Schach ist ein Sport mit einer recht hohen Remisfrequenz, die mit zunehmendem Niveau steigt. Aktuell wird in der Schachwelt darüber gestritten, ob man das Remis erschweren soll. Verschiedene Maßnahmen sind schon bei vielen Turnieren in Kraft getreten. Am bekanntesten sind vielleicht die Dreipunkteregelung, das Verbot, Remis vor dem 30. Zug zu vereinbaren oder überhaupt ein Remisvereinbarungsverbot (Sofia-Regel). Doch stellt sich mir dabei die Frage, warum denn überhaupt etwas gegen das Remis unternommen werden soll. Ist es nur der Wunsch nach einem Gewinner? Können nicht unentschiedene Partien genauso interessant sein und hat es nicht schon wunderbare Remispartien in der Schachwelt gegeben, die es zu Klassikern gebracht haben? Die Tatsache, daß der Fußball ebenso wie das Schach eine recht hohe Remisfrequenz hat, zeigt, daß eine recht hohe Remiswahrscheinlichkeit nicht zwangsläufig mit einem Attraktivitätsverlust einhergehen muß. Schach ist ein logisches Spiel, und spielen beide Parteien perfekt, dann endet die Partie Remis. Ein Remis jetzt zu bestrafen, hieße also, Leistung zu bestrafen. Wegen seines Charakters als logisches Spiel ist der Gedanke, der hinter den Remisrestriktionen steckt, auch mit dem Charakter des Schachs nicht vereinbar. Denn im Schach geht es nicht um simple Effekthascherei, um Show, sondern um Spieltiefe und Logik. Zudem können Partien, in denen wegen Remisverbots stur weitergespielt wird, nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Zuschauer, höchst langweilig und ermüdend sein. Die Stellung ist tot, nichts geht mehr, und trotzdem muß noch stundenlang weitergespielt werden, obwohl das Ergebnis doch schon lange feststeht. Daß die betreffenden Spieler wegen Ermüdung in den nächsten Runden nicht mehr so gut drauf sind und schlechter Schach spielen, wird dabei billigend in Kauf genommen. Aus diesem Grund gehört es ja auch zum turniertaktischen Arsenal guter Spieler, ab und zu in einem Turnierverlauf ein kurzes Remis einzustreuen, um wieder Kraft zu tanken und mit seinen Kräften zu haushalten. Der Mensch ist kein Roboter, seine Kondition ist limitiert. Auch meine ich, daß die Gefahr durch Spieler, die zu schnell Remis geben, schon durch den Wettbewerb geregelt wird. Nicht nur gehören zu einem Remisschluß immer zwei, und die Position, daß der Gegner gegen einen gewillt ist, früh Remis zu machen, muß man sich erarbeiten. Ein Spieler, der zu viele Remis in einem Turnierverlauf macht, kommt meistens nicht in Reichweite der Fleischtöpfe bzw. der Preisränge, geschweige denn, hat er eine Chance, das betreffende Turnier zu gewinnen. So wird er schon aus eigenem Interesse sich davor hüten, seine Partien auf ein schnelles Remis auszulegen. Es gewinnt meist der, der gewinnen will und auch gewinnen kann. Die Möglichkeit, jederzeit Remis anbieten zu können, ist ein Grundrecht eines jeden Schachspielers. Doch wie seht ihr das überhaupt so? Was ist eure Meinung zu diesem Thema?
Beitrag von hako
Ich hab nichts gegen ein Remis einzuwenden. Ich kenn einen, der auf einem Turnier mit sehr starken Spielern von 7 Partien 2 gewonnen und 5 remis gespielt hat. Die Remispartien waren auf jeden Fall die besten von ihn.Ich befürworte aber die Regel kein Remis vor dem dritten Zug. So wird ein zu schnelles Ende der Partie vermieden und es bleibt länger spannend.PS: hab mir bei der Abstimmung vertippt, hab ausversehen "Sofia-Regel" angeklickt.
