PlyCount "187"][EventDate "2016.11.11"]1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 Nf6 5. O-O Be7 6. Re1 b5 7. Bb3 O-O 8. h3Bb7 9. d3 d6 10. a3 Qd7 11. Nbd2 Rfe8 12. c3 Bf8 13. Nf1 h6 14. N3h2 d5 15. Qf3Na5 16. Ba2 dxe4 17. dxe4 Nc4 18. Bxh6 Qc6 19. Bxc4 bxc4 20. Be3 Nxe4 21. Ng3Nd6 22. Rad1 Rab8 23. Bc1 f6 24. Qxc6 Bxc6 25. Ng4 Rb5 26. f3 f5 27. Nf2 Be728. f4 Bh4 29. fxe5 Bxg3 30. exd6 Rxe1+ 31. Rxe1 cxd6 32. Rd1 Kf7 33. Rd4 Re534. Kf1 Rd5 35. Rxd5 Bxd5 36. Bg5 Kg6 37. h4 Kh5 38. Nh3 Bf7 39. Be7 Bxh4 40.Bxd6 Bd8 41. Ke2 g5 42. Nf2 Kg6 (42... Bd5 43. g3 g4) 43. g4 Bb6 44. Be5 a5 45.Nd1 f4 46. Bd4 Bc7 47. Nf2 Be6 48. Kf3 Bd5+ 49. Ke2 Bg2 50. Kd2 Kf7 51. Kc2 Bd552. Kd2 Bd8 53. Kc2 Ke6 54. Kd2 Kd7 55. Kc2 Kc6 56. Kd2 Kb5 57. Kc1 Ka4 58. Kc2Bf7 59. Kc1 Bg6 60. Kd2 Kb3 61. Kc1 Bd3 62. Nh3 Ka2 63. Bc5 Be2 64. Nf2 Bf3 65.Kc2 Bc6 66. Bd4 Bd7 67. Bc5 Bc7 68. Bd4 Be6 69. Bc5 f3 70. Be3 Bd7 71. Kc1 Bc872. Kc2 Bd7 73. Kc1 Bf4 74. Bxf4 gxf4 75. Kc2 Be6 76. Kc1 Bc8 77. Kc2 Be6 78.Kc1 Kb3 79. Kb1 Ka4 80. Kc2 Kb5 81. Kd2 Kc6 82. Ke1 Kd5 83. Kf1 Ke5 84. Kg1 Kf685. Ne4+ Kg6 86. Kf2 Bxg4 87. Nd2 Be6 88. Kxf3 Kf5 89. a4 Bd5+ 90. Kf2 Kg4 91.Nf1 Kg5 92. Nd2 Kf5 93. Ke2 Kg4 94. Kf2 1/2-1/2 In der 5. Partie kam dann ein ruhiger Italiener (mit d3) aufs Brett, in dem Carlsen früh den ganzen Damenflügel aufrollte, wodurch er im 16. Zug auf c5 ein Paradefeld für seinen Springer gewinnen konnte. Dafür konnte Karjakin am Königsflügel aktiv werden. Nach einer bilderbuchhaften Königsevakuierung nahm der Angriff auf Carlsens König an Fahrt auf. Doch diesmal konnte Carlsen sich selbst als Verteidiger profilieren und den Angriff abwehren. Es ist interessant, wie Carlsen im richtigen Zeitpunkt seine Königsflügelbauern vorgezogen hat, um dauerhafte Schwächen zu vermeiden.[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:25:33-0:13:33"][Date "2016.11.17"][EventDate "2016.11.11"][Round "5"][Result "1/2-1/2"][White "Magnus Carlsen"][Black "Sergey Karjakin"][ECO "C50"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "102"]1.e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Bc5 4. O-O Nf6 5. d3 O-O 6. a4 d67. c3 a6 8. b4 Ba7 9. Re1 Ne7 10. Nbd2 Ng6 11. d4 c6 12. h3exd4 13. cxd4 Nxe4 14. Bxf7+ Rxf7 15. Nxe4 d5 16. Nc5 h617. Ra3 Bf5 18. Ne5 Nxe5 19. dxe5 Qh4 20. Rf3 Bxc5 21. bxc5Re8 22. Rf4 Qe7 23. Qd4 Ref8 24. Rf3 Be4 25. Rxf7 Qxf7 26. f3Bf5 27. Kh2 Be6 28. Re2 Qg6 29. Be3 Rf7 30. Rf2 Qb1 31. Rb2Qf5 32. a5 Kf8 33. Qc3 Ke8 34. Rb4 g5 35. Rb2 Kd8 36. Rf2 Kc837. Qd4 Qg6 38. g4 h5 39. Qd2 Rg7 40. Kg3 Rg8 41. Kg2 hxg442. hxg4 d4 43. Qxd4 Bd5 44. e6 Qxe6 45. Kg3 Qe7 46. Rh2 Qf747. f4 gxf4+ 48. Qxf4 Qe7 49. Rh5 Rf8 50. Rh7 Rxf4 51. Rxe7Re4 1/2-1/2Gestern gab es dann eine marshallähnliche Partie, in der Carlsen statt auf e5 mit dem Springer wiederzunehmen, diesen auf d4 setzte, wodurch seine Vorteile für den geopferten Bauern eher positioneller Natur waren: er besaß ein aktives Läuferpaar und offensive Springer, die er durch Abtausch von Sd4 gegen den Lb3 in den Vorteil des Läuferpaars transformieren konnte. Doch Karjakin hielt im Zentrum beherzt dagegen und verhinderte, daß die Vorteile von Carlsen zu massiv wurden. Durch scharfes Zentrumsspiel zwang er den amtierenden Weltmeister zu einem Generalabtausch, womit er allerdings auch seinen Bauernvorteil einbüßte - wieder Remis. 22. Te2 wäre noch interessant geworden. Doch schlägt der Angriff von Weiß nach 22. ...Dd7 23. Sc7 Txe2 24. Dxe2 Tc8 25. Te1 wegen 25. ...Dd4+ nicht durch, denn wegen des Doppelangriff auf König und Lf4 muß Weiß die Damen tauschen. Dennoch: Nach 26. De3 Sxc2 27. Dxd4 Sxd4 28. Te7 entsteht eine interessante Stellung auf dem Brett, in welcher der Russe die leicht besseren Möglichkeiten zur Verfügung stehen hat.[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:54:33-1:23:33"][Date "2016.11.18"][EventDate "2016.11.11"][Round "6"][Result "1/2-1/2"][White "Sergey Karjakin"][Black "Magnus Carlsen"][ECO "C84"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "64"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Be7 6.Re1 b5 7.Bb3O-O 8.h3 Bb7 9.d3 d5 10.exd5 Nxd5 11.Nxe5 Nd4 12.Nc3 Nb413.Bf4 Nxb3 14.axb3 c5 15.Ne4 f6 16.Nf3 f5 17.Neg5 Bxg518.Nxg5 h6 19.Ne6 Qd5 20.f3 Rfe8 21.Re5 Qd6 22.c3 Rxe6 23.Rxe6Qxe6 24.cxb4 cxb4 25.Rc1 Rc8 26.Rxc8+ Qxc8 27.Qe1 Qd7 28.Kh2a5 29.Qe3 Bd5 30.Qb6 Bxb3 31.Qxa5 Qxd3 32.Qxb4 Be6 1/2-1/2
Beitrag von Mistreaver
[QUOTE=Kiffing;26825]Als stärkste Variante (-1,37) gibt mein Computer (Fritz 15) nach 42. ...Ld5 43. g3 g4 an, was Schwarz zwar das Feld f3 für den Läufer gibt, aber auch hier sehe ich nicht den entscheidenden Vorteil. Läufer sind keine Infanteristen und wirken am stärksten aus der Ferne, deshalb hat Carlsen sich im Endspiel auf solche Läufermanöver konzentriert.Meiner Meinung nach hat Schwarz nach 43...g4 Grosse Vorteil. Weiss Springer kann sich gar nicht bewegen. Schwarz hat einen Plan, f4 einzuführen, und mit seinem frei g Bauer zu gewinnen.Ich habe die fünfte Partie auch analysiert.[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:25:33-0:13:33"][Date "2016.11.17"][Round "5"][White "Magnus Carlsen"][Black "Sergey Karjakin"][Result "1/2-1/2"][ECO "C54"][PlyCount "102"][EventDate "2016.11.11"]1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 {It was expected that this move will appear in thecourse of the match. The Italian game was revived recently as a way for e4player to avoid the Berlin defence.} Bc5 4. O-O {To be honest, I am notfamiliar with all the subtleties and move orders in this opening. I think theyavoid early c3 because it allows Black to go d5 fast} (4. c3 Nf6 5. d3 O-O 6.O-O d5 7. exd5 Nxd5 {[pgndiagram]Although here White has good results recently}) 4... Nf6 5. d3 O-O 6. a4 d6 7. c3 a6 {The tabiya of the variation. Blacktakes a moment to place his bishop to a7. Some time ago I tried analyzing theItalian game for White, but I was unable to find a clear way to advantage.} 8.b4 {The computers first suggestion and one of the moves i looked at duringthe aforementioned analysis.} (8. Bg5 {[pgndiagram] I think I have readsomething that this pin is not so harmless as it was initially though.} h6 9.Bh4 g5 10. Bg3 {There were many games where White sacrificed on g5} (10. Nxg5 {[pgndiagram] And the play is extremely interesting. The computer even prefersWhite} hxg5 11. Bxg5 Kg7 12. Nd2 {Whiet plays for the long term compensation.This position should be examined more deeply before venturing over the board.})10... g4 11. Nh4 Nh5 {[pgndiagram] Is some sort of modern tabiya which looks abit risky for Black, but has been played}) 8... Ba7 9. Re1 {[pgndiagram] Ithink that Black meets any move by White with the same typical reaction. Ne7 -Ng6 - c6} (9. Na3 Ne7 10. Nc2 c6 11. Be3 Ng6 12. Bxa7 Rxa7 13. Bb3 Bg4 14. h3Bxf3 15. Qxf3 a5 {[pgndiagram] And White is only slightly better. Of coursethis variation is only approximate and play of both sides can be improved.})9... Ne7 $5 {Typical maneovre in the Italian game. Knight heads to g6 where hedefends e5 and possibly jumps to f4} 10. Nbd2 Ng6 11. d4 $5 {[pgndiagram] Ihave never considered this move, but it is quite logical. Black has removedthe knight which has influenced the centre, so White uses the opportunity toadvance.} c6 {This is a very cunning move. Black is making a useful move,while making White to play something sub-optimal.} (11... exd4 {[pgndiagram]Commentary of the move c6 may become more clear if we consider the positionwith immediate exchange} 12. cxd4 Nxe4 13. Nxe4 d5 14. Bd3 dxe4 15. Bxe4 {Andnow Black is forced to play c6 anyway} c6 16. b5 {[pgndiagram] The point!White doesnt play h3 here, but goes for b5, with advantage.}) 12. h3 {Preventing Bg4} (12. b5 {Can now be strongly met by} d5 13. Bd3 exd4 14. cxd4Bg4 {[pgndiagram]And Black has equalised} 15. Bb2 Nf4 16. Bf1 dxe4 17. Nxe4axb5) 12... exd4 (12... d5 {Wasnt that good now} 13. dxe5 $1) (12... Re8 {[pgndiagram] I am not sure what is Whites plan if Black just plays quietly}13. Bf1 d5 14. dxe5 Nxe5 15. exd5 {[pgndiagram] With equality. Whitesadvanced queenside pawns need care}) 13. cxd4 Nxe4 $6 {This trick is metreally often with the pawn on e4 and bishop on c4 and is worth remembering.However, I highly doubt it brings Black clear equality in every case.} (13...d5 14. exd5 cxd5 15. Bf1 Re8 {Seems to me more solid}) 14. Bxf7+ $5 {I quitelike when White players do this in the Bc4 variation of the Modern defencethat I often encounter as Black. However the move in the game lets White witha better position as well. I think it is better for Black to avoid the Nxe4altogether in this situation} (14. Nxe4 {[pgndiagram]} d5 15. Bd3 dxe4 16. Bxe4Be6 17. b5 Bd5 18. bxc6 bxc6 19. Qc2 {[pgndiagram] And White doesnt have muchhere either, but at least Black has some weaknesses and it is hard to imaginethat White will suffer as Carlsen did}) 14... Rxf7 15. Nxe4 d5 $1 {[pgndiagram]This is forced, since else White would play it} (15... h6 16. d5 $1) 16. Nc5 h6{Preventing Ng5 is always a good idea} 17. Ra3 $1 {A very original way toinclude the rook into the game} Bf5 18. Ne5 $6 {Faulty move. Carlsen probablymissed or underestimated Blacks 20th move} (18. Rae3 {[pgndiagram] This wouldhave been a logical continuation of the plan} Qf6 19. Ne5 Rff8 20. Nxg6 Bxg621. Qd2 {And here White has only slight lead in development} Rae8 {[pgndiagram]However, the evaluation is close to equality.}) 18... Nxe5 19. dxe5 {Carlsenprobably thought that this is the only way to play for the win} (19. Rxe5 $5 {Was interesting again though} Qd6 (19... Bb8 {[pgndiagram] Is risky} 20. Nxb7Qf6 (20... Qf8 21. Nc5 Bxe5 22. dxe5)) 20. Rg3 Raf8 21. Bf4 Be4 22. Be3 {[pgndiagram] With somewhat the better chances}) 19... Qh4 $1 {[pgndiagram]Agood move, creating fresh threats on the kingside} 20. Rf3 (20. e6 $2 {Is metby} Bxe6) 20... Bxc5 $6 {There was no need to hurry and give up the bishop pair} (20... Bg6 21. Rxf7 Bxf7 {[pgndiagram]}) 21. bxc5 {Now White is again incontrol. The structure is similar to game four and b8 is again weak. However,the position is close to equal due to lack of tangible weakness and oppositecoloured bishops.