Die FIDE kämpft bekanntlich schon seit längerem darum, daß Schach Olympiadisziplin wird. Damit einher geht der eigene Anspruch, als Sport anerkannt zu werden. Und auch der Deutsche Schachbund ist Mitglied im Deutschen Sportbund. Doch ist diese Haltung umstritten. Kritiker monieren, weil man sich im Schach nicht bewege, könne Schach auch nicht Sport sein. Schach sei stattdessen ein Spiel. Dem möchte ich entgegenhalten, daß Bewegung meiner Ansicht nach nicht zwangsläufig die notwendige Bedingung für Sport sein muß. Der Unterschied zwischen Spiel und Sport besteht ja darin, daß etwas leistungsmäßig und wettbewerbsorientiert betrieben wird. Dies ist im Schach absolut der Fall. Und trainiert werden braucht auch nicht unbedingt der Körper. Was spricht dagegen, den Sportbegriff auch für den Geist in Beschlag zu nehmen? So trainiert man im Schach nicht seinen Körper, sondern seinen Geist. Im übrigen gehört Bewegungssport als Ausgleich für die Großmeister ohnehin zum Trainingspensum. Denn Schach fordert einem Spieler, wie es im Sport üblich ist, durchaus einiges ab. So haben Wissenschaftler herausgefunden, daß der Adrenalinausstoß von Schachspielern während ihrer Partie den von anderen Bewegungssportlern entspricht. Um sich also stundenlang konzentrieren zu können, bedarf es mindestens einer Bewegungssportart zum Ausgleich. Seht ihr Schach als Sport an?
Beitrag von hako
Schach ist definitiv ein Sport. Das Argument, man bewege sich ja nicht, ist lächerlich. Dart ist auch ein Sport und viel bewegen muss man sich da auch nicht.Bedingungen, die an einen Sport gebunden sind, sind meiner Meinung nach Folgende:-- KEIN Glücksfaktor (auch wenn das Pokerfans vielleicht anders sehen).-- Turnierfähigkeit-- Trainingsmöglichkeit und KEINE Chanchen auf optimales Spiel (der Gunrd, warum Tick-Tak-To kein Sport ist)Ich finde Schach erfüllt all diese Bedingungen. Ich kann mir das nur so erklären, dass Schach nicht als Sport akzeptiert wird, weil Shogi und Dame nachrücken könnten.
Beitrag von Kiffing
Auf Wikipedia wird Darts sowohl als Geschicklichkeitsspiel als auch als Präzisionssport bezeichnet. Offenbar ist der Rang von Darts im Hinblick auf die vorliegende Grundfrage auch da umstritten. Für mich ist Darts übrigens ebenfalls Sport, weil wettkampfmäßig betrieben und auf Geschicklichkeit basierend.
Beitrag von Kiffing
Schon allein rein gefühlsmäßig würde ich die von Dir genannten ... Handlungen als Spielerei abtun, während ich Schach und Darts als Sport akzeptiere. Gut, das Gefühl ist kein rationales Argument. Also muß ich meinen Standpunkt begründen:Als ein Kriterium fällt mir Seriösität ein. Aber schauen wir uns doch einmal an, worauf es im Schach und Darts ankommt: beim einen findet ein geistiges Kräftemessen statt, die Wettkampfebene wird also von dem Körper auf den Geist verlegt, der aber immer noch wichtig genug ist, als daß man dieses Kräftemessen als Sport auffassen könnte. Oder ist für Dich der Geist etwa nicht wichtig? Darts ist wie gesagt Präzision, also auch was wichtiges.Dem gegenüber fallen diese von Dir genannten ... Handlungen ab. Worauf kommt es bei denen an? Magenfülle, Geschicklichkeit aber im doch etwas abgespacten Sinne, Computer spielen, alles Banalitäten. Höchstens Buchstabierwettbewerb könnte man noch am ehesten unter was relevanten auffassen. Aber da wird nur Lesen und Schreiben abgerufen, also absolute Grundlagen, wenngleich auf gestiegenem Niveau. Und im übrigen ist das eher eine schulische Disziplin und gehört in die Schule.