Beitrag von yury
[QUOTE=Kiffing;74]Auch meine ich, daß die Gefahr durch Spieler, die zu schnell Remis geben, schon durch den Wettbewerb geregelt wird. Nicht nur gehören zu einem Remisschluß immer zwei, und die Position, daß der Gegner gegen einen gewillt ist, früh Remis zu machen, muß man sich erarbeiten. Ein Spieler, der zu viele Remis in einem Turnierverlauf macht, kommt meistens nicht in Reichweite der Fleischtöpfe bzw. der Preisränge, geschweige denn, hat er eine Chance, das betreffende Turnier zu gewinnen. So wird er schon aus eigenem Interesse sich davor hüten, seine Partien auf ein schnelles Remis auszulegen. Es gewinnt meist der, der gewinnen will und auch gewinnen kann. Die Möglichkeit, jederzeit Remis anbieten zu können, ist ein Grundrecht eines jeden Schachspielers.[/QUOTE]Die vielen Kurzremis auf GM-Ebene zeigen zwar, dass es vermutlich nicht so ist - eine 30-Züge-Regel verhindert das jedoch nicht (dann wird eben 30 Züge lang herumgeschoben) und die 3-Punkte-Regel passt nicht zum Nullsummencharakter des Schachs. Auf dem Level des Amateurschachs existieren solche Probleme ohnehin nicht.Fazit: Für die jetzige Regelung!
Beitrag von yury
[QUOTE=hako;76]Ich befürworte aber die Regel kein Remis vor dem dritten Zug. So wird ein zu schnelles Ende der Partie vermieden und es bleibt länger spannend.[/QUOTE]Vor dem dritten Zug? Was soll das denn bringen? Dann schiebt man halt 1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Se5: d6 Remis, so what?
Beitrag von Kiffing
Er meint 30. Zug, denke ich.
Beitrag von hako
Ja, das war auch so gemeint. Vertippt :pfeif:
Beitrag von Kiffing
Die Maßnahmen gegen das Remis sind übrigens nicht neu. Ein Blick in die Schachhistorie zeigt, daß es auch schon früher Maßnahmen gegen das Remis gegeben hat. Aus Wikipedia: * 1883 wurde beim Turnier in London erst das dritte Remis als halber Punkt in der Turniertabelle berücksichtigt. * 1900 wurde beim Turnier in Paris eine Remis-Partie wiederholt. Wenn auch diese unentschieden ausging, erhielten die Spieler jeweils einen halben Punkt. * 1903 wurde in Wien für ein Remis nur ein Viertelpunkt vergeben. * 1929 wurde eine so genannte „30-Züge-Regel“ eingeführt, nach der eine Remisvereinbarung vor dem 30. Zug nicht zulässig war. Diese Regel wurde 1952 abgeschafft, 1962 wieder eingeführt und 1964 endgültig abgeschafft. Auf der Schacholympiade 2008 galt diese Regel erneut. * Seit 2005 wurden beim M-Tel Masters in Sofia Remisen per Vereinbarung zwischen den Spielern untersagt. Lediglich bei technischer Remisstellung ist ein Remis-Angebot über den Schiedsrichter möglich, der einer solchen Vereinbarung auch zustimmen muss. Diese spezielle Regelergänzung wird oft als „Sofia-Regel“ bezeichnet. * In der Schachbundesliga sind ab der Saison 2009/10 Remisangebote vor dem 20. Zug nicht mehr zulässig. * Bei den Dortmunder Schachtagen wurde 2010 erstmals die Sofia-Regel angewandt.
Beitrag von MagnusFTW
Ich spiele am liebsten auf zwei Ergebnisse: Sieg oder Niederlage.Ich habe eigentlich nichts gegen das Remis (sollte objektiv auch das wahrscheinlichste Ergebnis sein wenn Weiß und Schwarz perfekt spielen), nur versuche ich egal gegen wen und wann immer den vollen Punkt zu holen.Ein Tipp den ich immer wieder den Kleineren bei uns im Verein gebe: Ausspielen, Ausspielen, Ausspielen!Vielleicht verliert man so mal die ein oder andere Partie (die man sonst vielleicht Remis gemacht hätte), im Endeffekt gewinnt man aber an Erfahrung und Praxis, was sich dann in einer höheren Spielstärke niederschlägt
Beitrag von Gast52
Ich würde nie auf ein Remis angebot des Gegners reinfallen !!! Ich hab in meiner geamten Laufbahn noch nie ein remis angenommen. Wenn du ein remis willst musst du einfach gelangweilt am Brett sitzen und ständig gähnen immer so gucken als wäre gar nix mehr drin und einfach ne Figur hin und herziehen.Dann nach jedem Zug remis bieten und mit den Augen rollen wenn der Gegner nicht annimmt.So mach ich das immer vor allem gegen Jugendliche Kinder und Anfänger sollte man mal wirklich schlechte stehen!!!