} Re8 {[pgndiagram]The maneuvering phase of the games ensues}22. Rf4 Qe7 23. Qd4 Ref8 24. Rf3 Be4 25. Rxf7 Qxf7 26. f3 Bf5 27. Kh2 Be6 {[pgndiagram] Black is very solid and it is hard for White to create somethingserious. His plan should include pushing the kingside pawns, which might leavehis king weakened.} 28. Re2 Qg6 29. Be3 Rf7 30. Rf2 Qb1 31. Rb2 Qf5 32. a5 {[pgndiagram]I am not sure whether this was neccessary since Blacks king isquite safe now on the queenside} (32. f4 Qh5 33. Rf2 {And trying to go g4 withthe black king on kingside might have been a better plan} Bf5) 32... Kf8 {Black decides to act first and moves his king to the blocked queenside.} 33.Qc3 Ke8 34. Rb4 g5 {[pgndiagram] preventing any action on the kingside by therook} (34... Kd8 {[pgndiagram]} 35. Rf4 Qg6 36. Rxf7 Qxf7 37. g4 {And thedissapearence of rooks might be considered an achievement for White.}) 35. Rb2Kd8 36. Rf2 Kc8 37. Qd4 {[pgndiagram] Objectively the game should end in adraw. But Carlsen is persistent this time which soon lands him into trouble.}Qg6 38. g4 $5 {A risky decision before time control. Opening the h file willbenefit Black.} h5 39. Qd2 Rg7 40. Kg3 Rg8 41. Kg2 {[pgndiagram] I am reallynot sure about last two moves by White. Kg2 is a blunder, because it blocksthe rooks path to h file, This move was the result of the wrong notation ofthe moves. Let me explian. The players receive bonus time after move 40.Carlsen apparently though that only this is the move 40. Even World Championsmake mistakes as this in time trouble.} hxg4 42. hxg4 d4 $6 {Objectively not agood move} (42... Qh6 $1 {Seizing the h file, was simple and good for Black}43. Bd4 Rh8 44. Kf1 Qh1+ 45. Ke2 Qb1 {[pgndiagram]Is highly unpleasant forWhite} 46. Qxg5 Rh1 {And I would always rather be Black, especialyl inpractical game.}) 43. Qxd4 Bd5 $6 {And this is another slip, because it allowsWhite to counter on h-file} (43... Rh8 {Was mentioned by Karjakin at the pressconference} 44. Qe4 Qh6 45. Kf1 Qh1+ 46. Ke2 Qa1 {[pgndiagram] Karjakin saidhe forgot about this move. Again it is very hard to evaluate, and Black has toplay two pawns down. Imagine White king escapes?} 47. Bxg5 {However, I am notcertain Black has that much here. Objectively} Bd5 48. Qf4 $1 {A key move,preparing Qc1 somewhere in the future.} Qb2+ 49. Ke1 Rh1+ 50. Rf1 Qa1+ 51. Qc1)44. e6 $1 {Great resource, ruling out Rh8} Qxe6 45. Kg3 {[pgndiagram] White isstill slightly worse, but next Karjakins move changes that} Qe7 {With thisthe last train for pushingtown leaves.} (45... Kb8 46. Qc3 {This is thecomputer sugestion. The idea is to put the bishop on e5} (46. Rh2 Ka7 {AndWhites position is highly unpleasant. f3 will come under pressure}) 46... Ka747. Bd4 Rf8 48. Be5 {[pgndiagram] And Black has nothing. But it is really hard.}) 46. Rh2 {Now the game quickly peters into a draw.} Qf7 47. f4 gxf4+ 48. Qxf4Qe7 49. Rh5 Rf8 50. Rh7 Rxf4 51. Rxe7 Re4 {The first game in which Karjakinmanaged to rise his head and obtain serious chances. Again my match forecast (I must be really boring by now) turns out to be correct. Carlsen after missingserious chances in games three in four tries to "win by force" and almost endsup being punished for it.} 1/2-1/2Analysis sind auf Englisch aus zwei Gründen. Zuerst kann ich natürlich Deutsch nicht so gut, die Kommentare auf Deutsch zu schreiben. Und auch kann man diese Analyse auf meinem Blog finden, der auf English ist.
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=Mistreaver]Meiner Meinung nach hat Schwarz nach 43...g4 Grosse Vorteil. Weiss Springer kann sich gar nicht bewegen. Schwarz hat einen Plan, f4 einzuführen, und mit seinem frei g Bauer zu gewinnen.[/QUOTE]Was hältst Du denn von 42. ...Ld5 43. g3 g4 44. Sd1 Lf3+ 45. Kd1? Damit umgeht Weiß das Problem mit dem bewegungslosen Springer, und der von Dir erwähnte Plan mit ...f4 ist wegen des weißen Ld6 auch undurchführbar. Alles nicht so klar wie Carlsens vergebener Gewinn in der 3. Partie im 72. Zug, den wir beide ja als entscheidend gekennzeichnet haben.
Beitrag von Kiffing
Lustig, ich hatte die Nacht über die Variante im Computer, und nun fand er endlich den Gewinn nach 45. ...Lxd1! 46. Kxd1 Kg5 47. a4 Kf6 48. Lf4 Ke6 49. Ke2 Kd5 und Weiß befindet sich allmählich in subtiler Zugzwangstellung und wird austempiert. Gute Variante, danke dafür! :top:
Beitrag von Kiffing
Ulrich Stock bietet einige [URL="http://www.zeit.de/sport/2016-11/schach-wm-magnus-carlsen-sergej-karjakin-partie-5/komplettansicht"]Einblicke[/URL] rund ums Brett. So erfahren wir, daß Magnus Carlsen, der während der Partien auch am Stuhl zuweilen schläfrig wirkt, sich in der 5. Runde für etwa zehn Minuten tatsächlich hingelegt habe. Dies habe zu einem Streit zwischen dem Carlsen-Team (vertreten durch Carlsens Manager Espen Agdestein) und dem Übertrager Agon geführt. Darüberhinaus wertet Ulrich Stock in erkennbarer Verknüpfung der geschilderten Hintergrundinformation des schlafenden Carlsens dessen 41. Kg2 als "dicken Fehler", der für ihn selbst ungewöhnlich sei. Dazu paßt auch das Hintergrundrauschen nach diesem "dicken Fehler":[QUOTE]Erstmals prischt nun Karjakin vor: Er öffnet die Außenlinie und opfert in der Brettmitte seinen gedeckten Freibauern, um Platz für seinen Läufer zu schaffen, der bis dahin ein Schattendasein führte. Auf dem Zentrumsfeld soll der Läufer gleich zu einer auf den weißen König gerichteten Strahlenkanone werden.Presse und Publikum im Fulton Market Building registrieren die Veränderung sofort, die mitrechnenden Computer zeigen sie ja an. Karjakin steht erstmals in dieser Partie, erstmals im ganzen Wettkampf besser. Bisher war er immer nur in der Defensive und am Zittern. Wenn Karjakin jetzt seinen Turm auf die Linie bringt …Die Erregung währt nur kurz, weil Karjakin den einen Weg nicht findet, der ihn ins feindliche Hinterland führt. Statt erst die Linie zu besetzen, bringt er zunächst seinen Läufer in Stellung. Dies gibt Carlsen die Möglichkeit, die Linie zu sichern und den Angriff abzuschlagen.Es kommt zu einem größeren Abtausch, die Stellung verflacht. Nach 51 Zügen und gut fünf Stunden einigt man sich auf Remis. Auf der anschließenden Pressekonferenz gibt es einen Carlsen zu sehen, wie man ihn hier noch nicht gesehen hat: wortkarg, mürrisch, unbeherrscht, wütend. Wütend auf sich selbst. Er habe Glück gehabt, presst er heraus. Das hätte schiefgehen können.Zugnotation vergessen? Wie kann das sein?Karjakin dagegen ist guter Dinge. Die verpasste Gelegenheit lässt ihn nicht hadern. Er hat ein verdammt robustes Nervenkostüm.Nur dem norwegischen Fernsehen erzählt Magnus Carlsen, was seinem Fehler vorausging. Er habe vergessen, einen Zug aufzuschreiben und sei, als er sein Versäumnis bemerkte, unruhig geworden. Dann habe er den König gezogen.Freilich wirft diese Erklärung neue Fragen auf. Der Weltmeister vergisst einen Zug aufzuschreiben? Das ist doch die Grundroutine aller Schachspieler. Sowas passiert doch nur Anfängern. Oder Klubspielern, wenn sie in Zeitnot sind. Wie kann das sein? Und statt die Sache zu klären und zu korrigieren, macht er schnell noch einen Zug? Was ist denn mit ihm los?Die Fragen verhallen, denn das norwegische Team verlässt in Eile das Haus. Auch Karjakin ist verschwunden. Zurück bleibt Kyrillos Zangalis, der Manager des Herausforderers. "Magnus ist sehr nervös", sagt er. "Er ist geschockt. Und das ist nicht nur mein Eindruck. Das haben alle gesehen." [/QUOTE]Volker Königkrämer vom Stern bläst ins [URL="http://www.stern.de/sport/sportwelt/schach-wm-in-new-york--magnus-carlsen-tut-sich-gegen-herausforderer-sergej-karjakin-schwer-7199050.html"]gleiche Horn[/URL]. Zum Zeitpunkt nach der vierten Partie lobt er die Zähigkeit von Karjakin und bemerkt, der Weltmeister habe bereits zweimal ungewohnt fahrig gespielt. Seine die bereits Karpov zugeschriebene Fähigkeit, seinen Gegner wie eine Boa Constrictor langsam zu erwürgen, habe er bislang nicht ausspielen können. Es blieb bei diesbezüglichen Bemühungen. Carlsen selbst habe bei seinen verdorbenen Gewinnstellungen im Prinzip einen Anfängerfehler gemacht, nämlich in gewonnenen Stellungen mit der Konzentration nachzulassen: "Er habe schlampig gerechnet, so Carlsen, weil er sicher gewesen sei, eine gewonnene Stellung vor sich zu haben. Und klang dabei recht deprimiert."Was die fünfte WM-Partie angeht, so zeigt Stefan Löffler nach Carlsens 41. Kg2? mögliche [URL="http://blogs.faz.net/schachblog/2016/11/18/turm-h8-waere-es-gewesen-529/"]Gewinnideen[/URL] Karjakins auf und nimmt auch Bezug zu Carlsens Verwirrung nach dessen vergessener Notation eines Zuges. Löffler schlägt "43. ...Th8!" vor, was auch Karjakin kurz darauf selbst aufgefallen sei:[QUOTE]Stärker ist 43. … Th8! Karjakin hat darauf 44. De4 Dh6 45. Kf1 Dh1+ 46. Ke2 Td8 berechnet und es wegen der Verteidigung 47. Ld2 verworfen. Erst nachdem er 43. … Ld5 ausgeführt hat, sei ihm aufgefallen, dass er statt 46. … Td8 das stärkere 46. … Da1 mit der Drohung 47. … Th1 hat. Es ist nicht klar, ob und wie Weiß den Angriff dann überleben kann.[/QUOTE]Im übrigen sei, nach Subhagata Bhattacharya, der bisherige Partieverlauf eher für Karjakin vorteilhaft, der Carlsens enorme und kräftezehrende Grinderfähigkeit (Kasparov: Karjakin ist exzellent, Carlsen speziell) bislang ins Leere laufen ließ und damit Carlsens [URL="http://www.highonsports.net/2016/11/sergey-karjakin-testing-carlsen-patience/"]Geduld teste[/URL]. Gut möglich also, daß nach dieser WM, die bislang für Carlsen nicht optimal läuft, etwas ungewöhnliches passiert sein wird, zumal sich Carlsen gegen gleichaltrige und jüngere Gegner bekanntlich schwerer tut.[video=youtube;AJhEvXPgyso][Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.youtube.com/watch?v=AJhEvXPgyso". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://www.youtube.com/watch?v=AJhEvXPgyso" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.][/video]