Beitrag von hako
Neben Schachfanatikern haben wir hier meiner Meinung nach einen weiteren Hauptgrund:[QUOTE=hako;508]Ich finde Schach erfüllt all diese Bedingungen. Ich kann mir das nur so erklären, dass Schach nicht als Sport akzeptiert wird, weil Shogi und Dame nachrücken könnten.[/QUOTE]
Beitrag von Kiffing
Mag sein, aber Computer spielen ist erst einmal eine Spielerei, daraus gleich einen Sport zu machen, halte ich für etwas vermessen. Darts dagegen ist ein altes Kulturgut, das aus dem traditionellen Jagen und Krieg entwickelt wurde, mit einer jahrhundertealten Tradition. Wahrscheinlich ist es die Erhabenheit, die Darts eher zu Sport macht als Elektronikspiele, auch wenn die Anhänger derselben von ihrer Spielerei vollmundig von "esports" sprechen. Für mich sind Darts und Schach daher Sport und Computerspiele nicht, auch wenn diese noch soviel Geschicklichkeit abrufen können. Bei uns in der Spielhalle brennt ja derzeit ein spannender Wettkampf um Punkte und Scores. Und obwohl einem diese Spiele durchaus ebenfalls Geschicklichkeit, würde ich unsere Spielerei, obwohl wettkampfmäßig betrieben, nicht als Sport betrachten. Vielleicht ist es einfach die Erhabenheit, die Computerspielen fehlt.
Beitrag von Kiffing
Das Problem bei Computerspielen ist, daß der Sinn und Zweck einfach Spiel bzw. Unterhaltung ist. Und daraus macht man jetzt einen Wettkampf. Das mag dann zwar ein Wettkampf sein, aber Sport ist es noch lange nicht. Darts dagegen kann zwar auch Spaß machen, von der Intention dagegen ist das aber Wettkampf und nicht Spielerei. Das eine ist also schon Wettkampf, bei dem anderen muß man daraus erst noch einen Wettkampf machen. Selbiges trifft auf Schach zu. Das Spiel kann zwar auch Spaß machen, ist aber so hochwertig, daß es schon den Rang eines geistigen Kräftemessens hat.
Beitrag von Kiffing
Die allgemein übliche Sportdefinition hat ja den Sinn, den Kreis der Bereiche, die dem Sport zugeordnet sind, etwas übersichtlicher und respektabler zu machen. So kann halt nicht jedes Gaga gaga wie Computerspiele zum Sport erhoben werden. Schach dagegen ist ein globales Kulturgut, Wissenschaft, Kunst, Philosophie, Geist, Materie, Kampf und noch viel mehr. Es strahlt gewissermaßen wie ein König gegenüber Ratten aus dem Pulk an Brettspielen heraus. Es gibt kein Spiel, in dem soviel Literatur zu verfaßt wurde und mit dem sich so viele Menschen auf der Welt so intensiv beschäftigen. Schach als Sport zu begreifen, wäre für mich demzufolge die logische Konsequenz. Es gibt dafür ein Bedürfnis. Bei Computerspielen dagegen liegt der Unsinn, diese zum Sport zu erheben, auf der Hand. Es ist einfach reine Vergnügungssucht, die dahintersteckt, kein bißchen Erhabenheit und Respektabilität.
Beitrag von §-MS
Manche Computerspiele sind strategisch mindestens genauso anspruchsvoll wie Schach. Ob ich jetzt am Computer sitze oder an einem Schachbrett macht keinen großen Unterschied (außer der Gegner stinkt, dann ist ein Computer besser).Dart ist genauso wenig ein Sport. Die Profis sind meistens füllige tätoowierte Gestalten, von denen man viel denken mag, aber nicht das sie sportlich sind.
Beitrag von zugzwang
[QUOTE=linkinkev;536]...Sport ist, was körperlich anstrengend ist. Punkt! Schach ist das nicht, sondern nur mental anspruchsvoll. Punkt! Schach passt nicht zu dieser Definition, also ist es kein Sport. Punkt!...[/QUOTE]Punkt: . Ausrufezeichen: ! Punkte...Körperlich anstrengend ist es durchaus, sitzend, gehend oder stehend die stundenlangen Schachpartien zu bestreiten.Körperliche Anstrengung wird hier mit eigener Bewegung verwechselt.Zu den meisten Sportarten gehört eine größere körperliche Bewegung.Die ist bei Schach, Dart, Boule oder so stark eingeschränkt.Aber Gegenfrage: Warum ist Schießsport (insbesondere Variante Liegendschießen) olympischer Sport?Wenn wegen der körperlichen Anstrengung, Konzentration usw., dann haben auch andere Disziplinen ihre sportliche Berechtigung.Die Bewegung beim Schießen mit der Schnellfeuerwaffe dürfte insgesamt spärlicher ausfallen als die Armbewegungen eines Schachspielers während einer Turnierpartie.Weitere Frage: Motorsport in einem Fahrzeug (nicht Motorrad) ist Sport!?Die körperliche Belastung ist immens wegen der Fliehkräfte und die Fahrer müssen körperlich fit und geistig aufmerksam und flink sein.Die körperliche Fitness wird auch von Spitzenschachspielern herausgestellt als Erfordernis.Vielleicht sind nicht alle so fit wie ein Turnschuh, aber die Ausgrenzung der Spiele von den Sportarten erfordert wohl andere als hier bisher genannte Merkmale...