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=Pene_in_Ano;904]Dann nach jedem Zug remis bieten und mit den Augen rollen wenn der Gegner nicht annimmt.So mach ich das immer vor allem gegen Jugendliche Kinder und Anfänger sollte man mal wirklich schlechte stehen!!![/QUOTE]Das wird als Störung des Gegners betrachtet und ist - zum Glück - nicht erlaubt. Übrigens gehört es zur Schachetikette dazu, daß man während einer Partie nichts unternimmt, um dem Gegner in seiner Konzentration zu stören, ihm den Spaß an der Partie zu nehmen, geschweige denn, dem Ansehen des Schachs zu schaden...
Beitrag von Danny22222
Also wenn ich meine Spielhistorie bei manchen Turnieren so anschaue, würde mir eine strickte Regelung gegen das Remis vermutlich das Leben schwer machen.Ich kann mich noch gut an ein 5 rundiges Turnier errinnern, in dem ich 5 mal remis gespielt habe. 4 mal ausgespielt und ok das letzte war dann quasi fürs gesamtbild geschoben :DTrotzdem könnte ich mir durch die Dreipunkteregel einige interessantere Kämpfe durchaus vorstellen, denn es soll ja auch Spieler geben die kategorisch auf Remis spielen und versuchen alles zu zu halten. Ob diese das mit der 3Punkteregel auch noch machen würden ?? :pMir persönlich würde diese auch einen noch größeren Anreiz geben auf Sieg zu spielen als ich ohnehin bereits habe.Ich könnte mir diese Regel sowohl im Mannschafts- als auch im Einzelbereich vorstellen, wobei ich ehrlichgesagt daran zweifele das bei den Großmeistern dadurch viele andere Ergebnisse erzielt würden, aber im Amateur-/Anfängerbereich sollte dies schon eine wirkung zeigen. Zumal wenn man vor dem Mannschaftskampf einen Anruf bekommt, ob man sich nicht auf 4:4 einigen könnte.Insofern der Anfängerbereich bzw. der Amateuerbereich für Zuschauer ansprechend wäre würde diese Regel auch in der hinsicht von nutzen sein, aber wie gesagt bei den Profis naja :DAber eine ganz andere Frage stellt sich mir eher. Von welchem Zuschauerinteresse reden wir eigendlich? Abgesehen vom Sparkassen Chess Meeting Dortmund sind mir äußerst selten Zuschauer über den weg gelaufen.
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=Danny22222;970]Von welchem Zuschauerinteresse reden wir eigendlich? Abgesehen vom Sparkassen Chess Meeting Dortmund sind mir äußerst selten Zuschauer über den weg gelaufen.[/QUOTE]Bei den Spitzenturnieren, wo also wirklich die creme de la creme spielt, sind Zuschauer durchaus üblich.
Beitrag von Danny22222
Ja ok bei der "Creme de la Creme" schon, nur denkst du nicht auch das es für die Zuschauer unansehnlich werden könnte, wenn sich beide Seiten nur zu einer Totremisstellung quälen? Es mag ja sein das in seltenen fällen geschoben wird, aber in der Regel machen die GMs sich schon gedanken über sowas.
Beitrag von Kiffing
Ja, ist ja meine Position. Ich sprach mich ja gegen Remis-Restriktionen aus.
Beitrag von Maschendrahtzaun
Meiner Meinung nach sind Remis-Restriktionen nicht besonders sinnvoll unter der Annahme, dass das Remis ein natürliches Ergebnis im Schach sein kann.Dieser Annahme folgend sollte eine Remis-Restriktion a) unnatürliche Remis restringieren undb) natürliche Remis nicht.Keine der bisher angewandten Maßnahmen kann diese beiden Zwecke erfüllen.Soweit ich das überblicken kann, gibt es im wesentlichen zwei verschiedene Arten dieser Maßnahmen:1."Remisverschiebende Maßnahmen". Typischer Vertreter "30-Züge-Regel": Diese Maßnahme erfüllt zwar Voraussetzung b), indem ein geschlossenes Remis nicht bestraft wird. Allerdings kann eine remisverschiebende Maßnahme zwei zum Schieben entschlossene Personen von ihrem Vorhaben auch nicht abhalten, also wird a) nicht erfüllt.2."Remisbestrafende Maßnahmen". Typischer Vertreter "3-Punkte-Regel": Diese Maßnahme erfüllt zwar Voraussetzung a), indem zwei zum Schieben entschlossene Spieler durch ihren unausgekämpften Remisschluss einen relativen Nachteil erführen, allerdings werden ausgekämpfte Remis ebenso bestraft, sodass b) nicht erfüllt werden kann.Eine generelle Restriktion, ohne Betrachtung der jeweiligen Einzelfälle, die sowohl a) als auch b) erfüllt, ist, soweit ich das beurteilen kann, nicht zu finden.