Beitrag von Kiffing
Leider gab es gestern Abend einen Rückfall in die Ereignislosigkeit der ersten beiden Matchpartien. Wobei, eine Sache sollte Erwähnung finden: Nach dem "logisch" aussehenden 17. ...Tc8 konnte Sergei Karjakin taktisch einen Bauern gewinnen, mit dem er nach der Abwicklung wegen dessen Rückständigkeit, der fehlenden Möglichkeit, diesen mit einem dahinterstehenden Turm zu unterstützen und der ungleichfarbigen Läufer allerdings nichts erreichen konnte. In der Pressekonferenz gab der Titelverteidiger zu Protokoll, es sei unnötig gewesen, den Bauern zu "geben", was eine gewisse Absicht suggeriert. Meint ihr, Carlsen wollte nicht ein einfaches Übersehen, das eher durch Glück vom Gegner nicht ausgebeutet werden konnte, eingestehen, oder meint ihr, er habe bei 17. ...Tc8 tatsächlich diese Stellung angestrebt?[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:21:33-1:04:33"][Date "2016.11.20"][EventDate "2016.11.11"][Round "7"][Result "1/2-1/2"][White "Sergey Karjakin"][Black "Magnus Carlsen"][ECO "D10"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "66"]1.d4 d5 2.c4 c6 3.Nc3 Nf6 4.e3 a6 5.Bd3 dxc4 6.Bxc4 e6 7.Nf3c5 8.O-O b5 9.Be2 Bb7 10.dxc5 Nc6 11.Nd2 Bxc5 12.Nde4 Nxe413.Nxe4 Be7 14.b3 Nb4 15.Bf3 O-O 16.Ba3 Rc8 17.Nf6+ Bxf618.Bxb7 Bxa1 19.Bxb4 Bf6 20.Bxf8 Qxd1 21.Rxd1 Rxf8 22.Bxa6 b423.Rc1 g6 24.Rc2 Ra8 25.Bd3 Rd8 26.Be2 Kf8 27.Kf1 Ra8 28.Bc4Rc8 29.Ke2 Ke7 30.f4 h6 31.Kf3 Rc7 32.g4 g5 33.Ke4 Rc8 1/2-1/2
Magnus Carlsen wollte gegen Sergei Karjakin zu viel und überreizte seine Stellung. In einer hochdramatischen Partie unterlag der Titelverteidiger und Favorit seinem russischen Rivalen und gab damit dem WM-Duell seine erste Wendung. Carlsen ist nun in den verbleibenden vier Runden in Zugzwang, seine Niederlage garantiert der Weltmeisterschaft ein packendes Finish.Wollte Magnus Carlsen die Partie unbedingt gewinnen, so versuchte er es gewohnt nachhaltig, denn das entkorkte Colle-Zukertort-System steht nicht unbedingt in dem Ruf, eine besonders aggressive Eröffnung zu sein. Beide Spieler wissen um die Stärke ihrer Gegner und glauben nicht, sich schon zu Beginn einen entscheidenden Vorteil herausspielen zu können; seinen Gegner direkt zu Beginn zu überrennen, ist ohnehin nicht Carlsens Stil.Beide Spieler entwickelten sich zunächst also betont solide. Nachdem sich beide gegenseitig neutralisiert hatten und es zu verschiedenen Abtäuschen gekommen war, schien sich die Partie wieder in eine typische Remispartie der beiden bislang kongenialen Spieler zu entwickeln. Zwar ist das Endspiel Carlsens größte Stärke, wo er durch Akkumulation kleinster Vorteile regelmäßig seine Siege einfährt. Doch bewies Sergei Karjakin in der US-amerikanischen Metropole, daß er ebenso gut verteidigen kann wie der Norweger knetet. Vielleicht war es Karjakins zähe und ausdauernde Verteidigungskunst, die den höchsten Eloträger aller Zeiten zermürbt hatte. Daß Magnus Carlsen im Endspiel Ungleichgewichte herbeiführte, wird man ihm schwerlich vorwerfen können. Allerdings ließ ihn hier seine Stellungseinschätzung im Stich. Für seine kraftvollen Aktionen im Zentrum, auf der von ihm beherrschten d-Linie und gegen den König ließ er zwei entfernte Freibauern Karjakins am Damenflügel zu. Sergei Karjakin konnte seinen König verteidigen und gleichzeitig seine Trümpfe ausspielen. Magnus Carlsen versäumte es, sich per Dauerschach in den rettenden Remishafen zu flüchten, sondern beharrte darauf, weiter auf Sieg zu spielen. Die Wende kam spätestens ab dem 50. Zug, als Karjakin es gelang, mit Springer und Dame und seinem h-Bauern eigene Drohungen gegen den weißen König aufzustellen und damit sein Spiel um seinen a-Freibauern zu verknüpfen. Derart in die Defensive gedrängt passierte Carlsen mit 52. h4? der entscheidende Fehler. Die Alternative 52. Da6 h4 53. gxh4 Dc7 54. Kh1 Dc1+ 55. Lf1 a2 56. Dxa2 Dxf1+ sieht zwar nicht schön aus und zudem sehr gefährlich. Doch nach dem feinen Bauernopfer 52. h4 a2! muß Weiß nach 53. Dxa2 Sg4+ 54. Kh3 Dg1 55. Lf3 Sf2+ die Dame geben, um nicht mattgesetzt zu werden. Diese Partie war beste Werbung für Endspieltaktik- und Strategie. [Event "Schach-WM NYC 2016"][Site "?"][Date "21.11.2016"][Round "8"][White "Magnus Carlsen"][Black "Sergei Karjakin"][Result "0-1"][PlyCount "104"]1. d4 Nf6 2. Nf3 d5 3. e3 e6 4. Bd3 c5 5. b3 Be7 6. O-O O-O 7. Bb2 b6 8. dxc5Bxc5 9. Nbd2 Bb7 10. Qe2 Nbd7 11. c4 dxc4 12. Nxc4 Qe7 13. a3 a5 14. Nd4 Rfd815. Rfd1 Rac8 16. Rac1 Nf8 17. Qe1 Ng6 18. Bf1 Ng4 19. Nb5 Bc6 20. a4 Bd5 21.Bd4 Bxc4 22. Rxc4 Bxd4 23. Rdxd4 Rxc4 24. bxc4 Nf6 25. Qd2 Rb8 26. g3 Ne5 27.Bg2 h6 28. f4 Ned7 29. Na7 Qa3 30. Nc6 Rf8 31. h3 Nc5 32. Kh2 Nxa4 33. Rd8 g634. Qd4 Kg7 35. c5 Rxd8 36. Nxd8 Nxc5 37. Qd6 Qd3 38. Nxe6+ fxe6 39. Qe7+ Kg840. Qxf6 a4 41. e4 Qd7 42. Qxg6+ Qg7 43. Qe8+ Qf8 44. Qc6 Qd8 45. f5 a3 46.fxe6 Kg7 47. e7 Qxe7 48. Qxb6 Nd3 49. Qa5 Qc5 50. Qa6 Ne5 51. Qe6 h5 52. h4 a2*
Beitrag von Zapp Brannigan
Carlsens spiel erinnerte mich an mein eigenes, wenn ich gegen einen klar schwächeren gegner spiele und nach 20 zügen immer noch keinen vorteil habe. Dann habe ich tendenz zu sehr zu forcieren, was selten gut endet.Carlsen hat viele komische entscheidungen getroffen. An 16. Rac1 hat er z.bsp. nur 1 minute überlegt, obwohl 16.Nb5 sehr wohl eine option wäre und figurentausch verhindertUm 17. Qe1 und 18.Be1 als gewinnversuche zu sehen muss man wohl auch WM sein.19. Nb5 war ein spiel mit dem Feuer und hätte Karjakin Qg5 gefunden wäre die partie evtl. einiges kürzer geworden24. bxc4 ist sehr komisch und vor allem inkonsequent, wenn schon dann bereits 22. bxc431. h3 Mit der engine-evaluation ist es natürlich immer einfacher, aber hier steht karjakin bereits besser und carlsen hätte die notbremse mit 31.Rxd7 ziehen sollen35. c5? das ist ein blunder und sollte die partie verlieren, hätte Karjakin 37...Qa4 gefunden44. Qc6 Kein fehler an sich, aber carlsen geht mal wieder einem remis mit Qg6+ (nicht forciert) aus dem weg. Irgendwie hätte er doch einsehen sollen dass er heute nicht sonderlich gut spielt und mit einem remis glücklich sein sollte49. Qa5?! Wiederum ein fehler wegen 49...Qc5. Hat Carlsen immer noch versucht auf gewinn zu spielen? 49.e5! und das ganze ist ein "einfaches" remis51. Qe6?? Das verliert die partie, und nachdem Karjakin gefühlte 10x gefragt worden ist ob er gewinnen will und immer mit nein antwortete, hat er jetzt endlich ja! gesagt mit h5
Beitrag von Kiffing
Sergei Karjakin erweist sich mehr und mehr als Laskers Carl Schlechter. Nur fehlt Magnus Carlsen momentan vielleicht die unglaubliche mentale Stärke eines Laskers, am Ende das Ruder herumreißen zu können. Daß er angeschlagen ist, zeigt sein Schwänzen der Pressekonferenz, die nach der Partie für die Spieler obligatorisch ist. Nakamura hatte im März beim WM-Kandidatenturnier in Moskau dasselbe getan und mußte dafür 10 Prozent seines Preisgeldes abtreten. Klassisch gedacht bestünde die Schwierigkeit für Karjakin darin, in den verbliebenen vier Begegnungen nicht zu klammern, denn wer auf Remis spielt, der stets verliert. Allerdings bewies Karjakin bislang das Gegenteil, und auch wer nichts bis wenig riskiert, kann am Ende den vollen Punkt machen, wenn der zermürbte Gegner irgendwann die Geduld verliert und den Bogen überspannt. Genau das ist gestern passiert. Wenn das die Matchstrategie vom Team Karjakin gewesen war, dann ist sie aufgegangen.
Beitrag von Mistreaver
[QUOTE=Zapp Brannigan;26840]Carlsens spiel erinnerte mich an mein eigenes, wenn ich gegen einen klar schwächeren gegner spiele und nach 20 zügen immer noch keinen vorteil habe. Dann habe ich tendenz zu sehr zu forcieren, was selten gut endet.[/QUOTE]Ja genau, meiner Meinung nach war Carlsen nicht bereit, wieder zu Hause ohne das Gewinn zu gehen. Carlsens Spiel in letze zwei Partien, wo er als Weiss gespielt hat, war zu nervös. Man kann nicht mit roher Gewalt in einem Weltmeisterschaft Match gewinnen.Ich glaube, dass er nicht dazu psychologisch vorbereitet war, im erste Hälfte des Matches ohne Gewinn zu bleiben.Jetzt wird interessant, ob er sich adaptieren kann, und stark Karakter zeigen. Wie Lasker und Kasparov in der Vergangenheit haben.Wenn er es schafft, diese Match zu retten, können wir wirklich sagen, dass er zu grösste Schachspieler aller Zeit gehört.
Beitrag von Kiffing
Magnus Carlsen hat die Pressekonferenz übrigens nicht von Beginn an ausgelassen, sondern war sogar als erster Spieler erschienen, entschied aber kurz darauf, die Pressekonferenz wieder zu verlassen. Dazu gibt es Livebilder, die mich an sein Verhalten während der Blitz-WM in Berlin vor einem Jahr erinnern: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/carlsen-karjakin-partie-8-magnus-ueberzieht". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://chess24.com/de/lesen/news/carls ... ueberzieht" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]Chess24, die Seite, die den Rechtsstreit gegen AGON zum Wohle der ganzen Schachwelt gewonnen hat, und die ich hier ganz nebenbei als Übertragungsseite für die Spiele empfehlen möchte, hat die Dramatik rund um diese Partie eingefangen und ebenso Reaktionen der Schachwelt und ihrer Spitzenspieler. Die 10 Prozent Startgeldeinbuße für das Schwänzen (oder Verlassen) einer Pressekonferenz sind auch für NYC im Regelwerk festgezurrt. Trotzdem ist es natürlich verständlich, daß Carlsen nach dem Verlauf dieser Partie keine Lust mehr auf eine Pressekonferenz hatte.