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=linkinkev]WoW hat in Europa 2 Millionen Abonennten; ob es genauso viele Vereinsspieler gibt, wenn man als 1400er 100.000er in Europa ist?[/QUOTE]Halt Randsportart, aber immer noch eine respektable. Abgesehen davon, ist Schach in Rußland und zunehmend auch in Indien Volkssport.[QUOTE=linkinkev]Allgemein driftest du etwas ab. Ob etwas "Kulturgut, Wissenschaft, Kunst, Philosophie, Geist" ist, (was ich btw. auch alles bezweifle) hat nichts, aber auch rein gar nichts damit zu tun, ob etwas Sport ist. Genauso wenig, wie viel Literatur darüber verfasst wird. [/QUOTE]Eben nicht, weil es meine Meinung unterstreicht, daß eine Sportart von seinem Wesen schon eine gewisse Bedeutung für den Menschen innehaben muß, um als Sport anerkannt zu werden. [QUOTE=linkinkev]Wenn ich jetzt 1000ende Bücher über "Schnecken kaputttreten" schreibe, ist es dann ein Sport???[/QUOTE]Es werden nicht 1000e Bücher übers Schnecken kaputttreten geschrieben. Das ist der Punkt. Frag Dich mal, warum es so ist.[QUOTE=linkinkev]Sport ist, was körperlich anstrengend ist. Punkt! Schach ist das nicht, sondern nur mental anspruchsvoll. Punkt! Schach passt nicht zu dieser Definition, also ist es kein Sport. Punkt![/QUOTE]So einfach ist es nicht, und mit einem Handstrich kannst Du die Meinung vieler Menschen, darunter die des Deutschen Schachbundes, aber auch, und das ist wichtiger, weil neutraler, des Deutschen Sportbundes und des Internationalen Olympisches Komitees, nicht hinwegwischen. Welche Vorteile haben diese Insititutionen denn davon(abgesehen vom Deutschen Schachbundes), daß Schach als Sport begriffen wird. Wie zugzwang ausführte. gibt es auch Schießsport oder Motorsport, was auch nicht Bewegungssport wäre. Schach wäre dann eben Denksport. Trainiert wird nicht der Körper, sondern der Geist.[QUOTE=linkinkev]Edit: So mancher allgemein anerkannte Sport ist für mich auch "Gaga Gaga". Skiweitsprung z.B. oder Dragster-Rennen...[/QUOTE]Du hast kein Gefühl für die objektive Ebene.
Beitrag von Kiffing
Begeben wir uns doch einmal zu offiziellen Kriterien. So erfüllt der Schachsport die folgenden Kriterien, die der Deutsche Sportbund aufgestellt hat, um als Sport anerkannt zu werden. Aus [url]http://www.pm-magazin.de/r/gute-frage/wieso-ist-schach-ein-sport[/url][QUOTE]So wird von den Spielern gefordert: das Erlernen der Grundregeln, die Einhaltung von Wettbewerbsbedingungen, der Fairplay-Gedanke, Training, körperliche Fitness, um die zum Teil stundenlangen Partien durchstehen zu können, Beweglichkeit, Koordination von Auge, Geist und Hand.[/QUOTE]Auf andere Brettspiele treffen diese Kriterien dagegen nicht zu (siehe Artikel).