Beitrag von Kiffing
Das nenne ich doch mal eine strukturierte Argumentationskette! Allerdings frage ich mich, wie denn die Sofia-Regel, also das Remisvereinbarungsverbot darin einzuordnen wäre. Meine Überlegung wäre die, daß die Sofia-Regel zwar durchaus unnatürliche Remis restringiert und natürliche Remis nicht, daß sie aber trotzdem offensichtliche Nachteile hat, die vielleicht nicht in Dein Modell passen. Da ist zum einen die Grundrechtsfrage, also das Grundrecht eines Schachspielers, jederzeit Remis bieten zu können, dann der praktische Nachteil, daß so auch "tote" Stellungen weitergekämpft werden müssen und so unnötig die Nerven von Spielern und Zuschauern sowie vor allem die Kondition der Spieler belasten. Mehr dazu hatte ich ja in #1 geschrieben. Es gibt ja auch heutzutage schon eine Art "entschärfte" Sofia-Regelung, daß vor Remisvereinbarungen der Schiedsrichter zu konsultieren ist, der dann entscheidet, ob die Stellung "tot" ist oder ob es für eine oder beide Parteien noch realistische Möglichkeiten, auf Gewinn zu spielen, gibt. Ist aber, wie ich finde, auch nicht das Gelbe vom Ei. Es ist lästig und fachkundige Richter, gerade bei tendenziell hochwertigen GM-Partien, fallen nicht vom Himmel.
Beitrag von Maschendrahtzaun
In deinen letzten beiden Sätzen lieferst du ja selbst ein gutes Argument gegen die Sofia-Regel.Außerdem könnten Spieler, die schieben wollen, natürlich auch irgendeine quatschige Patt-Partie spielen.Womöglich käme das sogar in Mode, weil sie sich dann als tolle Rebellen fühlen könnten, die sich dem Regelwerk widersetzt hätten.Außerdem bin ich entschieden der Meinung:Der Kuchen wird nicht kleiner, nur weil man ihn zerschneidet! ;)
Beitrag von ToBeFree
Ich finde sämtliche Regeln zur Verhinderung eines Remis sinnlos bzw. deutlich übertrieben. Die 30-Züge-Regel lässt sich leicht umgehen und die einzige Maßnahme, um eine Umgehung zu verhindern, ist die Sofia-Regel, die übertrieben ist. :neinnein:Über ein Remis freue ich mich eigentlich immer. Meine Gegner haben oft die gleiche Meinung zu einer Stellung wie ich und nehmen 90% meiner Remisangebote an. Ich habe in ausgeglichenen Stellungen nach einer langen Partie oft das Gefühl, dass ich doch noch verliere, weil ich einen Fehler mache; da ist mir der theoretisch irgendwie mögliche Sieg dann unwichtig und ich biete Remis. Und nach der Partie, bei der Analyse, kommt dann oft sogar heraus, dass die Stellung gar nicht ausgeglichen, sondern schlechter für mich war. :)
Beitrag von tandem
[QUOTE=ToBeFree;1993]Ich finde sämtliche Regeln zur Verhinderung eines Remis sinnlos bzw. deutlich übertrieben. Die 30-Züge-Regel lässt sich leicht umgehen und die einzige Maßnahme, um eine Umgehung zu verhindern, ist die Sofia-Regel, die übertrieben ist. :neinnein:Über ein Remis freue ich mich eigentlich immer. Meine Gegner haben oft die gleiche Meinung zu einer Stellung wie ich und nehmen 90% meiner Remisangebote an. Ich habe in ausgeglichenen Stellungen nach einer langen Partie oft das Gefühl, dass ich doch noch verliere, weil ich einen Fehler mache; da ist mir der theoretisch irgendwie mögliche Sieg dann unwichtig und ich biete Remis. Und nach der Partie, bei der Analyse, kommt dann oft sogar heraus, dass die Stellung gar nicht ausgeglichen, sondern schlechter für mich war. :)[/QUOTE]Ist es nicht eine 50 Züge Regel? Ich finde so schlecht ist die gar nicht, wenn Du bedenkst, 50 Züge wirklich ziemlich viele sind dann geht es. Denn z.B. für Springer-Läufer-Matt brauchst Du bei schlecht möglichster Stellung ungefähr 33 Züge.