Beitrag von Sanpelg
Ich habe das gestern auf chess24 live gesehen, das war wirklich dramatisch! man dachte nach der vorangegangenen Zeitnotkrise schon, das wars, wieder nur Remis, aber dann wurde es doch nochmal spannend und siehe da, was kaum jemand für möglich gehalten hätte, Karjakin gewinnt. Aber das Ganze passt wohl zum Narrativ dieses Jahres...
Beitrag von Mistreaver
Ich habe endlich die achte Partei analysiert.[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "New York, NY USA"][Date "2016.11.21"][Round "8"][White "Magnus Carlsen"][Black "Sergey Karjakin"][Result "1/2-1/2"][ECO "E14"][PlyCount "110"][EventDate "2016.11.11"]1. d4 {After two e4 games, where he gained little against Berlin, and someadvantage with the Giuoco Piano, Carlsen returns to d4.} Nf6 2. Nf3 {NoTrompovsky today} d5 3. e3 {Avoiding the London System, the Torre or anythingsimilar and going for the Colle system.} (3. c4 dxc4 {c4 is much more common,but it is a different theme. For instance, it allows the text move, enteringthe queens gambit accepted without early e4}) 3... e6 4. Bd3 c5 5. b3 {[pgndiagram] Magnus is avoiding c3, and preparing to develop his bishop to b2.}(5. c3 {Would enter the pure Colle}) 5... Be7 6. O-O O-O 7. Bb2 {[pgndiagram]Both sides have free development and dont confront each other for the moment.So, this is another typical Magnus opening. The goal is not so much to setBlack immediatey problems, but rather to simply get a game.} b6 {The playershave been following the game Nakamura - Gelfand, London Classic 2013 so far.Gelfand chose to develop his knight first.} 8. dxc5 {But this is somewhatunconventional and apparently a novelty, at least according to my database.} (8. Nbd2 Nc6 9. c4 {[pgndiagram] Is much more common.} Bb7 10. dxc5 {This moveis a computer novelty.Apparently White has to open the long diagonal for thebishop sooner or later.} bxc5 11. a3 Rb8 12. Re1 {[pgndiagram] And thecomputer prefers White.}) 8... Bxc5 {This suprised me a bit. A second move bythe bishop. I am not certain why Karjakin avoided bxc5, maybe to avoid playingwith the hanging pawns.} (8... bxc5 9. c4 Bb7 10. Nbd2 Nc6 11. cxd5 exd5 {[pgndiagram] But in my position the hanging pawns arent weak in thisparticular position.}) 9. Nbd2 Bb7 {[pgndiagram] Both sides have completedtheir development.} 10. Qe2 (10. c4 $5 {Immediately was interesting.} dxc4 {[pgndiagram] Relieving the tension is not the best for black.} (10... Nbd7) 11.Nxc4 Nbd7 12. Rc1 {And despite the symmetry, Whites pieces are standingbetter.}) 10... Nbd7 (10... Nc6 {[pgndiagram] Was an additional possibilityhere.} 11. c4 Re8 {Preparing for d4.} 12. Rfd1 d4 13. a3 dxe3 14. fxe3 Qc7 15.b4 Be7 {[pgndiagram] And White retains a small plus}) 11. c4 $1 (11. e4 {Wasanother idea} dxe4 12. Nxe4 Qe7 13. Rad1 {[pgndiagram] And White is hoping toexploit his queenside pawn majority. But hope springs eternal..}) 11... dxc4 {Again I am not certain if this was neccessary. Black reaches symmetry, butWhites pieces are slightly better places.} (11... Rc8 12. Rac1 Qe7 13. cxd5Nxd5 14. Nc4 {[pgndiagram] However, after White exchanges, a similar positionis reached.}) 12. Nxc4 Qe7 13. a3 $5 {Trying to provoke a weakness.} (13. Rfd1{[pgndiagram] Normal developing moves are too routine} Nd5 14. Rac1 Rac8 15.Nd4 Rfd8 16. a3 Bxd4 $1 {[pgndiagram] A good counterintuitive move in theposition. Getting rid of the superfluous bishop and vacating the c5 square.})13... a5 14. Nd4 {Aiming for the b5 square in the future.} (14. Rfd1 {[pgndiagram] It was also possible to wait a bit.} Rac8 15. Rac1 Rfd8 16. Bb1Bd5 17. Nd4 Ne4 18. Nb5 Qg5 {[pgndiagram] But again Black has the play on thekingside}) 14... Rfd8 (14... e5 {Is the computer suggestion, although it is abit commital. It is also chasing the knight where he wants to go} 15. Nb5 e416. Bc2 Nd5 17. Rfd1 (17. Qg4 f5) 17... N7f6 {[pgndiagram] And black hasreasonable play here.}) 15. Rfd1 Rac8 (15... e5 {[pgndiagram] Is not soeffective.} 16. Nb5 e4 17. Bc2 Nd5 18. Qg4 {And now there is no f5, sinceBlack has moved the rook away. This is what it means "to get a game". Thesecomplex positions are very hard to understand.}) 16. Rac1 (16. Nb5 $5 {[pgndiagram] Commentators on chessgames, and my engine like this move. Whiteis consistent in his plan and puts his knight on b5} Nf8 {Now this maneovre ismet strongly} 17. b4 $1 {The point} axb4 18. axb4 Bxb4 19. Nxb6 Rc6 20. Nc4 {[pgndiagram] And despite the symmetry, Blacks pieces are somewhat scattered.})16... Nf8 17. Qe1 {Somewhat artificial move, but anticipating the knight g6-h4route with attack on g2. Therefore, White prepares Bf1 to defend the weakpoint.} (17. b4 {Is now bad} axb4 18. axb4 Bxb4 19. Nxb6 Rxc1 {[pgndiagram]The point. Now black can exchange the rooks, which gives him the time to playe5-e4} 20. Rxc1 e5 {And suddenly Whites pieces are being chased away.} 21. Nc2Ba5 22. Na4 {[pgndiagram] And the most pobably outcome is draw.} (22. Nc4 $4 e4)) 17... Ng6 18. Bf1 Ng4 {[pgndiagram] Suddenly Blacks pieces are gettingreally close to Whites king} 19. Nb5 $6 {The first missjudgement. Whiteneglects his kings safety.} (19. h3 N4e5 20. Qc3 {[pgndiagram] And after thisnot very natural move, the position should be equal}) 19... Bc6 $6 {Opting forsafety first, but Karjakin misses the chance to try for something more} (19...Qg5 $1 {I am not sure if Karjakin even considered this} 20. h3 {Whites bestreaction} N4e5 21. Nxe5 Nxe5 22. Rxd8+ Rxd8 23. Bxe5 Qxe5 24. b4 axb4 25. axb4Bf8 {[pgndiagram] And in this approximate variation, White can forget aboutwinning forever}) 20. a4 Bd5 {[pgndiagram] Black won the b4 square at least} (20... Bxb5 $2 21. axb5 {Would only benefit White}) 21. Bd4 {The tension in thecentre is growing, and Karjakin decides to release it.} Bxc4 $6 (21... Bxd4 {[pgndiagram] Was a better exchange} 22. Rxd4 N6e5 23. h3 Bxc4 24. Bxc4 Nf6 {[pgndiagram] With equality.}) 22. Rxc4 Bxd4 23. Rdxd4 $6 {I dont reallyunderstand this move. Carlsen is trying to keep the position alive, but bycreating imbalances in his position he doesnt achieve much, but merely givesBlack some targets.} (23. Rcxd4 {Seems more natural} Rxd4 24. Rxd4 N6e5 25. Qd2{[pgndiagram] And White is slightly better, but more importantly, there isabsolutely no way he can lose this position.}) 23... Rxc4 24. bxc4 $6 {[pgndiagram] Naturally. Carlsen wasnt going to take with the rook. However,this is objectively dubious, since Whites pawns are quite weak now.} (24. Rxc4N4e5 25. Rc2 h6 {[pgndiagram] Is dead equal}) 24... Nf6 25. Qd2 Rb8 26. g3 Ne527. Bg2 h6 {Making space for the king.} (27... Ned7 28. Na7 Qa3 29. Rxd7 Nxd730. Qxd7 {[pgndiagram] And here e3 is covered (see next variations), andtherefore two minor pieces are worth more than a rook.}) 28. f4 $5 {[pgndiagram] Again being agressive, which doesnt spoil anything yet, though.}Ned7 29. Na7 Qa3 $1 {This is a great move, and was allowed by Whites 28thmove.} 30. Nc6 (30. Rxd7 {[pgndiagram]} Nxd7 31. Qxd7 Qxe3+ 32. Kf1 Qc1+ {[pgndiagram] And Black has at least perpetual}) 30... Rf8 31. h3 {[pgndiagram]Getting some "luft", and threatening Rxd7.} Nc5 {Now the a4 is a "gooner".White has to demonstrate that he has sufficient play for it. Anotherimportant point is that both players had around 6 minutes on the clock at thispoint.} 32. Kh2 Nxa4 33. Rd8 $6 (33. e4 {[pgndiagram], Was a possibility.} Nc534. e5 Nh5 35. Qf2 g6 36. g4 Ng7 37. Qh4 {Apparently White has enough playhere.} Qe3 {[pgndiagram]} (37... Kh7 $6 {[pgndiagram] Would lose the f7 pawn,which I wouldnt like as black here} 38. Qe7 Re8 (38... Kg8 $4 {Loses} 39. Rd8)39. Qxf7) 38. Qxh6 Re8 {With apparent equality.}) 33... g6 34. Qd4 Kg7 $1 {Calmly walking into a pin, correctly judging that White cant take advantageof that} 35. c5 $2 {[pgndiagram] And this is going over the top} (35. Rd7 {Wasstill sufficient to maintan the balance} Qc5 36. Ra7 Qxd4 37. exd4 Nc3 38. Ne5{[pgndiagram] And Black is too tied to the defence of the f pawn to push his apawn.}) 35... Rxd8 $1 (35... bxc5 {To understand idea behing c5, lets takewith the pawn} 36. Qd6 $1 {[pgndiagram] And White will win} Rxd8 37. Nxd8 {Thef7 cannot be defended} Qxe3 38. Qe7 Nh5 39. Qxf7+ Kh8 40. Qxg6 {[pgndiagram]And White wins.}) 36. Nxd8 Nxc5 {Now Black is two clear pawns up, and the taskis rather technical. However, in time scramble everything is possible.} 37. Qd6Qd3 $4 {While I was watching this life, I immediately remembered the game sixof the last Carlsen - Anand match, where Magnus blundered heavily and got awaywith it. I couldnt believe that the history is repeating itself again.} (37...Qa4 {[pgndiagram] Since Whites only threat is to attack the f7, Blacks moveprevents it} 38. Qxb6 Ncd7 {And from this point on Black is a clear passedpawn up.}) 38. Nxe6+ $3 {[pgndiagram] Magnus finds this great shot in timetrouble.} fxe6 {Obviously, taking with the knight would lose the queen.} 39.Qe7+ Kg8 40. Qxf6 {[pgndiagram] The time trouble has ended, and the drawshould have been the result.} a4 41. e4 $1 {This interference move wasprobably missed by Karjakin earlier in his calculations. Now g6 falls} Qd7 (41... a3 42. Qxg6+ Kf8 {[pgndiagram]Would be a draw i guess. If magnus wouldhave settled for it. He also has the option of continuing} 43. f5 Qd7 (43... a2$4 {[pgndiagram] Is too optimistic} 44. fxe6 Nxe6 45. Qf6+) 44. Qxh6+ Kg8 45.Qg5+) 42. Qxg6+ Qg7 43. Qe8+ Qf8 44. Qc6 $6 {[pgndiagram] A risky andunnecessary decision. Magnus, after weathering the storm, continues to playfor the win. With such a strong passed pawn for Black, and potentially a goodknight, it was rather unneccessary.} (44. Qg6+ {And lets get on with thematch and play the next game.}) 44... Qd8 {Karjakin plays almost flawlesslyfrom this point on. Eyeing the e7 is good decision} (44... Qb8 $6 {Wouldrequire more creativity.} 45. f5 Kf8 (45... a3 {Is now bad} 46. fxe6 Kg7 47. e7{[pgndiagram] And White will win})) 45. f5 a3 46. fxe6 Kg7 $1 {[pgndiagram]Another good decision, removing the king from the potential Qa8 check.} (46...a2 47. e7 Qxe7 48. Qa8+ Kg7 49. Qxa2 {Would eliminate the dangerous pawn andlet White make use of the Blacks king weakened position}) 47. e7 $6 (47. Qb5$1 {[pgndiagram] Is an amazing computer move. The point is that Qb2 comes withcheck now.