Beitrag von Maschendrahtzaun
Wenn man das, was du so schreibst, liest, könnte man dem Gedanken verfallen, dass du schon sehr viele Stunden vor einem Ego-Shooter verbracht hast. ;)In dem, was du schreibst, lässt sich jedenfalls eine gewisse Abneigung gegen kommerzielle Veranstaltungen ablesen. Dass man die negativen Effekte kommerziellen Sports benennt, ist indes völlig legitim, jedoch die Schlüsse, die du ziehst, sind mir nicht ganz verständlich.Man kann nicht vollkommen auf die kommerzielle Seite eines Sportes, Spieles oder wie auch immer verzichten, wenn es gesellschaftlich eine mehr oder weniger große Rolle spielen sollte. Letzendlich sind die von dir angeführten Olympischen Spiele sicher nicht nur ausschließlich solche, die der Profitmaximierung ihrer Veranstalter dienen sollen, sondern es geht dabei um viel mehr: Zum einen ist es eine große Werbung für den betreffenden Sport - das hätte das Schach bitter nötig - zum anderen geht es auch um das Prestige des Ausrichters.Ebenfalls ein Zirkelschluss ist es, deiner Argumentation folgend zu sagen, dass, da Sport = Kommerz, Schach kein Sport sein soll, da du keinen Kommerz möchtest. Dies sei dir natürlich ungenommen, nur solltest du dann nicht meinen, hier für alle Schachspieler zu sprechen. Gerade um das Schach populärer und in allen Bereichen der Gesellschaft etabliert zu bekommen, sind nun einmal kommerzielle Elemente nötig.Dass dies sich bei den angesprochenen Ego-Shootern anders darstellt, ist dagegen augenfällig, da hierbei nicht jeder Teilnehmer der Gesellschaft (übrigens eine der herausragenden Vorteile des Schachspiels) sondern nur eine gewisse Zielgruppe (männlich, unter 30, geringe soziale Kompetenz) angesprochen wird. Während Schach sich also aus seinem Nischenimage mithilfe kommerzieller Mittel eventuell befreien könnte, ist dies bei Ego-Shootern nicht der Fall, da diese eben auch nur eine Nische bedienen.
Beitrag von Dragon
Es gibt so viele Dinge die heutzutage als Sport durchgehen, das Stapeln von Pappbechern, Würfeln, das Verdrehen eines Würfels (Rubix-Cube), Computer-Spiele, Pokern. Sport wird nicht durch Beweglichkeit heraus definiert, sondern allein aus der vorhandenen Leistungskurve die genug Raum nach oben bietet, um einen Wettbewerb zu gewährleisten, das heißt auch das es unmöglich ist einen erfahrenen "Sportler" zu schlagen ohne vorher genügend dafür trainiert zu haben.
Beitrag von Aimbot
[QUOTE=Kiffing;531]Das Problem bei Computerspielen ist, daß der Sinn und Zweck einfach Spiel bzw. Unterhaltung ist. Und daraus macht man jetzt einen Wettkampf. Das mag dann zwar ein Wettkampf sein, aber Sport ist es noch lange nicht. Darts dagegen kann zwar auch Spaß machen, von der Intention dagegen ist das aber Wettkampf und nicht Spielerei. Das eine ist also schon Wettkampf, bei dem anderen muß man daraus erst noch einen Wettkampf machen. Selbiges trifft auf Schach zu. Das Spiel kann zwar auch Spaß machen, ist aber so hochwertig, daß es schon den Rang eines geistigen Kräftemessens hat.[/QUOTE]Das ist falsch. Guck dir Starcraft 2 an. Das Spiel ist jetzt 1,5 Jahre alt. Es gibt schon viele Spieler, die von diesem Spiel leben. Preisgeld, dass alleine in diesem Jahr durch Turniere ausgeschüttet worden ist: 1.8 Mio ([url]http://www.mystarcraft.de/de/edb/ranking/prizes?Month=&Year=2011[/url]). Zusätzlich ist zu beachten, dass all diese Spieler in einem namenhaften Clans spielen, weltweit bekannte Firmen als Sponsoren auf den Shirts tragen und regelmäßig an kleineren und hier nicht berücksichtigten Events im Preisgeld langen.Auf professioneller Ebene geht es nicht um Spiel bzw Unterhaltung. Höchstens für die Zuschauer ;).