Beitrag von Maschendrahtzaun
[QUOTE=tandem;2008]Ist es nicht eine 50 Züge Regel? Ich finde so schlecht ist die gar nicht, wenn Du bedenkst, 50 Züge wirklich ziemlich viele sind dann geht es. Denn z.B. für Springer-Läufer-Matt brauchst Du bei schlecht möglichster Stellung ungefähr 33 Züge.[/QUOTE]Ich glaube, hier liegt ein kleines Missverständnis vor:Er meint die Regel, dass man in den ersten 30 Zügen kein Remis machen darf und nicht, dass eine Partie nach 30 Zügen ohne Bauernzug etc. Remis ist.
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=ToBeFree;1993]Über ein Remis freue ich mich eigentlich immer. Meine Gegner haben oft die gleiche Meinung zu einer Stellung wie ich und nehmen 90% meiner Remisangebote an. Ich habe in ausgeglichenen Stellungen nach einer langen Partie oft das Gefühl, dass ich doch noch verliere, weil ich einen Fehler mache;[/QUOTE]Ein Argument fürs Ausspielen. :P :D
Beitrag von ToBeFree
[QUOTE=Kiffing;2016]Ein Argument fürs Ausspielen. :P :D[/QUOTE] Eben nicht! Wenn ich die Stellung durch Unaufmerksamkeit oder was auch immer noch verliere (und ich bin der Meinung, dass ich ziemlich gut merke, wenn dieser Punkt erreicht ist), bringt mir die "schönste" Stellung nichts.Wenn ich noch spiele, sind meistens schon alle anderen Partien beendet - und ich bin erst im 40. Zug! O.O
Beitrag von Maschendrahtzaun
[QUOTE=ToBeFree;2022]Eben nicht! Wenn ich die Stellung durch Unaufmerksamkeit oder was auch immer noch verliere (und ich bin der Meinung, dass ich ziemlich gut merke, wenn dieser Punkt erreicht ist), bringt mir die "schönste" Stellung nichts.Wenn ich noch spiele, sind meistens schon alle anderen Partien beendet - und ich bin erst im 40. Zug! O.O[/QUOTE] Gewonnene Stellungen gewinnen zu können kann aber auch eine wichtige Fähigkeit eines Schachspielers sein.Vielleicht solltest du eher bei deiner Unaufmerksamkeit ansetzen als bei einem Remisgebot. :P
Beitrag von Kiffing
Wobei es meiner Meinung nach nicht verkehrt sein kann, wenn man das Gefühl hat, die Stellung noch zu verlieren, Remis zu bieten. Denn meistens verliert man dann auch tatsächlich diese Stellungen noch. Und im Schach geht es nun einmal nicht um die goldene Ananas, sondern um Punkte. Die zählen am Ende, nichts anderes sonst.