} Nxe6 48. Qb4 Qf8 49. Qxb6 {And if someone has to be careful, thatis certainly Black}) 47... Qxe7 48. Qxb6 Nd3 {[pgndiagram]The knight is goingto block the bishop on e5} 49. Qa5 $2 {I think this is the first criticalmoment.} (49. h4 {Activating the bishop immediately, was the last chance} Ne5 (49... a2 50. Qd4+) 50. Bh3 a2 51. Qb2) 49... Qc5 {Now Black installs theknight on e5} 50. Qa6 Ne5 {The culminating point of the game and possible ofthe entire match.} 51. Qe6 $4 {[pgndiagram]Played after the 5 minutes thought.Carslen either missed or understimated Blacks response.} (51. Qb7+ {Givingthis check is probably the only way to stay in the game.} Nf7 {The only way tocontinue for more} (51... Kg6 52. Qa6+ Kh7 53. Qb7+) 52. Qa6 h5 53. h4 Ne5 {[pgndiagram] And now Blacks attack is not that fast compared to the gamecontinuation} 54. Qb7+ Kf6 55. Qa6+) 51... h5 $3 {[pgndiagram] Played alsorather quickly (after some 5 minutes). To my mind this is an amazing move.Black simply mates White out of nowhere. With such a weakened king. Kudos toKarjakin for finding this. This is the only way to finish the game immediately}52. h4 (52. Qa6 {To understand why this is such a strong move, lets simplymove the White queen away} Qc3 {Threatening Qb2} 53. Qa7+ Kh6 54. Qa6+ Ng6 {[pgndiagram] And White is lost, for instance.} 55. e5 (55. h4 Qb2) 55... h4 56.gxh4 Qxe5+ 57. Kh1 Qa1+ 58. Kh2 a2 {[pgndiagram] And Black wins}) (52. Qa2 Qc153. Qe6 Qb2 54. Qe7+ Nf7 {[pgndiagram] And White doesnt have any checks,while the a pawn queens.}) 52... a2 $3 {Here Carlsen resigned, afterconvincing himself that his position is hopeless.} 53. Qxa2 Ng4+ 54. Kh3 Qg1 {[pgndiagram] And there is nothing White can do to prevent mate} 55. Bf3 Nf2+ {What a spectacular and amazing finish of the game. This is the chess on thehighest level.} 0-1Meiner Meinung nach hat Magnus seine Objektivität verloren. Es war sehr gefährlich, wieterzuspielen, wenn Schwarz einen freien Bauer hat.Wir können Karjakin nur loben, dass er den h5 Zug gefunden hat. Meiner Meinung nach ist dieser Zug glänzend.Mehr kann man hier lesen:[url]http://www.chessentials.com/carlsen-karjakin-game-eight/[/url]
Beitrag von Kiffing
Es ist sicher gut, daß es heute Abend weiter geht und bei der WM wieder schachliche Themen im Vordergrund stehen. Allerdings ist es wohl nicht ganz unwichtig zu erwähnen, daß sich wegen Carlsens Verhalten bei der Pressekonferenz auch der oberste Schachboss höchstpersönlich eingeschaltet hat. Dieser, d. h. FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinow, geißelt den Norweger wie folgt:[QUOTE]Magnus floh von der Pressekonferenz. So etwas war nie zuvor der Fall“, sagte der Präsident des Weltschachbundes FIDE, Kirsan Iljumschinow, gegenüber der Nachrichtenagentur R-Sport. „Solch ein Benehmen ist unsportlich, was davon zeugen kann, dass Magnus bedrückt und niedergeschlagen ist – nicht nur im sportlichen Sinne, sondern auch psychisch.[/QUOTE]Das rußlandfreundliche bzw. von Rußland gesteuerte Blatt zitiert den rußland- und damit karjakinfreundlichen FIDE-Präsidenten weiter:[QUOTE]Jeder Sportler müsse die jeweiligen Pressekonferenzen besuchen, da sich die Journalisten ja nicht nur interessierten, wer wie gewonnen hat, sondern auch dafür, wo der Herausforderer Fehler gemacht hat. „Carlsen aber brachte Millionen Schachfans aus 200 Ländern um dieses Vergnügen“, so Iljumschinow. [/QUOTE]Das ist auch Schachpolitik.Mehr: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://de.sputniknews.com/sport/20161122313453472-schach-wm-niederlage-carlsen-flucht/". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://de.sputniknews.com/sport/201611 ... en-flucht/" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]
Beitrag von Kiffing
Mit einem Bauernopfer in der Archangalsker Variante im Spanier setzte Magnus Carlsen alles auf eine Karte. Durch das Bauernopfer zersplitterte er die Bauernstruktur um Karjakins klein rochierten König und rückte diesem mit 16. ...Sh5 und 17. ...Df6 zu Leibe. Es entstand eine komplizierte Stellung mit Chancen auf beiden Seiten. Der gewohnt aufmerksame Karjakin konnte im Laufe des Spiels allmählich die Initiative übernehmen und nun seinerseits Druck auf Carlsens Königsstellung ausüben. Zugute kam ihm dabei das von Carlsen bei seinem Anfangsmanöver abgegebene Läuferpaar, mit dem er weite Areale auf dem Brett kontrollierte. Überhaupt gehört das virtuose Spiel mit den Läufern zu den Stärken Karjakins, während der Kneter und Manövrierer Carlsen eher den Springer bevorzugt. Mit einer schönen Kombination im 39. Zug versuchte Karjakin, die Entscheidung zu seinen Gunsten zu erzwingen. Die taktischen Verwicklungen rund um seinen Königsangriff führten zu einer Bestätigung des Bauernvorsprungs. Zudem kam Karjakin in dem neu entstandenen Endspiel, in dem jeder Spieler eine Dame und Läufer besaß, zugute, daß seine Dame und sein Läufer besser miteinander harmonierten; die Batterie blieb trotz des reduzierten Materials für Carlsens König eine Gefahr, die er im Auge behalten mußte. Magnus Carlsen stand also mit dem Rücken zur Wand und kämpfte gegen die praktische Vorentscheidung in diesem Titelkampf. Doch ebenso zäh, wie sich Karjakin gegen ihn im Laufe der WM verteidigt hatte, gelang ihm selbst diese Aufgabe. Nach 74 Zügen einigten sich die Kontrahenten auf Remis, die Entscheidung in dieser WM ist vertagt.[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:26:33-0:39:33"][Date "2016.11.23"][EventDate "2016.11.11"][Round "9"][Result "1/2-1/2"][White "Sergey Karjakin"][Black "Magnus Carlsen"][ECO "C78"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "148"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O b5 6.Bb3 Bc5 7.a4Rb8 8.c3 d6 9.d4 Bb6 10.axb5 axb5 11.Na3 O-O 12.Nxb5 Bg413.Bc2 exd4 14.Nbxd4 Nxd4 15.cxd4 Bxf3 16.gxf3 Nh5 17.Kh1 Qf618.Be3 c5 19.e5 Qe6 20.exd6 c4 21.b3 cxb3 22.Bxb3 Qxd6 23.Ra6Rfd8 24.Rg1 Qd7 25.Rg4 Nf6 26.Rh4 Qb5 27.Ra1 g6 28.Rb1 Qd729.Qd3 Nd5 30.Rg1 Bc7 31.Bg5 Re8 32.Qc4 Rb5 33.Qc2 Ra8 34.Bc4Rba5 35.Bd2 Ra4 36.Qd3 Ra1 37.Rxa1 Rxa1+ 38.Kg2 Ne7 39.Bxf7+Kxf7 40.Qc4+ Kg7 41.d5 Nf5 42.Bc3+ Kf8 43.Bxa1 Nxh4+ 44.Qxh4Qxd5 45.Qf6+ Qf7 46.Qd4 Ke8 47.Qe4+ Qe7 48.Qd5 Bd8 49.Kf1 Qf750.Qe4+ Qe7 51.Be5 Qe6 52.Kg2 Be7 53.Qa8+ Kf7 54.Qh8 h555.Qg7+ Ke8 56.Bf4 Qf7 57.Qh8+ Qf8 58.Qd4 Qf5 59.Qc4 Kd760.Bd2 Qe6 61.Qa4+ Qc6 62.Qa7+ Qc7 63.Qa2 Qd6 64.Be3 Qe665.Qa7+ Ke8 66.Bc5 Bd8 67.h3 Qd5 68.Be3 Be7 69.Qb8+ Kf7 70.Qh8Qe6 71.Bf4 Qf6 72.Qb8 Qe6 73.Qb7 Kg8 74.Qb5 Bf6 1/2-1/2
Beitrag von Kiffing
In der 10. Partie kam für den zurückliegenden Magnus Carlsen endlich der heißersehnte Sieg. Dabei profitierte er von dem frühen Versäumnis von Herausforderer Karjakin, bei leicht schlechterer Stellung im 20. Zug eine Remisabwicklung zu erkennen:[FEN=10]r4rk1/1p4p1/2pppqnp/p3p3/P3P3/2PPN1Pn/1P1NQP1P/R4R1K b - - 0 20[/FEN]Wie Sergei Karjakin bei der Pressekonferenz eingestand, hatte er die Verwicklungen nach 20. ...Sxf2+ falsch berechnet, was tragisch wirkt, da solch eine taktische Abwicklung auf diesem Level eher in den Standardbereich gehört. Schwarz erzwingt hier nach 20. ...Sxf2+ 21. Kg2 Sh4+! 22. Kg1 (22. gxh4? Dg6+) Sh3+ 23. Kh1 Sf2+ usw. die Remisschaukel. Während ansonsten die Partie schnell vergessen worden und Karjakin dem WM-Titel einen großen Schritt nähergekommen wäre, entwickelte sich erneut eine lange und interessante Auseinandersetzung, in der Magnus Carlsen die Partie in die von ihm bevorzugten Knetstrukturen lenken und seine Knettechnik mit subtilem Spiel zum ersten Mal verwerten konnte. Auch das wird ihm Auftrieb für die letzten zwei Partien geben. Nach einer schnellen Endspielabwicklung gab der Norweger eine Lehrstunde für Endspielstrategie in solchen trocken wirkenden Strukturen. Ihm gelang es, seinen Springer optimal zu plazieren und nach dem Wechsel des Standortes von d4 auf c5 diesen zu sichern. Zudem gewann er Raumvorteil auf dem Damenflügel, wo Carlsen potentiell stets die Linienöffnung im Hinterkopf hat. Er lavierte nach dem Prinzip der zwei Schwächen geschickt zwischen allen Brettabschnitten, so daß er ebenfalls am Königsflügel Fortschritte erzielen konnte.Sergei Karjakin verteidigte sich gewohnt sicher - bis zum 56. Zug. Dort übersah Karjakin ein potentielles weißes Turmliftmanöver, mit dem Carlsen der Durchbruch gelang, der so den schwachen Be6 einkassieren konnte und durch die Aktivierung seines Turms einen weiteren Bauern dazu. Im Sinne einer aktiven Verteidigung versuchte Karjakin noch, das Spiel zu verkomplizieren; er brachte den Norweger aber nicht mehr aus dem Konzept, der den so wichtigen vollen Punkt nach Hause bringen konnte. Dieses Spiel zeigt die starke Wirkung Carlsens Spielweise. Sergei Karjakin ist zwar nicht der alternde Vishy Anand, der gegen Carlsens Knettechnik wesentlich früher eingebrochen war. Doch da Schach noch immer von Menschen gespielt wird, wird irgendwann einmal auch der konditionell und spielerisch stärkste und zudem bestens vorbereitete Gegner schwach. Steter Tropfen höhlt den Stein. [Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:08:33-0:04:33"][Date "2016.11.24"][Round "10"][White "Magnus Carlsen"][Black "Sergey Karjakin"][Result "1-0"][ECO "C65"][PlyCount "149"][EventDate "2016.11.11"]1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 Nf6 4. d3 Bc5 5. c3 O-O 6. Bg5 h6 7. Bh4 Be7 8. O-Od6 9. Nbd2 Nh5 10. Bxe7 Qxe7 11. Nc4 Nf4 12. Ne3 Qf6 13. g3 Nh3+ 14. Kh1 Ne715. Bc4 c6 16. Bb3 Ng6 17. Qe2 a5 18. a4 Be6 19. Bxe6 fxe6 20. Nd2 d5 21. Qh5Ng5 22. h4 Nf3 23. Nxf3 Qxf3+ 24. Qxf3 Rxf3 25. Kg2 Rf7 26. Rfe1 h5 27. Nf1 Kf828. Nd2 Ke7 29. Re2 Kd6 30. Nf3 Raf8 31. Ng5 Re7 32. Rae1 Rfe8 33. Nf3 Nh8 34.d4 exd4 35. Nxd4 g6 36. Re3 Nf7 37. e5+ Kd7 38. Rf3 Nh6 39. Rf6 Rg7 40. b4 axb441. cxb4 Ng8 42. Rf3 Nh6 43. a5 Nf5 44. Nb3 Kc7 45. Nc5 Kb8 46. Rb1 Ka7 47. Rd3Rc7 48. Ra3 Nd4 49. Rd1 Nf5 50. Kh3 Nh6 51. f3 Rf7 52. Rd4 Nf5 53. Rd2 Rh7 54.Rb3 Ree7 55. Rdd3 Rh8 56. Rb1 Rhh7 57. b5 cxb5 58. Rxb5 d4 59. Rb6 Rc7 60. Nxe6Rc3 61. Nf4 Rhc7 62. Nd5 Rxd3 63. Nxc7 Kb8 64. Nb5 Kc8 65. Rxg6 Rxf3 66. Kg2Rb3 67. Nd6+ Nxd6 68. Rxd6 Re3 69. e6 Kc7 70. Rxd4 Rxe6 71. Rd5 Rh6 72. Kf3 Kb873. Kf4 Ka7 74. Kg5 Rh8 75. Kf6 1-0
Beitrag von Jenny77
Alle reden ja vom Russen Kariakin, [URL="http://bonus-casino.tv/"]ist[/URL] er nicht Ukrainer?