Übrigens wird Starcraft 2auch schon in Korea, China und Brasilien als Sportart angesehen.[QUOTE=Maschendrahtzaun;3321][...]da hierbei nicht jeder Teilnehmer der Gesellschaft [...] sondern nur eine gewisse Zielgruppe [...] angesprochen wird. [/QUOTE]im Schach wird also die ganze Gesellschaft angesprochen? Aso deswegen spielt das jeder.[QUOTE=Maschendrahtzaun;3321]männlich, unter 30, geringe soziale Kompetenz[/QUOTE]So ein Schwachsinn. [url]http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/619500/[/url][QUOTE=spreCo;3334]Schach wird ja schliesslich auch nicht nur von alten Russen gespielt oder von den Aussenseitern mit Nickelbrille. Schach ist langweilig weil Weiss gewinnt ja eh immer. schachspieler kriegen nie eine ab, sind nerdig und gehen irgendwann Mathematik studieren *gähn* [/QUOTE]+1[QUOTE=spreCo;3320], ich war semiprofessioneller eSportler *hüstel* [/QUOTE]in was? [QUOTE=hako;508]Bedingungen, die an einen Sport gebunden sind, sind meiner Meinung nach Folgende:-- KEIN Glücksfaktor (auch wenn das Pokerfans vielleicht anders sehen).[/QUOTE]Im Fußball gibts keinen Glücksfaktor? :D[HR][/HR]Kommen wir noch einmal zum Thema zurück und definieren wir erstmal "Sport".[QUOTE=– P. Röthig (Hrsg.): Sportwissenschaftliches Lexikon. Hofmann, Schorndorf 1992.]„Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich Sport zu einem umgangssprachlichen, weltweit gebrauchten Begriff entwickelt. Eine präzise oder gar eindeutige begriffliche Abgrenzung lässt sich deshalb nicht vornehmen. Was im allgemeinen unter Sport verstanden wird, ist weniger eine Frage wissenschaftlicher Dimensionsanalysen, sondern wird weit mehr vom alltagstheoretischen Gebrauch sowie von den historisch gewachsenen und tradierten Einbindungen in soziale, ökonomische, politische und rechtliche Gegebenheiten bestimmt. Darüber hinaus verändert, erweitert und differenziert das faktische Geschehen des Sporttreibens selbst das Begriffverständnis von Sport.“[/QUOTE]Eindeutig lässt sich die Frage, ob Schach Sport ist also nicht klären. Der Deutsche Olympische Sportbund nennt allerdings in seiner Aufnahmeordnung einige interessante Kriterien. Unter anderem wird explizit gesagt, dass die motorische Aktivität im Vordergrund steht, die insbesondere in Denkspielen etc. nicht vorhanden ist. [url]http://www.dosb.de/fileadmin/fm-dsb/arbeitsfelder/wiss-ges/Dateien/Leitbild_des_deutschen_Sports.pdf[/url]Sieht also schlecht aus oder?Dennoch hat sowohl der Deutsche Olympische Sportbund als auch das Internationale Olympische Komitee Schach als Sportart anerkannt. ;) [url]http://www.dosb.de/fileadmin/fm-dosb/downloads/DOSB-Textsammlung/organigramm/dez_2010/12_10_Visio-Organigramm_Praesidium_neue_olymp_Sportarten-05-12-2010_mit_BE_2010-Zahlen.pdf[/url]
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=Aimbot;3343] Der Deutsche Olympische Sportbund nennt allerdings in seiner Aufnahmeordnung einige interessante Kriterien. Unter anderem wird explizit gesagt, dass die motorische Aktivität im Vordergrund steht, die insbesondere in Denkspielen etc. nicht vorhanden ist. [url]http://www.dosb.de/fileadmin/fm-dsb/arbeitsfelder/wiss-ges/Dateien/Leitbild_des_deutschen_Sports.pdf[/url][/QUOTE]Geht wahrscheinlich darum, ob Schach olympiatauglich ist, und womöglich braucht man für Olympia Sportarten, wo motorische Aktivität im Vodergrund steht, um das Gesamtbild nicht zu trüben. Schließlich knüpft Olympia an die Tradition an, und da war es tatsächlich so, daß die alten Griechen bei ihren Olympischen Spielen ausschließlich Bewegungssport betrieben haben. Aber Schach kann ja durchaus Sport sein - eben Denksport - und gleichzeitig nicht unbedingt olympiatauglich.