Beitrag von yury
[QUOTE=Kiffing;2034]Wobei es meiner Meinung nach nicht verkehrt sein kann, wenn man das Gefühl hat, die Stellung noch zu verlieren, Remis zu bieten. Denn meistens verliert man dann auch tatsächlich diese Stellungen noch. Und im Schach geht es nun einmal nicht um die goldene Ananas, sondern um Punkte. Die zählen am Ende, nichts anderes sonst.[/QUOTE] Nur dass die blöden Gegner dann meistens nicht mehr annehmen wollen. Total unfair! ;)
Beitrag von Mattmonster
[QUOTE=linkinkev;75]Ich spiele auf Sieg![/QUOTE]und dsa solte ein provie auch machen...( natürlich mit ausnahmen)°!ich setze mich doch nicht ans brett um remis zu spielen leider giebt es auch bei mir in der manschaft spieler die nach 16 bis 21 zuge remis vereinbaren und haben es nicht mal versucht was zu unternehmen für den sieg das finde ich persönlich sehr trauriggruss lonny:nono::ups::heul:
Beitrag von ruf012
Wer beendet die Partie mit Remis, ohne besonderen Einsatz an geistigen Kräften:Wer nur mehr einen halben Punkt braucht, um ein Turnierziel zu erreichen,aus Zeitmangel, um zur nächsten Partie zu kommen, wer zu müde ist,seine noch vorhandenen Kräfte schonen will,aus verschiedenen Gründen demotiviert wurde,aus perönlichen Gründen dem Gegenüber gegenüber.Regelungen können umgangen werden.Welcher Unterschied ist es, ob eine Partie endet nach 1 Zug oder mit ödem Herumziehen nach 31 Zügen.Einfacher erscheint es, nach dem Ende aller Partien eines Turnieres,dem Schiedsrichter Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, Ergebnisse zu bewerten,ähnlich wie bei Problemturnieren.Oder dem Veranstalter zu modifizierter Preiszuteilung und geändertem Einladungsverhalten.Es war einmal (angeblich 1972) eine Studentenweltmeisterschaft,wo eine Partie mit 0:0 bewertet wurde.
Beitrag von Kiffing
[QUOTE=lonny22;22086]und dsa solte ein provie auch machen...( natürlich mit ausnahmen)°!ich setze mich doch nicht ans brett um remis zu spielen leider giebt es auch bei mir in der manschaft spieler die nach 16 bis 21 zuge remis vereinbaren und haben es nicht mal versucht was zu unternehmen für den sieg das finde ich persönlich sehr trauriggruss lonny:nono::ups::heul:[/QUOTE]Spieler, die spielen, um schnell ein Remis zu machen, werden im Schach i. d. R. nicht sehr weit nach vorne kommen (wer auf Remis spielt, verliert bekanntlich, wie eine alte Schachweisheit lautet). Dafür braucht es m. E. also keine Restriktionen, das regelt der Wettbewerb. Nur kann sich nach ca. 20 Zügen ja eine Stellung entwickeln, wo nicht mehr soviel drin ist, wo sich beide Seiten neutralisiert haben, und wo die schnelle Remisvereinbarung im Interesse beider Spieler ist. Man kann ja auf Sieg spielen und dann erkennen, daß jede eigene Aktivität eher dazu führt, daß die eigene Stellung überrissen wird, so daß man dann lieber den Spatz in der Hand nimmt als die Taube auf dem Dach. Die Remisrestriktionen wurden eingeführt, um die Spieler zu mehr Risiko zu bewegen, daß sie Stellungen auskämpfen anstatt sich auf ein Remis zu einigen. Das sei publikumswirksamer. Nur hat das Risiko mit der Natur des Denkspiels Schach wenig zu tun, da es beim Schach um die Wahrheitsfindung geht, wozu jede Denkschule ihre Berechtigung hat. Und unabhängig davon, sehe ich es grundsätzlich sehr kritisch, wenn die (vermeintlichen) Interessen des Publikums die Interessen der eigentlichen Akteure der Schachwelt, nämlich der Spieler, überlagert. Wer also eher vorsichtig ist und prinzipiell wenig Risiko eingehen möchte, der sollte im Schach auch das Recht dazu haben, unabhängig davon, wie attraktiv ein mehr oder weniger fachkundiges Publikum das jetzt findet. ruf012 hat ja bereits angedeutet, daß es viele berechtigte Gründe für einen Spieler gibt, in der ein oder anderen Stellung/Situation mit dem Gegner ein Remis zu vereinbaren, was übrigens ohnehin nicht immer geht, da zur Remisvereinbarung bekanntlich immer zwei gehören. Die Schachwelt hat einen Carl Schlechter überlebt, und sie wird auch einen Peter Leko überleben. [QUOTE=ruf012]Einfacher