Beitrag von Kiffing
Gebürtig ja, aber er hat vor ein paar Jahren die russische Staatsangehörigkeit angenommen und fühlt sich als Russe. Das ist nicht ungewöhnlich, denn die Geschichte der Russen begann in Kiew, mit den Kiewer Rus begann die Expansion der Russen. Deswegen hat die Krim für die Russen als Wiege ihrer Zivilisation auch eine ähnliche Bedeutung wie das Kosovo für die Serben.
Beitrag von Babylonia
Sorry, ich verliere jetzt langsam den Überblick! Wie ist den jetzt und nach wie vielen Runden der Zwischenstand des Weltmeisterschaftskampfs Carlsen gegen Karjakin? Sie müssen 12 Runden spielen, habe ich begriffen? Babylonia
Beitrag von Sanpelg
5.5-5,5 nach 11 Partien, morgen auf jeden Fall die letzte reguläre Turnirepartie, falls es auch wieder ein Remis gibtTiebreak
Beitrag von Babylonia
[QUOTE=Sanpelg;26873]5.5-5,5 nach 11 Partien, morgen auf jeden Fall die letzte reguläre Turnirepartie, falls es auch wieder ein Remis gibtTiebreak[/QUOTE]Wie sieht denn ein Tiebreak im Schach aus? Wenn es 6,5 zu 6,5 stehen sollte, hat dann jemand bei 7,5 zu 6,5 das WM - Turnier gewonnen?Babylonia
Beitrag von Mistreaver
Ich möchte noch einmal an die zehnte Partei züruckkommen.Meiner Meinung nach war diese Partei eine technische Meisterwerk von Carlsen.Es war nicht leicht, wo Karjakin eine entscheidende Fehler gemacht hat, zu verstehen.Erwagen Sie diese Stellungen.[FEN "8/kp2r2r/2p1p1p1/P1NpPn1p/1P5P/1R3PPK/3R4/8"] 1 b5 cxb5 2 Rxb5 Ne3Hier Schwarz verwaltet, mit seinem Springer ins e3 zu springen, und die Stellung ist in der Gleichgewicht.[FEN "7r/kp2r3/2p1p1p1/P1NpPn1p/1P5P/1R1R1PPK/8/8"]1 b5 cxb5 2 Rxb5 Rc8 Wenn schwarzer Turm auf h8 steht, kann Schwarz b5 mit 2... Rc8 treffen. Jetzt ist 3 Rb6 von Weiss unmöglich, weil der Turm den Springer von c8 angrifft. [FEN "8/kp2r2r/2p1p1p1/P1NpPn1p/1P5P/3R1PPK/8/1R6"]1 b5 cxb5 2 Rxb5Endlich, die Stellung aus Partei. Hier kann schwarz weder Rc8 noch Ne3 spielen. Weiss hat Zeit, mit Rb6 den e6 Bauern anzugreiffen.Für mehrere Einzelheiten kann man auf meinem Blog sehen [url]http://www.chessentials.com/carlsen-karjakin-game-ten/[/url]
Beitrag von Kiffing
Ein technisches Meisterwerk, ja, so habe ich es auch empfunden. Meiner Meinung nach ist diese Partie ideal dafür, Carlsens Stil und seine besonderen Fähigkeiten im besten Licht erscheinen zu lassen. Er ist ein Grinder par excellence, leider gibt es für diesen ausgezeichneten englischen Begriff meines Wissens noch kein deutsches Wort, das diesen Begriff exakt übersetzt.Der Vollständigkeit halber noch die elfte Partie. Die Veranstalter scheinen das Prinzip der verzögerten Spannung mittels retardierender Momente zu mögen, sonst würden sie wohl nicht zwischen der elften und der zwölften Partie noch einen zusätzlichen Ruhetag neben dem üblichen Zyklus einbauen. Sollte es auch heute Remis werden, gibt es vor dem Tiebreak übrigens einen weiteren Ruhetag, d. h. die Entscheidung fällt dann erst übermorgen. In dem neumodischen Spanier mit ruhigem d3, der nach Chessgames übrigens Geschlossene Martinez-Variante heißt, gefielen mir vor allem Carlsens Zentrumsaktivitäten mit seinen Bauern, speziell das Manöver 18. ...c3 nebst 19. ...d5, das auf der Variante 20. fxe6 Dxe6 21. Dxe6+ Txe6 22. exd5 Te2 23. Tf2 Txf2 24. Kxf2 Lg5+ (24. ...bxc3 ist auch völlig ok) 25. Ke2 Lxd2 26. Kxd2 Tf2+ beruht. Die Abwicklung sieht für Weiß wahrscheinlich gefährlicher aus, als sie ist. Karjakin verzichtete auf die Annahme dieses Scheinopfers, dafür gab es mit den Damen auf dem Brett eine Abwicklung, die ins Dauerschach führte. Insgesamt gehörte diese Partie aber wieder zu den ruhigen Partien in diesem Duell, die scheinbar unaufhaltsam auf ein Remis zusteuern, ohne daß der Computer jemals Ausschläge macht. Hoffen wir heute auf mehr Dramatik. [Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "New York, NY USA"][Date "2016.11.26"][EventDate "2016.11.11"][Round "11"][Result "1/2-1/2"][White "Sergey Karjakin"][Black "Magnus Carlsen"][ECO "C78"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "67"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Be7 6.d3 b5 7.Bb3d6 8.a3 O-O 9.Nc3 Be6 10.Nd5 Nd4 11.Nxd4 exd4 12.Nxf6+ Bxf613.Bxe6 fxe6 14.f4 c5 15.Qg4 Qd7 16.f5 Rae8 17.Bd2 c4 18.h3 c319.bxc3 d5 20.Bg5 Bxg5 21.Qxg5 dxe4 22.fxe6 Rxf1+ 23.Rxf1 Qxe624.cxd4 e3 25.Re1 h6 26.Qh5 e2 27.Qf3 a5 28.c3 Qa2 29.Qc6 Re630.Qc8+ Kh7 31.c4 Qd2 32.Qxe6 Qxe1+ 33.Kh2 Qf2 34.Qe4+ 1/2-1/2Edit: @Babylonia: Tiebreak bedeutet Stichpartien mit reduzierter Bedenkzeit. Erst gibt es Schnellschachpartien, fällt auch da keine Entscheidung wird geblitzt. Neutralisieren sich die Kämpfer auch da, bedeutet das [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.welt.de/sport/article159803264/Schach-WM-vor-dem-Aeussersten-die-Armageddon-Partie.html". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "Armageddon" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] die ultimative Entscheidung.
Beitrag von Kiffing
Alle, die sich in der letzten klassischen Partie dieser WM noch einmal auf einen Kampf auf Biegen und Brechen eingestellt hatten, wurden enttäuscht. Die Partie war schnell zu Ende, und sie erinnerte irgendwie an ein Match zweier unerfahrener Spieler, die einfach alles abtauschen, bis es am Ende Remis ist. Sie war also eher eine Farce als eine ernstgemeinte Partie auf WM-Niveau. Beide wollten nichts riskieren und suchen die Entscheidung nun im Tiebreak. Daß mit Magnus Carlsen der Favorit in diesem Wettkampf mit Weiß keine Gewinnversuche unternahm, zeigt noch einmal die Tendenz dieses Wettkampfes auf, daß der Anzugsvorteil keinen Pfifferling wert ist. Dies deckt sich mit den Überlegungen Karjakins hinsichtlich des Anzugsvorteils in #9, wobei durchaus gefragt werden kann, ob die in New York City gespielten Partien dafür Indizien sind oder doch eher sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Magnus Carlsen versucht ohnehin nicht, die Partien bereits aus der Eröffnung heraus zu gewinnen, wie dies z. B. bei Aljechin oder Kasparov ganz stark der Fall war. In dieser Hinsicht ähnelt er eher Lasker oder Kortschnoi, deren Gewinnpartien deshalb meist von langer Dauer waren und wo der Sieg irgendwann im Laufe des Kampfes, fast "zufällig" scheinend, erkämpft wurde. Karjakin selbst ist von seiner klassischen Anlage her durchaus nicht der reine Verteidigungsspieler, wie wir ihn im Fulton Market Building erleben. Gegen seine Großmeisterkollegen gewinnt er oft genug im schönen Stil. Seine Matchstrategie, vergleichbar mit der Aljechins gegen Capablanca 1927 in Buenos Aires oder der Kramniks gegen Kasparov 2000 in London, ist gezielt an den stärkeren Spieler ausgerichtet. Immerhin steht er damit im Tiebreak, was bereits eine Überraschung darstellt. Wird diese Überraschung auch zur Sensation? [Event "Schach-WM 2016 NYC"][Site "?"][Date "28.11.2016"][Round "12"][White "Magnus Carlsen"][Black "Sergei Karjakin"][Result "1/2 - 1/2"][PlyCount "60"]1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 Nf6 4. O-O Nxe4 5. Re1 Nd6 6. Nxe5 Be7 7. Bf1 Nxe58. Rxe5 O-O 9. d4 Bf6 10. Re1 Re8 11. Bf4 Rxe1 12. Qxe1 Ne8 13. c3 d5 14. Bd3g6 15. Na3 c6 16. Nc2 Ng7 17. Qd2 Bf5 18. Bxf5 Nxf5 19. Ne3 Nxe3 20. Qxe3 Qe721. Qxe7 Bxe7 22. Re1 Bf8 23. Kf1 f6 24. g4 Kf7 25. h3 Re8 26. Rxe8 Kxe8 27.Ke2 Kd7 28. Kd3 Ke6 29. a4 a6 30. f3 Be7 *
Beitrag von Kiffing
"Wir sind jetzt in der Verlängerung, noch nicht im Elfmeterschießen", dieser von Magnus Carlsen, der zum Fußball auch einen Bezug hat - er spielt selbst hobbymäßig Fußball und ist Fan von Real Madrid -, dem Fußball entlehnten Vergleich wird heute Abend konkret werden. Wie sieht die "Verlängerung", die offiziell Tiebreak heißt (das kennen wir wiederum aus dem Tennis), denn nun aus, und wie ein mögliches "Elfmeterschießen"?Der Beginn der Spiele ist heute wie gewohnt um 20:00. Zunächst werden vier Schnellschachpartien gespielt, jeder Spieler hat 25 Minuten Bedenkzeit und einen Fischerbonus von 10 Sekunden pro Zug. Bei einem 2:2 geht es mit maximal 10 Blitzpartien a 5 Min. + 3 Sekunden Fischerbonus weiter. Sollte sich auch hier niemand durchsetzen, kommt es dann zum endgültigen Show-Down, dem Armageddon.Bei einer Armageddonpartie hat Weiß neben seinem Anzugsvorteil einen Zeitvorteil von 5 gegen 4 Minuten. Dafür reicht Schwarz ein Remis, um die Partie und damit den Weltmeistertitel zu gewinnen. Der Modus mag kritisiert werden, entbehrt aber nicht einer gewissen Dramatik und ist allemal besser als ein Losentscheid - Dr. Robert Hübner sieht das übrigens genauso. Heute Abend wird der neue oder der neue alte Weltmeister feststehen. Also, alle einschalten, am besten auf [Hier befand sich ein Link auf die Seite "www.chess24.html". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "www.chess24.com" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.], die Begleitung der Livepartien ist vorzüglich mit engagierten Schachmeistern als Kommentatoren. :top:
Beitrag von Zapp Brannigan
Es sind 4 Schnellpartien, nicht zwei. Naja, wenn einer 3-0 führt, wird die 4te wohl nicht mehr gespielt.Ein Fan von den Armageddonpartien bin ich nicht, kommt aber sehr selten vor. Ich wäre eher dafür, die solange Blitz spielen zu lassen bis einer umkippt. 12 Partien sind meiner Meinung nach einfach zu kurz, Die Spieler können sich kein Risiko erlauben. Ich denke, die Partien wären spannender, wenn es mindestens 16 gäbe, da könnte man auch mal mit schwarz versuchen was zu reissen. Bei 12 Partien heisst die Devise einfach, mit schwarz remisieren, mit weiss ultra- solide Stellungen mit minimalem Vorteil suchen und hoffen eine davon zu gewinnen.Ich denke, die Gesamtlänge des Events (20 Tage) kann man organisatorisch nicht verlängern (evtl max 1 Monat?). Aber man könnte ein paar Ruhetage streichen, z.bsp. nur alle 4 Partien ein Ruhetag, dafür 16 Runden. Bereits Anand-Gelfand ging ja ins tie-break. Der Titel "klassischer Schachweltmeister" ist halt irgendwie ulkig, wenn man den Titel erst im Schnellschach gewonnen hat. Dafür gibt es ja den Titel des Schnellschachweltmeisters und Blitzweltmeister.