Beitrag von ToBeFree
Soweit ich weiß, waren die Bedingungen für eine Anerkennung als Sport früher anders; dort fehlte die Bedingung mit der körperlichen Anstrengung. Schach wurde dann als Sport anerkannt und später, als Schach bereits ein Sport war, wurde die Regel hinzugefügt, Schach aber nicht als Sport aberkannt - und dabei ist es dann geblieben. ;)PS: [QUOTE="NICHT Dragon"]Es gibt so viele Dinge die heutzutage als Sport durchgehen, das Stapeln von Pappbechern, Würfeln, das Verdrehen eines Würfels (Rubix-Cube), Computer-Spiele, Pokern. Sport wird nicht durch Beweglichkeit heraus definiert, sondern allein aus der vorhandenen Leistungskurve die genug Raum nach oben bietet, um einen Wettbewerb zu gewährleisten, das heißt auch das es unmöglich ist einen erfahrenen "Sportler" zu schlagen ohne vorher genügend dafür trainiert zu haben.[/QUOTE] Äh, was? [URL="http://www.tvclip.biz/video/WFPhEcKkNw4/ultra-blitz-schach-messe-essen-chess.html"]Aus dem Internet[/URL] irgendwelche Argumente 1:1 in seine Beiträge zu kopieren ist schon ungewöhnlich... :lach:(Wie habe ich das bloß bemerkt?^^)
Beitrag von yury
[QUOTE=ToBeFree;3398](Wie habe ich das bloß bemerkt?^^)[/QUOTE]Das frage ich mich wirklich. Googelst Du die Beiträge anderer Leute oder was? :D
Beitrag von ToBeFree
[QUOTE=yury;3413]Das frage ich mich wirklich. Googelst Du die Beiträge anderer Leute oder was? :D[/QUOTE][offtopic]Nur, wenn sie so stark danach aussehen, als seien sie kopiert, wie das bei Dragon der Fall war. ;)[/offtopic]
Beitrag von cherry
Wie kommt es, daß man Schach zu den Sportarten zählt? Was waren die Kriterien, die dazu geführt haben? Wer hat diese Klassifizierung vorgenommen?
Beitrag von hako
[QUOTE=cherry;16426]Wie kommt es, daß man Schach zu den Sportarten zählt? Was waren die Kriterien, die dazu geführt haben? Wer hat diese Klassifizierung vorgenommen?[/QUOTE]Gute Frage. Viele verstehen unter Sport eine körperliche Anstrengung, was auf unbestrittene Sportarten wie Fußball oder Baseball auch zutrifft. Schach kann da nicht mit dienen. Es ist eben ein Denksport, d.h. mental extrem anstrengend. Was ein Fußballspieler an Kondition im Bein braucht, brauchen wir im Kopf. Ich persönlich finde, dass Schach ein Sport ist, weil es (wenn auch mental) anstrengend ist.
Beitrag von whiteshark
Alles eine Sache der Definition.
Beitrag von sorim
Ich zitiere mal einen Teil aus aus dosb.de"Die Ausübung der eigenmotorischen Aktivitäten muss Selbstzweck der Betätigung sein. Dieser Selbstzweck liegt insbesondere nicht vor bei Arbeits- und Alltagsverrichtungen und rein physiologischen Zustandsveränderungen des Menschen."Frage: Ist ein Profi noch ein Sportler? Oder ist ein Profi nicht vielmehr jemand, der seine Arbeit verrichtet?
Beitrag von palme
Ja und Nein ich bin der Meinung dass dies eine Sache der Ansicht ist.Viele Leute sagen dass bei Sport immer der Körper zu Meisterleistungen gebracht werden muss,aber ist es nicht auch eine Höchstleistung wenn der Geist und somit die Konzentration auf einer hohen Ebene arbeiten?Man stelle sich ein Rennfahrer vor der sich bei 40 runden bei c.a 200km\h nicht voll Konzentrieren kann...der Sportschütze sich nicht auf dass Ziel fixieren kann...oder einfach der Schachspieler sich nicht auf dass Konzentriert was er vor sich hat.......deshalb bleib ich stur beim Ja und Nein denn es ist auf beiden engverknüpften Ebenen Sport aber doch nicht dass gleiche.:heiter:
Beitrag von Kampfkeks
Also wenn wir vom normalen Sprachgebrauch ausgehen, dann gehört zum "Sport" auf jeden Fall eine körperliche Anstrengung. Nur mal als Beispiel: Was macht man im Sportunterricht? Was behandeln Sportmediziner? Würde man eher High-heels oder Sneakers als Sportschuhe bezeichnen? Und, mal Hand auf´s Herz, welche Körperformen kommen euch spontan in den Sinn, wenn man an sportliche bzw. unsportliche Typen denkt?Andererseits: Wer mehrfach im Jahr zu Turnieren reist, sich intensiv darauf vorbereitet und deshalb auf den wohlverdienten Feierabend (oder Urlaub) verzichtet... das wäre in meinen Augen sehr wohl "sportlich".Scheint nicht so einfach zu sein mit dem Begriff "Sport"...