erscheint es, nach dem Ende aller Partien eines Turnieres,dem Schiedsrichter Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, Ergebnisse zu bewerten,ähnlich wie bei Problemturnieren.Oder dem Veranstalter zu modifizierter Preiszuteilung und geändertem Einladungsverhalten.Es war einmal (angeblich 1972) eine Studentenweltmeisterschaft,wo eine Partie mit 0:0 bewertet wurde. [/QUOTE]Ja, ich kenne auch so einen Fall, wo ein Schiedsrichter eine Partie mit 0:0 bewertet hat, weil nur ein Spieler einen Halbzug gemacht hat. Die "Partie" ging also ungefähr so: 1. e4 =. Das hat dann in Schiedsrichterkreisen eine lange Diskussion gegeben, ob der Schiedsrichter dazu das Recht hat. Besagter Schiedsrichter hatte argumentiert, daß zu einer Remisvereinbarung jeder Spieler hätte mindestens einen Halbzug machen müssen, sonst wäre es keine Partie. Ich persönlich denke aber, daß das nicht so wichtig ist. Ein Halbzug sollte schon drin sein, und unabhängig vom rechtlichen Standpunkt sollte man schon wenigstens die Form wahren, wenn man denn unbedingt schieben möchte. ;)
Beitrag von Kiffing
Ein leidenschaftliches Plädoyer für das Remis im Schach bzw. gegen desse Verteufelung hat der Sportpsychologe Carlos Martinez abgegeben, für den, und das dürfte für viele überraschend kommen, nicht nur ausgekämpfte, sondern auch schnelle Remispartien auch unter sportlichen Gesichtspunkten legitim sind. Wie ich im Einleitungsbeitrag schrieb, können schnelle Remisen in langen Turnieren dem Haushalten der Kräfte dienen; in diesem Zusammenhang schreibt Martinez etwa, daß diese Spieler in den Turnieren sich im Voraus überlegen, "in welcher Runde und gegen welchen Gegner sie aufs Ganze gehen wollen". Aber einen Spieler, der nicht gewinnen will, habe Martinez in den Jahren, in denen er Spieler mental auf ein Turnier vorbereitet, noch nie gesehen. Interessant fand ich in dem Artikel auch die Statistik, in der Martinez alle Partien mit einem schnellen Remis, als die er Partien mit einem Remis unter 20 Zügen definiert, gerade unter der als besonders "remisverdächtigten" Riege der Super-Großmeister untersucht und nur eine derartige Quote von 12,4 Prozent (im Vergleich zu 6,8 Prozent aller Schachpartien) herausfand, die eine Panikmache hinsichtlich des Remis´ nüchtern widerlegt. Solche Fakten finde ich in Diskussionen über dieses Thema sehr wichtig, weil sie uns helfen, ein so emotional beladenes Thema wie das Remis im Schachspiel mit rationalen Argumenten anzugehen. Diese Fakten zeigen uns, daß von einer "Remisseuche", womit die Kurzremisen gemeint sind, folglich keine Rede sein kann.Daß Martinez das Remis, und zwar unabhängig von dessen Zustandekommen, als legitimes sportliches Ergebnis akzeptiert, macht sein markantes Schlußwort deutlich, in dem es heißt:[QUOTE]Was aber will ich damit sagen? Will ich, dass es mehr schnelle Remisen gibt? Mag ich lieber Spieler, die schnell remisieren? Nein. Ich habe einfach nur Verständnis und Respekt für diese Vorfälle und möchte die Spieler nicht tadeln, da sie sich messen und in Turnieren gut abschneiden wollen. Sie verbringen viel Zeit, um hart zu trainieren. Sie reisen Tausende von Kilometern und müssen sich schnell an die Zeitverschiebung und das fremde Essen gewöhnen. Sie sind oft weit wenig von ihrer Familie. Und sie erfreuen uns mit interessanten und schönen Partien. [/QUOTE]Artikel auf Chess24: [Hier befand sich ein Link auf die Seite "https://chess24.com/de/lesen/news/gibt-es-die-remisseuche-wirklich". Der Link wurde vom Benutzer mit dem Titel "https://chess24.com/de/lesen/news/gibt- ... e-wirklich" versehen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist es möglicherweise erforderlich, diesen Hinweis beizubehalten, da manche Benutzer die Quelle ihrer Zitate von anderen Internetseiten so gekennzeichnet haben. Dieser Hinweis wurde automatisch an Stelle des früheren Links platziert. Falls der Link unangemessen oder ohnehin unerreichbar geworden ist, kann die im Impressum genannte Adresse mit einer Bitte um Entfernung kontaktiert werden.]