Beitrag von Kiffing
Wenigstens haben Schnell-, Blitz- und Armageddonpartien noch einen Schachbezug. Bei Bulletpartien wäre das nicht so sicher, aber das wird ja auch nicht gespielt. Nach meinen Erfahrungen kann man ab 5 Min. durchaus noch strukturierte Partien spielen, man muß sich eben mehr auf seine Intuition verlassen, aber eine Intuition gehört ja zu den Qualitäten, die ein guter Schachspieler mitbringen sollte. Wegen Armageddon kritisieren Puristen gern, die alles schön logisch haben wollen, daß man damit die für den Wettkampf notwendige Chancengleichheit durch gleiche Ausgangsbedingungen nicht exakt durch die spezifischen Armageddonregeln herstellen könne, daß dies also besser durch jeweils zwei Blitzpartien geht, wo jeder einmal Weiß und einmal Schwarz hat. Ich sehe das nicht so eng, interessant ist eine Armageddonpartie ohne jedes wettbewerbsrelevante Unentschieden allemal, es ist eben eine besondere Partie für besondere Momente. Natürlich gibt es für oder gegen das Armageddon gute Argumente, zu was der Schachfreund hier tendiert, hat wohl viel mit persönlichen Präferenzen zu tun. Was die Matchdauer angeht, bin ich da ein Klassiker, dem 24 Partien am liebsten wären - eine Schach-WM ist eben kein noch so gut besetztes Open, sondern etwas besonderes, Schachweltmeisterschaften sind Fixpunkte der Schachgeschichte, und jede Schach-WM hat die Schachgeschichte besonders beeinflußt. Wenn Schach-WM ist, dann fiebert der ganze Planet mit. Daß es da am Ende zum Armageddon kommt, ist für mich standesgemäß. ;)
Beitrag von Sanpelg
chess24 ist leider gerade down oder überlastet :wein:
Beitrag von Kiffing
Komisch, bei mir funktioniert es einwandfrei. Vielleicht mal einen anderen Browser versuchen.
Beitrag von Fiona
[Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.youtube.com/watch?v=2WtYHCsXdjc". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://www.youtube.com/watch?v=2WtYHCsXdjc" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]Bei mir geht es auch nicht. Deswegen hier direkt der Youtube Link.Und hier eine Engine Analyse:[url]http://analysis.sesse.net/[/url]:froh:
Beitrag von Sanpelg
Jetzt steht da wenigstens: "Houston we have a problem... but enjoy the broadcast! Dont worry, our tech team is probably working on the issue right now!"EDIT: thx @ Fiona
Beitrag von Kiffing
Aus dem Chat erfahre ich gerade, daß auch andere Nutzer technische Probleme auf Chess24 haben. Wer davon betroffen ist und nicht nur die Züge, sondern auch die Spieler live sehen möchte, der kann auch das folgende Video anklicken:[video=youtube;qc5xYmkPAHk][Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.youtube.com/watch?v=qc5xYmkPAHk". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://www.youtube.com/watch?v=qc5xYmkPAHk" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.][/video]Dafür sind die Kommentare auf russisch.
Beitrag von Babylonia
Die Sprache Russisch ist leider nicht in meinem Sprachenrepertoire! :wein:Aber morgen wird wohl die Entscheidung feststehen und ich habe morgen meinen VHS - Schachkurs, also werden wir in dem Kurs auch über den Ausgang der Weltmeisterschaft sprechen. In der letzten Kursstunde hatte unser Lehrer die von Carlsen verlorene Partie am Demobrett analysiert. Babylonia
Beitrag von Sanpelg
[QUOTE=Kiffing;26907]..Dafür sind die Kommentare auf russisch.[/QUOTE]danke, ich habe das einfach stummgeschaltet und lasse parallel Gustafsson und Svidler quatschen...
Beitrag von Babylonia
Ich habe mir das spannende Ende einer Remis-Schnellschachpartie angehört mit Kommentar auf Russisch (ohne das zu verstehen). Karjakin hatte einen Turm und Carlsen das Läuferpaar, dazu beide noch Bauern... Im Radio sagen sie, dass der Wettkampf 6 : 6 in den Normalpartien und 3 : 1 für Magnus Carlsen im Schnellschach ausgegangen sei. Damit ist er Schachweltmeister geworden! 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 R1 R2 R3 R4 Score Carlsen ½ ½ ½ ½ ½ ½ ½ 0 ½ 1 ½ ½ ½ ½ 1 1 9.0Karjakin ½ ½ ½ ½ ½ ½ ½ 1 ½ 0 ½ ½ ½ ½ 0 0 7.0(Source: FIDE)Babylonia
Beitrag von Kiffing
Nach den vier Schnellschachpartien hat Magnus Carlsen gleich die erste Hürde genommen und setzte sich mit einem sicheren 3:1 „nach Verlängerung“ durch. War die erste Partie noch ein erstes Abtasten, so war schon die nächste Partie voller Dramatik. Karjakin patzte bereits im 23. Zug, der einen taktischen Schlag des Norwegers übersah. Zwar war das nun ungleiche Materialverhältnis mit zwei Figuren gegen Turm und Bauer objektiv ausgeglichen. Doch ist es längst ein offenes Geheimnis, daß zwei Figuren in der Praxis einen größeren Wert haben als Turm und Bauer, weil sie eine größere Feuerkraft mitbringen. Trotz bereits reduzierter Materialverhältnisse, welche den Stellungstyp zu einem Hybrid aus Mittelspiel und Endspiel machten, konnte Magnus Carlsen einen Königsangriff einleiten, und es entspricht seiner stilistischen Vorlieben, daß er diesen mit 37. Sg5! nicht forcierte, was möglich gewesen wäre, sondern mit der Alternative 37. Dxe5! eine technische Endspielabwicklung auswählte, um mit der [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://www.schachburg.de/threads/93-Liquidierung-eines-Flügels". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "Liquidierung eines Flügels" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] den vollen Punkt zu realisieren. Doch als Carlsen sich mustergültig eine lupenreine Gewinnstellung herausgespielt hatte, indem er Karjakins König in der Ecke einsperrte, um diesen mit seinen zwei Läufern mattzusetzen, spielte er zum allgemeinen Erstaunen im 62. Zug eine zweitrangigen Zug und ließ den eigentlich simplen Gewinn mittels 62. Kf7 aus, der Schwarz zum entscheidenden Qualitätsopfer gezwungen hätte. Ein bißchen Glück war für Karjakin also dabei, doch war seine kämpferische Leistung unter drückender Zeitnot im weiteren Partieverlauf grandios zu nennen, der auf schmalstem Grade niemals die Kontrolle über seine Verteidigung verlor und mit einer feinen taktischen Abwicklung eine theoretische Remisstellung erzwingen konnte. Während einige Schachfreunde bereits den psychologischen Wendepunkt in dieser Verlängerung witterten, wurde Karjakin seine mangelnde Aktivität, die sich bereits in den zwölf klassischen WM-Partien abgezeichnet hatte, zum Verhängnis. In der dritten Partie brachte er sich erneut in eine schwierige Lage, und hier ließ ihn seine Verteidigungskunst im Stich, als er sich in bereits schwieriger Lage einen vergifteten Bauern einverleibte, was nach der einfachen schwarzen Antwort den sofortigen Verlust der dritten Schnellschachpartie nach sich zog. Für die vierte Schnellschachpartie hatte der Norweger nun Weiß, und ihm reichte für die Verteidigung seines Titels bereits ein Unentschieden. Angesichts dieser Ausgangssituation bekamen die Schachfreunde in dieser WM dann doch noch einen Sizilianer aufs Brett, den Magnus Carlsen allerdings geschickt in Maroczy-Strukturen lenkte, womit er das finale WM-Match stets unter Kontrolle halten konnte; Maroczy-Strukturen gelten in der Schachszene als sicheres +=, wie das auch in der Abschlußpartie der Fall war. Karjakin war nicht in der Lage, effektiv auf Angriffsmodus umzuschalten, stattdessen spielte auch hier der Norweger die Musik. Magnus Carlsen setzte Karjakin von Beginn an unter Druck, gewann die Qualität und initiierte einen eigenen Königsangriff, während er im Vertrauen auf die eigene Stellung einen gegnerischen Königsangriff zuließ, der bereits als letzter Verzweiflungsangriff gewertet werden kann, denn Carlsen war schneller und beendete mit einer bildhübschen Mattkombination standesgemäß die diesjährige Schachweltmeisterschaft.[FEN=23]2R5/4bppk/1p1p3Q/5R1P/4P3/5P2/r4q1P/7K w - - 0 50[/FEN]Magnus Carlsen hatte sich mit seinem dritten WM-Erfolg in Folge zu seinem 26. Geburtstag das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht, und ihm wurde zur Feier des Abends bei der Siegerehrung ein Geburtstagsständchen gesungen. Obwohl ihm Sergei Karjakin einen, wie auch Carlsen bei der Siegerehrung gewürdigt hatte, harten Kampf geliefert hatte, war er im ganzen WM-Verlauf der bessere und aktivere Spieler, der auch deswegen erneut den WM-Titel errang, weil bei seinem Gegner zwar die Verteidigung im Ganzen gut funktionierte, die Offensive aber weitgehend ausfiel. Nach seiner Niederlage gegen Karjakin in der 8. Matchpartie hatte er zwar gewankt, war aber nicht gefallen. Seine heroische Verteidigung in der 9. WM-Partie, als er dem Tod nur knapp von der Schippe sprang, war für ihn psychologisch wie die Evakuierung von Dünkirchen. Durch das 6:6 in den klassischen Partien verliert er in der Weltrangliste 14 Punkte, so daß sein einst unerreichbar scheinender Vorsprung auf den Zweitplazierten, der Fabiano Caruana ist, auf 16,8 Punkte zusammengeschmolzen ist. Für ihn ist das angesichts seines Triumphes erst einmal zweitrangig, für die Schachwelt kann dies dennoch von Bedeutung sein, auch weil Magnus Carlsen erneut seine Verwundbarkeit in einigen Partieabschnitten gezeigt hat. Er ist nicht mehr so souverän wie noch vor einigen Jahren, und das Spiel geht ihm nicht mehr so flott und selbstverständlich von der Hand. Vielleicht befindet er sich gerade in einer Stalaktierungsphase, die nach Garri Kasparov viele große Schachmeister erreicht hat, wenn sie nach großen Anstrengungen am Ziel ihrer Träume sind und sich nur noch schwer damit tun, sich für weitere Aufgaben zu motivieren. Seit November 2013 ist er als Weltmeister König der Schachwelt, es liegt an ihm, ob er daraus eine Ära prägen wird. [Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:02:33-0:08:33"][Date "2016.11.30"][EventDate "2016.11.11"][Round "13.1"][Result "1/2-1/2"][White "Sergey Karjakin"][Black "Magnus Carlsen"][ECO "C78"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "74"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Be7 6.d3 b5 7.Bb3d6 8.a3 O-O 9.Nc3 Nb8 10.Ne2 c5 11.Ng3 Nc6 12.c3 Rb8 13.h3 a514.a4 b4 15.Re1 Be6 16.Bc4 h6 17.Be3 Qc8 18.Qe2 Rd8 19.Bxe6fxe6 20.d4 bxc3 21.bxc3 cxd4 22.cxd4 exd4 23.Nxd4 Nxd4 24.Bxd4Rb4 25.Rec1 Qd7 26.Bc3 Rxa4 27.Bxa5 Rxa1 28.Rxa1 Ra8 29.Bc3Rxa1+ 30.Bxa1 Qc6 31.Kh2 Kf7 32.Bb2 Qc5 33.f4 Bd8 34.e5 dxe535.Bxe5 Bb6 36.Qd1 Qd5 37.Qxd5 Nxd5 1/2-1/2[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:00:33-0:01:33"][Date "2016.11.30"][EventDate "2016.11.11"][Round "13.2"][Result "1/2-1/2"][White "Magnus Carlsen"][Black "Sergey Karjakin"][ECO "C50"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "167"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.O-O Nf6 5.d3 O-O 6.a4 a6 7.c3 d68.Re1 Ba7 9.h3 Ne7 10.d4 Ng6 11.Nbd2 c6 12.Bf1 a5 13.dxe5 dxe514.Qc2 Be6 15.Nc4 Qc7 16.b4 axb4 17.cxb4 b5 18.Ne3 bxa419.Rxa4 Bxe3 20.Bxe3 Rxa4 21.Qxa4 Nxe4 22.Rc1 Bd5 23.b5 cxb524.Qxe4 Qxc1 25.Qxd5 Qc7 26.Qxb5 Rb8 27.Qd5 Rd8 28.Qb3 Rb829.Qa2 h6 30.Qd5 Qe7 31.Qe4 Qf6 32.g3 Rc8 33.Bd3 Qc6 34.Qf5Re8 35.Be4 Qe6 36.Qh5 Ne7 37.Qxe5 Qxe5 38.Nxe5 Ng6 39.Bxg6Rxe5 40.Bd3 f6 41.Kg2 Kh8 42.Kf3 Rd5 43.Bg6 Ra5 44.Ke4 Rb545.h4 Re5+ 46.Kd4 Ra5 47.Kc4 Re5 48.Bd4 Ra5 49.Bc5 Kg8 50.Kd5Rb5 51.Kd6 Ra5 52.Be3 Re5 53.Bf4 Ra5 54.Bd3 Ra7 55.Ke6 Rb756.Kf5 Rd7 57.Bc2 Rb7 58.Kg6 Rb2 59.Bf5 Rxf2 60.Be6+ Kh861.Bd6 Re2 62.Bg4 Re8 63.Bf5 Kg8 64.Bc2 Re3 65.Bb1 Kh8 66.Kf7Rb3 67.Be4 Re3 68.Bf5 Rc3 69.g4 Rc6 70.Bf8 Rc7+ 71.Kg6 Kg872.Bb4 Rb7 73.Bd6 Kh8 74.Bf8 Kg8 75.Ba3 Kh8 76.Be6 Rb6 77.Kf7Rb7+ 78.Be7 h5 79.gxh5 f5 80.Bxf5 Rxe7+ 81.Kxe7 Kg8 82.Bd3 Kh883.Kf8 g5 84.hxg6 1/2-1/2[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:00:33-0:07:33"][Date "2016.11.30"][EventDate "2016.11.11"][Round "13.3"][Result "0-1"][White "Sergey Karjakin"][Black "Magnus Carlsen"][ECO "C78"][WhiteElo "?"][BlackElo "?"][PlyCount "76"]1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Be7 6.d3 b5 7.Bb3d6 8.a3 O-O 9.Nc3 Na5 10.Ba2 Be6 11.b4 Nc6 12.Nd5 Nd4 13.Ng5Bxd5 14.exd5 Nd7 15.Ne4 f5 16.Nd2 f4 17.c3 Nf5 18.Ne4 Qe819.Bb3 Qg6 20.f3 Bh4 21.a4 Nf6 22.Qe2 a5 23.axb5 axb4 24.Bd2bxc3 25.Bxc3 Ne3 26.Rfc1 Rxa1 27.Rxa1 Qe8 28.Bc4 Kh8 29.Nxf6Bxf6 30.Ra3 e4 31.dxe4 Bxc3 32.Rxc3 Qe5 33.Rc1 Ra8 34.h3 h635.Kh2 Qd4 36.Qe1 Qb2 37.Bf1 Ra2 38.Rxc7 Ra1 0-1[Event "Carlsen - Karjakin World Championship"][Site "0:01:33-0:00:33"][Date "2016.11.30"][Round "13.4"][White "Magnus Carlsen"][Black "Sergey Karjakin"][Result "1-0"][ECO "B54"][PlyCount "99"][EventDate "2016.11.11"]1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. f3 e5 6. Nb3 Be7 7. c4 a5 8. Be3a4 9. Nc1 O-O 10. Nc3 Qa5 11. Qd2 Na6 12. Be2 Nc5 13. O-O Bd7 14. Rb1 Rfc8 15.b4 axb3 16. axb3 Qd8 17. Nd3 Ne6 18. Nb4 Bc6 19. Rfd1 h5 20. Bf1 h4 21. Qf2 Nd722. g3 Ra3 23. Bh3 Rca8 24. Nc2 R3a6 25. Nb4 Ra5 26. Nc2 b6 27. Rd2 Qc7 28.Rbd1 Bf8 29. gxh4 Nf4 30. Bxf4 exf4 31. Bxd7 Qxd7 32. Nb4 Ra3 33. Nxc6 Qxc6 34.Nb5 Rxb3 35. Nd4 Qxc4 36. Nxb3 Qxb3 37. Qe2 Be7 38. Kg2 Qe6 39. h5 Ra3 40. Rd3Ra2 41. R3d2 Ra3 42. Rd3 Ra7 43. Rd5 Rc7 44. Qd2 Qf6 45. Rf5 Qh4 46. Rc1 Ra747. Qxf4 Ra2+ 48. Kh1 Qf2 49. Rc8+ Kh7 50. Qh6+ 1-0
Beitrag von Kiffing
Von den ganzen Berichten und Schlußfolgerungen über diese packende WM fand ich am besten den Artikel des bekannten Schachjournalisten Ulrich Stock, der in der Zeit ausführt, warum Magnus Carlsen die Gegensätze in sich vereine, warum er Flachheit und Tiefe gleichermaßen verkörpere. [QUOTE]"In meiner Vorstellung kommt er aus dem Boden, wie ein Gnom", hat der spirituell begabte Ex-Weltmeister Boris Spasski vor zwei Jahren bei der WM im russischen Sotschi über ihn gesagt. [/QUOTE]Sergei Karjakin kommt in dem Artikel auch nicht zu kurz, für Stock zeige sich in ihm die sprichwörtliche russische Seele in überaus einnehmender Weise. Am Ende findet sich auch eine Warnung an den, der aus dem Boden kam.Ansonsten hat der Spiegel, der eine lange Tradition herausragender Schachartikel hat, mit André Schulz einen dicken Fang gemacht. André Schulz, vielen von Chessbase auch über dessen Internetpräsenz bekannt, hat neulich mit "Das große Buch der Schachweltmeisterschaften" eine Art modernen Klassiker im Bereich der Schachhistorie herausgegeben, seine schachhistorischen Kenntnisse sind sehr profund und gehen gleichermaßen in die Breite und in die Tiefe. In diesem Stil läßt er die Dramaturgie dieses WM-Kampfes, das nun selbst in die Schachgeschichte eingeordnet wird, einmal Revue passieren, mit Blick auf die entscheidenden Stellen.Hier gehts zu den beiden Artikeln:[url]http://www.zeit.de/sport/2016-12/magnus-carlsen-sergej-karjakin-schach-wm-tiebreak[/url][url]http://www.spiegel.de/sport/sonst/schach-wm-2016-magnus-carlsen-gegen-sergei-karjakin-die-matchanalyse-a-1123980.html[/url]
Beitrag von Kiffing
Garri Kasparov ist der Mann mit den unerschöpflichen Energien. Mit seinem Charisma, seinem Intellekt und seinem faustischen Streben hat er nicht nur eine Ära im Schach gegen Ende des Kalten Kriegs und in der hoffnungsvollen Zeit danach geprägt. Er hat auch in seiner Vorkämpfer-Reihe als Schachhistoriker die Schachgeschichte in mehreren Bänden protokolliert, begab sich ins Minenfeld der russischen Politik und kämpfte mit seiner Präsidentschaftskandidatur gegen Iljumschinow auch in der Schachpolitik an vorderster Front mit. Darüberhinaus war er Trainer von Magnus Carlsen.Garri Kasparov läßt an Sergei Karjakin kein gutes Haar. Das mag nicht überraschen, vielleicht wirkt der für ihn so unscheinbare Karjakin als Mann des russischen Establishments für ihn wie ein Wiedergänger seines langjährigen Rivalen Anatoli Karpov, der mit eben diesem, und in der Folge beziehe ich mich auf den [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/Karjakin-und-kasparov-kreuzen-nach-dem-match-die-klingen". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "Chess24-Artikel" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.] von Colin McCourty, im Gegensatz zu Kasparov sehr freundschaftliche Beziehungen pflegt. Die Geringschätzung für Karjakin mag daher rühren, und auch wenn ein Cui bono noch keinen logischen Beweis darstellt, so ist diese Überlegung alles andere als abwegig, vor allem, da mir die Argumentation, Karjakin sei „einfach nur ein starker Großmeister“, aber befinde sich im Vergleich zu Gegner Carlsen nicht auf „Weltmeisterniveau“, weswegen seine Weltmeisterschaft ein „Debakel“ für die Schachwelt geworden wäre, durch die Ausklammerung dessen nachweislich besonderen Talents als jüngster Großmeister aller Zeiten ein wenig unfair bzw. tendenziös erscheint. Wohlwollender hätte man auch formulieren können, Karjakin, das „ewige Talent“, (Ilja Schneider) habe durch sein starkes Moskauer Kandidatenturnier und natürlich durch den WM-Kampf selbst endlich den so lange erwarteten Durchbruch zur eben dieser Weltspitze geschafft; das Potential dafür sollte auch ein Kasparov nicht abstreiten. Übrigens ist Karjakin nicht nur Sandsack der Anfeindungen des praktizierenden Putinfeindes Kasparov; wie weiland Karpov kann dieser auch zurückkeilen, was er nach Kenntnisnahme der Äußerungen des langjährigen Weltmeisters auch tat durch die Bewertung, Carlsen sei im Vergleich zu Kasparov aufgrund Kasparovs Schwächen im End- und Positionsspiel (der kürzlich verstorbene legendäre Schachtrainer Mark Dworetzki sah Kasparovs Schwächen vor allem in der Intuition) der stärkere, weil universellere Schachspieler. Zudem habe er auch in Zukunft nicht die Absicht, mit Kasparov zu sprechen, weil dieser „viele schlechte Dinge macht, auch im Schach“. Ansonsten spricht Karjakin über den WM-Kampf, womit er für die Schachhistorie eine spannende Zusammenfassung der WM als unmittelbar daran Beteiligter gibt. Garri Kasparov tut dies auch und liefert eine WM-Dramaturgie pro Carlsen ab, die ungefähr das andere Extrem zu der ebenfalls begründeten und sehr ausführlichen [URL="http://www.chess-international.de/Archive/64612#more-64612"]Darstellung[/URL] von Thomas Richter (Insider wissen, wie dieser zum Norweger steht) abbildet. Man sieht, zu der WM und den Matadoren gibt es die unterschiedlichsten Sichtweisen. Es ist interessant, ein solch gehaltvolles Spektakulum wie diese Schach-WM von verschiedenen Perspektiven kennenzulernen.